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Zukunft der Innenstadt

Impulsvortrag bei Stadtmarketingverein Gunzenhausen

Jan Vorholt (im Vordergrund) referiertet auf der Jahresversammlung des Stadtmarketingvereins im Bethelsaal. Foto: StG

Die Mitglieder des Stadtmarketingvereins Gunzenhausen sowie interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer trafen sich im Bethelsaal der Hensoltshöhe. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung stellte der Verein Jahres- und Kassenbericht 2021 und den Projekt- und Finanzplan 2022 vor. Ein besonders interessanter Tagesordnungspunkt war der Vortrag „Zukunft der Innenstadt“ von Jan Vorholt (CIMA Beratung+Management GmbH).

Seit sieben Jahren gibt es den Stadtmarketing Gunzenhausen e.V., die Bilanz ist sehr positiv, das Unternehmernetzwerk ist kontant auf einem hohen Niveau – der 1. Vorsitzende des Vereins Alexander Herzog präsentierte gemeinsam mit Geschäftsstellenleiterin Jeanette Holzschuh sichtlich stolz die aktuellen Zahlen. Inzwischen hat der Verein 165 Mitglieder, betreut erfolgreiche und langjährige Projekte wie das lokale Online-Schaufenster ingunzenhausen.de und arbeitet gemeinsam mit seinen Mitgliedern und in enger Kooperation mit der Stadtverwaltung – insbesondere Wirtschaftsförderer Andreas Zuber und Citymanager Markus Jocher – sowie den örtlichen Vertretern der Wirtschaftsverbände an den neuen Herausforderungen dieser Tage. Dazu sei es besonders wichtig, sich nicht in egoistischen Einzelinteressen zu verstricken, sondern gemeinsam positiv zu handeln, konstatierte der Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen Karl-Heinz Fitz, der gleichzeitig auch zweiter Vorsitzender des Vereins ist.

Im ersten Teil der Veranstaltung wurde neben dem Jahresbericht 2021 auch der Kassenbericht durch Kassier Dominic Braun (Sparkasse Gunzenhausen) präsentiert, aufgrund dessen sowie der Kassenprüfung ohne Beanstandungen der Vorstand entlastet werden konnte. Auch der bereits laufende Projekt- und Finanzplan 2022 wurde vorgestellt, in dem neben altbewährten Projekten auch neue Projekte wie der „Gunzenhäuser Familientag“ (09.07.2022) beleuchtet wurden. Ein weiteres wichtiges Thema für den Verein ist das Thema Kundenbindung mit dem landkreisweiten Altmühlfranken-Gutschein. Dieser wird im Rahmen einer Förderung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums zukünftig gemeinsam mit dem Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen, dem Stadtmarketing Weißenburg e.V. und anderen Akteuren betreuet werden. Hierzu hat der Verein ab Juni mit Tamara Koschischek aus Ansbach eine neue Mitarbeiterin eingestellt.

Neben den Vereinsthemen stand der Impulsvortrag „Zukunft der Innenstadt“ von Jan Vorholt (CIMA Beratung+Management GmbH) im Vordergrund. Jan Vorholt attestierte dem Verein eine gute Arbeit und einen zukunftsfähigen Projektplan – wies aber gleichzeitig auf die Herausforderungen an die Innenstadt der Zukunft hin. Diese ist den bundesweiten Trends wie unter anderen dem Rückgang der Passantenfrequenzen und der Einzelhandelsbetriebe sowie Digitalisierung und Wachstum des Online-Handels ausgesetzt. Diese Entwicklungen gäbe es schon seit Jahren – die Corona-Pandemie habe sie aber deutlich verstärkt, erklärte Vorholt den Mitgliedern und interessierten Unternehmer*innen. Das Kundenverhalten habe sich geändert und „Wir können keine Kunden umerziehen, der ‚Appellhammer‘ funktioniert nur bedingt“, so Vorholt. Trotzdem sieht er nicht nur die Herausforderungen in der Zukunft der Innenstadt. Die Corona-Pandemie hat den Handel in den Fokus der Politik gerückt und viele Förderprogramme in diesem Umfeld entstehen lassen. Außerdem gibt es auch eine Entwicklung bei den Kund*innen. So möchten besonders jüngere Bürger*innen laut einer Umfrage der CIMA in Zukunft häufiger als vor der Corona-Pandemie die Innenstadt besuchen.

Auf den Bereich der jungen Menschen kam Jan Vorholt auch im Zusammenhang mit Wohn- und Arbeitsqualität vor Ort zu sprechen und warb dafür, auch ein Augenmerkt auf diese Bevölkerungsgruppe zu richten, um diese vor Ort zu halten oder an die Stadt zu binden. Wichtig dafür ist beispielsweise auch die Pflege der eigenen Online-Präsenz über Dienste wie Google My Business, Social Media oder auch Gemeinschaftsaktionen wie vor Ort ingunzenhausen.de. Unter dem Schlagwort „Nähe gewinnt“ stellte Herr Vorholt dabei dar, welche Stärken dabei insbesondere der lokale Einzelhandel hat, denn Nähe baue eben auch Kundenbindung auf.

Zusammenfassend erklärte Vorholt, dass eine Innenstadt künftig viele Themen gleichzeitig abbilden müsse: Einkauf, Arbeit, Wohnen und Familie, Entspannung und Kultur, Dienstleistungen und Gesundheit sowie Genuss und Kulinarik. Nur so könne die Innenstadt der Erlebnisraum in unserer Mitte bleiben. Nötig dazu sind neben einer einsatzbereiten Verwaltungsspitze, entschlossenem politischen Handeln, einer motivierten Verwaltung insbesondere auch engagierte Unternehmer*innen und Unternehmerverbände.

Dem Vortrag folgte eine abschließende Diskussionsrunde sowie die Möglichkeit zum Austausch und zur Netzwerkpflege beim gemeinsamen Ausklingenlassen der Mitgliederversammlung.

60 Jahre Partnerschaft

Die Städte Gunzenhausen und Frankenmuth feiern

Eine der ersten Begegnungen in Gunzenhausen in den frühen sechziger Jahren. Bürgermeister Friedrich Wust und Amtmann Otto Kleemann empfangen Pastar Janz aus Frankenmuth und begründen die Partnerschaft der beiden Städte.

In diesem Jahr wird die Städtepartnerschaft zwischen Frankenmuth in Michigan/USA und Gunzenhausen 60 Jahre alt. Die Delegation aus Gunzenhausen reist im Juni zu den Feierlichkeiten in den USA. Schon im Juli kommt die Delegation aus Frankenmuth nach Gunzenhausen.
Während des Aufenthaltes der Gunzenhäuser Delegation in Frankenmuth findet neben den Partnerschaftsfeierlichkeiten auch das Bavarian Festival statt. In der Festhalle und auch auf der Main Street herrscht in dieser Zeit reges Treiben. Zu Ehren der Städtepartnerschaft wird ein übergroßer „Markgrafenstuhl“ an der Main Street eingeweiht. Dieser wurde auf Idee und Initiative von Judy Zehnder-Keller nach einem Vorbild aus dem Ansbacher Schloss errichtet. Er soll künftigen Frankenmuth-Besuchern als attraktives Fotomotiv dienen. Bereichert wird das
Jubiläum durch zwei königliche Hoheiten aus Franken: Die altmühlfränkische Bierkönigin Michelle Recker und die Apfelkönigin Anna Sauber reisen ebenfalls in die USA. Nach einer Rundreise im Osten der USA genießen die beiden das Bavarian Festival in Frankenmuth und sind natürlich auch bei der Inthronisation der dortigen Hoheiten dabei.
Offizielles Jubiläumsgeschenk der Stadt Gunzenhausen an die Stadt Frankenmuth ist eine Streuobstwiese. Im Rosengarten – gepflanzt zu einem Städtepartnerschaftsjubiläum in den Anfangsjahren – werden künftig Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume die Besucher mit ihrenBlüten und Früchten erfreuen. Im Kapitol in Lansing wird Bürgermeister Fitz zusammen mit der Gunzenhäuser Gruppe von Senator Ken Horn – einem Frankenmuther – empfangen. Auch der deutsche Generalkonsul Wolfgang Mössinger lässt es sich nicht nehmen, bei den Partnerschaftsfeierlichkeiten in Frankenmuth dabei zu sein.
Die große Parade zum Bavarian Festival wird Bürgermeister Fitz mit seiner Delegation als „Grand Marshall“ anführen. Bereits vom 1. bis 4. Juli finden die Jubiläumsfeierlichkeiten während des Bürgerfestes in Gunzenhausen statt. Bürgermeisterin Mary Anne Ackermann darf damit zum ersten Mal die Besuchergruppe zum Jubiläum anführen. Mit dabei sind unter anderem Stadträtin Beth Bernthal-Reindel mit ihrem Mann Jim, Herb Zeilinger mit seinem Neffen Zeke, Citymanagerin Bridget Smith mit ihrer Familie, Michael Zehnder mit seiner Frau Kimberly, Martha Zehnder Kaczinsky mit ihrem Mann John, Yvonne Frysh, Jacob Rummel (Sohndes im letzten Jahr verstorbenen Greg Rummel) mit seiner Freundin Grace, Randy Bierlein und Tracy Weber sowie Larry Bernthal.
Die Gäste sind teilweise bei Gastfamilien und teilweise in Hotels untergebracht. Allen Gastgebern und Unterstützern der Städtepartnerschaft und insbesondere der Jubiläumsfeierlichkeiten gebührt großer Dank und Anerkennung. Die Amerikaner werden am Freitag, 1. Juli an den Jubiläumsfeierlichkeiten in Ansbach teilnehmen und auch die Bayerische Landesausstellung sowie die Rokokospiele besuchen. Am Samstag, 2. Juli steht natürlich der Besuch des Bürgerfestes auf dem Programm. Der Sonntag gehört den Feierlichkeiten zum Jubiläum. Er beginnt mit dem Festgottesdienst um 9.30 Uhr auf dem Marktplatz. Anschließend geht es zum BayWa-Kreisel. Dort wird eine Streuobstwiese – das offizielle Geschenk der Stadt Frankenmuth an Gunzenhausen – eingeweiht.
Beim abendlichen Festakt in der Stadthalle werden neben den offiziellen Ansprachen viele Gespräche und Erinnerungen ausgetauscht werden. Am Montag, 4. Juli, verlässt der Großteil der Frankenmuther Gunzenhausen wieder. Bleiben wird eine Schülergruppe der Frankenmuth High School. Mit ihrer Lehrerin Jennifer Fruendt besuchen die Schüler einige Tage das Simon- Marius-Gymnasium. Untergebracht sind sie in Gastfamilien der Schüler des SMG. Dort lernen die amerikanischen Schüler das deutsche Schulsystem kennen. Außer der Teilnahme am Unterricht unternehmen die deutschen und amerikanischen Schüler auch einige gemeinsame Ausflüge. Im Herbst reisen die Schüler des Simon-Marius-Gymnasiums dann zum Gegenbesuchnach Frankenmuth. Von deutscher Seite werden die Schüler von Christel Seidenath, Margot Deininger-Meyer und Christian Reif betreut.
Eine weitere Gruppe, bestehend aus Professoren, Schulleitern und Lehrern der Saginaw Valley State University unter derLeitung von John Kaczinsky (Ehemann von Martha Zehnder-Keller) und Mary Anne Ackermann kommt ebenfalls nach Gunzenhausen. Auf dem Programm stehtein Besuch des Landesamtes für Schule, der Grundschule Süd und des Simon-Marius- Gymnasiums. Ziel dieser hochkarätig besetzten Gruppe ist es, das deutsche Schulsystem und natürlich auch Gunzenhausen kennen zu lernen. Die Hochschule in Ansbach ist in der Zwischenzeit Partnerhochschule der Saginaw State University geworden. Professoren und Studierende stehen in regem Austausch.
Die Städtepartnerschaft zwischen Frankenmuth und Gunzenhausen wurde im Jahr 1962 gegründet. Damit ist diese eine der ältesten Partnerschaften zwischen Städten in den USA und Deutschland überhaupt. Außergewöhnlich ist diese Städtepartnerschaft wegen der starken verbindenden Elemente wie die gemeinsame Abstammung und das gemeinsame Brauchtum. Mitte des 19. Jahrhunderts waren deutsche Auswanderer aus unserer Gegend auf Initiative von Pfarrer Wilhelm Löhe nach Amerika gezogen um dort Städte wie Frankenmuth, Frankentrost, Frankenhilf oder auch Frankenlust zu gründen. Ein weiteres verbindendes Element ist deshalb die gemeinsame fränkische Sprache. In Frankenmuth findet man noch heute Menschen, die sich ihren alten fränkischen Dialekt konserviert haben. Die Bevölkerung in Frankenmuth und Umgebung ist stark eingebunden in den christlichen Glauben.
Das am meisten verbindende Element ist jedoch der gemeinsame Wunsch nach Völkerverständigung und einem friedlichen Zusammenleben der Nationen. Der Marshall-Plan, der vor 70 Jahren von US-Außenminister George Marshall entwickelt wurde, war von der Idee getragen, dem kriegszerrütteten Europa neues Leben einzuhauchen. So konnten die Europäer mit ihrer Eigeninitiative ihren Ländern wieder eine wirtschaftliche Zukunft geben. Die Partnerschaft zwischen den Städten Frankenmuth und Gunzenhausen ist bis heute sehr lebendig geblieben. Viele Schüler-, Studenten- und Praktikumsaustausche wie auch viele gegenseitige Besuche der Bürgerschaft haben zu langjährigen und tiefen Freundschaften geführt. Man besucht sich nicht nur offiziell zu den alle fünf Jahre stattfindenden Partnerschaftsfeierlichkeiten. Es bieten sich auch Familienfeste wie Taufen, Hochzeiten, rundeGeburtstage oder einfach eine Urlaubsreise, um sich gegenseitig zu sehen. Ganz im Sinne von „people to people“.

Einstmals zwölf Brauereien in der Stadt

Lothar Hiemeyers Buch über die Geschichte der Brauereien, Mälzereien und Felsenkeller ist jetzt erschienen

Das coronabedingte Wirtshaussterben ist der bisherige Abschluss einer Entwicklung, die schon seit Jahrzehnten anhält.  In der Vergangenheit hat es in Gunzenhausen zwölf  Brauereien gegeben und mehr als 70 Wirtshäuser. Auf 360 Seiten dokumentiert der gebürtige Gunzenhäuser  Lothar Hiemeyer in seinem jetzt erschienenen Buch die Geschichte dieser Braustätten, der Mälzereien und der Felsenkeller, von Letzteren existierten 24 am Burgstallwald und am südlichen Reutberg.  Das repräsentativ aufgemachte Buch ist das Ergebnis jahrelanger Forschung in Archiven und vieler Recherchen bei den Nachkommen der einstigen Brauerfamilien.

Aus einem Fremdenverkehrsprospekt 1913 stammt diese Werbung für das Brauhaus Gunzenhausen, das erst 1998 als letzte Braustätte der Stadt den Betrieb einstellte.

Die 360 Seiten sind aber nur ein Teil seiner Forschungsergebnisse, denn Lothar Hiemeyer bringt im Herbst einen zweiten Band mit der Darstellung aller Gaststätten in Gunzenhausen (bis 1945) heraus. Viel Unterstützung haben ihm das Staatsarchiv in Nürnberg, das Stadtarchiv Gunzenhausen, der Altmühl-Bote, der Privatsammler Hans Himsolt und nicht zuletzt die Unternehmerfamilie Thomas und Barbara Riedel (Huber & Riedel) gewährt.

Das Stadtrechnungsbuch von 1450 gibt die ersten Hinweise auf Brauereien in der Stadt. Namentlich werden Wilhelm Kun, Sixt Behem und Hans Schreiner als die ersten Brauer genannt und ihrem Alter nach beschreibt der Autor die Adlerbräu (Marktplatz 10) , Stotz-Röschel (Marktplatz 45), Goldene Krone (Marktplatz 29), Zur Post (Bahnhofstraße 7), Steinhäußer (Kirchenstraße 13),  Zum schwarzen Bären (Marktplatz 4), Zur Sonne (Marktplatz 27), Zum schwarzen Bären (Marktplatz 4), Goldener Engel (Marktplatz 33), Blauer Wolf (Marktplatz 9), Herrschaftlliches Brauhaus (Bahnhofstraße), Goldener Stern (Weißenburger Straße 19) und Rotes Ross/Lehner (Weißenburger Straße 24).

Das Wasser kam bis ins 20. Jahrhundert u.a. von den Büchelberger Quellen, die  Markgraf Carl Wilhelm Friedrich  1746 errichten ließ. Gebraut wurde das untergärige Bier nach der Brauordnung von 1539 zwischen Michaeli (29. September) und Georgi (23. April). Als Lagerstätten für das aus der Altmühl geschlagene Natureis dienten die Keller am Rande des Burgstallwalds, denn sie garantierten eine gleichbleibende Temperatur von sechs bis acht Grad. Erst viel später (1876 erfand Carl von Linde die Kältemaschine) gab es technische Hilfe.  Die „goldenen Zeiten“ freilich hat es nie gegeben, denn schon immer beherrschten Veränderungsprozesse das wirtschaftliche Leben. So reduzierte sich die Zahl der Brauereien um das Jahr 1900 auf vier (Postbräu, Adlerbräu, Engelbräu und  Lehner) und auch sie gaben in den frühen zwanziger Jahren auf. Geblieben ist bis 1998 die Adlerbräu (Brauhaus Gunzenhausen).

Die Karte von 1879 zeigt die damals bestehenden Felsenkeller am nördlichen Burgstall entlang der Frickenfelder Straße. Die innerhalb der roten Markierung befindlichen  Kelleranlagen sind mit Erde abgedeckt und nicht mehr zugänglich.

Der älteste Nachweis der Brauerei „Goldener Adler“ (Adlerbräu) stammt aus dem Jahr 1564. Die Restauration erlebte das Freudenfest anlässlich der Vermählung des Markgrafen CWF 1729, wobei 22 Reiter 76 Maß Bier an einem Tag konsumierten. 1805 nächtigte der französische Marschall Graf Bernadotte und sogar mit dem Mord an Kaspar Hauser 1833 wird das Haus in Verbindung gebracht.  Die Familie Müller ist seit 1868 im Besitz der Brauerei und des Gasthauses (Adlersaal seit 1910, die Bavaria-Lichtspiele wurden 1949 eingebaut). Eine zwiespältige Berühmtheit erlangte die „Saalschlacht“ von 1929, als NSDAP-Anhänger und ihre Gegner aneinandergerieten und das Mobiliar zerschlugen.  Karl Müller, genannt  „der Bamber“,  war eine prägende Persönlichkeit, der bestrebt war, die Unternehmenstätigkeit auszubauen. Zeitweilig belieferte das Brauhaus an die … Wirtschaften im Umkreis, sogar in Nürnberg wurde Gunzenhäuser Bier getrunken. Die Brautätigkeit wurde 1998 eingestellt. Anstelle der Brauerei entstand in der Regie der Nachkommen ein Erweiterungsbau für das Hotel.

Zu den drei ältesten Braustätten zählt die Brauerei Stotz-Röschel (später „Bürgerstube“ am Marktplatz 45 und heute Teil der Sparkasse). Bereits 1469 hat der Inhaber das „Umgeld“ (eine Art von Getränkesteuer) entrichtet. Der Wirt Johann Michael Störtzer hat 1729 das Weißbrot ins Schießhaus geliefert, wo die markgräflichen Bediensteten ihre Becher auf das Wohl ihres neuen Fürstenpaares  erhoben.  Nach dem Besitzer Johann Thomas Stotz (1763) wurde das Haus auch das „Storzeneck“ genannt. Christian Heinrich Röschel erwarb es 1853 und begründete die lange Bierbrauertradition der Familie. Nachdem die Großbrauereien ihre Absatzmärkte später bis in die ländlichen Gegenden ausdehnten, musste der Betrieb 1925 eingestellt werden. In guter Erinnerung ist noch das Bier- und Weinlokal „Bürgerstube“, das 1945 von Johann Ludwig Guthmann erworben wurde, der das Haus 1969 an die Sparkasse veräußerte. Bis heute ist der beliebte „Röschelskeller“ weitgehend im Original erhalten geblieben.

Am Marktplatz 29 (heute: Parfümerie Neidhardt) stand einst die Brauerei „Zur goldenen Krone“. Die Namen der Brauer und Wirte wechseln in den Aufzeichnungen immer wieder. Das gilt für die meisten Familien dieser Branche in jener Zeit. Man kannte sich und so war es in der kleinen Welt der Stadt ganz selbstverständlich, dass die Söhne und Töchter untereinander heirateten, schon allein um den Familienbesitz zusammenzuhalten und zu mehren. 1868 endete die Brautätigkeit, aber der Sommerkeller-Betrieb ging weiter. 1908 ging das Haus an den Ansbacher Wilhelm Neidhardt. Noch heute ist das Haus in Familienbesitz.

1633 wird in den Annalen der Stadt die Brauerei „Zur Post“ erstmals genannt. Das Haus in der Bahnhofstraße 7 war ab 1681 die Thurn- und Taxissche Posthalterei (bis 1849). Der Verfasser hat die Eigentümer über alle die Jahrhunderte ist akribischer Forschertätigkeit ermittelt. Zu den prominentesten Gäste zählte 1788 Johann Wolfgang von Goethe, der auf seiner Rückreise von Italien hier nächtigte.   1840 kehrte der bayerische König Ludwig I. ein. Ein festliches Dinner gab Wirt Georg Goppelt 1874 zum Gedenken an die Schlacht bei Sedan. Ein Foto zeigt  Kronprinz Rupprecht, als er 1909 in der „Post“ abstieg. Im Inflationsjahr 1923 musste der Braubetrieb eingestellt werden. Julius Finkler, als Grandseigneur bekannt, gab das Haus 1951 an den Metzger und Gastwirt Friedrich Ehmann weiter, 1986 baute der Garmischer Zahnarzt Johannes Gather die „Post“ um. Es folgten Karl Seubert (Wolframs-Eschenbach) und Rolf Loos als Eigentümer.  Seit 2014 führt der Metzgermeister und Gastwirt Josef Arnold die alte Wirtetradition fort.

Die Brauerei Steinhäußer lässt sich 1692 in der „Höll“ nachweisen. Sie dürfte aber schon 1720 eingegangen sein, wie Lothar Hiemeyer eruiert hat. Der jüdische Kaufmann Hellmann war der Eigentümer (bis 1938). Der Rest des Gebäudes wurde 1981 abgerissen. Andreas Schwarm war der letzte Bewohner.

Bis in das Jahr 1675 lassen sich die Besitzverhältnisse der Brauerei „Zur Sonne“ (Marktplatz 42) belegen. In der Nachbarschaft standen einst die ältesten Häuser Gunzenhausens. Bis 1748 war hier ein Brauer tätig.  Von dem originellen Gunzenhäuser Junggesellen Waldemar („Waldi“) Müller konnte Fotomeister Braun das Haus an prominenter Stelle am Marktplatz erwerben.

Wo heute an der Ecke Oettinger Straße/Marktplatz  das Cafe Schmidt steht, da gab es ab 1651 die Brauerei „Zum schwarzen Bären“, auch „Mausfallwirtschaft“ genannt. Es hat häufige Besitzerwechsel gegeben, einer war Georg Wilhelm Späth (1799), der in den Geschichtsbüchern als „Billardier und Buchhändler“ in Erscheinung trat.  Das Haus wurde am 18. Januar 1942 von einem Großfeuer zerstört und wieder aufgebaut. Auf vielen Fotos ist es als Parteilokal der NSDAP zu erkennen. Die AOK zog 1951 in die Geschäftsräume ein, dann folgte ein Drogeriemarkt und seit 1997 ist die Bäckerei Schmidt ansässig.

Der Autor nimmt an, dass die Brauerei „Zum goldenen Engel“ am Marktplatz 33 (heute: KiK) schon im 16. Jahrhundert bestanden hat, denn 1584 wird Martin Steinhäußer als „weißer Bierbräu“ erwähnt. In den Kirchenbüchern taucht das Haus aber erst 1702 auf. Der „Engelwirt“ Johann Adam Deuerlein war markgräflicher Hoflieferant. Übrigens logierte der Baumeister des Markgrafen, Johann David Steingruber, 1748/49 zweimal im Gasthof, dessen Saal Platz für „große Productionen“ bot. Der Spielberger Bierbrauer Josef Gentner übernahm das Haus 1874, sechs Jahre später brannte es bevor Johann Georg Braun 1893 als neuer Eigentümer der „Braunschen Bierbrauerei“ auftrat, denn der Vorbesitzer hatte den „Engel“ mit zu seinem neuen Gasthaus in der Zufuhrstraße 7 (früher: Arbeitsamt) genommen. Braun war übrigens von 1919-27 Bürgermeister. Die Dienste der Brauerei endeten 1922, aber der Sommerkellerbetrieb ging weiter.  Die rückwärtigen Gebäude in der Waagstraße wurden 1977 abgebrochen.

Der „Blaue Wolf“ (Marktplatz 9 (heute: Hotel garni der Familie Bauer) besteht seit 1658. Entsprechende Nachweise als Bäcker und Bierbrauer (damals eine häufige Verbindung) liegen vor. Der Eigentümer Johann Zippel aus Merkendorf nannte das Haus  „Grauer Wolf“, erst 2003 kehrte die Familie Bauer zum „Blauen“ zurück.  Der Sohn Georg Zippel liefert eine nicht alltägliche Story: er verlobte sich am 31. Mai 1933 mit der Berlinerin Erika Seider, die persönliche Beziehungen zur Familie des deutschen Kaisers Wilhelm II. hatte. Bedauerlicherweise starb er 29-jährige an einer Pilzvergiftung. Dass sich seine Majestät beehrt hatte, auf einer Karte die Verlobung anzuzeigen, das war schon sehr bemerkenswert. Wie gut, dass die frühere Wirtin Erika Dersch dieses schriftliche Zeugnis bis heute gut aufbewahrt hat. Mit Unterbrechung hat die Brauerei bis 1880 bestanden.

Als „Herrschaftliche Brauerei“ wird das markgräfliche Brauhaus in der Nürnberger Straße 81 (heute: Haus „Silo“) genannt. Markgraf Johann Friedrich gründete es 1679, um durch das seit 1434 gültige Umgeld zusätzliche Steuereinnahmen zu bekommen. Auf dem Grundstück gab es nicht nur die Brauerei, sondern auch eine Landwirtschaft mit Schweinemast, Pferdestall und Hopfengarten. Ein Teilgebäude, das heutige Hotel „Krone“, war das Wohnhaus des Braumeisters. Dem fürstlichen Unternehmen war aber wenig Erfolg beschert, denn der „Bierbann“, den der Regent gegen elf Orte in der Nachbarschaft verhängte, sorgte mächtig für Ärger.  Er bedeutete, dass in diesen Orten kein anderes Bier ausgeschänkt werden durfte als das aus der fürstlichen Brauerei.  Und die privaten Brauer der Umgebung durften den fürstlich verfügten Preis nicht unterbieten. Die Folge: der kalkulierte Absatz von 4000 Eimern (entspricht 256000 Litern) wurde nie erreicht und ging in wenigen Jahren sogar bis auf 1239 Eimer zurück. Der erfolglose Betrieb sollte folglich an die Stadt abgegeben werden, aber dagegen waren die Bürgermeister Steinhäußer und Störzer, beide selbständige Brauer. Es folgten mehrere Besitzwechsel bis Georg Adam Schuler aus Sammenheim übernahm, der immerhin 40 Jahre den Betrieb führte.  1864 kauften sich die Gebrüder Eidam ein, mussten aber schon 1919 Konkurs anmelden. So drehte sich das Karussell weiter und weiter bis 1923 die „Hensoltshöhe“ einstieg und dort eine Fachakademie zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen  sowie einen Hort schuf. Die Stadt hat das dominante Gebäude an den Staat verkauft, der in den nächsten Jahren dort das Landesamt für Schule bauen will.

Der „Goldene Stern“ (Weißenburger Straße 19, heute: Mundart-Biofachgeschäft und Ärztehaus) geht auf das Jahr 1688 zurück und wurde seit 1734 als Bierbrauerei geführt. Wie aus den alten Urkunden hervorgeht, soll der Wirt 1749 einen türkischen Prinzen bewirtet haben, der sich auf Einladung des Markgrafen in der Stadt aufhielt. Johann Adam Baumgartner aus Aha und die Familie Wöllmer sowie deren Nachkommen sorgten für eine ungewöhnlich Konstanz in den Besitzverhältnissen, gefolgt von den Familien Röschel und Wucherer. Bei der Übergabe an Mathias Eiden erfolgte 1881 die Schließung der Braustätte und 1904 erwarb die Familie Spitzbart das Gasthaus, Wilhelmine Spitzbart drehte 1976 dem Bierhahn zu.

Auf eine lange Brautradition kann auch das Gasthaus Lehner in der Weißenburger Straße 24 zurückblicken. Die Gastwirtschaft gehört heute zu den gastronomischen Aushängeschildern Gunzenhausen. „Legendär“ sind die Lehner-Eigentümer seit 1867, vielen Menschen sind Simon und Emma Lehner sowie deren Sohn Oskar („Ossi“) ein Begriff. Während die Brauerei bereits 1924 an die Lederer-Brauerei in Nürnberg verkauft wurde, betrieben die Lehners die Mälzerei bis 1974 fort. Eine Begebenheit sticht hervor: Wirt Wilhelm Lehner musste sich im Inflationsjahr 1923 wegen der Nichteinhaltung der Sperrstunde verantworten und wurde zu 20000 Mark (!) Strafe oder fünf Tage Gefängnis verurteilt. Die Familie blieb nicht frei von Schicksalsschlägen: Sohn Simon verunglückte 1952 mit dem Bierlaster und „Ossi“ starb 2007 an den Spätfolgen eines schweren Motorradunfalls. Bis heute sind dessen Söhne Eigentümer der Liegenschaften.

Sommerkeller waren Ausflugsziele

Der bayerische König Maximilian I. verfügte 1812, wonach die Brauereien einen „Freiluftausschank“ vornehmen durften, jedoch der Verzehr von Speisen war untersagt. Für die Gunzenhäuser war es ein sonntägliches Vergnügen, auf die Felsenkeller zu pilgern, von denen es insgesamt 24 am nördlichen Burgstallrand und am südlichen Reutberg gab.  Einige hatten neben den Lagerkellern für Bier und Lebensmittel massive Gebäude zu gastronomischen Zwecken, etliche verfügten sogar über einen Kegelbahn und schön angelegten Lauben.  Ab 1774 werden in den Annalen die ersten Brauer und Wirte genannt, die es sich leisten konnten, einen Felsenkeller zu unterhalten. In einigen Fällen war der Staatsforst der Vermieter, an den die Wirte den „Bodenzins“ zahlen mussten. Die Betreiber, allesamt Gunzenhäuser Wirte, wechselten häufig. Für die meisten bedeutete der technische Fortschritt mit eigenen Kühlmöglichkeiten in den Gasthäusern und Brauereien das „Aus“.  Das benachbarte Diakonissenmutterhaus Hensoltshöhe nahm etliche nach und nach in ihren Besitz, die letzten wurden 1975 übereignet.  Nur einige sind noch begehbar, die meisten wurden verfüllt oder sind aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich. Zwei überstanden allerdings die Zeiten: der Röschelskeller und der Meyerhubers-Keller (heute: Waldschänke).  Den Letztgenannten bewirtschaftete ab nach dem Krieg der unvergessene Gastwirt Jus Schwab (später: „Zum Bären“), danach bis zur Schließung 1954 Kollmann Bertelshofer, genannt „der Neecher“.

Mälzerei bis in die neunziger Jahre

Autor Lothar Hiemeyer übersieht in seinem Werk auch nicht die Mälzereien, denn nicht alle Brauereien leisteten sich zugleich eine Darre und den aufwendigen Betrieb derselben. Nur die Postbräu, Engelbräu sowie die  Brauereien  Röschel und Lehner verarbeiteten selbst die Braugerste.  1865 kam mit der Malzfabrik Eidam (Bahnhofstraße) ein professionelles Unternehmen dazu, das allerdings 1919 schließen musste. Friedrich Huss errichtete auf dem Gelände der abgebrannten Dampfmühle in der Ansbacher Straße eine neuartige Mälzerei, die 1927 in die Hände von Otto Probach überging. Bis in die neunziger Jahre  produzierten vier Probach-Generationen, seit Jahren werden die Gebäudlichkeiten vom neuen Besitzer abgebrochen. Bereits 1974 schloss Oskar Lehner die Mälzerei in der Weißenburger Straße.

WERNER FALK

Lothar Hiemeyer: „Geschichte der alten Brauereien, Felsenkeller und Mälzereien in Gunzenhausen“; 390 Seiten; ISBN 978-3-87707-253-0; Vorwort von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und Stadtarchivar Werner Mühlhäußer; erschienen in der Verlagsdruckerei VDS Schmidt in Neustadt/Aisch. In den Gunzenhäuser Buchhandlungen ist das Buch für 39 Euro erhältlich.

Mittendrin statt nur dabei!

Ein Gespräch mit Herbert Gutmann, Schiffsführer auf der MS Altmühlsee

Herbert Gutmann ist Schiffskapitän und Kommunalpolitiker – und ein immer bestens aufgelegter Zeitgenosse.

Tolle Erinnerungen und ein paar unvergessliche Momente, die möchte Herbert Gutmann seinen Passagieren schenken. Der Laubenzedler ist bereits seit 1995 mit Leib und Seele als Schiffskapitän auf dem Altmühlsee unterwegs, zuerst auf der MS Gunzenhausen, nun auf der MS Altmühlsee. Damit ist er der dienstälteste Schiffsführer im Fränkischen Seenland. Seine tägliche Motivation ist die Freude der Menschen, sein Beruf längst Berufung.

Im Interview mit Manuel Grosser, dem Pressechef der Stadt Gunzenhausen, erzählt er von seiner interessanten Aufgabe.

In Franken ist Schiffsführer ein ungewöhnlicher Beruf. Wie kam es dazu?

Als die Schifffahrt am Altmühlsee kommen sollte, wurden zwei Kapitäne gesucht. Da die gut ausgebildeten Schiffsführer aus Hamburg wohl zu teuer waren, hat man sich für uns Franken entschieden (lacht). Spaß beiseite: Mich hat die Ausschreibung damals magisch angezogen, da Schifffahrt etwas Exotisches im Frankenland war. Nach der Zusage wurden ich und mein damaliger Kollege an den Chiemsee geschickt und wir haben dort unsere Ausbildung gemacht. Bis heute habe ich keinen einzigen Tag bereut und freue mich auf jede Fahrt.

Aber ist das nicht langweilig, jeden Tag die gleiche Runde über den Altmühlsee zu schippern?

(lacht) Bisher war mir tatsächlich noch nie langweilig, und das bei rund 800 Fahrten im Jahr. Das Besondere an der MS Altmühlsee ist ja, dass ich als Kapitän mittendrin statt nur dabei bin. Die Schiffsführerkabine ist offen und mitten im Passagierdeck. Ich unterhalte mich mit den Menschen und lasse mich durch sie natürlich auch unterhalten. Die Gespräche sind wertvoll und manche Erinnerung, die wir während einer Fahrt schaffen, wird lange und oft daheim
erzählt. Die Begeisterung und Freude der Passagiere gibt mir sehr viel und ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen. Mein persönliches Ziel vor jeder Rundfahrt ist, dass danach alle glücklich und zufrieden von Bord gehen.

Was ist das Besondere an der Schifffahrt am Altmühlsee?

Bei uns können sich die Passagiere völlig sicher fühlen, denn die MS Altmühlsee ist vielleicht das einzige unsinkbare Schiff der Welt. Da der See an der tiefsten Stelle nur rund 2,5 Meter misst, muss man sich bei einer Havarie nur aufs Oberdeck retten (lacht). Davon abgesehen, sind wir Kapitäne auch Entertainer und beziehen die Fahrgäste mit ein. Gerade Kinder freuen sich, wenn sie selbst einmal ans Ruder gehen dürfen. Wenn es die Situation zulässt, setzen wir
uns zu den Passagieren und singen und spielen Seemannslieder. Übrigens gibt es bei uns auch einen behördlich zugelassenen Seehund namens Sammy (lacht). Der darf immer wieder mit an Bord und seine Runden über den See drehen.

Für den Altmühlsee spielt Naturschutz eine große Rolle. Wie passt das mit
regelmäßiger Schifffahrt zusammen?

Hier sprechen Sie natürlich einen wichtigen Punkt an. Ich bin ja nicht nur Schiffsführer, sondern auch Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat. Qua Amt müsste ich wohl strikt gegen die Schifffahrt sein. Allerdings wäge ich tatsächlich ab. Wir leben in einer hochtechnisierten, hektischen Welt, in der oft keine Zeit bleibt, einfach mal innezuhalten und die Schönheit der Natur zu genießen. Der Alltag hat uns im fest im Griff und lässt uns selten los. Während einer Rundfahrt stelle ich allerdings fest, dass die Menschen genießen und ihre Umwelt anders,
vielleicht sogar bewusster wahrnehmen.Daneben schonen wir natürlich Ressourcen und verbrauchen nur das Nötigste. Unser Schiff benötigt beispielsweise nur rund zehn Liter Diesel auf eine Runde, dazu haben wir im letzten Jahr auf emissionsarmen Treibstoff umgestellt. Der ist zwar teurer, die Umwelt dankt es uns allerdings. Unterwegs sind wir in einem 37 Jahre jungen Boots-Oldtimer, der von uns gehegt und gepflegt wird. Diesen wollen wir möglichst lange erhalten, was auch nachhaltig ist.

Die MS Altmühlsee ist ständig im Einsatz?

Von April bis Oktober fährt sie regelmäßig und ist eine der wichtigen, touristischen Attraktionen am Altmühlsee. Daneben wird sie als einzigartiger Trauort immer beliebter. Ganz ehrlich: Was kann schöner als eine Hochzeit auf See sein? Viele chartern das Schiff auch für Firmenevents, Geburtstags- oder Familienfeiern. Dann gibt es noch so manche Themenfahrt, beispielsweise zusammen mit dem LBV oder der Stadtjugendpflege. Persönlich gefallen mir die Dämmerungs- und Vollmondfahrten, da sich der See von einer anderen Seite zeigt.

Was schätzen Sie persönlich an der Region Gunzenhausen?

Mir gefällt, wie unkompliziert alles ist. In der Region Gunzenhausen begegnet man sich auf Augenhöhe und spricht Themen offen an. In der Freizeit bin ich häufig mit dem Fahrrad unterwegs und freue mich über die tollen Radwege.

Schwimmende Disco

Gunzenhäuser Stadtjugendpflege enterte die MS Altmühlsee

Die beliebte „Tanz-klar“-Reihe der Gunzenhäuser Stadtjugendpflege ist zurück und feierte am letzten Freitag auf der MS Altmühlsee ein begeisterndes Comeback. Das Schiff unter Leitung von Stadtjugendpfleger Helmar Zilcher und mit Kapitän Herbert an Bord wurde kurzerhand geentert und rund 80 Jugendliche zelebrierten von 19 bis 23 Uhr eine große Party auf See. Zu jeder vollen Stunde fuhr die schwimmende Disco die Anlegestelle am Seezentrum in Schlungenhof an und nahm neue Passagiere an Bord. Bei Ofen-Pizza und alkoholfreien Cocktails ließ sich die tanzende Meute von den Klängen DJ MELLIXX gut unterhalten. Besonders Mutige wagten sich für kurze Zeit sogar ans Steuer der MS Altmühlsee, Selfies und lustige Fotos inklusive.
Mit „Tanz-klar“ SPLASH steht das nächste Event aus der Reihe für den 22. Juli 2022 auf dem Sommerprogramm, dann allerdings nicht auf dem Altmühlsee, sondern im Waldbad am Limes.
Für Fragen steht Stadtjugendpfleger Helmar Zilcher unter Tel. 09831/508 122 oder per E- Mail an stadtjugendpflege@gunzenhausen.de gerne zur Verfügung.

Hohe Resonanz für Kleinprojekte

Regionalbudget löst Investitionen in den zwei ILE-Regionen aus

Lastenräder, digitale Info-Stelen, ein Mehrgenerationenspielplatz, die Optimierung von Fahrrad-Infrastruktur, Outdoor-Fitnessgeräte, die Ausschilderung von Winterwanderwegen oder ein Sternen-Aussichtspunkt sind in ihrer Summe alles kommunale Anliegen, für die mit dem Programm des „Regionalbudgets für Kleinprojekte“ seit 2020 eine Möglichkeit der Förderung auch dann besteht, wenn das finanzielle Volumen bei den meisten anderen Programmen für eine Unterstützung unter die sog. Bagatellgrenze fällt. Dieses durch die Ländliche Entwicklung neu aufgelegte Programm hat bisher weit über 1.700 Kleinprojekte mit einer Gesamtsumme über 13,7 Mio EUR unterstützt, mit denen Investitionssummen von rund 20 Mio EUR bayernweit ausgelöst wurden.

Auch in 2022 wurde dieses Programm der Ländlichen Entwicklung wieder sehr gut angenommen und es sind in den beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften der ILE-Regionen Altmühltal sowie Fränkisches-Seenland-Hahnenkamm insgesamt 39 Projekte eingereicht worden. Davon wurden 24 Projekte in einem Auswahlverfahren gewählt, die bei einer Fördersumme von 200.000 EUR Gesamtinvestition von rund 353.690 EUR im Laufe des Jahres 2022 auslösen werden.

Mit den Mitteln des Regionalbudget werden Kleinprojekte – das sind Vorhaben bis max. 20.000 EUR Investitionssumme netto – mit bis zu 80 %, höchstens aber pro Projekt 10.000 EUR netto gefördert.
Den beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften standen dafür seit 2020 jeweils 100.000 EUR Fördermittel zur Verfügung. Um diese Summe angemessen auf eingereichte Projektanträge aufteilen zu können, wurde von den beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften je eine Projektgruppe (aus öffentlichen Vertretern, aus Vereinen und Verbänden, aus Unternehmen und aus Personen mit besonderer Fachkompetenz) eingesetzt und es wurden Bewertungskriterien mit neun regionalwirtschaftlich bedeutsamen Indikatoren aufgestellt. Außerdem mussten alle zu fördernden Projekte mindestens einem oder mehreren Handlungsfeldern des jeweiligen ILE-Konzeptes zuzuordnen sein.

So sind seit 2020 alleine in diesen beiden ILE-Regionen des Landkreises jetzt 77 Projekte unterstützt worden, die bei einer Fördersumme von 580.000 EUR in diesem Zeitraum Gesamtinvestitionen von 1,2 Mio EUR auslösen konnten. Schwerpunkte der jetzt bewilligten Projekte bildeten Maßnahmen zur Aufwertung des dörflichen Gemeinwesens, des Tourismus und der dörflichen Kultur. Dazu zählten im Altmühltal u.a. die Einrichtung barrierefreier öffentlicher WC-Anlagen in Wettelsheim und Meinheim, die umweltfreundliche Umgestaltung von Spielplätzen in Markt Berolzheim, ein Mehrgenerationen-spielplatz in Möhren, die Sanierung eines Dorfangers in Göhren, Outdoor-Fitnessgeräte in Dittenheim und Trommetsheim, die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in Langenaltheim bzw. der Infrastruktur der Badeanstalt in Solnhofen, die Errichtung von Aussichtsfernrohren auf der Gelben Bürg bei Sammenheim, die Errichtung einer Erholungsanlage an der Altmühl in Solnhofen, die Unterstützung des „Treuchtlinger Kultursommer“ oder der Aufbau des in Treuchtlingen angesiedelten Projektes „Altmühltaler Weiderind“.
Im Bereich der ILE-Region Fränkisches Seenland-Hahnenkamm waren diese geförderten Maßnahmen u.a. ein Erprobungsprojekt für Lastenfahrräder, der Aufbau eines Sternenparks bei Hechlingen, die Beschaffung einer Seniorenrikscha in Pfofeld, der Ausbau eines Winterwanderwegenetzes am Brombachsee, eine digitale Infostele am Muhrer Altmühlseeufer, Schutzpavillon- und Zeltprojekte für die Dorfgemeinschaften von Dornhausen, Aha und Auhausen-Dornstadt, eine Kitzrettungsdrohne, ein öffentlicher Bücherschrank in Muhr am See, ein Verkaufsautomat bei einem bäuerlichen Direktvermarkter in Pfofeld und die Sanierung eines Bade- und Erholungsweihers in Polsingen.

Die Abwicklung dieses Förderprogramms wurde als jeweils „Verantwortliche Stelle“ von den beiden Verwaltungsgemeinschaften Gunzenhausen und Altmühltal vorgenommen, die sich der Umsetzungsbegleitung durch die FUTOUR Regionalberatung aus Haundorf bedienen.

In diesem Sinne erhoffen sich die Kommunen aus den beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften und deren beide Vorsitzende, Bürgermeister KH Fitz aus Gunzenhausen sowie Dr. Kristina Becker aus Treuchtlingen, dass mit dem aktuell noch bis 2023 laufenden Programm „Regionalbudget“ des Amtes für Ländliche Entwicklung Mittelfranken weitere Kleinprojekte aufgegriffen werden können, die sonst deutlich weniger Realisierungs-Chancen hätten. Besonders erfreut zeigten sich beide, dass sich Staatsministerin Kaniber wegen des großen Erfolgs dieses Programms auch dafür einsetzen will, dass dies über die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe auch über das Jahr 2023 geführt werden kann. Und es wurde begrüßt, dass die interkommunalen Zusammenschlüsse nun bereits im Vorfeld des Maßnahmenbeginns eine Förderzusage erhalten. Damit bleiben den Projektträgern deutlich mehr Zeitspielräume zur Umsetzung und damit Qualität der Maßnahmen.

DIETER POPP, Regionalberater Future, Haundorf

Projekt
Ertüchtigung der Badeanstalt in Solnhofen
Marketingmaßnahmen für das Projekt Altmühltaler Weiderind
WC-Einbau bei der Christus-Kirche Wettelsheim
Umweltfreundliche Gestaltung von Kinder-Spielplätzen in Markt Berolzheim
Bau eines Mehrgenerationenspielplatz in Möhren
Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in allen Ortsteilen von Langenaltheim
Sanierung des historischen Dorfangers „Hüll“ in Göhren
Verbesserung der Aufenthaltsqualität an einem Platz an der Altmühl Solnhofen
Errichtung eines behindertenfreien WC am Friedhof Meinheim
Installierung von Ausssichtsfernrohren an der „Gelben Bürg“ oberhalb von Sammenheim
Errichtung von Outdoor-Fitness-Geräten an der Freilufthalle Dittenheim
Bau eines Familien-Fitness-Bolzplatze  in Trommetsheim
Unterstützung des Programms „Treuchtlinger Kultursommer“

Renaturierung eines Flusses

Neuer YouTube-Film über die Altmühl

WWA-Chef Thomas Keller erläutert im Film die Renaturierung der Altmühl.

Im Internet ist jetzt ein neuer Film über die Altmühl anzusehen. Es geht dabei um die Renaturierung des Flusses im Abschnitt von Gunzenhausen bis Treuchtlingen, die in den letzten zwanzig Jahren geschehen ist.  „Die Natur hat sich alles zurück erobert“, sagt dazu Thomas Keller, der Chef des Ansbacher Wasserwirtschaftsamts, in dem sechs Minuten langen YouTube-Kurzfilm.

10 Millionen hat der Freistaat investiert, um neue Strukturen zu schaffen, die Rückzugsgebiete für Fische und andere Arten im Wasser schaffen. „Strukturvielfalt ist die Zauberformel“, sagt dazu Thomas Keller.

Die Philosophie der Wasserwirtschaftler war früher eine andere als heute. Es galt, die Altmühl, die ohnehin der am langsamsten fließende Fluss in Bayern ist, zu begradigen, um den Abfluss zu beschleunigen und die damals üblichen Sommerhochwasser zu vermeiden.  Die Überschwemmung von Feldern und Wiesen hatte jährlich zu hohen Verlusten der Bauern geführt. Zu den engagiertesten Befürwortern einer Begradigung gehörte damals der „Altmühlstreiter“ Karl Baumgärtner aus Wachenhofen, seines Zeichens Bürgermeister des Dorfes.  1908 beschlossen die Bezirksämter (heute: Landratsämter) Gunzenhausen und Weißenburg die Regulierung, deren Vollendung 1920 als großer Gewinn von allen Seiten gefeiert wurde. Erst siebzig Jahre später erkannte man, dass dies eine einzigartige ökologische Zerstörung war. Es begann die Reanaturierung der Altmühl von Gunzenhausen nach Treuchtlingen.  Die Deutsche Umwelthilfe zeichnete das Projekt mit dem Prädikat „Flussbefreier“ aus. Mit diesem Titel darf sich das Wasserwirtschaftsamt seit 2021 schmücken.

Wenn in etlichen Jahren auch die obere Altmühl  bei Ornbau – also am Zulauf in den Altmühlsee – renaturiert sein wird, dann ist das ein großer Gewinn für die Natur, aber auch für alle, denen die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen wichtig ist. Und dazu bekennen sich inzwischen immer mehr Menschen, die erkannt haben, dass die Natur ein Geschenk für alle ist, das es wertzuschätzen gilt.

Jetzt geht die Renaturierung an der oberen Altmühl bei Ornbau weiter.

Programm des LBV

Ausblick auf das Veranstaltungsjahr 2022

Kreisvorsitzender Sebastian Amler bilanzierte das LBV-Jahr 2021 und kündigte die 2022er Aktivitäten an. Foto: Walk

Im Naturfreundehaus in Weißenburg fand die diesjährige Jahresversammlung statt. Die Veranstaltung bot den zahlreichen Gästen einen Überblick über die Projekte und Themenfelder des vergangenen Jahres und gab ihnen so einen Einblick in die Arbeit des LBV. Darüber hinaus wurden langjährige Mitglieder geehrt, von denen drei im besonderen Maße herausstachen.

Im Anschluss referierte der Vorsitzende Sebastian Amler über den Vogel des Jahres 2022, den Wiedehopf. Darüber hinaus startet auch das Programmjahr der LBV-Kreisgruppe Weissenburg-Gunzenhausen. „Alle Vögel sind schon da“ heißt die erste Führung, die am 28. Mai im Burgstallwald bei Gunzenhausen stattfindet.

Der Wiedehopf ist der Vogel des Jahres


Der Vorsitzende der Kreisgruppe, Sebastian Amler, thematisierte zunächst die stark bedrohten Wiesenbrüter, Brachvogel, Kiebitz und Co. mitunter deren Schwierigkeiten, aber auch verschiedener Möglichkeiten zum Schutz dieser besonderen Arten. Weiter ermöglichte der kurzweilige Vortrag u.a. einen Einblick in die Welt der Störche, Schleiereulen, Fledermäuse und Amphibien mitunter der Chancen und Herausforderungen innerhalb der jeweiligen Schutzprojekte. Freudig konnten auch der Erwerb neuer LBV-Flächen bei Möhren und Et- tenstatt verkündet werden. Dabei untermalte Amler seinen Vortrag immer wieder mit prägnanten Videos und Verweisen auf Mitmachmöglichkeiten für Interessierte.

Leider gab es jedoch nicht nur Positives zu berichten. Das Thema der Naturschutzkriminalität und anderer Störungen erschütterte viele der Anwesenden, nimmt der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hier doch eine leider führende Rolle in Bayern ein. Im Speziellen wurde über erschreckende Beispiele vergifteter, mutwillig getöteter Tiere berichtet: Unter anderem eines Kolkraben bei Unterwurmbach, eines Rotmilans bei Gnotzheim, sowie eines Mäusebussards bei Alesheim und zweier Turmfalken bei Weißenburg.

Nach dem anschließenden Kassenbericht folgte ein Bericht der LBV-Umweltstation am Altmühlsee sowie ein kurzer Abriss des aktuellen Streuobstwiesenprojektes „LBV-Natur-Erlebnis- Garten Muhr“. Zudem durfte die LBV-Kreisgruppe in diesem Jahr einige langjährige Mitglieder und darunter drei in den letzten Jahrzehnten besonders herausragende Naturschutzmitglieder ehren. Klaus Scharrer für bemerkenswerte 40 Jahre, Claudia Beckstein für 20 Jahre und Alfred Baumgärtner ebenso für 20 Jahre Mitgliedschaft. Alle drei sind oder waren über viele Jahre Mitglieder im Vorstand der Kreisgruppe. Bei einer ausführlichen Laudatio wurde auf die jahrelange, aktive und intensive Arbeit der drei sowie ihrer Verdienste eingegangen. „Wenn es nur mehr solcher Menschen wie Alfred gäbe, hätten wir vermutlich keine Probleme mehr im Naturschutz“, schwärmte beispielsweise einer der Laudatoren Andreas Gastner über Alfred Baumgärtner.


Zum Abschluss präsentierte der Vorsitzende der Kreisgruppe Sebastian Amler in einem Vortrag den Vogel des Jahres 2022. Mit deutlichem Abstand zu seinen Mitbewerbern Mehlschwalbe, Bluthänfling, Feldsperling und Steinschmätzer gewann in diesem Jahr der Wiedehopf. Der auffällige Zugvogel mit seinen gestreiften Flügeln, seiner aufstellbaren orangefar- benen Haube und langem Schnabel sticht zwar sofort ins Auge, kommt hierzulande bisher aber sehr selten vor und ist stark bedroht. Wer dem markanten Kronenträger helfen möchte kann sich neben vielen anderen Mitmachaktionen auch im Wiedehopfprojekt der Kreisgruppe einbringen.

Insgesamt bot die Versammlung eine Chance, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen und bot schon erste Einblicke auf die diesjährig anstehenden Projekte und Themen: Das schon gestartete interaktive überregionale Jugendprogramm Go2Nature bietet beispielsweise über das Jahr verteilt spannende Angebote und Aktionen für jugendliche Naturfans. Zudem ermöglicht die LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen während verschiedener Führungen und Vorträge, die Flora und Fauna des Landkreises näher kennenzulernen: Auch unsere letzten Zugvögel sind zurück und mitten im Brutgeschehen.

Ins Programmjahr gestartet wird deshalb mit der Führung „Alle Vögel sind schon da“ am 28. Mai. Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach unseren gefiederten Freunden und genießen dabei die Idylle des Burgstallwaldes. Wer dagegen lieber zur besten Zeit des Jahres in die blühende Pflanzenwelt am Hahnenkamm eintauchen und unsere heimischen Pflanzenschätze bestaunen will, ist herzlich zur „Botanischen Führung“ am 19. Juni mit dem ausgebildeten Natur- und Landschaftsführer Emil Habermeyer eingeladen.
Ab Juni dürfen alle Wassersportbegeisterten Naturschützer*innen unter uns jubeln. Denn der LBV bringt Natursport und Naturschutz zusammen. Gemeinsam mit dem SUP-Anbieter Belebnisse bieten der LBV naturkundliche SUP Führungen am Altmühlsee an, bei denen Sie nicht nur den neuen Trendsport Stand-Up-Paddling kennen lernen, sondern dabei auch die Vogelwelt am Altmühlsee von einer neuen Perspektive erleben können. Im interaktiven Workshop „How to Naturgarten” am 17.09. wird gezeigt, wie Sie Rückzugsorte für Flora und Fauna in Ihrem eigenen Garten schaffen können.
Ob nun online, zu Fuß oder sogar mit dem Stand-Up-Paddle auf dem See, die breite Programmvielfalt dürfte für Jeden etwas bereithalten. Mehr Informationen zu diesen und vielen weiteren Führungen und Vorträgen der Kreisgruppe erhalten Sie unter https://weissenburg-gunzenhausen.lbv.de/veranstaltungen.
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Kontakt: Sebastian Amler, Vorsitzender der Kreisgruppe, E-Mail: weissenburg@lbv.de, Tel.: 0173 4196979.

Oldtimerrallye am 12. Juni

Altmühltal Classic Sprint macht Halt in Gunzenhausen

Am 12. Juni legt die „Altmühltal Classic Spring“ eine Pause in Gunzenhausen ein.


Für Freunde und Fans automobiler Kostbarkeiten ist die fränkische Oldtimerrallye „Altmühltal Classic Sprint“ ein fester Termin im Veranstaltungskalender. Dabei handelt es sich nicht um ein Autorennen im klassischen Sinne, in dem Material mutwillig verschlissen und Punkte gejagt werden. Die CO2-neutrale Altmühltal Classic Sprint ist vielmehr eine touristische Ausfahrt von Nürnberg bis ins Fränkische Seenland und dann wieder zurück.

Ziel sind schöne und entspannte Stunden unter Gleichgesinnten, die sich an einem gemeinsamen Hobby erfreuen und Spaß haben. Und auch fürs Auge gibt’s was zu sehen, denn der Streckenverlauf der Oldtimerrallye ist bekannt und lockt zahlreiche Zuschauer an die Straßen. In manchen Orten stoppen die Boliden und die Fahrerinnen und Fahrer suchen das Gespräch mit dem interessierten Publikum.

Erstmals in der Geschichte der Rallye stoppt das Fahrerfeld auch in Gunzenhausen, und zwar am Sonntag, 12. Juni. Für rund eine halbe Stunde wird jedes Fahrzeug ab kurz nach 9.30 Uhr am Marktplatz zu sehen sein. Dort wird ein durch die Rallyeleitung vorgegebener Halt eingelegt und die Fahrerinnen und Fahrer können sich kurz die Beine vertreten. Danach geht es für die mehr als 100 Fahrzeuge nach Roth und Nürnberg weiter. Für Old- und Youngtimerfans ist der 12. Juni aber nicht nur deswegen ein Feiertag in Gunzenhausen. So findet für Menschen mit Benzin im Blut auf dem Gunzenhäuser Marktplatz von 9 bis 16 Uhr zugleich ein Oldtimertreffen statt.Weitere Informationen zur Altmühltal Classic Sprint erhalten Sie auf der Internetseite des Veranstalters unter www.classic-sprint.de.

Für Fragen rund um das Oldtimertreffen in der Innenstadt stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tourist Information unter 09831/508-300 oder per E-Mail unter touristik@gunzenhausen.de zur Verfügung.

Spielplan mit tollen Künstlern

Theaterspielzeit der Stadt Gunzenhausen

„Fräulein Julie“ besucht am 25. März die Stadthalle Gunzenhausen.


In den letzten Jahrzehnten hat sich die Gunzenhäuser Theaterspielzeit zu einer beliebten Veranstaltungsreihe für Fans anspruchsvoller Bühnenkunst entwickelt. Die Aufführungen sind meist ausverkauft und noch lange danach wird von den tollen Künstlerinnen und Künstlern geschwärmt. Die Erwartungshaltung an die Theaterspielzeit ist hoch und Jahr für Jahr wird mit Fingerspitzengefühl am neuen Programm gefeilt. Auch für die kommende Saison dürfen Theaterfans wieder einige Schmankerl erwarten.

Den Startschuss geben am 22. Oktober 2022 das Ensemble Persona und das Scharoun Theater Wolfsburg mit ihrem Schauspielspektakel „In 80 Tagen um die Welt“. Die spannende Geschichte um den Abenteurer und Gentlemen Phileas Fogg kennt wohl so gut wie jeder. Im Übermut geht Fogg eine waghalsige Wette ein: In nur 80 Tagen will er mit seinem Diener Passepartout die Welt umrunden, eine Sache der schieren Unmöglichkeit. Verfolgt vom grimmigen Inspektor Fix durchquert er die Welt auf Dampfern, Eisenbahnen und Elefantenrücken. Wird sein Wagemut am Ende aber auch belohnt werden?

12. November: „Schwiegermütter und andere Bosheiten“.

Weiter geht ́s am 12. November 2022 mit der skurrilen Komödie „Schwiegermütter und andere Bosheiten“. Es geht um zwei Paare mit allerlei Problemen. Der eine liebt ohne Widerspruch, die andere wünscht sich Veränderung. Dann soll an anderer Stelle geheiratet werden, der potentielle Bräutigam weiß aber nicht so recht, was er davon halten soll. Und zuallem Überfluss hängt sich Schwiegermutter Gerda rein, die sowieso mit allem unzufrieden ist. Nach dem Motto „Selber heiraten ist nicht schwer, verheiratet bleiben dagegen sehr“ entwickelt sich ein lustiger Schlagabtausch der Geschlechter.
Den 14. Dezember 2022 sollten sich Familien mit Kindern ab 3 Jahren ganz dick im Kalender anstreichen. Dann kommt Hörspielstar und Lieblingselefant Benjamin Blümchen in die Stadthalle und spielt zusammen mit seinem kleinen, menschlichen Freund Otto „Weihnachten mit Törööö!“. Zuviel soll nicht verraten werden, aber: Im Neustädter Zoo gibt es eine große Festtagsüberraschung.
Ins neue Theaterjahr starten wir am 21. Januar 2023 mit der charmanten Operette „Wiener Blut“. Auf die Bühne gebracht wird das Stück vom renommierten Ensemble der Operettenbühne Wien und Sie dürfen sich auf große Momente freuen. Dieses Meisterwerk von Walzerkönig Johann Strauß lockt weltweit Besucher in die Konzertsäle. Das Stück ist mitreißend und gilt nicht grundlos als eine der lebendigsten Operetten überhaupt.
Für den 3. März 2023 kündigt sich dann das Chiemgauer Volkstheater mit ihrem Stück „Alter schützt vor G ́sundheit nicht“ an. Die Aufführung musste zuletzt Corona-bedingt verschoben werden und läuft nun als Sondergastspiel im Rahmen der 46. Theaterspielzeit. Freuen Sie sich auf den 75-jährigen Günther, topfit und kerngesund. Problem: Das Familienunternehmen ist pleite und es braucht Geld. Die Lösung hat Sohn Kai, der will nämlich für seinen Papa
Pflegestufe 4 beantragen und der soll dabei mitspielen. Ob das gut geht?
Mit Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ wird auch kleinen Theaterfreunden ab 4 Jahren ein tolles Programm geboten. Die freche Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz Pippi, hat wieder allerlei Abenteuer zu erleben. Dass dabei Unsinn passiert, versteht sich von selbst. Mit dabei sind am 13. März 2023 natürlich auch ihre Freunde Annika und Tommy.
Mit „Fräulein Julie“ besucht am 25. März 2023 ein anspruchsvolles, naturalistisches Trauerspiel von August Strindberg die Gunzenhäuser Stadthalle. Das 1888 entstandene Stück ist hochaktuell, behandelt es doch Themen wie Geschlechterkampf, Standesunterschiede und die Suche nach dem ewigen Glück. Verwirrt von ihren Gefühlen bandelt die privilegierte Juliemit Diener Jean an. Ein Skandal, der wunderbar von Judith Rosmair und Dominique Horwitz in Szene gesetzt wird.
„Willkommen im Hotel Mama“ heißt es dann am 16. April 2023. Die Komödie basiert auf dem gleichnamigen Kinofilm und ist eine erfrischende Bühnenfassung, mit Anja Klawun an Bord und produziert von der theaterlust produktions GmbH. Stephanie ist über 40 und muss wieder bei Mama einziehen. Das kann nicht gut gehen, denn beiden Frauen haben ihre Macken und Ansichten. Lustige Momente sind garantiert.
Die Planungen sind abgeschlossen und die Vorbereitungen für die kommende Gunzenhäuser Theatersaison laufen auf Hochtouren. Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Möglichkeit zum Abschluss eines Theater ABOnnements. Dieses umfasst fünf hochkarätige und interessante Veranstaltungen. Natürlich weiß im Moment niemand, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt. Alle Ankündigungen sind daher unter Vorbehalt. Es gelten die zum jeweiligen Zeitpunkt gültigen behördlichen Vorgaben und Hygieneverordnungen.

Für nähere Informationen zu den Veranstaltungen und zum Theater ABOnnement können Sie sich gerne
an die Mitarbeiterinnen des Kulturbüros unter Tel. 09831/508-109 oder per E-Mail an kulturamt@gunzenhausen.de