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Jüngster LBV-Vorsitzender

Sebastian Amler gewählt

Die neue Vorstandschaft des LBV ist stark verjüngt.


Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der LBV-Kreisgruppe
Weißenburg-Gunzenhausen wurde neben der Vorstellung der LBV-Arbeit im Landkreis und dem Kassenbericht auch eine neue
Vorstandschaft rund um Sebastian Amler als nun jüngsten LBV-Vorsitzenden Bayerns gewählt.
Nach der Begrüßung der Teilnehmenden folgte zu Beginn der Veranstaltung der Bericht der Vorstandschaft über Aktionen und Veranstaltungen des vergangenen Jahres. Thema war neben der Aufzucht verletzter und junger Vögel auch die Naturschutzkriminalität im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Leider wurden im letzten, aber auch diesem Jahr
gleich mehrere Fälle vergifteter Greifvögel und anderer Delikte registriert. Der Landkreis belegt damit leider einen der vordersten Plätze in Bayern, was dieses Thema angeht. Positiv waren dagegen die zahlreichen Artenschutzprojekte, u.a. zu Schleiereule, Fledermäuse,
Amphibien, Wiesenbrüter, Weißstorch und Wiedehopf bzw. Wendehals.
Hervorzuheben ist dabei die Arbeit vieler ehrenamtlicher Helfender, ohne deren unermüdlichen Einsatz die Naturschutzarbeit im Landkreis nicht möglich wäre. Besondere Erwähnung im Bericht fand dabei der Einsatz von Alfred Baumgärtner, der tatkräftig in Projekten im gesamten Landkreis aktiv ist.

Nach dem anschließenden Kassenbericht des Kassiers Bernhard Langenegger wurde die Vorstandschaft einstimmig von allen
Stimmberechtigten entlastet. Anschließend stellten Dr. Ralf Edler (LBV Bezirksgeschäftsstellenleiter Mittelfranken) und Dr.
Norbert Schäffer (Vorsitzender des LBV Bayern) anstehende Herausforderungen im Naturschutz, aber auch Errungenschaften und aktuelle Themen des Verbandes dar. Insbesondere wurde hierbei auf das vom LBV mitinitiierte Volksbegehren „Rettet die Bienen“
und die Beteiligung des LBV an den Plänen der bayerischen Staatsregierung, in den nächsten Jahren eine Million Obstbäume in Bayern zu pflanzen, eingegangen.
Bei der folgenden Neuwahl der Vorstandschaft wurde Sebastian Amler einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Amler, der in Würzburg Sonderpädagogik studiert, ist mit 24 Jahren nun der jüngste Kreisvorsitzende Bayerns. LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer
beglückwünschte hierzu: „Es ist wunderbar, einen so natur- und vogelbegeisterten, engagierten und kundigen jungen Menschen an der Spitze einer Kreisgruppe zu haben. Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit mit Sebastian und seinem Team – gerne statt in
Büros und Versammlungsräumen auch auf der Vogelinsel am Altmühlsee!”
Bernhard Langenegger und Heidi Seiß wurden als Kassier bzw. Schriftführerin wiedergewählt. Sabine Jung bekleidet nun das Amt der Jugendbeauftragten. Neu gewählt wurden zudem Claudia Beckstein sowie Lore Fischer als Beisitzerinnen. Als Kassenprüfer wurde Klaus Scharrer gewählt, der zuvor jahrelang als 2. Vorsitzender
die Arbeit des LBV im Landkreis prägte. Als zusätzliche Delegierte für die Vollversammlung des LBV wurden Axel Seiß, Max Schlupf und Rafaela Lüpfert gewählt.
Abschließend ehrten der neue Vorsitzende Sebastian Amler zusammen mit dem LBV-Vorsitzenden Dr. Norbert Schäffer langjährige Mitglieder und bedankten sich bei der bisherigen Vorstandschaft. „Ohne Personen wie Klaus Scharrer, der seit Anbeginn die Arbeit des LBV im Landkreis geprägt hat und ohne Andreas Gastner, der allein 12 Jahre lang den
Posten des Vorsitzenden inne hatte, würde es die Kreisgruppe – so wie sie heute ist – nicht geben. Ohne diese beiden, aber natürlich auch Claudia Beckstein, die über die vergangenen Jahre
hervorragende Arbeit als 1.Vorsitzende gemacht hat, würde nicht nur unsere Kreisgruppe, sondern auch die komplette Natur im Landkreis ein anderes und vor allem deutlich schlechteres Bild abgeben”, so Amler in seiner Danksagung. Alle drei bleiben dem LBV, wenn auch in anderen Positionen, erhalten.
Informationen zu den Tätigkeitsfeldern der LBV-Kreisgruppe WUG und Möglichkeiten, wie sich die Mitglieder im Naturschutz im Landkreis einbringen können, finden gibt es unter: www.weissenburg-gunzenhausen.lbv.de. Dort kann auch der Newsletter der
Kreisgruppe abonniert werden. Die LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen erreichen ist per Mail unter
weissenburg@lbv.de oder über die Sozialen Medien auf Facebook und Instagram erreichbar.

Markt ist am Sonntag

Simon- und-Judäi-Markt mit verkaufsoffenem Sonntag

Nachdem der beliebte Simon-und-Judäi-Markt im letzten Jahr pandemiebedingt leider abgesagt werden musste, nimmt die Stadt Gunzenhausen am Sonntag, 31. Oktober 2021, einen neuen, diesmal hoffentlich nicht durch Corona gestörten Anlauf. Dann werden sich nämlich zahlreiche Aussteller auf dem Gunzenhäuser Marktplatz einfinden und ihre Produkte anbieten, angefangen bei Dekoartikeln, über Kleidung bis hin zu Haushaltszubehör. Doch damit nicht genug: Zeitgleich öffnen am 31. Oktober viele Geschäfte in der Innenstadt und laden von 13 bis 17 Uhr Menschen aus nah und fern zum Bummeln, Shoppen und Verweilen ein. Und wer sich stärken muss, der findet bei Kaffee, Kuchen oder einer deftigen Mahlzeit einen gemütlichen Platz in einem der örtlichen Gastronomiebetriebe. Lassen Sie sich das nicht entgehen!

Aktuelle Informationen zu Aktionen der Händler und Gastronomen sowie deren Onlinepräsenzen für einen gemütlichen Vorab-Schaufensterbummel sind auf dem digitalen Marktplatz www.ingunzenhausen.de zu finden. Für Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtmarketing Gunzenhausen e.V. unter Tel. 09831/508308 sowie der Wirtschaftsförderung unter 09831/508131 gerne zur Verfügung.     

Flexiblere Nutzung möglich

Baulandmobilisierungsgesetz 2021 wird wirksam

Das Gesetz zur Mobilisierung von Bauland ist am 23. Juni 2021 in Kraft getreten. Ziel ist es, Kommunen bei der Aktivierung von Bauland und der Sicherung bezahlbaren Wohnens zu unterstützen. Überwiegend wurden Baugesetzbuch (BauGB), Baunutzungsverordnung (BauNVO) und Planzeichenverordnung (PlanZV) geändert, aufbauend auf den Empfehlungen der Kommission für nachhaltige Baulandmobilisierung und Bodenpolitik (Baulandkommission).

Das Baulandmobilisierungsgesetz hat zum Ziel, Baulücken und brachliegende Flächen für Kommunen schneller und flexibler nutzbar zu machen. Dies erfolgt unter anderem durch die Ausweitung kommunaler Vorkaufsrechte bei Problemimmobilien und brachliegenden Grundstücken. Auch die Erweiterung des Baugebotes in Gebieten mit angespannten Wohnungsmarkt soll zur leichteren Erschließung von Baulücken und ungenutzten Grundstücken führen. Durch die Erweiterung kann zukünftig in solchen Gebieten eine Wohnbebauung vorgeschrieben werden unter Wahrung eines Verfügungsrechtes zugunsten des engsten Familienkreises. Außerdem wird mit dem sektoralen Bebauungsplan ein neues Planungsinstrument für die Gemeinden eingeführt, um einen Bauleitplan auch gezielt für den sozialen Wohnungsbau aufzustellen.

Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen wird in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt erschwert und bedarf dann einer behördlichen Genehmigung. 

Die Bauverwaltung im Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen hat die wichtigsten Punkte in einem Merkblatt zusammengefasst, das der vorliegenden Pressemitteilung beigefügt ist. 

Wie gehabt, ist die Anwendbarkeit von Rechtsgrundlagen stets einzelfallbezogen zu prüfen. Auskunft erteilen die zuständigen Gemeindeverwaltungen oder das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen sowie für Vorhaben im Stadtgebiet die Große Kreisstadt Weißenburg i. Bay. Die Angaben erfolgen ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Neuer Leitfaden

Bestimmungen zum Bauen im Rahmen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe

Die Gemeinsame Bekanntmachung der Bayerischen Staatsministerien für Wohnen, Bau und Verkehr sowie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zum Bauen im Rahmen land- und forstwirtschaftlicher Betriebe (GemBek) wurde neugefasst. Die Bekanntmachung ist ein hilfreicher Leitfaden, der Möglichkeiten für Landwirte aufzeigt, baulich auf die strukturellen Herausforderungen in der Landwirtschaft zu reagieren.

Die Änderungen sind im Kontext des bundesweiten Baulandmobilisierungsgesetzes zu sehen und tragen dem Strukturwandel in der Landwirtschaft sowie der Baulandaktivierung im Außenbereich für bestehende oder ehemalige Hofstellen Rechnung. Gleichzeitig soll der Außenbereich weiterhin vor Zersiedelung geschützt werden. Die GemBek zeigt nun neue Möglichkeiten für Landwirte auf, wie die Betriebe strukturell weiterentwickelt werden können.

Dabei geht es beispielsweise darum, dass Wohnraum leichter auf die Bedürfnisse älterer oder behinderter Menschen angepasst werden kann. So wird ermöglicht, dass mehrere Generationen auf einem Hof zusammenleben können. Außerdem konkretisiert die GemBek nun auch die Voraussetzungen für die Zulässigkeit von sogenannten mitgezogenen Nutzungen, also dem zweiten Standbein für landwirtschaftliche Betriebe. Diese werden dadurch großzügiger ermöglicht. Auch Wohnmobilstellplätze auf landwirtschaftlichen Anwesen, Seminarräume oder Anlagen für erneuerbare Energien werden in der Neufassung stärker berücksichtigt.

Mit der Neufassung der GemBek können Familien leichter gemeinsam auf den Höfen leben und der Siedlungsdruck in den Dörfern wird abgemildert.

Das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen hat zu den Änderungen der GemBek ein Merkblatt entworfen, das der Pressemitteilung beigefügt ist.

Die GemBek kann im Internet unter https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2021-523/ eingesehen oder auf Anfrage von der unteren Bauaufsichtsbehörde am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen sowie vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ausgegeben werden.

Wie gehabt, ist die Anwendbarkeit von Rechtsgrundlagen stets einzelfallbezogen zu prüfen. Auskunft erteilen das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen, das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie für Vorhaben im Stadtgebiet die Große Kreisstadt Weißenburg. Die Angaben erfolgen ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

PCR-Tests im Angebot

Testzentren in Weißenburg und Gunzenhausen


Das MVZ Altmühlfranken bietet ab sofort kostenpflichtige PCR-Tests in den Testzentren Weißenburg und Gunzenhausen an und schließt damit – vor allem am Wochenende – die Versorgungslücke an PCR-Testmöglichkeiten im Landkreis.
Sie möchten verreisen oder sind verpflichtet die 3G-Plus-Regel zu erfüllen? Dann können Sie ab dem kommenden Donnerstag in den Testzentren im Foyer des Fachärztezentrums am Klinikum Altmühlfranken Weißenburg und im Haus des Gastes in Gunzenhausen neben dem Schnelltest auch einen kostenpflichtigen PCR-Test durchführen lassen.
Durch Tests von sehr hoher Qualität, der Test-Durchführung durch medizinisches Fachpersonal und dem Einsatz von neuen hochmodernen Labor-Testgeräten kann das Testergebnis – im Gegensatz zu anderen PCR-Testmöglichkeiten, die mindestens 24 Stunden zur Auswertung benötigen – sofort in nur 30 bis maximal 60 Minuten geliefert werden. Das Ergebnis wird per Mail übermittelt oder vor Ort ausgedruckt.
Für einen PCR-Test ist die vorherige Online-Terminvereinbarung unter www.testzentren-altmuehlfranken.de notwendig. Die Kosten für einen PCR-Test belaufen sich auf 75,00 Euro. Die Zahlung ist ausschließlich bei der Terminbuchung mittels PayPal möglich. Unter www.testzentren-altmuehlfranken.de finden Sie auch eine Übersicht aller Schnelltestzentren des MVZ Altmühlfranken sowie deren Öffnungszeiten. Schnelltests können, sowohl mit, als auch ohne Anmeldung wahrgenommen werden.
„Wir freuen uns sehr, dass wir als der größte Gesundheitsdienstleister der Region den Menschen in Altmühlfranken nun jeden Tag – auch am Wochenende – die Möglichkeit eines PCR-Tests anbieten können. Die moderne Labordiagnostik vor Ort erlaubt es uns, hier deutlich schneller zu sein, als manch‘ anderer Anbieter – was wiederum den Menschen vor Ort zu Gute kommt!“ erklärt Christoph Schneidewin, Geschäftsführer des MVZ Altmühlfranken.
Geöffnet sind die Testzentren im Fachärztezentrum am Klinikum Altmühlfranken Weißenburg und im Haus des Gastes Gunzenhausen unter der Woche derzeit von 9:00 bis 12:00 Uhr und 15:00 – 18:00 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen ist durchgehend von 12:00 – 16:00 Uhr geöffnet. Sollte es die Nachfrage möglich machen, werden die Öffnungszeiten kurzfristig erweitert.

Mit Akribie geforscht

Hans Himsolt hat „Zinngießer von Gunzenhausen“ dokumentiert

Von dem Zinngießer Georg Leonhard Voelckel (1855) stammt diese Kaffeekanne aus Dittenheim.

Zinnfiguren, Bierkrüge, Biergläser mit Zinndeckel, Zinnteller, -Tassen und –Vasen schmückten noch in den letzten Jahrzehnten die Glasvitrinen, Regalbretter und Schrankaufsätze  in fast jedem Haushalt. Inzwischen sind sie aus der Mode gekommen. Die jungen Hausfrauen haben sie längst auf den Dachboden verfrachtet oder gleich entsorgt. Das war vor zwei Jahrhunderten natürlich noch ganz anders. Damals waren Zinnkrüge noch Ausdruck von bürgerlicher Wohlfahrt und die Zinngießer standen als Künstler unter den Handwerkern in höchstem Ansehen. Statistisch ließen sich noch vor hundert Jahren in Deutschland an die 250 Zinngießer nachweisen, heute gibt es in Bayern noch nur an die 20 aktive Betriebe. Der letzte Zinngießer von Gunzenhausen war Gottfried Himsolt. Sein Sohn, der Privatier Hans Himsolt, hat nach rund vierzig Jahren jetzt seine Forschungen zum Zinngießerhandwerk in der Stadt abgeschlossen und in Gemeinschaft mit dem Historischen Verein für Mittelfranken das Buch „Gunzenhäuser Zinngießer“ herausgebracht.

Die Gunzenhäuser kennen Hans Himsolt als einen mitunter recht eigenwilligen Zeitgenossen, der von seiner Forschungsarbeit überzeugt ist. Das haben Archäologen genauso erfahren wie Archivare. Er hat eigene Grabungen vorgenommen, um Zeugnisse römischer Besiedelung ans  Licht zu bringen und er gilt als Experte in Sachen bemalter Möbel in Südfranken. Im Gunzenhäuser Stadtmuseum und im Freilandmuseum Bad Windsheim sind die Exponate zu sehen.

Als junger Bursche hat sich Hans Himsolt im väterlichen Zinngießer- und Glasergeschäft (der Großvater Karl hatte es 1886 in der Oettinger Straße begründet) in der Werkstatt seines Vaters allerhand abgeschaut. Damals, vor fast vierzig Jahren, ist in ihm die Sammlerleidenschaft entbrannt, die ihn nicht mehr losgelassen hat. 1979 veröffentlichte er das erste Mal seine Forschungsergebnisse (in der vom Verein für Heimatkunde herausgegebenen Jahrespublikation „Alt-Gunzenhausen“).  Ergänzend dazu sind 1997 die „Kirchenschätze“ von Dagmar Thormann und Werner Mühlhäußer sowie 2014 der Band „Weißenburger Zinngießer“ von Gernot Römhild erschienen.

Der Historische Verein für Mittelfranken hat jetzt einen Beiband zu den „Mittelfränkischen Studien“ herausgebracht, der sich ausschließlich mit den Zinngießern befasst. Dr. Wolfgang F. Reddig, der Leiter des Ansbacher Markgrafenmuseums und Stadtarchivar, spannt in einem längeren Beitrag den großen geschichtlichen Rahmen auf. Er lobt das Druckwerk als erste übergreifende kulturhistorische Betrachtung dieses metallverarbeitenden Handwerks in Franken vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart.

Nürnberg als einer der wichtigsten Städte im Mittelalter hatte schon 1285 eine Zinngießerzunft – vor Lübeck, Prag und Hamburg. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es ein Nürnberger war, nämlich Michael Apelt, der 1654 im Bürgerbuch von Gunzenhausen als „Kannengießer“ erscheint. Ähnlich wie bei den  Gold- und Silberschmieden  waren seinerzeit nur die Zinngießermeister berechtigt, eine Marke (eingeschlagenes Zeichen)  als Hinweis auf Herkunft und Qualität zu führen. Zwar kamen schon 1793 erste Bedenken auf, ob das Essen von Zinntellern nicht gesundheitsschädlich sei, aber es dauerte dann noch mehr als hundert Jahre bis 1887 die Verwendung von bleihaltigem Geschirr in der Gastronomie gesetzlich verboten wurde. Damals schon waren es die „schwarzen Schafe“, die den anständigen Handwerkern das Leben schwer machten, indem sie zuviel Blei und zu wenig Zinn verwendeten, um so billiger sein zu können.

Peter Pals (1515), Jakob Herkhauser (1605), Hannß Müller (1618), Michael Apelt (1654), Johann Friedrich Vogtherr (1678) und Johann Philipp Messier (1731) waren – so der Gunzenhäuser Sammler – die ersten Zinngießer in der Stadt.  Es waren insgesamt 25.  Viele der von Hans Himsolt erforschten 140 Zinngegenstände, die er unter bestimmten Auflagen der Stadt vermachen will,  befinden sich in seinem Eigentum, andere sind in Privatbesitz.

WERNER FALK

Hans Himsolt: „Gunzenhäuser Zinngießer“ mit einem Vorwort von Dr. Wolfgang F. Reddig, 248 Seiten, erschienen im Selbstverlag des Historischen Vereins für Mittelfranken, ISBN 978-96049-075-3, 68 Euro.

Nun in Weißenburg

Öffnungszeiten des Impfzentrums

Das Impfzentrum des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen ist seit 11. Oktober 2021 in der Wildbadstraße 4 in Weißenburg untergebracht. Die Öffnungszeiten des Impfzentrums beziehungsweise Vor-Ort-Impfaktionen werden wöchentlich dem Bedarf angepasst.

In der Woche vom 18. bis zum 24. Oktober 2021 ist das Impfzentrum zu folgenden Zeiten geöffnet:

Montag und Dienstag: 13.00 – 19.00 Uhr

Mittwoch geschlossen

Donnerstag und Freitag: 13.00 – 19.00 Uhr

Samstag: 10.00 – 15.00 Uhr

Sonntag geschlossen

Zu den angegebenen Zeiten können Impfwillige auch ohne vorherige Anmeldung oder Terminvereinbarung zum Impfzentrum kommen. Geimpft wird zu den angegebenen Zeiten mit dem Impfstoff von Biontech, Moderna und Johnson&Johnson (nach Verfügbarkeit).

Bei Fragen zu den Impfungen gegen das Coronavirus können Sie sich telefonisch unter 089 244188110 informieren oder per E-Mail an support@vitolus.de. Alle Informationen finden Sie außerdem auf der Homepage des Landratsamtes unter www.landkreis-wug.de/impfzentrum.

Impfzentrum in Weißenburg

Neuer Standort in Wildbadstraße 4

Hier in der Wildbadstraße 4 befindet sich jetzt das Impfzentrum.

Wie bereits angekündigt, ist das Impfzentrum aufgrund des Betreiberwechsels umgezogen. Der neue Standort des Impfzentrums im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist ab Montag, 11. Oktober 2021, in der Wildbadstraße 4 in Weißenburg.

Der neue Betreiber Vitolus wird das Impfzentrum in der Wildbadstraße 4 in Weißenburg einrichten. Das Impfzentrum befindet sich fortan in dem Gebäude, in dem auch Büroräume des Gesundheitsamtes untergebracht sind. Vor Ort befinden sich barrierefreie Parkplätze, die nach Anmeldung beim Sicherheitspersonal genutzt werden können. Für Impfwillige stehen zusätzlich in der näheren Umgebung Parkplätze zur Verfügung. Das Impfzentrum ist barrierefrei zugänglich.

Ab 11. Oktober 2021 ist das Impfzentrum zu folgenden Zeiten geöffnet:

Montag und Dienstag: 13.00 – 19.00 Uhr

Mittwoch geschlossen

Donnerstag und Freitag: 13.00 – 19.00 Uhr

Samstag: 10.00 – 15.00 Uhr

Sonntag geschlossen

Zu den angegebenen Zeiten können Impfwillige auch ohne vorherige Anmeldung oder Terminvereinbarung zum Impfzentrum kommen. Geimpft wird zu den angegebenen Zeiten mit dem Impfstoff von Biontech, Moderna und Johnson&Johnson (nach Verfügbarkeit). Impfwillige können sich zudem auch weiterhin unter www.impfzentren.bayern für eine Impfung gegen das Coronavirus anmelden.

Es wird in den nächsten Wochen auch noch weitere Vor-Ort-Impfaktionen im Landkreis geben. Die Öffnungszeiten des Impfzentrums werden wöchentlich je nach Bedarf angepasst. Das Landratsamt wird darüber rechtzeitig informieren.

Bei Fragen zu den Impfungen gegen das Corona-Virus können Sie sich telefonisch unter 089 244188110 informieren oder per E-Mail an support@vitolus.de. Alle Informationen finden Sie außerdem auf der Homepage des Landratsamtes unter www.landkreis-wug.de/impfzentrum.

Neues vom alten Gunzenhausen

“Alt-Gunzenhausen” erscheint im Dezember

Die “Sharks” aus dem Jahr 1963: Bernd Wecera, Dieter Grünsteudel, Rainer (“Hasi”) Oertel, Harry Canbulat, Gerd Vorbrugg

Mit 13 heimatkundlichen Beiträgen aus der Feder von elf Autoren setzt der Verein für Heimatkunde Gunzenhausen seine  Schriftenreihe „Alt-Gunzenhausen“ fort. Es ist die 76. Ausgabe seit 1923. Wie Vorsitzender Werner Falk mitteilt, wird das umfangreiche Jahrbuch im Dezember erscheinen.

Von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart reichen in der zeitlichen Abfolge die Beiträge der lokalen Autoren. „Wir sind stolz darauf, dass wir einen festen und verlässlichen Stamm an Autoren haben, die sich der lokalen Historie widmen“, erklärte der Vorsitzende in der Vorstands- und Beiratssitzung im Gasthaus „Altes Rathaus“. Als eine glückliche Symbiose nannte er die Kooperation des Geschichtsvereins mit dem Stadtarchiv Gunzenhausen in der Person seines Leiters Werner Mühlhäußer, der zugleich als stellvertretender Vorsitzende des Vereins fungiert.

„Die neolithische Siedlung zwischen Sammenheim und Sausenhofen“ nennt sich der Beitrag von Werner Somplatzki, dem Kreisheimatpfleger für Archäologie. Siglinde Buchner hat sich gleich zwei Themen ausgesucht: die ehemaligen Turmburgen von Dornhausen, Pfofeld und Aha. Sie geht dabei auf die Beziehungen zu den Grafen von Abenberg ein und stellt Agnes Gräfin von Dollnstein vor, eine Patronatsherrin von Aha (1222). Die Johanniskirche von Altenmuhr porträtiert Günter L. Niekel  in reicher Illustration. Über die „Taufen Auswärtiger in den Kirchenbüchern von Heidenheim bis zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs“ hat Werner Kugler geforscht. Das Studium in den Gunzenhäuser Kirchenbüchern von 1534 bis 1875 war für Werner Mühlhäußer sehr ergiebig, denn er hat eine Reihe von „Jubelhochzeiten“ und somit interessante Hinweise auf die gesellschaftliche Stellung der Frauen in jener Zeit gefunden.

Ebenfalls um eine Hochzeit geht es im Beitrag von Walter Salfner. „Die Hochzeitsgeschäfte des Fünfbronner Pfarrers Seefried“ nennt er sich. Er schildert, wie die lentersheimische Pfarrei  Fünfbronn erst preußisch, dann bayerisch wurde. Dass es im 19. Jahrhundert auch in Gunzenhausen einen lebhaften Hopfenanbau und Hopfenhandel  gab, das schildert Werner Neumann.  „Das Bäckerbild von 1896“ ist der Beitrag von Werner Mühlhäußer betitelt, in dem er das Handwerk im 20. Jahrhundert vorstellt.  Bilder der Reformatoren Martin Luther und Phillip Melanchthon hängen in vielen Kirchen Altmühlfrankens, aber Dr. Joachim Schnürle widmet sich vorzugsweise denen, die in der Unterasbacher Michaelskirche zu sehen sind.  Auf die Entstehung des katholischen Kindergartens in Gunzenhausen geht Günther Dischinger ein (1921 sind die Franziskanerinnen aufgezogen) und setzt damit seine Dokumentationsreihe zu katholischen Einrichtungen fort.  Nicht von dem einstigen Mesner Emil Witthopf, sondern von dessen Sohn, dem bislang unbekannten Künstler Bernhard Witthopf, handelt der Beitrag von Günter Fürst.  Die  Heiligenbilder Witthopfs waren in der alten Stadtpfarrkirche zu sehen.

Wie doch die Zeit vergeht! Inzwischen gehören auch schon „The Sharks“ zur lokalen Historie, obgleich sie bei ausgewählten Anlässen noch auftreten.  „Erfolgsgeschichte der Gunzenhäuser Kultband“ nennt sich der Beitrag von Defne Su Islim. Mit der Veröffentlichung will der Verein für Heimatkunde deutlich machen, dass die Geschichte eben mehr als ist als die Forschung in einem jahrhundertealtem Umfeld.

Neue Biberberater

Bestellung durch den Landrat ist erfolgt

Am 04. Oktober 2021 wurden Regina Hausmann-Löw aus Pleinfeld und Sebastian Amler aus Ettenstatt durch Landrat Manuel Westphal als neue Biberberater für den Landkreis berufen. Hausmann-Löw und Amler werden hier regional für den Jura und das Felchbachtal zuständig sein.

„Ich bedanke mich für die Bereitschaft von Regina Hausmann-Löw und Sebastian Amler die wichtige Koordinierungsaufgabe als ehrenamtliche Biberberater des Landratsamtes zu übernehmen und wünsche ihnen hierbei viel Freude“, erklärte der Landrat bei ihrer Berufung.

Regina Hausmann-Löw und Sebastian Amler arbeiten ab sofort als ehrenamtlich Mitarbeitende zur Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen. Durch ihr Engagement im Bereich des Bibermanagements hat der Landkreis nun insgesamt fünf Biberberater.

Zu den Aufgaben der Biberberater gehört die Erkundung und Ermittlung von Bibervorkommen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Als Beauftragte der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt verfügen sie dabei nach dem Bayerischen Naturschutzrecht über ein Zutrittsrecht zu fremden Grundstücken, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendig ist. Weiterhin stehen sie als unmittelbare Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Gemeindeverwaltungen zur Verfügung, insbesondere immer dann, wenn sich diese durch die Tätigkeit des fleißigen Baumeisters Biber betroffen oder beeinträchtigt fühlen. Die Biberberater beraten und unterstützen auch bei Vorsorgemaßnahmen, wie Baumsicherungen, Verfüllen von Einbrüchen, Anbringen von Elektrozäunen und vielem mehr. Wichtig ist auch eine Beratung über die Möglichkeit finanzieller Hilfen durch Dritte und die Aufnahme von Biberschäden, die für die Gewährung einer Ausgleichszahlung durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz nötig ist.

Da die Biberberater die Biberreviere in ihrem Zuständigkeitsbereich sehr gut kennen, können sie fachkundige Einschätzungen abgeben und so die Untere Naturschutzbehörde in ihren Aufgaben unterstützten. In regelmäßigen Abständen berichten sie der Unteren Naturschutzbehörde über ihre Tätigkeit und stehen so im engen Kontakt mit der Behörde.

Sofern Eingriffe gegen den Biber in Form von Biberdammbeseitigungen oder Zugriffsmaßnahmen angeordnet werden, kann auch die Betreuung solcher Einsätze in ihr Aufgabengebiet fallen. Ebenso ist die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit in Sachen Biber ein wichtiger Aspekt ihrer Tätigkeit. 

Die Biberberater werden an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in einem einwöchigen Lehrgang ausgebildet. Biberberater sind ehrenamtlich tätig und erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Falls Interesse an der Übernahme der ehrenamtlichen Tätigkeit als Biberberaterin oder Biberberater besteht, können sich Interessierte bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes melden (bei Sonja Alberter unter Tel. 09141 902-377 oder bei Elke Petschl unter Tel. 09141 902-378).