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Kreis bietet Hilfe an

Registrierungsmöglichkeit für ukrainische Geflüchtete im Landkreis

In den vergangenen Tagen sind zahlreiche Menschen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen angekommen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind. Da die AnkER-Einrichtung in Zirndorf die Registrierung der vielen Menschen nicht allein übernehmen kann, wird auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eine Registrierungsmöglichkeit für die Geflüchteten geschaffen.

Das Landratsamt bittet darum, dass alle Menschen, die aus der Ukraine im Landkreis angekommen sind, sich – falls nicht schon geschehen – bei der Ausländerbehörde melden. Da die AnkER-Einrichtung in Zirndorf überlastet ist, wird die Anmeldung vorläufig nur im Landkreis passieren. Wer schon in Zirndorf registriert wurde oder bereits bei der Ausländerbehörde im Landkreis registriert ist, muss sich nicht erneut melden.

Zunächst reicht es, wenn die Ausländerbehörde ein Foto des Passes erhält, die Anschrift der Unterkunft im Landkreis sowie eine Telefonnummer einer Kontaktperson im Landkreis. Diese Unterlagen sollten schnellstmöglich nach der Ankunft an ausland@landkreis-wug.de geschickt werden. Die Mitarbeitenden der Ausländerbehörde melden sich dann wegen eines Termins zur Beantragung der Aufenthaltserlaubnis.

Zweck der ersten Kontaktaufnahme ist nur die Registrierung und die Klärung, ob eine Unterkunft benötigt wird und wenn nicht, wo die private Unterkunft erfolgt. Außerdem kann so der Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz registriert werden.

Ukrainerinnen und Ukrainer können sich mit einem biometrischen Pass ohne Visum 90 Tage in Deutschland und den anderen europäischen Schengenstaaten aufhalten. Wenn keine Weiterreise in einen anderen Staat beabsichtigt ist, sollten die oben beschriebenen Unterlagen aber schon jetzt an die Ausländerbehörde gesandt werden, damit eine Registrierung erfolgen kann.

Diejenigen, die schon eine Unterkunft haben, können natürlich dort verbleiben. Diejenigen, die eine Unterkunft benötigen, werden in einer Gemeinschaftsunterkunft oder einer dezentralen Unterkunft untergebracht. Das Landratsamt kann auch Unterkünfte über den privaten Wohnungsmarkt vermitteln. Betroffene sollen sich dazu an Maximilian Köhler vom Sachgebiet Soziales und Senioren wenden. (Mail: shv.lra@landkreis-wug.de, Tel.: 09141 902-352)

In Kürze wird es auch im Landkreis eine Notunterkunft geben. Die Anmeldung, sowie die vorübergehende Erstaufnahme der Geflüchteten wird dann dort erfolgen, bevor eine Anschlussunterbringung in eine staatliche Unterkunft erfolgt bzw. eine private Unterkunftsmöglichkeit vermittelt wird. Das Landratsamt wird darüber zeitnah informieren.

Die Welle der Hilfsbereitschaft ist auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sehr groß. Besonders gesucht werden derzeit noch Personen, die Dolmetschertätigkeiten (ukrainisch, russisch) übernehmen können. Die Mitarbeiterinnen der Freiwilligenagentur altmühlfranken koordinieren die Hilfsangebote und -gesuche. Mehr Informationen gibt es unter www.landkreis-wug.de/ukraine-hilfe oder telefonisch bei Corina Heid (09141 902-227) oder Verena Wagner (09141 902-235).

Fair gehandelte Bälle für Schulen

Fair-Trade-Stadt Gunzenhausen

Dr. Steffen Kraus (links) und Franz Pepe vom Modehaus Steingass (Zweiter von rechts) übergaben die Lionsspende an Rektorin Ingrid Pappler und Bürgermeister Fitz.

Gunzenhausen will Fair-Trade-Stadt werden. Dass dazu mehr als Worte oder fair gehandelter Kaffee im Vorzimmer des Ersten Bürgermeisters gehören, wurde bei einer Veranstaltung in der Grundschule Süd deutlich. Bei Fairtrade geht es um Verantwortung, Überzeugung und um nachhaltige Konzepte. Fairtrade lässt sich aber auch konkret umsetzen, beispielsweise durch den Kauf fair gehandelter Produkte. Nun wurden eben solche Produkte, nämlich fair gehandelte Bälle im Wert von rund 3.500 Euro, an Gunzenhäuser Schulen und Sportvereine übergeben. Der Lions Club Gunzenhausen hatte die Bälle gesponsert und jeweils ein Netz mit zehn Fußbällen an die heimischen Organisationen weitergereicht. Die Bälle wurden über das ortsansässige Unternehmen Steingass besorgt. Dort können die am Fairtrade-Siegel erkennbaren Produkte künftig auch erworben werden. 

„Die Stadt meint es ernst und hat Ende 2021die Zertifizierung zur Fair-Trade-Stadt beantragt“, so Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Wer fair sein will, muss nicht nur auf den Handel schauen, sondern auch Unternehmen, Vereine und Schulen mitnehmen. In Gunzenhausen tut sich was und mich freut es, dass auch der Lions Club mit fairen Aktionen auf sich aufmerksam macht. Ich danke Präsidenten Dr. Steffen Kraus und der Rektorin der Grundschule Süd, Ingrid Pappler, für das tolle Engagement in diesem Bereich.“

Geht es nach Ingrid Pappler, so werden die Bemühungen um Fairtrade weiter intensiviert. Sie hatte die Aktion initiiert und zusammen mit dem Lions Club Gunzenhausen umgesetzt. „Als Schulleitung aber auch persönlich stehe ich hinter dem Konzept Fairtrade, denn fair gehandelte Produkte garantieren faire Löhne und einen gerechten Handel. Außerdem wird ein Zeichen gegen Kinderarbeit gesetzt. Als überzeugte Schule wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und freuen uns, dass die Aktion bei den Gunzenhäuser Vereinen und Schulen so gut angekommen ist. Darauf wollen wir aufbauen und auch künftig noch fairer werden.“

Frühjahrsputz im Kreis

Die Abfallsammelaktion startet wieder!

Auch in diesem Jahr findet wieder der alljährliche Frühjahrsputz in Altmühlfranken statt. Viele freiwillige Helferinnen und Helfer machen sich in den nächsten Wochen auf den Weg, um Parks, Wanderwege und Grünflächen von Unrat zu befreien.

Die kommunale Abfallwirtschaft unterstützt wie seit Jahren diese Aktionen und übernimmt die Entsorgungskosten der gesammelten Abfälle. Greifzangen und Handschuhe können die Gruppen nach Anfrage bei den beiden Recyclinghöfen in Weißenburg und Gunzenhausen ausleihen.

Mitmachen lohnt sich – für unsere Umwelt, aber auch für die Teilnehmergruppen: Die Abfallwirtschaft belohnt diejenigen Gruppen für ihr Engagement, die mit einem Gruppenfoto und Bericht über ihre Sammelaktion ein Zeichen setzen und damit vielleicht weitere Gruppen zum Mitmachen anregen. Die Anmeldung und weitere Informationen zur Teilnahme findet man unter  www.altmuehlfranken.de/fruehjahrsputz/.

„Wir freuen uns auf all diese Menschen, die mit diesen Aktionen freiwillig Verantwortung für die Sauberkeit ihrer Heimat übernehmen. Deshalb unterstützen wir dieses nachhaltige bürgerschaftliche Engagement sehr gerne“, sagt Michael Hufnagel, Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft im Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen.

Welche Gebiete sich besonders für eine Frühjahrsputzaktion eignen, erfährt man über die jeweilige Stadt oder Gemeinde. Bitte beachten Sie, dass Sammelaktionen in freier Natur möglichst vor Beginn der Brutzeit beendet sein sollten. Wir bitten Sie, während der Sammlungen die Corona-Schutzmaßnahmen zu beachten.

Ein bunter Mix

Den „Stubbs“ gibt es für 25 Euro

„Der Jubiläumskalender 2023 ist bereits gut gefüllt und wir planen einen bunten Mix aus tollen Veranstaltungen“, so Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Ob Information, Musik, Theater oder Sport – es sollte für jeden etwas dabei sein. Die Internetseite www.1200- gunzenhausen.de wird regelmäßig aktualisiert und hält Sie über die Planungen für 2023 aufdem Laufenden.“
Wer auch einen Stoff-Stupps sein eigen nennen möchte, der kann diesen über die Tourist Information in der Rathausstraße 12 für nur 25 Euro beziehen. Für Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Tel. 09831/508 300 oder per E-Mail unter touristik@gunzenhausen.de zur Verfügung.

Corona-Einsatz endet

Dank für die Wochen der Unterstützung durch die Bundeswehr

Landratsstellvertreter Günther Obermeyer verabschiedete die Bundeswehrsoldaten aus Roding mit Dank.


Letzte Woche ging die Corona-Unterstützung der Bundeswehr am Klinikum Altmühlfranken zu Ende. Seit Mitte Dezember waren jeweils 12 Soldaten der 1. Kompanie des Versorgungsbataillons 4 des Standorts Roding im Einsatz und halfen den Mitarbeitenden desKlinikums Altmühlfranken in Gunzenhausen und Weißenburg.
Bei einer Verabschiedung – coronagemäß in kleinem Rahmen – bedankten sich der Kaufmännische Direktor des Klinikums Altmühlfranken Stefan Leubert und der stellvertretende Landrat Günter Obermeyer für die Mithilfe am Klinikum Altmühlfranken. „Mit großem Engagement haben die Soldaten aus Roding die Mitarbeitenden unseres Hauses schnell und unkompliziert unterstützt, dafür sagen wir ein herzliches Dankeschön!“, erklärt Stefan Leubert.
Seit Mitte Dezember waren 12 Soldaten auf den Pflegestationen, der Notaufnahme und der Intensivstation sowie am Empfang im Einsatz. Nebender Einlass-Kontrolle der Besucher waren sie in Hilfs-, Transport-, und Logistikarbeiten, die auch ohne medizinische Ausbildung machbar sind, eingebunden und unterstützten die Pflegekräfte tatkräftig. Die Mitarbeitenden am Empfang und auf den Stationen konnten die „helfenden Hände“ gut gebrauchen, sind die Zugangsregelungen zum Klinikum auf Grund Corona umfangreich und die Versorgung von Covid-Erkrankten besonders aufwendig und zeitintensiv. „Die Mithilfe der Bundeswehr war eine sehr gute Unterstützung für unsere Mitarbeitenden.“ betont auch Pflegedirektorin Aleksandra Kahrs. Koordiniert wurde der Einsatz der Bundeswehrsoldaten vor Ort durch das Kreisverbindungskommando, das auch Teil des Krisenstabs im Landkreis ist.
Für die Soldaten brachte der nicht alltägliche Einsatz in einem Klinikum ganz neue wertvolle Erfahrungen mit sich. Oberstabsfeldwebel Hildebrandt erklärte zum Abschied: „Die Soldaten wurden in allen Bereichen herzlich aufgenommen, es war ein gutes und unkompliziertes Miteinander. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.“

Langer Atem des Westens nötig

Dr. Friedrich: Putin ist ein Unglück für Russland und die Welt

Die Ukraine wird vor unseren Augen durch einen hinterhältigen Angriff Putins zerquetscht. Der Westen muss jetzt nach Ansicht von Dr. Ingo Friedrich, dem langjährigen Europaabgeordneten der CSU aus Gunzenhausen, eine völlig neue Strategie entwickeln. Die wichtigsten Ziele der neuen Strategie sollten sein:

1. Putins Eroberung muss ihn so teuer kommen und so bitter schmecken, dass er den Bissen wieder „ausspuckt“. (Die frühere Sowjetunion hat sich damals bei der Besetzung Afghanistans genauso übernommen.)
2. Die Menschenverluste der Ukraine müssen so gering wie möglich gehalten werden.
3. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Wiedergewinnung der Freiheit für die Ukraine ein langer Prozess sein wird. Die schrittweise Zermürbung der Besatzer ist anzustreben und vorzubereiten.
4. Das Regime Putin muss jetzt auch innerhalb Russlands bekämpft werden. Den russischen Menschen muss gezeigt werden, welches normale Leben ihnen entgeht, solange sie Putin erdulden.
5. Strategisches Ziel muss die grundlegende marktwirtschaftliche Neuorientierung Russlands sein. Das System Putin muss von außen und von innen bekämpft werden. Putin ist ein Unglück für Russland und die Welt.

Unabhängiges Angebot

Energieberatung in Altmühlfranken

Das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen bietet auch in diesem Jahr wieder kostenlose Beratungstermine für die energetische Optimierung von Wohngebäuden und Fördermöglichkeiten an. Ob Mieter, private Haus- oder Wohnungseigentümer, private Vermieter und Bauherren – das kostenlose, individuelle und unabhängige Beratungsangebot liefert viele hilfreiche Tipps zur Energieeinsparung und Kostenreduzierung.

Ab Februar 2022 gibt es wieder Energiesprechstunden in Altmühlfranken. Jeden zweiten Dienstag im Monat beraten zertifizierte Energieberater und Energieberaterinnen aus der Region unabhängig und kostenfrei in den Räumlichkeiten des Landratsamts. Da jede Beratung auf den individuellen Fall zugeschnitten ist, kann nur eine Begrenzte Anzahl an Beratungsterminen pro Tag angeboten werden. Die Beratung dauert dabei etwa 30 Minuten.

Die nächsten Termine finden am 08. März 2022, 12. April 2022 und 10. Mai 2022 von jeweils 16.00 bis 18.00 Uhr statt. Interessierte können sich im Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen (Bahnhofstraße 2, 91781 Weißenburg, Raum A 2.39 im Hauptgebäude) kostenlos beraten lassen. Eine telefonische Anmeldung bei Natalja Roth von der Zukunftsinitiative altmühlfranken unter 09141 902-196 ist dabei zwingend erforderlich.

Idealerweise sollten Interessierte die Planunterlagen des Gebäudes, Energieverbrauchsdaten von Heizung und Strom, Daten der Heizanlage und ggf. das Kaminkehrer-Protokoll zum Beratungstermin mitbringen, soweit diese Unterlagen vorhanden sind.

Weitere Informationen sowie die Beratungstermine können Sie auch unter www.altmuehlfranken.de/energieberatung finden.

Einsatz für alte Obstsorten

Streuobstmanager für Altmühlfranken

Die Streuobstwiese in der Buchleite bei Markt Berolzheim ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Streuobstwiesen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Bildnachweis: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erhält mit dem Streuobstmanager eine neue Projektstelle, die im Rahmen des Streuobstpaktes der Bayerischen Staatsregierung geschaffen wurde. Der oder die Streuobstmanager bzw. -managerin wird sich als Ansprechperson und Koordinator für die Pflege und den Erhalt der Streuobstbestände und Streuobstwiesen in Altmühlfranken einsetzten.

Die Staatsregierung plant im Rahmen des Streuobstpaktes bis 2035 Streuobstwiesen in der Größe von knapp 17.000 Fußballfeldern neu zu pflanzen. Die neu geschaffene Projektstelle des Streuobstmanagers spielt dabei eine zentrale Rolle, denn Streuobstbäume und Streuobstwiesen sind nicht nur ein wichtiger Teil der Biodiversität, sie dienen auch als wichtiger Lebensraum von Fledermäusen, Vögeln, Insekten und Kleinsäugern. Der Streuobstbestand ist dabei seit 1965 um etwa 70 Prozent zurückgegangen. Auch der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat in den vergangenen Jahren Projekte ins Leben gerufen, um alte Obstsorten und Streuobstwiesen zu schützen und wiederaufzubauen. „Durch die neu geschaffene Projektstelle des Streuobstmanagers werden die Streuobstbestände nun noch einmal mehr in den Mittelpunkt gerückt“, erklärt Landrat Manuel Westphal. Ziel ist es, die in Altmühlfranken heimische Obstsortenvielfalt auch mit Blick auf die Biodiversität zu erhalten und die Wertschätzung für Streuobstwiesen in der Bevölkerung zu stärken.

Altmühlfranken zählt 180 Apfel-, über 100 Birnen-, 44 Kirsch- und 19 Pflaumensorten, wie eine Kartierung der Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt ergab. Darunter auch Sorten, die sehr selten sind und teilweise bereits als ausgestorben zählen. Um diese Obstsorten zu schützen und zu revitalisieren, werden sie seit Jahren in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken e.V. in regionalen Baumschulen vermehrt und anschließend an interessierte Bürgerinnen und Bürger abgegeben oder auf landkreiseigenen Grundstücken gepflanzt.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde haben in den vergangenen Jahren bereits erste wichtige Beiträge zum Erhalt und Wiederaufbau der Streuobstbestände im Landkreis geleistet“, lobt Landrat Manuel Westphal. „Wir freuen uns deshalb sehr über die neu geschaffene Stelle des Streuobstmanagers, die das für die Region so wichtige Projekt weiter vorantreiben wird.“

Auf der Internetseite der Regierung von Mittelfranken können sich Interessierte über die Stelle informieren und bewerben.

Kurzarbeitergeld verlängert

Stadtrat Paul Pfeifer (SPD): Gute Nachricht für Beschäftigte


Der Bundestag hat am Freitag Verlängerungen der pandemiebedingten Verbesserungen beim Kurzarbeitergeld beschlossen. Damit verlängern wir eines der effektivsten Instrumente, um Arbeitsplätze und Betriebe in der Pandemie zu sichern.
Das Kurzarbeitergeld ist eine Erfolgsgeschichte. Bisher haben wir in der Pandemie 43 Milliarden Euro ausgegeben, um Beschäftigte vor Arbeitslosigkeit zu schützen und Betriebe durch die Krise zu bringen. Das ist sehr viel Geld, aber es ist auch sehr gut ausgegebenes Geld. Die Sonderregelungen bei der Kurzarbeit haben entscheidend zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beigetragen und massive Arbeitsplatzverluste abgewehrt. Mit der heutigen Verlängerung verhindern wir, dass auf den letzten Metern Beschäftigte doch noch ihren Arbeitsplatz verlieren und Unternehmen, die bislang durchgehalten haben, doch noch in Existenznöte geraten.
Dazu erklärt Paul Pfeifer, SPD-Stadtrat aus Gunzenhausen: „Wir haben heute die maximale, ununterbrochene Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds von 24 auf 28 Monate verlängert. Ansonsten wären im März Beschäftigte aus der Kurzarbeit herausgefallen, die seit Beginn der Pandemie beruflich unter den Auswirkungen leiden. Das sind sehr gute Nachrichten für Beschäftigten der bayerischen Veranstaltungs- und Gastronomiebranche, deren Verbände und Betriebe in den letzten Wochen und Monaten auf ihre Situation aufmerksam gemacht haben.“ Anette Pappler, SPD-Kreisrätin aus Pappenheim meint weiter: „Wir werden die Situation auf dem Arbeitsmarkt auch weiterhin ganz genau beobachten und auch nach dem 30. Juni reagieren, wenn nochmals Ausnahmeregelungen notwendig sind.
Mit dem heutigen Gesetz haben wir deshalb auch die Möglichkeit geschaffen, in diesem Jahr sehr schnell wieder beim Kurzarbeitergeld nachjustieren zu können.“

Umweltgeschichte in Franken

Broschüre der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft ist erschienen

Die schon vor Jahrzehnten angemahnte Hinwendung der Geschichtswissenschaften zu den geologisch-geographischen Grundlagen unseres Daseins  war für sieben Autoren Richtschnur für die nunmehr erschienene Broschüre „Natur-Ökologie und Landschaft – Umweltgeschichte in Franken“. Hinter dem Projekt steht als Herausgeber Prof. Wolfgang Wüst, der Vorsitzende der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft (FAG), die sich als kulturelles Sprachrohr Frankens versteht. Sie kann über den eos-Verlag (ISBN 978-3-8306-8119-9) bezogen werden.

Sabine Wüst („Von Apidologie bis Zeidelwesen“) untersucht das Ökosystem unter menschlichem Einfluss und kommt zur traurigen Erkenntnis, dass in den letzten 27 Jahren der Bestand an Insekten um 76 Prozent gesunken ist.  Außerdem sind mehr als 50 Prozent der Wildvögel verschwunden. Das sind bekannte Zahlen, ebenso muss – so die Autorin – die Schrumpfung der Alpengletscher um ein Drittel der Fläche in den letzten 150 Jahren erschrecken. Sie geht in ihrem Beitrag auf die Rolle der Bienen in unserem Ökosystem ein, wobei  auf das frühe Mittelalter blickt. Nach sächsischem Recht wurde beispielsweise Bienendiebstahl mit dem Tode bestraft (800 n. Chr.) und Kaiser Karl der Große verfügte, dass auf seinen Territorien Bienen gehalten werden müssen. Die heilende Wirkung von Bienenhonig wurde  vor vielen Jahrhunderten schon erkannt, wie ein Kochbuchauszug von 1547 belegt. „RosenHonig stercket und reiniget den magen von böser feuchtigkeit, reiniget und heilet alle geschwer,  feul und schaden des Munds, Zahnfleisch, Hals und Gurgeln“.  Die Zeidler fungierten als Waldexekutive. Während noch 1538 ein Bienenvolk drei Gulden wert war (im Vergleich: eine Kuh kostete fünf Gulden) ging es bis zum 18. Jahrhundert mit dem Aufkommen des Zuckerrohrs bergab für das Zeidlerwesen und somit verlor auch das Wachs seine Bedeutung. Über die einst so wichtige Rolle der Bienenzucht informiert heute das Imkermuseum in Feucht bei Nürnberg, das nach dem Urteil von Experten das schönste ihrer Art in Deutschland ist.

65 Prozent der Wärme aus erneuerbarer Energie wird heute aus Holz erzeugt. Für Christoph Gunkel war diese Erkenntnis der Impuls, um dem Streit um das Holzrecht auf den Grund zu gehen. In den alten Dorfordnungen des ausgehenden Mittelalters wird bereits geregelt, wer Brenn- und Bauholz im Gemeindewald schlagen darf. In etlichen Orten sind die alten Rechte inzwischen von den Kommunen abgelöst worden, d.h. die Grundeigentümer wurden finanziell entschädigt. Aber in vielen fränkischen Gemeinden gelten die Rechtlerverhältnisse heute noch.  69 Auernheimer Rechtler haben von 1957 bis 1966 gegen die Kommune prozessiert. Ab Beispiel von Stettfeld in Unterfranken skizziert  der Autor die früheren Verhältnisse, wonach jeder Bauer (Rechtler war jeder Grundeigentümer) jährlich etliche „Stangen“ (Bäume) schlagen konnte. Allerdings hatte er zuvor den Bürgermeister zu fragen, wo der Einschlag erfolgen konnte.  Brennholz musste vor Walburgi abgeholzt werden. Nichts davon durfte verkauft  werden. Verboten war das Eichellesen, auch die Schweine durften nicht mit Eichelatzung gemästet werden.  In Stettfeld hat es zwar 1901 eine juristische Klärung nach langem Streit gegeben, wonach die Rechtler das Brennholz für das Rats- und Armenhaus sowie für den Lehrer, den Pfarrer und den Polizeidiener zu liefern hatten, aber im Grunde währt der Streit von 1575 an und das Dorf ist deswegen bis heute feindseelig gespalten.

Der markgräflichen Jagd mit den Falken wendet sich Wolfgang Wüst zu und geht auf das „Ansbacher Beizbüchlein“ ein, das von Experten als die beste Abhandlung in deutscher Sprache bewertet wird. Es ist gleichsam ein Handbuch für die Falkenzucht, die Carl Wilhelm Friedrich u.a. im Falkenschlösschen an der Oettinger Straße in Gunzenhausen betrieb.  Er brüstete sich mit dem größten Falknerkorps aller deutschen Fürsten.  Zuvor war bereits um 1200 von Stauferkönig Friedrich II. ein Falkenbuch in sechs Bänden erschienen („Von der Kunst, mit Vögeln zu jagen“). Und  in der Großen Heidelberger Liederhandschrift von 1340, die als „Codex Manesse“ kulturelle Weltgeltung erlangt hat, sind die Falken-Miniaturen enthalten.

In den weiteren Beiträgen Thomas J.Hagen, Gerrit Himmelsbach, Arnd Kluge und Anika Magath geht es den Wald als Kulturlandschaft, den Umgang mit dem Hochwasser in der frühen Neuzeit, den Beitrag der Verschönerungsvereine zum Umweltbewusstsein, mittelalterliches Forstrecht  und  Waldwirtschaft,  alte Handelsstraße in der Fränkischen Schweiz.

WERNER FALK