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Das Wirtshaus als sozialer Ort

Neue „musikantenfreundliche Wirtshäuser“ gesucht

Fränkische Musikanten beim Trachtentreffen in Greding.Foto: Matthias Ettinger

Wirtshäuser sind seit jeher soziale und gesellige Orte. Der Wirt und sein Gasthaus stehen im Zentrum des Gemeinschaftslebens, man trifft sich, diskutiert oder musiziert.

Ein Wirtshaus ist der ideale Rahmen für das freie Singen und Musizieren – ohne Proben, ohne Noten oder Vorschriften. Ein musikantenfreundliches Wirtshaus kann man schon von Weitem an einem repräsentativen Metallschild erkennen, das im Rahmen einer Festveranstaltung feierlich überreicht wird.

Hierbei werden jedes Jahr im Herbst Wirte ausgezeichnet, die offen sind für das spontane Singen und Musizieren in ihren Räumen.

Bayerische, fränkische und schwäbische Wirte sind aufgerufen, sich bis zum 18. Oktober 2024 per E-Mail bei volksmusik@heimat-bayern.de anzumelden.

Sänger und Musikanten spielen ohne Bühne und ohne Gage, allein für Getränke und eine Brotzeit zum eigenen Vergnügen und zur Unterhaltung der Gäste. Musiker nehmen dabei im spontanen Zusammenspiel mit den Gästen den Verlauf des Abends selbst in die Hand.

Wir haben alle etwas davon: Wir Wirte eine gute Stimmung und schließlich einen guten Ruf, die Musikanten eine Möglichkeit, inmitten der Leute, jenseits von Bühne und Publikum, zu musizieren. Die Gäste werden gut unterhalten und können selbst mitsingen“, sagt Josef Menzl vom Gasthaus „Zur Walba“ in Pentling, der im letzten Jahr ausgezeichnet wurde.

In einem musikantenfreundlichen Wirtshaus geht es nicht um das perfekte Singen und Musizieren, sondern um eine lebendige, musikalische Spontanität. „‘Musik beim Wirt‘ ist keine neue Erfindung, aber vielerorts ist das freie Singen und Musizieren aus den Gaststuben verschwunden und nicht mehr selbstverständlich. Das ist sehr schade“, sagt Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Denn das Bedürfnis nach eigener, freier musikalischer Betätigung und Entfaltung sei groß, heißt es aus dem Landesverein, der zusammen mit dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband und den Einrichtungen der Kultur- und Heimatpflege in den bayerischen Bezirken die Aktion „Musikantenfreundliches Wirtshaus“ trägt.

Regionale Musik ist in ‚musikantenfreundlichen Wirtshäusern‘ wieder vermehrt vor Ort zu hören. Wir laden Wirtinnen und Wirte ein, zu einer bayernweiten musikalischen Grundversorgung beizutragen“, sagt Rudolf Neumaier.

Die nächste Auszeichnung findet statt am Dienstag, 19. November 2024, ab 18 Uhr im Grantlerwirt in Wolnzach.

Hintergrund

„Musikantenfreundliches Wirtshaus“ heißt eine nicht nur volksmusikalisch ausgerichtete Veranstaltungsform und Auszeichnung des freien Laienmusizierens in Bayern. Die Aktion gibt es seit Herbst 1996. Seitdem haben über 500 Gasthöfe aus allen sieben bayerischen Bezirken diese Ehrung erhalten.

Musikantenfreundliches Wirtshaus

Brauereiwirtschaft Döbler aus Bad Windsheim wurde ausgezeichnet

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (links) und Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V. (rechts) überreichten Urkunde und Plakette an das Wirtsehepaar Elke und Wilhelm Döbler. Bildquelle: Dr. Heidi Christ, Forschungsstelle für fränkische Volksmusik des Bezirks Mittelfranken.

Spontanes Singen und Musizieren im Wirtshaus: Diese Tradition fördert der Arbeitskreis „Musikantenfreundliches Wirtshaus“ mit der gleichnamigen Auszeichnung seit 1996. Seitdem haben über 500 Gasthöfe aus allen sieben bayerischen Bezirken diese Ehrung erhalten.

„Musikantenfreundliches Wirtshaus“ darf sich jetzt auch die Brauereiwirtschaft Döbler in Bad Windsheim im Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim nennen. Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker verlieh das Prädikat in Form einer Urkunde und einer Plakette vor kurzem in Pentling bei Regensburg an insgesamt 19 Wirtinnen und Wirte. Neben dem Brauhaus Döbler ging die Ehrung an den Weinkeller am Schloss im unterfränkischen Rüdenhausen. Weitere acht Betriebe aus Niederbayern, fünf aus Oberbayern, drei aus der Oberpfalz und ein Betrieb aus Schwaben dürfen die Plakette ebenfalls in ihren Gaststuben aufhängen.

Diese soll den Gästen signalisieren, dass spontanes Singen und Musizieren in diesem Lokal zum eigenen Vergnügen und zur Unterhaltung der Gäste durchaus erwünscht ist. Im Gegenzug spendieren die Wirtsleute den Sängern und Musikanten eine Brotzeit und Getränke. Dem Arbeitskreis „Musikantenfreundliches Wirtshaus“ gehört die Leiterin der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik des Bezirks Mittelfranken in Uffenheim, Dr. Heidi Christ, als Ansprechpartnerin für die drei fränkischen Bezirke (Ober-, Mittel- und Unterfranken) an.