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Mit Hubert im Ochsenstall

Traditioneller Bieranstich des Ellinger Josefibocks

Fürst Carl Christian und Fürstin Katalin (rechts) prosteten mit Minister Aiwanger, den Bierköniginnen, dem Braumeister und der Geistlichkeit (links). Fotos: Falk

Hubert ist in aller Munde. So auch beim Josefibock-Anstich der Fürst Carl Schlossbrauerei in Ellingen. Der bayerische Wirtschaftsminister war heuer Ehrengast der Veranstaltung im historischen Ochsenstall. 280 Gäste aus allen Teilen der Gesellschaft waren der Einladung von Fürst Carl Christian von Wrede und Fürstin Katalin gefolgt.

Die halbstündige Verzögerung der Ankunft des stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger brachte die Zeitplan gehörig durcheinander, aber nicht die Regisseure des Abends. So durften sich die Gäste bei Lachsröllchen, Rinderroulade und buntem Pflücksalat schon einmal vorab stärken bis es zum Anstich des Josefibocks kam. Den erledigte der prominente Ehrengast aus Niederbayern bei Assistenz des fürstlichen Paares mit zwei treffsicheren Schlägen. Die evangelische Pfarrerin Sibylle Bloch und der katholische Stadtpfarrer, Domvikar Dr. Thomas Stübinger, segneten mit durchaus launigen Bemerkungen den Josifibock. Jens Lohmüller und seine Wirtshausmusikanten präsentierten sich in einer Performance, die dem Anlass alle Ehre machte.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Kreis der Gastgeber und Ehrengäste. Fotos: Falk

Aiwanger verzichtete auf verbale Hiebe gegen den politischen Gegner und hielt sich somit an die Ratschläge von Maxi Schafroth, die alle Politiker anlässlich des Starkbieranstrichs auf dem Münchner Nockherberg bekommen hatten. In geschliffener freier Rede äußerte sich der Politiker der Freien Wähler zu den aktuellen gesellschafts- und staatspolitischen Themen. Er gab sich als Repräsentant der schweigenden Mehrheit im Lande, wies übertriebene Forderungen von Minderheiten zurück und forderte die Menschen auf, von ihrem gesunden Menschenverstand Gebrauch zu machen statt immerzu nur dem Mainstream hinterher zu laufen. Er forderte dazu auf, sich zu engagieren  und das Feld nicht denen zu überlassen, die mit ihrer Politik Deutschland schädigen wollen. Nicht wenige hatten sich auf eine verbale Schlacht mit populistischen Ausschlägen eingestellt und wohl eine Neuauflage des Aschermittwochstheaters gehofft, da endete der Auftritt des Niederbayern und Hubert Aiwanger wünschte einen schönen Abend.

Den hatten die Gäste, denn „Bruder Barnabas“ alias Alexander Höhn übertraf sich und lieferte nach dem Urteil aller die beste Büttenrede ab, die in Ellingen in den letzten Jahren zu hören war. Er nahm nicht nur die „Öllinger“ Gegebenheiten ins kritische Visier, sondern widmete sich in kabarettistischer Manier den Akteuren der Weltpolitik, auf jeden Fall denen in Berlin und München.  

Unter den Gästen des Abends waren auch der neue Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster, MdB Artur Auernhammer, MdL Wolfgang Hauber, der frühere 1. FCN-Präsident Gerd Schmelzer, Dr. Lothar Ebbertz (Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds) und die Altmühlfränkische Bierkönigin Luisa Dudel. Natürlich durfte die lokale Prominenz, angeführt von dem langjährigen Europaabgeordneten Dr. Ingo Frieddrich, nicht fehlen. Stammgäste sind seit vielen Jahren die treuen Geschäftsfreunde des fürstlichen Hauses.

Der Josefibock, gepaart mit dem dreigängigen Menü des Döckinger Cateringunternehmens Stadelmann, war schließlich die Gewähr für einen feuchtfröhlichen Abend. Alle waren sich einig: Der Josefibock-Bieranstich gehört zum gesellschaftlichen Leben im Barockstädtchen. Möge die Verbundenheit der Menschen aus der Region mit der jungen fürstlichen Familie noch lange währen!

WERNER FALK

Weihnachtsfeier für Menschen mit Behinderung

Die Stadt Gunzenhausen hatte eingeladen


Wir lieben Weihnachtsbräuche, zeugen sie doch von Kultur und einem gut funktionierenden gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als aufgeklärte Menschen wissen wir um die Bedeutung gegenseitigen Respekts, sind tolerant und zeigen uns Schwächeren gegenüber solidarisch. Vor kurzem lud die Stadt Gunzenhausen daher wieder zur traditionellen Weihnachtsfeier für Menschen mit Behinderung ein, angesprochen waren Männer und Frauen aus der Werkstatt Laubenzedel sowie Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnheime von Diakoneo und der Gunzenhäuser Regens-Wagner-Stiftung. In der gut besuchten Stadthalle feierten rund 250 Menschen mit geistiger oder körperliche Beeinträchtigung ein paar schöne, besinnliche Stunden.
„Die Weihnachtsfeier ist eine schöne Tradition und ein kleiner Dank für die gute Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Einrichtungen und Wohnhäuser“, betonte Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Weihnachten ist das Fest der Nächstenliebe und des Zusammenhalts. Gesellschaftliche Teilhabe ist wichtig, denn Menschen mit Behinderung oder Handicap gehören einfach zu uns.“
Zu einer standesgemäßen Weihnachtsfeier gehören nicht nur gute Laune, Christstollen und Tannenbaum, sondern auch festlich geschmückte Tische, Weihnachtslieder und natürlich Geschenke. Letztere hatte das Christkind Pauline Eder dabei. Mit einem Lächeln im Gesicht
brachte sie Besucherinnen- und Besucheraugen zum Leuchten. Musikalisch stimmungsvoll umrahmt wurde das Programm vom Männergesangverein Liederkranz Laubenzedel-Büchelberg unter Leitung von Wolfgang Belzner.
Ein Grußwort gab es in diesem Jahr von Robert Steinberger, Werkstattleiter Diakoneo. Thomas Thill, Vorsitzender Lebenshilfe Altmühlfranken und Joachim Gamperling, stellv. Leiter von Regens Wagner mussten sich kurzfristig leider entschuldigen. Pfarrer Claus Bergmann und Stadtpfarrer Martin Seefried rundeten das Programm mit einer tollen Geschichte und Gebeten ab. Die Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen haben die Weihnachtsfeier mit einer finanziellen Zuwendung in Höhe von 1000 Euro großzügig unterstützt.
Mit dem gemeinsamen Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ fand die Feier ein Ende. „Wir haben große Menschlichkeit und Freude gespürt“, ergänzte Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Kommen Sie alle gut in das Jahr 2024 und tragen sie weiterhin Gunzenhausen im Herzen.“

Ein Vergleich mit 1930

Bemerkenswerter Beitrag in der Zeitschrift für Landesgeschichte

Zeichnungen des Münchner Künstlers Rudolf Wirth von 1930.

Die Sorge um die Demokratie ist berechtigt, denn der Stimmenzuwachs für die rechtsradikale AfD  muss alle alarmieren, denen es um die Bewahrung unserer staatlichen Ordnung und unserer freiheitlichen Gesellschaft geht.  In diesen Wochen wird viel über das Emporkommen der politischen Rechten spekuliert.  Sie profitieren von der unbefriedigenden Situation, die gekennzeichnet ist vom Verlust die Glaubwürdigkeit der Regierenden, der etablierten Parteien. Nicht wenige wünschen sich  den „starken Mann“ und suchen die Nähe zu nationalsozialistischen Begrifflichkeiten.

Erinnerungen an die Vergangenheit in Deutschland werden wach.  „Weimar kommt nicht wieder“, trösten die Optimisten“, „Wir bekommen Weimarer Verhältnisse“ argwöhnen die  Skeptiker. Immer wieder tun sich Parallelen auf, zum Beispiel diese: Heinrich Brüning, Reichskanzler im Jahr 1930, erblickte in den von ihm angestrebten Neuwahlen die Chance, die damalige Finanzkrise  durch Steuererhöhungen und Kürzung der Staatsausgaben abzuwenden.  Heute wissen wir, dass sein Plan scheiterte und der bis dato eher unbedeutenden NSDAP einen erdrutschartigen Zuwachs brachte. „Das war der Auftakt des schrittweisen Verfalls der Demokratie in Deutschland und bildete den Beginn eines unaufhörlichen Abdriftens in die Diktatur, aus der es bis um vollkommenen Zusammenbruch 1945 kein Entrinnen mehr geben sollte“, urteilt die Autorin Stephanie Ruhwinkel in ihrem Beitrag zur Wahlkampagne der Bayerischen Volkspartei 1930 gegen Hitler. Veröffentlicht ist er in der neuen Ausgabe der „Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte“ (Band 86/2023).

Nun, so instabil wie die Verhältnisse in der Weimarer Republik, also der ersten deutschen Demokratie von 1919 bis 1933, ist die Lage heute nicht, aber reizvoll und lehrreich ist der Blick zurück doch. Damals lieferten sich 25 Parteien in zwei Monaten  einen gnadenlosen Wahlkampf um die Stimmen der 43 Millionen Deutschen. Die etablierten Parteien verloren gewaltig, die neue NSDAP war die große Gewinnerin. Der Historiker Joachim Fest spricht von einem „Wendepunkt in der Geschichte der Weimarer Republik“, die der „Agonie des Staates im Ganzen“ ankündigte.

Die Autorin Stephanie Ruhwinkel  hat die Wahlkampagne der Bayerischen Volkspartei untersucht und geht unter dem Titel „Nun bin ich Diktator im Reich der Trümmer und der Toten“  auf die damaligen Werbemittel ein, zu denen die Druckgraphiken  des Münchner Künstlers Rudolf Wirth zählten. Die BVP gehörte zu den Stimmen, die vor der nationalsozialistischen Gefahr warnten.  Wirth illustrierte in ihrem Auftrag holzschnitzartige Flugblätter gegen Hitler. Der Wahlkampf in den dreißiger Jahren war den visuellen Darstellungen späterer Jahre geprägt, das Wort bestimmte die Propaganda. Das hatte Adolf Hitler schon früh in seinem Buch „Mein Kampf“ erkannt: „Ich weiß, dass man Menschen weniger durch das geschriebene Wort als vielmehr durch das gesprochene zu gewinnen vermag, dass jede große Bewegung auf dieser Erde ihr Wachsen den großen Rednern und nicht den großen Schreibern verdankt.“

Wirth zeichnete Hitler in unverkennbarer Physiognomie, in der Uniform der SA und in breitbeiniger, herrschaftlicher  Pose auf brennenden Ruinen und schrieb darunter. „Nun bin ich Diktator im Reich der Trümmer und der Toten“.  Sein Bild vom brennenden Trümmerhaufen hätte gut eine Vorschau auf das Kommende sein können, nämlich auf Tod und Zerstörung durch die Nazis.

Der Münchner Künstler konnte während des Dritten Reiches künstlerisch tätig bleiben, denn seine Werke galten nicht als „entartet“.  Gleichwohl aber geriet er nach dem Kriegs ins Abseits und kann deshalb zur „verschollenen Künstlergeneration“   gezählt werden.

WERNER FALK

LBV im Bunde mit Golfanlage

Golfplatz Zollmühle setzt Naturschutzprogramm fort

Am Freitag, 27. Oktober 2023 um 16 Uhr wird an der Golfanlage Zollmühle offiziell die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Naturschutzverband LBV und der Golfanlage Zollmühle unterzeichnet. Die Golfanlage Zollmühle ist eine familiengeführte Golfanlage mit rund 1.000 Mitgliedern. Auf der 18-Loch-Anlage werden bereits seit 2021 verschiedene Naturschutzmaßnahmen durchgeführt. So wurde die Golfanlage Zollmühle bereits für ihre erfolgreiche Teilnahme am „Blühpakt Bayern“ durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz als „Blühender Golfplatz“ ausgezeichnet.

Gemeinsam mit dem LBV sollen diese Bemühungen hin zu mehr Naturschutz nun weiter vorangetrieben werden. „Wir freuen uns sehr darüber mit dem LBV einen so anerkannten Naturschutzverband als Biodiversitätspartner gewinnen zu können, der sich bereits seit vielen Jahren für die Natur in unserem
Landkreis einsetzt und ein hohes Ansehen genießt.“, so Sonja Eineder von der Golfanlage Zollmühle.


Auch der LBV freut sich über die bevorstehende partnerschaftliche Zusammenarbeit. „Naturschutz und Golf. Was sich zunächst wie ein Widerspruch anhört, kann gut zusammen funktionieren. Wir freuen uns sehr über die bevorstehende Kooperation! Gemeinsam wollen wir den Naturschutz im Landkreis noch weiter voranbringen und noch mehr Leute für den Schutz unserer Biologischen Vielfalt begeistern.“, erklärt der LBV Vorsitzende Sebastian Amler.