Landrätin für einen Tag

Julia Nuttelmann begleitete den Amtschef

Schlüpfte für einen Nachmittag in die Rolle einer Landrätin: Julia Nuttelmann hier am Schreibtisch des Landrates Manuel Westphal. Foto: LRA

Einmal in die Rolle des Landrates schlüpfen – diese Gelegenheit nutzte Julia Nuttelmann während der Take-Over-Aktion anlässlich des Internationalen Mädchentages. Die Gymnasiastin aus Gunzenhausen durfte Landrat Manuel Westphal einen Nachmittag lang über die Schulter schauen und ihn zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses begleiten.

Seit 2012 findet am 11. Oktober der internationale Mädchentag der Vereinten Nationen statt. Rund um dieses Datum übernehmen weltweit junge Frauen symbolisch Führungsrollen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Damit sollen Vorurteile und Diskriminierungen abgeschafft werden.

Auch das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen beteiligte sich an diesem Aktionstag und ermöglichte es einer Schülerin des Simon-Marius-Gymnasiums in Gunzenhausen Landrat Manuel Westphal einen Nachmittag lang zu begleiten. Organisiert wurde dieser Aktionstag von der Gleichstellungsstelle im Landratsamt. Start der Aktion war für Julia Nuttelmann nach der Schule. Im Landratsamt in Weißenburg traf sie Landrat Manuel Westphal in seinem Büro und konnte sich zu Beginn mit ihm über die Aufgaben eines Landrates austauschen.

„Bisher bin ich noch nicht viel mit Politik in Berührung gekommen. So hatte ich auch noch wenig Einblicke in den Aufgabenbereich eines Landrates. Nach dem Gespräch mit Herrn Westphal war ich überrascht, wie vielfältig das Tätigkeitsfeld doch ist“, so die 16-jährige Gymnasiastin.

Damit die Schülerin aber auch einen praktischen Eindruck von der Arbeit bekommen konnte, nahm Landrat Manuel Westphal sie mit zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses. „Wir dachten uns, dass es für die Take-Over-Aktion spannend wäre, an einer Sitzung teilzunehmen und so auch etwas Kommunalpolitik-Luft zu schnuppern“, erklärte Landrat Manuel Westphal.

Doch Julia Nuttelmann nahm nicht nur an der Sitzung teil, sondern übernahm auch die Eröffnung der Sitzung und konnte so tatsächlich in die Rolle einer Landrätin schlüpfen. Unaufgeregt und kompetent begrüßte sie die anwesenden Ausschussmitglieder und stellte die Tagesordnung der Sitzung vor. „Die Teilnahme an der Sitzung war für mich sehr interessant, da es beim Jugendhilfeausschuss ja auch um Themen geht, die mich als junge Erwachsene interessieren“, stellte Julia Nuttelmann nach der Sitzung fest.

Nach einer kurzen Feedbackrunde mit Landrat Manuel Westphal und der Gleichstellungsbeauftragten Ines Dirsch bekam die Schülerin noch eine Teilnahmebestätigung überreicht sowie ein Erinnerungsfoto – ganz klar – am Schreibtisch des Landrates.

Im Rahmen des Internationalen Mädchentages gibt es noch mehr Aktionen im Landkreis, die sich mit dem Thema Gleichberechtigung beschäftigen. So gibt es in den Büchereien in Weißenburg, Gunzenhausen und Treuchtlingen Büchertische zum Thema sowie eine Plakatausstellung. Auch im Foyer des Landratsamtes wird mit einer kleinen Ausstellung auf den Internationalen Mädchentag aufmerksam gemacht.

Treff im Babycafe

Babycafé Mini-Maxi-Treff: Babyschlaf im ersten Lebensjahr

Auf Grund der besonderen Situation zu Coronazeiten, findet das nächste Babycafé Mini-Maxi-Treff am 27. Oktober 2020 wieder in Weißenburg statt. Das Babycafé ist eine Initiative der Frühförderung Kinderhilfe Treuchtlingen, der Schwangerenberatung des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen und der KoKi-Netzwerk frühe Kindheit.

In regelmäßigen Abständen sind alle Schwangeren, Mütter und Väter mit ihren Babys eingeladen, im Babycafé wertvolle Informationen zu Themen rund um das 1. Lebensjahr zu sammeln.

Das nächste Treffen besucht die Familienkinderkrankenschwester Jessica Rosner. Die erfahrene Fachkraft gibt den teilnehmenden Eltern interessante Informationen zum Babyschlaf im ersten Lebensjahr weiter und erklärt hilfreiche Tipps und Möglichkeiten, damit das Thema „Schlafen“ bei den Kleinsten möglicherweise entspannter betrachtet werden kann.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 27. Oktober von 14.30 bis 16.00 Uhr in der KISS – Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfegruppen in der Westlichen Ringstraße 2 in Weißenburg statt. Anmeldungen und Kontaktdaten werden telefonisch unter 09141 902-188 oder per Mail an koki.lra@landkreis-wug.de entgegengenommen. Anmeldeschluss ist der 20.10.2020. Die Veranstaltung ist kostenlos. Den Teilnehmenden wird vorab das Hygienekonzept zugesendet.

Artenvielfalt bewahren

Strukturen an Straßenrändern als Winterquartier für Insekten?

An ausgesuchten Straßenrändern sollen im Rahmen des Projektes „Vielfalt.Erleben.Altmühlfranken“ abgeblühte Strukturen über den Winter stehen bleiben. Diese Maßnahme ist Teil der laufenden Untersuchungen, die zum Ziel haben, eine effektive Pflegemethode der Straßenränder unter Berücksichtigung möglichst großer Artenvielfalt zu finden.

Anstatt die Straßenränder dreimal zu mulchen, wird versucht, auf ein- oder zweimalige Mahd umzustellen. Zudem werden ausgesuchte Teilabschnitte der rückwärtigen Straßenrandbereiche ebenfalls unterschiedlich gepflegt. Diese Abschnitte wurden im Sommer mit Markierungsschildern versehen.

Alle fünf betroffenen Kreisstraßen (WUG 1, WUG 5, WUG 11, WUG 16, WUG 18, WUG 28) wurden Anfang September bezüglich Wuchshöhe der Vegetation unmittelbar an den Banketten begutachtet. Wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist, wird der Bankettstreifen im Herbst noch mal abgemäht. Alle anderen Flächen bleiben bis zum Frühjahr stehen. Wie bereits vor einigen Monaten veröffentlicht, werden daher die Bürgerinnen und Bürger gebeten, diesen vermeintlich ungepflegten Zustand zu tolerieren und von Anrufen beim Kreisbauhof abzusehen. Der Bauhof hat die Flächen regelmäßig im Blick und wird auch einschreiten, wenn die Verkehrssicherheit dies erfordert.

Im Rahmen des Projektes ist geplant, im Winter 2021 eine Informationsveranstaltung für die Gemeinden bzw. Bauhöfe im Landkreis durchzuführen. Ziel der Veranstaltung ist es, über das Pilotprojekt und den fachlichen Hintergrund zu informieren. Da viele Gemeinden inzwischen auch aktiv geworden sind und verschiedene Projekte zur Schaffung von mehr Artenvielfalt ins Leben gerufen haben, soll die Veranstaltung auch zum Erfahrungsaustausch anregen. Die Gemeinden erhalten zur Vorbereitung der Informationsveranstaltung demnächst eine Einladung.

Außerdem ist geplant, die an den Pilotstreckern liegenden Grundstückseigentümer, insbesondere die Landwirte, mit ins Boot zu holen. Dabei sollen zahlreiche Fragen beantwortet werden, beispielsweise welchen Einfluss hohe Saumstrukturen auf die Bewirtschaftung haben oder ob Artenvielfalt langfristig überhaupt unmittelbar neben intensiver Landwirtschaft erreicht werden kann und welche Konflikte entstehen dabei bzw. wie können diese gelöst werden? Die Untere Naturschutzbehörde wird sich daher demnächst mit den betroffenen Grundstückseigentümern in Verbindung setzen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter www.altmuehlfranken.de/umwelt-und-naturschutz/biodiversitaet/.

Knowhow-Zentrum des Kesselbaus

Landrat Westphal besuchte Bosch Industriekessel

Wolfgang Pendelin, Sabine Unterlandstaettner, Landrat Manuel Westphal, Christian Loschmidt, Thomas Lohse (v.li.). Foto: LRA

Der jüngste Unternehmensbesuch von Landrat Manuel Westphal führte zu einem Industrieunternehmen mit Tradition, denn die Firma Bosch Industriekessel GmbH hat eine Abordnung des Landratsamtes nach Gunzenhausen eingeladen. Während einer ausführlichen Werksbesichtigung und einem interessanten Gespräch stellte sich das Unternehmen vor.

In der Bevölkerung ist das Unternehmen weitläufig noch als „Loos“ bekannt, denn in diesem Namen liegt der Ursprung des heute weltweit agierenden Betriebs. Philipp Loos gründete im Jahr 1865 in der Pfalz die damalige Firma, die sich dann 1917 mit einem Produktionsstandort für Dreizugkessel in Gunzenhausen niederließ. Im Laufe der Jahre entwickelte sich das Geschäft prächtig, sodass nach mehreren Patentanmeldungen und einer Werksvergrößerung im Ortsteil Schlungenhof im Jahr 1964 der 30.000ste Kessel das Werk verließ. Ein weitreichender Schritt in der Geschichte der Firma Loos ereignete sich im neuen Jahrtausend, als diese im Jahr 2009 ein Tochterunternehmen der Bosch Thermotechnik GmbH wurde. In den kommenden Jahren wurde der Firmenauftritt komplett auf Bosch umgestellt und die Produkte fortan von der Bosch Industriekessel GmbH hergestellt und verkauft.

Empfangen wurde der Landrat vom neuen Werksleiter Thomas Lohse und Personalleiter Wolfgang Pendelin an den Toren des Schlungenhofer Werks, von wo aus die Führung durch die großräumigen Produktionshallen startete. In deren Verlauf erläuterte Christian Loschmidt, Leiter technischer Funktionen bei Bosch Industriekessel, in anschaulicher Darstellung den Werdegang eines Blechs bis zum fertigen Kessel. Diese bis zu 12 Tonnen schweren Bleche werden von extern zugekauft und dann anschließend von einer Plasmaschneidanlage bearbeitet. Die verschiedenen technisch notwendigen Öffnungen werden so per Schmelzschneideverfahren in das Material geschnitten und für den nächsten Schritt vorbereitet. Damit aus dem horizontalen Blech ein Kessel wird, muss dieses in die entsprechende Form gebogen werden. Das übernimmt eine gigantische Walze, wobei die endgültige Form ein Zylinder ist. „Unsere Kessel sind alle als Zylinder angelegt, da die runde Form bei hohen Druck vorteilhaft ist“, erklärte Lohse diesen Sachverhalt.

Einer der wichtigsten Arbeitsschritte, die während der Produktion anfallen, ist das Schweißen. Da die größten Kessel einem Druck von bis zu 30 bar aushalten müssen, müssen die Schweißnähte von höchster Präzision sein. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass diese Arbeit nur von ausgewiesenen Fachkräften erledigt wird, um so einen hohen Qualitätsstandard zu erreichen. Um diese Qualität zu sichern, ist ebenfalls eine penible Endkontrolle nötig. Nachdem der Kesselkörper verschweißt und nachkalibriert wurde, steht die Prüfung im sogenannten Röntgenbunker an. „Jeder Kessel, der unser Werk verlässt, hat eine ausgiebige Prüfung der Schweißnähte per Röntgenmessung hinter sich“, betonte Lohse. Da der Toleranzrahmen im Millimeterbereich liegt, kann dieser Vorgang viel Zeit in Anspruch nehmen.

Insgesamt können für die Herstellung eines Großkessels, der bis zu acht Meter lang sein kann, durchaus sechs Wochen Arbeitszeit vergehen, denn nach der finalen Endmontage mit Flammrohren und weiteren Komponenten ist natürlich auch eine Druckprüfung nötig. Diese Prüfungen werden nicht nur intern durchgeführt, sondern müssen auch durch externe TÜV-Prüfer verifiziert und abgenommen werden.

Das besondere an den in Gunzenhausen gefertigten Kesseln ist, dass diese individuell nach Kundenwunsch hergestellt werden. Aus diesem Grund gibt es auch keine Lösungen „von der Stange“, sodass eine eigene Konstruktionsabteilung die jeweiligen Arbeitsschritte perfektioniert. Ein Ergebnis dieses Prozesses ist beispielsweise ein mobiler Schweißroboter, der nun einen schwierigen Arbeitsschritt vollautomatisch erledigt. Auch die Schaltschränke, die die technische Steuerung der Kesselsysteme beinhalten, werden eigens bei Bosch in Gunzenhausen gebaut. Allgemein liegt innerhalb der Bosch-Gruppe das Zentrum des Knowhows für den Kesselbau in Gunzenhausen, denn bis auf das Rohmaterial werden bis zum fertigen Endprodukt sämtliche Arbeitsschritte vor Ort erledigt.

Nach der beeindruckenden Betriebsbesichtigung stießen auch der Vertriebsleiter Thomas Haub sowie Entwicklungsleiter Paul Köberlein zu einer Gesprächsrunde dazu, um das Unternehmen tiefergehend vorzustellen. So erfuhren Landrat Manuel Westphal sowie die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung, dass die Industriekessel von Bosch weltweit vertrieben werden und bei zahlreichen namhaften Kunden aus der Lebensmittel-, Pharma- oder Energieversorgerbranche eingesetzt werden. „Derzeit kümmern sich 616 Mitarbeiter und 31 Auszubildende darum, die Kundenwünsche bei der Produktion unserer Kessel bestmöglich umzusetzen“, erklärte Wolfgang Pendelin.

Da die Qualität mittlerweile auch bei den Wettbewerbern steigt, Bosch hat in Europa ca. acht bis zehn Konkurrenten, zielt das Unternehmen noch mehr auf die Zufriedenheit der Kunden ab. „Durch unsere weltweit tätigen Servicetechniker vor Ort, die komplette Produktion aus einer Hand sowie die bestmögliche Betreuung unserer Kunden von der Projektierung bis zur Auslieferung haben wir einen klaren Wettbewerbsvorteil“, beurteilte Thomas Haub die aktuelle Marktsituation. Auch die Forschung an umweltfreundlichen Alternativen zur Gasbefeuerung soll das Unternehmen für die Zukunft rüsten.

Landrat Westphal zeigte sich von der Wandlungsfähigkeit des Produktionsbetriebs beeindruckt: „Es ist spannend zu sehen, wie auch in diesem Nischensegment laufend Prozesse modernisiert sowie neue Qualitätsstandards gesetzt werden. Dadurch werden langfristig Arbeitsplätze in unserer Region gesichert und junge Menschen hervorragend ausgebildet!“, lobte der Landrat die Verantwortlichen des Unternehmens.

Eigenes Schlachthofkonzept

Entwicklung eines eigenen Schlachthofkonzepts für Bayern

Die Freie Wähler-Landtagsfraktion setzt sich weiter dafür ein, Schlachtung und Fleischverarbeitung in Bayern wieder stärker dezentral zu organisieren. Mit einem Dringlichkeitsantrag, den die Fraktion ins Plenum des Landtags eingebracht hat, untermauert sie ihr bereits im Sommer skizziertes Ziel, regionale Schlachthöfe gezielt zu fördern und zieht damit auch Konsequenzen aus der Häufung von Corona-Infektionen bei deutschen Schlachthöfen.
Hintergrund dieses Dringlichkeitsantrags ist, dass die FW den Risiken, die große, zentrale Strukturen für die Versorgungssicherheit und den Verbraucherschutz bergen, entgegenwirken und kleine, regionale Schlachthöfe stärken wollen. Dezentral organisierte Schlachthöfe mit regionalen Wertschöpfungsketten geben Stabilität und sichern in Bayern die regionale Versorgung mit Lebensmitteln. Auch für die Tiere ist es schonender, wenn sie nicht über große Entfernungen zum Schlachthof transportiert werden müssen.
MdL Wolfgang Hauber: „Wir brauchen kurze Wege und enge Lieferbeziehungen zwischen Landwirt, Metzger und Konsument. Beides erhöht Transparenz und Nachvollziehbarkeit, was wiederum beim Verbraucher das Vertrauen in die Fleischverarbeitung stärkt. Zusätzlich sollten wir auch Lehren aus der massiven Häufung von Corona-Infektionen in deutschen Schlachthöfen ziehen, was ja auch strukturelle Gründe hat.“
Konkret will die Landtagsfraktion die Unterstützung für das Metzgereihandwerk ausweiten, Kooperationen zwischen Metzgern, mittelständischen Schlachthöfen und Erzeugergemein-schaften stärken und die kommunale Beteiligung an Schlachtstätten erhalten. Zudem fordern die FW die Staatsregierung auf, die aktuellen Rahmenbedingungen für kleine Schlacht- und Zerlegebetriebe zu überprüfen.
MdL Hauber weiter: „Unser Ziel muss es sein, durch geeignete Fördermaßnahmen, z.B. für besonders schonende und qualitätssichernde Technologien, möglichst viele handwerklich geführte Betriebe für Schlachtung sowie Fleischverarbeitung zu erhalten. Durch kluge Investitionen und Maßnahmen bekämen kleine Betriebe dann wieder eine reelle Chance im Wettbewerb bestehen zu können. Fleisch muss ein wertvolles Qualitätsprodukt sein und nicht aufgrund der Wettbewerbsstruktur als Billigware verkauft werden.“

Pro Center Parcs

Erklärung zum Brombachsee-Projekt

Die jüngste bayerische Tourismus-Destination „Fränkisches Seenland“ ist ein Geschenk, das uns die bayerische Wasserwirtschaft ermöglicht hat, denn dieses Millionenprojekt wurde vor 50 Jahren mit dem Ziel gestartet, Wasser aus dem niederschlags- und grundwasserreichen Süden in den trockeneren Norden zu leiten und gleichzeitig damit auch Hochwasserspitzen abzubauen.
Wir haben in dieser Zeit einen gewaltigen Eingriff in den Naturhausalt, aber auch dessen spätere Integrierung in den Naturraum miterleben können. Diese positive Entwicklung konnten sich viele vor 50 Jahren in der Tat noch nicht vorstellen.
In dieser Zeit hat sich unsere Region dadurch aber auch erstmalig touristisch aufstellen und neu profilieren können. Dieses Geschenk haben wir alle – Touristiker, Bürger, Politiker – sehr gerne angenommen, die Region und viele Betriebe haben davon auch wirtschaftlich stark profitiert. Mit dem Badetourismus und dem Wassersport sind wir sehr lange nur auf eine kurze Saison ausgerichtet gewesen. Schon vor 10 Jahren wurden daher in einer Seenlandkonferenz neue Ziele und Strategien abgesteckt.
Dies gipfelte in der Forderung nach:

  • Mehr Wertschöpfung durch Übernachtungsgäste
  • Mehr Wertschöpfung durch ein Ganzjahresangebot
  • Mehr Wertschöpfung durch höherwertige Angebote

Es wurden in diesem Sinne Eckpunkte eines Leitbildprozesses – unter breiter Mitwirkung der Akteure und der Bevölkerung aufgestellt – um mehr attraktive kostenpflichtige Ganzjahresangebote im Freizeitbereich bzw. bei den Sehenswürdigkeiten anbieten zu können. Und es wurde das Ziel formuliert, dass die bestehenden Betriebe höherwertige Angebote und Dienstleistungen erbringen sollen.

Daraus entstanden die drei Produktlinien „Fränkisch“, „Seen“ und „Land“.
Überregionale Events und Kulturveranstaltungen, ein erweitertes Themenmarketing zu den drei genannten Eckpunkten und eine Profilierung, wie u.a. Urlaub für Familien und Senioren mit naturnahen Aktivitäten – nicht nur am See – sollten im Mittelpunkt stehen.

Die Ergebnisse dieser Entwicklung für unsere Region lassen sich sehen:

  • Tourismus schafft Wertschöpfung (227 Mio. EUR Gesamt-Nettoumsatz im Seenland)
  • Tourismus fördert regionale Wirtschaft (rd.42 Mio. EUR Umsatz im Handel, 20 Mio. EUR Steuereinnahmen im Bereich des Fränkischen Seenlands)
  • Über 4.450 Bezieher eines touristischen Haupteinkommens
    (wichtigste Arbeitsplatzbranche im Bereich des Seenlands)
  • Verbesserung der Wohnverhältnisse und Stopp von Abwanderungstendenzen
  • Bereitstellung von Freizeit-Attraktivitäten hoher Qualität auch für die Einheimischen
  • Bereitstellung einer ausreichend bemessenen Infrastruktur
  • Bessere Auslastung von Handel und Handwerk
  • Erkennbare Unterstützung der Landwirtschaft
  • Positiver Beitrag zum Standortmarketing
  • Stärkung kultureller Identität und des Selbstbewusstseins

Es gab aber auch Einbrüche. So entwickelten sich 2009/2010 die Blaualgen vor allem in den flachen und nährstoffreichen Teilen der Seen und bewirkten eine negative Berichterstattung. Knapp 6 % weniger gewerbliche Übernachtungen und ein Umsatzrückgang von nahezu 30 Mio. EUR waren das ernüchternde Ergebnis. In der Folge wurden zahlreiche Gegenmaßnahmen vor allem in der Wasserwirtschaft und in der Landwirtschaft eingeleitet. Das Algenproblem hat sich in diesen 10 Jahren deutlich reduziert, es ist aber noch immer nicht völlig gebannt.
Mit dem neuen TourismusLeitbild wurden die Angebotsschwerpunkte auch auf die Attraktionen der um die Seen befindlichen Kulturlandschaften und dem baukulturellen Erbe unserer Dörfer und Städte gelenkt. Das hat uns neue Gästegruppen beschert.
Es konnten auch einige Betriebe ihre Angebote höherwertig ausbauen (es entstanden 4- und 5-Sterne Ferienwohnungen), neue hochwertige Angebote sind dazugekommen (z.B. „Floating Village“). Aber das Fränkische Seenland konnte kein neues hochwertiges Hotel hinzugewinnen (ein denkbarer Investor wandte sich leider enttäuscht ab) und eine große Zahl vorhandener Ferienwohnungen ging verloren, das Übernachtungsangebot ist um 50 % gesunken.

Jetzt steht die Tourismus-Destination erneut vor einer Zäsur.
Mit dem sinkenden Bettenangebot und durch die Auswirkungen der noch lange nicht beendeten Corona-Krise werden viele Betriebe vor der Frage stehen, ob sie noch eine Zukunft haben. Es werden wohl einige hier bei uns diese Situation nicht überleben! Die Tourismus-Region Brombachsee benötigt daher endlich den schon im Leitbild beschworenen Entwicklungsschub, vor allem für solche Zielgruppen, die wir bisher nicht oder nur rudimentär erreichen konnten. Dazu zählt unter anderem die Zielgruppe der Familien mit Kindern, die auch gerne im Verbund gemeinsam Urlaub machen. Solche Ziele im Umfeld, ohne lange Flugreisen, werden immer häufiger gesucht. Dafür hatten wir bisher aber keine, unsere Betten-Kontingente ergänzenden Angebote, weswegen wir diese kaufkräftige Zielgruppe kaum erfolgversprechend ansprechen konnten.

Da dem Fränkischen Seenland so viele Ferienwohnungen dauerhaft weggebrochen sind – das Interesse der Anbieter am Tourismus war dauerhaft erloschen – kann der Niedergang unseres Wirtschaftszweigs als ökonomisches Rückgrat der Region nur durch neue Impulse (Betten und attraktive Angebote) wieder auf die erfolgreiche Spur früherer Jahre geführt werden.
Dabei geht es weder um einen Massentourismus, noch um andere tourismuspolitische Ziele, sondern ausschließlich um die bereits im Leitbild von der Region gemeinsam und einmütig aufgestellten Vorstellungen eines zukunftsfähigen Tourismus. Dieser ist geprägt von der thematischen, inhaltlichen und ganzjährigen Weiterentwicklung der drei Produktlinien. Dazu sind auch private Investitionen zur Realisierung von Leuchtturmprojekten durch leistungsfähige Betriebe der Tourismusbranche notwendig, wie dies schon 2011 in der Denkschrift „Zukunft der Destination Fränkisches Seenland“ des Tourismusverbands dokumentiert wurde.

Der Brombachsee verfügt an seinem südwestlichen Ufer über einen bisher streng abgeriegelten Bereich eines ehemaligen Munitionslagers mit tlw. unbekannten Kontaminierungsgefahren im Boden und möglicherweise auch im Grundwasser. Bedauerlicherweise sahen sich bisher weder der Bund als Eigentümer, der Freistaat Bayern, der Landkreis oder die betroffene Kommune Pfofeld in der Lage diese Dekontaminierung zu übernehmen, um dann ggf. das Gelände einer weiteren Nutzung und auch Öffnung zuzuführen.

Der Bund hat als Eigentümer ein Bieterverfahren zum Verkauf der 150 ha großen Fläche vorgenommen. Daraus ist  – gegenüber anderen Interessenten – Center Parcs Deutschland höchstbietend hervorgegangen. Damit steht nun ein Unternehmen für den privatrechtlichen Erwerb und die Dekontaminierung zur Verfügung. Auf dieser Grundlage möchte Center Parcs Deutschland jetzt einen Plan vorlegen und ein öffentlich-rechtliches Genehmigungsverfahren einleiten. Ein im Verfahren unterlegener Bieter hat sich jetzt – schon höchst ungewöhnlich – öffentlich mit Spekulationen zu Wort gemeldet. Aber dessen Äußerungen lassen auch erkennen, dass Center Parcs sich nicht nur wegen des Preises in dem Verfahren durchsetzen konnte. Für die Region und für den Tourismus wurde das mit Abstand überzeugendere Konzept gewählt und deswegen kann nun endlich eine der Forderungen aus dem gemeinsam entwickelten Leitbild von vor 10 Jahren erfüllt werden!

10 gute Gründe für eine neue Freizeitanlage am Brombachsee

Die touristischen Dienstleister rund um den Brombachsee begrüßen diese Entwicklung und einen neuen Partner am See.
Sie gehen davon aus, dass nun das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren mit all seinen zahlreichen Schritten bis zur Baugenehmigung beginnt.
Sie wissen, dass diese Hürden hoch sind. Sie sind sich aber auch sicher, dass die mit diesen Hürden aufgebauten Verpflichtungen in einem fairen und offenen Prozess definiert werden.
Dieser Aufgabe musste sich bisher jeder Investor am See stellen.
Die touristischen Dienstleister rund um den See sind sich aber auch sicher, dass Center Parcs Deutschland nach einer Baugenehmigung seine Ankündigungen und Versprechen hier am Brombachsee in gleicher Weise erfüllen wird, wie sie dies nachvollziehbar an den bisherigen Standorten bereits unter Beweis stellen konnten.
Das Verfahren ist ergebnisoffen, wir aber sind unter diesen Voraussetzungen genau so offen für einen starken Partner, den wir uns seit 10 Jahren gemeinsam wünschen.
Mit diesem Partner sehen wir eine Zukunft für eine nachhaltige Entwicklung der Region und aller Betriebe am See. Gerade dieser Herausforderung wollen wir uns gerne auch selbst stellen.

Wir sind davon überzeugt, weil wir von den folgenden 10 Entwicklungszielen für die Region bei einem erfolgreich verlaufendem Genehmigungsverfahren ausgehen:

  1. Sicherung eines Ganzjahresangebots mit dem Ziel nachhaltiger Entwicklung
  2. Mehr Übernachtungsgäste und längere Übernachtungsdauer für alle Betriebe
  3. Höhere regionale Wertschöpfung für Handel und Handwerk der gesamten Region
  4. Erhöhter Bekanntheitsgrad der Region „Fränkisches Seenland“
  5. Mehr Arbeitsplatz- und Ausbildungsangebote, nicht alleine im touristischen Bereich
  6. Bessere Auslastung weiterer Angebote der Region (z.B. Gastronomie, Tagungstourismus)
  7. Verbesserung der Freizeitattraktivität für den Wirtschaftsstandort
  8. Beendigung der Grundwassergefährdung und der Bodenkontamination
  9. Zugänglichkeit zu einem bisher für die Öffentlichkeit komplett gesperrten Gelände
  10. Naturnahe Entwicklung und Betreuung der nicht überbauten Flächen im Muna-Gelände

Wir sind uns sicher, dass der Tourismus am Brombachsee, aber auch insgesamt im Fränkischen Seenland in absehbarer Zeit eine solche Chance nicht noch einmal erhält.
Wir gehen aber auch davon aus, dass es in der Folge einer solchen Ansiedlung zu weiteren Impulsen für die nachhaltige Entwicklung der Tourismus-Region kommen kann und dass davon vor allem auch jene profitieren werden, die jetzt bereits hier am See ihr berufliches Auskommen haben und darüber nun eine stärkere Absicherung für die Zukunft erhalten werden.

Wir wissen auch, dass es zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger gibt, die einer solchen Ansiedlung und Entwicklung skeptisch – tlw. sogar ablehnend – gegenüberstehen. Diesen bieten wir einen offenen und fairen Dialogmit uns an, damit sie unsere Zukunftsperspektiven mit diesem Projekt kennen lernen können, wir aber auch mehr Verständnis für ihre Ängste und Befürchtungen erhalten.

Die Unterzeichner dieses Aufrufs stehen nach wie vor hinter den vor 10 Jahren gemeinsam von der Region aufgestellten und heute noch gültigen Tourismus-Zielen für unser Fränkisches Seenland.

Sie sehen nun eine Chance, einige weitere dieser Ziele jetzt umsetzen zu können.

Susanne Ehrnsperger (Waldcamping Brombach und Hotel Sonnenhof, Pleinfeld), Michael Emig (Abenteuerwald, Spalt-Enderndorf), Alexander Herzog (Bäckerei Herzog in Absberg und Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen), Berta Jäger (Landgasthof Jägerhof und Kreisvorsitzende Bayer.Hotel- und Gaststättenverband, Absberg), Bernd Müller (Golfanlage Zollmühle, Pleinfeld), Dieter Popp (Streuobstmanufaktur Altmühlfranken, Haundorf), Oliver Röhrl (Strandhotel Seehof, Pfofeld-Langlau), Volker Sanwald (San-Shine-Camp, Badehalbinsel Absberg), Christian Sternke und Ralf Tellmann (Floating Village Pleinfeld-Ramsberg). Suzi und Stefan Streckel (McDonald Seenland, Gunzenhausen, Weißenburg, Schwabach, Roth und Kammerstein), Dagmar und Marcus Wilken (Erlebnisschifffahrt Brombachse, Ramsberg), Andreas und Sandra Zottmann (sand&sofa Enderndorf und Allmannsdorf)

DIETER POPP, Regionalberater (Haundorf)

Gold für Bäckerei Herzog

Brotprüfung durch das Deutsche Brotinstitut

Die Bäckermeister Gerd Schwarz, Herrmann Beck, Prüfer Manfred Stiefel, Alexander Herzog und Kurt Held Obermeister (von links).

Einmal pro Jahr haben handwerkliche Bäckereien die Möglichkeit, ihre Brot- und Brötchenkreationen von den Spezialisten des Deutschen Brotinstitutes bewerten zu lassen. Diese führen in ganz Deutschland Qualitätsprüfungen von Backwaren durch, an denen sich Handwerksbäckereien auf freiwilliger Basis beteiligen können. Dabei bewerten hochqualifizierte Sachverständige nach wissenschaftlich anerkannten Kriterien die eingereichten Backwaren.

Die Brotprüfung der Bäckerinnung Westmittelfranken wurde diesmal in den Räumen der Bäckerei Herzog in Muhr am See von Prüfer Manfred Stiefel durchgeführt. Seit bereits 15 Jahren ist der Bäckermeister für die Prüfungen im Raum Bayern und Baden-Württemberg zuständig.

Vier regionale Handwerksbäckereien, die Bäckerei Beck (Bechhofen), die Bäckerei Held (Dietenhofen), die Bäckerei Herzog (Muhr am See) und die Bäckerei Schwarz (Lichtenau) nahmen die Herausforderung an und ließen ihre Brote einer ausführlichen Begutachtung durch den speziell ausgebildeten Experten des Prüfinstitutes unterziehen. Bewertet wurde dabei nicht nur die Optik sondern vor allem auch die Konsistenz von Kruste und Krume sowie Geruch und Geschmack der Brotspezialitäten. Jedes Brot wird dabei individuell betrachtet und beurteilt, bei jeder Sorte werden individuelle Besonderheiten berücksichtigt.

Ziel dieser Prüfungen ist es, die Qualität der Backwaren ständig zu verbessern bzw. überprüfen zu lassen, um am Ende den Kunden erstklassige Produkte bieten zu können.

Für die besten Brote wird die Note „sehr gut“ vergeben, diese Bewertung gibt es nur bei voller Punktzahl. Wird eine Brotsorte drei Jahre hintereinander mit „sehr gut“ bewertet, wird dem Bäcker durch den Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks eine Goldmedaille verliehen. Diese gilt als Nachweis für konstante Topqualität!

Folgende Ergebnisse konnten dabei von den einzelnen Betrieben erzielt werden:

Bäckerei Beck: 3x sehr gut, 1x gut

Bäckerei Held: 7x sehr gut, 4x gut, 1x Goldmedaille

Bäckerei Herzog: 10x sehr gut, 6x gut, 2x Goldmedaille

Bäckerei Schwarz: 4x sehr gut, 4x gut, 1x Goldmedaille

Von dieser ständigen Selbstkontrolle durch unabhängige Experten profitieren nicht nur die Betriebe selbst sondern vor allem die Kunden, denen so regionale Handwerksprodukte von höchster Qualität angeboten werden können. Und gerade auf handwerkliche Qualität wird seit einiger Zeit wieder großer Wert gelegt. Hochwertige Zutaten aus der Region und traditionelle Verarbeitung ohne Backmischungen, Zusatzstoffe und Emulgatoren werden gerade von der jüngeren Generation wieder vermehrt nachgefragt und wertgeschätzt. Durch den Einkauf bei einem geprüften Handwerksbäcker kann jeder sicher sein, dass dort nach allerhöchsten Standards gearbeitet wird, welche zusätzlich durch die Fachmänner des Deutschen Brotinstitutes professionell sichergestellt werden.

             

Exkursion am Hahnenkamm

Experten treffen sich zu einem Informationsaustausch

Jakob Meier (rote Jacke) erklärt seinen Kolleginnen und Kollegen von den anderen Ämtern für Ländliche Entwicklung die Funktion des Absetzbeckens. Mit dabei sind Erste Bürgermeisterin Susanne Feller (Zweite von rechts) und Ernst Dießl (Dritter von links). Foto: Sandra Corbeck

Das wollten boden:ständig-Fachleute aus ganz Bayern auf einer Exkursion an den blaualgengeplagten Badesee wissen. Denn: bis es soweit ist, sind i.d.R. zahlreiche Planungen, Absprachen, Zugeständnisse… nötig. Das war auch am Hahnenkammsee nicht anders, aber: Wenn alle – Eigentümer, Bewirtschafter, Gemeinde und Verwaltungen – an einem Strang ziehen, dann wird zügig zugepackt. Und das tun sie hier – überzeugt von der Notwendigkeit. Dass der Hahnenkammsee heuer zum ersten Mal seit Jahren kein Blaualgenproblem hatte, freut alle.

Noch 2017 waren die bayerischen Kollegen zu den Kartierarbeiten mit vor Ort – einfach schien die Situation damals nicht. Dass nun bereits das zweite große Bauprogramm umgesetzt wird, macht sie neugierig; sie hoffen, Anregungen in ihre Regierungsbezirke mitzunehmen.

Jakob Meier, boden:ständig-Koordinator am Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken, sieht den Schlüssel in den Menschen vor Ort: Alle haben ihren Teil beigetragen. So konnten zahlreiche Maßnahmen auf Privatflächen umgesetzt werden. Von Karin Henzolds Flächen aus sieht man den See  nicht. Trotzdem freut sie sich über „ihr“ neues Absetzbecken, um das sie sich auch kümmert: Das Material, das hier aufgefangen wird, kommt bei Starkregen von ihren Flächen und geht so nicht verloren. Und wenn es grad nicht regnet, kann sie das Grünland weiter bewirtschaften.

Die Landwirte haben sich auch aktiv an der Planung der Maßnahmen beteiligt: Sie kennen die Situation vor Ort am besten; zahlreiche Hinweise und Vorschläge kamen von ihnen. Sie wissen, dass sie diejenigen sind, die etwas tun können – und tun es mit der Beratung und Koordination durch die Initiative boden:ständig. Viele waren bereit, auch Flächen zur Verfügung zu stellen; um darauf Maßnahmen umzusetzen oder als Tauschflächen. Damit kam Ernst Dießl ins Spiel. Dießl ist Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft Hahnenkamm, die in einem vereinfachten Verfahren die notwendigen Flächenumlegungen durchführt. „Es ist ein großer Vorteil, beide Instrumente in einem Haus zu haben“ sind sich Meier und Dießl einig. Immer wieder meldet sich von vor Ort jemand bei ihnen mit der Aussage: „Hier ginge noch was“.

Eine wichtige Rolle spielt auch Heidenheims sehr rührige Bürgermeisterin Susanne Feller, die von Anfang an überzeugt und tatkräftig mit dabei ist. Die meisten Baumaßnahmen werden von der Gemeinde getragen, gefördert und umgesetzt durch die Ländliche Entwicklung. Auch die Wasserwirtschaft ist aktiv in das Projekt eingebunden. Sogar ein örtlicher Verein hat eine Fläche bereitgestellt – dass in solcher Hanglage Wasserrückhalt möglich sein würde, war vorher schwer vorstellbar. Jetzt bereichern kaskadenartig angeordnete Becken mit Rieselstrecken die Flur auch strukturell. So ist im Zusammenwirken aller ein ganzes Portfolio kreativer Maßnahmen entstanden, die sich flächensparend in die Flur einfügen – alle mit dem Ziel, die Nährstoffeinträge in den Hahnenkammsee deutlich zu reduzieren. Neben den Baumaßnahmen sind es aber wieder die Landwirte, die noch mehr tun: Auch auf ihren Flächen hat sich im Anbau einiges geändert. Gerhard Busch aus Hechlingen z.B. hat Gewässerrandstreifen angelegt, viel breiter als er müsste. Das wird er auch langfristig beibehalten, denn: Er hat in einen Ladewagen investiert und verfüttert den Grünschnitt an seine Rinder. Die freuen sich über das Frischfutter, und von den Grünstreifen werden die gesammelten Nährstoffe so auch abgeführt.

Die bayerischen boden:ständig-Kollegen nehmen viele Anregungen mit in ihre Regionen. Die tatkräftige Handlungsbereitschaft macht Mut, und von den Lösungsstrategien konnten sie sich das ein- oder andere abgucken.

Altmühlfrankenlauf 2024

Wo wird gefeiert? Wo findet der Zieleinlauf statt?


Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen veranstaltet seit 36 Jahren den Altmühlfrankenlauf. Termin und Zieleinlauf des Staffellaufs orientieren sich immer an einem regionalen Fest. Bis 2023 stehen die Festivitäten, an die sich der Landkreis als Veranstalter des Altmühlfrankenlaufs anschließt, fest. Für 2024 gibt es bereits Anfragen, jedoch noch keinen finalen Zuschlag. Wer Interesse hat, den Zieleinlauf des Altmühlfrankenlauf 2024 in das Festprogramm eines Jubiläumsfestes der örtlichen Feuerwehr, des Schützenvereins oder ähnlichem zu integrieren, der hat die Möglichkeit, sich bis zum 15. November 2020 bei Verena Bickel von der der Zukunftsinitiative altmühlfranken zu melden.
Ein paar Rahmenbedingungen müssen jedoch auch in das Konzept des Altmühlfrankenlaufs passen. Der Termin der Veranstaltung muss außerhalb der Bayerischen Schulferien liegen und darf mit keiner weiteren (Lauf-)Veranstaltung im Landkreis konkurrieren. Ein ausreichend großes Festzelt (Platz für 1.500 bis 2.000 Personen) und entsprechende Bewirtung sind Voraussetzungen für einen erfolgreichen Zieleinlauf inklusive Siegerehrung. Weiter sind für das Gelingen des Altmühlfrankenlaufs viele Helferinnen und Helfer am Start, entlang der Strecke und im Zielbereich wichtig. So wären beispielsweise Mitglieder eines Sportvereins o.ä. für die Vorbereitungen und die Durchführung des Zieleinlaufes sowie der Siegerehrung im Festzelt von großem Vorteil. Auch bei der Streckenfindung wird mit dem örtlichen Verein im Vorfeld zusammengearbeitet.
Bis Ende des Jahres sollen dann der Termin für 2024 und somit auch der Austragungsort feststehen. Am 15. November 2020 ist der Stichtag für die Meldung zur Ausrichtung des Zieleinlaufs für das Jahr 2024, so können die Vereine bereits lange im Voraus den Zieleinlauf als Programmpunkt einplanen. Bereits eingegangene Anfragen werden bei der Auswahl selbstverständlich berücksichtigt.
Bei Rückfragen oder konkretem Interesse steht Verena Bickel von der Zukunftsinitiative altmühlfranken telefonisch unter 09141 902-207 oder per E-Mail verena.bickel@landkreis-wug.de zur Verfügung.

Neuer Pflegeberater

Maximilian Lechler hat Amt übernommen


Für alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Ansbach steht seit 1. September 2020 Maximilian Lechler als Pflegeberater zur Verfügung. Der 35-jährige war zuvor als Gesundheits- und Krankenpfleger am Bundeswehrkrankenhaus Ulm tätig. Dienstzeitbegleitend legte er erfolgreich die Prüfung zum Pflegeberater nach § 7 a SGB XI ab und absolvierte im Anschluss seiner militärischen Laufbahn das Studium zum Diplom-Verwaltungsfachwirt an der Hochschule für den Öffentlichen Dienst in Hof.
Landrat Dr. Ludwig begrüßte den neuen Pflegeberater nun im Landratsamt Ansbach und betonte gleichzeitig die Bedeutung der Pflegeberatungsstelle. „Viele Menschen haben Bedarf und ein Recht auf eine fachlich fundierte Pflegeberatung. Daher ist es ein großer Gewinn für die Menschen
im Landkreis Ansbach, dass dieses wichtige Angebot durch Herrn Lechler nun weiter gefestigt und ausgebaut werden kann“, so Landrat Dr. Ludwig.
Die Pflegeberatungsstelle Landkreis Ansbach richtet ihr Angebot an die Bürger des Landkreises für die ein Hilfe- und Betreuungsbedarf besteht oder die bereits pflegerisch versorgt werden. Das individuelle, kostenlose und trägerunabhängige Beratungsangebot zielt ebenso auf Angehörige
und Pflegende. Die Information und Beratung erfolgt dabei telefonisch, bei einem persönlichen Beratungstermin am Landratsamt Ansbach sowie bei Hausbesuchen durch den Pflegeberater.
Das Angebot beinhaltet neben der Abklärung des persönlichen Hilfebedarfs unter anderem auch Informationen und Beratung über die Inanspruchnahme von gesetzlichen Leistungen, Beantragung eines Pflegegrades bei den Pflegekassen, die Begutachtung durch den MDK Bayern, Pflege- und Betreuungsangebote, Hilfsmittel in der Pflege und deren Beantragung sowie die Beratung für pflegende Angehörige über Unterstützungsmöglichkeiten, Schulungen und Entlastungen. Zudem
sorgt der regelmäßige Austausch der Pflegeberatungsstelle mit wichtigen Netzwerkpartnern sowie relevanten Akteuren im Bereich Pflege, wie z.B. Pflegediensten, Pflegeheimen oder Pflegekassen, für bestmögliche Versorgungsbedingungen und schafft damit die Voraussetzungen für individuelle, jeweils auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnittene Vermittlungsangebote.
Die Pflegeberatungsstelle am Landratsamt Ansbach ist Montag und Donnerstag von 13 bis 16 Uhr sowie Dienstag, Mittwoch und Freitag von 8:30 bis 12 Uhr zu erreichen. Telefonische Terminvereinbarungen, auch außerhalb der oben genannten Sprechzeiten, sind unter der Telefonnummer 0981 468-5220 möglich.