Facetten der Heimatgeschichte

Jahrbuch 75 von “Alt-Gunzenhausen” erscheint demnächst

Das neue Jahrbuch befasst sich u.a. mit den Anfängen des Antisemitismus in Gunzenhausen.

Noch heuer erscheint das 75. Jahrbuch „Alt-Gunzenhausen“, das vom Verein für Heimatkunde herausgegeben wird. Und in drei Jahren gibt es ein weiteres Jubiläum: das Jahrbuch wird dann 100 Jahre alt, denn 1923 ist im Jubiläumsjahr der Stadt (1100 Jahre) das erste Exemplar dieser Schriftenreihe gedruckt worden. Das bedeutet zugleich, dass der Verein und die Stadt gemeinsam feiern können, denn Gunzenhausen wurde vor 1200 Jahren, also im Jahr 823, erstmals urkundlich erwähnt.

Die Vorbereitungen für das neue Jahrbuch sind so gut wie abgeschlossen, wie Vorsitzender Werner Falk in der letzten Vorstandssitzung im Gasthaus „Altes Rathaus“ mitteilte. Werner Mühlhäußer, der 2. Vorsitzende und Schriftleiter, stellte den Inhalt der neuen Publikation vor, die einen Umfang von rund 250 Seiten haben wird.  „Damit können wir uns“, so der Vorsitzende, „in Mittelfranken sehen lassen“.

Der AB-Bericht über die Veranstaltung mit Streicher in Gunzenhausen

Werner Somplatzki (Trommetsheim), der Kreisheimatpfleger für die Archäologie, setzt sich mit den hallstattzeitlichen Friedhöfen schon in Unterasbach, Dittenheim, Ehlheim sowie Markt Berolzheim auseinander und berichtet von bisher unveröffentlichten Untersuchungen, die die Forschungen von Reichslimeskommissar Dr. Heinrich Eidam ergänzen.

Von Schlungenhof gibt es bisher noch keine Ortschronik. Diesem Defizit begegnet die Weissenburger Autorin Siglinde Buchner. Die erste urkundliche Erwähnung datiert sie auf das Jahr 1364. Sie geht auch dem Beinamen „Gänsrupfer“ nach, der den Schlungenhöfern seit Jahrhunderten anhängt. Immerhin ist bereits 1789 in einer Reisebeschreibung die Rede von „großen, schönen weißen Gänsen“, die dort gehalten wurden. Zudem haben die Schlungenhöfer „seltene Vögel“ in die markgräfliche Sommerresidenz nach Triesdorf gebracht, wo der Regent reichlich Gefallen an der Jagd fand.

„Wer war die adelige Dame im Blumenbeet?“ Diese Frage beantwortet Hermann Thoma (Goldbühl). Er definiert den Fund eines Grabdenkmal-Fragments von Kleinlellenfeld und hat festgestellt, dass es sich entgegen bisheriger Annahmen nicht um eine Dame, sondern um einen Herrn handelt, nämlich Friedrich von Eyb, der 1606 nach einer durchzechten Nacht in Cronheim in einem Streit verletzt wurde und nach sechs Tagen Krankenlager „dahingerafft“ wurde.

„Bausteine zur Ortsgeschichte von Laubenzedel“ schlichtet Werner Mühlhäußer auf, indem er alte Kirchenbücher auswertet. Dabei hat er eine interessante Persönlichkeit entdeckt: die Hebamme Barbara Winkler. Sie ist einst vom markgräflichen Hof in Ansbach nach England entsandt worden, um dem englischen Kronprinzen bei der Geburt seines Sohnes Beistand zu leisten.

Werner Mühlhäußer und Werner Neumann (Weißenburg) stellen „Das Polizeiwesen in Gunzenhausen im 18. bis 20. Jahrhundert“ dar. Dabei tischen sie so manche Episode auf, die in Verbindung mit dem Wirken der Gunzenhäuser Stadtpolizei steht, die 1958 aufgelöst wurde.

Seit Jahren begleitet Stadtarchivar Werner Mühlhäußer den wissenschaftlichen Nachwuchs, der sich ihm präsentiert, wenn es um Seminararbeiten am Simon-Marius-Gymnasium geht. Mit dem Stadttürmer Friedrich Möbius beschäftigt sich Laura Meyer (Muhr am See), einer schillernden Figur. Er war der letzte Stadtmusikus in Verbindung mit der Funktion des Blastürmers. Noch mit 80 Jahren ist er auf den Turm gestiegen. Er hat den Gesangverein Liederkranz 1834 mitbegründet, ebenso den Sängerbund 1861.

Die zweite Seminararbeit stammt von Annalena Brand, einer Enkelin des früheren Stadtrats Theo Eschenweck. Sie nimmt sich den Sängerbund 1861 vor und wertet die alten Protokollbücher aus.

Daniel Burmann aus Markt Berolzheim ist durch Zufall auf das Kriegstagebuch von Christian Preu aus Markt Berolzheim gestoßen, in dem dieser von seinen Erlebnissen im deutsch-französischen Krieg 1870/71 berichtet. Preu war auf den Kampffeldern in Sedan, in Weißenburg/Elsaß und bei der Belagerung von Paris dabei.

„Die Lokalzeitung als Quelle zu den Anfängen des Nationalsozialismus in Gunzenhausen in den Jahren 1917-1925“ ist ein weiteres Thema, dem sich Werner Mühlhäußer annimmt. Er ergänzt damit die bisherigen Veröffentlichungen von Wilhelm Lux und anderen in „Alt-Gunzenhausen“, die in 16 Jahrbüchern von 1987 bis 2013 erschienen sind. Zentrales Thema sind die Anfänge des Antisemitismus in der Stadt.

Die „Mühlen von Muhr“ stellt Günter Niekel vor, wobei er neben der Mühle am Dorfgraben und dergleichen an der Altmühl vor allem auf die Nesselbachmühle eingeht, die 1978 „einstürzt worden ist“. -fa-

Corona rückt näher

Mehrere Corona-Infektionsfälle im Landkreis

Innerhalb eines Tages wurden am Donnerstag, 15. Oktober 2020, drei positive Covid-19-Befunde von Schülern gemeldet. Dabei handelt es sich um Schüler einer 10. Klasse der Realschule Gunzenhausen, einer 11. Klasse des Beruflichen Schulzentrums Gunzenhausen und einer Meister-Klasse am kunststoffcampus in Weißenburg.

Insgesamt müssen 68 Schüler und elf Lehrkräfte für vierzehn Tage nach letztem Kontakt in Quarantäne. Sie werden zu Beginn der nächsten Woche getestet.

Es ist deutlich zu erkennen, dass das Infektionsgeschehen nun auch in Altmühlfranken, wo in den letzten Wochen vergleichsweise wenige Fälle zu beobachten gewesen waren, erheblich anzieht. Auch das Erreichen der Schwellenwerte 35 bzw. 50 / 100.000 Einwohner in 7 Tagen ist keineswegs ausgeschlossen.

Umso wichtiger ist es – insbesondere um neue Beschränkungen zu vermeiden – an die Eigenverantwortung aller Bürgerinnen und Bürger zu appellieren: Familienfeiern, Partys junger Leute, Enge in der Firma und weitere Situationen, in denen selten oder nie Masken getragen werden, stellen derzeit die größte Gefahr dar.

Das Gesundheitsamt bittet alle dringend, wieder mehr Augenmerk auf Abstand, Hygiene und Masken zu legen, und das im schulischen, beruflichen und vor allem auch privaten Bereich.

Dinkelsbühl besucht

MdL Hauber bei OB Dr. Hammer

Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer (li) begrüßt MdL Wolfgang Hauber im Rathaus Dinkelsbühl (Quelle: Stadt Dinkelsbühl).

Im Rahmen seiner Besuchsreihe war MdL Wolfgang Hauber diese Woche zu Gast im mittelfränkischen Dinkelsbühl und führte einen ausführlichen Informationsaustausch mit dem Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer durch.
Thema war unter anderem die Bahnreaktivierung Dombühl-Dinkelsbühl-Nördlingen. Beide waren sich einig, dass diese Maßnahme eine wichtige Weichenstellung sei, um die Wirtschaftsregionen in Nord-Süd-Richtung besser zu verbinden. Zur Sprache kam in diesem Zusammenhang auch, dass die Neuregelung zur Finanzierung von Eisenbahnkreuzungen (Bahn/Straße) leider nur auf von die vom Bund betriebenen Bahnstrecken anzuwenden sei. Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz entfällt der kommunale Kostenanteil bei diesen Bahnstrecken. Die Bahnlinie Dombühl-Dinkelsbühl-Nördlingen soll jedoch nicht vom Bund betreiben werden.
Es wurden aber auch Themen aus dem Bereich Kultus und ganz aktuell – das innerdeutsche Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten – diskutiert. Zufrieden zeigte sich Dr. Hammer nach dem drastischen Rückgang der Besucherzahlen zu Beginn der Corona-Krise damit, dass im August 2020 in Dinkelsbühl sogar höhere Übernachtungszahlen, im Vergleich zum Vorjahr, registriert werden konnten.
Schließlich wurde noch das geplante Center-Parcs-Projekt am Brombachsee diskutiert. MdL Hauber sieht darin eine große Entwicklungschance nicht nur für das Fränkische Seenland, sondern weit darüber hinaus. Er berichtete aus einem Gespräch mit dem Rothenburger Oberbürgermeister Dr. Naser, der sich positive Effekte für den Tourismusbereich seiner Stadt erhofft.
Dr. Hammer hierzu: „Vor gut zehn Jahren habe ich selber mit meiner Familie im Center Parcs in der Vulkaneifel unseren Sommerurlaub verbracht. Wir alle waren von dem Freizeitangebot, der Konzeption, der Nachhaltigkeit und der ökologischen Ausrichtung des Unternehmens begeistert. Bei meiner Rückkehr habe ich mich damals für die Stadt Dinkelsbühl um einen weiteren Standort beworben – leider ohne Erfolg.“
Dr. Hammer weiter: „Zu der Entscheidung von Center Parcs, im Landkreis Weißenburg – Gunzenhausen nun einen weiteren Freizeitpark zu errichten, kann ich nur gratulieren. Darüber hinaus können auch wir ‚Anreinergemeinden‘ uns über diesen Schritt nur freuen. Ich bin mir absolut sicher, dass viele Besucher ihren Weg auch in unsere Stadt finden werden und damit u.a. zu einer Stärkung des Einzelhandels und der Gastronomie beitragen werden. Somit kann ich nur hoffen, dass auch im Interesse von unserer Stadt Dinkelsbühl das Projekt alsbald realisiert wird.“
MdL Wolfgang Hauber abschließend: „Die Chancen für die Region beim Center Parcs Projekt überwiegen die befürchteten Nachteile. Arbeitsplätze, wirtschaftliche Entwicklung, touristische Entwicklung und vor allem auch der Ausbau der Infrastruktur oder die Entwicklung unseres Fränkischen Seenlandes zu einer klimaneutralen Ferienregion seien hier stellvertretend genannt. Unsere Region wird hiervon profitieren. Dies bestätigte sich für mich auch wieder im Gespräch mit Dr. Hammer.“


Landrätin für einen Tag

Julia Nuttelmann begleitete den Amtschef

Schlüpfte für einen Nachmittag in die Rolle einer Landrätin: Julia Nuttelmann hier am Schreibtisch des Landrates Manuel Westphal. Foto: LRA

Einmal in die Rolle des Landrates schlüpfen – diese Gelegenheit nutzte Julia Nuttelmann während der Take-Over-Aktion anlässlich des Internationalen Mädchentages. Die Gymnasiastin aus Gunzenhausen durfte Landrat Manuel Westphal einen Nachmittag lang über die Schulter schauen und ihn zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses begleiten.

Seit 2012 findet am 11. Oktober der internationale Mädchentag der Vereinten Nationen statt. Rund um dieses Datum übernehmen weltweit junge Frauen symbolisch Führungsrollen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Damit sollen Vorurteile und Diskriminierungen abgeschafft werden.

Auch das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen beteiligte sich an diesem Aktionstag und ermöglichte es einer Schülerin des Simon-Marius-Gymnasiums in Gunzenhausen Landrat Manuel Westphal einen Nachmittag lang zu begleiten. Organisiert wurde dieser Aktionstag von der Gleichstellungsstelle im Landratsamt. Start der Aktion war für Julia Nuttelmann nach der Schule. Im Landratsamt in Weißenburg traf sie Landrat Manuel Westphal in seinem Büro und konnte sich zu Beginn mit ihm über die Aufgaben eines Landrates austauschen.

„Bisher bin ich noch nicht viel mit Politik in Berührung gekommen. So hatte ich auch noch wenig Einblicke in den Aufgabenbereich eines Landrates. Nach dem Gespräch mit Herrn Westphal war ich überrascht, wie vielfältig das Tätigkeitsfeld doch ist“, so die 16-jährige Gymnasiastin.

Damit die Schülerin aber auch einen praktischen Eindruck von der Arbeit bekommen konnte, nahm Landrat Manuel Westphal sie mit zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses. „Wir dachten uns, dass es für die Take-Over-Aktion spannend wäre, an einer Sitzung teilzunehmen und so auch etwas Kommunalpolitik-Luft zu schnuppern“, erklärte Landrat Manuel Westphal.

Doch Julia Nuttelmann nahm nicht nur an der Sitzung teil, sondern übernahm auch die Eröffnung der Sitzung und konnte so tatsächlich in die Rolle einer Landrätin schlüpfen. Unaufgeregt und kompetent begrüßte sie die anwesenden Ausschussmitglieder und stellte die Tagesordnung der Sitzung vor. „Die Teilnahme an der Sitzung war für mich sehr interessant, da es beim Jugendhilfeausschuss ja auch um Themen geht, die mich als junge Erwachsene interessieren“, stellte Julia Nuttelmann nach der Sitzung fest.

Nach einer kurzen Feedbackrunde mit Landrat Manuel Westphal und der Gleichstellungsbeauftragten Ines Dirsch bekam die Schülerin noch eine Teilnahmebestätigung überreicht sowie ein Erinnerungsfoto – ganz klar – am Schreibtisch des Landrates.

Im Rahmen des Internationalen Mädchentages gibt es noch mehr Aktionen im Landkreis, die sich mit dem Thema Gleichberechtigung beschäftigen. So gibt es in den Büchereien in Weißenburg, Gunzenhausen und Treuchtlingen Büchertische zum Thema sowie eine Plakatausstellung. Auch im Foyer des Landratsamtes wird mit einer kleinen Ausstellung auf den Internationalen Mädchentag aufmerksam gemacht.

Treff im Babycafe

Babycafé Mini-Maxi-Treff: Babyschlaf im ersten Lebensjahr

Auf Grund der besonderen Situation zu Coronazeiten, findet das nächste Babycafé Mini-Maxi-Treff am 27. Oktober 2020 wieder in Weißenburg statt. Das Babycafé ist eine Initiative der Frühförderung Kinderhilfe Treuchtlingen, der Schwangerenberatung des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen und der KoKi-Netzwerk frühe Kindheit.

In regelmäßigen Abständen sind alle Schwangeren, Mütter und Väter mit ihren Babys eingeladen, im Babycafé wertvolle Informationen zu Themen rund um das 1. Lebensjahr zu sammeln.

Das nächste Treffen besucht die Familienkinderkrankenschwester Jessica Rosner. Die erfahrene Fachkraft gibt den teilnehmenden Eltern interessante Informationen zum Babyschlaf im ersten Lebensjahr weiter und erklärt hilfreiche Tipps und Möglichkeiten, damit das Thema „Schlafen“ bei den Kleinsten möglicherweise entspannter betrachtet werden kann.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 27. Oktober von 14.30 bis 16.00 Uhr in der KISS – Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen in der Westlichen Ringstraße 2 in Weißenburg statt. Anmeldungen und Kontaktdaten werden telefonisch unter 09141 902-188 oder per Mail an koki.lra@landkreis-wug.de entgegengenommen. Anmeldeschluss ist der 20.10.2020. Die Veranstaltung ist kostenlos. Den Teilnehmenden wird vorab das Hygienekonzept zugesendet.

Artenvielfalt bewahren

Strukturen an Straßenrändern als Winterquartier für Insekten?

An ausgesuchten Straßenrändern sollen im Rahmen des Projektes „Vielfalt.Erleben.Altmühlfranken“ abgeblühte Strukturen über den Winter stehen bleiben. Diese Maßnahme ist Teil der laufenden Untersuchungen, die zum Ziel haben, eine effektive Pflegemethode der Straßenränder unter Berücksichtigung möglichst großer Artenvielfalt zu finden.

Anstatt die Straßenränder dreimal zu mulchen, wird versucht, auf ein- oder zweimalige Mahd umzustellen. Zudem werden ausgesuchte Teilabschnitte der rückwärtigen Straßenrandbereiche ebenfalls unterschiedlich gepflegt. Diese Abschnitte wurden im Sommer mit Markierungsschildern versehen.

Alle fünf betroffenen Kreisstraßen (WUG 1, WUG 5, WUG 11, WUG 16, WUG 18, WUG 28) wurden Anfang September bezüglich Wuchshöhe der Vegetation unmittelbar an den Banketten begutachtet. Wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist, wird der Bankettstreifen im Herbst noch mal abgemäht. Alle anderen Flächen bleiben bis zum Frühjahr stehen. Wie bereits vor einigen Monaten veröffentlicht, werden daher die Bürgerinnen und Bürger gebeten, diesen vermeintlich ungepflegten Zustand zu tolerieren und von Anrufen beim Kreisbauhof abzusehen. Der Bauhof hat die Flächen regelmäßig im Blick und wird auch einschreiten, wenn die Verkehrssicherheit dies erfordert.

Im Rahmen des Projektes ist geplant, im Winter 2021 eine Informationsveranstaltung für die Gemeinden bzw. Bauhöfe im Landkreis durchzuführen. Ziel der Veranstaltung ist es, über das Pilotprojekt und den fachlichen Hintergrund zu informieren. Da viele Gemeinden inzwischen auch aktiv geworden sind und verschiedene Projekte zur Schaffung von mehr Artenvielfalt ins Leben gerufen haben, soll die Veranstaltung auch zum Erfahrungsaustausch anregen. Die Gemeinden erhalten zur Vorbereitung der Informationsveranstaltung demnächst eine Einladung.

Außerdem ist geplant, die an den Pilotstreckern liegenden Grundstückseigentümer, insbesondere die Landwirte, mit ins Boot zu holen. Dabei sollen zahlreiche Fragen beantwortet werden, beispielsweise welchen Einfluss hohe Saumstrukturen auf die Bewirtschaftung haben oder ob Artenvielfalt langfristig überhaupt unmittelbar neben intensiver Landwirtschaft erreicht werden kann und welche Konflikte entstehen dabei bzw. wie können diese gelöst werden? Die Untere Naturschutzbehörde wird sich daher demnächst mit den betroffenen Grundstückseigentümern in Verbindung setzen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter www.altmuehlfranken.de/umwelt-und-naturschutz/biodiversitaet/.

Knowhow-Zentrum des Kesselbaus

Landrat Westphal besuchte Bosch Industriekessel

Wolfgang Pendelin, Sabine Unterlandstaettner, Landrat Manuel Westphal, Christian Loschmidt, Thomas Lohse (v.li.). Foto: LRA

Der jüngste Unternehmensbesuch von Landrat Manuel Westphal führte zu einem Industrieunternehmen mit Tradition, denn die Firma Bosch Industriekessel GmbH hat eine Abordnung des Landratsamtes nach Gunzenhausen eingeladen. Während einer ausführlichen Werksbesichtigung und einem interessanten Gespräch stellte sich das Unternehmen vor.

In der Bevölkerung ist das Unternehmen weitläufig noch als „Loos“ bekannt, denn in diesem Namen liegt der Ursprung des heute weltweit agierenden Betriebs. Philipp Loos gründete im Jahr 1865 in der Pfalz die damalige Firma, die sich dann 1917 mit einem Produktionsstandort für Dreizugkessel in Gunzenhausen niederließ. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Geschäft prächtig, sodass nach mehreren Patentanmeldungen und einer Werksvergrößerung im Ortsteil Schlungenhof im Jahr 1964 der 30.000ste Kessel das Werk verließ. Ein weitreichender Schritt in der Geschichte der Firma Loos ereignete sich im neuen Jahrtausend, als diese im Jahr 2009 ein Tochterunternehmen der Bosch Thermotechnik GmbH wurde. In den kommenden Jahren wurde der Firmenauftritt komplett auf Bosch umgestellt und die Produkte fortan von der Bosch Industriekessel GmbH hergestellt und verkauft.

Empfangen wurde der Landrat vom neuen Werksleiter Thomas Lohse und Personalleiter Wolfgang Pendelin an den Toren des Schlungenhofer Werks, von wo aus die Führung durch die großräumigen Produktionshallen startete. In deren Verlauf erläuterte Christian Loschmidt, Leiter technischer Funktionen bei Bosch Industriekessel, in anschaulicher Darstellung den Werdegang eines Blechs bis zum fertigen Kessel. Diese bis zu 12 Tonnen schweren Bleche werden von extern zugekauft und dann anschließend von einer Plasmaschneidanlage bearbeitet. Die verschiedenen technisch notwendigen Öffnungen werden so per Schmelzschneideverfahren in das Material geschnitten und für den nächsten Schritt vorbereitet. Damit aus dem horizontalen Blech ein Kessel wird, muss dieses in die entsprechende Form gebogen werden. Das übernimmt eine gigantische Walze, wobei die endgültige Form ein Zylinder ist. „Unsere Kessel sind alle als Zylinder angelegt, da die runde Form bei hohen Druck vorteilhaft ist“, erklärte Lohse diesen Sachverhalt.

Einer der wichtigsten Arbeitsschritte, die während der Produktion anfallen, ist das Schweißen. Da die größten Kessel einem Druck von bis zu 30 bar aushalten müssen, müssen die Schweißnähte von höchster Präzision sein. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass diese Arbeit nur von ausgewiesenen Fachkräften erledigt wird, um so einen hohen Qualitätsstandard zu erreichen. Um diese Qualität zu sichern, ist ebenfalls eine penible Endkontrolle nötig. Nachdem der Kesselkörper verschweißt und nachkalibriert wurde, steht die Prüfung im sogenannten Röntgenbunker an. „Jeder Kessel, der unser Werk verlässt, hat eine ausgiebige Prüfung der Schweißnähte per Röntgenmessung hinter sich“, betonte Lohse. Da der Toleranzrahmen im Millimeterbereich liegt, kann dieser Vorgang viel Zeit in Anspruch nehmen.

Insgesamt können für die Herstellung eines Großkessels, der bis zu acht Meter lang sein kann, durchaus sechs Wochen Arbeitszeit vergehen, denn nach der finalen Endmontage mit Flammrohren und weiteren Komponenten ist natürlich auch eine Druckprüfung nötig. Diese Prüfungen werden nicht nur intern durchgeführt, sondern müssen auch durch externe TÜV-Prüfer verifiziert und abgenommen werden.

Das besondere an den in Gunzenhausen gefertigten Kesseln ist, dass diese individuell nach Kundenwunsch hergestellt werden. Aus diesem Grund gibt es auch keine Lösungen „von der Stange“, sodass eine eigene Konstruktionsabteilung die jeweiligen Arbeitsschritte perfektioniert. Ein Ergebnis dieses Prozesses ist beispielsweise ein mobiler Schweißroboter, der nun einen schwierigen Arbeitsschritt vollautomatisch erledigt. Auch die Schaltschränke, die die technische Steuerung der Kesselsysteme beinhalten, werden eigens bei Bosch in Gunzenhausen gebaut. Allgemein liegt innerhalb der Bosch-Gruppe das Zentrum des Knowhows für den Kesselbau in Gunzenhausen, denn bis auf das Rohmaterial werden bis zum fertigen Endprodukt sämtliche Arbeitsschritte vor Ort erledigt.

Nach der beeindruckenden Betriebsbesichtigung stießen auch der Vertriebsleiter Thomas Haub sowie Entwicklungsleiter Paul Köberlein zu einer Gesprächsrunde dazu, um das Unternehmen tiefergehend vorzustellen. So erfuhren Landrat Manuel Westphal sowie die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, dass die Industriekessel von Bosch weltweit vertrieben werden und bei zahlreichen namhaften Kunden aus der Lebensmittel-, Pharma- oder Energieversorgerbranche eingesetzt werden. „Derzeit kümmern sich 616 Mitarbeiter und 31 Auszubildende darum, die Kundenwünsche bei der Produktion unserer Kessel bestmöglich umzusetzen“, erklärte Wolfgang Pendelin.

Da die Qualität mittlerweile auch bei den Wettbewerbern steigt, Bosch hat in Europa ca. acht bis zehn Konkurrenten, zielt das Unternehmen noch mehr auf die Zufriedenheit der Kunden ab. „Durch unsere weltweit tätigen Servicetechniker vor Ort, die komplette Produktion aus einer Hand sowie die bestmögliche Betreuung unserer Kunden von der Projektierung bis zur Auslieferung haben wir einen klaren Wettbewerbsvorteil“, beurteilte Thomas Haub die aktuelle Marktsituation. Auch die Forschung an umweltfreundlichen Alternativen zur Gasbefeuerung soll das Unternehmen für die Zukunft rüsten.

Landrat Westphal zeigte sich von der Wandlungsfähigkeit des Produktionsbetriebs beeindruckt: „Es ist spannend zu sehen, wie auch in diesem Nischensegment laufend Prozesse modernisiert sowie neue Qualitätsstandards gesetzt werden. Dadurch werden langfristig Arbeitsplätze in unserer Region gesichert und junge Menschen hervorragend ausgebildet!“, lobte der Landrat die Verantwortlichen des Unternehmens.

Eigenes Schlachthofkonzept

Entwicklung eines eigenen Schlachthofkonzepts für Bayern

Die Freie Wähler-Landtagsfraktion setzt sich weiter dafür ein, Schlachtung und Fleischverarbeitung in Bayern wieder stärker dezentral zu organisieren. Mit einem Dringlichkeitsantrag, den die Fraktion ins Plenum des Landtags eingebracht hat, untermauert sie ihr bereits im Sommer skizziertes Ziel, regionale Schlachthöfe gezielt zu fördern und zieht damit auch Konsequenzen aus der Häufung von Corona-Infektionen bei deutschen Schlachthöfen.
Hintergrund dieses Dringlichkeitsantrags ist, dass die FW den Risiken, die große, zentrale Strukturen für die Versorgungssicherheit und den Verbraucherschutz bergen, entgegenwirken und kleine, regionale Schlachthöfe stärken wollen. Dezentral organisierte Schlachthöfe mit regionalen Wertschöpfungsketten geben Stabilität und sichern in Bayern die regionale Versorgung mit Lebensmitteln. Auch für die Tiere ist es schonender, wenn sie nicht über große Entfernungen zum Schlachthof transportiert werden müssen.
MdL Wolfgang Hauber: „Wir brauchen kurze Wege und enge Lieferbeziehungen zwischen Landwirt, Metzger und Konsument. Beides erhöht Transparenz und Nachvollziehbarkeit, was wiederum beim Verbraucher das Vertrauen in die Fleischverarbeitung stärkt. Zusätzlich sollten wir auch Lehren aus der massiven Häufung von Corona-Infektionen in deutschen Schlachthöfen ziehen, was ja auch strukturelle Gründe hat.“
Konkret will die Landtagsfraktion die Unterstützung für das Metzgereihandwerk ausweiten, Kooperationen zwischen Metzgern, mittelständischen Schlachthöfen und Erzeugergemein-schaften stärken und die kommunale Beteiligung an Schlachtstätten erhalten. Zudem fordern die FW die Staatsregierung auf, die aktuellen Rahmenbedingungen für kleine Schlacht- und Zerlegebetriebe zu überprüfen.
MdL Hauber weiter: „Unser Ziel muss es sein, durch geeignete Fördermaßnahmen, z.B. für besonders schonende und qualitätssichernde Technologien, möglichst viele handwerklich geführte Betriebe für Schlachtung sowie Fleischverarbeitung zu erhalten. Durch kluge Investitionen und Maßnahmen bekämen kleine Betriebe dann wieder eine reelle Chance im Wettbewerb bestehen zu können. Fleisch muss ein wertvolles Qualitätsprodukt sein und nicht aufgrund der Wettbewerbsstruktur als Billigware verkauft werden.“

Pro Center Parcs

Erklärung zum Brombachsee-Projekt

Die jüngste bayerische Tourismus-Destination „Fränkisches Seenland“ ist ein Geschenk, das uns die bayerische Wasserwirtschaft ermöglicht hat, denn dieses Millionenprojekt wurde vor 50 Jahren mit dem Ziel gestartet, Wasser aus dem niederschlags- und grundwasserreichen Süden in den trockeneren Norden zu leiten und gleichzeitig damit auch Hochwasserspitzen abzubauen.
Wir haben in dieser Zeit einen gewaltigen Eingriff in den Naturhausalt, aber auch dessen spätere Integrierung in den Naturraum miterleben können. Diese positive Entwicklung konnten sich viele vor 50 Jahren in der Tat noch nicht vorstellen.
In dieser Zeit hat sich unsere Region dadurch aber auch erstmalig touristisch aufstellen und neu profilieren können. Dieses Geschenk haben wir alle – Touristiker, Bürger, Politiker – sehr gerne angenommen, die Region und viele Betriebe haben davon auch wirtschaftlich stark profitiert. Mit dem Badetourismus und dem Wassersport sind wir sehr lange nur auf eine kurze Saison ausgerichtet gewesen. Schon vor 10 Jahren wurden daher in einer Seenlandkonferenz neue Ziele und Strategien abgesteckt.
Dies gipfelte in der Forderung nach:

  • Mehr Wertschöpfung durch Übernachtungsgäste
  • Mehr Wertschöpfung durch ein Ganzjahresangebot
  • Mehr Wertschöpfung durch höherwertige Angebote

Es wurden in diesem Sinne Eckpunkte eines Leitbildprozesses – unter breiter Mitwirkung der Akteure und der Bevölkerung aufgestellt – um mehr attraktive kostenpflichtige Ganzjahresangebote im Freizeitbereich bzw. bei den Sehenswürdigkeiten anbieten zu können. Und es wurde das Ziel formuliert, dass die bestehenden Betriebe höherwertige Angebote und Dienstleistungen erbringen sollen.

Daraus entstanden die drei Produktlinien „Fränkisch“, „Seen“ und „Land“.
Überregionale Events und Kulturveranstaltungen, ein erweitertes Themenmarketing zu den drei genannten Eckpunkten und eine Profilierung, wie u.a. Urlaub für Familien und Senioren mit naturnahen Aktivitäten – nicht nur am See – sollten im Mittelpunkt stehen.

Die Ergebnisse dieser Entwicklung für unsere Region lassen sich sehen:

  • Tourismus schafft Wertschöpfung (227 Mio. EUR Gesamt-Nettoumsatz im Seenland)
  • Tourismus fördert regionale Wirtschaft (rd.42 Mio. EUR Umsatz im Handel, 20 Mio. EUR Steuereinnahmen im Bereich des Fränkischen Seenlands)
  • Über 4.450 Bezieher eines touristischen Haupteinkommens
    (wichtigste Arbeitsplatzbranche im Bereich des Seenlands)
  • Verbesserung der Wohnverhältnisse und Stopp von Abwanderungstendenzen
  • Bereitstellung von Freizeit-Attraktivitäten hoher Qualität auch für die Einheimischen
  • Bereitstellung einer ausreichend bemessenen Infrastruktur
  • Bessere Auslastung von Handel und Handwerk
  • Erkennbare Unterstützung der Landwirtschaft
  • Positiver Beitrag zum Standortmarketing
  • Stärkung kultureller Identität und des Selbstbewusstseins

Es gab aber auch Einbrüche. So entwickelten sich 2009/2010 die Blaualgen vor allem in den flachen und nährstoffreichen Teilen der Seen und bewirkten eine negative Berichterstattung. Knapp 6 % weniger gewerbliche Übernachtungen und ein Umsatzrückgang von nahezu 30 Mio. EUR waren das ernüchternde Ergebnis. In der Folge wurden zahlreiche Gegenmaßnahmen vor allem in der Wasserwirtschaft und in der Landwirtschaft eingeleitet. Das Algenproblem hat sich in diesen 10 Jahren deutlich reduziert, es ist aber noch immer nicht völlig gebannt.
Mit dem neuen TourismusLeitbild wurden die Angebotsschwerpunkte auch auf die Attraktionen der um die Seen befindlichen Kulturlandschaften und dem baukulturellen Erbe unserer Dörfer und Städte gelenkt. Das hat uns neue Gästegruppen beschert.
Es konnten auch einige Betriebe ihre Angebote höherwertig ausbauen (es entstanden 4- und 5-Sterne Ferienwohnungen), neue hochwertige Angebote sind dazugekommen (z.B. „Floating Village“). Aber das Fränkische Seenland konnte kein neues hochwertiges Hotel hinzugewinnen (ein denkbarer Investor wandte sich leider enttäuscht ab) und eine große Zahl vorhandener Ferienwohnungen ging verloren, das Übernachtungsangebot ist um 50 % gesunken.

Jetzt steht die Tourismus-Destination erneut vor einer Zäsur.
Mit dem sinkenden Bettenangebot und durch die Auswirkungen der noch lange nicht beendeten Corona-Krise werden viele Betriebe vor der Frage stehen, ob sie noch eine Zukunft haben. Es werden wohl einige hier bei uns diese Situation nicht überleben! Die Tourismus-Region Brombachsee benötigt daher endlich den schon im Leitbild beschworenen Entwicklungsschub, vor allem für solche Zielgruppen, die wir bisher nicht oder nur rudimentär erreichen konnten. Dazu zählt unter anderem die Zielgruppe der Familien mit Kindern, die auch gerne im Verbund gemeinsam Urlaub machen. Solche Ziele im Umfeld, ohne lange Flugreisen, werden immer häufiger gesucht. Dafür hatten wir bisher aber keine, unsere Betten-Kontingente ergänzenden Angebote, weswegen wir diese kaufkräftige Zielgruppe kaum erfolgversprechend ansprechen konnten.

Da dem Fränkischen Seenland so viele Ferienwohnungen dauerhaft weggebrochen sind – das Interesse der Anbieter am Tourismus war dauerhaft erloschen – kann der Niedergang unseres Wirtschaftszweigs als ökonomisches Rückgrat der Region nur durch neue Impulse (Betten und attraktive Angebote) wieder auf die erfolgreiche Spur früherer Jahre geführt werden.
Dabei geht es weder um einen Massentourismus, noch um andere tourismuspolitische Ziele, sondern ausschließlich um die bereits im Leitbild von der Region gemeinsam und einmütig aufgestellten Vorstellungen eines zukunftsfähigen Tourismus. Dieser ist geprägt von der thematischen, inhaltlichen und ganzjährigen Weiterentwicklung der drei Produktlinien. Dazu sind auch private Investitionen zur Realisierung von Leuchtturmprojekten durch leistungsfähige Betriebe der Tourismusbranche notwendig, wie dies schon 2011 in der Denkschrift „Zukunft der Destination Fränkisches Seenland“ des Tourismusverbands dokumentiert wurde.

Der Brombachsee verfügt an seinem südwestlichen Ufer über einen bisher streng abgeriegelten Bereich eines ehemaligen Munitionslagers mit tlw. unbekannten Kontaminierungsgefahren im Boden und möglicherweise auch im Grundwasser. Bedauerlicherweise sahen sich bisher weder der Bund als Eigentümer, der Freistaat Bayern, der Landkreis oder die betroffene Kommune Pfofeld in der Lage diese Dekontaminierung zu übernehmen, um dann ggf. das Gelände einer weiteren Nutzung und auch Öffnung zuzuführen.

Der Bund hat als Eigentümer ein Bieterverfahren zum Verkauf der 150 ha großen Fläche vorgenommen. Daraus ist  – gegenüber anderen Interessenten – Center Parcs Deutschland höchstbietend hervorgegangen. Damit steht nun ein Unternehmen für den privatrechtlichen Erwerb und die Dekontaminierung zur Verfügung. Auf dieser Grundlage möchte Center Parcs Deutschland jetzt einen Plan vorlegen und ein öffentlich-rechtliches Genehmigungsverfahren einleiten. Ein im Verfahren unterlegener Bieter hat sich jetzt – schon höchst ungewöhnlich – öffentlich mit Spekulationen zu Wort gemeldet. Aber dessen Äußerungen lassen auch erkennen, dass Center Parcs sich nicht nur wegen des Preises in dem Verfahren durchsetzen konnte. Für die Region und für den Tourismus wurde das mit Abstand überzeugendere Konzept gewählt und deswegen kann nun endlich eine der Forderungen aus dem gemeinsam entwickelten Leitbild von vor 10 Jahren erfüllt werden!

10 gute Gründe für eine neue Freizeitanlage am Brombachsee

Die touristischen Dienstleister rund um den Brombachsee begrüßen diese Entwicklung und einen neuen Partner am See.
Sie gehen davon aus, dass nun das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren mit all seinen zahlreichen Schritten bis zur Baugenehmigung beginnt.
Sie wissen, dass diese Hürden hoch sind. Sie sind sich aber auch sicher, dass die mit diesen Hürden aufgebauten Verpflichtungen in einem fairen und offenen Prozess definiert werden.
Dieser Aufgabe musste sich bisher jeder Investor am See stellen.
Die touristischen Dienstleister rund um den See sind sich aber auch sicher, dass Center Parcs Deutschland nach einer Baugenehmigung seine Ankündigungen und Versprechen hier am Brombachsee in gleicher Weise erfüllen wird, wie sie dies nachvollziehbar an den bisherigen Standorten bereits unter Beweis stellen konnten.
Das Verfahren ist ergebnisoffen, wir aber sind unter diesen Voraussetzungen genau so offen für einen starken Partner, den wir uns seit 10 Jahren gemeinsam wünschen.
Mit diesem Partner sehen wir eine Zukunft für eine nachhaltige Entwicklung der Region und aller Betriebe am See. Gerade dieser Herausforderung wollen wir uns gerne auch selbst stellen.

Wir sind davon überzeugt, weil wir von den folgenden 10 Entwicklungszielen für die Region bei einem erfolgreich verlaufendem Genehmigungsverfahren ausgehen:

  1. Sicherung eines Ganzjahresangebots mit dem Ziel nachhaltiger Entwicklung
  2. Mehr Übernachtungsgäste und längere Übernachtungsdauer für alle Betriebe
  3. Höhere regionale Wertschöpfung für Handel und Handwerk der gesamten Region
  4. Erhöhter Bekanntheitsgrad der Region „Fränkisches Seenland“
  5. Mehr Arbeitsplatz- und Ausbildungsangebote, nicht alleine im touristischen Bereich
  6. Bessere Auslastung weiterer Angebote der Region (z.B. Gastronomie, Tagungstourismus)
  7. Verbesserung der Freizeitattraktivität für den Wirtschaftsstandort
  8. Beendigung der Grundwassergefährdung und der Bodenkontamination
  9. Zugänglichkeit zu einem bisher für die Öffentlichkeit komplett gesperrten Gelände
  10. Naturnahe Entwicklung und Betreuung der nicht überbauten Flächen im Muna-Gelände

Wir sind uns sicher, dass der Tourismus am Brombachsee, aber auch insgesamt im Fränkischen Seenland in absehbarer Zeit eine solche Chance nicht noch einmal erhält.
Wir gehen aber auch davon aus, dass es in der Folge einer solchen Ansiedlung zu weiteren Impulsen für die nachhaltige Entwicklung der Tourismus-Region kommen kann und dass davon vor allem auch jene profitieren werden, die jetzt bereits hier am See ihr berufliches Auskommen haben und darüber nun eine stärkere Absicherung für die Zukunft erhalten werden.

Wir wissen auch, dass es zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger gibt, die einer solchen Ansiedlung und Entwicklung skeptisch – tlw. sogar ablehnend – gegenüberstehen. Diesen bieten wir einen offenen und fairen Dialogmit uns an, damit sie unsere Zukunftsperspektiven mit diesem Projekt kennen lernen können, wir aber auch mehr Verständnis für ihre Ängste und Befürchtungen erhalten.

Die Unterzeichner dieses Aufrufs stehen nach wie vor hinter den vor 10 Jahren gemeinsam von der Region aufgestellten und heute noch gültigen Tourismus-Zielen für unser Fränkisches Seenland.

Sie sehen nun eine Chance, einige weitere dieser Ziele jetzt umsetzen zu können.

Susanne Ehrnsperger (Waldcamping Brombach und Hotel Sonnenhof, Pleinfeld), Michael Emig (Abenteuerwald, Spalt-Enderndorf), Alexander Herzog (Bäckerei Herzog in Absberg und Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen), Berta Jäger (Landgasthof Jägerhof und Kreisvorsitzende Bayer.Hotel- und Gaststättenverband, Absberg), Bernd Müller (Golfanlage Zollmühle, Pleinfeld), Dieter Popp (Streuobstmanufaktur Altmühlfranken, Haundorf), Oliver Röhrl (Strandhotel Seehof, Pfofeld-Langlau), Volker Sanwald (San-Shine-Camp, Badehalbinsel Absberg), Christian Sternke und Ralf Tellmann (Floating Village Pleinfeld-Ramsberg). Suzi und Stefan Streckel (McDonald Seenland, Gunzenhausen, Weißenburg, Schwabach, Roth und Kammerstein), Dagmar und Marcus Wilken (Erlebnisschifffahrt Brombachse, Ramsberg), Andreas und Sandra Zottmann (sand&sofa Enderndorf und Allmannsdorf)

DIETER POPP, Regionalberater (Haundorf)

Gold für Bäckerei Herzog

Brotprüfung durch das Deutsche Brotinstitut

Die Bäckermeister Gerd Schwarz, Herrmann Beck, Prüfer Manfred Stiefel, Alexander Herzog und Kurt Held Obermeister (von links).

Einmal pro Jahr haben handwerkliche Bäckereien die Möglichkeit, ihre Brot- und Brötchenkreationen von den Spezialisten des Deutschen Brotinstitutes bewerten zu lassen. Diese führen in ganz Deutschland Qualitätsprüfungen von Backwaren durch, an denen sich Handwerksbäckereien auf freiwilliger Basis beteiligen können. Dabei bewerten hochqualifizierte Sachverständige nach wissenschaftlich anerkannten Kriterien die eingereichten Backwaren.

Die Brotprüfung der Bäckerinnung Westmittelfranken wurde diesmal in den Räumen der Bäckerei Herzog in Muhr am See von Prüfer Manfred Stiefel durchgeführt. Seit bereits 15 Jahren ist der Bäckermeister für die Prüfungen im Raum Bayern und Baden-Württemberg zuständig.

Vier regionale Handwerksbäckereien, die Bäckerei Beck (Bechhofen), die Bäckerei Held (Dietenhofen), die Bäckerei Herzog (Muhr am See) und die Bäckerei Schwarz (Lichtenau) nahmen die Herausforderung an und ließen ihre Brote einer ausführlichen Begutachtung durch den speziell ausgebildeten Experten des Prüfinstitutes unterziehen. Bewertet wurde dabei nicht nur die Optik sondern vor allem auch die Konsistenz von Kruste und Krume sowie Geruch und Geschmack der Brotspezialitäten. Jedes Brot wird dabei individuell betrachtet und beurteilt, bei jeder Sorte werden individuelle Besonderheiten berücksichtigt.

Ziel dieser Prüfungen ist es, die Qualität der Backwaren ständig zu verbessern bzw. überprüfen zu lassen, um am Ende den Kunden erstklassige Produkte bieten zu können.

Für die besten Brote wird die Note „sehr gut“ vergeben, diese Bewertung gibt es nur bei voller Punktzahl. Wird eine Brotsorte drei Jahre hintereinander mit „sehr gut“ bewertet, wird dem Bäcker durch den Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks eine Goldmedaille verliehen. Diese gilt als Nachweis für konstante Topqualität!

Folgende Ergebnisse konnten dabei von den einzelnen Betrieben erzielt werden:

Bäckerei Beck: 3x sehr gut, 1x gut

Bäckerei Held: 7x sehr gut, 4x gut, 1x Goldmedaille

Bäckerei Herzog: 10x sehr gut, 6x gut, 2x Goldmedaille

Bäckerei Schwarz: 4x sehr gut, 4x gut, 1x Goldmedaille

Von dieser ständigen Selbstkontrolle durch unabhängige Experten profitieren nicht nur die Betriebe selbst sondern vor allem die Kunden, denen so regionale Handwerksprodukte von höchster Qualität angeboten werden können. Und gerade auf handwerkliche Qualität wird seit einiger Zeit wieder großer Wert gelegt. Hochwertige Zutaten aus der Region und traditionelle Verarbeitung ohne Backmischungen, Zusatzstoffe und Emulgatoren werden gerade von der jüngeren Generation wieder vermehrt nachgefragt und wertgeschätzt. Durch den Einkauf bei einem geprüften Handwerksbäcker kann jeder sicher sein, dass dort nach allerhöchsten Standards gearbeitet wird, welche zusätzlich durch die Fachmänner des Deutschen Brotinstitutes professionell sichergestellt werden.