Stolz auf Alt-Gunzenhausen

Verein für Heimatkunde stellte Jahrbuch dem Bürgermeister vor

Vorsitzender Werner Falk (links) und sein Stellvertreter Werner Mühlhäußer (rechts) stellten im neuen und repräsentativen Eingang Bürgermeister Karl-Heinz Fitz die 75. Ausgabe von „Alt-Gunzenhausen“ vor. Foto: Gudrun Weiß

Es ist inzwischen eine gute Tradition, dass der Verein für Heimatkunde Gunzenhausen sein neues Jahrbuch offiziell dem Bürgermeister im Rathaus vorstellt. Vorsitzender Werner Falk und Stellvertreter Werner Mühlhäußer, der zugleich als Stadtarchivar fungiert, taten dies auch heuer. Sie dankten Rathauschef Karl-Heinz Fitz und dem Stadtrat für die seit vielen Jahren gewährte Unterstützung – auch in finanzieller Hinsicht.

Die neue Ausgabe von „Alt-Gunzenhausen“ ist rund 280 Seiten stark und enthält zehn Beiträge zur lokalen Historie von neun Autoren. Wie Vorsitzender Werner Falk betonte, kann sich der Verein auf einen soliden Stamm von Mitarbeitern stützen, denen alle der Gotteslohn genügt. Die enge Kooperation mit der Stadt, die sich in der Person von Stadtarchivar Werner Mühlhäußer darstellt, empfindet er als einen riesigen Vorteil, denn gerade der Stadtarchivar ist es, der beste Kontakte zu den Autoren hat und dem es immer wieder gelingt, neue Autoren zu gewinnen.

Es ist das 75. Jahrbuch, also eine Jubiläumsausgabe. Das erste ist 1923 herausgegeben worden, also kann in zwei Jahren schon wieder ein Jubiläum begangen werden. Das soll dann in einem  würdigen Rahmen geschehen, denn auch die Stadt feiert 2023 ein großes Jubiläum (1200 Jahre). Bürgermeister Fitz plant nach Ende der restriktiven Coronazeit die Bildung eines Arbeitskreises, in dem alle ihre Vorstellungen zum Stadtjubiläum einbringen können.

Die Beiträge in „Alt-Gunzenhausen“ sind: „Alte Friedhöfe an der Altmühl“ (Werner Somplatzki), „Kurzgefasste Ortsgeschichte von Schlungenhof“ (Siglinde Buchner), „Grabplattenfunde aus der Marienkirche in Großlellenfeld“ (Hermann Thoma), „Die Mühlen von Muhr“ (Günter L. Niekel), „Von Bettelvögten und Polizeidienern“ (Werner Mühlhäußer und Werner Neumann), „Christian Friedrich Möbius – Stadttürmer und Stadtmusikus in Gunzenhausen“ (Laura Meyer), „Bausteine zur Ortsgeschichte von Laubenzedel“ (Werner Mühlhäußer), „Die Gründungszeit des Sängerbundes 1861 Gunzenhausen“ (Annalena Brand), „Kriegstagebuch aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71“ (Daniel Burmann) und „Nationalsozialismus und Antisemitismus in Gunzenhausen 1919 bis 1924“ (Werner Mühlhäußer).

Aufgrund der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen (Schließung der Buchhandlungen) sind heuer vier neue Verkaufsstellen gewählt worden: Marktapotheke in Markt Berolzheim, Verwaltungsgemeinschaft Altmühltal in Meinheim, Raiffeisenbank in Laubenzedel, Getränke-Seifert in Schlungenhof. Die Gunzenhäuser  Schreibwarenhandlung Pfahler bietet „Alt-Gunzenhausen“ zu ihren reduzierten Öffnungszeiten an, die Buchhandlungen Renner, Fischer, Francke, Stöhr und Glaser haben einen telefonischen Bestell- und Lieferservice eingerichtet. Das Jahrbuch kostet 15 Euro.

Kommune als Bauherr

Rückblick im aktuellen “villa nostra”-Heft

Am Kreuzweg und am Habermühlweg standen die Holzbaracken, die in den sechsziger Jahren abgebrochen wurden. Foto: Sammlung H. Walther

Ist der „soziale“ Wohnungsbau eine Aufgabe der Städte? Der Weißenburger Stadtentwickler Ulrich Heiß bejaht diese Frage. Er möchte nicht allein auf die privaten Investoren setzen, sondern erschwinglichen Wohnraum für Menschen schaffen, die es nicht so „dicke“ haben. Heiß stellt fest, dass das augenblickliche Angebot hochpreisig ist und deshalb von schlechter situierten Haushalte nicht angenommen werden kann.

Der Architekt aus dem Weißenburger Stadtbauamt wünscht sich, dass die Stadt die Förderkonditionen ausschöpft und sich als Bauherrin engagiert – so wie sie es beispielsweise bei der Neuanlage am Birkenweg getan hat. Dort sind im Frühjahr letzten Jahres 15 barrierefreie Wohneinheiten im Zuge des verdichteten Bauens bezogen worden. Er spricht in der neuen Ausgabe von „villa nostra“, den Weißenburger Blättern für Geschichte, Heimatkunde und Kultur sogar von einem „expliziten Mehrwert“.

In der Publikation, die jährlich dreimal erscheint und in den städtischen Dienststellen kostenlos abgegeben wird, gibt Stadtarchivar Reiner Kammerl unter dem Titel „Von der Brandstütze zum Reihenhaus“ einen Überblick des städtischen Wohnungsbaus seit der Zeit, in der  Weißenburg noch Reichsstadt war.

Den „sozialen“ Wohnungsbau hat es in der Wildbadstraße und Auf der Wied schon im 18. Jahrhundert gegeben.  Als der industrielle Boom Ende des 19. Jahrhunderts auch Weißenburg erfasste, schufen private Bauunternehmer Häuser mit kleinen Gärten (Westliche Ringstraße, Nördliche Ringstraße, Eichstätter Straße und Römerbrunnenweg). Es waren eingeschossige Häuser mit Zwerchhaus. Sie stehen zum Teil heute noch.  Die Wohnungsnot bleibt bis 1912 eine gemeinnützige Baugenossenschaft gegründet wird, „um den Kleinwohnungsbau zu unterstützen“. Sie geht einige Jahre später in der Siedlungsgenossenschaft „Eigenheim“ auf.  Die Stadt ließ im letzten Kriegsjahr 1918 „zur vorübergehenden Nutzung“ Notwohnungen für Arbeiterfamilien errichten. Beachtlich ist, dass bereits 1912 die „Stadterweiterungskommission“ zur Feststellung kam, das „strahlenförmige und unschöne“ Bauen an der Peripherie verhindert werden soll, schon allein wegen der hohen Erschließungskosten. Das führte zu  einer verdichteten Bebauung, sprich einem Reihenhausprojekt in der Niederhofener Straße. Es kommen Baracken und Behelfsheime dazu (beispielsweise zweistöckige Holzbaracken in der Steinleinsfurt), die erst in den sechziger Jahren abgerissen werden,  bevor sich jemand Gedanken machen konnte, ob sie aus denkmalpflegerischer Sicht nicht erhaltenswürdig gewesen wären. Anfangs der dreißiger Jahre entsteht die „Galgenbergsiedlung“ mit zwölf Doppelhäusern. Weitere 60 „Siedlerstellen“ entstehen bis 1936.  Einfache Behelfsheime baut das Deutsche Wohnungshilfswerk während des Zweiten Weltkriegs. Sie haben keinen Wasser- und Abwasseranschluss, nur zwei Räume und einen Ofen. Die von der Stadt erbauten Holzbaracken werden bis 1970 abgerissen.

Mit der konsequenten Räumung des „Barackenwohnungselends“ beginnt die Stadt 1964. Es verschwinden die „Holzbarackenstadt“ am Habermühlweg mit 29 Behelfsheimen, die vier Großbaracken (mit 17 Wohnungen) am Kreuzweg, die Wohnbaracken in der Steinleinsfurt und am Römerlager sowie das einstige Ostarbeiterlager.

WERNER FALK

Umstrittener Türmer

Lebensbild von Christian Friedrich Möbius

Es mag sich heute niemand mehr vorstellen, dass die kleine Wohnung auf dem Gunzenhäuser Blasturm im 18. und 19. Jahrhundert einem Mann ausreichte, um als Türmer und Stadtmusiker tätig zu sein. Einer der dort von 1816 bis 1860 thronte, war Christian Friedrich Möbius. Er und die Obrigkeiten der Stadt gerieten bald hintereinander, es gab zunehmend Beschwerden über Fehltritte. Die umstrittene Musikerpersönlichkeit porträtiert Laura Meyer im Jahrbuch „Alt-Gunzenhausen“.

Möbius, von dem niemand weiß, wo er eigentlich herkam, trat am 1. Februar 1816 seinen Doppeljob an, und zwar als Nachfolger von Johann Georg Fürst, den der Magistrat (heute: Stadtverwaltung) gegen seinen Willen in den Ruhestand versetzte. Seit 1785, mithin 30 Jahre, stand er im Dienst der Stadt. Die Stadtoberen waren von dem „Neuen“ geradezu begeistert, denn sie attestierten ihm eine „vorzügliche Befähigung“. Möbius war zuvor Musikmeister beim „Freiwilligen Jägerbataillon Rezatkreis“ (Mittelfranken). Er ehelichte die Gunzenhäuser Knopfmacherstochter Magdalena Johanna, Barbara Strauß, die ihm fünf Kinder schenkte, aber früh verstarb. So trat deren Schwester die Nachfolge als Ehefrau an. Sie trug zehn Schwangerschaften aus.

In den ersten seiner 44 Dienstjahre war offenbar alles in Ordnung, aber dann empfanden ihn die Stadtoberern zunehmend als „gerissen und aufdringlich“, wenn es darum ging, zusätzliches Geld zu fordern. Als Stadtmusiker leistete er sich einige „Schnitzer“, beispielsweise blies er bei der Taufe eines unehelichen Kindes. Das war nach Meinung des Pfarrverwesers eine „dem Schamgefühl Hohn sprechende Handlung“. Ein anders mal musizierte er noch um 23 Uhr und störte so die Nachtruhe der Gunzenhäuser.  Die Magistratsräte  kritisierten die Arbeit und das Auftreten von Möbius, sprachen davon, seine Musik sei „schlecht und nicht mehr zeitgemäß“.  Er begegnete ihnen „aufmüpfig und stur“ und mit einem „eigenwilligen Charakter“. Auch der Gesangverein „Liederkranz 1834“, dessen Gründungsmitglied und musikalischer Leiter er war, hatte immer mehr Händel mit ihm und ging auf Distanz.  Um es allen zu zeigen, dass er immer noch gut Musik machen konnte, gründete er einen Konkurrenzverein, den „Sängerbund 1861“, von dem er sich allerdings schon nach sieben Jahren wieder verabschiedete. 1860 war Ende: die Stadt trennte sich von Stadtmusiker Möbius. Wenig schmeichelhaft fiel der Abschied aus: „Es erstirbt durch des Möbus eigennützige Letargie der musikalische Sinn“.

In seiner zweiten Funktion, der des Stadttürmers, hatte er Tag und Nacht wachsam zu sein, jede halbe Stunde nach Feuer zu schauen und alle 30 Minuten ein akustisches Signal als Beweis seiner Wachsamkeit zu geben.  Bei Feuer musste er die Feuerglocke läuten und die rote Fahne aus dem Blasturmfenster hängen – und zwar in die Richtung des Brandorts.  Die Gunzenhäuser erwarteten von ihm, dass er jeden Sonntag zur Mittagszeit ein Musikstück blies und einmal im Monat in der Stadtkirche mitmusizierte. Eigentlich sollte der Stadttürmer zwei Gesellen und einen Lehrjungen beschäftigen, aber darauf wartete der Magistrat vergebens. Immer wieder gelang es Möbus verständnisvolle Unterstützer im Magistrat zu finden. Der 72-Jährige blieb Stadttürmer und übte dieses Amt bis zu seinem Tod im Alter von 86 Jahre aus.

WERNER FALK

Dienstjubilare geehrt

Dank an die langjährigen Landratsamts-Mitarbeiter

Anstelle einer Feierstunde gab es eine Videobotschaft und ein „kulinarisches Landkreis-Päkla“ für die Dienstjubilare.
Bildnachweis: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen


Auf insgesamt 455 Dienstjahre schaffen es die diesjährigen Dienstjubilare des Landratsamtes. 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden zum Jahresende für ihre langjährige Zugehörigkeit zum Landkreis bzw. zum öffentlichen Dienst geehrt.
Im „Corona-Jahr“ 2020 war leider die übliche Feierstunde für die Dienstjubilare im Landratsamt nicht möglich. Trotzdem war es Landrat Manuel Westphal, dem Personalratsvorsitzenden Karl Seitz sowie dem Personalleiter Sebastian Münch ein wichtiges Anliegen die Jubilare gebührend zu ehren. Anstelle einer Feierstunde erhielten die 23 Dienstjubilare eine Videobotschaft sowie ein „Landkreis-Päkla“ als Geschenk an den Arbeitsplatz geliefert.
„Natürlich hätten wir den Jubilaren gerne persönlich gratuliert und den langjährigen Einsatz mit einer kleinen Feierstunde gewürdigt. Mit unserem Geschenk, einem kulinarischen Gruß aus dem Landkreis, wollen wir unseren Dank und Anerkennung für den erbrachten Einsatz ausdrücken“, so Landrat Manuel Westphal, Personalrat Karl Seitz und Personalleiter Sebastian Münch in ihrer Videobotschaft.
Geehrt wurden:
für 40 Jahre: Erna Görg, Johann Jobst, Heidi Knorr, Utz Löffler, Jörg Schreiber, Elvira Zottmann
für 25 Jahre: Sabine Lehmeyer, Gerlinde Regensburger, Kerstin Reinhold
für 10 Jahre: Karin Baumgärtner, Hermann Bock, Patrick Eggmayer, Patricia Homm, Jonas Kirchdorffer, Silke Lutz, Daniel Moshammer, Sebastian Münch, Julia Regler, Alexander Reichert, Veronika Schmidtpeter, Magdalena Seitz, Carolin Tischner, Stefan Wagner

Himmler sprach Todesurteil

“Heimatkundliche Streifzüge” des Landkreises Roth erschienen

Polnische Zwangsarbeiter waren während des Zweiten Weltkriegs auch auf fränkischen Bauernhöfen willkommene Helfer. Nicht selten behandelten die Bauern ihre zugeteilten Hilfskräfte ausgesprochen gut, wenngleich es natürlich auch andere Fälle gab. Stanislaus Waligora war einer von ihnen und Karl Obser ein Allersberger Landwirt, der wegen seiner Mitmenschlichkeit bei seinen Kollegen nicht im besten Ruf stand. Die Geschichte stellt Kreisheimatpflegerin Annett Haberlah-Pohl in der neuen Ausgabe der „Heimatkundlichen Streifzüge“ des Landkreises Roth dar.

Was den Fall prekär macht, ist der Verdacht, der 29-jährige Zwangsarbeiter habe geschlechtlichen Verkehr mit einer Deutschen gehabt. Er wurde deshalb am 19. Dezember 1941 in Allersberg im Angesicht von 50 polnischen Zwangsarbeitern. Das Todesurteil über ihn hatte nicht etwa ein Gericht gesprochen, sondern SS-Führer Heinrich Himmler ganz persönlich, der damit ein Exempel statuieren wollte.

Vor der Allersberger Spruchkammer ist der Fall nach dem Krieg zur Sprache gekommen, wobei sich – wie in vielen anderen Verfahren – nichts als Widersprüche offenbarten. Weil die Tochter des Polen vor einigen Jahren Briefe ihres Vaters an seine Ehefrau übergab, ist mehr über den Mann bekannt geworden. Er war früh in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten wie 300000 andere auch. Immerhin: er erhielt einen Status als Zwangsarbeiter und konnte sich zunächst relativ frei bewegen. Erst später zog SS-Führer Heinrich Himmler die Daumenschrauben an. Er fürchtete um die innere Sicherheit angesichts der „reichsfremden Elemente“ und  verbot ihnen den Besuch von Gaststätten und Veranstaltungen jeder Art, ja er drohte sogar mit der Todesstrafe, wenn sie engere und intime Beziehungen zu deutschen Frauen unterhielten.

Stanislaus, der mit dem  Bauern Karl Obser einen angenehmen Dienstherrn hatte, war  von einer weiteren Dienstmagd beim Ortsgruppenleiter Karl Kugler angeschwärzt  worden, ihrer Freundin Rosa nachzustellen. Der Bauer musste sich der Kuppelei erwehren, ihm wurde anwaltliche Vertretung verwehrt und er landete im Konzentrationslager Mauthausen, wo er 1942 verstarb. Die Dienstmagd machte mit dem KZ Ravensbrück Bekanntschaft, durfte aber  viele Monate später   nach Allersberg zurückkehren. In dem 1950 vom Landgericht Nürnberg neu aufgerollten Verfahren ging es um den Verdacht, Obser sei Opfer einer örtlichen Verschwörung geworden. Dem seinerzeitigen Bürgermeister Wolfgang Distler wurde von der Dienstmagd vorgehalten, er sei hinter dem Obser-Bauernhof her gewesen und habe deshalb versucht, den Eigentümer los zu werden.

Von Allersberger Schülern ist der Fall 2009 in dem Theaterstück „Die unterbrochene Schulstunde oder Warum Stanislaus sterben musste“ inszeniert worden und hat den renommierten Karl-Heinz-Hiersemann-Preis bekommen. Übrigens: die Tochter von Stanislaus Waligora war 2003 auf Einladung der Marktgemeinde in Allersberg, „um Abschied zu nehmen“.

Die weiteren Themen in den „Heimatkundlichen Streifzügen“ sind: „Kriegsende vor 75 Jahren in Roth“ (Hans Pühn), Robert Unterburger erinnert an die schwärzesten Tage der Allersberger Geschichte vor 75 Jahren, die Grundsteinlegung der Büchenbacher Wohnungsbaugenossenschaft vor 70 Jahren wird von Annett Haberlah-Pohl behandelt und Irmgard Prommersberger widmet sich Eugen Tanhauser, dem ersten demokratisch gewählten Landrat von Schwabach.  „Hexen im südlichen Landkreis Roth und ihre Verfolgung“ behandelt Paula Waffler, Oliver Landauer berichtet von der Baugeschichte der Kirche St. Martin in Greding und Elke Reese stellt die Christus-Thomas-Gruppe der Kirche St. Thomas in Landerzhofen vor.  Von ihren Erfahrungen beim Umbau eines 200 Jahre alten Bauernhauses schreibt Billy Wechsler, Franz Kornbauer widmet sich den besonderen Bäumen im Abenberger Wald, während Tobias Tschapka die Rückkehr eines Bildstocks beschreibt.  Dem verstorbenen Heimatkundler Dr. Karl Röttel („Der Hüter alter Grenzsteine“) widmet Irmgard Prommersberger einen Nachruf.

WERNER FALK

Die „Heimatkundlichen Streifzüge“ sind für 4,60 Euro beim Landratsamt Roth und im Haus des Gastes in Hilpoltstein und im Buchhandel erhältlich.

Mobiles Arbeiten

Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird im Landratsamt großgeschrieben

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dem Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen als einer der größten Arbeitgeber im Landkreis ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich diesem Thema annimmt. Als einen ersten Schritt wurde für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Landratsamt eine Dienstvereinbarung entwickelt, die das mobile Arbeiten beziehungsweise die Telearbeit regelt.

Natürlich gab es auch vorher schon die Möglichkeit für einige Beschäftigten des Landkreises von Zuhause aus zu arbeiten. Ein Pilotprojekt dafür wurde bereits Anfang des Jahres gestartet. Durch die Herausforderungen während der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass man die Telearbeit beziehungsweise das mobile Arbeiten auf stabile Füße stellen musste.

Landrat Manuel Westphal hatte im Sommer eine Arbeitsgruppe Beruf und Familie gegründet, die unter anderem eine neue Dienstvereinbarung entwickeln sollte. In der Arbeitsgruppe ist neben dem Landrat die Personalverwaltung, der Personalrat, die Hauptverwaltung, die Gleichstellungsstelle, der Teilbereich Familie und Bildung der Zukunftsinitiative Altmühlfranken und auch die Koordinierungsstelle Familienbildung des Amtes für Jugend und Familie vertreten. Gemeinsam konnte an einer Dienstvereinbarung gearbeitet werden, die den Beschäftigten des Landkreises mobiles Arbeiten oder Telearbeit ermöglichen soll.

„Uns war dabei wichtig, die bisherige Möglichkeit von Zuhause oder unterwegs aus zu arbeiten auf ein rechtlich einwandfreies Fundament für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu setzen und somit die Arbeitsschutzbestimmungen einwandfrei umzusetzen. Als moderner Arbeitgeber möchten wir natürlich eine gewisse Flexibilität gerade für Familien schaffen. Aus diesem Grund haben wir die Dienstvereinbarung entwickelt und tragen so viel zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei“, erklärt Landrat Manuel Westphal.

Natürlich ist in einer Behörde nicht jeder Arbeitsplatz geeignet für mobiles Arbeiten oder Telearbeit. Vieles kann jedoch mit der richtigen Ausstattung auch von Zuhause aus erledigt werden. Die neue Dienstvereinbarung sieht vor, dass bei der Telearbeit der Arbeitsplatz im Amt entweder ganz aufgegeben wird oder eine alternierende Telearbeit zum Einsatz kommt. Dann kann der Arbeitsplatz im Amt auch von anderen Kolleginnen und Kollegen besetzt werden. „Das ist für uns natürlich ein wichtiger Aspekt, da wir immer mit einer großen Raumknappheit zu kämpfen haben“, so der Landrat.

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Außendienst wurde die Möglichkeit des mobilen Arbeitens geschaffen. Dies kann insbesondere von Beschäftigten genutzt werden, die in wesentlichem Umfang an unterschiedlichen Orten tätig sind, wie die Lebensmittelüberwachung.

„Mit der Dienstvereinbarung zum mobilen Arbeiten und zur Telearbeit macht das Landratsamt einen großen Schritt als moderner Arbeitgeber. Wir möchten in Zukunft noch viel mehr Maßnahmen treffen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Dies war ein erster wichtiger Schritt dorthin“, freut sich Landrat Manuel Westphal.

Theateraufführungen abgesagt

Für den 16. Januar war das Theaterstück „Besuch bei Tiffany“ mit bekannten Künstlern wie Max Volkert Martens, Katharina Pütter und Christian Auer als Aufführung in der Stadthalle und als „Theater auf der Couch“ geplant. Aufgrund der aktuellen Corona-Lage muss die Aufführung des Stücks verschoben werden. Das Stück soll nun am 10. April in der Stadthalle aufgeführt werden. Auch die für Februar und März geplanten Theateraufführungen in der Stadthalle – „Fräulein Julie“ und „Schwiegermutter und andere Bosheiten“ können nicht stattfinden.

Impfungen im Kreis

Alle über 80-Jährigen werden angeschrieben

Seit gestern, 11. Januar 2021 können Impfwillige der ersten Priorisierungsgruppe telefonisch über das Impfzentrum Altmühlfranken einen Termin zur freiwilligen Impfung vereinbaren. Auch das bayerische Registrierungsportal ist seit gestern freigeschaltet.

Die Nachfrage nach den ersten Impfterminen am Impfzentrum Altmühlfranken in Gunzenhausen war erfreulich hoch. Die Impfbereitschaft in der ersten Priorisierungsgruppe scheint im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sehr groß zu sein. Leider kam es durch die vielen Anrufe zeitweise zu einer Überlastung des Telefonnetzes des Klinikums Altmühlfranken, das auch der Betreiber des Impfzentrums ist.

„Ich verstehe, dass sich viele der Anrufer geärgert haben, stundenlang nicht durchzukommen. Doch ist derzeit leider nur eine telefonische Terminvereinbarung möglich. Auch am Empfang des Klinikums gingen verständlicherweise viele Nachfragen und Beschwerden ein. Um die Telefonleitung am Empfang des Klinikums freizuhalten, bitten wir, keine Nachfragen bezüglich des Impftermins dorthin zu richten, sondern ausschließlich die Telefonhotline des Impfzentrums zu wählen. Diese ist auch mit mehreren Personen besetzt“, erklärt Christoph Schneidewin, Vorstand des Klinikums Altmühlfranken, das Vorgehen.

200 Impftermine können für diese Woche vereinbart werden. Beginn der Impfungen am Impfzentrum ist heute Nachmittag. Der nächste Termin für die Impfungen ist am Freitag, 15. Januar. Bei der Terminvereinbarung wird auch gleich der Termin zur Zweitimpfung nach ca. 21 Tagen vereinbart. Weitere Termine am Impfzentrum können derzeit nicht vergeben werden, da der erwartete Impfstoff nur ausreicht, um weiter in den Heimen zu impfen und die ersten Zweitimpfungen vorzunehmen. Der Betreiber des Impfzentrums geht davon aus, dass im Laufe des heutigen Dienstags alle vorläufig verfügbaren Termine vergeben sein werden.

Bei der Terminvereinbarung müssen zunächst die Daten des Impfwilligen erfasst werden. Diese Abfrage ist sehr aufwendig, weshalb die telefonische Terminvereinbarung auch viel Zeit in Anspruch nimmt. Um diesen Prozess zu vereinfachen, ist seit gestern auch ein bayernweites Registrierungsportal für Impfwillige freigeschaltet. Dieses ist unter www.impfzentren.bayern zu erreichen.

Impfwillige müssen sich mittels dieses Portals zunächst registrieren. In dem Online-Formular werden die Kontaktdaten abgefragt sowie wichtige Informationen, um die Impfwilligen einer Priorisierungsgruppe zuordnen zu können. Sollte eine Registrierung online nicht möglich sein, besteht auch die Möglichkeit, die Registrierung telefonisch über das Impfzentrum (09831 52-2041) vorzunehmen. Hier ist allerdings immer mit Wartezeiten zu rechnen, weshalb wo immer möglich die Registrierung online erfolgen sollte.

Wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht und Termine vergeben werden können, wird der im Portal registrierte Impfwillige, sofern er zur aktuellen Priorisierungsgruppe gehört, über eine SMS, eine Mail oder telefonisch benachrichtigt. Dann kann dieser einen Termin online oder telefonisch vereinbaren. Die Online-Terminvereinbarungen wird demnächst ebenfalls freigeschaltet werden. Das Landratsamt und das Klinikum Altmühlfranken bitten um Verständnis, falls es auch in Zukunft bei der telefonischen Terminvereinbarung zu Wartezeiten kommt.

Die Reihenfolge der Terminierung richtet sich nach mehreren Parametern, welche in der Software hinterlegt sind, vor allem aber nach der in der Impf-Verordnung festgelegten Impfreihenfolge. Das geschilderte Verfahren ist verbindlich und nicht durch das Impfzentrum Altmühlfranken zu beeinflussen.

Zusätzlich zu den Impfterminen, die heute am Impfzentrum in Gunzenhausen stattfinden, ist das mobile Impfteam heute im BRK-Heim in Treuchtlingen und impft dort rund 60 Personen. Auch weitere Mitarbeitende des Klinikums Altmühlfranken werden heute geimpft.

Alle über 80-Jährigen erhalten in den nächsten Tagen auch eine persönliche Information von Landrat Manuel Westphal sowie der jeweiligen Bürgermeisterin beziehungsweise dem jeweiligen Bürgermeister. Im Schreiben wird die Möglichkeit zur telefonischen Terminvereinbarung erklärt und die wichtigsten Kontaktdaten rund um das Impfzentrum für die Landkreisbewohner zusammengefasst.

Sobald wieder Termine am Impfzentrum vergeben werden können, wird das Landratsamt gemeinsam mit dem Klinikum als Betreiber des Impfzentrums darüber informieren. Weitere Informationen gibt es auch unter www.impfzentrum-altmuehlfranken.de.

Preise verlost

Weihnachtsverlosung für Ehrenamtskarteninhaber

Der Gewinner des Hauptpreises Claus Meyerhöfer freut sich über seinen Gewinn. Er und alle anderen Preisträger wurden per Weihnachtspost mit ihrem Preis überrascht. Foto: CM

Viermal im Jahr verlost die Freiwilligenagentur Altmühlfranken beim Gewinnspiel für die landkreisansässigen Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte attraktive Preise. Bei der diesjährigen Weihnachtsverlosung durften sich insgesamt gleich 34 Ehrenamtliche über Altmühlfranken-Gutscheine im Wert zwischen 20 und 200 Euro freuen.

Den Hauptpreis sicherte sich dabei Claus Meyerhöfer aus Frickenfelden. Pünktlich zum Weihnachtsfest wurden er und die anderen Preisträger per Weihnachtspost mit ihrem Preis überrascht. Die übliche Gewinnübergabe im Rahmen einer kleinen Weihnachtsfeier im Landratsamt musste in diesem Jahr aufgrund der Corona-Auflagen leider ausfallen.

Groß war die Freude dennoch bei den Gewinnern, die sich mit den neuen Altmühlfranken-Gutscheinen in vielen Geschäften des Landkreises einen Wunsch erfüllen können (mehr Informationen unter www.altmuehlfranken-gutschein.de).

Insgesamt wurden 2020 von der Freiwilligenagentur 64 Gewinne im Wert von über 2.000 Euro ausgereicht. Auch 2021 werden die vierteljährlichen Verlosungen wieder durchgeführt. Alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises, die im Besitz der blauen oder goldenen Bayerischen Ehrenamtskarte sind, können ab sofort wieder teilnehmen.

Mit dem einmaligen Ausfüllen des Online-Formulars unter www.altmuehlfranken.de/verlosung oder per Postkarte (erhältlich im Landratsamt, in den Gemeinden oder bei den Banken im Landkreis) nimmt man an allen vier Auslosungen im Jahresverlauf teil.

„Insgesamt gibt es derzeit rund 5.500 Ehrenamtskarteninhaber, die sich engagieren und damit einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft und Region leisten. Mit den Verlosungen möchten wir allen für Ihren ehrenamtlichen Einsatz danken“, so Landrat Manuel Westphal und ergänzt: „Auf die sehr hohe Anzahl an Ehrenamtlichen im Landkreis kann man sehr stolz sein, ohne deren Arbeit würde die Gesellschaft in vielen Bereichen nicht so bestehen, wie es der Fall ist.“

Mehr Informationen zur Ehrenamtskarte gibt es unter www.altmuehlfranken.de/ehrenamtskarte/ oder bei der Zukunftsinitiative Altmühlfranken unter 09141 902-192.

Termine werden vergeben

Impfzentrum in Gunzenhausen ist aktiv


Aufgrund der anstehenden Impfstofflieferungen ist ab Montag, 11. Januar 2021, eine Terminvereinbarung zur Impfung für Personen der höchstem Priorisierungsgruppe, insbesonder der über 80-Jährigen möglich.  Aufgrund der nur geringen Menge an Impfstoff wird es sich zu Beginn nur um wenige Impftermine handeln. Der Betreiber des Impfzentrums, das Klinikum Altmühlfranken, hofft , im Laufe der nächsten Wochen mehr Termine am Impfzentrum vergeben zu können.

Derzeit stehen dem Impfzentrum Altmühlfranken nur eine geringe Zahl an Impfdosen zur Verfügung. Aufgrunddessen können bis Anfang Februar wöchentlich nur maximal 365 Erstimpfungen gegen das Coronavirus durchgeführt werden. Zuerst werden derzeit weiterhin Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenheime sowie das Personal in diesen Einrichtungen, das Klinikpersonal, die Heim- und Impfärzte, das Personal der Rettungsdienste sowie der mobilen Pflegedienste geimpft. Diese Priorisierung wird von der bundesweiten Impf-Verordnung geregelt. Aufgrund der verfügbaren Menge an Impfstoff sollen nun auch erste Impftermine am Impfzentrum in Gunzenhausen angeboten werden.

Zunächst sollen zweimal wöchentlich jeweils 100 Impfungen durchgeführt werden, also insgesamt 200 Impfungen die Woche. Dafür stehen an zwei Tagen vierstündige Zeiträume zur Verfügung. Termine vereinbaren, können diejenigen Personen, welche entsprechend der Impf-Verordnung in die höchste Priorisierungsgruppe eingeordnet sind, hierzu gehören insbesondere die über 80-Jährigen.

Terminvereinbarungen sind für Personen der höchsten Priorisierungsgruppe vorerst nur telefonisch unter 09831 52-2041 von Montag bis Freitag, 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr möglich. Die Hotline ist ab Montag, 11. Januar zu den angebenen Servicezeiten zu erreichen.

Es ist damit zu rechnen, dass die wenigen möglichen Termine für die nächsten drei Wochen innerhalb kurzer Zeit vergeben sind. Daher bittet der Betreiber des Impfzentrums und das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen um Verständnis, dass dann zunächst keine weiteren Termine vergeben werden können, bis feststeht, welche Mengen an Impfdosen dem Impfzentrum ab Anfang Februar zur Verfügung gestellt werden. Der Betreiber des Impfzentrums sowie das Landratsamt werden darüber in der regionalen Presse, den sozialen Medien sowie auf der Homepage des Impfzentrums informieren.

Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht, wird das Angebot auch am Impfzentrum in Gunzenhausen ausgebaut.

Die über 80-Jährigen werden im Laufe der nächsten Tage auch schriftlich von Landrat Manuel Westphal sowie dem Oberbürgermeister beziehungsweise der jeweiligen Bürgermeisterin oder dem jeweiligen Bürgermeister über die Möglichkeit Termine zur freiwilligen Impfung zu vereinbaren, informiert.

Weitere Informationen zur Impfung gegen das Coronavirus gibt es auf der Homepage www.impfzentrum-altmuehlfranken.de