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Unsere Werte verteidigen

Bürgermeister KH Fitz zu Weihnachten und Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nur noch wenige Tage und das Jahr 2022 liegt hinter uns. Es war geprägt von globalen Krisen, von einer immer noch nicht enden wollenden Pandemie und von einem unmenschlichen Krieg, welcher unserer Welt einmal mehr ihre Zerbrechlichkeit vor Augen führte. Die Ereignisse machen uns bewusst, dass unser Wohlstand und unsere Freiheit, aber auch unsere Demokratie nicht selbstverständlich sind. Jeden einzelnen Tag müssen wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen. Dabei gilt es auch, die für uns als selbstverständlich empfundenen Werte und Rechte zu verteidigen.

Traditionell möchte ich dieses Grußwort zum Jahreswechsel für einen Rückblick nutzen. Vorher sollten wir allerdings kurz nach vorne schauen, denn 2023 feiern wir 1200 Jahre Gunzenhausen. Wir sind stolz auf unsere lange und bewegte Geschichte. Hierzu planen wir ein Festjahr voller Höhepunkte und freuen uns über Ihr Interesse. In das Jubiläumsjahr starten wir mit einer Lichter- und Drohnenshow am 1. Januar auf dem Marktplatz. Das Programm und nähere Informationen erhalten Sie unter www.1200- gunzenhausen.de.

Bürgermeister Karl-Heinz Fitz.

Pünktlich zum Stadtjubiläum wurde unser Blasturm saniert. Unser Wahrzeichen verfügt nun über einen frischen Anstrich, ein saniertes Sandsteinmauerwerk, eine moderne Brandmeldeanlage und trittsichere Treppenstufen. Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen und wir haben zahlreiche Komplimente für die Sanierung bekommen. Glückwünsche gab es in diesem Jahr auch für das Bürgerfest, die Kirchweih und den KulturHerbst, für die kulturellen Großveranstaltungen also, die wir nach der Coronazwangspause endlich wieder durchführen durften. Gemäß dem Motto „Hurra, wir sind wieder da!“ haben wir den Ballast der letzten Jahre abgeworfen und zusammen mit Ihnen schöne Momente erlebt.

Im Rahmen meiner Bürgermeistertätigkeit bin ich viel unterwegs und treffe überall auf fleißige Menschen. Nicht selten ehrenamtlich tätig, sorgen diese dafür, dass sich unser Gunzenhausen gut entwickelt. Ihnen allen gilt mein Dank, ebenso wie den Stadträtinnen und Stadträten, meinen beiden Stellvertretern Peter Schnell und Friedrich Kolb, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung und auch den zahlreichen Engagierten, die sich oft im Stillen und von der Öffentlichkeit unbemerkt in Arbeitskreisen, Gremien o.ä. einbringen. Ohne diesen großen Einsatz hätten wir zahlreiche Projekte nicht umsetzen können.

Ehrenamtliches Engagement ist wichtig, muss honoriert und gefördert werden. Gerade die, die sich um die Schwächsten in unserer Gesellschaft kümmern, haben unsere Unterstützung verdient. Daher haben wir die stattlichen Spenden- und Sponsorengelder des diesjährigen Charity-Runs komplett an die Gunzenhäuser Speis und die Flüchtlingshilfe Wald ausgezahlt.

Über eine bedeutsame städtische Anerkennung durfte sich vor kurzem Kirchenmusikdirektor Alexander Serr freuen. An diesen wurde der Kulturpreis der Stadt Gunzenhausen verliehen. Als Vollblutmusiker hat er das kulturelle Leben um uns herum nachhaltig und maßgeblich geprägt. Seine Verdienste sind entsprechend groß und er ist für viele Bürgerinnen und Bürger zum Vorbild geworden.

Unsere Stadt ist aktiver Lebensraum, in dem Bürgerinnen und Bürger arbeiten und wohnen. Mit Hilfe eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts stellen wir bereits seit zehn Jahren die Weichen für eine gute städtische Zukunft. Nun haben wir die Ergebnisse und Herausforderungen neu bewertet und überprüft. Hierbei haben wir die Chance genutzt, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und deren Bedürfnisse an eine moderne Stadtentwicklung abzufragen.

In diesem Jahr durfte Gunzenhausen Gastgeberin für mehrere tolle Events sein. Exemplarisch möchte ich an den im April stattfindenden Spitzenklöppelkongress erinnern, bei dem wir uns als Zentrum des Fränkischen Seenlandes von der besten Seite zeigen konnten. Mehr als 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa waren begeistert und nahmen zahlreiche tolle Erinnerungen mit nach Hause.

Aus aller Welt kamen Glückwünsche für das Römerbootprojekt am Altmühlsee. Der Althistoriker Professor Dr. Boris Dreyer hat mit seinem Team an der Historie dieser antiken Transportmittel geforscht und ein Exemplar in Originalgröße nachgebaut. Nach seiner Taufe im Juni ging das Schiff auf große Reise und fuhr auf der Donau quer durch Osteuropa bis nach Serbien. Mittlerweile ist der schwimmende Botschafter wieder in seiner Bootshalle am See und hält neben seinem Bruderschiff Winterschlaf.

Wenn gute Freunde runden Geburtstag haben, dann ist das ein Grund um sich zu treffen und um standesgemäß miteinander zu feiern. Wir haben 2022 60 Jahre Städtepartnerschaft Gunzenhausen-Frankenmuth zelebriert und dabei tolle Tage erleben dürfen. Offizielle Geschenke wurden auch verteilt, darunter nachhaltige Streuobstwiesen vor Ort in Amerika und in Deutschland.

Feiern konnten wir zudem im Juli, denn Gunzenhausen wurde offiziell zur Fairtrade- Town ernannt. Die Zertifizierung ist Ergebnis der Arbeit unserer Steuerungsgruppe, die sich intensiv mit dem Vorgaben- und Kriterienkatalog der Fairtrade-Bewegung auseinandergesetzt hat. Für diesen uneigennützigen Einsatz zum Wohle Anderer möchte ich mich an dieser Stelle besonders bedanken.

2022 haben wir weiter an der Weichenstellung für eine nachhaltige Mobilität in der Stadt Gunzenhausen gearbeitet. Den Öffentlichen Personennahverkehr halten wir bereits in eigener Hand und werden das Angebot kontinuierlich ausbauen und verbessern. Die eigens dafür gegründete Mobilitäts- und Verkehrs-GmbH hat sich ab dem 1.1.2022 mit ihrer Geschäftsstelle am Marktplatz schnell etablieren können und leistet eine hervorragende Arbeit. Neuigkeiten gibt es daneben vom Gunzenhäuser Bahnhof: Nachdem Gunzenhausen der Deutschen Bahn das Bestandgebäudes abkaufen konnte, hat der Stadtrat zuletzt die Umsetzung der ersten Architekten- und Umbaupläne hin zu einem modernen Mobilitätszentrum beschlossen.

Gunzenhausen ist eine Fahrradstadt und wird weit über die Grenzen der Region hinaus als solche wahrgenommen. Kein Wunder, dass der Bayerische Rundfunk wieder seine Radltour vorbeischickte, inklusive großem Abschluss-Livekonzert mit den Sportfreunden Stiller. Daneben konnten wir erfolgreich das STADTRADELN durchführen und haben sogar den 1. Platz unter den Kommunen bis 49.999 Einwohnern in der Kategorie „Fahrradaktivstes Kommunalparlament“ belegt. Wir haben längst erkannt: Im Rahmen zukünftiger Mobilitätskonzepte spielt das Fahrrad eine wesentliche Rolle. So war es uns ein Anliegen, auch in diesem Jahr die Anschaffung von Lastenfahrrädern, Lastenpedelecs und Lastenanhänger für Fahrräder zu fördern. Die Nachfrage ist riesig und wir freuen uns über das große Interesse. Auf dieses stieß last but not least die Cargo Bike Roadshow, die Anfang Oktober auf dem Marktplatz zu Gast war.

Wir möchten bewusst und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl mit den Ressourcen unserer Erde umgehen. Um Energie und Rohstoffe zu sparen, haben wir unsere Blumen und Pflanzen im Sommer nicht nur mit „altem“ Schwimmbadwasser gegossen, sondern kontinuierlich die Straßenbeleuchtung in der Kernstadt sowie in den Ortsteilen auf moderne LED-Technik umgerüstet. Diese ist im Vergleich zu den vorher eingesetzten Lampen deutlich sparsamer und langlebiger.

Auch in diesem Jahr haben wir in eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur investiert. So führt die kostenlose BayernApp mittlerweile ins digitale Rathaus Gunzenhausen. Mehr als 60 Verfahren werden dabei online zur Verfügung gestellt. Die App lässt sich bequem über AppStore oder Google Play Store auf Tablet und Smartphone speichern, technische Vorkenntnisse sind nicht nötig. Ebenfalls große Schritte macht der Glasfaserausbau im Kernstadtgebiet. So wird ab 2023 weiter investiert. Davon sollen am Ende mehr als 2.300 Haushalte profitieren. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein und Anschlüsse mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 1.000 Mbit/s ermöglichen. Große Schritte machte zuletzt auch das Behördennetzwerk. In Kooperation mit dem Landkreis konnten mehrere städtische und kreiseigene Einrichtungen, darunter Schulen, die Feuerwehr und der Kreisbauhof, im Rahmen eines neu geschaffenen kommunalen Glasfasernetzes miteinander verbunden werden. Dies hat großen Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger. Mit diesem Zusammenschluss sollen Verbindungen stabil, sicher und leistungsstark sein.

Viel Geld nehmen wir Jahr für Jahr zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in die Hand. In diesem Jahr wurden beispielsweise zur Verbesserung der Abwassersituation im Bereich der Paul-Weth-Straße und der Steinkreuzstraße wichtige Kanalneubau- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. Daneben investieren wir weiter in die Ortsteile und konnten z.B. Anfang Juli die Unterwurmbacher Hambachbrücke für den Verkehr freigeben. Bei allen Maßnahmen schauen wir auf Umwelt und Klima. Ein kleines Paradies für heimische Tiere und Pflanzen entstand auf diese Weise am Oettinger Parkplatz, denn unser Bauhof hat Grünflächen zwischen den Parkplätzen naturnah umgestaltet. Totholzhaufen, Steine und Sand sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern werten den Parkplatz auch optisch auf.

Vor personellen und finanziellen Herausforderungen stellte uns einmal mehr das Burkhard-von-Seckendorff-Heim. Der Fachkräftemangel macht sich stark bemerkbar. Gleichwohl leisten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine hervorragende Arbeit. Das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner liegt uns sehr am Herzen. Als wertvoll hat sich der Beitritt zu der renommierten Gesellschaft Altenhilfe Bayern e.G. erwiesen.

Auch wenn das kommende Jahr viele Herausforderungen für uns bereithält, sollten wir diese mit Zuversicht angehen. Wir sind weder die erste noch die letzte Generation, die schwierige Situationen, ja sogar Krisen, gemeistert hat und meistern wird. Das Schüren von Ängsten bringt uns ebenso wenig weiter, wie das Schimpfen auf vermeintliche Versäumnisse der Politik. Wir sollten vielmehr mutig die Projekte fortführen und angehen, welche unsere Stadt weiter nach vorne bringen. Es wurde gemeinsam schonviel erreicht. Darauf sollten wir stolz sein.

Ich danke allen, die sich zum Wohle unserer Stadt eingebracht haben. Genießen Sie die Festtage um neue Kraft zu schöpfen oder einfach, um etwas zur Ruhe zu kommen.

Ich wünsche Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, für das kommende Jahr Gesundheit, Glück, Zufriedenheit und Gottes reichen Segen.

Ihr

Karl-Heinz Fitz, Erster Bürgermeister

Landesgeschichte im Wirtshaus

Prof. Seiderer im Gespräch mit Heimatkundlern

Vorsitzender Werner Falk vom Verein für Heimatkunde dankte dem gebürtigen Gunzenhäuser Wissenschaftler Dr. Georg Seiderer für seinen Auftritt beim „Heimspiel Wissenschaft“. Foto: FAU/Iannicelli

 

Was macht eigentlich ein Landeshistoriker? Wie hat sich diese Fachrichtung innerhalb der Geschichtswissenschaft entwickelt? Inwiefern kann Landesgeschichte dazu beitragen, dass Menschen in einer Region ihre Geschichte besser verstehen und, vor allem, wie können sie selbst an der Erforschung ihrer eigenen Regionalgeschichte mitwirken? Der an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg lehrende Historiker Prof. Dr. Georg Seiderer erläuterte diese und viele weitere Fragen in einer für die Wissenschaft eher ungewöhnlichen Umgebung – im Gasthof „Adlerbräu“.

Es war ein Auftakt nach Maß für die Veranstaltungsreihe „Heimspiel Wissenschaft“ des gleichnamigen Verbundprojektes, das Hochschulen vernetzen und beraten will, um dialogorientierte Wissenschaftskommunikation mit Bevölkerungsgruppen außerhalb urbaner Ballungszentren zu befördern.

Georg Seiderer, Experte für Neuere Bayerische und Fränkische Landesgeschichte und Volkskunde, ist in Gunzenhausen aufgewachsen und seinem Heimatort als Mitglied des Vereins für Heimatkunde eng verbunden. Im Gasthof Adlerbräu berichtete Professor Seiderer in einem kurzweiligen Vortrag über seine Forschung und die Bedeutung der Landesgeschichte  als Spezialisierung innerhalb der Geschichtswissenschaft. Außerdem stand der an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg lehrende Historiker bei Plätzchen und Wurstplatte bzw. Tee und Weißbier in lockerer Atmosphäre für allerlei Fragen zu seinem Werdegang, seiner wissenschaftlichen Arbeit und zu geschichtswissenschaftlichen Erkenntnissen über die Region zur Verfügung. „Ich freue mich, in Rahmen dieses „Heimspiels“ mit einem breiteren Publikum über die eigene Forschung und die Bedeutung landes- und regionalhistorischer Erkenntnisse für den gegenwärtigen Lebensalltag ins Gespräch zu kommen und dabei auch so manches bekannte Gesicht aus früheren Zeiten wiederzusehen“, erklärte Seiderer.

Der Austausch über die wissenschaftliche Fachdebatte hinaus ist Professor Seiderer wichtig. Es sei der Geschichtswissenschaft per se ein wichtiges Anliegen, aktuelle Forschungserkenntnisse mit der Öffentlichkeit zu teilen, diese einzubinden und sich nicht in einen vielbeschworenen Elfenbeinturm zurückzuziehen. „Die Landesgeschichte macht mit der Region, ihren historischen Hintergründen und Besonderheiten vertraut.“ Diese Expertise sei nicht zuletzt für die Arbeit der Museen, Archive und kulturellen Einrichtungen in der Region relevant. „Geschichte findet vor Ort statt“, betonte Seiderer auch mit Blick auf die Vertreter von Heimat- und Geschichtsvereinen, deren landesgeschichtliche Forschung wiederum auch an der Universität rezipiert werde. Die sich dem Vortrag anschließende Fragerunde entwickelte sich rasch zu einem regen Austausch.

Die Veranstaltungsreihe „Heimspiel Wissenschaft“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative „Wissenschaftsjahre“ gefördert. Im Namen der  Besucher dankte Werner Falk, der Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde Gunzenhausen, dem Wissenschaftler für seinen verständlichen Vortrag, in dem Prof. Seiderer der lokalen Geschichtsforschung Lob und Anerkennung aussprach.

Das neue Leader-Förderprogramm

LAG Altmühlfranken ist erneut dabei


Im EU-Förderprogramm LEADER stehen die Lokalen Aktionsgruppen (LAG) für die nächste Förderperiode fest. 70 LAGs in ganz Bayern hatten sich über ein halbes Jahr lang intensiv mit der künftigen Entwicklung ihrer Regionen auseinandergesetzt und die Ergebnisse in sogenannten Lokalen Entwicklungsstrategien festgehalten. Nun hat ein unabhängiges Expertengremium entschieden: Alle dieser 70 Lokalen Aktionsgruppen können in der Periode von 2023 bis 2027 dabei sein.
Das hat das für das LEADER-Programm zuständige Landwirtschaftsministerium in München mitgeteilt. Einige müssen allerdings an ihren Strategien noch Nachbesserungen vornehmen. Zudem müssen alle Lokalen Aktionsgruppen noch kurzfristige Nachforderungen der EU erfüllen. Die LAG Altmühlfranken betrifft lediglich letzterer Punkt. Mit der Auswahl ist nach Angaben des Ministeriums der Grundstein für die Beteiligung an der neuen Förderperiode gelegt. Bis zum wirklichen Start müssen sich die Regionen aber noch etwas gedulden. Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird die offizielle Anerkennung voraussichtlich im April 2023 erfolgen. Die Antragstellung wird dann wahrscheinlich ab Frühsommer möglich sein.
Die Lokalen Aktionsgruppen sind Partnerschaften aus Kommunen, Vereinen, Verbänden, Unternehmen und Privatpersonen, die sich als Ideenschmieden für die Weiterentwicklung ihrer Region engagieren. Alle ausgewählten
Entwicklungsstrategien erfüllen die besonderen Merkmale des LEADER- Programms: Bürgerengagement, Vernetzung, Innovation und Kooperation. Nach dem Motto des bayerischen Programms „Bürger gestalten ihre Heimat“ entwickeln die Akteure vor Ort passgenaue und kreative Lösungen.
Die LAG Altmühlfranken wurde erstmals 2015 in das LEADER-Förderprogramm aufgenommen. Bis auf Langenaltheim, Pappenheim und Solnhofen, die zur Nachbar LAG Monheimer Alb-AltmühlJura gehören, umfasst die Gebietskulisse den gesamten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. „Mit LEADER konnten wir über die LAG Altmühlfranken in den vergangenen Jahren bereits vielfältige Projekte umsetzen, die zu einer weiterhin positiven Entwicklung unserer Region beitragen. Dass wir diese Erfolgsgeschichte nun ab 2023 fortsetzen können, freut uns besonders“, meint Landrat Manuel Westphal, Vorsitzender der LAG Altmühlfranken.
Ziel des LEADER-Programms ist es, ländliche Räume attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten. Für die neue Förderperiode bis 2027 stehen in Bayern rund 90 Millionen Euro EU-Mittel zur Verfügung. Diese EU-Mittel werden vom Freistaat mit Landesmitteln ergänzt. Weitere Informationen zu LEADER in Bayern gibt es unter www.stmelf.bayern.de/initiative_leader.

Ein Herz fürs Fränkische

Leoni Dengler aus Kammerstein ist die 4. Fränkische Seenlandkönigin

Von links Landrat Dr. Jürgen Ludwig, 3. Fränk. Seenlandkönigin Carolin Büttner, 4. Fränkische Seenlandkönigin Leoni Dengler, Hans Popp von der ARGE Deutsche Königinnen, Christa Naaß 1. Vizepräsidentin des Bezirkstags Mittelfranken

Sie ist das Gesicht und die oberste Markenbotschafterin der Region: Leoni Dengler wird ihre Heimat von 2023 bis 2025 als Fränkische Seenlandkönigin auf unzähligen Veranstaltungen und Messen in ganz Deutschland repräsentieren. Am 7. Dezember 2022 wurde die Studentin im Rahmen der Mitgliederversammlung des Tourismusverbands Fränkisches Seenland offiziell gekrönt.
„Ich freue mich schon auf die Verantwortung und möchte es genauso gut machen wie meine Vorgängerinnen“, verrät die 20-Jährige, die an der evangelischen Hochschule in Nürnberg Heilpädagogik studiert. Ausgewählt wurde sie in einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren.
Nach einem ersten Gespräch im Büro des Tourismusverbands Fränkisches Seenland durften sich Leoni Dengler und zwei Mitbewerberinnen am 3. November 2022 im Hotel Adlerbräu in Gunzenhausen den Fragen der Jury stellen. Neben ihrer Vorgängerin Carolin Büttner, der Fränkischen Seenlandkönigin 2020 bis 2022, prüften Landrat Manuel Westphal als 1. Vorsitzender des Tourismusverbands Fränkisches Seenland, Christa Naaß, die 1. Vizepräsidentin des Bezirkstags Mittelfranken, Hans Popp von der ARGE Deutsche Königinnen e. V. sowie Geschäftsführer Hans-Dieter Niederprüm und die Königinnen- Beauftragte Marion Schwarz vom Tourismusverband Fränkisches Seenland das Wissen der drei jungen Frauen über die Region. Darüber hinaus spielten Auftreten und Persönlichkeit eine wichtige Rolle. „Leoni Dengler hat uns mit ihrer echten und sympathischen Art überzeugt“, erklärt Seenland-Geschäftsführer Niederprüm. „Dank ihrer großen Identifikation mit unserer Region und ihrer Begeisterung für die Aufgabe ist sie eine ideale Markenbotschafterin für uns.“
Die Verbundenheit mit den Seen begleitet Leoni Dengler schon von Kindheit an. „Früher ist meine Familie mit mir an die Seen gefahren, heute fahre ich gern mit meinen Freundinnen an den Rothsee oder den Brombachsee“, erzählt sie. Dabei genießt sie es, in der Natur zu sein, geht aber als ehemaliges Mitglied der Wasserwacht auch gern mal schwimmen. Von den Markenkernwerten der Region liegt der jungen Frau, die sich in Vereinen und der Kirchengemeinde engagiert, das Fränkische sehr am Herzen. Zu Hause ist sie bei den „Kammersteiner Kärwaboum und Kärwamadli“ aktiv und auf ihre Amtstracht freut sie sich schon besonders: Als Fränkische Seenlandkönigin wird sie eine echt fränkische Tracht mitmodernen Elementen tragen. Das Mieder und der knöchellange Rock werden extra für sie entworfen und maßgeschneidert. Die passenden Insignien wurden von der Goldschmiede Norys in Merkendorf entworfen und dort für die neue Trägerin frisch auf Hochglanz poliert.
Ihren Aufgaben blickt Leoni Dengler mit freudiger Aufregung entgegen. „Ich liebe es, neue Menschen kennenzulernen und über mich hinauszuwachsen“, versichert die frisch gekrönte Fränkische Seenlandkönigin. Dafür bieten sich ihr in den nächsten drei Jahren viele Gelegenheiten.

Geld für Glasfaserausbau

MdL Alfons Brandl: 940.000 Euro für Westheim und Gerolfingen

Für den Glasfaserausbau in der Gemeinde Westheim. Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und in der Gemeinde Gerolfingen, Landkreis Ansbach stellt der Freistaat Bayern über 940.000 Euro zur Verfügung. Darauf hat jetzt der Landtagsabgeordnete Alfons Brandl hingewiesen: „Die Unterstützung erfolgt im Rahmen der Bayerischen Gigabitrichtlinie. Westheim erhält für den Ausbau 814.378 Euro, die Gemeinde Gerolfingen 129.380 Euro. Erneut investiert der Freistaat damit in die wichtige digitale Infrastruktur in der Region.“

Mit der Gigabitrichtlinie fördert Bayern die Beschleunigung von Anschlüssen an grauen NGA-Flecken, also Orten wo bereits schnelles Internet mit mind. 30 Mbit/s verfügbar ist. So entstehen die zukunftsfähigen Gigabitnetze nun auch in der breiten Fläche.

„Home-Office, Coworking-Spaces und die heimischen Betriebe benötigen immer mehr eine leistungsfähige Gigabitversorgung, um am Markt erfolgreich bestehen zu können. Der Freistaat gibt hier hohe Beträge in die ländlichen Räume, damit diese entsprechend in die digitale Infrastruktur investieren können“, freut sich Brandl. 

Mehr Geld für Vereine

Verdoppelung der Vereinspauschale

Landrat Manuel Westphal begrüßt, dass seitens des Ministerrats eine Verdoppelung der Vereinspauschale angekündigt wurde. Wenn der Landtag als Haushaltsgesetzgeber zustimmt, würden damit statt bislang 20 Millionen Euro dann 40 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die Vereinspauschale ist eine wichtige und wirkungsvolle Unterstützung der Vereine gerade auch in Altmühlfranken. Die zusätzliche Unterstützung durch die Verdopplung der Vereinspauschale soll dabei möglichst unbürokratisch bei den Vereinen ankommen. So ist geplant, auf die üblichen Anträge der Vereine einfach das doppelte der normalerweise gewährten Zuschüsse auszuzahlen. Dadurch müssen weder die Vereine zusätzliche Anträge stellen, noch müssen diese zeitaufwendig geprüft werden.

„Die Sport- und Schützenvereine in Altmühlfranken sind ein wichtiger Teil unserer Gemeinschaft und unseres Selbstverständnisses. Dass wir die Vereine nicht im Stich lassen, wenn sie finanzielle Unterstützung benötigen, sollte deshalb selbstverständlich sein. Auch Vereine in unserer Region werden im Jahr 2023 wieder auf solche finanziellen Hilfen angewiesen sein, um ihre Strukturen zu erhalten. Die Verdopplung der Vereinspauschale ist deshalb ein richtiger und wichtiger Schritt“, erklärt Westphal.

Die Vereinspauschale wird jährlich unter Beachtung der Sportförderrichtlinien des Freistaats Bayern zur Unterstützung des Sportbetriebs der Vereine ausgereicht. Die Höhe der den jeweiligen Vereinen zustehenden Vereinspauschale wird mithilfe sogenannter Mitgliedereinheiten ermittelt, wobei Mitgliedschaften von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie der Einsatz von Übungsleiterlizenzen besonders stark gewichtet werden.

12 „Zukunftsbäume“ für die Stadt

Stiftung Lebensräume unterstützt das Gunzenhäuser Projekt

Von links nach rechts: Klaus Fackler vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken, Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Dr. Miriam Stark und Jürgen Schröder von der Stiftung Lebensräume. Foto: Stadt Gunzenhausen

Vor fast 1200 Jahren wurde unser schönes Gunzenhausen erstmals urkundlich erwähnt. 2023 wollen wir dieses Ereignis gemeinsam mit unseren Bürgerinnen und Bürger feiern und dabei viele unvergessliche Momente schaffen. Damit sich die Stadt auch die nächsten 1200 Jahren zufrieden entwickeln kann, möchten wir als zukunftsorientierte, umweltbewusste Verwaltung ein ganz besonderes Nachhaltigkeitsprojekt durchführen. Beginnend im nächsten Jahr sollen in fachlicher Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken (LPV) mindestens 1200 Zukunftsbäume für Gunzenhausen in der Kernstadt und in den Ortsteilen neu gepflanzt werden. Die Münchner Stiftung Lebensräume ist auf diese tolle Aktion aufmerksam geworden und wird das Projekt aktiv unterstützen.

Regionale Baumpflanzungen sind Aufforstung mit großer Wirkung, denn Fichte und Co. sind natürliche Klimaschützer und wichtige Kohlenstoffspeicher. Es zählt dabei jeder einzelne Baum. Der Mensch hat das Sterben der Bäume vorangetrieben und zu spät die Notwendigkeit zielgerichteten Schutzes erkannt. Denn neben dem Bestand hat auch die Biodiversität gelitten und wichtige Lebensräume für Tiere sind im Laufe der Zeit verloren gegangen. In Gunzenhausen haben wir den Wert der Bäume schon länger erkannt und beschenken beispielsweise Eigentümer bei Erwerb eines Baugrundstücks mit einem Baum. Auch in Zusammenarbeit mit dem LPV werden regelmäßig Aktionen durchgeführt, beispielsweise zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen.

„Wir möchten nicht nur über Umwelt- und Klimaschutz reden, sondern uns auch aktiv bemühen, die Welt ein klein wenig besser zu machen“, erklärt Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Mit dem Projekt „1200 Zukunftsbäume für Gunzenhausen“ haben wir uns viel vorgenommen, sehen darin aber auch großes Potential, um unseren Lebensraum auf natürlichem Wege zu verbessern. Das Interesse an unserer Aktion ist riesig und wir freuen uns über die große Aufmerksamkeit.“

Die junge Stiftung Lebensräume wurde erst im letzten Jahr gegründet, hat aber mit „Seelenpelz“ und „regionale, urbane Wiederaufforstung“ zwei wichtige Projekte angeschoben. Die Wurzeln des Stiftung-Gesellschafters Jürgen Schröder liegen in der Region, daher war die Verbindung schnell hergestellt. Er und Projektleiterin Dr. Miriam Stark waren vor kurzem in Gunzenhausen und haben die Programme im Rahmen eines Pressetermins erläutert. Wichtige Info: Durch Spenden und Patenschaften werden Bäume gepflanzt, langfristig erhalten und gesichert. Auch Privatpersonen können helfen und die Stiftung bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützen. Wer mit der Stiftung Lebensräume Kontakt aufnehmen möchte, findet auf der Website www.stiftung-lebensraeume.com die Kontaktdaten. Gut zu wissen: Die Zusammenarbeit mit regionalen Baumschulen ermöglicht die konzentrierte Verwendung heimischer, klimastabiler Arten.

Die Jubiläumsaktion „1200 Zukunftsbäume für Gunzenhausen“ wird sich noch in diesem Jahr konkretisieren. So werden in den nächsten Monaten viele Gespräche geführt, beispielsweise mit den ortsansässigen Obst- und Gartenbauvereinen. Zudem werden bereits für Pflanzungen geeignete Anbaugrundstücke im Eigentum der Stadt Gunzenhausen ermittelt. Jeder einzelne Baum zählt! 

Glasfaserausbau in Theilenhofen

Brandl: 368.000 Euro Förderung vom Staat

Für den Glasfaserausbau in der Gemeinde Theilenhofen stellt der Freistaat Bayern über 368.000 Euro zur Verfügung. Darauf hat jetzt der Landtagsabgeordnete Alfons Brandl hingewiesen: „Die Unterstützung erfolgt im Rahmen der Bayerischen Gigabitrichtlinie und sorgt dafür, dass ein weiterer weißer Fleck auf der Landkarte der mangelnden Internetverbindungen gelöscht wird.“

Mit der Gigabitrichtlinie fördert Bayern als erste Region in Europa auch die Beschleunigung von Anschlüssen an grauen NGA-Flecken, also Orten wo bereits schnelles Internet mit mind. 30 Mbit/s verfügbar ist. Nach mehr als zwei Jahren mit Prüfungen und Verhandlungen hat die Europäische Kommission den Antrag des Freistaats auf eine landesweite Gigabitförderung 2020 genehmigt. Zukunftsfähige Gigabitnetze können nun auch in der breiten Fläche ermöglicht werden.

Die Regierung von Mittelfranken wird die Mittel in Höhe von 368.013 Euro zusagen. „Damit wird der geförderte Glasfaserausbau bei uns weiter durch Freistaat weiter kräftig unterstützt. So kommen wir dem Ziel einer flächendeckenden Gigabitversorgung auch bei uns in den ländlichen Räumen wieder ein deutliches Stück näher“, freut sich Brandl. 

Sterbende werden begleitet

Spende für Hospizgruppe Dinkelsbühl

Die Spende der Sparkassen-Stiftung über 5.000 Euro übergab Vorstand Werner Frieß (links) an Hannelore Weißmann, die Vorsitzende der Hospizgruppe Dinkelsbühl. Landrat Dr. Jürgen Ludwig unterstrich die Bedeutung der ehrenamtlichen Hospizarbeit. Foto: Landratsamt Ansbach/Fabian Hähnlein

Mit einer Spende in Höhe von 5.000 Euro unterstützt die Stiftung Vereinigte Sparkassen Stadt und Landkreis Ansbach die Arbeit der Hospizgruppe Dinkelsbühl. Im Beisein von Landrat Dr. Jürgen Ludwig übergab Sparkassen-Vorstand Werner Frieß die Spende an Vereinsvorsitzende Hannelore Weißmann.

Das Team der Hospizgruppe Dinkelsbühl begleitet schwer kranke Menschen, Sterbende und deren Angehörige. Mit der Zuwendung wurden unter anderem Möbel angeschafft. Denn nach langen Jahren im „Haus der Diakonie“ ist die Hospizgruppe Mitte dieses Jahres in den Neubau des Dinkelsbühler Stephanus-Pflegezentrums umgezogen, wie Hannelore Weißmann berichtete. Obwohl die Zeiten aufgrund der Pandemie nach wie vor schwierig seien und die Kosten für Hygienemaßnahmen hoch, würden die Leistungen des Vereins sehr oft angefragt. Daher bleibe es das Ziel, weitere Hospizmitarbeiter zu gewinnen.

„Wir freuen uns, dass wir diese so wertvolle Arbeit mit einer Spende unterstützen können“, sagte Sparkassen-Vorstand Werner Frieß. Landrat Dr. Jürgen Ludwig erklärte: „Sterbenskranke Menschen und ihre Angehörigen in schweren Stunden zu begleiten, ist eine enorm wichtige Aufgabe, die viel Kraft erfordert. Meinen Dank und Respekt an alle, die sich hier ehrenamtlich engagieren.“ Die Vereine im Landkreis Ansbach und in der Stadt Ansbach unterstützten die ebenso wichtige Arbeit, die beispielsweise auf der Palliativstation des ANregiomed-Klinikums Ansbach und mit der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung geleistet werde. „Was der Region noch fehlt, ist ein stationäres Hospiz“, sagte der Landrat. „Ich setze mich weiterhin mit Nachdruck gegenüber den Krankenkassen und dem Freistaat Bayern dafür ein, dass die Versorgungslücke im Landkreis Ansbach schnell geschlossen wird.“

 

Kulturpreise verliehen

Wolfram-von-Eschenbach-Preis für Helmut Haberkamm

Bezirkstagspräsident Armin Kroder zusammen mit den Preisträgern des diesjährigen Wolfram-von-Eschenbach-Preises und der Förderpreise. Von links nach rechts: Tobias Hacker alias Gymmick, Jan Gemeinhardt, Dr. Helmut Haberkamm, Dagmar Buhr, Armin Kroder. Bildquelle: Bezirk Mittelfranken.

Der Autor und Mundartdichter Dr. Helmut Haberkamm erhält den diesjährigen Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken. Dies hat der Bezirkstag in seiner Sitzung am 28. Juli 2022 in Triesdorf beschlossen. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet heute im Rahmen einer Festveranstaltung in Wolframs-Eschenbach statt. 1961 im Aischgrund geboren und aufgewachsen, studierte Haberkamm Anglistik, Amerikanistik und Germanistik in Erlangen und Wales. Heute ist er als Gymnasiallehrer in Erlangen tätig. 1992 feierte er mit seinem Debütroman „Frankn lichd nedd am Meer“ Erfolge. Seitdem gehört er zu den bekanntesten und vielseitigsten Schriftstellern Frankens, ob als Theaterautor („No Woman, No Cry – Ka Weiber, ka Gschrei“, „We are the Champions – Mir sinn die Größdn“, „Glopf an die Himmelsdür“), als Songübersetzer, Romancier („Das Kaffeehaus im Aischgrund“) oder Festival-Initiator („Edzerdla“). Die Jury würdigte Haberkamms „Hingabe an die Region und ihren Dialekt“. Dies wirke „überzeugend, geistreich und ansteckend“. Bei seinen „erfrischend lebendigen Mundarttexten“ seien „seine genaue Beobachtungsgabe und sein brillanter Umgang mit Sprache besonders hervorzuheben“. Seine aktuellen Werke sind der Erzählungsband „Die warme Stube der Kindheit“ sowie das Buch und Kleinkunstprogramm „Gräschkurs Fränkisch“. Haberkamm wurde bereits vielfach prämiert, so erhielt er unter anderem 1993 den Bayerischen Kulturförderpreis, 1999 den Förderpreis des Bezirks Mittelfranken und 2008 den Frankenwürfel. 2018 verlieh ihm Erlangen den städtischen Kulturpreis und der Fränkische Bund die Frankenmedaille.
Neben dem Wolfram-von-Eschenbach-Preis hat der Bezirkstag über die drei Förderpreise beschlossen. Diese sind mit jeweils 5000 Euro verbunden und gehen an den Liedermacher und Cartoonisten Tobias Hacker, alias Gymmick, an die Wortkünstlerin Dagmar Buhr und an den Maler Jan Gemeinhardt.

Vielseitig: Tobias Hacker

Der Liedermacher und Komponist, Karikaturist, Illustrator, Schauspieler, Satiriker und Poet Tobias Hacker, alias Gymmick, hat sich weit über die Grenzen seiner Geburtsstadt Nürnberg hinaus einen Namen gemacht. Seit Jahren ist das künstlerische Multitalent einer der wichtigsten Akteure in der freien Kultur- und Soziokulturszene Frankens.
Angefangen hat Gymmick als Straßenmusiker mit selbst komponierten Liedern. Seit 2014 ist er als Sänger und Gitarrist Teil des Akustik-Trios „Ton, Steine, Scherben“, dessen legendärer Frontmann und Texter der 1996 verstorbene Rio Reiser war. Seit über dreißig Jahren veröffentlicht Tobias Hacker zudem Comics und Cartoons unter anderem für die Nürnberger Nachrichten und die Nürnberger Zeitung. Seit 2018 zeichneter für die Cartoons im Magazin WiM der Industrie- und Handelskammer Mittelfranken verantwortlich. Für sein facettenreiches Schaffen erhielt er
unter anderem 2017 den Deutschen Karikaturenpreis.

Dagmar Buhr ist Meisterin der Sprache

Die Sprache ist das Stilmittel der in Nürnberg lebenden Künstlerin Dagmar Buhr, die an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste Freie Kunst studierte. Text tritt in ihren Arbeiten nicht in begleitender Funktion zu Bildern auf, er wird selbst zum Bild. Ihre großformatigen Werke sind aus Folie geplottet und zeigen sich beispielsweise als Relief auf Betonwänden oder auf LED-Displays. Dabei spielt die Auseinandersetzung mit der vorgegebenen Architektur eine genauso wichtige Rolle wie das Zusammenspiel mit dem jeweiligen Ort. So erreicht die Künstlerin auch ein Publikum außerhalb des klassischen Ausstellungsraums. Für ihre Wortkunst gewann sie den 1. Preis beim Wettbewerb Kunst am Bau im Jüdischen Museum Franken in Fürth im Jahr 2018. Drei Wortkonstellationen sind dort in verschiedenen Räumen auf die Wände platziert und werden so zu Objekten, die sowohl mit der Architektur als auch mit den inhaltlichen Aspekten des jüdischen Lebens in Dialog treten.

Der Maler Jan Gemeinhardt

Der 1988 in Hof geborene Jan Gemeinhardt studierte Freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und schloss sein Studium 2014 als Meisterschüler bei Professor Ralph Fleck ab. Seine Arbeiten, zumeist in Acryl auf Leinwand, erscheinen dem Betrachter auf den ersten Blick als düster und geheimnisvoll. Die Bilder zeigen vorwiegend Landschaften, deren Vorbilder in der romantischen Kunst des 19. Jahrhunderts zu finden sind. Das Spiel mit kunsthistorischen Reminiszenzen wird allerdings unterbrochen durch künstlich irrlichternde Lichtphänomene oder marode Hinweistafeln. Die Natur hat ihre Natürlichkeit verloren und ist zu einem latent katastrophalen Ort geworden, der dem Betrachter jedoch nie ganz ohne Zuversicht erscheint. Der ebenfalls in Nürnberg lebende Künstler
bestritt bereits zahlreiche Ausstellungen in renommierten Häusern, national wie international. Die Nürnberger Nachrichten zeichneten ihn 2013 und 2014 im Rahmen ihres Kunstpreises aus. 2020 erhielt er für sein Werk den Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis und wurde zum „Künstler der Metropolregion“ gewählt.