Fit für die Familie

Zwei Onlinevorträge vor der Winterpause

Die Veranstaltungsreihe „Fit für Familie – Rund ums Baby und Kleinkind“ schließt das Veranstaltungsjahr 2022 mit zwei Onlinevorträgen für junge Familien ab. Organisiert wird die Reihe durch die Schwangerenberatungsstelle und die Koordinierende Kinderschutzstelle-Netzwerk frühe Kindheit (KoKi) des Landratsamts Weißenburg-Gunzenhausen.

Zum „Babyschlaf im 1. Lebensjahr“ informiert die erfahrene Kinderkrankenschwester Jessica Rosner am Mittwoch, 09. November von 14.30 bis 16.00 Uhr. Junge Eltern und Interessierte erfahren Wertvolles über die Entwicklung von Babys und Besonderheiten in Bezug auf den Babyschlaf. Unter anderem gibt die Referentin Tipps, durch die das Thema „Schlafen“ entspannter betrachtet werden kann.

Am Donnerstag, 24. November von 10.00 bis 11.30 Uhr zeigt die KoKi anhand von Filmsequenzen auf, welche Feinzeichen Babys von sich geben. Denn auch schon ganz kleine Kinder nehmen Kontakt mit ihrer Umgebung auf und zeigen ihre Stimmungslage. Eltern erfahren im Onlinevortrag solche Signale zu erkennen und richtig zu deuten, um dann auf das Baby passend reagieren zu können.

„Das Programm für 2023 ist gerade am Entstehen“, erklären die KoKi-Mitarbeiterinnen und stellen in Aussicht, dass es auch im neuen Jahr wieder eine große Anzahl an informativen und wertvollen Veranstaltungen geben wird.

Interessierte können sich unter 09141 902-188 bzw. per Mail an koki.lra@landkreis-wug.de anmelden oder die Ticketfunktion im Familienportal des Landkreises www.familie.altmuehlfranken.de nutzen. Die Veranstaltungen sind kostenlos.

In 80 Tagen um die Welt

Gunzenhäuser Theaterspielzeit hat begonnen


Unser Alltag wird immer hektischer, charakterisiert von Erfolgsdruck, Fortschrittsdenken, Terminhatz und schier unendlichen Möglichkeiten, seine kaum vorhandene Freizeit möglichst sinnvoll zu verbringen. Permanent befinden wir uns im Wettkampf mit der Zeit, kleine Siege gegen die Uhr währen nur kurz und gehen im Rausch der Geschwindigkeit meistens unter. Persönliche Auszeiten, gar Niederlagen gestehen wir uns nur selten ein, gibt es in dieser unserer westlichen Industriewelt doch kaum Platz dafür. Die Uhr ist quasi der Bösewicht der Neuzeit, immer zur Schikane bereit. Wie das 1872 erschienen Literatur-Spektakel „In 80 Tagen um die Welt“ zeigt, handelt es sich allerdings nicht um ein neues Problem. In der Literaturvorlage schickt der französische Visionär Jules Vernes seinen Londoner Lebemann Phileas Fogg auf die Reise um die Welt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert möchte er in 80 Tagen den Erdball umrunden, eine unnötige Wette unter Gentleman treibt ihn dazu. Sein riesiges Ego – auch das offenbar keine Erfindung der Neuzeit – verhindert, dass er das Abenteuer ablehnt. So begibt er sich mit seinem Diener Passepartout auf eine pausenlose Tour de Désespoir, die nun in einer Bühnenfassung im Rahmen der Gunzenhäuser Theatertage in der Stadthalle gezeigt wurde. Ob er es wohl in den 80 Tagen schaffen wird?
Das Münchner ENSEMBLE PERSONA ist in der Altmühlstadt kein Unbekannter und zeigte bereits in der letzten Theatersaison mit dem eher bürgerlichen Plot „Don Juan“, wie einer leichtangestaubten Vorlage neues Leben eingehaucht werden kann. So war damals der Tango-Tanz stilgebend, bei „In 80 Tagen um die Welt“ wurde dagegen inszenatorisch noch eins draufgesetzt und mit der retrofuturistischen Steampunk-Strömung geschwommen. Soll heißen: Die Kostüme waren ein wenig Cyberpunk, Sprache, Farben, Musik und Geräusche mechanisch und häufig technikaffin bzw. stakkatoartig rasant. Das passte ganz ausgezeichnet, gilt Jules Verne doch als einer der ersten Autoren, der Züge des Steampunks verwendete. Aus dem industriellen Zeitalter heraus beschrieb er eine mögliche Zukunft mit Hilfe technologischer Ideen und Visionen.
Zurück zum Stück: Aus Phileas Fogg wurde kurzerhand Philea Fogg, nicht nur um ein Statement in der aktuellen gesellschaftlichen Debatte um die Gleichberechtigung von Mann und Frau zu setzen, sondern weil Anja Neukamm einfach eine exzellente Schauspielerin ist, die in jeder Rolle brilliert. Ihre Mrs. Fogg ist gedankenschnell und draufgängerisch, scheut kein Risiko und kämpft gegen einen unsichtbaren Feind, der in der Bühnenfassung jedoch gar nicht so unsichtbar ist: Die Zeit. Als riesige Weltuhr mit lebendigen Zeigern thront sie über dem Setting und treibt die Schauspielerinnen und Schauspieler zu Höchstleistungen. Fast sportlich geht es zu, wenn der treue Diener Passepartout von Aufgabe zu Aufgabe hetzt, gehetzt von seiner manchmal dämonenhaft gezeichneten Chefin, die – so viel sei verraten – ihn im Laufe der Geschwindigkeit kurzzeitig in den Wahnsinn treibt. Yannick Zürcher spielt diesen armen
Tropf, der so wunderbar in die aktuelle Zeit des digitalen Fortschrittsgebaren passt. Im Rausch der Vielfalt geht er als Individuum unter und wird eins mit dem Diskurs.
Anfangs konnte einem das Publikum fast ein wenig leidtun, so schnell flogen die Wahrnehmungen um die Ohren. Ganz nahe an der Reizüberflutung öffnete sich jedoch plötzlich eine beeindruckende Welt stimulierender Eindrücke. Das Pendel kippte von Hektik zu Anker, die Geschichte begann mit großer Dampfkraft anzuschieben. Das Artistenduo Hannes Achim Langanky und Daniela Maier zog die Energie der um sie wuselnden Künstlerinnen und Künstler in sich und war mit ihren bewusst langsamen Bewegungen willkommene Plot-Bremse. Inszenatorisch war das großes Theaterkino, denn wie Passepartout sehnte sich auch der große und kleine Theaterfreund nach Stillstand und wurde zum perfekten Zeitpunkt erlöst. Pünktlich zum englischen Tee war die Wette gewonnen.
Live von Annette Riessner am Akkordeon und Donald Manuel am Schlagzeug begleitet, verfolgt vom Scotland Yard und immer die Zeit im Nacken, führte die Reise quer über denGlobus. Die verschiedenen Transportmittel aus der literarischen Vorlage wurden sehr kreativ interpretiert, sei es der Ballon, das Schiff oder der Elefantenrücken. Beispielhaft sei der Zug erwähnt, der die Reisetruppe u.a. durch Amerika führte. Auf Koffern sitzend und leicht vor sich
hin hüpfend fuhr der Zug bis kurz vor die gleisverstellenden Bisonherde, welche wunderbar und mit toller Komik klanghaft in Szene gesetzt wurde.
Als Analogie auf die moderne Gesellschaft funktioniert diese außergewöhnliche Theaterinterpretation von Soeren Voima hervorragend. Philea Fogg versucht mit jeder Entscheidung der Zeit zu enteilen. Die Uhr im Hintergrund dient als plastisches Bild, denn sie treibt an und verweist auf eines der großen Probleme unserer Zeit: Das Nicht- bzw. Niemalszeithaben.
Wer „In 80 Tagen um die Welt“ verpasst hat, dem sei das nächste Theaterstück im Rahmen der Gunzenhäuser Theaterspielzeit wärmstens ans Herz gelegt. „Schwiegermutter und andere Bosheiten“ wird am Samstag, den 12. November 2022, ab 19.30 Uhr gezeigt. Karten gibt’s u.a. bei reservix oder dem städtischen Kulturbüro, Tel. 09831/508 109 bzw. E-Mail an kulturamt@gunzenhausen.de.

Läuferfest im Altmühltal

Altmühltrail mit 700 Teilnehmern aus ganz Deutschland

Der Altmühltrail in Dollnstein war mit 700 Trailrunnern und Wanderfreunden aus ganz Deutschland auch im Jahr 2022 ausgebucht. Johannes Weizinger und Lisa Helm gewannen die Langstrecke.   Der Altmühltrail in Dollnstein hat sich längst zu einer festen Größe im deutschen Trailrunning-Sport entwickelt. Seit 2015 stellt der Event, der traditionell im Oktober stattfindet, nicht nur läuferische Herausforderungen.

Schon die Online-Anmeldung im Frühjahr ist eine Hürde. Da die Genehmigungsbehörden im Landkreis Eichstätt nur maximal 700 Starter erlauben, es aber deutlich mehr Interessenten gibt, ist Schnelligkeit bei der Anmeldung gefragt. Das Online-Meldefenster ist nur wenige Minuten geöffnet, und nur die Schnellsten an der Tastatur sichern sich einen Startplatz.  

Der Markt Dollnstein begrüßte dieses Jahr die Starter mit Kaiserwetter und einer traumhaften Streckenführung durch das herbstlich bunte Altmühltal. Die jüngste Starterin mit gerade einmal drei Jahren durfte zusammen mit ihren Eltern und über 80 anderen Kindern bis zum Alter von 12 Jahren schon am frühen Morgen ran. Streckenchef Ludwig Bittl hatte mit viel Liebe zum Detail einen ca. 300 Meter langen Hindernisparcours am Dollnsteiner Sportplatz aufgebaut, den der Trailrunner-Nachwuchs begeistert absolvierte. Da es bei diesem Wettbewerb traditionell nur Sieger gibt, strahlten die kleinen Finisher im Ziel um die Wette.  

Ernsthafter aber genauso gut gelaunt ging es dann ab dem späten Vormittag zur Sache. Die beiden Lauf- und Wanderstrecken mit 27 km Länge und 680 Höhenmetern bzw. 10 km und 230 Höhenmetern boten den Teilnehmern das volle Programm einer Naturstrecken- Veranstaltung. Entlang der eindrucksvollen Felsformationen, die das Altmühltal prägen, über den Skulpturenpark von Alf Lechner in Obereichstätt bis zum fast schon alpinen Abschnitt am legendären Burgsteinfelsen war alles dabei.   Wie immer hatten die Macher des Altmühltrails, die OAI e.V., die DJK Dollnstein und Sportpromoter BABOONS, auch für diejenigen gesorgt, die den Altmühltrail vor allem kulinarisch genießen möchten. Die Hofmühlbrauerei aus Eichstätt, langjähriger Partner der Veranstaltung, servierte Freibier. Dazu standen traditionelle Brotzeiten und Gebäck von regionalen Anbietern kostenlos für die Teilnehmer an den Genussstationen parat.   Altmühltrail Orgaleiterin Katja Kunerth: „Wir freuen uns, dass der Altmühltrail in diesem Jahr bei gebotener Vorsicht wieder ganz ohne Einschränkungen stattfinden durfte. Glücklicherweise hat es auch der Wettergott gut gemeint mit uns und die Regenschleusen am frühen Morgen geschlossen. So konnten die Läufer und Wanderer auch die komplette Strecke mit all ihren Bergauf- und Bergabpassagen unter die Sohlen nehmen und die tollen Eindrücke des in herbstlichen Mantel gehüllten Altmühltals auf sich wirken lassen. Das eingespielte Team der DJK Dollnstein ist immer wieder aufs Neue der Garant für den reibungslosen Ablauf. Neben der DJK gilt unser Dank ganz besonders den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren, denn ohne sie wäre dieses familiäre Laufhighlight, das aus der Region nicht mehr wegzudenken ist,nicht machbar.“

OAI-Präsident Hubert Stanka: „Wir freuen uns, dass alles reibungslos ablief und es am Ende wieder große Zustimmung für die Veranstaltung ab. Die vielen positiven Kommentare in den sozialen Medien belegen, wie beliebt dieser Lauf ist. Der Altmühltrail ist eine tolle Werbung für unsere schöne Heimat und verbindet Sport, Natur und Kultur einmalig. Wir glauben, dass dieser Lauf ein schönes Aushängeschild für den Naturpark Altmühltal ist.“  

Bei den Herren wurde bis zum Zieleinlauf um die Podiumsplätze gekämpft. Der Langstreckensieger aus 2019 und 2021, Lokalmatador Johannes Weizinger (Dynafit Trialheros), dominierte beim Altmühltrail erneut und gewann dieses Jahr mit einer Laufzeit von 1:55 Stunden, allerdings knapp. Nur sechs Sekunden später überquerte Dominik Mages vom SV Bergdorf-Höhn die Ziellinie. Weitere 15 Sekunden dahinter und damit Drittplatzierter wurde Matthias Wabra aus Bad Abbach.   Bei den Damen dominierte Lisa Helm aus Nürnberg (Muddy Fox Running Rocks e. V.), im Vorjahr noch Dritte, mit einer Zeit von 2:19 Stunden deutlich das Geschehen. Lokalmatadorin Theresa Griesbach von der LG Warching kam mit 2:24 Stunden auf Platz zwei in der Damen Langstreckenwertung. Judi Hess vom TSV Gaimersheim belegte Rang drei mit rund 10 Minuten Rückstand auf die Siegerin.

Die 10 Kilometer-Distanz bei den Männern gewann der Neumarkter Markus Bergler mit einer Laufzeit von 41 Minuten. Bei den Damen siegte, wie schon im Vorjahr, Nicole Maderer vom CIS Amberg mit einer Zeit von knapp über 50 Minuten.   Direkt vor der riesigen LED-Leinwand mit den Ergebnislisten und ersten Bildern des Events moderierte Streckensprecher Klaus Benz im Anschluss die Siegerehrung und überreichte den Gewinnern die Pokale.  

Als besonderen Gast konnte Bastian Schöner, der bei Sportpromoter BABOONS zukünftig die Rennveranstaltungen mit verantwortet, auch Christina Langer begrüßen. Sie ist  in Garmisch-Partenkirchen zuständig für den Bereich Desitinationsentwicklung. Langer machte sich beim Altmühltrail ein Bild vor Ort, denn am 29. April 2023 wird dort das legendäre Olympia-Skistadion erstmals Start und Ziel des neugeschaffenen GaPaTrails werden – eine Trailrun-Veranstaltung, bei der BABOONS und die OAI e.V. ebenfalls die Gesamtorganisation in den Händen hält.   Der Altmühltrail in Dollnstein steht im Jahr 2023 am 21. Oktober wieder im Laufkalender der bundesdeutschen Trailrun-Community. Die Anmeldung öffnet traditionell wieder am Rosenmontag und wird nach den Erfahrungen der letzen Jahre nur kurze Zeit geöffnet sein.   Alle Ergebnisse, Berichte und Teilnehmerfotos sind auf der Homepage www.altmuehltrail.de sowie den Social-Media-Kanälen zu finden.

Gelungener Auftakt

Gunzenhäuser Konzertreihe wurde eröffnet

Die Klassikliebhaber kamen beim Auftritt der Hamburger Bläser voll auf ihre Kosten. Foto: StGun/Grosser

Der klassikbegeisterte Franke ist gelegentlich ein seltsames Wesen und diesbezüglich auch nur schwer zu lesen. Wenn ihr oder ihm eine musikalische Darbietung gefällt, dann neigt sie oder er den Kopf leicht zur Seite und lauscht konzentriert. Manchmal umgreift die rechte oder linke Hand unterstützend den Unterkiefer, die Beine werden leger überschlagen und die Augen schließen sich für kurze Momente, offenbar zur Förderung der Konzentration. Spielpausen nutzt sie oder er, um erst – meist verhalten – zu klatschen, dann zum Sekt zu greifen und sich anschließend in die Ursprungsposition zurückzubewegen. Dass das auch anders geht, bewies das Publikum beim Auftakt der 2. Gunzenhäuser Konzertreihe am letzten Sonntag. Das international erfolgreiche Hamburger Bläserquintett gastierte in der Stadthalle, und dieses hochwertige Musikangebot wurde kräftig beklatscht.

Wer selbst zum Blasinstrument greift, der weiß, dass Musizieren zeitweise auch sehr anstrengend sein kann. Gerade klassische Musik will perfekt gespielt sein, und das verlangt höchste Konzentration und absolute Fingerfertigkeit. Ein Leichtes für die Truppe aus dem Norden, die innerhalb kürzester Zeit beweisen kann, was mit Blasinstrumenten so alles möglich ist. Das Hamburger Bläserquintett setzt sich aus Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott zusammen, eine Mischung, die eine ganz eigene Klangkulisse hervorruft. Im Halbkreis sitzend, interpretieren die Künstlerin und die Künstler das anspruchsvolle Musikprogramm, nur in Ansätzen lässt sich überhaupt erahnen, dass sich wohl auch Profis beim Musizieren anstrengen müssen. Kleine Schweißperlchen zeugen vom Aufwand, aber auch vom hohen Niveau der Stücke, die u.a. von Anton Reicha und Jacques Ibert stammen.

Für Klassikliebhaberinnen und -liebhaber faszinierend, ist die hohe, fast filigrane Klangqualität und die Reinheit der Töne, die selbst am Ende eines sicher kräftezehrenden Konzertabends noch klar zu vernehmen sind. Wer sich zurücklehnt und sich konzentriert, der wird in andere Welten entführt. Die Stücke sind abwechslungsreich und ergänzen sich ausnahmslos. Überraschende, selten gespielte Stücke wie Astor Piazzollas „Oblivion“ werden durch bekanntere Werke wie Beethovens „Bläseroktett Es-Dur op. 103“ abgelöst. Die Vielfalt sorgt für Spannung und staunende Gesichter. Ein Highlight des Abends war sicher Jacques Iberts Trilogie „Trois Pièces Brèves“, denn es schien plötzlich, als würden die Instrumente sprechen können. In kurzen Momenten wähnte man sich gar in einem Stummfilm der 1920er Jahren mit musikalischer Begleitung. Ein ungewöhnlicher Hörgenuss, den nur Musik höchster Qualitätsstufe erzeugen kann.

Neben genannten Komponisten widmete sich das Hamburger Bläserquintett auch dem Romantiker Paul Taffanel. Dieser verarbeitete in seinem „Quintett g-Moll op. 56“ die persönliche Sehnsucht nach nüchterner Klassik, angereichert mit ein wenig Mystik und emotionalen Spitzen. Als Zugabe ging es dann nach Osteuropa und beschwingt mit Klängen von Ferenc Farkas in den Feierabend.

Wer das Konzert mit dem Hamburger Bläserquintett verpasst hat, der sollte sich Sonntag, 20. November 2022, vormerken, denn dann kommt Ausnahmepianist Kotaro Fukuma nach Gunzenhausen in die Stadthalle. Los geht es um 19.30 Uhr. Informationen und Karten erhalten Sie über das städtische Kulturamt unter Tel. 09831/508 109 oder per E-Mail an kulturamt@gunzenhausen.de.   

Königinnen & Nixen

Die Galelrie „korridor.art“ stellt den Bildhauer Hagga Bühler aus

Die „Königinnen & Nixen“ von Hagga Bühler sind in Gunzenhausen zu sehen

Nach dem großartigen Erfolg der Ausstellung „Corona Kunst Peep Show“ aus dem Jahr 2020, holt die Galerie korridor.art erneut den Bildhauer Hagga Bühler nach Gunzenhausen und präsentiert mit „Königinnen & Nixen“ eine nahezu komplette Werkschau des Künstlers.
Der gelernte Steinbildhauer Hagga Bühler aus Hafenlohr in Unterfranken arbeitet seit 2010 an seinen „Königinnen der Scheinzeit“, von denen im Corona-Jahr 2020 insgesamt fünf in den Schaufenstern der Galerie korridor.art zu sehen waren. Bereits ein Jahrzehnt zuvor begannen die Arbeiten an der Serie „Haifischfraß und Nixenkuß“, die aus insgesamt 14 Wandskulpturen in Form von freizügigen und skurrilen Meerjungfrauen besteht. Gemeinsam mit den Königinnen sind beide Serien in der Ausstellung „Königinnen & Nixen“ ab dem 4. November in der Gunzenhäuser Galerie zu sehen.
Wer nun denkt, dass die leicht bekleideten, weiblichen Figuren Lust ausstrahlen oder gar obszön sein sollen, irrt gewaltig. Die Frauenfiguren stellen ein Gegenstück zu den zahlreichen männlichen Heroen und Helden, für die seit der Antike triumphale, monumentale Denkmäler errichtet werden. Alle Skulpturen sind Träger diverser Allegorien und voller kunstgeschichtlicher, antiker und moderner Bezüge. Die Nacktheit in Haggas Arbeiten ist der universellen menschlichen Darstellung geschuldet, die seit jeher frei von Moden und Status ist und in vielen Kulturen und Epochen als selbstverständlich gilt. Dass die Königinnen und Nixen echte Blickfänger sind, ist kaum abzustreiten. Allen Besuchern und Fans der letzten Ausstellung dürften noch das weinende grüne Marsmädchen „Silent Fiction“ oder die Nofretete als „Litfaßmadonna“ mit LIDL-Tüte bekannt sein. Geschichten, Geheimnissen und Intentionen zu seinen Arbeiten wird Hagga Bühler bei der Ausstellungeröffnung persönlich vermitteln.
Der Künstler ist noch im Besitz der kompletten Nixen-Serie mit ihrem menschheitsgeschichtlichen Zyklus bestehend aus den 14 Figuren von der Hainixe bis zur Nixennixe. Hagga Bühler begründet seine Entscheidung, die Skulpturen nicht zu veräußern recht einleuchtend: „Wenn ich verkaufe, dann sollte es ein Museum oder Sammler sein, der eine Serie komplett übernimmt und auch beabsichtigt diese zukünftig auszustellen.“ Auch die zweite Serie „Königinnen der Scheinzeit“, passend zu einer „Zeit von Gier, Geld, Konsum und Oberflächlichkeit“ so Hagga, befindet sich nochzum Großteil im Besitz des Künstlers. Ausnahmen, wie die Figur „Souvenir vom Magdalénien“, die er seiner Künstlerkollegin und Vorsitzenden des BBK Unterfranken Christiane Gaebert überlassen hat und als Dauerleihgabe in der Galerie korridor.art verbleibt, finden ebenfalls regelmäßig ihren Weg in Ausstellungen. Die Galeristen Juliane Zeh und George Arauner sind der Überzeug, dass die Arbeiten des mehrfach für den Europäischen Gestaltungspreis nominierten Bildhauer so oft wie nur möglich einem breiten Publikum zugänglich sein sollten.
Die Ausstellungseröffnung findet am 4. November 2022, 18 Uhr, in der Galerie korridor.art, Dr.-Martin-Luther-Platz 13 in Gunzenhausen statt, zu der alle Kunstfreundinnen und Kunstfreunde herzlich eingeladen sind. Die Ausstellung wird bis zum 9. Dezember in der Galerie zu sehen sein. Die Skulpturen werden so platziert, dass sie größtenteils auch von außen in den Schaufenstern gut sichtbar sein werden.

Bahnstrecke wird aktiviert

Weiterer Rückenwind für Bahnreaktivierung Dombühl – Willburgstetten

Die Landtags- und Bundestagsabgeordneten Alfons Brandl, Andreas Schalk und Artur Auernhammer sowie Landrat Dr. Jürgen Ludwig begrüßen die Entscheidung des Freistaates, mit einem 35 Millionen Euro schweren neuen Förderprogramm die Bahninfrastruktur jenseits von Strecken der Deutschen Bahn voranbringen.

Die CSU-Politiker haben sich bereits nach München gewandt und fordern für die Reaktivierung der Bahnstrecke Dombühl – Wilburgstetten einen Zuschuss in Höhe von bis zu 10 Millionen Euro.

Landrat Dr. Ludwig: „Für die Herrichtung der Infrastruktur durch die Mittelfränkische Eisenbahnbetriebsgesellschaft (MEBG) wäre eine solche Unterstützung durch den Freistaat ein weiterer wichtiger Schritt und ein konkretes Einlösen der politischen Zusagen der Landespolitik.“

Einen entsprechenden Antrag auf Förderung stellt die MEBG aktuell bei der Regierung von Mittelfranken.

Alfons Brandl: „Die Baumaßnahmen werden mit Fördersätzen von bis zu 80 Prozent bezuschusst. Mit diesen beantragten Mitteln und der Bestellgarantie durch den Freistaat, die die MEG bereits hat, kommen wir einer zeitnahen Reaktivierung der Strecke deutlich näher. Dies ist in Zeiten von hohen Energiepreisen und einer Verkehrswende unabdingbar zur Stärkung der Bahn in den ländlichen Räumen.“

Grundlage für die Förderung ist die „Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen für Maßnahmen zur Erhaltung und Reaktivierung von nichtbundeseigenen Eisenbahninfrastrukturen in Bayern aus Mitteln des Corona-Investitionsprogramms“.

Andreas Schalk: „Die privaten Eisenbahninfrastrukturbetreiber sind ein wichtiger Pfeiler unseres Schienennetzes – gerade auch im ländlichen Raum. Mit dem Einstieg in eine solche Förderung kann der Freistaat einen kräftigen und zukunftsgerichteten Beitrag leisten, um dieses Netz zu erhalten und weiterzuentwickeln.“

Dabei dürfen diese Reaktivierungen keine Insellösungen bleiben und müssen weiter ausgebaut werden: „Es ist unverzichtbar, dass diese Strecke in Dombühl und später auch in Nördlingen in das Bahnnetz der DB eingebunden werden muss, damit letztlich ein attraktives Gesamtangebot in unserer Region entsteht“, so Artur Auernhammer abschließend. 

Gunzenhäuser Theaterspielzeit

12. November: Schwiegermutter und andere Bosheiten

Eine Szene aus der Komödie, die es am 12. November zu sehen gibt. Foto: Michael von Au

Schwiegermütter genießen nicht immer den besten Ruf, manch einer redet hinter vorgehaltener Hand sogar von fiesen Schwiegermonstern. Gerda aus dem Theaterstück „Schwiegermutter und andere Bosheiten“ gehört wohl auch in diese Kategorie, denn sie liebt es zu intrigieren und ihre Familie mit allerlei Bosheiten auf Trapp zu halten. Bernhard, Henrike, Claudine und Uwe bleibt ja gar nichts anderes übrig, als im Gefühlschaos unterzugehen und konfuse Entscheidungen zu treffen. Ob die Beziehungen das überstehen werden? Finden Sie es heraus und besuchen Sie am Samstag, den 12. November 2022, die Komödie „Schwiegermutter und andere Bosheiten“ in der Stadthalle Gunzenhausen.

Henrike und Bernhard sind glücklich verheiratet. Zumindest scheint es so, denn in einer Beziehung stellt sich schnell mal die Langeweile ein. Claudine dagegen will erst heiraten, und zwar den Uwe. Der allerdings bekommt kalte Füße und ist sich gar nicht sicher, ob er sein restliches Leben mit Claudine verbringen möchte. Das kommt Henrikes Mutter Gerda ganz recht, denn als Claudine ihre Freundin Henrike besucht und um Rat fragt, schlägt der Intregantins große Stunde: Mit allerlei Witz und gemeinen Einfällen terrorisiert sie die Gefühlswelt Claudines. Und wenn Gerda schon dabei ist, dann wird auch Henrikes Beziehung zu Bernhard auf den Prüfstand gestellt. Als der dann noch erfährt, dass Uwe früher mal was mit seiner Henrike hatte, ist das Chaos perfekt.   

Das Theaterstück wird am Samstag, 12. November 2022 um 19.30 Uhr gezeigt und wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Informationen und Karten gibt es u.a. beim Kulturamt der Stadt Gunzenhausen, unter Tel. 09831/508 109 oder per E-Mail an kulturamt@gunzenhausen.de. ABOs für die Gunzenhäuser Theaterspielzeit sind ebenfalls über das Kulturbüro erhältlich.

Auf der Consumenta

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen als Region Altmühlfranken präsent

Am 26. Oktober öffnet die Consumenta in Nürnberg. Der Landkreis Altmühlfranken ist dabei.

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen präsentiert sich auf der Consumenta vom 26. bis 30. Oktober 2022 unter dem Dach „altmühlfranken – der starke Süden“ in der Halle 1 „Aus der Region für die Region“ als attraktive Lebens- und Erholungsregion.

Dieses Jahr haben sich regionale Unternehmen, Handwerker, Direktvermarkter und Gemeinde dem Landkreis angeschlossen, um sich gemeinsam auf einer Fläche von 100m² in Halle 1 zu präsentieren. Der Stand der Region Altmühlfranken bietet vielfältige Informationen – auch multimedial – über Altmühlfranken als attraktiven Wohn-, Arbeits- und ErLebensort. Die Besucher können sich über Freizeitmöglichkeiten im Naturpark Altmühltal und dem Fränkischen Seenland informieren. Denn beide Tourismusregionen kommen in Altmühlfranken zusammen. Auch die Gemeinde Solnhofen mit der Tourist Information Solnhofen und dem Museum-Solnhofen – Bürgermeister-Müller-Museum bieten interessante Informationen rund um „Die Welt in Stein“.

Mit dabei ist auch die Manufaktur „Echt Brombachseer“ aus Kalbensteinberg mit der Verkostung und dem Verkauf von regionalen Kirsch- und Apfelprodukten wie z.B. einem Dessertwein, Cider, Secco und Glühwein. Auch die Kirschenkönigin Mona Reichard wird am Wochenende (29. und 30.10.) vor Ort sein. Musikalisch begleitet werden sie von volkstümlichen Musikanten, die am Mittwoch (26.10.) und Samstag (29.10.) auf dem Akkordeon spielen. 

Neben der LIVE-Drechselvorführung des Drechselstadels „Kunst in Holz“ aus Oberhochstatt bietet Gerhard Winter den Besuchern Holzprodukte aus dem Drechsel-Handwerk an.

Auch in diesem Jahr gibt es das BIER Paketaltmühlfranken, das am Stand von Oliver Gruber erhältlich ist. In einem handlichen Karton stecken sieben verschiedene Biere von sieben altmühlfränkischen Brauereien und ein Altmühlfranken-Bierglas.

Die amtierende 3. Altmühlfränkische Bierkönigin, Michelle Recker, bietet am Samstag, 29. Oktober am Stand von Altmühlfranken eine Bierverkostung mit dem altmühlfränkischen Bieren an und steht für Autogrammwünsche bereit.

Den Mittagstisch bietet der Berghof Oberweiler aus Meinheim aus selbst erzeugtem Fleisch vom Rind und Schwein. Eigene regionale Produkte und weitere Spezialitäten wie Erzeugnisse vom Strauß werden zum Verkauf angeboten.

Zur bevorstehenden Weihnachtszeit hat die Zukunftsinitiative altmühlfranken die neu aufgelegte Broschüre „Weihnachtszauber Altmühlfranken – Glitzer. Glanz. Gemütlichkeit.“ im Gepäck. Darin sind alle im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen stattfindenden Advents- und Weihnachtsmärkte aufgelistet. Sie soll Lust darauf machen, den weihnachtlichen Glanz Altmühlfrankens zu entdecken.

Besuchen Sie „altmühlfranken – den starken Süden“ in Halle 1, am Stand B36 und C34, C36, C38, C40.

Mehr Informationen auch unter www.altmuehlfranken.de/messen/info-consumenta

Polnische Delegation kommt

Gäste erwartet abwechslungsreiches Programm

Zu einem zweitägigen Besuch erwartet der Bezirk Mittelfranken Gäste aus der polnischen Partnerregion Pommern. Die Delegation mit Vize-Marschall Leszek Bonna und dem Vorsitzenden des Sejmik, Jan Kleinszmidt an der Spitze, wird am Mittwoch, 26. Oktober, der Eröffnung der Verbrauchermesse Consumenta im Nürnberger Messezentrum beiwohnen.

Gemeinsam mit Bezirkstagspräsident Armin Kroder unternimmt die 12-köpfige Gruppe im Anschluss einen Rundgang zum Stand des Bezirks Mittelfranken in Halle 1, dort präsentiert sich auch das Mittelpommersche Museum in Stolp. Am Nachmittag ist eine Stadtrundfahrt mit dem Bus durch Nürnberg geplant, um 17.30 Uhr steht die Eröffnung der Ausstellung „Zeitgenössische Textilkunst“ durch Bezirkstagspräsident Kroder in der Galerie LOFT in Ansbach mit Textilminiaturen von Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt auf dem Programm.

In der Ansbacher Gaststätte „Bratwurst Glöckle“, Uzstraße 4, findet ab 19 Uhr ein gemeinsames Abendessen mit Vertreterinnen und Vertretern der fünf Partnergemeinden Wendelstein, Stein, Uffenheim, Burghaslach und Uehlfeld statt. Am nächsten Tag, Donnerstag, 27. Oktober, besucht die Delegation um 9.30 Uhr eine Sitzung des mittelfränkischen Bezirkstages im „Alten Reithaus“ der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf.

Im Anschluss ist ein Rundgang durch die Lehranstalten angesetzt, ab 11 Uhr fährt die Gruppe nach Rothenburg o. d. Tauber, wo nach dem Mittagessen im Weingut und Hotel „Glocke“ eine Stadtführung (13.30 bis 15 Uhr) ansteht. Gegen 16 Uhr machen sich die polnischen Gäste auf zum Münchner Flughafen, um 20 Uhr startet das Flugzeug zurück nach Danzig.

Biotope werden erhalten

Minister Glauber stellt Streuobstmanager vor

Streuobstwiesen zählen zu den ökologisch wertvollsten Biotopen, doch der Bestand ist gefährdet. Seit 1965 sind etwa 70 Prozent der Streuobstbestände in Bayern verschwunden. Um dem entgegenzuwirken, hat der Freistaat Bayern zusammen mit zahlreichen Verbänden den „Streuobstpakt Bayern“ ins Leben gerufen.

Zusätzliches Fachpersonal soll bei der Umsetzung helfen. Dazu hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz 27 Stellen geschaffen. In Mittelfranken sind fünf Stellen etabliert worden, zwei bei der Regierung von Mittelfranken und jeweils eine bei den Landkreisen Ansbach, Weißenburg-Gunzenhausen und Neustadt a. d. Aisch/Bad Windsheim. Bayernweit sollen so knapp 17.000 Fußballfelder mehr Streuobstwiesen entstehen. Damit dies gelingt, werden die Männer und Frauen entsprechend geschult, an den verschiedenen Qualifizierungsmodulen wirken auch die Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf mit. Die Bezirkseinrichtung verfügt über ein hohes Fachwissen im Obstbau und bildet derzeit unter anderem auch bereits Baumwarte aus.

Am Montag, 24. Oktober, wird Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber die Streuobstmanager und Streuobstmanagerinnen vorstellen. Vonseiten des Bezirks Mittelfranken wird Christa Naaß, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten, teilnehmen. Die Veranstaltung beginnt um 11.15 Uhr im Forum des Fachzentrums für Energie und Landtechnik, Seckendorffstraße 2, Weidenbach.