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Digitales Heimatprojekt

„Nachhaltig. Regional. Digital“ des Landkreises ausgezeichnet

Der Finanz-und Heimatminister Albert Füracker überreicht Landrat Manuel Westphal den Förderbescheid für das digitale Heimatprojekt. Bildnachweis: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat

Das digitale Heimatprojekt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen „Nachhaltig. Regional. Digital. – innovatives Wertschöpfungsmanagement und integrierte Logistik in Altmühlfranken wird mit 297.000 Euro durch das
bayerische Finanz- und Heimatministerium gefördert. Das Projekt hat u.a. zum Ziel, regionale Produkte aus der Region Altmühlfranken noch stärker auf dem regionalen Onlinemarktplatz www.in-altmuehlfranken.de mit einem
digitalen Lieferservice zu vermarkten.
Das landkreisweite Kooperationsprojekt der Zukunftsinitiative altmühlfranken setzt sich gemeinsam mit den beiden Stadtmarketingvereinen in Gunzenhausen und Weißenburg sowie dem Projektmanager Dominik Schwenk für mehr Wertschätzung regionaler Produkte ein. Hierbei wird der vorhandene Onlinemarktplatz www.in- altmuehlfranken.de gezielt als zentrale Plattform mit Fokus auf regionale Produkte und Angebote von Gewerbetreibenden und Dienstleistern für die Bevölkerung Altmühlfrankens ausgebaut und verstetigt. Ein digitales regionales Logistiksystem – vom Produzenten bis zum Endverbraucher – wird aufgebaut sowie der Altmühlfranken- Gutschein bei Kunden und Unternehmen weiter forciert.
„In Altmühlfranken gibt es viele verschiedene Angebote, durch die die Bevölkerung regional einkaufen kann. Mit dem Projekt sollen diese Produkte auch digital gefunden, regional online eingekauft sowie geliefert werden“, erklärt Landrat Manuel Westphal. Das Heimatprojekt mit digitalem Schwerpunkt kann nun, unterstützt mit den Fördermitteln aus der Heimat-Digital-Regional-Förderrichtlinie, gestartet werden, um damit insbesondere die regionale Identität im Hinblick auf die regionalen Spezialitäten zu stärken.
„Unser Ziel ist es ein regionales Wertschöpfungsmanagement im Landkreis aufzubauen und den regionalen Handel sowie regional erzeugte Produkte dadurch zu stärken. Wichtig ist uns, den Online-Marktplatz „in-altmühlfranken“ sowie den Altmühlfranken-Gutschein gemeinsam mit den Stadtmarketingvereinen in der Region bekannter zu machen, zu verankern und zu verstetigen“, erklärt Sabine Unterlandstaettner von der Zukunftsinitiative altmühlfranken.

„ObstReich“ ist neuer Leuchtturm

Einweihung einer neuen Erlebniswelt in Kalbensteinberg

Visualisierung des Projektes ObstReich Kalbensteinberg: Quelle: Taglieber Holzbau GmbH

Nach zweijähriger Vorplanung und einem Baubeginn am 11. Mai 2021 wird das Projekt ObstReich Kalbensteinberg nun endlich umgesetzt. Eine über 100 Jahre währende Vereinsgeschichte prägt den Obst- und Gartenbauverein Kalbensteinberg und Umgebung e.V.

Vorstandschaft des OGV Kalbensteinberg mit den Planern der Firma Taglieber

Übergeordnetes Ziel des Vereins war der Erhalt der Streuobstwiesen rund um Kalbensteinberg und im gesamten Spalter Hügelland. In dieser langen Tradition, die sich über diese gesamte Zeitspanne zurückverfolgen lässt, werden in Kalbensteinberg aus den Erträgen dieser heimischen Obstsorten Branntweine und Liköre hergestellt, die als „Original Kalber“ weit über die Region hinaus bekannt sind. Dazu wurde vor 100 Jahren eine Brennerei errichtet und 1974 erweitert, über welche die umfassende Veredelung des Obstes möglich wurde.

Damit konnte die Grundlage dafür gelegt werden, dass eine hochwertige Kulturlandschaft in dieser besonderen Ausprägung bis heute erhalten geblieben ist. Sie bildet mit ihrer Attraktivität auch die Grundlage eines landschaftsbetonten Tourismus, der im Fränkischen Seenland eine immer größere Bedeutung erlangt. Erst vor kurzem wurden die Streuobstwiesen als Teile des „Immateriellen Kulturerbe Deutschlands“ ausgezeichnet. Und eine Anerkennung als „Europäisches immaterielles Kulturerbe“ befindet sich in Vorbereitung. Damit wird transparent, welch ein besonderes landschaftliches Juwel hier mit dem Ansatz „Schutz durch Nutzung“ durch den Obst- und
Gartenbauverein über all diese Jahre bewahrt und kultiviert werden konnte.

Der Verkostungsraum. Fotos: ObstReich Kalbensteinberg, Thomas Müller.

Aber die Entwicklung ist nicht stehen geblieben. In den Räumen der Brennerei konnte das darin befindliche Mosthaus genutzt werden, um weitere Schritte in die Zukunft einzuschlagen. Neben der Lohnvermostung waren auch Voraussetzungen gegeben, um weitere Veredlungsschritte zu starten. Das Angebot wurde inhaltlich deutlich erweitert. Neue Produkte wie der Dessertwein „BergKirsch“, der Glühwein „KirschFeuer“ oder der „Brombachseer KirschSpritz“ wurden konzipiert, die sich unter der Marke EchtBrombachseer fest am Markt etabliert haben. Zahlreiche internationale Auszeichnungen kennzeichnen den erfolgreichen Weg dieser neuen Produktlinien.

OGV-Vorstandschaft, Unterstützer, Planer und Handwerker feiern gemeinsam die Einweihung des „ObstReich“ in Kalbensteinberg

Aber diese Entwicklungen zeigten auch die Grenzen des Obst- und Gartenbauvereins auf. Daher kam es folgerichtig im Jahre 2019 zur Ausgründung der Original Kalber Obstveredelung GmbH. Ein Schritt, der auch in vielen anderen Obstanbaugebieten Deutschlands zu beobachten ist, wo man die Zukunft von Wiesenobst investiert und den Wert der Hochstammkulturen rechtzeitig wieder erkannt hat.
Um auch in Zukunft die Herstellung hochwertiger Produkte aus regionalem WiesenObst garantieren und wirtschaftlich betreiben zu können, wurde das Projekt ObstReich Kalbensteinberg ins Leben gerufen. Mit dem Baubeginn am 11. Mai 2021 wurde ein großer Schritt in Richtung Zukunft gemacht, der nun mit der Einweihung ein gutes Jahr später einen erfolgreichen Abschluss findet.
Gebaut wurde ein Verkostungs- und Verkaufsraum, ein Bewirtungsraum für Busausflügler, und eine Erweiterung der Lager- und Produktionshallen. Die Gesamtinvestition betrug rund 650.000 Euro, davon bildete ein LEADER-Zuschuss von 200.000 Euro einen wesentlichen Grundstock.
Bis zu zum Einweihungstag war dies alles für den daran beteiligten Obst- und Gartenbauverein eine riesiger Entwicklungsschritt und für die neue Obstveredelungsgesellschaft eine große Herausforderung.
Der Dank gilt allen daran beteiligten Akteuren und Initiativen. Mit dem heutigen Tage wird das Fränkische Seenland in der Lage versetzt, auch durch diesen weiteren Leuchtturm die Region mit den Kirschen fest zu profilieren..
ROLAND JÄGER

Partnerschaft besiegelt

Mittelfränkische Delegation reiste nach Nouvelle-Aquitaine

Bei der Gedenkfeier in Tulle, von links nach rechts: Karl Freller, Vizepräsident des Bayerischen Landtags und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Generalkonsulin Stefanie Zeidler, Bezirkstagspräsident Armin Kroder.

„Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt einmal mehr, wie wichtig ein friedliches und geeintes Europa ist. Starke und tragende Säulen dafür sind Partnerschaften zwischen Kommunen und Regionen“, betonte der mittelfränkische Bezirkstagspräsident Armin Kroder beim jüngsten Besuch in der Region Nouvelle-Aquitaine. Im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft unternahmen er, die Beauftragte für die Regionalpartnerschaften mit der Region Nouvelle-Aquitaine und den drei Départements Haute-Vienne, Creuse und Corrèze, Maria Scherrers, die Vorsitzende des Ausschusses für Jugend-, Sport- und Regionalpartnerschaften, Alexandra Wunderlich, sowie weitere Mitglieder des Bezirkstages eine Fahrt in die französische Region. Höhepunkt des viertägigen Besuchs war die Unterzeichnung der offiziellen Partnerschaftsurkunde zwischen dem Bezirk und der 2017 durch eine Gebietsreform entstandenen Großregion. Bezirkstagspräsident Kroder und sein französischer Amtskollege Alain Rousset unterschrieben das Dokument im Verwaltungssitz der Region in der Hauptstadt Bordeaux. Bewegende Momente erlebte die mittelfränkische Delegation bei den Gedenkfeiern in Tulle aus Anlass des dort 1944 von der Waffen-SS begangenen Massakers und in Oradour-sur-Glane, wo Mitglieder der Waffen- SS 642 Bewohner des Ortes töteten.

Von links nach rechts: Generalkonsulin Stefanie Zeidler, Alain Rousset, Präsi- dent des Regionalrates der Region Nouvelle-Aquitaine, Bezirkstagspräsident Armin Kroder, Regionalrätin Isabelle Boudineau, Beauftragte für internationale Beziehungen, Maria Scherrers, Beauftragte für die Regionalpartnerschaften des Bezirks mit der Region Nouvelle-Aquitaine und den drei Départements Haute-Vienne, Creuse und Corrèze.


Während die Gruppe nach Mittelfranken zurückreiste, fuhren Bezirkstagspräsident Kroder, Hersbrucks Zweiter Bürgermeister Robert Ilg und sein Stellvertreter Peter Uschalt sowie der langjährige frühere Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten, Fritz Körber, nach Oradour-sur-Glane, um eine Partnerschaft der beiden Kommunen auf den Weg zu bringen. Es wäre dies die 37. Verbindung unter dem Dach der Regionalpartnerschaft zwischen dem Bezirk Mittelfranken und der Region Nouvelle-Aquitaine.





Bosch baut und baut

Projekt an der Zufuhrstraße startet

Mit diesem Neubauprojekt „Wohnen an der Zufuhrstraße“ entstehen 45 Eigentumswohnungen der Gunzenhäuser Bauträgergesellschaft Bosch & Co, verteilt auf zwei Häuser, in zentrumsnaher und bevorzugter Wohnlage von Gunzenhausen. Firmenchef Patrick Bosch: „Unser Projekt überzeugt durch moderne Bauhaus-Architektur, gehobene Ausstattung und durch die unmittelbare Nähe ins Grüne“.

Das Gelände wird gegenwärtig für den Bau vorbereitet. Im Hintergrund das Juramare-Badefreizeitzentrum. Fotos: Falk

Das Bauträgerunternehmen, das ein eigenes Planungsbüro unterhält, hat in der Altmühlstadt und der Region einen vorzüglichen Namen. Erworben hat es sich ihn durch seine Zuverlässigkeit und Seriosität. In Gunzenhausen künden viele realisierte Projekte von der Tatkraft des Unternehmers in der Hensoltstraße: Mehrfamilienhaus an der Osianderstraße, Sanierung und Umbau des ehemaligen Möbelhauses Böckler in der Rotkreuz-Straße, Wohnanlage mit 23 Einheiten an der Weinbergstraße, Wohnanlage mit 25 Wohneinheiten an der Albert-Schweitzer-Straße (noch 2022 bezugsfertig).

Lichtdurchflutete Räume bieten den neuen Eigentümern oder Mietern in der Zufuhrstraße unmittelbar in der Nachbarschaft des Badefreizeitzentrums Juramare einen behaglichen Wohnkomfort. Der Neubau wird in Massivbauweise im Energiestandard „KfW-Effizienzhaus 55“ (gemäß EnEV 2016) errichtet, zudem sind alle Wohnungen und die Tiefgarage mit dem Aufzug erreichbar.

An der Zufuhrstraße zwischen dem Seniorenpark und der Juramare entsteht die neue Wohnanlage.

Diese Wohnungen eignen sich für Familien, Paare, Singles als auch für Senioren und Kapitalanleger. Es stehen 2-4 Zimmerwohnungen mit Wohnflächen von 48-117 qm zur Verfügung. Jede Wohnung erhält ein der Größe entsprechendes Kellerabteil. Stellplätze sind in der Tiefgarage und oberirdisch im Freien verfügbar.

Gut geplante und durchdachte Wohnungen mit großen und hellen Wohn-Essbereichen mit offener Küche laden zum Entspannen und Verweilen ein. Zudem erhält jede Wohnung entweder eine große Terrasse mit Gartenanteil, einen sonnigen Balkon oder eine herrliche Dachterrasse mit Blick ins Grüne oder Sicht auf die Innenstadt.

Großzügige Wohnräume und attraktive Bäder mit lichter Raumhöhe von ca. 2,50 m und erstklassiger Ausstattung mit Fußbodenheizung runden dieses Wohnprojekt ab. Der Energiestandard „KfW-Effizienzhaus 55EE“ (gemäß EnEV 2016) schützt unser Klima vor zu hohem CO2-Ausstoß und sorgt für geringe Betriebskosten.

Den genauen Leistungsumfang der jeweiligen Gewerke sowie die Ausstattungsmerkmale erhalten Interessenten auf Anfrage in der Baubeschreibung.

Tiefgaragen- und Außenstellplätze stehen gegen Aufpreis, soweit verfügbar zur freien Auswahl.

Südmähren waren zu Gast

Delegation besuchte den Altmühlsee

Zweckverbandsvorsitzender Karl-Heinz Fitz begrüßte die Gäste in der Betriebsleitung am Altmühlsee in Schlungenhof. Christa Naaß, die stellvertretende Bezirktstagspräsidentin (Zweite von rechts) hatte den Besuch ermöglicht.

Der Bezirk Mittelfranken und die tschechische Region Südmähren sind schon länger freundschaftlich miteinander verbunden. Regelmäßig treffen sich Vertreterinnen und Vertreter zum Austausch und profitieren von gegenseitigen Erfahrungen. Vor kurzem war eine südmährische Delegation im Raum Ansbach-Gunzenhausen zu Gast und besuchte hierbei u.a. den Altmühlsee. Begleitet wurden die Gäste von der stellvertretenden Bezirkstagspräsidentin Christa Naaß. Bürgermeister und Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Altmühlsee, Karl-Heinz Fitz, der Geschäftsführer des Zweckverbands Altmühlsee, Daniel Burmann, und Helga Pfitzinger-Schiele vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach informierten über den See, anstehende Projekte und die zukünftige Weiterentwicklung von Natur- und Tourismuskonzepten.   

In der Seemeisterstelle Schlungenhof des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach erläuterte Helga Pfitzinger-Schiele den Gästen das wasserwirtschaftliche Überleitungssystem in der Schaltwarte. Aufgrund des großen Interesses berichteten Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und Daniel Burmann ausführlich über den touristischen Nutzen der Freizeitregion Fränkisches Seenland. Bei einem gemeinsamen Mittagessen im Seerestaurant Strandblick wurde die Gespräche fortgeführt und Ideen für einen vertieften fachlichen Austausch diskutiert. In Südmähren, Nähe der Stadt Brünn, gibt es ebenfalls eine Talsperre, die touristisch für Freizeitaktivitäten genutzt wird.

Am Ende bedankte sich Bürgermeister Karl-Heinz Fitz für den Besuch am Altmühlsee und bezeichnete dies „als große Ehre“. Die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Christa Naaß bekräftigte das gute Miteinander und den wertvollen Austausch. Schon bald soll eine festgeschriebene Partnerschaft zwischen der Region Südmähren und dem Bezirk Mittelfranken entstehen.

Petr Springinsfeld, Vorsitzender des Ausschusses für Außenbeziehungen, bedankte sich im Namen der gesamten Delegation aus Tschechien für die interessanten Einblicke und die entgegengebrachte Gastfreundschaft. Auch er würde sich über eine Intensivierung der partnerschaftlichen Beziehungen freuen und sieht darin einen Mehrwert für beide Regionen im Herzen von Europa.

Mittendrin statt nur dabei!

Ein Gespräch mit Herbert Gutmann, Schiffsführer auf der MS Altmühlsee

Herbert Gutmann ist Schiffskapitän und Kommunalpolitiker – und ein immer bestens aufgelegter Zeitgenosse.

Tolle Erinnerungen und ein paar unvergessliche Momente, die möchte Herbert Gutmann seinen Passagieren schenken. Der Laubenzedler ist bereits seit 1995 mit Leib und Seele als Schiffskapitän auf dem Altmühlsee unterwegs, zuerst auf der MS Gunzenhausen, nun auf der MS Altmühlsee. Damit ist er der dienstälteste Schiffsführer im Fränkischen Seenland. Seine tägliche Motivation ist die Freude der Menschen, sein Beruf längst Berufung.

Im Interview mit Manuel Grosser, dem Pressechef der Stadt Gunzenhausen, erzählt er von seiner interessanten Aufgabe.

In Franken ist Schiffsführer ein ungewöhnlicher Beruf. Wie kam es dazu?

Als die Schifffahrt am Altmühlsee kommen sollte, wurden zwei Kapitäne gesucht. Da die gut ausgebildeten Schiffsführer aus Hamburg wohl zu teuer waren, hat man sich für uns Franken entschieden (lacht). Spaß beiseite: Mich hat die Ausschreibung damals magisch angezogen, da Schifffahrt etwas Exotisches im Frankenland war. Nach der Zusage wurden ich und mein damaliger Kollege an den Chiemsee geschickt und wir haben dort unsere Ausbildung gemacht. Bis heute habe ich keinen einzigen Tag bereut und freue mich auf jede Fahrt.

Aber ist das nicht langweilig, jeden Tag die gleiche Runde über den Altmühlsee zu schippern?

(lacht) Bisher war mir tatsächlich noch nie langweilig, und das bei rund 800 Fahrten im Jahr. Das Besondere an der MS Altmühlsee ist ja, dass ich als Kapitän mittendrin statt nur dabei bin. Die Schiffsführerkabine ist offen und mitten im Passagierdeck. Ich unterhalte mich mit den Menschen und lasse mich durch sie natürlich auch unterhalten. Die Gespräche sind wertvoll und manche Erinnerung, die wir während einer Fahrt schaffen, wird lange und oft daheim
erzählt. Die Begeisterung und Freude der Passagiere gibt mir sehr viel und ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen. Mein persönliches Ziel vor jeder Rundfahrt ist, dass danach alle glücklich und zufrieden von Bord gehen.

Was ist das Besondere an der Schifffahrt am Altmühlsee?

Bei uns können sich die Passagiere völlig sicher fühlen, denn die MS Altmühlsee ist vielleicht das einzige unsinkbare Schiff der Welt. Da der See an der tiefsten Stelle nur rund 2,5 Meter misst, muss man sich bei einer Havarie nur aufs Oberdeck retten (lacht). Davon abgesehen, sind wir Kapitäne auch Entertainer und beziehen die Fahrgäste mit ein. Gerade Kinder freuen sich, wenn sie selbst einmal ans Ruder gehen dürfen. Wenn es die Situation zulässt, setzen wir
uns zu den Passagieren und singen und spielen Seemannslieder. Übrigens gibt es bei uns auch einen behördlich zugelassenen Seehund namens Sammy (lacht). Der darf immer wieder mit an Bord und seine Runden über den See drehen.

Für den Altmühlsee spielt Naturschutz eine große Rolle. Wie passt das mit
regelmäßiger Schifffahrt zusammen?

Hier sprechen Sie natürlich einen wichtigen Punkt an. Ich bin ja nicht nur Schiffsführer, sondern auch Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat. Qua Amt müsste ich wohl strikt gegen die Schifffahrt sein. Allerdings wäge ich tatsächlich ab. Wir leben in einer hochtechnisierten, hektischen Welt, in der oft keine Zeit bleibt, einfach mal innezuhalten und die Schönheit der Natur zu genießen. Der Alltag hat uns im fest im Griff und lässt uns selten los. Während einer Rundfahrt stelle ich allerdings fest, dass die Menschen genießen und ihre Umwelt anders,
vielleicht sogar bewusster wahrnehmen.Daneben schonen wir natürlich Ressourcen und verbrauchen nur das Nötigste. Unser Schiff benötigt beispielsweise nur rund zehn Liter Diesel auf eine Runde, dazu haben wir im letzten Jahr auf emissionsarmen Treibstoff umgestellt. Der ist zwar teurer, die Umwelt dankt es uns allerdings. Unterwegs sind wir in einem 37 Jahre jungen Boots-Oldtimer, der von uns gehegt und gepflegt wird. Diesen wollen wir möglichst lange erhalten, was auch nachhaltig ist.

Die MS Altmühlsee ist ständig im Einsatz?

Von April bis Oktober fährt sie regelmäßig und ist eine der wichtigen, touristischen Attraktionen am Altmühlsee. Daneben wird sie als einzigartiger Trauort immer beliebter. Ganz ehrlich: Was kann schöner als eine Hochzeit auf See sein? Viele chartern das Schiff auch für Firmenevents, Geburtstags- oder Familienfeiern. Dann gibt es noch so manche Themenfahrt, beispielsweise zusammen mit dem LBV oder der Stadtjugendpflege. Persönlich gefallen mir die Dämmerungs- und Vollmondfahrten, da sich der See von einer anderen Seite zeigt.

Was schätzen Sie persönlich an der Region Gunzenhausen?

Mir gefällt, wie unkompliziert alles ist. In der Region Gunzenhausen begegnet man sich auf Augenhöhe und spricht Themen offen an. In der Freizeit bin ich häufig mit dem Fahrrad unterwegs und freue mich über die tollen Radwege.

Hohe Resonanz für Kleinprojekte

Regionalbudget löst Investitionen in den zwei ILE-Regionen aus

Lastenräder, digitale Info-Stelen, ein Mehrgenerationenspielplatz, die Optimierung von Fahrrad-Infrastruktur, Outdoor-Fitnessgeräte, die Ausschilderung von Winterwanderwegen oder ein Sternen-Aussichtspunkt sind in ihrer Summe alles kommunale Anliegen, für die mit dem Programm des „Regionalbudgets für Kleinprojekte“ seit 2020 eine Möglichkeit der Förderung auch dann besteht, wenn das finanzielle Volumen bei den meisten anderen Programmen für eine Unterstützung unter die sog. Bagatellgrenze fällt. Dieses durch die Ländliche Entwicklung neu aufgelegte Programm hat bisher weit über 1.700 Kleinprojekte mit einer Gesamtsumme über 13,7 Mio EUR unterstützt, mit denen Investitionssummen von rund 20 Mio EUR bayernweit ausgelöst wurden.

Auch in 2022 wurde dieses Programm der Ländlichen Entwicklung wieder sehr gut angenommen und es sind in den beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften der ILE-Regionen Altmühltal sowie Fränkisches-Seenland-Hahnenkamm insgesamt 39 Projekte eingereicht worden. Davon wurden 24 Projekte in einem Auswahlverfahren gewählt, die bei einer Fördersumme von 200.000 EUR Gesamtinvestition von rund 353.690 EUR im Laufe des Jahres 2022 auslösen werden.

Mit den Mitteln des Regionalbudget werden Kleinprojekte – das sind Vorhaben bis max. 20.000 EUR Investitionssumme netto – mit bis zu 80 %, höchstens aber pro Projekt 10.000 EUR netto gefördert.
Den beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften standen dafür seit 2020 jeweils 100.000 EUR Fördermittel zur Verfügung. Um diese Summe angemessen auf eingereichte Projektanträge aufteilen zu können, wurde von den beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften je eine Projektgruppe (aus öffentlichen Vertretern, aus Vereinen und Verbänden, aus Unternehmen und aus Personen mit besonderer Fachkompetenz) eingesetzt und es wurden Bewertungskriterien mit neun regionalwirtschaftlich bedeutsamen Indikatoren aufgestellt. Außerdem mussten alle zu fördernden Projekte mindestens einem oder mehreren Handlungsfeldern des jeweiligen ILE-Konzeptes zuzuordnen sein.

So sind seit 2020 alleine in diesen beiden ILE-Regionen des Landkreises jetzt 77 Projekte unterstützt worden, die bei einer Fördersumme von 580.000 EUR in diesem Zeitraum Gesamtinvestitionen von 1,2 Mio EUR auslösen konnten. Schwerpunkte der jetzt bewilligten Projekte bildeten Maßnahmen zur Aufwertung des dörflichen Gemeinwesens, des Tourismus und der dörflichen Kultur. Dazu zählten im Altmühltal u.a. die Einrichtung barrierefreier öffentlicher WC-Anlagen in Wettelsheim und Meinheim, die umweltfreundliche Umgestaltung von Spielplätzen in Markt Berolzheim, ein Mehrgenerationen-spielplatz in Möhren, die Sanierung eines Dorfangers in Göhren, Outdoor-Fitnessgeräte in Dittenheim und Trommetsheim, die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in Langenaltheim bzw. der Infrastruktur der Badeanstalt in Solnhofen, die Errichtung von Aussichtsfernrohren auf der Gelben Bürg bei Sammenheim, die Errichtung einer Erholungsanlage an der Altmühl in Solnhofen, die Unterstützung des „Treuchtlinger Kultursommer“ oder der Aufbau des in Treuchtlingen angesiedelten Projektes „Altmühltaler Weiderind“.
Im Bereich der ILE-Region Fränkisches Seenland-Hahnenkamm waren diese geförderten Maßnahmen u.a. ein Erprobungsprojekt für Lastenfahrräder, der Aufbau eines Sternenparks bei Hechlingen, die Beschaffung einer Seniorenrikscha in Pfofeld, der Ausbau eines Winterwanderwegenetzes am Brombachsee, eine digitale Infostele am Muhrer Altmühlseeufer, Schutzpavillon- und Zeltprojekte für die Dorfgemeinschaften von Dornhausen, Aha und Auhausen-Dornstadt, eine Kitzrettungsdrohne, ein öffentlicher Bücherschrank in Muhr am See, ein Verkaufsautomat bei einem bäuerlichen Direktvermarkter in Pfofeld und die Sanierung eines Bade- und Erholungsweihers in Polsingen.

Die Abwicklung dieses Förderprogramms wurde als jeweils „Verantwortliche Stelle“ von den beiden Verwaltungsgemeinschaften Gunzenhausen und Altmühltal vorgenommen, die sich der Umsetzungsbegleitung durch die FUTOUR Regionalberatung aus Haundorf bedienen.

In diesem Sinne erhoffen sich die Kommunen aus den beiden Kommunalen Arbeitsgemeinschaften und deren beide Vorsitzende, Bürgermeister KH Fitz aus Gunzenhausen sowie Dr. Kristina Becker aus Treuchtlingen, dass mit dem aktuell noch bis 2023 laufenden Programm „Regionalbudget“ des Amtes für Ländliche Entwicklung Mittelfranken weitere Kleinprojekte aufgegriffen werden können, die sonst deutlich weniger Realisierungs-Chancen hätten. Besonders erfreut zeigten sich beide, dass sich Staatsministerin Kaniber wegen des großen Erfolgs dieses Programms auch dafür einsetzen will, dass dies über die Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe auch über das Jahr 2023 geführt werden kann. Und es wurde begrüßt, dass die interkommunalen Zusammenschlüsse nun bereits im Vorfeld des Maßnahmenbeginns eine Förderzusage erhalten. Damit bleiben den Projektträgern deutlich mehr Zeitspielräume zur Umsetzung und damit Qualität der Maßnahmen.

DIETER POPP, Regionalberater Future, Haundorf

Projekt
Ertüchtigung der Badeanstalt in Solnhofen
Marketingmaßnahmen für das Projekt Altmühltaler Weiderind
WC-Einbau bei der Christus-Kirche Wettelsheim
Umweltfreundliche Gestaltung von Kinder-Spielplätzen in Markt Berolzheim
Bau eines Mehrgenerationenspielplatz in Möhren
Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in allen Ortsteilen von Langenaltheim
Sanierung des historischen Dorfangers „Hüll“ in Göhren
Verbesserung der Aufenthaltsqualität an einem Platz an der Altmühl Solnhofen
Errichtung eines behindertenfreien WC am Friedhof Meinheim
Installierung von Ausssichtsfernrohren an der „Gelben Bürg“ oberhalb von Sammenheim
Errichtung von Outdoor-Fitness-Geräten an der Freilufthalle Dittenheim
Bau eines Familien-Fitness-Bolzplatze  in Trommetsheim
Unterstützung des Programms „Treuchtlinger Kultursommer“

Damit Radwege in Schuss bleiben

Verlässliche Orientierung ist wichtig

Sichtlich begeistert vom „Handbuch Qualitätsmanagement Radverkehr“ (von links): Regina Bremm vom Romantischen Franken, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Bürgermeister Georg Held, Bauhofleiter Kurt Binder, Herbert Lindörfer von der LAG Region an der Romantischen Straße, Anuschka Hörr von der LAG Hesselberg und Radverkehrsbeauftragte Maria Neundörfer vom Landratsamt Ansbach. Foto: LRA/Hähnlein

Um Radwege in einem Top-Zustand zu halten, greift der Landkreis Ansbach auf ein bayernweit einzigartiges Werkzeug zurück. Das „Handbuch Qualitätsmanagement Radverkehr“ unterstützt die 58 Städte, Märkte und Gemeinden dabei, das umfangreiche Netz beschilderter Radrouten in Schuss zu halten. Die bekannten Wegweiser mit grüner Schrift auf weißem Grund bieten Radlern so eine verlässliche Orientierung. „Die Beschilderung der Radwege wurde in den vergangenen Jahren massiv vorangebracht. Das war eine tolle Gemeinschaftsleistung. Die Orientierung funktioniert, und zwar auch ohne Karte oder Smartphone, was ja auch mal ganz angenehm ist“, sagte Landrat Dr. Jürgen Ludwig bei der Vorstellung des Handbuchs in der Gemeinde Burk.

Realisiert wurde das Handbuch, das es in einer Kurz- und einer Langfassung gibt, vom Tourismusverband Romantisches Franken. „Die Rückmeldungen der Bürger und der Gemeinden sind extrem wichtig, wenn es darum geht, das Radwegenetz am Leben zu halten und weiterzuentwickeln“, sagte Geschäftsführerin Regina Bremm. Im Handbuch ist daher genau vermerkt, wie bei der Qualitätskontrolle vorzugehen ist. Dazu gehört, dass alle Schilderstandorte im Gemeindegebiet einmal pro Jahr abgefahren und der Ist-Stand mit dem Soll-Stand im Handbuch verglichen wird, so Maria Neundörfer, Radverkehrsbeauftragte am Landratsamt Ansbach. Die Gemeinde Burk hat diese neue Aufgabe heuer am schnellsten erledigt. Bürgermeister Georg Held und Bauhofleiter Kurt Binder wissen, wie wichtig es ist, dass Radwege in gutem Zustand und Schilder gut erkennbar sind. Deswegen wird, sagte Binder, wenn nötig auch geputzt, ausgebessert und Wildwuchs zurückgeschnitten, wenn er einen Wegweiser verdeckt. Änderungen von Routen, wenn auch nur kleine, werden der Radverkehrsbeauftragten gemeldet. Denn sie sorgt dafür, dass auch die elektronischen Systeme hinter der Beschilderung auf Stand bleiben. „Es kommen gute Rückmeldungen von den Kommunen“, freut sich Maria Neundörfer.

Gefördert wurde die Umsetzung des „Handbuchs Qualitätsmanagement Radverkehr“ von Mitteln aus dem europäischen Förderprogramm „Leader“. Dazu haben die zwei Lokalen Aktionsgruppen (LAG) „Region an der Romantischen Straße“ und „Hesselberg“ die Fördertöpfe angezapft. Herbert Lindörfer, Vorsitzender der LAG „Region an der Romantischen Straße“, lobte die gute Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten. Hier gehe es nicht nur um eine Aufwertung der touristischen Attraktivität, sondern auch um die Unterstützung der Alltagsradler. Weil auch die LAG „Hesselberg“ als Kooperationspartner mit im Boot ist, konnte die Förderquote weiter erhöht werden. „Die Stärkung des Radverkehrs ist ein wichtiger Teil unserer Entwicklungsstrategie“, berichtete Anuschka Hörr vom LAG-Management.

Die Region Altmühlfranken entdecken

Neue Heimat- und Sachunterrichtsmaterialien für Kindergärten und Schulen

Die Schulleitungen der Grundschulen, Mittelschulen sowie Förderzentren bei der Übergabe der Materialien. Foto: LRA

Seit 2018 hat der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ein regionales Heimat- und Sachunterrichtsbuch, das jährlich an die Drittklässler verteilt wird. Das Buch ist an den Lehrplan angepasst und beschäftigt sich mit den regionalen Besonderheiten unseres Landkreises, um die regionale Identität bereits im Kindesalter zu stärken. Im Rahmen des Wettbewerbs „Regionale Zukunftsprojekte“ wurde das HSU-Buch mit einer Sonderförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ausgezeichnet. Über diese Sonderförderung konnten weitere Materialien und Projekte für die frühkindliche Bildung, den Grundschulbereich sowie auch für die weiterführenden Schulen umgesetzt werden. Bei der Schulleiterdienstbesprechung von Grundschulen, Mittelschulen sowie Förderzentren wurden die ersten Materialien nun an die Schulleitungen übergeben.

Zu Beginn des Schuljahres wurde bereits der neu gestaltete Willkommensbrief mit passendem Kuvert an die Schulanfänger verteilt. Der Brief ist in Form einer Wort-Bild-Geschichte umgesetzt worden, sodass Eltern und Kinder gemeinsam lesen und die ersten Schultage Revue passieren lassen konnten. Der Einschulungsbrief bildet auch unser neues regionales Maskottchen ab, den Kiebitz, der ebenfalls durch die Sonderförderung realisiert wurde. Mit dem Kiebitz wurde ein für den Landkreis typisches Tierchen gewählt, denn der Wiesenbrüter kann vor Ort beobachtet werden.

Der Kiebitz Fridolin ist bei allen neu entwickelten Materialien und Projekten dabei und begleitet die Kinder nun vom Kindergarten bis zur Schule durch den Landkreis. Insgesamt wurden drei regionale Büchlein im Pixi-Format gestaltet, die sich mit den Themen Wasser, Römer und der Region allgemein befassen. Die Themen Wasser und Römer haben für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eine besondere Bedeutung, die zu unserer regionalen Identität beiträgt. Bedeutsame Relikte der römischen Zeit sind auch heute noch im Landkreis sichtbar und erlebbar. Die Seen prägen das Landschaftsbild, dienen der Naherholung und erfüllen gleichzeitig auch eine wichtige Funktion zur Wasserverteilung in ganz Bayern. Mit den Büchlein, die beide Themen ausführlich und kindgerecht aufgreifen, soll weiter zur Stärkung der regionalen Identität und zwar bereits im frühkindlichen Bereich beigetragen werden.

Passend hierzu wurden ein Puzzle zum Thema Römer mit 30 Teilen und eines für die Region als Ganzes mit 96 Teilen entwickelt. Auch ein Memo-Spiel, welches die Inhalte aus den regionalen Büchlein aufgreift, wurde gestaltet. Um die Region nicht nur durch Geschichten und Spiele besser kennenzulernen, gibt es zusätzlich eine magnetische Landkreiskarte, bestehend aus 9 Einzelteilen sowie 15 Magnetbildern mit regionalen Besonderheiten. Hier können die Kinder über die Karte die geographischen Merkmale der Region wahrnehmen und über die Magnetbilder ihre Orts- und Landkreiskenntnisse festigen. An die richtige Stelle gepinnt werden können unter anderem die Wülzburg, der Märzenbecherwald oder der Karlsgraben.

Bei allen Projekten liegt der Fokus auf dem Landkreis als Ganzes. So kann die besondere Vielfalt, die vorhanden ist, bestmöglich abgebildet werden. Alle Projekte wurden gemeinsam mit regionalen Partnern umgesetzt.

Im Rahmen der Schulleiterdienstbesprechung von Grundschulen, Mittelschulen sowie Förderzentren sind die ersten Materialien an die Schulleitungen übergeben worden. „Ob im Unterricht, der Mittagsbetreuung oder in Lernwerkstätten – die neuen Materialien können vielfältig eingesetzt werden und sollen dazu beitragen mit Spaß den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zu entdecken,“ lobt Landrat Manuel Westphal das Projekt. Im Laufe der nächsten Wochen werden die Materialien dann auch an weitere Einrichtungen, wie die Kindertageseinrichtungen, übergeben.

„Raus aus der Großstadt“

Paul Pfeifer: Jungsozialisten gegen Sondervermögen Bundeswehr

Auf ihrer ordentlichen Landeskonferenz wählten die bayerischen Jusos den Münchner Kilian Maier (28) mit 86 Prozent zu ihrem neuen Vorsitzenden. Er tritt damit die Nachfolge von Anna Tanzer an, die für eine Wahl nicht erneut zur Verfügung stand. “Die Aufgaben die vor uns liegen sind enorm: Nicht nur die Folgen des Kriegs in der Ukraine, sondern auch die bayerische Landtagswahl erfordert progressive Antworten. Soziale Gerechtigkeit in Bayern wird es nur mit einer linken Sozialdemokratie geben, dafür braucht es uns Jusos. Wir nehmen den Rückenwind aus der Bundestagswahl mit und werden weiterhin Verantwortung in der SPD und in den Parlamenten übernehmen und für unsere Vision für Bayern kämpfen.”, so Maier zu seinen Zielen als Landesvorsitzender. Als stellvertretende Vorsitzende wurden Alessia Keller (22) aus Oberfranken und Sophie Hofer (24) aus Niederbayern gewählt.

Aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen durfte der neue Juso Vorsitzender Paul Pfeifer für den Bezirk Mittelfranken an der Konferenz teilnehmen. Als einer der Wenigen, der die ländliche Region vertrat, setzte er immer wieder den Fokus „raus aus der Großstadt“. Als es zum Beispiel um Erschließungsbeiträge ging, verdeutlichte er die unterschiedliche Preissituation zwischen Stadt und Land erfolgreich.

Beim Thema „100 Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr“ wurde es zum Ende der zweitägigen Veranstaltung spannend. Es wurde ausführlich über mehrere Stunden sachlich und differenziert über einen Antrag des Landesvorstands diskutiert. Bei der Abstimmung sprach sich dann eine große Mehrheit der jungen Sozialistinnen und Sozialisten für das Schriftstück und damit gegen die 100 Milliarden Sondervermögen für die Bundeswehr aus. „Wir sind nicht bereit 100 Milliarden Euro ohne parlamentarische Kontrolle und ohne Wirtschaftsplan an die Bundeswehr auszubezahlen“, erklärte Pfeifer, der dem ebenfalls zustimmte. Unter anderem fordern die Delegierten in dem Papier: „Ein Einstellen der Verschwendung von Milliarden staatlicher Mittel durch die Bundeswehr durch zum einen, Einstellung der in Teilen rechtswidrigen und überteuerten Berater*innen-Praxis, etabliert durch die heutige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, und zum anderen, eine umfassende Überprüfung des Beschaffungswesens, der Immobilienwirtschaft und der Personalpolitik der Bundeswehr.“ Außerdem fordern die Jusos: Umfassende Transparenz bei den Wehrausgaben und eine Aufklärung der verschwenderischen Politik durch die Unionsminister*innen durch parlamentarische und externe Kontrolle.