Virtueller Stadtführer

„Gunzenhausen mit dem Smartphone entdecken“

Die Besucher von Gunzenhausen können künftig die Stadt via Online-Stadtführer kennenlernen.   Achim Knöchel aus Marktbreit („mooobi”) hat eine App erstellt, die Informationen (Texte, Bilder, Videos)  zu den Sehenswürdigkeit und Attraktionen in Gunzenhausen liefert.

Die Handhabung ist ganz einfach: Mit der Kamera des Smartphones den QR-Code an den sieben Spots in der Altstadt scannen und den Inhalt auswählen.

Das Angebot ist vor allem für flüchtige Besucher interessant, die sich rasch einen Eindruck von Gunzenhausen machen wollen. Sie können anhand der Videoclips von je zwei Minuten Dauer einen virtuellen Stadtrundgang machen, der sie zu historischen Gebäuden (Zoacha-Palais, Haus des Gastes, Spitalkirche, Blasturm, Marktplatz, Stadtkirche und Färberturm), Freizeiteinrichtungen in und um Gunzenhausen sowie zu geschichtlichen Stätten (Kultur und Geschichte) führt. Mit der App können Gäste aber auch eine klassische Gästeführung buchen.

Touristikchef Wolfgang Eckerlein weist darauf hin, dass das Angebot nicht in Verbindung steht mit einer Offensive von drei Frauen, die einen Onlinestadtrundgang anbieten. Bei ihnen handelt es sich um Personen, die sich bemüht haben, Stadtführererinnen zu werden. Sie haben aber die Prüfung nicht bestanden und machen daher selbständig ein Stadtrundgangangebot.  Sie gehören also nicht zu den offiziellen 15 Stadtführern.

Corona kontra Kultur

Veranstaltungen fallen der Pandemie zum Opfer

Vom österlichen Natur- und Handwerkermarkt über das Bürgerfest, die Kirchweih und den Kulturherbst bis zum Weihnachtsmarkt reicht das Angebot von Veranstaltungen in diesem Jahr, die der Corona-Pandemie zum Opfer fallen. Wie Wolfgang Eckerlein, der Tourismuschef von Gunzenhausen, in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Kultur darlegte mussten heuer auch die beliebten Falkengarten-Konzerte gestrichen werden.  Die behördlichen Auflagen sind zu hoch. Anstelle von 92 Biertischgarnituren könnten nur 30 aufgestellt werden, statt 970 Menschen könnten nur 200 bewirtet werden.

Wie Eckerlein hochrechnete, sind die Ausfälle im Tourismus gewaltig. Allein bisher fehlen rund 45000 Übernachtungen von Januar bis Mai. Das entspricht einer finanziellen Einbuße von 4,7 Millionen Euro. Der Betrag ist nicht aus der Luft begriffen, sondern beruht auf einer Erfahrungsstatistik, wonach Urlaubsgäste 105 Euro am Tag ausgeben.  Hauptsächlich betroffen sind die Übernachtungsbetriebe mit einem Verlust von 1,7 Millionen Euro und die Gastronomie mit 1,3 Millionen Euro.

In aller Klarheit stellte Bürgermeister KH Fitz fest, dass s heuer keine Kirchweih geben wird, auch keine „Ersatzkirchweih“. Wohl aber bemühe man sich, den Anfragen von Schaustellern entgegenzukommen und eine Sondernutzung von geeigneten Flächen in der Altstadt über einen Zeitraum von drei Wochen (August/September) zu ermöglichen.

Zu den Ausfällen zählt auch das Theater- und Konzertprogramm 2020/2021 mit sechs Veranstaltungen und etlichen Veranstaltungen von freien Agenturen. Von den 700 Plätzen in der Stadthalle dürften nur 113 verkauft werden. Unter Coronabedingungen könne das Programm nicht durchgezogen werden. Jetzt will aber das Kulturamt überlegen, ob regionale Künstler bereit seien, vor einem reduzierten Publikum auftreten.

Erfolgreiches Citymanagement

Imagegewinn für Gunzenhausen

Weil Gunzenhausen schon vor sieben Jahren in ein aktives Citymanagement eingestiegen ist, gehört es heute zur Spitzengruppe von mittelfränkischen Städten, die ein erfolgreiches Stadtmarketing betreiben.

Im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur hat Stadtrat Werner Falk (FDP) festgestellt, dass es die richtige Strategie war, frühere Einzelaktionen von IHK, Einzelhandelsverband, Werbegemeinschaft und weiteren Verbänden unter dem Dach des Citymanagements zusammenzufassen. Damit einher gegangen ist ein Imagegewinn für Gunzenhausen. Man dürfe aber nicht nachlassen und müsse die bisher laufenden Aktionen kontinuierlich ausbauen.

Die Reihe von Anerkennungen, zuletzt der Stadtmarketingpreis des Bayerischen Wirtschaftsministers, sind Belege für ein kreatives Handeln. Dafür gelte es dem Citymanager Jocher, dem Wirtschaftsreferenten Zuber und Jeanette Holzschuh, der Geschäftsführerin des Stadtmarketingvereins, zu danken. Mit fünf weiteren bayerischen Städte habe Gunzenhausen den Preis bekommen (konkret für den digitalen Adventskalender).

Die Betriebe müßten ihre Qualität verbessern. Dazu gehörten auch Chefs, die dem Neuen gegenüber aufgeschlossen seien. Sie müßten sich ebenso weiterqualifizieren wie ihre Mitarbeiter. Das gelte vor allem für die Onlinepräsentation.

Werner Falk sprach sich für eine enge Verzahnung der Onlineangebote von „ingunzenhauen.de“ mit „inaltmuehlfranken.de“ aus. Die Onlineplattform des Kreises werde derzeit von 28 Firmen bedient, leider seien nur drei Gunzenhäuser Firmen dabei.

#wirsinddiehaelfte

Mittelfrankenweite Aktion des Netzwerkes MIA

Am 11. Oktober 2020 soll mit dem internationalen Mädchentag weltweit auf die vorhandene Benachteiligung von Mädchen hingewiesen werden. Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen beteiligt sich auch in diesem Jahr mit verschiedenen Aktionen an dem Tag, der in Mittelfranken unter dem Motto #wirsinddiehaelfte beworben wird.

Frauen und Mädchen machen mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland aus – und doch sind sie in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens nicht entsprechend vertreten. Der Frauenanteil in den sogenannten MINT-Berufen beträgt zum Beispiel nur 15 Prozent. Auch bei den Bürgermeisterämtern verhält es sich ähnlich, hier sind lediglich 8,2 Prozent in Frauenhand. „Mit den Aktionen wollen wir auf die oftmals schwierige Situation von Mädchen und Frauen aufmerksam machen und die Gleichberechtigung verbessern“, so die beiden Gleichstellungsbeauftragten Ines Dirsch und Agnes Müller vom Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen. 

In diesem Jahr hat das Netzwerk MIA, welches aus Fachfrauen der Mädchenarbeit, dem Bezirksjugendring Mittelfranken sowie Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten besteht eine Aktion geplant, an der Mädchen und junge Frauen aus ganz Mittelfranken teilnehmen können.

Gemeinsam Songwriten und Sounds für Noise Musik besprechen – ohne sich zu treffen. Alles nur online. Wie soll das denn funktionieren? Das Netzwerk MIA probiert es mit Mädchen und jungen Frauen im Alter von 14 bis 18 Jahren an drei Donnerstagen in den Sommerferien gemeinsam aus!

Entstehen soll ein musikalisches Kunstwerk zum Weltmädchentag am 11. Oktober. 

Zum Ablauf: Der gemeinsame Start soll am 6. August sein. Es werden zwei Gruppen gebildet zu den Themengebieten Songwriting (Referentin: Elena Steri) und Noise Musik (Referentin: Carmen Westermeier). Nach einer Einführung wird es kleine Arbeitsaufträge geben, die bis zur zweiten Session zu bearbeiten sind. Bei einem dritten Termin soll das Ergebnis präsentiert und besprochen werden.

Weitere Informationen zur Anmeldung und zu den Terminen gibt es online unter www.bezirksjugendring-mittelfranken.de/index.php?id=1733 oder per E-Mail info@bezjr-mfr.de.

Zudem übernehmen auch 2020 bei bezirksweiten Take-Over-Aktionen Mädchen und junge Frauen symbolisch Führungsrollen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Einen Tag lang begleiten sie Personen in wichtigen Positionen in ihrem Arbeitsalltag, stellen ihnen Fragen und kommen mit ihnen ins Gespräch.

Bereits jetzt können sich interessierte Mädchen und junge Frauen ab 15 Jahre bei der Gleichstellungsstelle des Landkreises unter 09141 902-129 oder per E-Mail an gleichstellung.LRA@landkreis-wug.de bewerben, um im Oktober einen Tag lang Landrat Manuel Westphal bei seinen Aufgaben als Kommunalpolitiker zu begleiten.

Stadtradeln ist konstant

Heuer ein Team mehr, aber etwas weniger Kilometer

Man kann es so oder so sehen: Das Stadtradeln in Gunzenhausen ist konstant und es stagniert zugleich. 40 Teams mit 738 Radlern nahmen heuer an der dreiwöchigen Aktion  teil und erzielten 210000 Kilometer.  Dazu der Vergleich zu 2019: 39 Teams mit 823 Radlern und 211743 Kilometern.

Auch im Ranking der Teams hat sich nichts geändert, jedenfalls in der Spitzengruppe. Die Wormer Radler sind mit 40335 Kilometern (130 Teilnehmer) am erfolgreichsten und belegen den Rang 1. Auf dem zweiten Platz rangiert das Team FDP mit 59 Teilnehmern und 19505 Kilometern,  den 3. Platz nimmt das Rathaus-Team mit 51 Radlern und 15944 Kilometern ein.

Das Team FDP wird angeführt von Dieter Gottschall, der 1250 Kilometer auf dem Sattel seines E-Bikes radelte. Das ist eine stolze Leistung für einen 80-Jährigen. Dahinter rangieren Ina Bucher mit 950 Kilometern und Werner Edel mit 728 Kilometern.

Allen Teilnehmern dankt Teamkapitän Werner Falk für ihre Mitwirkung. Sie demonstrierten damit nicht nur ihre Bereitschaft, für die Stadt einzutreten – und das buchstäblich. Auf jeden Fall haben sie etwas für ihre sportliche Fitness und ihre Gesundheit getan.

Mörsacher Straße gesperrt

Sperrung der Kreisstraße WUG 24 zwischen Streudorf und Mörsach

Wegen Asphaltierungsarbeiten im Rahmen von Deckenerneuerungsmaßnahmen muss die Kreisstraße WUG 24 zwischen Streudorf und Mörsach (bis zur Landkreisgrenze) für den Gesamtverkehr gesperrt werden.

Die Sperrung beginnt aus Richtung Streudorf kommend direkt an der Abzweigung nach Mörsach und erstreckt sich bis zur Landkreisgrenze. Ab Montag, 27. Juli, bis voraussichtlich Freitag, 31.Juli, ist die Straße gesperrt.

Der Verkehr wird von Streudorf über die Staatsstraße St 2222 in Richtung Arberg und die St 2411 in Richtung Ornbau bis zur Stadtmühle und dann über die AN 55 nach Mörsach bzw. in umgekehrter Richtung umgeleitet. Die Umleitungsstrecken sind entsprechend ausgeschildert. Der Anliegerverkehr bis zur Baustelle ist zugelassen.

Die Voraussetzung für die Einhaltung der Termine ist trockenes Wetter, da die Asphaltierungsarbeiten bei Regen nicht durchgeführt werden können. Im Falle regnerischen Wetters verschiebt sich die Sperrung um die Dauer der Regentage.

Die Tiefbauverwaltung des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die notwendige Sperrung und die sich daraus ergebenden Behinderungen sowie die Berücksichtigung von längeren Fahrtzeiten.

Weltmachtfähigkeit für Europa

Nach dem Gipfel: Erklärung von Dr. Ingo Friedrich

Europa hat über sehr viel Geld (1.800 Milliarden €) entschieden und alle spüren: Diese Entscheidungen werden die zukünftige Entwicklung maßgeblich beeinflussen!

Wichtig ist und bleibt:

(1) Europa hat seine Fähigkeit bewahrt, Kompromisse zu finden, zumal ein Auseinanderfallen angesichts der aktuellen Weltlage eine Katastrophe bedeutet hätte.

(2) Das viele Geld muss nun so verwendet werden, dass es Europa wirtschaftlich, politisch und wissenschaftlich voranbringt. Auf keinen Fall darf es für bloße Subventionen und die Aufrechterhaltung veralteter Strukturen verpulvert werden. An erster Stelle muss stehen, die Wettbewerbs- und Innovationskraft zu stärken.

(3) Ein besonderer Schwerpunkt muss auf innovative unternehmerische Neugründungen – sog Startups – gelegt werden. Denn: Selbst wenn von 10 Neugründungen sieben „schief“ gehen, bleiben immer noch drei, deren Erfolg zentrale Entwicklungen einleiten kann. Hierfür muss das Geld großzügig und ohne große bürokratische Hürden eingesetzt werden. Die bisherige Handhabung dafür muss grundlegend geändert werden.

(4) Bei den anstehenden Entscheidungen muss immer und grundsätzlich bedacht werden, dass Europa auf nahezu allen Gebieten von den anderen globalen Giganten, insbesondere von China und Russland aber derzeit auch von den USA eines Präsidenten Trump herausgefordert, ja sogar bedroht wird. Es gilt deshalb eine globale „Weltmachtfähigkeit“ zu entwickeln, um auf der obersten Ebene mitentscheiden zu können. Auch dies ist ein langer Prozess, dessen Start aber keinen Aufschub verträgt.

(5) Mit der erstmaligen Ausgabe „staatlicher“ europäischer Finanzanlagen – und darüber sollten sich gerade deutsche staatsrechtliche Juristen schnell klar werden – wird die Europäische Union ein weiteres Mal und zwar mit einem großen Schritt ziemlich staatsähnlich. Die Unterschiede zu einem „normalen“ Staat werden immer kleiner.

(6) Die Sorge, dass mit dem Austritt Großbritanniens die Südstaaten mit ihrem finanziellen „Schlendrian“ die Macht übernehmen werden, hat sich – Gott sei Dank – nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil hat sich mit der Gruppe der fünf Sparsamen und dies sogar ohne den Sparmeister Deutschland sofort eine Gegenbewegung gegründet, die die Rolle der Briten voll ersetzte.

Insgesamt ist die Gipfelentscheidung ein Zeichen der Ermutigung und lässt hoffen, dass Europa in der Lage ist, die globale Zukunft zu bewältigen. Und: Deutschland hat offenbar auch mit Zustimmung seiner Partner, seine zentrale Rolle und Verantwortung für das ganze Europa verstanden und wahrgenommen.

Falkengarten alternativ

Die Altmühlrebellen eröffneten die Saison des Falkengartens am Altmühlsee

Gerd Hiemeyer, Felix Schuömann, Stefan Kühleis und Anna Baierlein sorgten für gute musikalische Unterhaltung am Strandblick Altmühlsee. Foto: Heger


“Wir lassen uns von Corona den Sommer und unseren beliebten
Falkengarten nicht vermiesen” sagten sich Jeannine und Thomas Deuter vom Seerestaurant Strandblick am Altmühlsee und versuchen eine Alternative am Altmühlsee.
Am Mittwoch, den 22.Juli, starteten die Sommerkonzerte vom Falkengarten in kleinerem Format auf der Terrasse im Seerestaurant Strandblick im Seezentrum Schlungenhof, direkt am schönen Altmühlsee!
Den Anfang machte Stefan Kühleis mit seiner Formation Altmühlrebellen. Die Band mit Gerd Hiemeyer (Gitarre), Felix Schumann (Percussion), Stefan Kühleis (Keyboards), und Anna Baierlein (Gesang) sorgte gleich von Beginn an für die richtige Urlaubsstimmung. Die zweite
Sängerin Christina Lechner konnte an diesem Abend leider nicht auftreten. Die Musiker haben sich von Werner Schmidbauer und Werner
Kälberer inspirieren lassen und unterhielten die Zuhörer im voll besetzten Biergarten des Restaurants Strandblick im Seezentrum Schlungenhof mit Titeln aus dem Bereich des Austropops und von Werner Schmidbauer. Die Besucher hielten sich vorbildlich an die Hygiene- und Abstandsregeln.

Am kommenden Mittwoch, 29. Juli, wird Loddy Müller-Beer mit seiner Formation „got-2-make-music“ im Biergarten am Altmühlsee die Besucher unterhalten.
KLAUS HEGER

Jugendraum für Wald

Stadtratsausschuss gab grünes Licht

Nicht nur die Cronheimer Dorfjugend bekommt ein Jugendhaus, auch die Walder müssen nicht länger darauf warten. Der zuständige Stadtratsausschuss hat sich mit dem Antrag der Evangelischen Kirchengemeinde und der Dorfjugend einverstanden erklärt und so gewährt die Stadt einen Zuschuss in Höhe von bis zu 10000 Euro.

Das Projekt besteht aus der Aufstellung von drei Containern in einer Randlage von Wald-Mooskorb. Es kostet ingesamt rund 35000 Euro. Fördergelder gibt es aus einem Projektfonds (an diesem 9000-Euro-Kontingent ist die Stadt mit 1000 Euro beteiligt) und auch die Evangelische Kirchengemeinde beteiligt sich an den Kosten.

Im Ausschuss wurde die Bitte vorgetragen, die Container so „einzuhausen“, dass sie immer noch einigermaßen ästhetisch wirken.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP

Mehr Kindergartenplätze

Bedarfsplan für Gunzenhausen wird erweitert

Der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen in der Stadt ist groß. Derzeit stehen 91 Kinder auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz, 59 für einen Krippenplatz. Wie bei einer Sitzung des Stadtratsausschusses für Bildung und Soziales bekannt wurde, sieht der Bedarfsplan derzeit 655 Mädchen und Buben in einen Kindergartenplatz, 182 in einen Platz in einer Kinderkrippe und 80 in einem Hort vor.

Derzeit gibt es im Stadtkern 345 Kindergartenplätze, 94 Krippenplätze und 80 Hortplätze, in den ländlichen Ortsteilen sind es 200 bzw. 24 (zusammen also 545-118-80). Dazu kommen noch 16 Plätze in der Großtagespflege Bühringerstraße.

Hinzu kommen im Herbst noch weitere Plätze Großtagespflege in der Nürnberger Straße (AOK-Haus) sowie 50 Plätze (Kindergarten und Kinderkrippe) im dem derzeit im Bau befindlichen Projekt der Lebenshilfe in Gunzenhausen-Süd. In der Bedarfsplanung sind auch 50 Plätze eines noch zu bauenden Kindergartens des Roten Kreuzes in Frickenfelden.

Wie Bürgermeister Fitz erklärte, ist aus dem Plan, einen überbetrieblichen Betriebskindergarten zu schaffen, aus unterschiedlichen Gründen nichts geworden.

In der Projektion geht Klaus Stephan, der Leiter des Hauptamts, von der theoretischen Annahme von 171 Plätze je Geburtsjahrgang aus, im U3-Bereich sind es 182. Zu berücksichtigen ist bei der Planung auch der Faktor 4,5, der für behinderte Kinder und solche, die von einer Behinderung bedroht sind.  Im Klartext heißt das, dass in diesem Fall ein Kind fördertechnisch drei Plätze in Anspruch nimmt.  Bei neuen Projekten ist davon auszugehen, dass die Stadt für ein 50-Plätze-Haus rund zwei Millionen Euro an Kosten anfallen, 723000 Euro hat die Stadt an Pflichtanteil zu tragen, wobei noch der freiwillige Zuschuss für den laufenden Unterhalt dazu kommt.  Nach Stephans Berechnung fördert die Stadt jeden Kindergartenplatz mit 300 Euro, zu der bisherigen Summe von 2,3 Millionen Euro kommen also für die geplanten sechs Gruppen in den nächsten Jahren noch einmal 120000 Euro dazu.

Die Einschätzung des künftigen Bedarfs ist auch ein Blick in die Glaskugel, denn nicht alle Daten können zuverlässig vorausberechnet werden. Tatsache ist aber, dass in Gunzenhausen weitere Plätze notwendig sind.  Deshalb haben die Stadträte den Plan der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Gunzenhausen (DVG in der Ansbacher Straße) mit Zustimmung aufgenommen und den Bedarfsplan entsprechend erweitert.

Jürgen Hildebrandt, der bayerische Organisationsreferent für die Neukonzeption von Kinderbetreuungseinrichtungen, erläuterte die Pläne. Demnach soll das Haus, das derzeit überwiegend kirchlichen Zwecken dient,   in den nächsten Jahren erweitert werden, um dort einen zweigruppigen Kindergarten und eine zweigruppige Kinderkrippe (37 Plätze) unterzubringen.

In der Sitzung nutzten Pastor Gerd Bonnetsmüller aus Windsbach und Gerlinde Alscher, die Leiterin der Freikirche in Gunzenhausen, die Gelegenheit, um die konzeptionellen Vorstellungen der Siebenten-Tags-Adventisten vorzustellen, denn in der Öffentlichkeit gibt es dazu oftmals falsche Eindrücke. Die protestantische Freikirche gibt es in Gunzenhausen seit 1945, weltweit gehören ihr 20 Millionen Menschen an, in Deutschland 35000. Zu den 28 Glaubensüberzeugungen gehören die Wiederkunft Jesu Christi, der Sabbat (Gottesdienst ist am Samstag) und ein Lebensstil, der die Bewahrung der Schöpfung beinhaltet.  Die Kirche ist für alle Kinder offen, also auch für Atheisten, Katholiken, Protestanten, Moslems). Es gibt keine Zugangsbeschränkungen. Eltern, die nicht haben wollen, dass ihre Kinder zum Gebet angehalten werden, müssen ihre Sprößlinge nicht zwangsläufig in den Kindergarten der Freikirche bringen. Die Freikirche ist dem bayerischen Erziehungsplan vollständig unterworfen.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP