Tag Archives: Region

E-Bike-Tour im Jura

Regionalausschuss des Kreistag sprach sich dafür aus

Das ist der Verlauf der E-Bike-Tour im Jura. Die Strecke wird in beide Richtungen beschildert.

Rund 20000 Euro lässt sich der Landkreis die neue E-Bike-Tour im Jura kosten. Der Ausschuss für Regionales und Touristik des Kreistags stimmte auf seiner letzten Sitzung am 15. März im Kloster Heidenheim einem Entwurf der Zukunftsinitiative Altmühlfranken (ZIA) zu. Die Jura-E-Bike-Tour soll heuer und im nächsten Jahr realisiert werden, um die Qualität der touristischen Radwege im Kreis weiter zu verbessern.  Überregional vermarktet wird die Route über die Stromtreter-Initiative. Informationstafeln an zwölf markanten Stellen sollen die Region den Radlern vorstellen und den Streckenverlauf erläutern. Die Bike-Tour kostet insgesamt 35000 Euro. An der Finanzierung ist das Leader-Programm beteiligt.

Die “Jura-E-Bike-Tour” wurde speziell für Pedelecs und E-Bikes konzipiert und hat einige schöne Steigungen zu bieten. Start- und Zielpunkt der “Jura-E-Bike-Tour” ist Pleinfeld. Wer Zeit mitbringt, besucht hier vor der Stromtretertour das Heimat- und Brauereimuseum im ehemaligen Vogteischloss oder den Schlossgarten am Bürgerhaus.

Dann geht es gleich anspruchsvoll los: Die ersten Kilometer haben es in sich, einige Höhenmeter gilt es zu bewältigen, ehe man in die Stadt Ellingen kommt. Das Deutschordensschloss und die Fürst Carl Brauerei mit Braustüberl sind eine Pause wert. Über Fiegenstall, geht es weiter bergauf – doch es lohnt sich! Denn von der Hochfläche aus genießt man bei guten Wetter einen überraschenden Fernblick.

Von Kaltenbuch führt der Weg über das Hochplateau nach Indernbuch. Weiter geht es nach Burgsalach. Hier kann man in der Ortsmitte im Cafe einen Zwischenstopp einlegen. Dann radeln wir zwischen Feldern und Wald am Wasserspielplatz vorbei nach Nennslingen. Der Markt Nennslingen wartet im Ortskern mit schönen restaurierten Baudenkmälern auf und bietet sich für eine erfrischende Einkehr an.

Weiter geht es entlang der Anlauter. Im Nennslinger Ortsteil Gersdorf mit der barocken Filialkirche St. Nikolaus machen wir einen kurzen Abstecher: Bergab radeln wir nach Bechthal, wo eine zauberhafte Burgruine und der Bechthaler Weiher warten. Achtung! Wenige Kilometer lang führt der Weg hier auf der Straße.

Zurück in Gersdorf biegen wir ab – erst rechts, bald darauf links, und erreichen über das Dorf Wengen den Ort Thalmannsfeld. Neben der Alten Hammerschmiede, in der noch heute historisches Handwerk gepflegt wird, ist die Brauerei Felsenbräu interessant: Deutschlands 1. Solarbierbrauerei kann in den Sommermonaten zu festen Terminen besichtigt werden (Tel. 9147/94266).

Wir folgen der Route über Bergen und durchqueren noch einmal Geyern. Zwischen Geyern und Ettenstatt kann man im Wald von März bis April ein besonderes Naturschauspiel beobachten: Dann bilden die zarten Märzenbecher hier große weiße Teppiche. Hinter Ettenstatt liegt Walting, ein stattliches Dorf inmitten von Feldern, Wiesen und Wäldern. In der barocken Kirche befinden sich eine spätgotische Marienfigur mit segnendem Jesuskind und ein schönes barockes Orgelgehäuse.

Über Mischelbach kommt man wieder zurück zum Ausgangspunkt in Pleinfeld.

Mehr Wertschöpfung

Centerpark erhöht Attraktivität des Seenlands

Die am Brombachsee gelegenen touristischen Dienstleister und Wirtschaftsverbände haben sich bereits im Sommer und im Herbst 2020 mit eindeutigen Erklärungen an die Öffentlichkeit gewandt und die Ansiedlung eines Ferienparks als Einlösung bereits bestehender Forderung der Seenland-Konferenz von 2011begrüßt. Dabei wurden diese in der „Initiative Brombachsee“ gebündelten Unternehmen auch von der IHK, den Wirtschaftsjunioren Gunzenhausen sowie dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband unterstützt.
 Mehr Wertschöpfung durch Übernachtungsgäste
 Mehr Wertschöpfung durch Ganzjahresangebote
 Mehr Wertschöpfung durch höherwertige Angebote
 Mehr Wertschöpfung durch attraktive kostenpflichtige Freizeitangebote
Wir sehen die Chance, gemeinsam mit dem Partner Center Parcs diesen Forderungen nun endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Aber wir sehen auch Perspektiven dafür, dass eine solche Ferienpark-Ansiedlung weitere Impulse für den Tourismus und die Region auslösen kann und wird.
Vor den jetzt angekündigten ersten Veröffentlichungen von Gutachten für den vorgesehenen Masterplan Center Parcs Fränkisches Seenland erhoffen wir vor allem, das sich die Debatte um dieses Projekt nunmehr an den vorgelegten Datengrundlagen und nicht weiter an selbst gestrickten Phantombildern orientiert. Wir wünschen uns für die Zukunft, dass mit diesem weiteren starken Partner im Tourismus künftig eine Reihe wichtiger Ziele umgesetzt werden können:
 Weitere Verbesserung und Sicherung der Wasserqualität in den Seen
 Weitere Gewährleistung des freien Zugangs zu ökologisch nicht sensiblen Uferbereichen
 Ausbau und Vernetzung hochwertiger Freizeitangebote
 Entwicklung seenlandspezifischer Umwelterlebnisangebote
 Optimierung der öffentlichen Verkehrsverbindungen zu den Seen
 Ausbau eines umfassenden Mobilitätskonzeptes zwischen den Seen
 Intelligente Lenkung der Tagesausflugsmobilität durch digitale Konzepte
 Aufbau einer hochwertigen Seenland-Produktlinie
 Aufbau ganzjähriger Kultur- und Naturerlebnis-Angebote
 Entwicklung zu einer energieeinsparenden und abfallvermeidenden Destination
Wir sind uns sicher, dass diese Ziele der touristischen Dienstleister auch eine breite Unterstützung bei den Menschen in der Region finden, für die der Tourismus an den Seen einer der wesentlichen Grundlagen regionaler Wertschöpfung, gesicherter Arbeitsplätze und der Gewährleistung einer leistungsfähigen Nahversorgungsinfrastruktur darstellt.
Und wir wissen auch von unseren bisherigen Gästen, dass sie sich über die Ergänzung und vor allem über die ganzjährige Gewährleistung solch qualitativ hochwertiger Freizeitangebote eine weitere Attraktivität ihrer beliebten Urlaubsregion am Brombachsee versprechen.

Infektionen steigen wieder

Corona-Situation im Landkreis

Im gesamten Landkreis findet weiterhin ein diffuses Infektionsgeschehen statt. Leider steigen die Corona-Infektionszahlen in den vergangenen Tagen wieder langsam, aber kontinuierlich an. Auch Virusmutationen sind zunehmend nachweisbar.

Heute vor einem Jahr wurde im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen die erste Corona-Infektion festgestellt. Seitdem hat die Pandemie ihre Auswirkungen in unterschiedlichem Maß auf die Region gezeigt. Vor allem die zweite Welle im Herbst 2020 traf auch den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit voller Wucht und hatte immense Auswirkungen, besonders durch den seit Mitte Dezember andauernden Lockdown. Seit dem 8. März sind erste Lockerungen des öffentlichen Lebens wieder möglich geworden. Weitere Öffnungsschritte wurden in Aussicht gestellt, hängen jedoch vom Infektionsgeschehen im Landkreis ab.

Nachdem die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen am 01. März 2021 noch bei 18,0 lag, wurde am 10. März 2021 mit 35,9 die 35er-Inzidenz bereits wieder überschritten. Heute weist das RKI für den Landkreis eine 7-Tage-Inzidenz von 40,1 auf (Stand: 11.03.2021). Grund dafür ist ein im gesamten Landkreis verbreitetes diffuses Geschehen. Dabei nimmt der Anteil der nachgewiesenen Mutationen deutlich zu.

In den vergangenen sieben Tagen (04.-10.03.2021) wurden 38 Personen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen neu auf Covid-19 positiv getestet. Stand jetzt wurden bereits bei 37 Prozent dieser Fälle eine Virusvariante nachgewiesen, davon zu 2/3 die britische Variante. Nur bei 24 Prozent der aktuellen Corona-Fälle konnte eine Mutation sicher ausgeschlossen werden. In den übrigen Fällen konnten diese Untersuchung aus verschiedensten Gründen nicht durchgeführt werden.

Aktuell sind folgende Einrichtungen von einer Corona-Infektion betroffen, alle Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne:

  • 1 Gruppe des Kindergartens Sankt Franziskus in Pleinfeld
  • 3 Gruppen des BRK-Kindergartens in Solnhofen
  • 1 Wohngruppe von Regens Wagner in Gunzenhausen

Das Gesundheitsamt weist nochmal auf die Änderung der Allgemeinverfügung Isolation vom 25. Februar 2021 hin: Jede Kontaktperson muss 14 Tage in Quarantäne bleiben und am 14. Tag einen PCR-Test oder Antigen-Schnelltest durchführen lassen. Die Quarantäne kann erst nach Vorliegen eines negativen Tests beendet werden.

Landrat Manuel Westphal appelliert weiter an die Bevölkerung: „In den vergangenen Wochen hatte das Infektionsgeschehen im Landkreis an Dynamik verloren, weshalb in unserem Landkreis auch einige Lockerungen der bestehenden Regelungen möglich wurden. Allerdings müssen wir weiterhin sehr vorsichtig sein, damit sich das Infektionsgeschehen im Landkreis nicht wieder verschärft und wir erneute Einschränkungen vornehmen müssen. Leider steigen die Zahlen seit einigen Tagen wieder an. Bitte beachten Sie daher jederzeit die geltenden Kontaktbeschränkungen und die allgemeinen Hygieneregeln!“

Impfungen gegen das Corona-Virus

Im Impfzentrum Altmühlfranken in Gunzenhausen setzen sich die Impfungen gegen das Corona-Virus weiter fort. Bisher wurden 7.266 Personen erst- und 3.002 Personen zweitgeimpft (Stand: 10.03.2021).

Seit dieser Woche stehen am Impfzentrum drei Impfstoffe der Firmen BionTech, AstraZeneca und Moderna/Lonza zur Verfügung. Bisher konnten mit dem Impfstoff AstraZeneca nur Personen unter 65 Jahren geimpft werden. Die Ständige Impfkommission hat diese Empfehlung aufgrund neuer Datenlagen nun geändert, weshalb nun auch Personen über 65 Jahren mit diesem Impfstoff geimpft werden können. Alle verfügbaren Impfstoffe sind also für Personen ab 18 Jahren, die zu den drei Priorisierungsgruppen gehören, einsetzbar. Bei der Terminvereinbarung wird dem Impfwilligen mitgeteilt, welcher Impfstoff an diesem Termin eingesetzt wird, so dass man je nach Termin im System den Impfstoff auswählen kann.

Derzeit trifft die bayerische Staatsregierung die Vorbereitungen, dass in den nächsten Wochen auch die Hausärzte mit den Impfungen gegen das Corona-Virus beginnen können. Dadurch werden die Impfzentren in Bayern nicht wie geplant ihre Kapazitäten erweitern, sondern mit den bisherigen Möglichkeiten weiter impfen. Für das Impfzentrum Altmühlfranken in Gunzenhausen bedeutet das, dass weiterhin bis zu 250 Personen an sieben Tagen in der Woche in Gunzenhausen geimpft werden können.

LEADER läuft weiter

Noch genügend Fördermittel vorhanden

Gute Nachrichten gab es beim 5. Bayerischen LEADER-Forum Ende Februar für die 68 Lokalen Aktionsgruppen in Bayern. Die aktuelle Förderperiode wird bis Ende 2022 verlängert. Auch genügend Mittel stehen noch zur Verfügung teilte das Landwirtschaftsministerium mit, das in Bayern für die Umsetzung dieses EU-Förderprogramms zuständig ist.

Seit 2015 ist der ganze Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen LEADER-Region. Damals wurde die LAG Altmühlfranken erstmals in das Förderprogramm aufgenommen. Langenaltheim, Pappenheim und Solnhofen sind Mitglied der LAG Monheimer Alb-AltmühlJura und schon länger dabei.

Allein im Gebiet der LAG Altmühlfranken konnten seither bereits über 1,7 Millionen Euro bewilligt werden, 32 Projekte wurden und werden damit bisher unterstützt. Die Palette der geförderten Projekte ist dabei breit gefächert. Zu den ersten Maßnahmen, die dank der LEADER-Mittel realisiert werden konnten, zählen der Musikbahnhof der Musikschule Weißenburg und die Erlebnismosterei des Obst- und Gartenbauvereins Nennslingen. Auch dank des Engagements vor Ort wurde der Infopavillon an der Katharinenkapelle in Hechlingen errichtet, derzeit im Entstehen sind das FabLab in Gunzenhausen sowie das Nusshaus in Sammenheim. Erst kürzlich hat die Stadt Weißenburg einen Bewilligungsbescheid erhalten zum Bau eines Ausstellungspavillons für den römischen Brennofen.

Bereits im vergangenen Jahr konnte die Wildkammer am Weißenburger Forstamt eröffnet werden. Mit der MAP Ferienakademie der Hermann Gutmann Stiftung, einem erlebnisreichen Fortbildungsprogramm für Schülerinnen und Schüler an Mittelschulen, oder auch der 2019 eingeweihten Pumptrack-Anlage in Gunzenhausen konnten Projekte gefördert werden, die sich vor allem an die jüngere Generation richten.

Je nach Projekt ist eine Förderung mit bis zu 60 % der zuwendungsfähigen Kosten möglich, bei Kooperationsprojekten sogar bis zu 70 %. Förderfähig sind Projekte erst ab einer Zuschusshöhe von 3000 Euro. Für kleinere, ehrenamtlich getragene Projekte verfügt die LAG Altmühlfranken über einen gesonderten Topf. Auch hier stehen derzeit noch Mittel zur Verfügung.

Gute Ideen für die Region sind also weiterhin gefragt! Die Geschäftsstelle der LAG Altmühlfranken berät bei allen Fragen rund um eine mögliche LEADER-Förderung, Kontakt: Carolin Tischner, Tel. 09141 902-193.

Neue Reisebroschüre

„Natur – Erlebnis – Genuss“: Hahnenkammsee wirbt

Der Hahnenkamm wirbt mit einer neuen Broschüre

Der Zweckverband Hahnenkammsee hat eine neue Reisebroschüre herausgebracht. Auf 24 Seiten gibt sie einen Überblick über die Erlebnisvielfalt rund um den kleinsten See des Fränkischen Seenlandes – den idyllischen Hahnenkammsee bei Hechlingen. Mit zahlreichen Freizeitaktivitäten, gastronomischen Angeboten sowie Übernachtungsmöglichkeiten begeistert der naturnahe See insbesondere Erholungssuchende, Angler, Naturliebhaber und Familien. Verbandsvorsitzender Manuel Westphal freut sich über das Interesse der Einheimischen und Ausflügler an der herrlichen Region.

„Unseren Gästen einen umfassenden Überblick über die Annehmlichkeiten am Hahnenkammsee zu bieten, ist uns mit der Reisebroschüre gelungen“, erklärt Manuel Westphal, Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes Hahnenkammsee. „Was kann man unternehmen? Wo kann man übernachten? Wo kann man Essen? Die Broschüre gibt interessierten, potentiellen Besuchern, sowie Urlaubern, die bereits vor Ort sind, Impulse zur Gestaltung ihres Aufenthalts.“

Die Naturoase zwischen den grünen Hügeln des Hahnenkamms lädt nicht nur zum Schwimmen, Sonnenbaden und Sandburgen bauen ein, sie bietet auch vielfältige Möglichkeiten die Anstrengungen des Alltags zu vergessen und dabei Körper und Geist Gutes zu tun. Wer den See von seiner schönsten Seite genießen möchte, ist beim Boots- und SUP-Verleih genau richtig. Außerdem ist der Hahnenkammsee ein wahres Eldorado für Fische und Angler. Ein Plätzchen zum Wohlfühlen und Genießen bietet das „Haus am See“ mit Seeterrasse und herrlichem Blick auf das Wasser. Wer lieber selbst für Gaumenfreuden sorgt, dem steht ein Grillplatz zur Verfügung. Neben dem beliebten Osterfeuer mit Live-Musik, dem stimmungsvollen Open-Air-Kino am Seeufer und dem Kunsthandwerkermarkt, der zum Bummeln am Strand einlädt, sorgt auch der Laternenumzug für kulturelle Höhepunkte im Grünen. Aktuelle Veranstaltungstermine werden unter www.zv-hahnenkammsee.de/veranstaltungen veröffentlicht.

Das Freizeitvergnügen rund um den Hahnenkammsee ist so vielseitig wie die Übernachtungsmöglichkeiten. Der Forellenhof Hechlingen und der Klostergasthof Heidenheim verwöhnen ihre Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten und gemütlichen Zimmern. Der Campingplatz Hasenmühle verspricht zu jeder Jahreszeit individuelles Urlaubsvergnügen im Grünen.

Enthalten ist außerdem ein Übersichtsplan, auf dem sämtliche Angebote und wichtige Informationen eingezeichnet sind.

Die Broschüre „Naturoase am Hahnenkammsee“ ist in den Tourist-Informationen der Region sowie beim Zweckverband Hahnenkammsee unter mail@zv-hahnenkammsee.de und 09144/571 kostenlos erhältlich.

Kreis “zukunftsfest” machen

Der Prozess “Altmühlfranken 2030” ist angestoßen

Gemeinsam mit der Landkreisbevölkerung will Landrat Manuel Westphal den Landkreis für die Herausforderungen der nächsten Jahre wappnen und zukunftsfest aufstellen. Dazu habt er den Prozess ALTMÜHLFRANKEN 2030 angestoßen. Auch dieser leidet natürlich unter der Corona-Situation, da Präsenzveranstaltungen derzeit nicht möglich sind. Aus seiner Sicht sind diese jedoch insbesondere am Anfang einer solchen Entwicklung zwingend erforderlich, wenn wir auch breite Teile der Bevölkerung einbinden wollen. Sind später Arbeitsgruppen gebildet, dann kann deren Arbeit sicherlich zumindest zum Teil auch digital erfolgen.

Globale Megatrends, die sicherlich auch im Rahmen von ALTMÜHLFRANKEN 2030 auf der regionalen Ebene eine wichtige Rolle spielen werden, sind Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Dabei ist es dem Landrat wichtig, dass wir nicht „Papier produzieren“ mit abstrakten Thesen, sondern gemeinsam konkrete Maßnahmen diskutieren und in die Umsetzung bringen, die zu einer Verbesserung der Situation führen.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat er jetzt im Landratsamt die Erstellung eines Arbeitsprogramms mit konkreten Maßnahmen und Projekten der Landkreisverwaltung in den Handlungsfeldern „Nachhaltigkeit und Klimaschutz“ veranlasst, die hier in den nächsten Jahren unter dem Dach des bereits bewährten „Natur- und Umweltprogramms“ des Landkreises konzipiert und realisiert werden können.  Dabei soll zum einen festgestellt werden, welche Maßnahmen bereits laufen und wie diese noch effizienter gestaltet werden können. Dazu gehört beispielsweise die energetische Sanierung weiterer Landkreisgebäude, die weitere Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten, die fortschreitende Anpassung des ÖPNV an aktuelle Bedürfnisse u.a. durch den Ausbau des Angebots an Rufbussen und die Installation weiterer PV-Anlagen auf Gebäuden des Landkreises. Weiterhin erstellt die Landkreisverwaltung derzeit einen Leitfaden für die nachhaltige Beschaffung, der sukzessive erweitert werden soll.

Darüber hinaus geht es aber auch um weitere konkrete Schritte, die umgesetzt werden.

Dazu gehört etwa die Erstellung einer aktuellen Klima- bzw. CO2-Bilanz, die in Fortführung des in der Vergangenheit erstellten Klimaschutzkonzepts aufzeigt, wo wir aktuell stehen und die als Basis für die zukünftige Messung der Wirksamkeit von Maßnahmen erforderlich ist.

Die Maßnahmen und Initiativen, die wir entwickeln, sollen zudem durch eine begleitende Öffentlichkeits- und Pressearbeit der Bevölkerung auch als Vorbild und Motivation für die Änderung eigener Verhaltensweisen in diesen Themenbereichen dienen.

Gemeinsam mit dem Unternehmerinitiative für Nachhaltigkeit und CO2-neutrale Produktion in Altmühlfranken, kurz UNNA, werden wir diese Ziele auch in Einklang mit der Wirtschaft umsetzen. Altmühlfranken soll dafür Beispielregion werden. Darüber hinaus wird UNNA sich gemeinsam mit dem Landkreis, der IHK und dem kunststoffcampus auch für die Aus- und Weiterbildung im Bereich der nachhaltigen Produktion engagieren.

In die gleiche Richtung geht auch die Weiterbildungsinitative #DieWirkt – Die Weiterbildungsinitiative ressourcenschonende Kunststofftechnik, für die seitens der TH Deggendorf bereits eine Voranfrage auf Gewährung einer ESF-Förderung beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gestellt wurde. Wegweisend in Richtung CO2-Einsparung könnte sich hier auch die geplante sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Fachzentrum für Energie und Landtechnik in Triesdorf, Unternehmen und Landwirten aus der Region zur Umsetzung von regionalen CO2-Kompensationsmaßnahmen erweisen.

Weiterhin wollen wir klimafreundliche Mobilitätsformen durch den planmäßigen Ausbau der Infrastruktur im touristischen Radverkehr, wie auch im Bereich des Alltagsradverkehrs stärken,. Neben einer Radwegeanalyse und einer Befragung von Radfahrern soll im nächsten Jahr als planerische Grundlage ein umfassendes Radverkehrskonzept für den Landkreis entwickelt und dann sukzessive umgesetzt werden.

Weiterhin hält es Westphal für wünschenswert, dass der Landkreis die bereits gestartete Wasserstoff-Initiative der Stadt Treuchtlingen unterstützt.

Auch in den „grünen Handlungsfeldern“  der Kreisgartenfachberatung sind zukünftig Projekte vorgesehen, die auch dem Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit zuzurechnen sind:

Zum einen wird der Wettbewerb „Vielfaltsmeisterschaft“ ausgelobt. Hier werden guten Ideen und kreativen Projekte ausgezeichnet, die die Artenvielfalt fördern. Alle Garten- und Vielfaltsfreunde sind dazu eingeladen, sich zusammen mit ihren bayerischen Obst- und Gartenbauvereinen zu beteiligen.

Ein weiteres Projekt ist die Gartenzertifizierung unter dem Motto „Bayern blüht – Naturgarten“. Anmelden können sich alle Bürger, die einen Naturgarten haben und diesen zertifizieren lassen möchten. Bewertungskriterien sind hierbei: Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger, kein Torf zur Bodenverbesserung, eine hohe biologische Vielfalt-Biodiversität.

Darüber hinaus werden Bauhofschulungen angeboten zur vielfältigen und artenreichen Gestaltung kommunaler Grünflächen.

Im Bereich der Schulen und Bildungseinrichtungen soll mit der digitalen Bildungsregion zukünftig auch ein Schwerpunkt auf die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz gelegt werden und gesonderte Angebote dafür geschaffen werden. Um im Bildungsbereich auch einen interkommunalen Ansatz zu erreichen, wird der Landkreis auch auf alle Gemeinden zugehen, um weitere Projekte zu generieren und Möglichkeiten der Kooperation auszuloten.

Selbstverständlich sollen die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit nicht nur seitens der Landkreisverwaltung und im Rahmen von ALTMÜHLFRANKEN 2030 gestärkt werden, sondern ich freue  michauch, wenn wir im Kreistag und seinen Ausschüssen weitere Ansätze gemeinsam finden.

Neue Radelprojekte

Erster Platz beim Leservoting des Magazins „Bike & Travel“

Der Naturpark Altmühltal ist mit Rückenwind in sein Themenjahr rund ums Radeln gestartet: Die Region sicherte sich erneut den „Bike & Travel Award“ des gleichnamigen Radreisemagazins. Bereits im vergangenen Jahr war der Altmühltal-Radweg als beliebtester Flussradweg ausgezeichnet worden, dieses Jahr wählten die Leser den Naturpark Altmühltal auf den ersten Platz in der Kategorie „Erlebnistouren“. „Die Auszeichnung zeigt, dass wir weiterhin zu den Top-Radregionen in Deutschland gehören“, freut sich Naturpark-Geschäftsführer Christoph Würflein.

Im Voting setzte sich die Region gegen 16 andere Tourentipps aus ganz Deutschland, Norwegen, der Schweiz und weiteren Ländern durch. Drei ausgewählte Rundtouren im Naturpark Altmühltal waren es, die die Leser des Magazins überzeugten: die Altmühltal-Tour über Kelheim, Riedenburg und Altmannstein, die „jurAktiv-Tour“ mit den Städten Beilngries, Dietfurt und Berching sowie die Tour „Ins Anlautertal und Altmühltal“, die von Eichstätt aus über Titting nach Kinding verläuft und anschließend der Trasse des Altmühltal-Radwegs zurück in die Bischofsstadt folgt. Dass die Region gerade mit Rundtouren punktete, überrascht Christoph Würflein nicht. „Wir stellen fest, dass immer mehr Radler ein ortsfestes Quartier möchten und von dort aus verschiedene Touren unternehmen“, berichtet der Naturpark-Geschäftsführer. Ein Grund dafür sei die steigende Beliebtheit von E-Bikes: Dank Tretkraftunterstützung seien die Anstiege auf die Anhöhen leicht zu bewältigen. Mit der Initiative „Stromtreter“ hat sich der Naturpark Altmühltal bereits vor Jahren als E-Bike-Region positioniert. Jetzt will man auch den Trend zu mehr Rundtouren aufgreifen – unter anderem im Rahmen der neuen Paradestrecke GeoRadweg Altmühltal.

Mit dieser neuen Strecke schafft der Naturpark Altmühltal eine Verbindung zwischen seinem Alleinstellungsmerkmal Fossilien und dem Top-Thema Radfahren. Der Radfernweg, der im Sommer offiziell eröffnet werden soll, besteht aus zwei 201 beziehungsweise 182 Kilometer langen Hauptrouten. Diese verlaufen von Nördlingen im Geopark Ries durch das Naturpark-Gebiet bis nach Kelheim und lassen sich zu einer großen Rundtour verbinden. Entlang der Strecke sind außerdem vier kürzere Runden mit Längen von rund 51 bis 83 Kilometern ausgeschildert, die sich als Tagestouren anbieten – wobei für die längeren Tourvorschläge sicher ein E-Bike empfehlenswert ist. „Jede Rundtour hat ihre eigenen Schwerpunkte und Highlights“, verspricht Würflein. So führe eine Tour zum Beispiel vom Meteoriteneinschlagskrater Nördlinger Ries in die Fossilienregion um Solnhofen und zu den Karsterscheinungen der Monheimer Alb, während bei einer anderen die Flussgeschichte im Urdonau- und Schuttertal im Mittelpunkt stehe. Auch das Dinosaurier Museum Altmühltal, die Tropfsteinhöhle Schulerloch und der Donaudurchbruch gehören zu den geotouristischen Sehenswürdigkeiten am Weg. Damit die Rundtouren auch für Tagesausflügler attraktiv sind, liegt jeweils mindestens ein Bahnhof auf der Strecke.

Doch auch abseits des GeoRadwegs Altmühltal sind bereits viele attraktive Rundtouren möglich. Um dieses Angebot, das derzeit noch erweitert wird, besser darzustellen, plant der Naturpark Altmühltal eine neue Rubrik auf seiner Website. Wie es bei den Wanderwegen bereits der Fall ist, sollen auch bei den Radwegen Rundtouren schnell und einfach auswählbar sein – damit in der kommenden Saison wieder zahlreiche Radler zu „Erlebnistouren“ im Naturpark Altmühltal starten.

Preise verlost

Weihnachtsverlosung für Ehrenamtskarteninhaber

Der Gewinner des Hauptpreises Claus Meyerhöfer freut sich über seinen Gewinn. Er und alle anderen Preisträger wurden per Weihnachtspost mit ihrem Preis überrascht. Foto: CM

Viermal im Jahr verlost die Freiwilligenagentur Altmühlfranken beim Gewinnspiel für die landkreisansässigen Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte attraktive Preise. Bei der diesjährigen Weihnachtsverlosung durften sich insgesamt gleich 34 Ehrenamtliche über Altmühlfranken-Gutscheine im Wert zwischen 20 und 200 Euro freuen.

Den Hauptpreis sicherte sich dabei Claus Meyerhöfer aus Frickenfelden. Pünktlich zum Weihnachtsfest wurden er und die anderen Preisträger per Weihnachtspost mit ihrem Preis überrascht. Die übliche Gewinnübergabe im Rahmen einer kleinen Weihnachtsfeier im Landratsamt musste in diesem Jahr aufgrund der Corona-Auflagen leider ausfallen.

Groß war die Freude dennoch bei den Gewinnern, die sich mit den neuen Altmühlfranken-Gutscheinen in vielen Geschäften des Landkreises einen Wunsch erfüllen können (mehr Informationen unter www.altmuehlfranken-gutschein.de).

Insgesamt wurden 2020 von der Freiwilligenagentur 64 Gewinne im Wert von über 2.000 Euro ausgereicht. Auch 2021 werden die vierteljährlichen Verlosungen wieder durchgeführt. Alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises, die im Besitz der blauen oder goldenen Bayerischen Ehrenamtskarte sind, können ab sofort wieder teilnehmen.

Mit dem einmaligen Ausfüllen des Online-Formulars unter www.altmuehlfranken.de/verlosung oder per Postkarte (erhältlich im Landratsamt, in den Gemeinden oder bei den Banken im Landkreis) nimmt man an allen vier Auslosungen im Jahresverlauf teil.

„Insgesamt gibt es derzeit rund 5.500 Ehrenamtskarteninhaber, die sich engagieren und damit einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft und Region leisten. Mit den Verlosungen möchten wir allen für Ihren ehrenamtlichen Einsatz danken“, so Landrat Manuel Westphal und ergänzt: „Auf die sehr hohe Anzahl an Ehrenamtlichen im Landkreis kann man sehr stolz sein, ohne deren Arbeit würde die Gesellschaft in vielen Bereichen nicht so bestehen, wie es der Fall ist.“

Mehr Informationen zur Ehrenamtskarte gibt es unter www.altmuehlfranken.de/ehrenamtskarte/ oder bei der Zukunftsinitiative Altmühlfranken unter 09141 902-192.

Kleinprojekte gefördert

Regionalbudget steht auch 2021 zur Verfügung

Dieses Projekt in Auhausen ist mit ILE-Mitteln gefördert worden.

Die beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Altmühltal und Fränkisches Seenland-Hahnenkamm beteiligen sich erneut an dem vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aufgelegten und vom Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken angebotenen Programm „Regionalbudget für Kleinprojekte“ Den beiden Regionen steht vorbehaltlich der Genehmigung für das Jahr 2021 je ein Programm mit dem Umfang von 100.000 EUR zur Verfügung. Mit dem Ansatz von 2020 werden demnach in beiden ILE-Regionen insgesamt 400.000 EUR zur Förderung von Kleinprojekten zur Verfügung gestanden haben. Und auch für die beiden folgenden Jahre wird dieses Programm nochmals angeboten, so dass diese günstigen Rahmenbedingungen für die Unterstützung von Kleinprojekten von allen interessierten Gruppen nun aktiv in Anspruch genommen werden können.

Die beiden Vorsitzenden der Kommunalen Arbeitsgemeinschaften 1.Bgm´in Dr. Dr. Kristina Becker (Altmühltal) und 1.Bgm. Karl-Heinz Fitz (Fränkisches Seenland-Hahnenkamm) sehen in diesem Förderangebot eine gute Chance, um eine Vielzahl kleinerer Projekte aufgreifen und umsetzen zu können, die bislang nur wenige Fördermöglichkeiten erfahren hatten. Die Fördermittel in Höhe von 100.000 € je ILE-Region setzen sich zu 90 % aus dem Haushalt des Freistaats Bayern und jeweils zu 10 % aus den Haushalten der beteiligten Kommunen zusammen.
Gefördert werden jeweils Kleinprojekte, deren Gesamtinvestitionskosten netto 20.000 EUR nicht überschreiten. Und für diese Kosten kann eine Zuwendung pro Einzelprojekt bis zu max. 80 %, jedoch höchstens 10.000 EUR netto beantragt werden.
Für die Entscheidung über die Auswahl der Projekte wurde in jeder ILE-Region eine Projekt-Arbeitsgruppe eingerichtet, in der sich Bürgermeister, Vereinsvertreter, Vertreter von Zweckverbänden, Unternehmen oder auch fachlich ausgewiesene Einzelpersonen befinden.

Bis zum 15. Februar 2020 können entsprechende Anträge bei der VG Altmühltal in Meinheim (für die Kommunen Langenaltheim, Solnhofen, Pappenheim, Treuchtlingen, Markt Berolzheim, Meinheim, Dittenheim, Alesheim)oder bei der VG Gunzenhausen (für die Kommunen Markt Absberg, Muhr am See, Gunzenhausen, Pfofeld, Theilenhofen, Haundorf, Markt Gnotzheim, Markt Heidenheim, Polsingen, Westheim und Auhausen)ILE-Region Fränkisches Seenland-Hahnenkamm) eingereicht werden.

Gefördert werden können nur Kleinprojekte, die der Umsetzung des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes dienen. Dies sind u.a.:

  • Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements
  • Begleitung von Veränderungsprozessen auf örtlicher Ebene
  • Verbesserung der Lebensverhältnisse der ländlichen Bevölkerung
  • Umsetzung ländlich angepasster Infrastrukturmaßnahmen
  • Sicherung und Verbesserung der Grundversorgung ländlicher Bevölkerung

Alle tatsächlich bewilligten Projekte müssen dann bis zum 30. September 2020 komplett umgesetzt sein und zu diesem Zeitpunkt muss die Abrechnung zu Fördermittelauszahlung vorliegen. Bis dahin sind diese Projekte von den Maßnahmenträgern vorzufinanzieren.
Antragsberechtigt sind Kommunen, Zweckverbände, Vereine oder auch Unternehmen.
Die Antragsformulare sind über die Kommunen zu beziehen oder unter www.stmelf.bayern.de/foerderwegweiser (Link: Ländliche Entwicklung à Regionalbudget) direkt herunterzuladen. Sie können aber auch über die ILE-Umsetzungsbegleitung digital bezogen werden (dieter.popp@futour.com).

Kontakt:
ILE-Umsetzungsbegleitung
c/o FUTOUR Regionalberatung
Vogelherdweg 1, 91729 Haundorf
dieter.popp@futour.com

Heimatoffensive für Bayern

Konkrete Vorschläge des Landesvereins für Heimatpflege

Dr. Olaf Heinrich ist der Vorsitzende des Landesvereins für Heimatpflege. Foto: Altschönau

  Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege schlägt eine „Heimatoffensive für Bayern“ im neuen Jahr vor. „Die Pandemie zeigt uns allen, dass wir Menschen nicht alles planen und kontrollieren können. Die Achtung vor der Schöpfung und das Anerkennen der Grenzen des Wachstums sollte daher im kommenden Jahr zu neuen Schwerpunkten der Landespolitik führen“, so der Vorsitzende des Landesvereins, der niederbayerische Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich zum Jahreswechsel. Konkret benennt er gemeinsam mit Prof. Dr. Günter Dippold, dem stellvertretenden Vorsitzenden und oberfränkischem Bezirksheimatpfleger, drei Handlungsfelder, in denen die Landespolitik gefordert ist.   Kulturlandschaft erhalten –  neue gesetzliche Grundlagen schaffen Seit Jahren werde zu Recht über die Notwendigkeit diskutiert, den „Flächenverbrauch“ zu reduzieren.

Auch im Jahr 2020 wurden in Bayern täglich mehr als 10 Hektar pro Tag aus der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung genommen um Straßen und Siedlungsflächen zu errichten. „Wir fordern ein neues Raumordnungsgesetz, in dem klare Vorgaben für das Flächensparen gemacht werden“, so der stellvertretende Vorsitzende Günter Dippold. Er verweist darauf, dass im Bundesland Oberösterreich im Dezember 2020 ein neues Raumordnungsgesetz beschlossen werde, das für Lebensmitteleinzelhändler zwei neue Vorgaben enthält: Sie müssen bei Neubauten von Lebensmittelgeschäften über 800 Quadratmeter den Großteil der Parkplätze unter dem Neubau errichten, und die Gebäude müssen zwingend mindestens dreistöckig gebaut werden. „Mit solchen Vorgaben setzt Oberösterreich ein klares Zeichen für den Erhalt der Kulturlandschaft und für die Begrenzung des Neubaus von großen eingeschossigen Hallen, wie sie in Bayern mehr und mehr das Bild des Landes dominieren“, unterstreicht Heinrich.   Erhalt lebendiger Ortszentren Durch den schleichenden Funktionsverlust der Ortskerne in kleinen und mittleren Orten verlieren die ländlichen Räume in Bayern ihr Gesicht. „Der Markt- oder Stadtplatz ist die Visitenkarte eines Ortes. Wenn hier historische Gebäude ungenutzt bleiben, Geschäfte und Gastronomiebetriebe schließen, dann führt dies zu einem großen Imageverlust für den betroffenen Ort“, argumentiert Heinrich, der selber seit 12 Jahren Bürgermeister einer Kleinstadt im Bayerischen Wald ist. Vor diesem Hintergrund fordert er drei Maßnahmen zum Erhalt lebendiger Ortszentren: Die von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion angestoßene Debatte über eine Paketsteuer müsse intensiv weitergeführt werden. Der immer weiter zunehmende Onlinehandel führe zum Verlust von Arbeits- und Ausbildungsplätzen vor Ort, zu immer mehr Verkehr durch Paketdienste und oftmals zu einer Ausbeutung der Mitarbeiter seitens der großen Internetkonzerne. Der gesellschaftliche Mehrwert des stationären Einzelhandels als Versorger und als Kommunikationspunkt vor Ort müsse deutlich mehr gewürdigt werden. Die beiden Vorsitzenden fordern daher für 2021 Entscheidungen über verpflichtende Gebühren für die Rücksendung von Waren, eine Paketsteuer oder eine Erleichterung bei der Mehrwertsteuer für Waren, die im stationären Einzelhandel gekauft werden. Die Ausweisung von städtebaulichen Sanierungsgebieten nach § 136 Abs. 1 Baugesetzbuch solle deutlich erleichtert und durch die jeweiligen Bezirksregierungen offensiv unterstützt werden. „Sonderabschreibungen für Investitionen im Ortskern auch von kleinen und mittelgroßen Orten sind ein geeignetes Mittel, das die Menschen aus der Region dazu motiviert, vor Ort zu investieren. Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase können dadurch Finanzmittel in die ländlichen Räume gelenkt werden“, so Prof. Dr. Günter Dippold.

Die beiden Vorsitzenden des Landesvereins schlagen weiterhin vor, im Bayerischen Wohnungsbauförderprogramm einen Förderbonus für „neue Sozialwohnungen in alten Mauern“ einzuführen. „Der Freistaat Bayern fördert seit Jahren mit erheblichen Mitteln den Neubau von Sozialwohnungen. Gleichzeitig stehen in vielen Kernorten historische Häuser leer. Wir schlagen daher vor, die Revitalisierung von bestehenden Wohnflächen in Sanierungsgebieten mit einem Sonderbonus zu unterstützen“, so Olaf Heinrich. Aktuell erhalten Kommunen bei Neubauten oder Sanierungen bestehender Gebäude 30 Prozent Zuschuss, wenn dadurch neue Sozialwohnungen entstehen. „Die Innenstädte Bayern bekommen aber auch dadurch mehr Leben, dass die Wohnnutzung zunimmt. Wir schlagen daher vor, die Schaffung von Sozialwohnungen in leerstehenden Gebäuden in Sanierungsgebieten mit 40% zu bezuschussen. Der Bonus von 10% wird dazu beitragen, dass bestehende Bausubstanz revitalisiert wird. Dies führt zu einer Belebung der Ortskerne und reduziert den Flächenverbrauch“, argumentiert Dr. Olaf Heinrich.   Immaterielles Kulturerbe zu den Schülern bringen In Zeiten der pandemischen Einschränkungen setzten die Schulen mehr und mehr auf die digitale Vermittlung von Lehrinhalten. Diese Entwicklung könne das Kulturministerium nutzen, um die Vermittlung von immateriellen Kulturgütern zu forcieren und das Vereinsleben vor Ort zu unterstützen. „Wir schlagen vor, dass im Jahr 2021 jedem Schüler die Möglichkeit eröffnet wird, mit einem Vertreter eines regionalen Trachtenvereins oder eines ortsspezifischen Handwerksberufs, mit einem Volksmusiker oder einem Heimatpflegern eine Schulstunde zu Themen des immateriellen Kulturerbes zu erleben“, so Prof. Dr. Günter Dippold. Dies könne nicht nur eine willkommene Abwechslung während des „Homeschoolings“ sein, es biete auch den engagierten Ehrenamtlichen in allen Regionen Bayerns die Möglichkeit, junge Menschen direkt zu erreichen und sie für die Anliegen der Heimatpflege zu begeistern. „Dies ist gerade jetzt wichtig, weil viele Vereine massiv darunter leiden, dass alle traditionellen Veranstaltungen aktuell untersagt sind“, unterstreicht Olaf Heinrich. 

  Hintergrund Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V. kümmert sich seit seiner Gründung im Jahr 1902 um Heimat-, Denkmal- und Baupflege, Volksmusik, Bräuche, Trachten und Mundart in Bayern. Der Entwicklung des ländlichen Raumes als lebenswerte Heimat kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Dabei arbeitet der Verein als Dachverband der Heimatpflege in Bayern mit zahlreichen Institutionen und Einzelpersonen zusammen. Denn das Leitbild des Landesvereins, die Heimat zu schützen, bedeutet nicht nur, sie zu bewahren und zu pflegen, sondern sie auch verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.