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Dinkelsbühl besucht

MdL Hauber bei OB Dr. Hammer

Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer (li) begrüßt MdL Wolfgang Hauber im Rathaus Dinkelsbühl (Quelle: Stadt Dinkelsbühl).

Im Rahmen seiner Besuchsreihe war MdL Wolfgang Hauber diese Woche zu Gast im mittelfränkischen Dinkelsbühl und führte einen ausführlichen Informationsaustausch mit dem Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer durch.
Thema war unter anderem die Bahnreaktivierung Dombühl-Dinkelsbühl-Nördlingen. Beide waren sich einig, dass diese Maßnahme eine wichtige Weichenstellung sei, um die Wirtschaftsregionen in Nord-Süd-Richtung besser zu verbinden. Zur Sprache kam in diesem Zusammenhang auch, dass die Neuregelung zur Finanzierung von Eisenbahnkreuzungen (Bahn/Straße) leider nur auf von die vom Bund betriebenen Bahnstrecken anzuwenden sei. Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz entfällt der kommunale Kostenanteil bei diesen Bahnstrecken. Die Bahnlinie Dombühl-Dinkelsbühl-Nördlingen soll jedoch nicht vom Bund betreiben werden.
Es wurden aber auch Themen aus dem Bereich Kultus und ganz aktuell – das innerdeutsche Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten – diskutiert. Zufrieden zeigte sich Dr. Hammer nach dem drastischen Rückgang der Besucherzahlen zu Beginn der Corona-Krise damit, dass im August 2020 in Dinkelsbühl sogar höhere Übernachtungszahlen, im Vergleich zum Vorjahr, registriert werden konnten.
Schließlich wurde noch das geplante Center-Parcs-Projekt am Brombachsee diskutiert. MdL Hauber sieht darin eine große Entwicklungschance nicht nur für das Fränkische Seenland, sondern weit darüber hinaus. Er berichtete aus einem Gespräch mit dem Rothenburger Oberbürgermeister Dr. Naser, der sich positive Effekte für den Tourismusbereich seiner Stadt erhofft.
Dr. Hammer hierzu: „Vor gut zehn Jahren habe ich selber mit meiner Familie im Center Parcs in der Vulkaneifel unseren Sommerurlaub verbracht. Wir alle waren von dem Freizeitangebot, der Konzeption, der Nachhaltigkeit und der ökologischen Ausrichtung des Unternehmens begeistert. Bei meiner Rückkehr habe ich mich damals für die Stadt Dinkelsbühl um einen weiteren Standort beworben – leider ohne Erfolg.“
Dr. Hammer weiter: „Zu der Entscheidung von Center Parcs, im Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen nun einen weiteren Freizeitpark zu errichten, kann ich nur gratulieren. Darüber hinaus können auch wir ‚Anreinergemeinden‘ uns über diesen Schritt nur freuen. Ich bin mir absolut sicher, dass viele Besucher ihren Weg auch in unsere Stadt finden werden und damit u.a. zu einer Stärkung des Einzelhandels und der Gastronomie beitragen werden. Somit kann ich nur hoffen, dass auch im Interesse von unserer Stadt Dinkelsbühl das Projekt alsbald realisiert wird.“
MdL Wolfgang Hauber abschließend: „Die Chancen für die Region beim Center Parcs Projekt überwiegen die befürchteten Nachteile. Arbeitsplätze, wirtschaftliche Entwicklung, touristische Entwicklung und vor allem auch der Ausbau der Infrastruktur oder die Entwicklung unseres Fränkischen Seenlandes zu einer klimaneutralen Ferienregion seien hier stellvertretend genannt. Unsere Region wird hiervon profitieren. Dies bestätigte sich für mich auch wieder im Gespräch mit Dr. Hammer.“


Landrätin für einen Tag

Julia Nuttelmann begleitete den Amtschef

Schlüpfte für einen Nachmittag in die Rolle einer Landrätin: Julia Nuttelmann hier am Schreibtisch des Landrates Manuel Westphal. Foto: LRA

Einmal in die Rolle des Landrates schlüpfen – diese Gelegenheit nutzte Julia Nuttelmann während der Take-Over-Aktion anlässlich des Internationalen Mädchentages. Die Gymnasiastin aus Gunzenhausen durfte Landrat Manuel Westphal einen Nachmittag lang über die Schulter schauen und ihn zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses begleiten.

Seit 2012 findet am 11. Oktober der internationale Mädchentag der Vereinten Nationen statt. Rund um dieses Datum übernehmen weltweit junge Frauen symbolisch Führungsrollen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Damit sollen Vorurteile und Diskriminierungen abgeschafft werden.

Auch das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen beteiligte sich an diesem Aktionstag und ermöglichte es einer Schülerin des Simon-Marius-Gymnasiums in Gunzenhausen Landrat Manuel Westphal einen Nachmittag lang zu begleiten. Organisiert wurde dieser Aktionstag von der Gleichstellungsstelle im Landratsamt. Start der Aktion war für Julia Nuttelmann nach der Schule. Im Landratsamt in Weißenburg traf sie Landrat Manuel Westphal in seinem Büro und konnte sich zu Beginn mit ihm über die Aufgaben eines Landrates austauschen.

„Bisher bin ich noch nicht viel mit Politik in Berührung gekommen. So hatte ich auch noch wenig Einblicke in den Aufgabenbereich eines Landrates. Nach dem Gespräch mit Herrn Westphal war ich überrascht, wie vielfältig das Tätigkeitsfeld doch ist“, so die 16-jährige Gymnasiastin.

Damit die Schülerin aber auch einen praktischen Eindruck von der Arbeit bekommen konnte, nahm Landrat Manuel Westphal sie mit zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses. „Wir dachten uns, dass es für die Take-Over-Aktion spannend wäre, an einer Sitzung teilzunehmen und so auch etwas Kommunalpolitik-Luft zu schnuppern“, erklärte Landrat Manuel Westphal.

Doch Julia Nuttelmann nahm nicht nur an der Sitzung teil, sondern übernahm auch die Eröffnung der Sitzung und konnte so tatsächlich in die Rolle einer Landrätin schlüpfen. Unaufgeregt und kompetent begrüßte sie die anwesenden Ausschussmitglieder und stellte die Tagesordnung der Sitzung vor. „Die Teilnahme an der Sitzung war für mich sehr interessant, da es beim Jugendhilfeausschuss ja auch um Themen geht, die mich als junge Erwachsene interessieren“, stellte Julia Nuttelmann nach der Sitzung fest.

Nach einer kurzen Feedbackrunde mit Landrat Manuel Westphal und der Gleichstellungsbeauftragten Ines Dirsch bekam die Schülerin noch eine Teilnahmebestätigung überreicht sowie ein Erinnerungsfoto – ganz klar – am Schreibtisch des Landrates.

Im Rahmen des Internationalen Mädchentages gibt es noch mehr Aktionen im Landkreis, die sich mit dem Thema Gleichberechtigung beschäftigen. So gibt es in den Büchereien in Weißenburg, Gunzenhausen und Treuchtlingen Büchertische zum Thema sowie eine Plakatausstellung. Auch im Foyer des Landratsamtes wird mit einer kleinen Ausstellung auf den Internationalen Mädchentag aufmerksam gemacht.

Treff im Babycafe

Babycafé Mini-Maxi-Treff: Babyschlaf im ersten Lebensjahr

Auf Grund der besonderen Situation zu Coronazeiten, findet das nächste Babycafé Mini-Maxi-Treff am 27. Oktober 2020 wieder in Weißenburg statt. Das Babycafé ist eine Initiative der Frühförderung Kinderhilfe Treuchtlingen, der Schwangerenberatung des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen und der KoKi-Netzwerk frühe Kindheit.

In regelmäßigen Abständen sind alle Schwangeren, Mütter und Väter mit ihren Babys eingeladen, im Babycafé wertvolle Informationen zu Themen rund um das 1. Lebensjahr zu sammeln.

Das nächste Treffen besucht die Familienkinderkrankenschwester Jessica Rosner. Die erfahrene Fachkraft gibt den teilnehmenden Eltern interessante Informationen zum Babyschlaf im ersten Lebensjahr weiter und erklärt hilfreiche Tipps und Möglichkeiten, damit das Thema „Schlafen“ bei den Kleinsten möglicherweise entspannter betrachtet werden kann.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 27. Oktober von 14.30 bis 16.00 Uhr in der KISS – Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen in der Westlichen Ringstraße 2 in Weißenburg statt. Anmeldungen und Kontaktdaten werden telefonisch unter 09141 902-188 oder per Mail an koki.lra@landkreis-wug.de entgegengenommen. Anmeldeschluss ist der 20.10.2020. Die Veranstaltung ist kostenlos. Den Teilnehmenden wird vorab das Hygienekonzept zugesendet.

Knowhow-Zentrum des Kesselbaus

Landrat Westphal besuchte Bosch Industriekessel

Wolfgang Pendelin, Sabine Unterlandstaettner, Landrat Manuel Westphal, Christian Loschmidt, Thomas Lohse (v.li.). Foto: LRA

Der jüngste Unternehmensbesuch von Landrat Manuel Westphal führte zu einem Industrieunternehmen mit Tradition, denn die Firma Bosch Industriekessel GmbH hat eine Abordnung des Landratsamtes nach Gunzenhausen eingeladen. Während einer ausführlichen Werksbesichtigung und einem interessanten Gespräch stellte sich das Unternehmen vor.

In der Bevölkerung ist das Unternehmen weitläufig noch als „Loos“ bekannt, denn in diesem Namen liegt der Ursprung des heute weltweit agierenden Betriebs. Philipp Loos gründete im Jahr 1865 in der Pfalz die damalige Firma, die sich dann 1917 mit einem Produktionsstandort für Dreizugkessel in Gunzenhausen niederließ. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Geschäft prächtig, sodass nach mehreren Patentanmeldungen und einer Werksvergrößerung im Ortsteil Schlungenhof im Jahr 1964 der 30.000ste Kessel das Werk verließ. Ein weitreichender Schritt in der Geschichte der Firma Loos ereignete sich im neuen Jahrtausend, als diese im Jahr 2009 ein Tochterunternehmen der Bosch Thermotechnik GmbH wurde. In den kommenden Jahren wurde der Firmenauftritt komplett auf Bosch umgestellt und die Produkte fortan von der Bosch Industriekessel GmbH hergestellt und verkauft.

Empfangen wurde der Landrat vom neuen Werksleiter Thomas Lohse und Personalleiter Wolfgang Pendelin an den Toren des Schlungenhofer Werks, von wo aus die Führung durch die großräumigen Produktionshallen startete. In deren Verlauf erläuterte Christian Loschmidt, Leiter technischer Funktionen bei Bosch Industriekessel, in anschaulicher Darstellung den Werdegang eines Blechs bis zum fertigen Kessel. Diese bis zu 12 Tonnen schweren Bleche werden von extern zugekauft und dann anschließend von einer Plasmaschneidanlage bearbeitet. Die verschiedenen technisch notwendigen Öffnungen werden so per Schmelzschneideverfahren in das Material geschnitten und für den nächsten Schritt vorbereitet. Damit aus dem horizontalen Blech ein Kessel wird, muss dieses in die entsprechende Form gebogen werden. Das übernimmt eine gigantische Walze, wobei die endgültige Form ein Zylinder ist. „Unsere Kessel sind alle als Zylinder angelegt, da die runde Form bei hohen Druck vorteilhaft ist“, erklärte Lohse diesen Sachverhalt.

Einer der wichtigsten Arbeitsschritte, die während der Produktion anfallen, ist das Schweißen. Da die größten Kessel einem Druck von bis zu 30 bar aushalten müssen, müssen die Schweißnähte von höchster Präzision sein. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass diese Arbeit nur von ausgewiesenen Fachkräften erledigt wird, um so einen hohen Qualitätsstandard zu erreichen. Um diese Qualität zu sichern, ist ebenfalls eine penible Endkontrolle nötig. Nachdem der Kesselkörper verschweißt und nachkalibriert wurde, steht die Prüfung im sogenannten Röntgenbunker an. „Jeder Kessel, der unser Werk verlässt, hat eine ausgiebige Prüfung der Schweißnähte per Röntgenmessung hinter sich“, betonte Lohse. Da der Toleranzrahmen im Millimeterbereich liegt, kann dieser Vorgang viel Zeit in Anspruch nehmen.

Insgesamt können für die Herstellung eines Großkessels, der bis zu acht Meter lang sein kann, durchaus sechs Wochen Arbeitszeit vergehen, denn nach der finalen Endmontage mit Flammrohren und weiteren Komponenten ist natürlich auch eine Druckprüfung nötig. Diese Prüfungen werden nicht nur intern durchgeführt, sondern müssen auch durch externe TÜV-Prüfer verifiziert und abgenommen werden.

Das besondere an den in Gunzenhausen gefertigten Kesseln ist, dass diese individuell nach Kundenwunsch hergestellt werden. Aus diesem Grund gibt es auch keine Lösungen „von der Stange“, sodass eine eigene Konstruktionsabteilung die jeweiligen Arbeitsschritte perfektioniert. Ein Ergebnis dieses Prozesses ist beispielsweise ein mobiler Schweißroboter, der nun einen schwierigen Arbeitsschritt vollautomatisch erledigt. Auch die Schaltschränke, die die technische Steuerung der Kesselsysteme beinhalten, werden eigens bei Bosch in Gunzenhausen gebaut. Allgemein liegt innerhalb der Bosch-Gruppe das Zentrum des Knowhows für den Kesselbau in Gunzenhausen, denn bis auf das Rohmaterial werden bis zum fertigen Endprodukt sämtliche Arbeitsschritte vor Ort erledigt.

Nach der beeindruckenden Betriebsbesichtigung stießen auch der Vertriebsleiter Thomas Haub sowie Entwicklungsleiter Paul Köberlein zu einer Gesprächsrunde dazu, um das Unternehmen tiefergehend vorzustellen. So erfuhren Landrat Manuel Westphal sowie die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, dass die Industriekessel von Bosch weltweit vertrieben werden und bei zahlreichen namhaften Kunden aus der Lebensmittel-, Pharma- oder Energieversorgerbranche eingesetzt werden. „Derzeit kümmern sich 616 Mitarbeiter und 31 Auszubildende darum, die Kundenwünsche bei der Produktion unserer Kessel bestmöglich umzusetzen“, erklärte Wolfgang Pendelin.

Da die Qualität mittlerweile auch bei den Wettbewerbern steigt, Bosch hat in Europa ca. acht bis zehn Konkurrenten, zielt das Unternehmen noch mehr auf die Zufriedenheit der Kunden ab. „Durch unsere weltweit tätigen Servicetechniker vor Ort, die komplette Produktion aus einer Hand sowie die bestmögliche Betreuung unserer Kunden von der Projektierung bis zur Auslieferung haben wir einen klaren Wettbewerbsvorteil“, beurteilte Thomas Haub die aktuelle Marktsituation. Auch die Forschung an umweltfreundlichen Alternativen zur Gasbefeuerung soll das Unternehmen für die Zukunft rüsten.

Landrat Westphal zeigte sich von der Wandlungsfähigkeit des Produktionsbetriebs beeindruckt: „Es ist spannend zu sehen, wie auch in diesem Nischensegment laufend Prozesse modernisiert sowie neue Qualitätsstandards gesetzt werden. Dadurch werden langfristig Arbeitsplätze in unserer Region gesichert und junge Menschen hervorragend ausgebildet!“, lobte der Landrat die Verantwortlichen des Unternehmens.

Pro Center Parcs

Erklärung zum Brombachsee-Projekt

Die jüngste bayerische Tourismus-Destination „Fränkisches Seenland“ ist ein Geschenk, das uns die bayerische Wasserwirtschaft ermöglicht hat, denn dieses Millionenprojekt wurde vor 50 Jahren mit dem Ziel gestartet, Wasser aus dem niederschlags- und grundwasserreichen Süden in den trockeneren Norden zu leiten und gleichzeitig damit auch Hochwasserspitzen abzubauen.
Wir haben in dieser Zeit einen gewaltigen Eingriff in den Naturhausalt, aber auch dessen spätere Integrierung in den Naturraum miterleben können. Diese positive Entwicklung konnten sich viele vor 50 Jahren in der Tat noch nicht vorstellen.
In dieser Zeit hat sich unsere Region dadurch aber auch erstmalig touristisch aufstellen und neu profilieren können. Dieses Geschenk haben wir alle – Touristiker, Bürger, Politiker – sehr gerne angenommen, die Region und viele Betriebe haben davon auch wirtschaftlich stark profitiert. Mit dem Badetourismus und dem Wassersport sind wir sehr lange nur auf eine kurze Saison ausgerichtet gewesen. Schon vor 10 Jahren wurden daher in einer Seenlandkonferenz neue Ziele und Strategien abgesteckt.
Dies gipfelte in der Forderung nach:

  • Mehr Wertschöpfung durch Übernachtungsgäste
  • Mehr Wertschöpfung durch ein Ganzjahresangebot
  • Mehr Wertschöpfung durch höherwertige Angebote

Es wurden in diesem Sinne Eckpunkte eines Leitbildprozesses – unter breiter Mitwirkung der Akteure und der Bevölkerung aufgestellt – um mehr attraktive kostenpflichtige Ganzjahresangebote im Freizeitbereich bzw. bei den Sehenswürdigkeiten anbieten zu können. Und es wurde das Ziel formuliert, dass die bestehenden Betriebe höherwertige Angebote und Dienstleistungen erbringen sollen.

Daraus entstanden die drei Produktlinien „Fränkisch“, „Seen“ und „Land“.
Überregionale Events und Kulturveranstaltungen, ein erweitertes Themenmarketing zu den drei genannten Eckpunkten und eine Profilierung, wie u.a. Urlaub für Familien und Senioren mit naturnahen Aktivitäten – nicht nur am See – sollten im Mittelpunkt stehen.

Die Ergebnisse dieser Entwicklung für unsere Region lassen sich sehen:

  • Tourismus schafft Wertschöpfung (227 Mio. EUR Gesamt-Nettoumsatz im Seenland)
  • Tourismus fördert regionale Wirtschaft (rd.42 Mio. EUR Umsatz im Handel, 20 Mio. EUR Steuereinnahmen im Bereich des Fränkischen Seenlands)
  • Über 4.450 Bezieher eines touristischen Haupteinkommens
    (wichtigste Arbeitsplatzbranche im Bereich des Seenlands)
  • Verbesserung der Wohnverhältnisse und Stopp von Abwanderungstendenzen
  • Bereitstellung von Freizeit-Attraktivitäten hoher Qualität auch für die Einheimischen
  • Bereitstellung einer ausreichend bemessenen Infrastruktur
  • Bessere Auslastung von Handel und Handwerk
  • Erkennbare Unterstützung der Landwirtschaft
  • Positiver Beitrag zum Standortmarketing
  • Stärkung kultureller Identität und des Selbstbewusstseins

Es gab aber auch Einbrüche. So entwickelten sich 2009/2010 die Blaualgen vor allem in den flachen und nährstoffreichen Teilen der Seen und bewirkten eine negative Berichterstattung. Knapp 6 % weniger gewerbliche Übernachtungen und ein Umsatzrückgang von nahezu 30 Mio. EUR waren das ernüchternde Ergebnis. In der Folge wurden zahlreiche Gegenmaßnahmen vor allem in der Wasserwirtschaft und in der Landwirtschaft eingeleitet. Das Algenproblem hat sich in diesen 10 Jahren deutlich reduziert, es ist aber noch immer nicht völlig gebannt.
Mit dem neuen TourismusLeitbild wurden die Angebotsschwerpunkte auch auf die Attraktionen der um die Seen befindlichen Kulturlandschaften und dem baukulturellen Erbe unserer Dörfer und Städte gelenkt. Das hat uns neue Gästegruppen beschert.
Es konnten auch einige Betriebe ihre Angebote höherwertig ausbauen (es entstanden 4- und 5-Sterne Ferienwohnungen), neue hochwertige Angebote sind dazugekommen (z.B. „Floating Village“). Aber das Fränkische Seenland konnte kein neues hochwertiges Hotel hinzugewinnen (ein denkbarer Investor wandte sich leider enttäuscht ab) und eine große Zahl vorhandener Ferienwohnungen ging verloren, das Übernachtungsangebot ist um 50 % gesunken.

Jetzt steht die Tourismus-Destination erneut vor einer Zäsur.
Mit dem sinkenden Bettenangebot und durch die Auswirkungen der noch lange nicht beendeten Corona-Krise werden viele Betriebe vor der Frage stehen, ob sie noch eine Zukunft haben. Es werden wohl einige hier bei uns diese Situation nicht überleben! Die Tourismus-Region Brombachsee benötigt daher endlich den schon im Leitbild beschworenen Entwicklungsschub, vor allem für solche Zielgruppen, die wir bisher nicht oder nur rudimentär erreichen konnten. Dazu zählt unter anderem die Zielgruppe der Familien mit Kindern, die auch gerne im Verbund gemeinsam Urlaub machen. Solche Ziele im Umfeld, ohne lange Flugreisen, werden immer häufiger gesucht. Dafür hatten wir bisher aber keine, unsere Betten-Kontingente ergänzenden Angebote, weswegen wir diese kaufkräftige Zielgruppe kaum erfolgversprechend ansprechen konnten.

Da dem Fränkischen Seenland so viele Ferienwohnungen dauerhaft weggebrochen sind – das Interesse der Anbieter am Tourismus war dauerhaft erloschen – kann der Niedergang unseres Wirtschaftszweigs als ökonomisches Rückgrat der Region nur durch neue Impulse (Betten und attraktive Angebote) wieder auf die erfolgreiche Spur früherer Jahre geführt werden.
Dabei geht es weder um einen Massentourismus, noch um andere tourismuspolitische Ziele, sondern ausschließlich um die bereits im Leitbild von der Region gemeinsam und einmütig aufgestellten Vorstellungen eines zukunftsfähigen Tourismus. Dieser ist geprägt von der thematischen, inhaltlichen und ganzjährigen Weiterentwicklung der drei Produktlinien. Dazu sind auch private Investitionen zur Realisierung von Leuchtturmprojekten durch leistungsfähige Betriebe der Tourismusbranche notwendig, wie dies schon 2011 in der Denkschrift „Zukunft der Destination Fränkisches Seenland“ des Tourismusverbands dokumentiert wurde.

Der Brombachsee verfügt an seinem südwestlichen Ufer über einen bisher streng abgeriegelten Bereich eines ehemaligen Munitionslagers mit tlw. unbekannten Kontaminierungsgefahren im Boden und möglicherweise auch im Grundwasser. Bedauerlicherweise sahen sich bisher weder der Bund als Eigentümer, der Freistaat Bayern, der Landkreis oder die betroffene Kommune Pfofeld in der Lage diese Dekontaminierung zu übernehmen, um dann ggf. das Gelände einer weiteren Nutzung und auch Öffnung zuzuführen.

Der Bund hat als Eigentümer ein Bieterverfahren zum Verkauf der 150 ha großen Fläche vorgenommen. Daraus ist  – gegenüber anderen Interessenten – Center Parcs Deutschland höchstbietend hervorgegangen. Damit steht nun ein Unternehmen für den privatrechtlichen Erwerb und die Dekontaminierung zur Verfügung. Auf dieser Grundlage möchte Center Parcs Deutschland jetzt einen Plan vorlegen und ein öffentlich-rechtliches Genehmigungsverfahren einleiten. Ein im Verfahren unterlegener Bieter hat sich jetzt – schon höchst ungewöhnlich – öffentlich mit Spekulationen zu Wort gemeldet. Aber dessen Äußerungen lassen auch erkennen, dass Center Parcs sich nicht nur wegen des Preises in dem Verfahren durchsetzen konnte. Für die Region und für den Tourismus wurde das mit Abstand überzeugendere Konzept gewählt und deswegen kann nun endlich eine der Forderungen aus dem gemeinsam entwickelten Leitbild von vor 10 Jahren erfüllt werden!

10 gute Gründe für eine neue Freizeitanlage am Brombachsee

Die touristischen Dienstleister rund um den Brombachsee begrüßen diese Entwicklung und einen neuen Partner am See.
Sie gehen davon aus, dass nun das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren mit all seinen zahlreichen Schritten bis zur Baugenehmigung beginnt.
Sie wissen, dass diese Hürden hoch sind. Sie sind sich aber auch sicher, dass die mit diesen Hürden aufgebauten Verpflichtungen in einem fairen und offenen Prozess definiert werden.
Dieser Aufgabe musste sich bisher jeder Investor am See stellen.
Die touristischen Dienstleister rund um den See sind sich aber auch sicher, dass Center Parcs Deutschland nach einer Baugenehmigung seine Ankündigungen und Versprechen hier am Brombachsee in gleicher Weise erfüllen wird, wie sie dies nachvollziehbar an den bisherigen Standorten bereits unter Beweis stellen konnten.
Das Verfahren ist ergebnisoffen, wir aber sind unter diesen Voraussetzungen genau so offen für einen starken Partner, den wir uns seit 10 Jahren gemeinsam wünschen.
Mit diesem Partner sehen wir eine Zukunft für eine nachhaltige Entwicklung der Region und aller Betriebe am See. Gerade dieser Herausforderung wollen wir uns gerne auch selbst stellen.

Wir sind davon überzeugt, weil wir von den folgenden 10 Entwicklungszielen für die Region bei einem erfolgreich verlaufendem Genehmigungsverfahren ausgehen:

  1. Sicherung eines Ganzjahresangebots mit dem Ziel nachhaltiger Entwicklung
  2. Mehr Übernachtungsgäste und längere Übernachtungsdauer für alle Betriebe
  3. Höhere regionale Wertschöpfung für Handel und Handwerk der gesamten Region
  4. Erhöhter Bekanntheitsgrad der Region „Fränkisches Seenland“
  5. Mehr Arbeitsplatz- und Ausbildungsangebote, nicht alleine im touristischen Bereich
  6. Bessere Auslastung weiterer Angebote der Region (z.B. Gastronomie, Tagungstourismus)
  7. Verbesserung der Freizeitattraktivität für den Wirtschaftsstandort
  8. Beendigung der Grundwassergefährdung und der Bodenkontamination
  9. Zugänglichkeit zu einem bisher für die Öffentlichkeit komplett gesperrten Gelände
  10. Naturnahe Entwicklung und Betreuung der nicht überbauten Flächen im Muna-Gelände

Wir sind uns sicher, dass der Tourismus am Brombachsee, aber auch insgesamt im Fränkischen Seenland in absehbarer Zeit eine solche Chance nicht noch einmal erhält.
Wir gehen aber auch davon aus, dass es in der Folge einer solchen Ansiedlung zu weiteren Impulsen für die nachhaltige Entwicklung der Tourismus-Region kommen kann und dass davon vor allem auch jene profitieren werden, die jetzt bereits hier am See ihr berufliches Auskommen haben und darüber nun eine stärkere Absicherung für die Zukunft erhalten werden.

Wir wissen auch, dass es zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger gibt, die einer solchen Ansiedlung und Entwicklung skeptisch – tlw. sogar ablehnend – gegenüberstehen. Diesen bieten wir einen offenen und fairen Dialogmit uns an, damit sie unsere Zukunftsperspektiven mit diesem Projekt kennen lernen können, wir aber auch mehr Verständnis für ihre Ängste und Befürchtungen erhalten.

Die Unterzeichner dieses Aufrufs stehen nach wie vor hinter den vor 10 Jahren gemeinsam von der Region aufgestellten und heute noch gültigen Tourismus-Zielen für unser Fränkisches Seenland.

Sie sehen nun eine Chance, einige weitere dieser Ziele jetzt umsetzen zu können.

Susanne Ehrnsperger (Waldcamping Brombach und Hotel Sonnenhof, Pleinfeld), Michael Emig (Abenteuerwald, Spalt-Enderndorf), Alexander Herzog (Bäckerei Herzog in Absberg und Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen), Berta Jäger (Landgasthof Jägerhof und Kreisvorsitzende Bayer.Hotel- und Gaststättenverband, Absberg), Bernd Müller (Golfanlage Zollmühle, Pleinfeld), Dieter Popp (Streuobstmanufaktur Altmühlfranken, Haundorf), Oliver Röhrl (Strandhotel Seehof, Pfofeld-Langlau), Volker Sanwald (San-Shine-Camp, Badehalbinsel Absberg), Christian Sternke und Ralf Tellmann (Floating Village Pleinfeld-Ramsberg). Suzi und Stefan Streckel (McDonald Seenland, Gunzenhausen, Weißenburg, Schwabach, Roth und Kammerstein), Dagmar und Marcus Wilken (Erlebnisschifffahrt Brombachse, Ramsberg), Andreas und Sandra Zottmann (sand&sofa Enderndorf und Allmannsdorf)

DIETER POPP, Regionalberater (Haundorf)

Altmühlfrankenlauf 2024

Wo wird gefeiert? Wo findet der Zieleinlauf statt?


Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen veranstaltet seit 36 Jahren den Altmühlfrankenlauf. Termin und Zieleinlauf des Staffellaufs orientieren sich immer an einem regionalen Fest. Bis 2023 stehen die Festivitäten, an die sich der Landkreis als Veranstalter des Altmühlfrankenlaufs anschließt, fest. Für 2024 gibt es bereits Anfragen, jedoch noch keinen finalen Zuschlag. Wer Interesse hat, den Zieleinlauf des Altmühlfrankenlauf 2024 in das Festprogramm eines Jubiläumsfestes der örtlichen Feuerwehr, des Schützenvereins oder ähnlichem zu integrieren, der hat die Möglichkeit, sich bis zum 15. November 2020 bei Verena Bickel von der der Zukunftsinitiative altmühlfranken zu melden.
Ein paar Rahmenbedingungen müssen jedoch auch in das Konzept des Altmühlfrankenlaufs passen. Der Termin der Veranstaltung muss außerhalb der Bayerischen Schulferien liegen und darf mit keiner weiteren (Lauf-)Veranstaltung im Landkreis konkurrieren. Ein ausreichend großes Festzelt (Platz für 1.500 bis 2.000 Personen) und entsprechende Bewirtung sind Voraussetzungen für einen erfolgreichen Zieleinlauf inklusive Siegerehrung. Weiter sind für das Gelingen des Altmühlfrankenlaufs viele Helferinnen und Helfer am Start, entlang der Strecke und im Zielbereich wichtig. So wären beispielsweise Mitglieder eines Sportvereins o.ä. für die Vorbereitungen und die Durchführung des Zieleinlaufes sowie der Siegerehrung im Festzelt von großem Vorteil. Auch bei der Streckenfindung wird mit dem örtlichen Verein im Vorfeld zusammengearbeitet.
Bis Ende des Jahres sollen dann der Termin für 2024 und somit auch der Austragungsort feststehen. Am 15. November 2020 ist der Stichtag für die Meldung zur Ausrichtung des Zieleinlaufs für das Jahr 2024, so können die Vereine bereits lange im Voraus den Zieleinlauf als Programmpunkt einplanen. Bereits eingegangene Anfragen werden bei der Auswahl selbstverständlich berücksichtigt.
Bei Rückfragen oder konkretem Interesse steht Verena Bickel von der Zukunftsinitiative altmühlfranken telefonisch unter 09141 902-207 oder per E-Mail verena.bickel@landkreis-wug.de zur Verfügung.

Infos aus erster Hand

Landrat informierte die Bürgermeister

Seit vielen Jahren gibt es im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sogenannte Bürgermeisterinformationsveranstaltungen des Landratsamtes. Dabei stehen verschiedene Themen im Vordergrund, die die Kommunen und den Landkreis gleichermaßen tangieren. Landrat Manuel Westphal setzt dieses Veranstaltungsformat auch in der neuen Kommunalwahlperiode fort.

Interessante Tagesordnungspunkte erwarteten die teilweise neu gewählten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister während der ersten Bürgermeisterinformationsveranstaltung des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen. Fast vollständig waren die 26 Bürgermeister und Oberbürgermeister Jürgen Schröppel in der Karmeliterkirche in Weißenburg erschienen.

Zu Beginn stellte der für den Landkreis zuständige Breitbandmanager des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Schwabach Jörg Franke die neue Gigabit-Richtlinie vor. Mit der neuen Förderung können auch sogenannte „graue NGA-Flecken“ gefördert werden. Graue NGA-Flecken sind Orte, wo bereits mindestens 30 Mbit/s verfügbar sind. Jörg Franke stellte den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern die Rahmendaten der Richtlinie vor. Gerade für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist die Förderung sehr attraktiv, da als Raum mit besonderem Handlungsbedarf bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden.

Weiter stellte Franziska Wurzinger von der Regierung von Mittelfranken die Flächensparoffensive der Bayerischen Staatsregierung vor. Im vergangenen Jahr hat die Bayerische Staatsregierung den Beschluss der Flächensparoffensive gefasst und eine Richtgröße für den Flächenverbrauch von fünf Hektar pro Tag im Bayerischen Landesplanungsgesetz festgeschrieben. Dies soll gemeinsam mit den Kommunen durch verschiedene Steuerungsinstrumente erreicht werden. Beispielsweise sollen Kommunen den Grundsatz „Innen vor Außen“ beachten und vorhandene Siedlungsstrukturen nutzen. Franziska Wurzinger stellte während ihres Vortrages dazu auch Praxisbeispiele vor, wie die Nutzung von Gewerbebrachen.

Nach diesen Vorträgen tauschten sich die anwesenden Bürgermeister noch über Themenbereiche mit Landrat Westphal aus, in denen eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Landkreisverwaltung und Kommune wünschenswert wäre. Außerdem lobten die Kommunalvertreter die bisherige Zusammenarbeit beispielsweise im Bereich der Digitalisierung.

Landrat Manuel Westphal will in Zukunft noch mehr mit den Kommunen im Landkreis zusammenarbeiten und dort, wo sich eine vertiefte Kooperation anbietet, diese auch umsetzen.  

Akutgeriatrie eröffnet

Zentrum für Altersmedizin startet mit der Akutgeriatrie in neu saniertem Trakt

Vorstand Christoph Schneidewin mit Elisabeth Bauer, pflegerische Bereichsleiterin Geriatrie, Elvira Späth, Pflegedirektorin Gunzenhausen, Chefarzt der Geriatrie Dr. Markus Wach und Oberärztin der Geriatrie Dr. Evelyn Gundel-Wassersteiner (von links nach rechts). Foto: Julia Kamann

2017 feierte das Klinikum Altmühlfranken mit der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml die Aufnahme des dritten Bauabschnittes in das Krankenhausförderprogramm und die Verbesserung der Krankenhausstruktur im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

Nun ist der dritte Bauabschnitt nahezu fertiggestellt und mit der Akutgeriatrie eröffnet der erste Baustein des Zentrums für Altersmedizin in neuen, hochmodern sanierten Räumen am Klinikum Altmühlfranken.

Zentrum für Altersmedizin

Obwohl dem Alter an sich kein Krankheitswert zukommt, sind ältere Menschen häufig von mehreren Erkrankungen (Multimorbidität) und funktionellen Einschränkungen betroffen. Die Altersmedizin (Geriatrie) am Klinikum Altmühlfranken versorgt ihre älteren und hochbetagten Patienten in einem abgestimmten Angebot medizinischer und rehabilitativer Maßnahmen. Im Focus der Behandlung stehen internistische, unfallchirurgische und teilweise auch neuropsychiatrische Fragestellungen.

Ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Chefarzt Dr. Markus Wach, Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie, weiteren

geriatrisch ausgebildeten Medizinern und Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialpädagogen arbeitet eng und vertrauensvoll zusammen. Die ganzheitliche Betrachtungsweise und die Berücksichtigung medizinischer, psychischer und sozialer Aspekte des Patienten stehen dabei täglich im Vordergrund.

Akutgeriatrie – ein spezielles Angebot

Die Akutgeriatrie ist ein spezielles Angebot der stationären Altersmedizin und auf die medizinische Akutversorgung von Patienten höheren Alters (>70 Jahre) mit akuten Erkrankungen und Zustandsverschlechterungen bei chronischen Erkrankungen spezialisiert.

Primär versorgt werden ältere Patienten, die häufig z.B. mit Schlaganfall, Herzerkrankungen, Lungenentzündungen, Osteoporose, Sturzkrankheit, Diabetes mellitus oder Schmerzsyndromen akut erkrankt sind. Auch werden Patienten vor oder nach einer erforderlichen Operation stationär aufgenommen.

Sobald möglich, werden frührehabilitative Maßnahmen durchgeführt um eine Anschlussheilbehandlung in der Geriatrischen Rehabilitation oder die Rückkehr in das gewohnte Umfeld zu ermöglichen. Die nachstationäre Weiterbehandlung und fortlaufende Beratung von Patient und Angehörigen wird dabei durch den Sozialdienst des Klinikums Altmühlfranken übernommen.

Die neue akutgeriatrische Station A3

Chefarzt Dr. Markus Wach und seinem Team stehen auf der neugeschaffenen Station A3 25 Betten in großzügigen, lichtdurchfluteten Ein- und Zweibettzimmern mit eigenem Bad sowie auf Wunsch ausgesuchten Wahlleistungen zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot in einem zweiten Schritt um die Abteilung „Geriatrischen Rehabilitation“ mit weiteren 30 Betten.

Dann werden drei Fachärzte für Geriatrie zusammen mit einem hoch motivierten und geriatrisch erfahrenen Team aus Assistenzärzten und Pflege- und Fachkräften insgesamt 55 stationäre Patienten im Zentrum für Altersmedizin versorgen.

Mit dem neuen Zentrum für Altersmedizin erweitert das Klinikum Altmühlfranken sein medizinisches Angebot gerade im Hinblick auf zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen und stellt für die Menschen in der Region Altmühlfranken eine hochspezialisiertes wohnortnahes altersmedizinisches Angebot aus Akutgeriatrie, Geriatrischer Rehabilitation und Alterstraumatologie sicher.

Florian Wittmann tritt für die FDP an

Freie Demokraten im Wahlkreis Ansbach nominierten Kandidaten

Blumen für Florian Wittmann, dem Bundestagskandidaten der FDP, gab es von den Vorsitzenden Gernot Samhammer (Ansbach-Stadt), der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Sigrid Niesta-Weiser (Weissenburg-Gunzenhausen) und Sabine Endres (Ansbach-Land). Foto: Falk

Die Freien Demokraten haben ihren Kandidaten für die Bundestagswahl 2021 nominiert. Einziger Bewerber auf der Nominierungsversammlung im Altmühlsee-Informationszentrum in Muhr am See war der 31 Jahre alte Ansbacher Bankbetriebswirt und Immobilienhändler Florian Wittmann.

Vor  den Delegierten aus der Stadt Ansbach sowie den Landkreisen Ansbach und Weissenburg-Gunzenhausen äußerte sich die stellvertretende Kreisvorsitzende Sigrid Niesta-Weiser kritisch zu den staatlichen Leistungen in Corona-Zeiten: „Die kommenden Generationen leiden stark unter dem, was wir im Moment zur Abwendung der Coronaschäden ausgeben.“ Sie leitete in Vertretung des erkrankten Kreisvorsitzenden Thomas Geilhardt die Versammlung zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Katja Hessel.

Florian Wittmann ist ein Newcomer in der FDP. Der Bewerber stellte sich als Geschäftsführer der „Wittmann Real Estate GmbH“ vor, einem Immobilienunternehmen, das in Ansbach und Schwäbisch-Hall aktiv ist. Für den jungen Familienvater – seine Töchterchen Lili und Nelli sind drei bzw. ein Jahr alt – ist der Beruf eine Passion. In der Politik will er sich dafür einsetzen, dass die Grundwerte der Demokratie erhalten bleiben angesichts der gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen unserer Tage.  Es sei ein Wahnsinn, wie nicht nur in Coronazeiten mit dem Menschen umgegangen werde.   Der Kandidat sieht die weltweiten Wanderungsbewegungen vom Süden in den Norden als bedenklich an und will dafür kämpfen, dass ihnen in den Herkunftsländern wirksamer geholfen wird. Innenpolitisch macht ihm die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich Sorge: „Wir dürfen die Hälfte unserer Bevölkerung nicht vom Erfolg abkoppeln.“ Im Wahlkampf sei er „offen für alles“ und alle, die das Gespräch suchten.

Der gelernte Bankfachwirt lebt seit sechs Jahren in Ansbach. Zuvor war der gebürtige Neuendettelsauer zehn Jahren in München und Konstanz, wo er Kundenbetreuer und Filialleiter der Postbank war.

Zu den Delegierten für den Landesparteitag, der am 20. und 21. November in Landshut die bayerische Liste aufstellen wird, gehören Florian Wittmann (Ansbach), Rainer Erdel (Dietenhofen), Jürgen Meyer (Gunzenhausen), Thomas Geilhardt (Pleinfeld), Sabine Endres (Heilsbronn), Sigrid Niesta-Weiser (Gunzenhausen) und Gernot Samhammer (Ansbach).

Zinngießer von Gunzenhausen

Themenschwerpunkt der „Mittelfränkischen Studien“

Als Beiband zur Schriftenreihe „Mittelfränkische Studien“ bringt der Historische Verein für Mittelfranken eine umfangreiche Dokumentation heraus, die sich  mit den Zinngießern von Gunzenhausen befasst. Autoren sind Hans Himsolt  und Dr. Wolfgang Rettig.  Noch in diesem Jahr soll auch ein weiterer Band mit dem alleinigen Thema „75 Jahre nach Kriegsende – Integration der Deutschen in Deutschland“ am Beispiel von Dinkelsbühl (Dr. Eva Karl) erscheinen. Dies kündigte Vorsitzender Dr. Thomas Bauern auf der Jahresmitgliederversammlung im Hardenberg-Saal des Ansbacher Schlosses mit.

Der Verein, der sich auf ganz Mittelfranken erstreckt, hat aktuelle 348 Mitglieder. Geschäftsführer Oskar Geidner (Wolframs-Eschenbach): „Das bedeutet eine konstante Entwicklung, was für einen Geschichtsverein erfreulich ist“. Nach der Jahrestagung im letzten Jahr in Spalt sollte die diesjährige Hauptversammlung in Herrieden sein, aber Corona machte diesen Plan zunichte. Die Altmühlstadt soll jetzt 2021 zum Zuge kommen.

Zu den herausragenden Ereignissen des vergangenen Jahres zählt die Herausgabe des 105. Jahrbuchs, das eine bisher einmalige Kooperation von fränkischen und sächsischen Wissenschaftlern ist. Unter dem Titel „Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg und die Belehnung der Burggrafen von Nürnberg mit dem Kurfürstentum Brandenburg im Jahre 1417“ widmen sich 13 Autoren dem Thema, das zuvor schon im Mittelpunkt eines Symposiums von Experten aus Bayern und Brandenburg gestanden hatte. Herausgeber sind die Professoren Mario Müller (Uni Hildesheim) und Georg Seiderer (Uni Erlangen-Nürnberg, ein gebürtiger Gunzenhäuser). Zudem gingen im Ansbacher Schloss noch sechs weitere Vorträge über die Bühne bevor „Corona“ das Vereinsleben weitgehend lahm legte.

2021 wird anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums in Ansbach (Stadterhebung) ein Themenband erscheinen, der von dem Ansbacher Dr. Wolfgang Rettig (Leiter des Markgrafenmuseums) gestaltet wird.  Die verschiedenen Facetten der Stadtgeschichte beleuchten 14 Autoren. Zu Erbprinz Alexander wird  für die nächsten Jahre eine ausführliche Darstellung angekündigt.

Ein Dichter und Jurist ist der Ansbacher Johann Peter Uz, der vor 300 Jahren geboren wurde und dem in der Markgrafenstadt ein Denkmal im Hofgarten gewidmet ist. Prof. Ernst Rohmer  (Uni Erlangen-Nürnberg) ging in seinem Referat weniger auf dessen Leben und Werk  ein als auf die Formen des Gedenkens an ihn.