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Nachhaltige Bewirtschaftung

Vertragsnaturschutz 2020 übertroffen

Mit dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm werden im Jahr 2020 fast 4.000 Hektar Fläche in Weißenburg-Gunzenhausen ökologisch wertvoll bewirtschaftet – ein Rekordjahr! Foto: Landschaftspflegeverband Mittelfranken/Klaus Fackler

Das Jahr 2020 hat die vorangegangenen – auch schon guten – Jahre für den Bayerischen Vertragsnaturschutz im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen noch einmal deutlich übertroffen: Die Landwirtinnen und Landwirte haben sich dazu verpflichtet, weitere 2.700 Hektar Fläche nachhaltig und auf ökologisch wertvolle Weise zu bewirtschaften. Die Gesamtfläche umfasst damit fast 4.000 Hektar. Über 1,5 Millionen Euro fließen ab 2020 zusätzlich nach Altmühlfranken.

Die Gesamtsumme, die ab diesem Jahr über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) an landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ausbezahlt wird, liegt bei über 2,1 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf den Wiesen und deren Bewirtschaftung, welche möglichst die ökologische Vielfalt fördern soll.

Durch den Verzicht auf jegliche Düngung in Kombination mit einem späten Schnittzeitpunkt, in der Regel ab dem 15. Juni oder 01. Juli, werden langfristig floristisch sehr wertvolle Wiesen erhalten oder neu geschaffen. Der Düngeverzicht ist auch zum Schutz und der Verbesserung von Wasserqualität und Gewässerökosystemen eminent wichtig.

Besonders erfreulich sind aus naturschutzfachlicher Sicht die rund 275 Hektar, die im Wiesenbrütergebiet, entlang der Altmühl abgeschlossen wurden. Gerade in diesem Bereich ist eine auf Ökologie, Naturverträglichkeit und Artenvielfalt abzielende Bewirtschaftung besonders wichtig. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf dem Erhalt und den Schutz der Lebensräume für wiesenbrütende Vogelarten wie zum Beispiel Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine und Kiebitz.

Um die Wiesenbrüter und deren Lebensraum zu schützen, ist auf den Flächen im Wiesenbrütergebiet eine Bewirtschaftungsruhe ab dem 15. März bis zum vereinbarten Schnittzeitpunkt einzuhalten. Dadurch werden Störungen der Altvögel bereits bei der Revierabgrenzung sowie bei der Brut und der Jungenaufzucht vermieden und die Chance auf eine erfolgreiche Brut erhöht.

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang auch der Abschluss von gut 208 Hektar Fläche, die ab diesem Jahr im Landkreis mit dem Messerbalken gemäht werden. Mit der Wahl eines Messerbalkens kann die Zahl der Tiere und vor allem der Insekten, die durch die Mahd getötet werden, deutlich reduziert werden. Anders als mit einem Kreiselmähwerk entsteht bei einem Messerbalken keine zusätzliche Sogwirkung. Daher wäre eine Steigerung der mit Messerbalken gemähten Flächen in den kommenden Jahren wünschenswert.

Den zweitgrößten Anteil der Maßnahmen und der Flächen nehmen die Beweidungsflächen ein. Hier wird über das Vertragsnaturschutzprogramm die extensive Beweidung „schwieriger“ Flächen gefördert. Solche Flächen sind zum Beispiel an den Hängen am Hahnenkamm und vor allem im Altmühl- und Anlautertal zu finden. Die Beweidung der mageren Hangstandorte erfolgt überwiegend mit Schafen und Ziegen, die so die Offenhaltung der sehr artenreichen Magerrasen gewährleisten.

Auch Äcker und Teiche sind förderfähig, wenn die entsprechenden Bewirtschaftungsauflagen eingehalten und die naturschutzfachlichen Ziele erreicht werden. Äcker müssten zum Beispiel brachgelegt werden, damit durch die Strukturanreicherung und eine verringerte Ansaatdichte die Vielfalt der Ackerkräuter gefördert wird. Aber auch Feldbrütern wie Feldlerchen oder Wiesenweihen würde dadurch die erfolgreiche Brut möglich werden.

Bei ökologisch wertvollen Teichen erreicht man die Lebensraumverbesserung für gefährdete Arten ebenfalls durch eine extensive Nutzung. Dies bedeutet, dass Besatzvorgaben oder ein vollständiger Nutzungsverzicht vereinbart werden.

Durch die außergewöhnlich hohe Nachfrage der Bewirtschafter in diesem Jahr und die sehr gute Ausstattung mit Haushaltsmitteln konnten viele Flächen außerhalb der üblichen, naturschutzfachlich besonders wertvollen Gebietskulissen, wie Naturschutzgebieten, Natura2000-Gebieten oder dem Wiesenbrütergebiet im Altmühltal, ins Programm aufgenommen werden. „Dieses Jahr konnte somit ein erster Schritt zur Erreichung eines flächigen Biotopverbunds gemacht werden, indem der Naturschutz mehr in die Fläche gebracht wird und sich nicht nur auf die Hotspots im Landkreis beschränkt“, sagt Naturschutzfachkraft Helen Sylvestre von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. „Wir freuen uns sehr über dieses besondere Engagement unserer Landwirtschaft im Landkreis und hoffen, dass wir uns auch 2021 wieder steigern können“, motiviert Helen Sylvestre abschließend.

Aktuelle Wahlergebnisse

Landratsamt und Stadtverwaltung informieren

Am Wahlsontag, 15. März, werden ab 18 Uhr im Sitzungssaal (Klosterflügel im Landratsamt, Bahnhofstraße 2 in Weißenburg) die vorläufigen Ergebnismeldungen der Landrats- und Bürgermeisterwahl entgegengenommen. Die Auswertung der vorläufigen Wahlmeldungen ist öffentlich. Mit der ersten Veröffentlichung im Internet ist gegen 18.45 Uhr zu rechnen (wahlen.landkreis-wug.de) .

Die aktuellen Ergebnisse der Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen im Kreis können in der Regel am Wahlabend auf den jeweiligen Hompages der Städte, Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften abgerufen werden.

Die Wahlmeldungen der Kreistags- und Gemeinderatswahlen werden ab Montag ausgewertet.

Wie die Stadtverwaltung Gunzenhausen mitteilt, wird mit dem Ergebnis der Bürgermeisterwahl gegen 19 Uhr gerechnet (Bekanntgabe erfolgt im Raum Altmühltal der Stadthalle, danach Anschlag am Rathaus). Noch am Abend gibt es nach der Erfahrung von 2014 die ersten Nachrichten, wer in den Stadtrat gewählt worden ist und wie stark die Parteien künftig dort vertreten sind. Im Internet: Wahl-App “Wahlportal”, Kennwort: Gunzenhausen.

Beliebter Fernradweg

Radreisende schätzen den Naturpark Altmühltal

Vor dem Hintergrund der Burg Prunn verläuft der beliebte Radweg.

Einmal im Jahr befragt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die deutschen Radler zu ihren Gewohnheiten, Plänen und Lieblingsstrecken und veröffentlicht die Ergebnisse in seiner Radreiseanalyse. Der Altmühltal-Radweg hat es dabei unter die zehn beliebtesten Fernradwege geschafft.

Die Paradestrecke im Naturpark Altmühltal muss sich in den vergangenen Jahren mit einer immer größeren Konkurrenz messen. Die Zahl der Fernrouten ist gewachsen und es wurde viel investiert. Umso erfreulicher ist es, dass der Altmühltal-Radweg 2020 wieder unter den Top Ten zu finden ist. Er liegt auf Platz neun, vor dem Bodensee-Radweg.

Die ADFC-Radreiseanalyse zeigt auch, dass die Beliebtheit von Radreisen und Radausflügen weiter wächst. Die Entscheidung des Naturpark Altmühltal, das Thema Radfahren wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen und 2020 sogar zum Marketingschwerpunkt zu machen, kommt also genau zur richtigen Zeit. Die im Herbst 2019 gestartete „Radoffensive“ gibt dabei Impulse für die ganze Region. Viele Gemeinden haben bereits ihre Wege nach den empfohlenen Standards der sogenannten „FGSV-Richtlinien“ ausgeschildert und entwickeln Ideen, um die Wege mit den im Tourismuskonzept festgelegten Markenprinzipien der Region – Genuss, Urzeiten, Entschleunigung und Heimatverbundenheit – zu verknüpfen. Auf den Trend zum E-Bike hat sich der Naturpark Altmühltal als Partner des Projekts „Stromtreter“ bereits gut eingestellt. Außerdem kommt zum Altmühltal-Radweg, der als „Leuchtturm“ weiter gestärkt werden soll, bald eine neue regionale Langstrecke dazu: Der Geo-Radweg verbindet erdgeschichtliche Highlights zwischen Nördlinger Ries und Donaudurchbruch – und dabei auch die Schwerpunktthemen Radfahren und Geotourismus. Drei Rundkurse ermöglichen eine flexible Tourplanung. Im Herbst soll die neue Route offiziell eröffnet werden. 

Traumhafter Naturpark

Auf der Freizeit Messe Nürnberg vertreten

Traumhafte Landschaften, Biergenuss, Ammoniten und Dinos: Auf der Freizeit Messe Nürnberg präsentiert sich der Naturpark Altmühltal vom 26. Februar bis 1. März 2020 von seinen schönsten Seiten. Gleich am Mittwoch waren auch Landrat Anton Knapp, der Leiter der Tourist-Info Eichstätt Lars Bender, die Denkendorfer Bürgermeisterin Claudia Forster sowie Christoph Würflein, Geschäftsführer des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal, und der Beilngrieser Bürgermeister Alexander Anetsberger (von links) am Naturpark-Stand vertreten und erlebten einen erfolgreichen Messeauftakt mit großem Besucherinteresse. (Foto: Naturpark Altmühltal)

Medaille zum Messeauftakt

Bayerische Gastlichkeitsmedaille für Leo Pfister

Ministerialdirektorin Dr. Ulrike Wolf überreichte Leo Pfister auf der Reisemesse f.re.e die Bayerische Gastlichkeitsmedaille. Der Dollnsteiner Bürgermeister Wolfgang Roßkopf und Christoph Würflein, Geschäftsführer des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal, (von links) gratulierten. (Foto: Naturpark Altmühltal)

Über 130.000 Besucher strömten vom 19. bis 23. Februar 2020 auf die Reise- und Freizeitmesse f.re.e in München. Auch der Naturpark-Altmühltal erlebte einen großen Andrang am Stand. Zum Auftakt wurde außerdem die „Medaille für besondere Verdienste um die bayerische Gastlichkeit“ verliehen. Unter den Preisträgern war diesmal auch Leo Pfister, der Vorsitzende des Tourismusvereins Dollnstein.

Mit der Gastlichkeitsmedaille zeichnet das Bayerische Wirtschaftsministerium Ehrenamtliche aus, die zum Beispiel in touristischen Vereinen, bei der Pflege von Wander- und Radwegen oder als Gästeführer einen wertvollen Beitrag dazu leisten, das Reiseland Bayern für Besucher attraktiv zu gestalten. Am Mittwochvormittag, den 19. Februar 2020, nahm Leo Pfister auf der BR Showbühne die Auszeichnung entgegen. Zu den ersten Gratulanten gehörte Christoph Würflein, der Geschäftsführer des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal.

Die f.re.e feierte dieses Jahr Jubiläum: Bereits seit 50 Jahren findet die Münchner Reisemesse statt. Mit ihrem abwechslungsreichen Programm mit vielen Testflächen aus den Bereichen Outdoor, Wassersport und Radfahren und den über 1.300 Ausstellern begeisterte sie das Publikum: 97 Prozent der befragten Besucher beurteilten sie als ausgezeichnet, sehr gut oder gut. Vor allem der große Fahrradbereich passte perfekt zum diesjährigen Marketingschwerpunkt des Naturpark Altmühltal. Die Radelbegeisterten Messebesucher nahmen sich jedenfalls gern das Infomaterial am Stand mit – vor allem das neue Serviceheft zum Altmühltal-Radweg.

Georg Motzel, ein gebürtiger Arberger

Mittelalterlicher Chronist im Dienst des Fürstbischofs von Eichstätt

Zu den markanten Persönlichkeiten des Mittelalters, die aus Arberg stammen, zählt Georg Motzel, der im 17. Jahrhundert Generalvikar des Fürstbischofs von Eichstätt war. Er wird als ein Mann mit bewundernswertem Fleiß, mit einzigartiger Klugheit, Würde und Liebenswürdigkeit charakterisiert.  Georg Motzel (1605-1660)  hat der Nachwelt nicht nur Pfarrbeschreibungen hinterlassen, sondern berichtet in zwölf Bänden (nur noch sieben sind erhalten geblieben) von den Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg.

Autor Karl  Rieger nennt in „Alt-Gunzenhausen“, der Jahrespublikation des Vereins für Heimatkunde Gunzenhausen, den Familiennamen ungewöhnlich und mehrdeutig und bezieht sich auf die  Sprachwissenschaftler von heute. Die Familie wird im oberen Altmühltal erstmals um 1539 genannt, Georg Motzel gilt als der Stammvater der Arberger Motzel. Er war Kastner, sprich für die Finanzen im bischöflichen Amt Arberg zuständig, aber auch für die öffentliche Ordnung (Polizeigewalt), er fungierte als Waldaufseher und er war an mehreren Hexenverfolgungen beteiligt.  Von ihm stammen akribisch angefertigte Berichte zu den Kosten der Hexenprozesse, beispielsweise „Fanggeld“ für die Amtsknechte,  Verköstigung („Zehrung“) für die Wächter, Botenlöhne, Feuerholz, eiserne Ketten zur Fesselung und Entlohnung des Henkers.  In den 22 Jahren seines Dienstes hatte er auch das Richteramt inne. Aus den Ehehaftsordnungen, in denen die Rechte der Bauern und der Herrschaften geregelt waren, geht beispielsweise hervor, dass er 1598  den  Arberger Peckh mit einer Geldstrafe belegte, weil sich an einem „verbottenen Bußtag der Bäpstlichen Heylligkeit“ verlaubte, eine „Bradtwurst“ zu verspeisen.  Hannß Mayr, den „marggräfischen Unterthan zu Oberhabenbach“ (Oberhambach)  musste drei Gulden zahlen, weil er seinen Bruder in einem Mörsacher Wirtshaus „mit einer Hauen geschlagen“. Der Arberger Metzger Peter Peringer, der das Fleisch ungesalzen verkaufte und obendrein auch noch „Kling und Köpff unter den fleisch mitgewogen“ hatte, musste sechs Gulden blechen. „schwartz getreidt“ verarbeitete Andreas Friedlein Peckh zu einem minderwertigen Brotteig, dessen Pilz-Giftstoff eine halluzinogene Wirkung hatte (vergleichbar: LSD).

Der Vater schickte seinen Sohn gleichen Vornamens an die Universität nach Eichstätt und war bestrebt, ihn frühzeitig an die Wissenschaften heranzuführen, eine „vorzügliche Zierde der Jugend“.  Tatsächlich peilte er „sehnsüchtig nach dem philosophischen Lorbeer einer höheren Weisheit“.  Er ging auch nach Rom, um sich dort theologischen Lehren hinzugeben, kehrte aber bald nach Eichstätt zurück, wo ihn Fürstbischof Christophorus von Westerstetten 1632 in den Bischöflichen Rat berief und ihn zu seinem Generalvikar  in geistlichen Fragen machte. Er verfasste Pfarrbeschreibungen und schrieb mit der Hand zwölf Bände über den „Schwedenkrieg“ in Arberg und der Umgebung „ohne jegliche Bezahlung getreu nach meinem bescheidenen Talent“.

Demnach lagerten schon 1620 bayerische Reiter in Arberg und nahmen mit 343 Pferden Quartier. 1633 kam es auf den Feldern zwischen Ornbau und Triesdorf zu einer Schlacht zwischen kaiserlichen und schwedischen Truppen. Johann de Werth  und seinen 3000 kaiserlichen Soldaten standen 1500 „schwedische“ Reiter des Herzogs Bernhard von Weimar gegenüber.  Die Kaiserlichen zogen sich hinter die Ornbauer Stadtmauer zurück und flüchteten dann in Richtung Gunzenhausen, aber die schwedischen Truppen räuberten im Städtchen furchtbar und brannten in der Vorstadt bis zu 40 Häuser nieder. Sie töteten die Waffenmüller und den Müller Fackler von Wiesethbruck, nahmen alles Vieh mit, so dass im ganzen Amt Arberg nur mehr 17 Viecher vorhanden waren.  Komplett entvölkert waren am Ende Mörsach, Gothendorf, Röttenbach und Georgenhaag. Allein 1634 starben in Arberg 104 Menschen an Seuchen und Unterernährung. Was die marodierenden Soldaten in der Großlellenfelder  Pfarrei anrichteten, das ist nicht bekannt, da der Pfarrer „sich oft wochenlang in den Wäldern verstecken musste“, wie den Pfarrmatrikeln zu entnehmen ist, und daher keine Gelegenheit hatte, alles zu dokumentieren.

Übrigens: Georg Motzel hat seine letzte Ruhestätte im Eichstätter Dom unweit der Heiligen Walburga gefunden. Er war „reich an Verdiensten, aber nicht an Jahren“, bilanziert der Autor Karl Rieger, denn er starb erschöpft nach all den strapaziösen Jahren im Alter von 54 Jahren.

WERNER FALK

Altmühlfranken muss attraktiv bleiben

FW-Landratskandidat Stefan Bauer im Interview

Landratskandidat der Freien Wähler: Stefan Bauer aus Gunzenhausen. Foto: Heger

“Unser Altmühlfranken ist lebens- und liebenswert und muss so attraktiv erhalten werden”. Mit diesen Worten fasste der Landratskandidat der Freien Wähler, Stefan Bauer, seine politischen Ideen und Vorstellungen bei einem Pressegespräch zusammen. Der Gunzenhäuser Hotelier freut sich sehr über die positiven Reaktionen, die er besonders auch im südlichen Landkreisgebiet zu seiner Bewerbung zum Landrat erfahren hat.
In seinem Wahlkampfprogramm legt Stefan Bauer die Schwerpunkte seiner politischen Ideen und Aktivitäten auf fünf Grundthemen:


Ausbau des ÖPNV

Die Angebote des ÖPNV müssen für die Menschen günstiger und attraktiver sein als die Fahrt mit dem privaten Pkw. Dafür ist der Rufbus in Gunzenhausen bereits ein guter Anfang, der aber landkreisweit ausgebaut werden muss. Auch müssen die Taktungen der verschiedenen Linien im ÖPVN besser an die Fahrplän auf den Hauptverkehrslinien angepasst werden. Weiterhin möchte Stefan Bauer auch barrierefreie Bahnhöfe im gesamten Landkreis erreichen und die Möglichkeit schaffen, die Fahrräder in absperrbaren Boxen sicher an den Bahnhöfen abstellen zu können.


Tourismusgebiete müssen gleichberechtigt gefördert werden

Die großen Tourismusgebiete Naturpark Altmühltal und das Fränkische Seenland müssen gleichwertig gefördert und erhalten werden. Im Jahr 2019 mussten die Hoteleriebetriebe zwischen 5 und 10 Prozent Stornierungen abfangen, berichtet dre Hotelier aus der eigenen und der Erfahrung seiner Kollegen. Bei Gesprächen mit Gästen kamen dabei immer wieder die Blaualgensituation und der Schwammspinnerbefall im Burgstall ins Gespräch. Die Tourismusgebiete sind ein wichtiger Wirtschafts- und Erholungsfaktor, findet Stefan Bauer. Sie müssen dahe erhalten, geschützt und gefördert werden.


Mittelstand in Entscheidungen besser mit einbinden

Der im Landkreis sehr gut vertretene Mittelstand muss in die Entscheidungen durch bessere Kommunikation und Information enger eingebunden werden. Der vorhandene Fachkräftemangel kann dabei durch verschiedene Modelle (familienfreundliche Betriebe, mehr Homeoffice-Arbeitsplätze, Betriebskindergärten und ähnliche Maßnahmen) verringert werden. Durch entsprechende Zertifizierungen kann auch für die Betriebe ein zusätzlicher Anreiz für die Beteiligung an derartigen Maßnahmen geschaffen werden. Dafür ist aber die Verbesserung der Infrastruktur durch entsprechende Verkehrsanbindungen und das Internet zwingend erforderlich. Die noch vorhandenen Breitbandlücken und Funklöcher müssen geschlossen werden.


Der gute Ruf der Kliniken muss erhalten werden

Die Kliniken in der Region haben sich in den vergangenen 10 Jahren erheblich verbessert und ihren Ruf nicht nur regional, sondern auch international verbessert. Dieser Status quo muss unbedingt erhalten bleiben, um die medizinische Versorgung im Landkreis auch weiterhin qualitativ hochwertig zu sichern. Sie muss dabei aber besser auf die Bedürfnissen des ländlichen Raums abgestimmt werden und ihre
derzeitige Städtelastigkeit verlieren. Dies kann zum Beispiel durch die Förderung mobiler Landarztmodelle geschehen (z.B. einen Praxisbus der, regelmäßig die Dörfer besuch). Die bevorstehenden Investitionen in der Senefelder-Schule und dem Klinikum Weißenburg machen Kreditaufnahmen auf dem noch sehr günstigen Kreditmarkt erforderlich. Dabei muss die aktuell für die Gemeinden sehr günstige Kreisumlage solange als möglich gehalten werden. Der Landkreis hat sich auf Kosten der Städte und Gemeinden entschuldet und ist jetzt bei den anstehenden Investitionsmaßnahmen in der Pflicht, nicht wieder die Städte und Gemeinden damit zu belasten.
Die Demokratie lebt von den unterschiedlichen Meinungen. Daher lebt die politisch sehr stark engagierte Familie des Landratskandidaten auch lösungsorientiert und alle Familienmitglieder lernen dabei, mit Kompromissen eine gemeinsame Lösung zu finden. Als Freie Wähler will Stefan Bauer eine bürgernahe Sachpolitik betreiben ohne sich dabei von ideologischen und populistischen Strömungen beeinflussen zu lassen. Nur der gesunde Menschenverstand bringt den Landkreis und seine Bürgerinnen und Bürger auch weiter nach vorne. Er ist gesprächsbereit für alle Menschen und hat ein sehr kollegiales Verhältnis zu seinen Mitkonkurrenten. Grundsätzlich strebt er einen politischen Wechsel im Landratsamt an. Alles weitere entscheiden die Wähler mit ihrer Stimmabgabe. Dabei ist er sich auch bewusst, dass er gegen drei starke Konkurrenten antritt, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.
KLAUS HEGER

Beste Fluss-Radtour

Auszeichnung für Naturpark Altmühltal

Am 19. Januar 2020 ist die CMT in Stuttgart mit einem Rekordergebnis von über 300.000 Besuchern zu Ende gegangen. Auch für den Naturpark Altmühltal war der erste Messe-Auftritt des Jahres ein voller Erfolg, der noch dazu von einer überraschenden Auszeichnung gekrönt wurde: Die Leser des Magazins „Bike & Travel“ haben den Altmühltal-Radweg zur besten Flussradtour 2019 gewählt. Zur Wahl standen zehn Routen in ganz Deutschland und darüber hinaus. Carina Back (rechts) von „Bike & Travel“ übergab die Auszeichnung an Heike Baumgärtner, stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal. (Foto: Naturpark Altmühltal)

Werner Falk ist Nummer 1

FDP tritt mit 21 Bewerbern für Stadtratswahl an

Stadtrat Werner Falk führt die FDP-Liste an.

Mit 21 Bewerbern geht die FDP in den Stadtratswahlkampf. Das ist das Ergebnis der Nominierungsversammlung im Parkhotel Altmühltal. Voraus gegangen war bereits eine Präsentation anfangs September, die aus verfahrensrechtlichen Gründen nunmehr wiederholt wurde.  Angeführt wird die Stadtratsliste von Stadtrat Werner Falk.

Wie der Kommunalpolitiker vor Mitgliedern und Freunden erklärte, sei es seit 1946, dem Jahr der ersten Kommunalwahl in Bayern das erste Mal, dass die FDP mit einer fast vollständigen Kandidatenliste antreten kann. 21 Männer und Frauen mit einem Altersdurchschnitt von 55 Jahren bewerben sich.  Der Vorsitzende des FDP-Ortsverbands dankte ihnen für die Bereitschaft, sich zu engagieren und gegebenenfalls Verantwortung für die Stadt zu übernehmen. Er erwartet eine Aufstockung der Mandatszahl schon allein infolge der starken Listenpräsenz.

Zwei der Kandidaten (Günter Künzer und Dustin Bajorek), die im September nominiert worden waren, haben aus persönlichen Gründen ihre Bewerbung zurückgezogen, dafür sind mit Anna Friedel (frühere Seegasthof-Wirtin und heutige Inhaberin des „Friedolino“-Secondhandshops) sowie Werner Seifert (Vorsitzender des Seniorenbeirats Gunzenhausen) zwei neue dazu gekommen.

Der Nominierungsvorgang ging unter der Leitung von Michael Dassler aus Herzogenaurach, dem Bezirksschatzmeister der mittelfränkischen FDP, trotz einer Stichwahl und eines Losentscheids um Platz 2 flott voran. Hier das Ergebnis:  1. Platz Werner Falk, 2. Platz Beate Steinweg-Pitsch, 3. Platz Sigrid Niesta-Weiser.  Die Plätze 4-21 wurden in Blockwahl vergeben:  4. Timo Jungwirth, Ingenieur aus Aha; 5. Bianka Bauer, Immobilienmaklerin; 6. Reinhard Adolphs, Produktmanager; 7. Jürgen Meyer, Kaufmann; 8. Dr. Kurt Schubert, Diplomchemiker aus Unterwurmbach; 9. Robert Lehner, Leitender Angestellter; 10. Erna Hohenstein, Krankenschwester; 11. Nadja Wagner, Nachhilfedozentin; 12. Jochen Loos, Geschäftsführer; 13. Jochen Müller, Servicetechniker aus Aha; 14. Lesley Loy, Hotelmanagerin; 15. Alexander Saalbaum, Vertriebsingenieur  aus Frickenfelden; 16. Hans Meckel, Diplomingenieur; 17. Daniel Stein, Wirtschaftsingenieur; 18. Christian Mayr, Unternehmensberater aus Büchelberg; 19. Julia Bernwald, Grundschullehrerin; 20. Werner Seifert, Seniorenberater;  21. Anna Friedel, Hotelfachfrau.

Die Inhalte der Sachpolitik hat die FDP in acht Schlagworten zusammengefasst: Neues Werbekonzept „Gunzenhausen bewegt“, barrierefreier Bahnhof, Handwerkerhöfe schaffen, Arbeitsplätze sichern und Steuern stabil halten, Kostenkontrolle der Stadthalle, Rathaus online, Einkaufszentrum Marktplatz, offenes Verkehrskonzept. Stadtrat Werner Falk und Kreisrätin Sigrid Niesta-Weiser  erläuterten schwerpunktmäßig einige Eckpunkte und kündigten, dass sich die Bewerber mit einem Paket von Argumenten gerne dem Wähler stellen wollen.

Radtourismus wächst

Naturpark Altmühltal hat gute Karten

Auf dem Radweg unterwegs bei Schloss Prunn. Foto: NP Altmühltal

Über die Hälfte (52 %) der Deutschen nutzt das Fahrrad für Ausflüge oder im Urlaub und die Tendenz ist steigend wie die ADFC-Travelbike-Radreiseanalyse aus dem Jahr 2018 zeigt. Verständlich also, dass der Naturpark Altmühltal verstärkt auf diesem Wachstumsmarkt agieren wird. Welche Ideen, Innovationen und neuen Maßnahmen dabei gewählt werden sollen, wurde nun im Workshop „Radoffensive Naturpark Altmühltal“ ausgelotet, der im Kulturzentrum „Krone“ im Markt Kipfenberg stattfand. Christoph Würflein, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Naturpark Altmühltal, freute sich, „dass neben den Touristikern auch zahlreiche Bürgermeister an dem Workshop teilgenommen haben, da diese als Entscheider die Anregungen und Vorschläge mittragen und umsetzen müssen.“

„Radtourismus hat bei uns Tradition und ist ein Erfolgsgarant für den Naturpark Altmühltal“, betonte Rita Böhm, stellvertretende Landrätin im Landkreis Eichstätt und Mitglied des Vorstandes des Tourismusverbandes Naturpark Altmühltal in ihrem Grußwort: „Der Altmühltal-Radweg wurde bereits vor 40 Jahren eingeweiht – und war einer der ersten Fernradwege in Süddeutschland.“ Die Wettbewerbssituation hat sich seither geändert und deutlich verschärft, inzwischen werden vom ADFC rund 170 Fernradwege in seiner Radreiseanalyse bewertet.

Über den derzeitigen Planungsstand im Bereich Radtourismus informierten Christoph Würflein und Benjamin Hübel vom Informationszentrum Naturpark Altmühltal. Sie präsentierten u.a. den derzeitigen Stand der Beschilderung im radtouristischen Kernwegenetz, die Profilierungskampagne für den Altmühltal-Radweg, den neuen Geo-Radweg, der 2020 umgesetzt werden soll, und sprachen auch die Maßnahmen und Kooperationen an, die zum Thema „Mountainbiken im Naturpark Altmühltal“ geplant bzw. gestartet worden sind. Hier warben beide um die Unterstützung der Gemeinden, um zukunftsfähige Lösungen zu finden.

In ihrem Impulsvortrag schilderte Dr. Andrea Möller vom DWIF welche Entwicklungen im Radtourismus zu erwarten sind: „E-Bikes verändern die Zielgruppen und Reichweiten, sprich E-Bike-Fahrer bewältigen längere Touren und erreichen auch besser abgelegene Ziele und können Steigungen besser überwinden.“ Laut Möller fahren Ausflügler mit E-Bikes im Durchschnitt 50 bis 75 Kilometer lange (Rund-)Touren und sind dafür rund zweieinhalb bis drei Stunden unterwegs, Genussradler ohne Antriebshilfe legen kürzere Touren (30 bis 45 Kilometer) in dieser Zeit zurück.

Vorbei am Ferienzentrum Kratzmühle führt der schöne Altmühltal-Radweg.

„In Zukunft wird auch eine gut ausgebaute Infrastruktur mit sicherer Aufbewahrung wie Radgaragen oder gar Rad-Parkhäuser für die teuren E-Bikes und Tourenräder notwendig sein“, blickte Möller in die Zukunft. Ihrer Ansicht nach wird es auch entscheidend sein, „die Radwege mit einer Erlebnisinfrastruktur zu bereichern.“ Die Radwege sollen deshalb mit den vier im Tourismuskonzept für den Naturpark Altmühltal ausgearbeiteten Markenprinzipien „Genuss“, „Entschleunigung“, Urzeit“ und „Heimatverbundenheit“ verknüpft werden. Dies war auch die Überleitung in den praktischen Teil des Workshops, indem die Teilnehmer Routenvorschläge erarbeitet haben, die den neuen Anforderungen gerecht werden.