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Geld für den Hesselberg

100.000 Euro für die touristische und infrastrukturelle Aufwertung

Zu den Äußerungen von Bürgermeister Leibrich in Sachen Hesselberg-Gipfel – zitiert in dem Artikel „Optimale Bedingungen für Summer-Breeze“ in der FLZ – erklärt der CSU-Landtagsabgeordnete Alfons Brandl:

„Der Freistaat Bayern wird 100.000 Euro für die touristische und infrastrukturelle Aufwertung des Gipfel-Areals am Hesselberg im Haushalt 2023 bereitstellen.

Die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wähler haben im Haushalt 70 Millionen Euro eingeplant, um als Fraktionen eigene Akzente zu setzen und den Haushalt 2023 abzurunden.

Ich freue mich, dass dieses von mir vorgetragene Projekt für eine zeitgemäße Aufenthaltsqualität am Hesselberg-Gipfel mit einer Anschubfinanzierung aus den Mitteln der Fraktionsreserve unterstützt wird.

Als höchster Berg Mittelfrankens und Wahrzeichen der gesamten Region, ist der Hesselberg seit jeher Anziehungspunkt für Naturliebhaber, Naherholungssuchende und Touristen gleichermaßen.

Da seit den 1970er Jahren nahezu keine infrastrukturellen Maßnahmen im Gipfel-Bereich umgesetzt wurden, ist die aktuell vorhandene Infrastruktur weder zeitgemäß noch ausreichend. Neben der unzureichenden Verpflegungssituation am Hesselberg steht auch die Toilettensituation seit einigen Jahren zunehmend in der Kritik.

Die geplante Aufwertung sieht unter anderem eine moderne Kioskform und eine frei zugängliche Toilettenanlage vor und soll durch touristische Hinweistafeln/-stelen und gegebenenfalls weitere Elemente abgerundet werden. Diese werden in enger Abstimmung mit den Akteuren der geplanten „Denkmallandschaft Hesselberg“ – unter anderem dem Evangelischen Bildungszentrum – erfolgen.

Auch die Parkplatzsituation soll im Zuge der Neugestaltung, bzw. Aufwertung des Gipfel-Bereichs Berücksichtigung finden, genauso wie eine aktive Besucherlenkung, insbesondere in Hinblick auf Wanderer und Mountainbiker. Dass Aspekte des Naturschutzes und der Barrierefreiheit hierbei mitgedacht werden, setze ich als selbstverständlich voraus.

Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt im Rahmen der ‚Stiftung Erlebnis Hesselberg‘, zu der sich die Anrainer-Kommunen zusammengeschlossen haben. Mein Dank gilt den Gemeinden rund um den Hesselberg, die sich in der Stiftung engagieren und der Entwicklungsgesellschaft Region Hesselberg. Das Projekt zeigt wieder einmal, wie positiv sich gemeinsame kommunale Aktivitäten auf unsere Region auswirken.

Für die Investitionen ist eine Anschubfinanzierung von 100.000 Euro eingeplant. Diese werden wir nun über die Fraktionsinitiativen in die Haushaltsberatungen des Bayerischen Landtags einbringen. Die finale Abstimmung über den Haushalt 2023 findet voraussichtlich Ende März 2023 statt.“

Strategie für den Kreis

Wie kann sich der Wirtschaftsstandort entwickeln?

Zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Weißenburg-Gunzenhausen erstellt der Landkreis derzeit gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft eine Wirtschaftsstandortstrategie. Im Rahmen des Förderprojekts „Resiliente Wirtschaftsregion Altmühlfranken“ wird die Erarbeitung der Strategie über das Regionalmanagement Bayern gefördert.

Die Wirtschaftsregion Altmühlfranken befindet sich wie viele andere Regionen inmitten eines Transformationsprozesses, der durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie der aktuellen Energiekrise noch in besonderer Weise verstärkt wird. Insbesondere die Kunststoff- und Automobilzulieferindustrie in unserer Region sieht sich dahingehend großen Herausforderungen gegenüber.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen und um den Wirtschaftsstandort Weißenburg-Gunzenhausen weiter zu stärken, soll laut dem vorliegenden strategischen Leitbild „Altmühlfranken 2030“ für den Landkreis eine Wirtschaftsstandortstrategie gemeinsam von Politik und Wirtschaft entwickelt werden. Federführend erfolgt die Umsetzung der Strategie über die Wirtschaftsförderung der Zukunftsinitiative altmühlfranken. Diese wird dabei fachlich und strategisch von einem externen Büro unterstützt.

In dem Konzept werden unter anderem auf Basis umfangreicher Analysen die Stärken und Schwächen des Wirtschaftsstandortes identifiziert und diese mit anderen Standorten verglichen. In der Folge werden auf Grundlage der Analysen eine Positionierung Weißenburg-Gunzenhausens erarbeitet, Handlungsfelder und Projekte abgeleitet und priorisiert sowie der Fachbereich Wirtschaftsförderung gezielt darauf ausgerichtet. Der Prozess dauert aus heutiger Sicht bis September dieses Jahres.

Derzeit läuft die Unternehmensbefragung zum Wirtschaftsstandort, die sich an alle Unternehmen im Landkreis richtet, egal welcher Branche oder Größe. „Unser Ziel ist es, Sie als Unternehmerin und Unternehmer vor Ort bestmöglich zu unterstützen. Dafür wollen wir Ihre Meinung, Ideen und Wünsche von Anfang an in den Prozess miteinbeziehen“, unterstreicht Landrat Manuel Westphal die Bedeutung, sich als Unternehmen an der Umfrage zu beteiligen.

Die Umfrage dauert in etwa 20 Minuten. Die Angaben werden in jedem Fall vertraulich und anonym ausgewertet. Konkrete Angaben zum Unternehmen sind optional und müssen nicht zwingend gemacht werden.

Sollten Sie als Unternehmen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen noch nicht per E-Mail bezüglich der Umfrage informiert worden sein, können Sie sich gerne bei der Wirtschaftsförderung der Zukunftsinitative altmühlfranken melden (wirtschaftsfoerderung@landkreis-wug.de, 09141 902-244). Anschließend erhalten Sie die Zugangsdaten zur Unternehmensumfrage.

Region wird gefördert

Kleinprojektefonds geht in eine neue Runde


Durch das LEADER-Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ können im Gebiet der Lokalen Aktionsgruppe Altmühlfranken nun weitere Kleinprojekte finanziell unterstützt werden. Förderanfragen können ab
sofort gestellt werden. Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten stellt der LAG erneut 20.000 Euro zur Verfügung. Weitere 2.223 Euro steuert die LAG selbst bei. Das Projekt ermöglicht eine Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements in der Region. Einzelmaßnahmen von Vereinen und Ehrenamtlichen etc., die aufgrund ihres geringen Umfangs normalerweise von der Förderung ausgeschlossen wären, können dadurch unbürokratisch unterstützt werden.
„Bereits in der ersten Phase „Unterstützung Bürgerengagement“ konnten wir vielfältige Einzelmaßnahmen unterstützen. Das mögliche Themenspektrum reicht von Natur- und Umweltschutz über Soziales bis hin zu Tourismus und Kultur“, erklärt Landrat Manuel Westphal, Vorsitzender der LAG Altmühlfranken.
Voraussetzung ist, dass es sich um innovative Maßnahmen handelt.
Veranstaltungen, die es schon gibt, können beispielsweise nicht bezuschusst
werden. Außerdem darf mit den Maßnahmen bisher noch nicht begonnen worden
sein. Gefördert werden 90 % der Nettokosten, wobei der Zuschuss mindestens 500 Euro betragen muss, maximal gibt es 2.000 Euro pro Einzelmaßnahme. Die Entscheidung, welche Maßnahmen die Kriterien erfüllen und damit einen Zuschuss erhalten, trifft der Steuerkreis der LAG Altmühlfranken. Die nächste Sitzung findet am 26. April 2023 statt.
Wer eine Idee umsetzen will und hierfür auf der Suche nach Unterstützung ist, kann sich an die Geschäftsstelle der LAG Altmühlfranken wenden.
Ansprechpartnerin dort ist LAG-Managerin Lena Deffner. Für eine erste Anfrage kann das Anfrageformular verwendet werden, das unter www.lag- altmuehlfranken.de/buergerengagement heruntergeladen werden kann. Darin sind die geplante Maßnahme sowie die ehrenamtliche Beteiligung kurz zu beschreiben und der Durchführungszeitraum sowie die geplanten Kosten anzugeben.
Weitere Informationen und Unterlagen zum Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ erhalten Interessierte auf oben genannter Website oder telefonisch unter 09141 902-194.

Ohne Verzicht geht es nicht

Hoffnung auf eine bessere Zukunft 2023

Seit einigen Jahren wage ich zu Beginn des jeweils neuen Jahres einen Blick auf die dann vor uns liegenden 12 Monate. 2020 hatte z.B. die „Generation Greta“ der „Generation Oma“ den Spiegel vorgehalten und massive Änderungen eines beklagten Wohlstandsdenkens angemahnt. Die Klimaleugner Trump, Bolsonaro und Morrisson (Australien) waren da noch an der Macht, die ohnehin immer nur von einem natürlichen Klimawandel sprachen. Aber trotz ihrer politischen Ablösung haben sich die globalen klimapolitischen Verhältnisse bislang kaum verändert und der – statt dem verharmlosenden „Klimawandel“ – deutlich zutreffendere Begriff einer Klimakatastrophe wird bisher noch meist vermieden. Immerhin stehen die Sicherung der als selbstverständlich angesehenen Lebensverhältnisse in den Bereichen Klima, Boden, Wasser und Luft nach wie vor nicht auf der politischen Agenda weit oben. Das hat mit brutaler Realität der vor allem von China zu verantwortende Misserfolg des Klima-Weltgipfels (COP27) von Scharm el-Scheich 2022 gezeigt. Da nützt der europäische „Green Deal“ ebenso wenig wie das US-Milliardenprogramm in eine Klimazukunft, wenn China – als weltweit größter Klimasünder – nun nicht mehr zu seiner verpflichtenden Verant-wortung aus dem Pariser Abkommen steht. Und wenn die daraus resultierende politische Isolierung Chinas alleine an der Vielzahl von ihm wirtschaftspolitisch abhängigen Verbündeten – obwohl selbst am stärksten unter der Klimaveränderung leidend – kläglich scheitert, dann sehen wir wie internationale Klimapolitik funktioniert und warum wieder wertvolle Zeit ergebnislos verstreicht!

Dieter Popp: „Die Natur interessiert sich nicht für politische Ränkespiele“

Die Natur interessiert sich nicht aber für solche politische Ränkespiele. Die Wissenschaft, das UBA und zahlreiche international tätige Organisationen haben seit Jahren deutlich gemacht, dass wir global nur noch die Zeit der Dekade von 2020 bis 2030 verfügbar haben, um wirkungsvoll klimapolitisch gegenzusteuern. Da ist jedes halbe Jahr, ja jeder Monat wertvoll, mit dem es gelingt tiefgreifend effiziente Veränderungsprozesse konkret einzuleiten. Es ist den Verantwortlichen auch bekannt, dass dies Prozesse sind, die uns allen sehr weh tun werden und die einen bisher sicher nicht gekannten solidarischen Verzicht auf bestimmte Wohlstandsattribute erforderlich machen.

Die Montrealer Konferenz 2022 zur Biodiversität hat dazu nochmals deutlich gemacht, wie stark die Zukunft der Erde – und damit auch der Menschen – von funktionierenden Ökosystemen abhängig ist. Und sie hat darauf hingewiesen, dass bestimmte Kippelemente wohl bereits überschritten sind. Das irreversible Abschmelzen von Meereseis und Gletschern wird dabei bereits als unumgänglich angesehen, vor allem weil wir aktuell auch nicht wissen, was die Schmelzwassermengen unter den globalen Eispanzern bereits bewirken. Es wurde daran erinnert, dass am Ende der letzten Eiszeit der Meeresspiegel durch eine Erwärmung von „nur“ 5°Celsius um etwa 120 m anstieg. Die aktuell gebundene Eismenge auf der Erde würde für einen erneuten Meeresspiegelanstieg um die 65 Meter ausreichen!

Das immer noch angestrebte globale Klimaziel von 1,5° Celsius werden wir aber schon nicht mehr halten können. Das haben die Ergebnisse vom Klimagipfel in Ägypten nachdrücklich gezeigt. Viele Wissenschaftler sehen angesichts der Erfolglosigkeit internationaler Klimapolitik daher eher eine Perspektive von 2,6 ° C und darüber. Wenn es daher nur zu einem Bruchteil des damit befürchteten Meeresspiegelanstiegs kommt, muss es allen an der Erhaltung unseres Lebensraums interessierten Menschen klar werden, dass selbst dieser „Bruchteil“ ein Ende zahlreicher vitaler Küstenregionen mit einer Vielzahl von Millionenstädten bedeutet. Denn technische Vorkehrungen gegen solche Dimensionen gibt es nicht und würden sie noch entwickelt werden können, stünden sie ohnehin nur wenigen Staaten zur Verfügung, die das dann auch finanziell stemmen können. Flüchtlingsströme in einem bisher nicht gesehenen Ausmaß wären aber die automatische Folge!

Vor diesem verzweifelten Hintergrund muss man die Motivation jener jungen Menschen sehen, welche nach der Erfolglosigkeit von Umweltverbänden, „Fridays for Future“ mit der „Generation Greta“ nun zu radikaleren Mitteln greifen und sich konsequent „Letzte Generation“ nennen. Sie sehen, dass national kaum noch etwas gegen diese drohenden Klimaveränderungen auszurichten ist. Sie nehmen wahr, dass selbst minimale sowie machbare Zugeständnisse nicht erfolgen. Daher resignieren sie angesichts der Tatsache, dass durch internationale Machtverflechtungen eine klimapolitische Kehrtwende in den uns verbleibenden wenigen Jahren ganz offenkundig nicht mehr realistisch ist! Wenn selbst das Bundesverfassungsgericht nun die Politik anmahnt beim Klimaschutz mehr tun zu müssen, sollte die Frage erlaubt sein, wer hier in der Verantwortung steht. Die in der puren Verzweiflung ob ihrer Zukunftsaussichten mit dem Rücken an der Wand stehenden Protestierenden der jungen Generation einerseits oder jene Menschen in der politischen Verantwortung andererseits, welche selbst eigene Gesetze nicht umsetzen oder gar missachten?
Auch wenn diese offensichtliche Ohnmacht sicher keinen rechtswidrigen Widerstand legitimiert, kann die unreflektierte Verurteilung bzw. Stigmatisierung dieser verzweifelten jungen Menschen keine adäquate Antwort der Politik sein!
Noch ist es aber Zeit, da mit einer starken EU sowie den sich wieder zukunftsfähig aufstellenden USA der klimapolitische Umschwung real noch erreicht werden könnte. Denn die Zeit spielt eindeutig für uns, weil der technische Fortschritt nun tatsächlich eine Energieversorgung ohne Kohle, Öl, Gas und Atom (bei dem wir ja auch wieder nur von autokratisch geführten Staaten abhängig wären) genau in diese Richtung zeigt. Klimapolitik bleibt Geopolitik, daher kann die konsequente Neuorientierung in erneuerbare Energien nun all jenen unschätzbare Marktvorteile, aber auch Lebensqualität bescheren, die offensiv auf diese Zukunftsenergie setzen.

Einen weiteren Rückschlag in diesem internationalen Kampf um das Überleben unserer Erde hat es in 2022 gegeben. Denn der mit nichts zu rechtfertigende Angriff des Putin-Regimes auf die Ukraine, bindet jetzt genau die finanziellen und personellen Ressourcen in unendlich zerstörerischer Energie, die für viele Lösungen der Klimaprobleme dringend benötigt werden! Daher ist es nicht nur das Weltklima, weswegen es seit Februar 2022 einen Epochenbruch – „Zeitenwende“ steht ja eher für eine zögerliche Politik – gegeben hat, mit dem das Völkerrecht mitten in Europa massiv verletzt wurde. Was haben wir da alles neu über Teile von Europa hinzulernen müssen. Wir haben erfahren, dass die Ukraine ein auf einer eigenen Geschichte beruhendes Volk im sich gerade dynamisch verändernden Grenzbereich byzantinisch-orthodoxer Kirchen ist. Wir wissen jetzt, dass die Ukrainer über eine sich eindeutig vom russischen unterscheidende eigenständige Sprache verfügen und dass in der Ukraine eine eher europäisch orientierte Kultur im Westen, der Mitte und dem Süden gelebt wird, während sich ein noch stark von lange andauernden russischen Kultureinflüssen dominierter äußerer Nordosten befindet. Man muss tief in die Historie des russischen Imperiums bis zum 15./16. Jahrhundert einsteigen, um auch die heute noch kommunizierten autokratischen Machtansprüche Moskaus ansatzweise nachzuvollziehen. Aber dann wird zumindest theoretisch transparent, warum die byzantinische Symphonie von Staat und Kirche dazu führte, dass in Russland das Ungleichgewicht zwischen einem dominanten Staat und einer schwachen Gesellschaft niemals zivilgesellschaftliche Strukturen ausbilden konnte. Und man wird auf ein im 16. Jahrhundert frei erfundenes kaiserliches Vermächtnis stoßen, nachdem Moskau der Anspruch zustehen soll, die ehemaligen Ländereien des Kiewer Rus (die heutige Ukraine und Weißrussland) zu beherrschen. Es ist tragisch, dass dies in der Tat einer der zentralen Gründe ist, warum sich Putin einem geopolitischen Verlust seiner Einflusssphäre so brutal mit militärischer Gewalt widersetzt und einen in Europa nicht mehr für möglich gehaltenen Angriffskrieg begonnen hat.
Wenn es EU und NATO gelingt, ihre Partner in der bisherigen Solidarität – mit allen daraus abzuleitenden Konsequenzen – zu halten, dann darf man wohl davon ausgehen, dass Putin diese Auseinandersetzungen nicht gewinnen kann, selbst wenn am Ende sein Imperium um eine weitere flächenmäßige Kriegsbeute – wie in dem schon seit etwa 350 Jahre anhaltenden russischen Imperialismus – vergrößert bleiben sollte.

Ungeachtet wie dieser Krieg nun noch ausgehen mag, es wird dann eine Ukraine daraus hervorgehen, die europäischer ist, als sie es vor diesem Überfall war. Es wird sicher auch eine Ukraine sein, welche die bisherigen und nicht zu unterschätzenden Probleme der Korruption besser in den Griff bekommt oder bekommen wird und die daher dann auch als ein sehr starker und selbstbewusst auftretender europäischer Partner den Weg in die EU suchen wird. Sicher wird sie beim Aufnahmeprozess keine Sonderregelungen erfahren, wenn der europäische Einigungsprozess nicht in Frage gestellt werden soll. Denn dieser ist -dazu reicht der Blick auf den Westbalkan – ohnehin schon schwierig genug.

Aber eines hat dieser Krieg auch gezeigt, denn nach der Flüchtlingswelle 2015 und den Corona-Belastungen seit 2020 haben wir eine weitere überwältigende Solidaritätswelle erlebt, hier in Deutschland, aber auch in der EU insgesamt. Es hat sich gezeigt, dass vor allem dieses europäische Netzwerk gut trägt, denn diese Solidarität ist immerhin ein bemerkenswerter Maßstab dafür. Das lässt zumindest hoffen, dass politische Fehlentscheidungen wie im Falle Ungarn, nun durch aktuelle Wahlentscheidungen in Schweden oder Italien nicht dazu führen werden, dass die große Richtung dadurch ins Wanken gerät. Wenn jetzt keine erheblichen handwerklichen Fehler in der Politik der EU gemacht werden, könnte ein durchaus europäisch geprägtes Zeitalter vor uns stehen.
Die Weichen in der Klimapolitik sind in Europa richtig gestellt, die Anziehungskraft für EU (und für den EURO – jetzt ist mit Kroatien der Schengenraum erweitert und ein weiteres EURO-Land dazugekommen) ist nach wie vor groß, wie die Zahl anstehender weiterer Bewerber zeigt.
Wieder mehr – vor allem junge  – Menschen fühlen europäisch und sehen neben Europa vorwiegend ihre Region, aber immer weniger ihren Nationalstaat als identitätsbildende Merkmale an. Die Folgen des Brexit machen das sich vom Kontinent abgewendete Großbritannien zu einem Fallbeispiel dafür, wie man sich in der Attraktivität und in der globalen Einflusswirkung Europas täuschen kann. Wir sollten froh darüber sein, mit der Ukraine mittelfristig einen bedeutenden europäischen Partner zu gewinnen, auch wenn der Wiederaufbau des Landes sowie die demokratische Integrierung große Herausforderungen darstellen werden.

Und ein abschließender Blick auf die Bilanz der „Begrüßungszeremonie“ für das neue Jahr fällt leider wieder einmal sehr ernüchternd aus. Trotz einhelliger Warnungen der Ärzteschaft, der Krankenkassen, des Pflegepersonals, der Polizeigewerkschaft, des Umweltbundesamtes, der Umwelt- und Naturschutzverbände und trotz eines eindeutigen Votums der Bevölkerung wurden erneut – trotz 70- bis 100-prozentiger Preisaufschläge – wieder Millionen verpulvert. Und der Respekt vor den Flüchtlingen aus der Ukraine oder anderen Kriegsgebieten hätte es eigentlich zusätzlich eingefordert, über sensiblere Formen von „Neujahrstraditionen“ nachzudenken.
Offenbar ist aber auch die Energiekrise doch noch nicht durchgeschlagen, wenn erneut 120 Millionen Euro trotz negativer ökologischer, ökonomischer und sozialer Folgeschäden für diesen fragwürdigen Zweck ausgegeben werden können.

Regionalberater Dieter Popp (Haundorf)

Sternenhimmel am Hahnenkamm

Faszination der Nacht an drei Standorten

Bürgermeisterin Susanne Feller vor einer der Tafeln, mit der das neue Projekt der Himmelsbeobachtung erläutert wird.

Die Marktgemeinde Heidenheim bietet als erste Kommune in Altmühlfranken einen aktiv kommunizierten Standort, um den Sternenhimmel – unbeeinträchtigt von störendem Lichteinfall – beobachten zu können. Susanne Feller, Heidenheims 1. Bürgermeisterin bezeichnete den Parkplatz unterhalb der Katharinenkapelle bei Hechlingen als einen von nur drei Standorten auf dem Hahnenkamm, an denen weitgehend ohne Fremdlichteinfall das faszinierende Sternenfirmament erlebt werden kann. Denn nach Sonnenuntergang kann man in Europa nur noch an ganz wenigen Standorten natürliche Dunkelheit als ein besonderes Naturerlebnis wahrnehmen. Die Zersiedlung, ein immer intensiver ausgebautes Straßennetz und das Zusammenwachsen der einzelnen Orte zu Siedlungsbändern oder gar riesigen Ballungsräumen führen dazu, dass zu viel künstliches Licht die Nacht zum Tage macht. Ein Blick von der die Erde umkreisenden Raumstation ISS macht deutlich, wie intensiv gerade in Mitteleuropa überschüssiges künstliches Licht den Nachthimmel aufhellt.
Einer dieser ganz wenigen Orte, an dem in unserer Region die Nacht noch Nacht sein kann, ist in der Tat der Bereich um die Katharinenkapelle bei Hechlingen.am See. Hier stört so gut wie kein Fremdlichteinfall, daher kann man bei unbedecktem Himmel an diesem Standort das Sternenfirmament und vor allem die Milchstraße sehr gut beobachten. Um dieses Erlebnis noch zu optimieren, wurde dort durch die Marktgemeinde zusätzliche eine Sternenliege installiert, die es den interessierten Gästen und Besuchern ermöglicht, den Sternenhimmel Hahnenkamm besonders
eindrucksvoll zu erleben. Dafür reicht der Blick mit dem bloßen Auge bereits aus. Aber noch eindrucksvollere Bilder liefert ein Fernglas oder gar ein mitgebrachtes Teleskop. Schon alleine mit bloßem Auge sind in einer klaren
mondlosen Nacht bereits über 4.000 Sterne zu erkennen. Das heute an kaum einem Standort in unserer dicht besiedelten Landschaft noch mögliche Beobachten eines solch dunklen Sternenhimmels stellt immer wieder ein faszinierendes Erlebnis dar. Es sollte daran erinnert werden,dass letztlich die Gestirne eine zentrale Grundlage für die Entstehung der Navigation oder des Kalenders darstellten.

Der Sternenbeobachtungspunkt an der Katharinenkapelle ist also keine ausgestattete Sternenwarte, sehr wohl aber eine Warte, die ein intensives Beobachten des Nachthimmels ermöglicht. Hinweise dazu werden an der Katharinenkapelle über Informationstafeln geboten, die auch auf Möglichkeiten verweisen, wie dieser Nachhimmel durch geeignete Fototechnik festgehalten werden kann.
Eine Beobachtungsgarantie bietet der Standort aber nur, wenn ein unbedeckter Nachthimmel vorhanden ist. Dieses dann erlebbare Himmelspanorama verändert sich dann auch im Laufe des Jahres, wozu es auf den Infotafeln entsprechende Hinweise, aber auch wertvolle Links gibt. Denn mittlerweile werden solche Sternenbeobachtungen auch über Apps unterstützt, bei denen auch Laien sich einen guten Überblick über die Sternenvielfalt am Himmel machen können. 1.Bürgermeisterin Susanne Feller hat diesen ersten Sternenbeobachtungspunkt in Altmühlfranken auch mit der Erwartung eröffnet, dass sich daraus evtl. später einmal ein „Sternenpark Hahnenkamm“ ergeben kann. Denn das bedeutet dann, dass auch in allen Kommunen einer solchen Region ihr gesamte Nachbeleuchtung darauf abstimmen, dass kein unnötiges Licht entsteht und vor allem kein Licht zum Himmel abstrahlt. Diesen Weg sind z.B. schon die Region um die Winkelmoosalm oder Teile der Rhön gegangen. Die Finanzierung des Sternenbeobachtungspunktes erfolgte durch Regionalbudget-Mittel aus dem Bereich der Ländlichen Entwicklung, welche über die ILE-Region Fränkisches Seenland-Hahnenkamm zur Verfügung gestellt wurden.

DIETER POPP, Regionalberater

Die International Dark-Sky Association (IDA) hat weltweit rund 40 Regionen aufgelistet, in denen künstliches Licht gebannt und der dunkle Nachthimmel geschützt wird. In Deutschland gibt es vier solcher Sternenparks (Rhön, Winkelmoosalm, Westhavelland und Eifel). Mit der Auszeichnung verpflichtet sich die Region um die konsequente Reduzierung von Lichtverschmutzung. Ziel ist es, durch eine umweltverträglichere und optimierte Beleuchtung die natürliche Nachtlandschaft zu bewahren und Lichtverschmutzung zu reduzieren. Die Kommunen, die sich zur Teilhabe an einem Sternenpark entschieden haben, setzen hierfür gezielt ein.

Prall gefüllter Messekalender

Das Fränkische Seenland blickt optimistisch ins neue Jahr.

Schon Mitte Januar startet mit der CMT in Stuttgart die Messesaison für den Tourismusverband Fränkisches Seenland. Das druckfrische Infomaterial ist vorbereitet und das Team brennt schon darauf, endlich wieder mit potenziellen Gästen ins Gespräch zu kommen – zumal die Region 2023 mit einer neuen Regentin, einem kontrastreichen Veranstaltungsprogramm und einem echt fränkischen Jahresthema aufwartet.

Flurumritte und Traditionen stehen im Fränkischen Seenland 2023 besonders im Mittelpunkt. Anlass, sich mit dem lebendigen Brauchtum zu beschäftigen, liefert der Pfofelder Flurumritt, eine Veranstaltung, deren Geschichte jahrhunderteweit zurückreicht und die eigentlich alle zwölf Jahre stattfindet. Wegen der Corona- Pandemie sind es diesmal 14 geworden. Umso größer ist jetzt die Vorfreude. Noch dazu wurde das Feldgeschworenenwesen in Bayern, das beim Flurumritt eine wichtige Rolle spielt, inzwischen in den Stand eines Immateriellen UNESCO- Kulturerbes in Deutschland erhoben.

Eine charmante neue „Botschafterin“ der Tradition ist die 4. Fränkische Seenland-Königin Leoni Dengler: Auf den Messen wird die Studentin in ihrer maßgeschneiderten fränkischen Tracht mit modernen Elementen sicher viele Blicke auf sich ziehen. Das royale Outfit hebt sich nämlich deutlich von den Dirndln und Ballkleidern anderer Königinnen ab, was die Neugier vieler Messebesucher erregt. Das stellten Leoni Denglers Vorgängerinnen immer wieder fest. Ist das Interesse erst einmal geweckt, halten die Seenlandkönigin sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Messestand umfassende Informationen über die Urlaubslandschaft mit den sieben rundum zugänglichen Seen bereit.

Einen Überblick über die verschiedenen Angebote gibt dabei das neue Gastgeberverzeichnis auf über 150 Seiten. Die Informationen zu den Angeboten sind darin thematisch und nach der geographischen Lage geordnet. Schnell und bequem findet man alles Wichtige zu den persönlichen Urlaubswünschen. Der Blick ins Gastgeberverzeichnis lohnt sich auch für diejenigen, die online buchen. Die Betriebe, bei denen dies möglich ist, sind extra gelistet und zudem im übrigen Heft mit einem markanten farbigen Balken gekennzeichnet. Ebenfalls am Messestand ausgelegt ist das neue Serviceheft zum Wanderweg „Der Seenländer“, das jetzt auch Wegbeschreibungen zu sieben neuen Rundtouren-Tipps mit Verbindung zur Hauptroute enthält. Diese und viele weitere Broschüren sind auch online unter www.fraenkisches seenland.de/prospektbestellung bestellbar.
Neben dem Kontakt zu den Messegästen hofft der Tourismusverband Fränkisches Seenland nach drei schwierigen Jahren auch wieder auf einen leichteren und fruchtbaren Austausch unter den Akteuren in der Region. Die Touristiker-Gespräche fürs neue Jahr sind bereits geplant. Den gemeinsamen Treffen mit Besichtigung neuer Betriebe steht nach dem Ende der Corona-Beschränkungen nichts mehr im Wege.


Kontakt: Tourismusverband Fränkisches Seenland, Hafnermarkt 13, 91710
Gunzenhausen, Tel. 09831/5001-20, info@fraenkisches-seenland.de,
www.fraenkisches-seenland.de

CSU im Dialog mit IHK

Kreistagsfraktion traf sich auf dem Hesselberg

Von links nach rechts: Fraktionsvorsitzender Stefan Horndasch, Fraktionsgeschäftsführerin Stefanie Nejedlo, IHK-Geschäftstellenleiterin Karin Bucher und Landrat Dr. Jürgen Ludwig)


Eine starke Diskrepanz zwischen der aktuellen Einschätzung der tatsächlichen Lage und der Erwartung über die künftige Entwicklung zeigt das aktuelle Konjunkturklima der Industrie- und Handelskammer (IHK) für den Bereich Mittelfranken, welches Karin Bucher von der IHK-Geschäftsstelle Ansbach der CSU-Kreistagsfraktion
vorstellte.
Nach zwei Jahren coronabedingter Pause traf sich die CSU-Kreistagsfraktion wieder zur Klausurtagung auf dem Hesselberg. Dabei war neben der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung die Frage der Energieversorgung im Landkreis Ansbach ein zentrales Thema.
Bucher stellte anhand einer aktuellen Umfrage bei den Unternehmen dar, dass nach einer Delle im Jahr 2020/2021 die Erwartungen in die künftige Entwicklung negativ bewertet werden, dies insbesondere im Hinblick auf die allgemeine Preissteigerung, Energiepreise, Rohstoffpreise, Inlandsnachfrage und Fachkräftemangel. So sind 50 Prozent der Unternehmen zumindest teilweise vom Gas abhängig. Dies führt bei den Unternehmen zu einer Zurückhaltung im Hinblick auf neue Investitionen und beim Ausbau von Arbeitsplätzen. Erstaunlich ist, dass entgegen der negativen Erwartungshaltung die aktuelle Lage von den Unternehmen als gut eingestuft wird. Dabei wies Bucher darauf hin, dass sich die Wirtschaft hier robust zeige und insbesondere Liquidität vorhanden sei. Einig war man sich, dass die Unterstützung für Existenzgründungen fortgeführt werden muss, indem das Angebot erweitert wird, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Jüngster Ansatz hierfür war die Eröffnung der digitalen Gründerzentren in Merkendorf und Ansbach.
Für den Vorsitzenden der CSU-Kreistagsfraktion, Stefan Horndasch, war dies ein deutlicher Hinweis, dass der Landkreis Ansbach weiterhin – gerade mit Hilfe der Wirtschaftsförderung – bemüht sein muss, die Unternehmen vor Ort zu unterstützen und eine diesbezügliche Netzwerkarbeit zu betreiben. Die Fraktion hat sich ferner mit der Frage der regionalen Energiewirtschaft befasst. Dabei wurde festgestellt, dass der Landkreis Ansbach mit einem Anteil von 150 Prozent an regenerativen Energien hier auch erhebliches wirtschaftliches Potenzial aufweist. Gerade der vorhandene Energiemix aus Fotovoltaik, Windkraft und Biogas könne hier eine stabile Versorgung gewährleisten. Als Schwachstellen zeigen sich die Verteilungsstruktur und die Netzkapazität. Dies gilt es, nachhaltig zu verbessern. Die Fraktion setzt hierzu einen Arbeitskreis ein, um gezielt kurz- und mittelfristige Lösungsansätze für den Landkreis Ansbach zu entwickeln. Dabei soll insbesondere auch darauf geschaut werden, welche Akteure hier zusammengebracht werden müssen, um effektive Ergebnisse erzielen zu können.
„Die Corona-Krise hat bei einigen Betrieben die Substanz geschwächt. Auch deshalb muss es im Sinne unsere Betriebe und ihrer Arbeitnehmer das Ziel sein, bei der Energieversorgung schnell Klarheit und Wirtschaftlichkeit für den Wirtschaftsstandort zu erreichen. Da kann auf jeder Ebene – vom Bund bis zu den Kommunen – etwas getan werden!“, betonte Landrat Dr. Jürgen Ludwig, der zudem ankündigte, einen Energienutzungsplan für die Region angehen zu wollen.

Wertschätzende Kampagne

Der Streuobstwiese soll mehr Beachtung geschenkt werden

Die Manufaktur „Echt Brombachseer“ hat die neue Kampagne mit aufgebaut.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung in Nürnberg wurde durch die Europäische Metropolregion (EMN) eine neue Marketingkampagne mit dem Ziel gestartet, den besonderen Wert der Streuobstwiesen in das Bewusstsein der Menschen dieser Region, aber auch der dort tätigen Unternehmen zu rücken. Denn Streuobstwiesen sind nicht nur Hotspots der Biodiversität, sie stehen als Agroforstsysteme – vor allem in der Kombination der Bäume mit dem extensiven Grünland – den Wäldern in der dauerhaften Bindung von Kohlenstoff in Biomasse und Boden in nichts nach. Sie tragen zudem mit ihrer emotionalen Schönheit sowie der beeindruckenden Vielfalt der aus ihnen stammenden Produktspezialitäten zur Landschaftsattraktivität sowie dem Image der Gesamtregion bei. Als immaterielles Kulturerbe stehen sie gemeinsam mit den mediterranen Olivenhainen an der Spitze attraktiv wahrgenommener europäischer Landschaftserlebnisse.

Unter www.streuobstwiesenliebe.de werden diese neuen Marketingansätze kommuniziert und mit „Streuobstwiesenliebe“ wurde ein Name kreiert, über den die Emotionalität dieses Ansatzes gut kommuniziert werden kann. Er soll vor allem helfen, dass möglichst viele Menschen stolz auf ihre Streuobstwiesen sind. Den Unternehmen wird außerdem ein wertschätzender Alleinstellungswert an die Hand gegeben wird, der ihr Standortmarketing mit einem innovativen Ansatz unterstützen kann.
Die Manufaktur „Echt Brombachseer“ hat – wie „hesselberger“ und weitere vier Streuobstinitiativen aus der Metropolregion – diese neue Kampagne mit aufgebaut, unterstützt sie und wird diese verbindende Wort-Bild-Marke auch selbst aktiv nutzen. Denn es hat bislang eine attraktive Plattform gefehlt, um den Menschen – jenseits von wertgeschätzten Produkten – die Besonderheit und Einzigartigkeit dieses Landschaftsraums umfassend so nahe zu bringen, dass sie dieser „geschliffene Diamant der Region“ auch mit ehrlichem Stolz erfüllt.

Der inspirierende Begriff der „Streuobstwiesenliebe“ motiviert z.B. auch die Sterne-Gastronomie, diese regionalen Spezialitäten nicht nur als hochwertige Getränkebegleitung, sondern die Geschichte hinter diesen Produkten auch für völlig neue Kreationen aus der Küche zu nutzen. Vadim Karasev, Chefkoch des Nürnberger Sterne-Restaurants Veles hat dies bei der Vorstellung der neuen Marketingkampagne auch mit viel innovativer Kreativität vorgestellt. Er hatte mit seinem Team in einem mehrgängigen Menü die wertvollen Früchte und Aromen der Obstwiesen auf wunderbare Weise eingebunden und damit zu einem bleibenden Erlebnis verankert.

Und Britta Ender konnte als Nachhaltigkeitsbeauftragte der Nürnberger Firma Staedtler – Weltmarktführer für Schreib- und Malprodukte – überzeugend vorstellen, wie Streuobstwiesenliebe künftig in der hauseigenen Betriebskantine eingesetzt wird, um auch darüber einen Beitrag zu regionaler Wertschöpfung, Klimaschutz und Naturschutz zu leisten. Diese beiden Beispiele markieren jede auf eine andere Weise, wie der manchmal etwas vernachlässigte Apfelbaum über das Bewusstsein für eine ganz herausragende Kulturlandschaft mit „Streuobstwiesenbliebe“ zum bleibenden Stolz einer Region beitragen kann. Sie sollen aber auch andere Gastronomiebetriebe und Unternehmen die Motivation liefern, um „Streuobstwiesenliebe“ im eigenen Betrieb kreativ einzusetzen.  
Mit „Streuobstwiesenliebe“ werden die Produkte der „Echt Brombachseer“ die ihnen gebührende Wertschätzung auch darüber erfahren, dass sie untrennbar mit einzigartigen Landschaftserlebnissen verbunden sind, auf deren Kulturerbe wir jederzeit mit Stolz verweisen sollten…

DIETER POPP, Regionalberater

Mobile Zukunft im ländlichen Raum

Integrierte Ländliche Entwicklung Fränkisches Seenland-Hahnenkamm

Die interkommunale Zusammenarbeit der elf Gemeinden wird fortgesetzt.

Die 11 Kommunen der „Arbeitsgemeinschaft Integrierte Ländliche Entwicklung Fränkisches Seenland-Hahnenkamm“  – neben der Stadt Gunzenhausen noch die Marktgemeinden Absberg, Gnotzheim, Heidenheim und die Gemeinden Auhausen, Haundorf, Muhr am See, Polsingen, Pfofeld, Westheim und Theilenhofen – haben sich einstimmig für die Fortführung der interkommunalen Zusammenarbeit ausgesprochen und werden ein neues Zukunftskonzept für diese Zusammenarbeit sowie für gemeinsame Projekte erarbeiten. Unter der Moderation von Joachim Reinderl und Wolfgang Heinlein vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken diskutierten der Bürgermeister von Gunzenhausen, Karl-Heinz Fitz (auch Vorsitzender des Gremiums) mit Kolleginnen und Kollegen sowie weiteren Akteuren aus den Kommunen mit welchen Inhalten, Perspektiven und Strategien dieser Weg bis etwa 2028 in Angriff genommen werden kann.

Es hat sich in der Abwägung der Themen abgezeichnet, dass – neben der nachhaltigen Energieversorgung – die mobile Zukunft der Region eine absolute Priorität erhielt. Die beteiligten Kommunen waren sich in der Einschätzung einig, dass es vor allem die Qualität der Mobilität ist, welche bislang die Standortvorzüge des ländlichen Raums gegenüber den städtischen Agglomerationen benachteiligt und das deswegen genau hier der Hebel der strukturellen Veränderung angesetzt werden muss.
Da die Stadt Gunzenhausen mit ihren Verkehrsbetrieben, dem Stadtbus und dem Rufbussystem bereits über wichtige Module verfügt und mit den Planungen für ein Mobilitätszentrum in den Räumlichkeiten des Bahnhofs Gunzenhausen zentrale Kernelemente einer umfassenden Mobilitätsstrategie bereits aufgebaut hat, soll daran interkommunal angeknüpft werden. Das Angebot des Rufbus ist bereits mit der Gemeinde Pfofeld erweitert worden, zwei weitere Kommunen haben ihr konkretes Interesse bekundet. Es erscheint im Hinblick auf die von allen Kommunen gewünschte Aufwertung der Mobilitätsangebote daher aussichtsreich, dieses Rufbus-System gezielt um noch deutlich mehr Kommunen aus der ILE-Region in ein mobiles Zukunftsnetz zu erweitern. Dabei sollte aber im Auge behalten werden, dass es auch weitere vergleichbare Bestrebungen rund um Oettingen oder Wassertrüdingen gibt, die man ggf. sinnvoll miteinander verknüpfen kann. Es muss daher das Ziel bleiben, dass wohnortnah ein zuverlässiges, finanzierbares und für die Teilnehmenden leicht verfügbares Mobilitätssystem über enge Verknüpfungen zwischen Straße und Schiene mit flächendeckender Relevanz gewährleistet werden kann.

Verkehrssysteme verknüpfen

Die Kommunen der ILE-Region Fränkisches Seenland-Hahnenkamm sehen aber auch in dem im Entstehen befindlichen Mobilitätszentrum in Gunzenhausen einen weiteren Vorteil für eine bessere Ausnutzung und Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrssysteme. Da hier auch der Beratung künftig eine sehr viel höhere Bedeutung zukommen wird, könnte der sehr zentral gelegene Standort am Bahnhof in Gunzenhausen diese Rolle als ein regionales Mobilitätszentrum optimal erfüllen. Dies bedeutet, dass dann nicht nur die Verkehre auf der Schiene ideal mit den unterschiedlichen Angeboten auf der Straße verknüpft werden, sondern dass dadurch auch eine effiziente Schnittstelle zum Radverkehr entstehen kann. Die Kommunen waren sich in ihrer Einschätzung einig, dass der Radverkehr in der Zukunft einen sehr viel größeren Stellenwert im Mobilitätsnetzwerk einnehmen wird. Dieses Ziel wird aber nur erreichbar sein, wenn das vorhandene und Radwegenetz gezielt ausgebaut wird und zusätzlich vor allem verkehrssichere Radwege konzipiert und mit den wesentlichen Netzwerkknoten verbunden werden. Das bedeutet dann nicht nur, dass z.B. der Standort am Bahnhof Gunzenhausen, sondern alle anderen Zug- und Bushaltestellen eine optimale Radwegeanbindung erfahren und dort auch eine sichere und vor Witterungseinflüssen geschützte Radunterstelltechnik angeboten wird, deren Errichtung durch eine finanzielle Unterstützung öffentlicher Programme bereits heute möglich ist. Dies wird eine umso größere Bedeutung gewinnen, wenn der Trend zu immer hochwertigeren Rädern, vor allem aber auch Lastenrädern anhalten wird. Denn gerade diese werden nur dann umfassend in Verbundverkehre integriert, wenn an den Schnittstellen zum Bus- oder Schienenverkehr auch für diese Räder sichere Unterstelloptionen angeboten werden. Erfahrungen aus anderen Regionen lassen erkennen, dass gerade solch attraktive Verknüpfungen von Mobilitätssystemen die Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsdienstleistungen stark ansteigen lässt.

Neben infrastrukturellen Voraussetzungen halten die Kommunen der ILE-Region aber auch weitere organisatorische Angebote für unverzichtbar, wenn die umfassende Mobilität im ländlichen Raum – als zentrales Qualitätsmerkmal – künftig den Vergleich mit dem Ballungsraum auf einer ange-messenen Augenhöhe bestehen will. Dazu gehören vor allem leichter zugängliche Formen einer individuellen Mobilität, wie sie in den Städten längst ihren Einzug gehalten hat. Die sind z.B. Sharing-Angebote für Fahrzeuge aller Art, auch im E-Mobilitätsbereich. Der dafür notwendige – sicher privatwirtschaftlich aufzubauende – Koordinierungsaufwand wäre in ein Mobilitätszentrum optimal zu integrieren.

Mobilität ist große Herausforderung

Alle beteiligten Kommunen stimmten überein, dass die Mobilität im ländlichen Raum eine große Herausforderung im Hinblick auf die konkrete Umsetzung darstellt. Aber es bestand auch Konsens darüber, dass sie in der Tat alternativlos ist, will man die Lebensqualität des ländlichen Raums dauer-haft und umfassend sichern. Natürlich muss die Finanzierbarkeit dieser Zukunftsstrategie auch leistbar sein. Dies gilt auch – oder gerade – vor dem Hintergrund der momentan unkontrolliert steigenden Energiepreise.
Es hängt nicht mehr und nicht weniger als die Zukunftsfähigkeit unserer Region von der Qualität der Mobilität ab, fassten Karl Heinz Fitz als Vorsitzender und Susanne Feller (1.Bgm`in der Marktgemeinde Heidenheim) als stellvertretende Vorsitzende der ILE-Region die Diskussionen zusammen.

Das Instrument der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) hat sich in den letzten 10 Jahren als eine verlässliche Plattform herausgestellt, um Anliegen des ländlichen Raums sehr gut zu bündeln und gemeinsam umzusetzen. Die Mobilitätswende wird daher nur genau in dieser Gemeinschafts-verantwortung zu lösen sein.
Die Kommunen der ILE-Region Fränkisches Seenland-Hahnenkamm haben sich aber auch weitere ehrgeizige Ziele für die kommenden Jahre gesetzt. Diese werden – wie auch die Mobilität – in ein neues ILE-Konzept münden, das im Jahre 2023 erarbeitet werden soll und einen Zeitrahmen von weiteren fünf Jahren umfassen wird.

DIETER POPP

Kontakt:
ILE-Umsetzungsbegleitung c/o FUTOUR Regionalberatung
Vogelherdweg 1, 91729 Haundorf, dieter.popp@futour.com

Staatsehrenpreis für Bäckerei

Famile Herzog widerfuhr hohe Auszeichnung

Für Seniorchef Otto Herzog und seine Frau Helena sowie Geschäftsführer Alexander Herzog war die Auszeichnung durch Ministerpräsident Markus Söder und Landesinnnungsmeister Heinrich Traublinger (links).

Eine besondere Ehre wurde am 12. Dezember der Bäckerei Herzog zuteil. Geschäftsführer Alexander Herzog durfte, gemeinsam mit seinen Eltern Otto und Helena, den Staatsehrenpreis des Bayerischen Bäckerhandwerks, in Empfang nehmen.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder überreichte im Rahmen eines Festaktes, zusammen mit Landesinnungsmeister Heinrich Traublinger diese besondere Auszeichnung mit den Worten: „Bayerischer Oscar der Bäcker: Heute haben 20 Meisterbetriebe den Staatsehrenpreis für das Bäckerhandwerk erhalten. Herzlichen Glückwunsch! Unser Handwerk liefert täglich hervorragende Lebensmittel. Das ist regionale Qualität und Wertschöpfung pur. Dafür verdienen sie Wertschätzung und Respekt. Eine Brotzeit oder Breze schmecken einfach immer.“

Grundlage für die Ehrung ist die regelmäßige, erfolgreiche Teilnahme an den Brotprüfungen der Landesinnung, bei der über fünf Jahre in Folge herausragende Leistungen erzielt werden müssen. Die Prüfung ist ein freiwilliges Angebot an die Handwerksbäcker, bei der Sachverständige die Produkte nach verschiedenen Qualitätsmerkmalen beurteilen.

91 Betriebe aus 40 bayerischen Innungen konnten sich in diesem Jahr qualifizieren, die 20 besten davon wurden mit dem Staatsehrenpreis ausgezeichnet. Dieser ist die höchste Anerkennung, die eine Handwerksbäckerei in Bayern erhalten kann.

Für Geschäftsführer und Bäckermeister Alexander Herzog ist der Preis vor allem die Bestätigung dafür, dass der eingeschlagene Weg der letzten Jahre, am Ende der absolut richtige war. Mit dem Neubau und dem Umzug der Produktion nach Muhr am See, wurde im Jahr 2012 der Grundstein für die Neuausrichtung gelegt. Sukzessive wurden Veränderungen umgesetzt, die schlussendlich zum heutigen Ergebnis geführt haben. In der Backstube der Bäckerei Herzog werden keinerlei künstlichen Zusatzstoffe oder Vormischungen verwendet, sämtliche Produkte werden täglich frisch hergestellt und die qualitativ hochwertigen Rohstoffe, die für die „ausgezeichneten“ Backwaren verwendet werden, stammen fast ausschließlich von Lieferanten aus der näheren Umgebung. Damit bleibt die Wertschöpfung in der Region, was Alexander Herzog ein besonderes Anliegen ist.

Auch seine Eltern Otto und Helena Herzog, die auch heute den Betrieb noch tatkräftig unterstützen, tragen diese Philosophie mit und sind stolz auf die erreichten Entwicklungen.

Im Anschluss an den öffentlichen Teil der Veranstaltung hatte Alexander Herzog noch die Möglichkeit, mit Dr. Markus Söder ein paar persönliche Worte zu wechseln. Bei dieser Gelegenheit überreichte er eine besondere Spezialität aus dem Hause Herzog, einen handgemachten Riesenlebkuchen.