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Kulturreise eröffnet Perspektiven

Inspirationen für Altmühlfranken

Unter Leitung von Landrat Westphal weilte die Gruppe aus dem Kreis in Wechterswinkel.

Eine Delegation von 23 Personen aus dem Kulturbereich und der Kommunalpolitik des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen einschließlich Landrat Manuel Westphal hat sich im nordwestlichsten Zipfel Frankens, im Landkreis Rhön-Grabfeld auf die Suche nach einem konstruktiven Ansatz für ein Kulturmanagement begeben. Denn in diesem Landkreis mit etwa vergleichbarer Größe und Einwohnerzahl, wurde schon im Jahre 2006 eine Kulturagentur mit Mitteln aus dem europäischen LEADER-Programm gegründet und in der Folge im bis dahin leer-stehenden Kloster Wechterswinkel ein Kreiskulturzentrum eingerichtet. Anlass und Hintergrund der Kulturreise ist der Kulturförderwettbewerb „Aller.Land“ des Bundes, an dem sich die drei ILE Regionen Altmühltal, Fränkisches Seenland-Hahnenkamm und Rezattal-Jura unter Federführung der Marktgemeinde Heidenheim beteiligen. Angedacht ist dabei die Etablierung eines kreisweiten Kulturmanagements für Altmühlfranken.
Die Fahrt in das Kreiskulturzentrum Wechterswinlel diente nun diesem Zweck, ein vergleichbares, aber schon bestehendes und erprobtes Modell eines Kulturmanagements kennenzulernen. Die dortige Leiterin der Kulturagentur Dr. Astrid Hedrich-Scherpf hatte bereits im Oktober 2023 mit einem Vortrag auf dem Kulturgipfel Altmühlfranken in Weißenburg ihre Arbeit vorgestellt und das Interesse geweckt, diesen Ansatz auch einmal vor Ort zu erleben. Da der Landkreis Rhön-Grabfeld über ein qualitativ hochwertiges und facettenreiches Kulturangebot verfügte – was man ja auch von Altmühlfranken sagen kann – sollte mit dem Projekt aber dieses Angebot noch besser gebündelt und damit auch sichtbarer gemacht werden. Gleichzeitig bestand die Notwendigkeit einer gezielten Schulung und Qualifizierung der weitgehend ehrenamtlich tätigen Kulturakteure. Und dies, obwohl auf Kreisebene bereits zwei Musikschulen und ein bayernweit tätiges Ausbildungszentrum für Holzbildkunst bestanden hatten. Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Einrichtung der Kulturagentur war allerdings auch, den ehrenamtlich tätigen Kulturakteuren die gesamte Bandbreite der öffentlichen und privaten Unterstützungsmöglichkeiten von der Landes-, über die Bundesebene und bis zur EU-Förderung aufzuzeigen und ihnen bei ggf. erwünschten Antragstellungen helfend zur Seite zu stehen.
Organisatorisch ist die Kulturagentur Teil der Abteilung Kreisentwicklung im Landratsamt, zu der neben der Kulturagentur auch noch die Bereiche Medienkommunikation, Förderung, nachhaltige Regional-entwicklung und öffentliche Mobilität zählen. Nach dem Abschluss der LEADER-Förderphase zum Jahresende 2008 führte der Landkreis Rhön-Grabfeld das Projekt „Kulturagentur“ in eine feste Einrichtung des Landkreises über, wo es heute fester Bestandteil der Abteilung Kreisentwicklung geworden ist. Dort sind zwei Kulturmanagerinnen für die Bereiche Kunst/Museen/Ausstellungen einerseits und Musik/Literatur/Darstellende Kunst andererseits etabliert. Neben den beiden Kulturmanagerinnen sind weitere vier Personen und zwei Volontärinnen tätig, um den umfassenden Aufgaben- und Verantwortungsbereich als Service-Einrichtung für die Kulturakteure der Region wahrnehmen zu können. Der Landkreis investiert im Rahmen seines Haushalts in den Bereich der Kultur jährlich rund 550.000 €, wobei dies der Betrag für die Kulturagentur, die Projekte, die Öffentlichkeitsarbeit und die Betriebs- und Personalkosten darstellt. Unabhängig von dieser Summe akquiriert die Kulturagentur aber sowohl für sich, wie auch für andere Kulturträger des Landkreises öffentliche und private Fördermittel, welche diese Summe dann noch weiter ergänzen. Grob geschätzt erbringt jeder in die Kulturarbeit investierte Euro im Landkreis Rhön-Grabfeld rund 1,25 EUR als Ertrag aus diesen Investitionen. Selbst wenn um diese Zahlen im Kreistag auch gestritten wird, hat man sie bisher als wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und zur Voraussetzung angesehen, im Sinne weicher Standortfaktoren qualifizierte Fachkräfte zu halten oder zu gewinnen. Die Kultur wird dort nicht zwingend als eine klassische freiwillige Leistung des Landkreises gesehen. Die bisherigen Ergebnisse dieser Arbeit stecken zum einen in den wertvollen Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen der örtlich engagierten Kulturgruppen, die in ihrer Summe nur schwer vermittelbar sind und die einige der bei dem Besuch anwesenden Kulturschaffenden als wertvoll und unverzicht-bar geschildert haben. Da geht es dann auch sehr stark um die Unterstützung der Ehrenamtsstruktur bei der Recherche nach und dem Ausfüllen der Antragsformulare für Kulturfördermittel. Mit einer Kulturdatenbank, einem vierteljährlich erscheinenden Kulturkalender, einer Kreisgalerie sowie der Einrichtung eines Zentraldepots für alle wertvollen und sonst nicht fachgerecht unterzubringenden Kulturbestände sind nur einige wenige der mittlerweile realisierten Projekte der Kulturagentur gestreift. Ein sehr bedeutender Teil der Arbeit der Kulturagentur besteht auch im Bereich der Fortbildung. Die Anregungen dazu kommen aus dem Bereich der Kulturakteure selbst. So wurden u.a. Workshops über Museumsmarketing, Bühnen- und Lichttechnik, Tontechnik oder für die Kultur-Öffentlichkeitsarbeit angeboten.
Landrat Manuel Westphal bedankte sich bei den Gastgebenden für diese wertvollen Erfahrungen, an denen sie ihre Gäste aus Altmühlfranken so umfassend und bereitwillig hatten teilhaben lassen. Er sprach von einem zukunftsfähig aufgestellten Kultur-Netzwerk, das man aufbauen wolle und für welches jetzt sehr gute Anregungen mitgenommen werden können. Und der gastgebende Landrat Thomas Habermann stellte fest: „Kultur ist nicht das Sahnehäubchen, das man sich gönnt, sondern Kultur ist die fundamentale Grundlage unseres Zusammenlebens.“ Für Susanne Feller als für das Aller.Land-Projekt federführende Antragstellerin war diese Kulturreise eine Bestätigung, dass wir mit dem Ansatz eines Kulturmanagements für Altmühlfranken einen richtigen Weg eingeschlagen haben.


Konzept wird vorgestellt

10 Jahre interkommunale Kooperation

Das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft ILE Altmühltal wurde im Verlauf des letzten Jahres unter einem breit angelegten Beteiligungs-angebot neu erstellt und baut auf 10 Jahre erfolgreicher interkommunaler Kooperation auf. Mit dem neuen ILE-Konzept möchten die darin eingebundenen acht Kommunen die Weichen in die Zukunft überall dort interkommunal stellen, wo solche Kooperationen deutlich mehr Vorteile bringen als bei einer Umsetzung durch die einzelne Kommune.
Dieses neue Konzept und dessen erste Umsetzungsschritte sollen nun in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt und damit auch der Startschuss für das zweite Jahrzehnt inter-kommunaler Kooperation im Bereich der ILE-Region Altmühltal gegeben werden.

Wann:                 Montag 24. Juni 2024 um 19:00
Wo:                     Stadthalle Treuchtlingen

Ablauf:

  1. Begrüßung durch die Vorsitzende, 1. Bgm´in Dr. Dr. Kristina Becker (Treuchtlingen)
  2. Grußworte durch
    Landrat Manuel Westphal (Weißenburg i.Bay.)
    Wolfgang Neukirchner (Leiter des ALE Mittelfranken, Ansbach)
  3. Vorstellung des Konzeptes
    „Resilientes Altmühltal – Gemeinsam für eine starke Region“
    durch Franziska Burlefinger, Büro herb und partner, Buttenwiesen
  4. Schlusswort durch die Vorsitzende, 1. Bgm´in Dr. Dr. Kristina Becker (Treuchtlingen)
  5. Kommunale Arbeitsgemeinschaft ILE-Region Altmühltal
    Alesheim – Dittenheim – Langenaltheim – Markt Berolzheim –
    Meinheim – Pappenheim – Solnhofen – Stadt Treuchtlingen

Umsetzungsbegleitung ILE Altmühltal
durch Büro FUTOUR Regionalberatung, Dieter Popp,
91729 Haundorf (dieter.popp@futour.com ), dieter.popp@futour.com

Welche Flächen sind geeignet?

Solarpotenzial in Altmühlfranken

Solarpotenzialkataster für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Bildnachweis: Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen / Sabrina Huf

Im Rahmen des digitalen Energienutzungsplanes für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen wurde ein gebäudescharfes Solarpotenzialkataster erstellt. Das Kataster gibt Bürgerinnen und Bürger eine erste Einschätzung, ob die eigene Dachfläche für Solar- und Photovoltaikanlagen geeignet ist.

Mithilfe des Solarpotenzialkatasters können Hausbesitzer herausfinden, ob sich ihr Dach aufgrund der Dachneigung, Ausrichtung und Umfeld für die Installation einer Solaranlage eignet und dabei die beiden Anlagentechniken Photovoltaik und Solarthermie wählen. Das durch das bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie geförderte Kataster wurde im Rahmen des landkreisweiten Energienutzungsplanes erstellt. Es steht nun auf der Homepage des Landkreises unter www.altmuehlfranken.de/energienutzungsplan zur Verfügung.

„Für jedes Gebäude kann mittels der interaktive Karten bereits eine erste Einschätzung zur Anlagengröße abgerufen sowie verschiedene Szenarien durchgespielt werden. Darüber hinaus kann auch gleich für jedes Szenario eine erste Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für die Dachanlagen ermittelt werden“, so Landrat Manuel Westphal.

„Bei der Konfiguration einer Photovoltaikanlage kann beispielsweise der individuelle jährliche Strombedarf eingegeben werden, um herauszufinden, ob die Anlage voll einspeisen oder vor allem für den Haushaltsstrom genutzt werden sollte“, führt die Klimaschutzmanagerin Eva-Maria Raab auf. Außerdem können zusätzlich Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher berücksichtigt werden.

Das Solarpotenzialkataster basiert auf einem automatisierten Verfahren und dient als Erstinformation für Bürgerinnen und Bürger. Das Kataster ersetzen nicht die Fachberatung durch einen qualifizierten Planer bzw. Installateur. Wenden Sie sich daher ausschließlich an Fachberater, die Sie bei weiteren Fragen zur Umsetzung von Solaranlagen unterstützen können. 

Neue Rollatorspur wird gebaut

Stadt Gunzenhausen auf dem Weg zur Barrierefreiheit

Wer schlecht zu Fuß ist oder gar auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, der müht sich in der Gunzenhäuser Altstadt am teilweise groben Kopfsteinpflaster ab. Für Besserung können Rollatorspuren sorgen, zuletzt wurden solche vor dem Haus des Gastes und in der Brunnenstraße gebaut. Zur Erweiterung des barrierefreien Wegenetzes in der Stadt Gunzenhausen entsteht aktuell eine weitere Spur ausgehend vom Marktplatz, vorbei am Café Lebenskunst bis hin zur Altmühlpromenade. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich eine Woche
Barrierefreiheit wünschen sich nicht nur Ältere und Menschen mit Behinderung oder Handicap, auch Familien mit Kinderwagen freuen sich über gute, sichere Wege. Der neue Streifen beginnt am Durchgang zwischen NKD und MATT optik und führt bis zum Fußgänger- bzw. Radweg an der Altmühlpromenade. Die Gesamtkosten für die Verbesserung des Wegenetzes an dieser Stelle belaufen sich auf ca. 42.000 Euro, wovon jedoch rund 60% gefördert werden. Die Unterwurmbacher Firma Pflasterbau Wagner führt die Arbeiten im Auftrag der Stadt Gunzenhausen aus.
„Im öffentlichen Raum muss Bewegung ohne Einschränkung möglich sein“, betont Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Wir beraten und diskutieren ständig über Verbesserungen. Eine Rollatorspur an dieser von Fußgängern stark frequentierten Stelle erschien uns eine praktikable
und stolperfreie Lösung, die sich zudem optisch gut ins Stadtbild integriert. Für etwaige Behinderungen während der Umbauphase bitten wir die Bevölkerung um Verständnis.“
Nähere Informationen zur Stadt Gunzenhausen erhalten Sie unter www.gunzenhausen.de

Ronja wieder im Kreuzgang

Ab 15. Juni wieder Vorstellungen von „Ronja Räubertochter“


Nach einer kleinen Pause kommt das Kinder- und Familienstück der Kreuzgangspiele „Ronja Räubertochter“ endlich wieder zurück: Ab Samstag, den 15. Juni gibt es fast täglich Vorstellungen der Räubergeschichte nach dem beliebten Kinderbuch von Astrid Lindgren.
Aktionstag für Gehörlose am 22. Juni 2024: Vorstellung von „Ronja Räubertochter“ in Gebärdensprache
Eine der kommenden Vorstellungen ist jedoch eine ganz besondere: Am Samstag, den 22. Juni 2024 wird das Schauspiel-Ensemble durch zwei Dolmetscherinnen für Gebärdensprache ergänzt, die diese Vorstellung für gehörlose und höreingeschränkte Menschen übersetzen werden. Die Teilhabe aller an Theater und Kultur liegt des Kreuzgangspielen sehr am Herzen und so herrscht bei den Theaterverantwortlichen große Freude darüber, dass an diesem Tag auch solche Menschen in den Kreuzgang kommen können, die normalerweise nur selten ins Theater gehen können.
Die Dolmetscherinnen konnten dank der großzügigen Unterstützung und dank des Engagements des Vereins zur Förderung der Kreuzgangspiele e.V. engagiert werden. Die Vorstellung von „Ronja Räubertochter“ findet am 22. Juni im Rahmen eines Aktionstages für Gehörlose statt, der in Feuchtwangen noch weitere Angebote außerhalb des Theaters beinhaltet.
Karten für die Vorstellung in Gebärdensprache und alle anderen Vorstellungen gibt es unter www.kreuzgangspiele.de
Gespielt wird „Ronja Räubertochter“ bis zum 10. August.

Bessere Glasfaserversorgung

Schnotz: „264.000 Euro für den Glasfaserausbau in Dittenheim“

Die Regierung von Mittelfranken hat der Gemeinde Dittenheim eine Zuwendung im Rahmen der Bayerischen Gigabitrichtlinie (BayGibitR) in Höhe von 264.000 € zugesagt. Damit wird der geförderte Glasfaserausbau in der Gemeinde durch den Freistaat Bayern weiter kräftig unterstützt. Darauf hat nun der CSU-Landtagsabgeordnete Helmut Schnotz hingewiesen.

Der Aufbau einer flächendeckenden, gigabitfähigen Infrastruktur ist im ländlichen Raum oft ohne Förderung kaum zu leisten. Mit der Gigabitrichtlinie unterstützt der Freistaat die Kommunen und fördert die Beschleunigung von Anschlüssen an grauen NGA-Flecken, also Orten wo bereits schnelles Internet mit mind. 30 Mbit/s verfügbar ist. So entstehen zukunftsfähige Gigabitnetze nun auch in der breiten Fläche. 

„Der Ausbau der Glasfaserversorgung ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft unserer Gemeinden in Bayern. Mit einer schnellen und zuverlässigen Internetverbindung sind wir im digitalen Zeitalter bestens gerüstet. Dies wird sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Unternehmen in Dittenheim neue Möglichkeiten eröffnen sowie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität beitragen“, freut sich Schnotz abschließend.

Dreckbärenalarm in Gunzenhausen!

Öffentliche Toiletten werden absichtlich verunreinigt


Starke Nerven und Survival-Kenntnisse sollten Sie mitbringen, wenn Sie in diesen Tagen eine der öffentlichen Toiletten in Gunzenhausen aufsuchen möchten. Denn es ist schlichtweg Wahnsinn, was dort seit Wochen immer wieder passiert. Vandalismus, Verunreinigung und Zerstörung gab´s ja schon immer, doch mittlerweile werden mit voller Absicht Fäkalien an Wände geschmiert, Schüsseln bis zum Rand mit Fremdkörper gefüllt und Räume unter Wasser gesetzt. Menschen die solche Dinge im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte tun, haben als Kinder zu nah an der Wand geschaukelt. Anders lässt sich solch ein Verhalten nicht erklären. Für die Stadt Gunzenhausen ist das nicht nur ärgerlich, wir sprechen von einem riesigen Reinigungsaufwand und dementsprechend von hohen Kosten. Zudem sind die WC-Anlagen ständig gesperrt, da Putztrupps für klar Schiff sorgen müssen. Toll für all diejenigen, die in dieser Zeit dringend ein Klo brauchen.
„Letztlich können wir nur an den gesunden Menschenverstand appellieren“, so Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Was Wenige möglicherweise lustig finden, schadet der Gemeinschaft und ist unsolidarisch. In Konsequenz werden wir die zusätzlichen Kosten an die Steuerzahler weitergegeben müssen. Und falls sich an der Situation nichts ändert, dann werden wir über die Schließung der Anlagen nachdenken. Öffentliche Toiletten sind keine
Pflichtaufgabe der Kommune. Wir lassen uns nicht von einzelnen Querulanten auf der Nase herumtanzen.“
Für die Putztrupps ist die Reinigung eine Zumutung und definitiv nichts für schwache Nerven. Künftig werden die Toiletten noch engmaschiger kontrolliert und Beschädigungen zur Anzeige gebracht.
Nähere Informationen zur Stadt Gunzenhausen erhalten Sie im Internet unter www.gunzenhausen.de.

Was ist Geriatrie?

Aktuelles zum Thema Altersmedizin am 25. Juni in Gunzenhausen

Chefarzt Dr. med. Markus Wach informiert in seinem Vortrag über die Entwicklung der Altersmedizin und beleuchtet die Möglichkeiten der stationären akutgeriatrischen und rehabilitativen Versorgung. Bild: Klinikum Altmühlfranken

Die Geriatrie, auch bekannt als Altersmedizin, befasst sich mit den Erkrankungen älterer Menschen ab ca. dem 70. Lebensjahr und ist ein noch relativ junges medizinisches Fachgebiet. Wenngleich viele Menschen in dieser Altersphase noch rüstig sind und selbstbestimmt ihr Leben organisieren, gibt es nicht wenige, die unter Mehrfacherkrankungen leiden.

Chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes, Osteoporose oder Arthrose können durch zusätzliche akute Krankheitsereignisse oder Stürze, die mit Brüchen einhergehen, schnell zur Gebrechlichkeit führen.

Chefarzt Dr. Wach, Internist und Geriater, zeigt in seinem Vortrag die Entwicklung der Altersmedizin zu ihrer heutigen Leistungsfähigkeit auf und beleuchtet die Möglichkeiten der stationären akutgeriatrischen und rehabilitativen Versorgung. Der Geriater erläutert am Beispiel des Zentrums für Altersmedizin am Klinikum Altmühlfranken in Gunzenhausen, welche wohnortnahen Möglichkeiten es zur geriatrischen Behandlung gibt.

Darüber hinaus zeigt Dr. Markus Wach konkrete Beispiele auf, wann der Einsatz von Altersmedizin sinnvoll und weshalb dieses Feld immer Teamarbeit ist: Neben der ärztlichen Versorgung spielen pflegerische Aspekte der aktivierenden Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie oder Sprach- und Stimmtherapie (Logopädie) neben Experten aus dem Bereich Psychologie und Sozialarbeit eine entscheidende Rolle am Therapieerfolg.

Im Anschluss an die Vortragsveranstaltung nimmt sich Chefarzt Dr. Markus Wach gerne Zeit für weitere Fragen.

Der Vortrag findet am Dienstag, 25. Juni 2024, im Rahmen der Vortragsreihe „Gesundheit im Dialog“ um 19.00 Uhr im Konferenzraum „Brombachsee“ im EG des Klinikums Altmühlfranken Gunzenhausen statt.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Einige Keuchhusten-Fälle

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen meldet Infektionen

Derzeit werden dem Gesundheitsamt am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen vermehrt Fälle von Keuchhusten (Pertussis) gemeldet. Diese Entwicklung zeichnet sich derzeit auch überregional ab. Die bakterielle Infektionskrankheit ist hochansteckend und wird durch Tröpfchen übertragen. Das Gesundheitsamt empfiehlt die Überprüfung des Impfschutzes. 

Die Krankheitszeichen sind zu Beginn leichte Erkältungsbeschwerden und im Verlauf vorrangig krampfartige Hustenanfälle. Vor allem bei Säuglingen können schwere Komplikationen auftreten. Daher ist es wichtig, dass Personen aus dem Umfeld von Neugeborenen geimpft sind.

Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollen sowohl Kinder als auch Erwachsene gegen Keuchhusten geimpft sein. Gemäß dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention ist das Ziel eine möglichst frühzeitige und vollständige Grundimmunisierung der besonders gefährdeten Säuglinge und Kleinkinder sowie Auffrischimpfungen im Vorschul- und Jugendalter. Die Impfung Erwachsener dient zum einen als Selbstschutz sowie auch als Herdenschutz für die besonders gefährdeten Jüngsten. Abwehrstoffe gegen Keuchhusten können Neugeborene nur durch eine Impfung der Mutter einige Wochen vor der Geburt bekommen, daher wird für Schwangere eine Impfung zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels empfohlen.

Laut Robert Koch Institut sollten ungeimpfte Personen nach Kontakt mit einem Erkrankten vorsorglich mit einem Antibiotikum behandelt werden. Des Weiteren wird empfohlen, dass enge Bezugspersonen zu gefährdeten Gruppen wie Säuglingen und ungeimpften Kleinkindern nach Kontakt mit einem Erkrankten trotz Impfung vorsorglich antibiotisch behandelt werden sollten.

Das Gesundheitsamt empfiehlt allen Bürgern, ihren Impfschutz beim Hausarzt überprüfen zu lassen, insbesondere, wenn Kontakt zu Säuglingen und Schwangeren besteht und die Impfung gegebenenfalls auffrischen zu lassen.

Bei Fragen und Anliegen können sich die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises unter 09141 902-401 an das Gesundheitsamt wenden.

Weitere Informationen zu Keuchhusten finden Sie unter https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/keuchhusten/.

Sicherheitswacht von damals

Die Nachtwächter Gunzenhausens in vergangenen Jahrhunderten

Man kennt die „Schwarzen Sheriffs“, die in den Städten ihre Runden drehen, um „für die öffentliche Sicherheit und Ordnung“ zu sorgen, wie es auch die Polizei tut. Ihre Kompetenzen sind allerdings begrenzt. Sie dürfen Personen ansprechen und Daten ermitteln, aber sie können über keine Strafen verfügen. Gunzenhausen hat auch eine Sicherheitswacht. Den Begriff der Sicherheitswacht hat es aber schon vor deren Einsatz in Bayern ab 1994 gegeben – und zwar als Nachfolger der Nachtwächter bis nach dem Ersten Weltkrieg.

Werner Neumann ist den Nachtwächtern von Gunzenhausen auf die Spur gegangen. Er hat die Namen der Männer eruiert, die in der Kernstadt, der Unteren und Oberen Vorstadt ihren Dienst verrichteten. Darunter sind im neuen Jahrbuch „Alt-Gunzenhausen“ viele Namen zu lesen, die heute noch im Einwohnerverzeichnis gemeldet sind: beispielsweise Deuerlein, Hertlein, Vorbrugg, Huber, Baron, Braun, Meyer oder Hummel.  In ihrem Diensteid bekundeten sie: „Ich schwöre zu Gott, dass ich in den Hauptgassen und Nebengässlein fleißig  nachschauen will, ob keine verdächtige, auf Diebereien, aber auch gefährliche Zänkereien, allerlei Frevel, Tumult, Feuersgefahr oder sonst dergleichen Unfall zu verspüren sind“. Sie versicherten, sich „eines nüchternen und ehrbaren Lebenswandels befleißigen zu wollen“.

Der Nachtwächter hatte – so eine Magistratsverpflichtung von 1876 – an 16 Plätzen die Stunden zu rufen, auf Feuer und Licht „besonders Acht zu haben“, offene Türen dem Hauseigentümer sofort anzuzeigen und sich gegenüber den Einwohnern „bescheiden und höflich“ zu benehmen.  Auch die Straßenlaternen waren von ihm zu kontrollieren.

Eine Änderung gab es 1897, als der Magistrat (heute: Verwaltung) und die Gemeindebevollmächtigten (heute: Stadträte)  eine neue Instruktion für die drei Sicherheitswächter beschlossen. Das „Gunzenhäuser Anzeigeblatt“ berichtete: „Endlich wird auch in Gunzenhausen der veraltete Brauch, die Nachtstunden laut pfeifend und singend durch die Nachtwächter ansagen zu lassen, von der Bildfläche verschwinden. Es ist diese Neuerung mit Freude zu begrüßen, denn es kann doch auch nichts Verkehrteres geben, als dass Derjenige, welcher berufen ist, über die Nachtruhe der schlafenden Einwohner zu wachen und sie vor Dieben zu schützen, lärmend durch die Straßen zieht.“ Folglich traten die Männer künftig als „Stillwache“ auf und mussten keinen „Warnruf“ mehr von sich geben. Zudem wurden „patent. Wächter-Controle-Uhren“ installiert. Jeder Wächter hatte sechs Stationen in eineinhalb Stunden zu durchlaufen und ein in der Uhr befindliches Kontrollblättchen zu markieren. Eine Ausnahme gab es dennoch für den Fall, dass ein Wächter „insulfiert“ (beleidigt) oder bedroht wurde: er durfte mit der Pfeife Notrufe machen, so dass die andern beiden Wächter oder Polizeimannschaften „zueilen“ konnten.

Mit der Einberufung der Männer zum Militärdienst während des Ersten Weltkriegs war ein Ersatz für sie schwer zu finden.  Wie Werner Neumann recherchiert hat, funktionierten die Nachtwächterdienste 1919 nicht mehr.

WERNER FALK

Das Jahrbuch „Alt-Gunzenhausen“ ist für 25 Euro im Buchhandel erhältlich. In der 480 Seiten starken Jubiläumsausgabe sind 21 Beiträge von 18 Autoren enthalten.