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Landrat bedauert das Nein

Statement von Landrat Manuel Westphal zum Bürgerentscheid

Es ist entschieden: Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Pfofeld haben die Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Ansiedlung eines Center Parcs auf dem Gelände der Muna Langlau mehrheitlich abgelehnt. Landrat Manuel Westphal, zugleich auch Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes Brombachsee sowie Vorsitzender des Tourismusverbandes Fränkisches Seenland, äußerst sich zu dieser demokratisch getroffenen Entscheidung.

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Pfofeld, die am unmittelbarsten von der Center Parc-Ansiedlung betroffen gewesen wären, haben sich im Wege eines Bürgerentscheids als basisdemokratische Entscheidung mehrheitlich gegen die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens ausgesprochen. Center Parcs wird sich vom Erwerb des Muna-Geländes nun zurückziehen und das Ansiedlungsvorhaben beenden.

Natürlich wäre es eine große Chance für eine positive Weiterentwicklung unserer Region und für das gesamte Fränkische Seenland gewesen, wenn Center Parcs dieses Planungskonzept in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Entscheidungsträgern und den Bürgerinnen und Bürgern des Fränkischen Seenlandes hätte weiterentwickeln können, mit dem Ziel, den Ferienpark unter Wahrung der Raumverträglichkeit, der Naturschutz- und Umweltbelange sowie unter Berücksichtigung der regionalen Interessen letztendlich zu realisieren. Dass dieser ergebnisoffene Planungsprozess jetzt nicht erfolgen wird, ist aus meiner persönlichen Sicht in meinen Funktionen als Landrat, als Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes Brombachsee sowie als Vorsitzender des Tourismusverbandes Fränkisches Seenland sehr bedauerlich. Doch ist die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Pfofeld so nun zu akzeptieren. Abschließend möchte ich mich bei Center Parcs für die gezeigte große Kooperationsbereitschaft, gemeinsam mit der Region das Projekt zu entwickeln, bedanken.

Die weitere Nutzung des ehemaligen Muna-Geländes, das sich unverändert im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) befindet, bleibt jetzt der Entscheidung der BImA vorbehalten.

Pfofelder gegen Center Parcs

Knappe Bürgerentscheidung: 52 Prozent

Die Pfofelder votierten knapp gegen einen Center Parcs auf dem einstigen Munagelände. So wird sich wohl der Investor aus der Region verabschieden. Unser Foto entstand bei der Besichtigung des Leutkircher Parks durch den Kreistag. Foto: Falk

Es war die entscheidende Frage: “Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Pfofeld durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes die planungsrechtlichen Grundlagen für die Ansiedlung eines Center Parcs auf dem Gelände der Muna Langlau schafft?” Eine knappe 52-Prozent-Mehrheit (573 Stimmen) der Bürger der Gemeinde Pfofeld (1096 beteiligten sich an dem Bürgerentscheid) und stimmten gegen das 350-Millionen-Euro-Projekt auf dem einstigen Munagelände in Langlau.

Die Wahlbeteiligung mit 84 Prozent war hoch. Wie die Gemeinde mitteilt, stimmten 1003 Bürger per Briefwahl ab, 93 Wahlberechtigte gingen an die Urne.

Das Resultat wird von Bürgermeister Reinhold Huber akzeptiert. Das hatte er im Vorfeld allen versprochen. Es wird erwartet, dass sich der Gemeinderat ebenso verhält.

Unterschiedlich fällt natürlich die Bewertung bei Befürwortern und Gegner des Projekts aus. Während die einen beklagen, dass die Region einer Entwicklungschance beraubt wurde, freuen sich die anderen, dass das Seenland nun sich selbst überlassen bleibt und nicht in die Fänge eines ausländischen Großinvestors gerät.

Wie die Center Parcs-Verantwortlichen mehrmals erklärten, wird sich das Unternehmen nach dem “Nein” der Pfofelder aus der Region verabschieden. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklung in den nächsten Wochen darstellt.

KulturHerbst am 2. Oktober

Lange Einkaufsnacht ist in diesem Jahr geplant

Am 2. Oktober 2021 soll es die siebte Auflage des “KulturHerbst” mit langer Einkaufsnacht geben. Obwohl – oder besser gerade weil – derzeit noch keine Informationen bzw. Vorgaben darüber vorliegen, ob aufgrund der Corona-Pandemie im Oktober (Groß-)Veranstaltungen wieder möglich sein werden, und falls ja, unter welchen Voraussetzungen, haben sich die Organisatoren des KulturHerbst – Stadt Gunzenhausen und Stadtmarketing Gunzenhausen e.V. – dazu entschlossen, die Planungen für den diesjährigen KulturHerbst zum jetzigen Zeitpunkt normal weiter laufen zu lassen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich der KulturHerbst mit langer Einkaufsnacht in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Veranstaltungen für Gunzenhausen entwickelt hat und bereits im letzten Jahr Corona-bedingt ausfallen musste. Sollte es aufgrund Corona zu einer Absage der diesjährigen Veranstaltung kommen, wird hierüber rechtzeitig informiert.

Zum großen Erfolg der bisherigen Ausgaben haben neben den verschiedenen Bühnenprogrammen ganz besonders die vielen kleineren und größeren Aktionen der beteiligten Betriebe und Vereine beigetragen. Diese haben mit viel Engagement und Einsatz dafür gesorgt, dass sowohl in als auch vor den Geschäften jede Menge los war und sich der KulturHerbst nebst Einkaufsnacht bis 23 Uhr zu einem Highlight im Veranstaltungskalender und zu einem wichtigen Werbeträger für Gunzenhausen entwickelt hat.

Auch in diesem Jahr sind die Verantwortlichen von Stadt und Stadtmarketing Gunzenhausen e.V. zuversichtlich, dass sich wieder zahlreiche Geschäfte, Betriebe und Vereine mit attraktiven und ausgefallenen Ideen beteiligen und Bürgern und Besuchern Gunzenhausens einen erlebnisreichen Tag bescheren werden.

Bis spätestens 23. Juni 2021 haben Geschäfte, Unternehmen und Vereine Zeit, sich für die Teilnahme am KulturHerbst anzumelden und diesen zu nutzen, sich einem breiten Publikum aus der gesamten Region zu präsentieren. Die Anmeldeunterlagen können im Internet unter kulturherbst.gunzenhausen.de/download.html heruntergeladen werden.

CP konstuktiv begleiten

SPD im Landkreis: Sachlich diskutieren


Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Mathias Hertlein, die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Christa Naaß, die Kreisvorsitzenden Anette Pappler und Harald Dösel sowie der Pleinfelder Ortsvorsitzende Felix Michahelles haben sich als Vertreter der Kreis-SPD in jeweils zwei Telefonkonferenzen mit den Bürgerinitiativen „Seenland in Bürgerhand“ sowie „Bürger pro Center Parcs“ ausgetauscht. Nach einhelliger Meinung waren die Gespräche konstruktiv, respektvoll und auf einem hohen Niveau hinsichtlich der fachlichen Diskussion. Ebenso ist das Engagement auf beiden Seiten zu begrüßen, welches zu einer klareren Meinungsbildung hinsichtlich der Vor- und Nachteile eines Center Parcs beigetragen hat.
„In den Gesprächen hat sich gezeigt, dass sowohl Befürworter als auch Gegner Argumente gesammelt haben und ein respektvoller Austausch möglich ist, dies wäre für die gesamte, öffentliche Diskussion wünschenswert gewesen“, bemerkte Felix Michahelles. In diesem Zusammenhang wird auch betont, dass bei zukünftigen Diskussionen zu Center Parcs ein externer Moderator hilfreich wäre. „Polemische Vergleiche von Center Parcs mit dem Atomendmülllager in Wackersdorf sind ungemessen und lenken von der eigentlichen Frage ab: wie wollen wir den Tourismus und unsere Region weiterentwickeln?“, betonte Mathias Hertlein.
Auch nach den intensiven Diskussionen überwiegen für die Kreis-SPD die Vorteile einer Ansiedlung von Center Parcs, sofern Bedingungen eingehalten werden. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, können uns jedoch vorstellen, dass Center Parcs mit seinem Konzept positive Impulse für das fränkische Seenland geben kann“, äußerte Christa Naaß.
Mit Center Parcs sieht die Kreis-SPD die Chance, dass das Muna-Gelände von Altlasten vollständig geräumt wird und eine Nutzung wieder möglich wird. Somit kann der Ganzjahrestourismus ausgebaut werden und darüber hinaus wird der Tourismus im Fränkischen Seenland als Wirtschaftsfaktor gestärkt mit zusätzlichen Angeboten insbesondere bei schlechtem Wetter. „Der Bekanntheitsgrad des Seenlandes wird zusätzlich gestärkt. Wichtig wird es sein, diesen Effekt v. a. für die bisher schwächere Nebensaison zu nutzen“, stellt Harald Dösel heraus. Auch die Einbindung regionaler Handwerker, touristischer Anbieter und Produkte soll Bestandteil einer Tourismusentwicklung mit Center Parcs werden. Die entstehenden Arbeitsplätze werden positiv gesehen. „Für uns ist wichtig, dass auch bei Center Parcs im Fränkischen Seenland ein Betriebsrat gegründet wird und die Bezahlung nach Tariflöhnen erfolgt“, stellt Anette Pappler klar.
Zudem werden Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur erfolgen, die auch zu einer Entlastung der bisherigen Verkehrsproblematik an heißen Sommertagen führen könnte. „Dabei ist uns wichtig, dass ein gemeindeübergreifendes Verkehrskonzept umgesetzt wird, dass auch die bisherigen Schwachstellen behebt und alle beteiligten Ortschaft wie Thannhausen und Veitserlbach berücksichtigt“, betont der Pleinfelder SPD-Ortsvereinsvorsitzende Felix Michahelles. Dringend müssen auch Lösungen für eine Überfüllung von Radwegen sowie die Besucherlenkung gefunden werden. „Hier besteht schon ohne Center Parcs dringend Handlungsbedarf, weswegen wir auch einen Antrag im Kreistag eingebracht haben“, führt Mathias Hertlein aus. Ebenso wird eine verstärkte Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln gefordert, die z. B. durch einen Shuttle mit Elektro-Bussen zum ausgebauten Bahnhof Langlau sichergestellt werden soll.
Besonderen Augenmerk legen die Kreis- und BezirkstagsSPD auf das Thema Barrierefreiheit. Christa Naaß weist auf die Kompetenz des mittelfränkischen Behindertenrates hin, damit Center Parcs in Langlau ein Vorzeigeprojekt in Sachen Barrierefreiheit wird. Der Behindertenrat ist Ansprechpartner und Selbstvertretungsorgan für
alle behindertenpolitischen Anliegen von bezirksweitem Interesse. “Außerdem haben wir mit Marktgemeinderat Bernhard Endres aus Pleinfeld als Vorstandsmitglied im Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter und Vorsitzenden des Fachbereiches Tourismus einen ausgewiesenen Fachmann vor Ort“, so Christa Naaß.
Ebenso soll eine Minimierung der Flächenversiegelung angestrebt werden. Auch Ausgleichsflächen sollten regional erworben werden, womöglich im Park selbst. Ein CO2-neutrale Betrieb des Center Parcs war bereits gefordert worden, ebenso eine umweltverträgliche Errichtung des Parks. „Hier vertrauen wir auf das anstehende Raumordnungsverfahren, welches wir konstruktiv begleiten wollen“, so Anette Pappler.
Weitere wichtige Themen waren die Abwasser- und Trinkwasserproblematik. „Hier war es wichtig in den Gesprächen klarzustellen, dass unter keinen Umständen Zusatzkosten für die Bürgerinnen und Bürger entstehen, was Center Parcs auch mehrmals zugesichert hat“, so Christa Naaß. Auch bei den wahrscheinlichen Abwasserlösungen über die Pleinfelder Kläranlage dürfen keine Zusatzkosten auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen.
Abschließend bittet die Kreis-SPD alle Pfofelder Bürgerinnen und Bürger, sich an der Abstimmung zu beteiligen und eine aus ihrer Sicht sinnvolle Entscheidung zu treffen.

Tests für Urlauber

Der schnelle Weg zur Corona-Teststation im Fränkischen Seenland

Von Absberg bis Wolframs-Eschenbach: Corona-Schnelltests sind im ganzen
Fränkischen Seenland meist rasch und unkompliziert zu haben. Damit Ausflügler und Urlauber noch schneller Teststationen in ihrer Nähe finden, hat sich der Tourismusverband Fränkisches Seenland des Themas angenommen: Unter www.fraenkisches-seenland.de/teststationen bekommen User einen Überblick über die Anlaufstellen in der Region.
Praktisch ist die Übersichtsseite nicht nur, weil sie unkompliziert über die Startseite der Seenland-Homepage erreichbar ist, sondern auch, weil Nutzer gezielt nach Teststellen an einem bestimmten Ort suchen können. Außerdem ist es möglich, über die Kartenansicht eine Station in der Nähe zu finden. Wer eine Station ausgewählt hat, bekommt Infos zur Adresse sowie zu den Öffnungszeiten und wird über einen direkten Link zur Online-Terminvereinbarung weitergeleitet.
Außerdem beantwortet der Tourismusverband Fränkisches Seenland auf seiner Website die häufigsten Fragen der Gäste rund um die geltenden Corona- Schutzmaßnahmen und hält Links zu wichtigen Auskunftsstellen bereit.

Trauer um Adolf Mödl

Weißenburger Kommunalpolitiker ist 86jährig gestorben

Adolf Mödl war eine charaktervolle Persönlichkeit. Foto: W. Falk

Die Mödls waren über viele Jahrzehnte ein fester Begriff in der Weißenburger Kommunalpolitik: Gustav war engagierter Kreisheimatpfleger und Kreisrat der FDP, der jüngere Bruder Franz war viele Jahre politischer Berater und Assistent  von Bundesminister Richard Stücklen – und Adolf gehörte 30 Jahre lang für die FDP dem Stadtrat an.

Nun ist nach längerer Krankheit Adolf Mödl gestorben. Der Konditormeister hatte 1950 in der Konditorei des Großvaters gelernt, dann legte er die Meisterprüfung ab und sammelte nach guter Handwerkerart praktische Erfahrungen im Ausland. Basel und Bern in der Schweiz und Norwegen waren seine Stationen ehe er nach der Vermählung mit Christa Lindner das Cafe Pflaumer in der Luitpoldstraße 14 übernahm.

1972 erfolgte seine Wahl in den Stadtrat, dem er drei Jahrezehnte lang angehörte. In dieser Zeit hat er die Stadtpolitik mitgeprägt. Adolf Mödl war nicht der große Volksredner. Wichtig war ihm die tätige Hilfe.  Und so hielt er es mehr mit der Vorbildfunktion als Kommunalpolitiker. Kraft seiner charaktervollen Persönlichkeit war er stets ein gefragter Mann. Dank seiner reichen Lebenserfahrung war es ihm vergönnt, die Dinge richtig einzuordnen und zu werten. Von dieser Stärke Adolf Mödls machten auch die Oberbürgermeister Dr. Günter W. Zwanzig und Reinhard Schwirzer Gebrauch.

Über viele Jahrzehnte war er in der Weißenburger Feuerwehr aktiv – und auch danach galt er als ihr leidenschaftlicher Vertreter.  Er engagierte sich stark in der beruflichen Bildung und im beruflichen Standeswesen. So führte er die Geschäfte der Bäko-Genossenschaft und forcierte die Fusion mit der Bäko Nürnberg zu einem leistungsfähigen Unternehmen in der Region und einem verlässlichen Partner vieler Handwerksbetriebe.  Dem Aufsichtsrat der Volksbank Weißenburg gehörte er ebenfalls an. Die Öffentlichkeit konnte ihn als aktives Mitglied des Frankenbunds und des Trägervereins der Musikschule erleben. Mit den Freunden des Rotaryclubs durfte er viele Begegnungen haben, die sein Leben bereicherten.

Als er sich in den Ruhestand begab begnügte sich Adolf Mödl nicht mit einem beschaulichen Dasein als Privatier. Stattdessen widmete er sich uneigennützig im „Senioren-Experten-Service“ des Handwerks und reiste nach Israel, Bulgarien, Kasachstan und Südamerika, um junge Handwerker weiterzubilden und den dortigen Einrichtungen die Vorzüge des dualen Ausbildungssystems in Deutschland zu vermitteln.

Adolf Mödl war das Aushängeschild der Weißenburger FDP. Er leitete jahrzehntelang den Ortsverband und gehörte der Kreisvorstandschaft an. Noch wenige Tage vor seinem Tod durfte ihm Kreisvorsitzender Thomas Geilhardt die Auszeichnung für 60jährige Mitgliedschaft überbringen.

Unsere Anteilnahme gilt seiner Ehefrau Christl, die ihm stets eine verlässliche Lebenspartnerin war, und seinem Sohn Michael.

WERNER FALK

Verkehr neu regeln

SPD: Verkehrssituation am Brombachsee großflächig betrachten


Die SPD-Kreistagsfraktion hat das Gespräch gesucht. Bei Online-Terminen und verschiedenen Gesprächen in und um Pfofeld sowie Pleinfeld haben die Fraktionsmitglieder mit Anwohnern gesprochen und sich nach den Problemen vor Ort erkundigt. Dabei stellte sich heraus, dass unabhängig von der geplanten Center Parcs-Ansiedlung die Verkehrssituation grundsätzlich als belastend wahrgenommen wird. Deshalb haben sich die Sozialdemokraten zur Verkehrssituation umfangreich Gedanken gemacht.
Konkret geht es um die gesamte Achse der Staatsstraße 2222 von Gunzenhausen bis nach Pleinfeld. Hier kommt es immer wieder stoßweise zu ungelenkten Besucher- und Fahrzeugströmen. Überlastete Straßen und überfüllte Parkplätze führen zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität und müssen daher überdacht werden.
Mit einer besseren Beschilderung und einer Ertüchtigung der „Alten Mühlstraße“ (Kreisstraße WUG 20) in Kombination mit einer Querverbindung zum Parkplatz in der Seestraße könnte eine Entlastung von Langlau und Rehenbühl bewirkt werden. In Thannhausen könnte mit einer Ortsumfahrung im Norden und einer Verlegung der Kreisstraße 20 in Kombination mit dem bereits laufenden Flurbereinigungsverfahren eine vollkommen neue Dorfentwicklung beginnen. Veitserlbach und Ramsberg sind vom Verkehr auf der Staatsstraße 2222 ebenfalls betroffen und benötigen eine ernsthafte Überprüfung der aktuellen Situation. Ein Kreisverkehr bei Ramsberg sollte auf jeden Fall erwogen werden.
Die Maßnahmen sind allerdings nur ein Teil der Lösung. Für die weitere Entwicklung wird ein modernes Verkehrs- und Parkleitsystem benötigt. Außerdem ist die Anbindung an den ÖPNV für eine Verkehrswende unabdingbar. Der Individualverkehr wird sich in den nächsten Jahren deutlich verändern. Hierfür muss die Region vorbereitet sein. In diesem Zusammenhang dürfen die Radwege aber nicht vergessen werden. Eine einfache und nachvollziehbare Beschilderung gehört genauso dazu, wie Lücken zwischen den Radwegen zu schließen.
Alle Maßnahmen wurden von der SPD-Kreistagsfraktion zusammengefasst und in einem Antrag formuliert. „Wir dürfen die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger nicht hinter die Interessen des Tourismus stellen!“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag Mathias Hertlein.

Geld von Landesstiftung

MdL Alfons Brandl: 47.300 Euro für regionale Projekte

Die Bayerische Landesstiftung hat die Förderung von fünf Denkmalschutz-Projekten in der Region beschlossen. Darauf weist der CSU-Landtagsabgeordnete Alfons Brandl hin: „Für fünf Projekte in Weißenburg, Dinkelsbühl, Dentlein am Forst, Großohrenbronn und Merkendorf werden Zuschüsse aus den Mitteln der Landesstiftung in Höhe von insgesamt 47.300 Euro gezahlt.“

Im Einzelnen werden die statische Ertüchtigung und Renovierung der Kath. Pfarrkirche St. Raphael in Großohrenbronn mit 24.600 Euro und folgende Projekte von privaten Antragstellern bezuschusst: Die Instandsetzung der Fassade, Fenster und Dachgauben eines Anwesens bei Weißenburg mit 1.440 Euro, die Instandsetzung einer Scheune in Dinkelsbühl mit 5.850 Euro, die Instandsetzung und Reaktivierung eines Anwesens in Dentlein am Forst mit 6.200 Euro und die Gesamtsanierung eines Anwesens in der Hauptstraße in Merkendorf mit 9.200 Euro.

Brandl: „Ich freue mich, dass meine Bemühungen um die Fördermittel zusammen mit dem Stiftungsratsmitglied und Landtagskollegen Karl Freller erfolgreich waren. Dadurch werden Privatpersonen wie öffentliche Einrichtungen in ihrem Engagement im Denkmalschutz unterstützt. Die Bayerische Landesstiftung zeigt damit wieder ihre Verantwortung gegenüber den Werten und Allgemeingütern unserer Gesellschaft“

Hommage an Ludwig Fels

„Weißenburger Blätter“ porträtieren den Literaten

Die “Weißenburger Blätter” für Geschichte, Heimatkunde und Kultur widmen sich in ihrer jüngsten Ausgabe dem Schriftsteller Ludwig Fels.

Er wird von Kritikern als „einer der sprachmächtigsten  deutschen Schriftsteller“ eingeordnet, aber nicht von allen. In der Publikation „villa nostra“, die von der Stadt Weißenburg vierteljährlich herausgegeben wird, widmet sich der Journalist Uwe Ritzer dem Schriftsteller, der in Treuchtlingen aufgewachsen und im Januar 2021 74-jährig in seiner Wahlheimat Wien verstorben ist.

Ludwig Fels haderte mit seinem Schicksal, ein Franke zu sein. Das räumte er anlässlich der Kulturpreisverleihung 1995 in Weißenburg ein. Seine Frau sagt zur Veröffentlichung: „Er hat ganze 47 Jahre als Schriftsteller sein Leben bestritten und wurde meist auf seine ersten nicht selbst gewählten, sondern den Lebensumständen geschuldeten Arbeitsjahre als Jugendlicher reduziert. Meiner Meinung nach geht es jedoch allein um den Weg, den er als Autodidakt trotz lebenslanger Widerstände gegangen ist. Seine Arbeit über all die Jahre sollte im Zentrum stehen“. Tatsächlich wuchs er in Treuchtlingen in ärmlichen Verhältnissen auf.  Es folgten die Jahre, in denen er sich als „zorniger, jugendlicher Provokateur“ (Ritzer) in Erscheinung trat bevor er nach einem erfahrungsreichen Leben zum „bedeutendsten Schriftsteller wurde, den die Region hervorgebracht hat“.

Er hat 1995 den Döderlein-Kulturpreis der Stadt Weißenburg bekommen, 2009  den Literaturpreis der Wilhelm-und-Christine-Hirschmann-Stiftung“ sowie 2011 den „Wolfram-von-Eschenbach-Preis“ des Bezirks Mittelfranken bekommen. Aus seiner Feder stammen lyrische Gedichte, etliche Bücher („Die Sünden der Armut“/„Ein Unding der Liebe“) und auch Theaterstücke, die an namhaften Bühnen aufgeführt wurden und ihm Anerkennung einbrachten.

Prozess nimmt Fahrt auf

Leitbild für Altmühlfranken 2030 wird konzipiert

Ein Landkreis geht auf Zukunftsreise: Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sollen Ideen für die Zukunft Altmühlfrankens gesammelt werden.

Nach der Beteiligung der politischen Gremien, zuletzt durch einen Workshop im Kreistag am vergangenen Montag, hat Landrat Manuel Westphal nun das Startsignal gesetzt für eine breit angelegte Bürgerbeteiligungskampagne im Rahmen von Altmühlfranken 2030. Alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sind ab sofort aufgerufen, sich mit ihren Ideen und Wünschen in diesen Prozess einzubringen, der die Zukunft Altmühlfrankens bis 2030 gestalten soll.

Aufgrund der Corona-Pandemie kann aktuell leider noch keine Veranstaltung in Präsenzform stattfinden. Daher muss alternativ auf virtuelle Formate zurückgegriffen werden. Den Auftakt macht eine Reihe von ZukunftsTalks, eine virtuelle Gesprächsreihe zu jeweils einem Schwerpunktthema, an welcher jeder nach entsprechender Anmeldung per Videokonferenz virtuell teilnehmen kann.

Als Thema für den ersten ZukunftsTalk hat sich während des Workshops des Kreistags „Daseinsvorsorge, Nahversorgung und Ortsentwicklung“ herausgestellt. Der Zukunftstalk findet am Mittwoch, 20. Mai 2021 um 19.00 Uhr statt. Interessierte können sich auf der Bürger-Homepage www.altmuehlfranken2030.de über einen Newsletter anmelden und erhalten so den Zugangslink zur Veranstaltung.

Landrat Manuel Westphal wird während des ZukunftsTalks gemeinsam mit der Zukunftsinitiative altmühlfranken und dem begleitenden Büro Lilienbecker sowie Fachleuten aus der Region das Thema vorstellen und anschließend in die Diskussion übergehen.

„Die ZukunftsTalks sind nur ein Baustein in diesem Prozess“, betont der Landrat und führt weiter aus: „Es wird noch eine ganze Reihe anderer Formate geben, bis am Ende ein aus allen Beiträgen entwickeltes Zukunftskonzept vom Kreistag abgesegnet wird. Dies soll gegen Ende des Jahres der Fall sein.“

Für alle, die es lieber klassisch mögen, gibt es eine Postkarte, auf der man Fragen zur Zukunft des Landkreises beantworten kann und so persönliche Ideen und Vorschläge auf analogem Weg in den Prozess einbringen kann.

Zudem wird es neben den ZukunftsTalks eine Zukunftsreise geben, die in allen Kommunen im Landkreis Station machen soll. Hier soll mit möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern sowie mit der Wirtschaft das persönliche Gespräch gesucht werden. Immer mit dabei: Ein blauer Reisekoffer, der alle Ideen der Bürgerinnen und Bürger einsammelt.

Natürlich muss die Zeit zeigen, was in welchem Umfang und in welchem Format im Sommer möglich sein wird.

Um auch junge Menschen mit einzubinden, die so ihre Zukunft im Landkreis mitgestalten können, wird gerade ein Jugendwettbewerb vorbereitet. Für pfiffige, ideenreiche und zukunftsweisende Beiträge, die per Videobeitrag, Poetry Slam oder Aufsatz eingereicht werden können, werden attraktive Preise zur Verfügung gestellt. Da sich eine Beteiligung der Schulen aufgrund der Corona-Situation als schwer planbar darstellte, wurde als Alternative dieser Wettbewerb ins Leben gerufen.

Wann und wo diskutiert wird und wie noch mitgemacht werden kann, ist ab sofort auf der Kommunikationsseite www.altmuehlfranken2030.de zu finden. Dort kann auch ein Newsletter abonniert werden, um den Zugangslink für die Zukunftstalks zu bekommen und um generell auf dem Laufenden zu bleiben.

Für den Sommer ist eine Zukunftskonferenz in Präsenzform geplant. Im Anschluss daran werden zukunftsträchtige Ideen in Projektwerkstätten ausgearbeitet und konkrete Umsetzungsvorschläge gemacht. Sollte die Durchführung nicht in Präsenzform möglich sein, wird auch dafür auf die virtuelle Ebene zurückgegriffen.

Was wann genau stattfindet, darüber informiert das Landratsamt über das Internet, Social Media, die lokale Presse sowie die Mitteilungsblätter der Kommunen.

„Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen in Altmühlfranken sich motiviert und konstruktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft und der Zukunft des Landkreises beteiligen“, betont Landrat Manuel Westphal.