Thüringische Liberale zu Gast

Besichtigung des Ellinger Schlosses

Vor dem Bildnis von Feldmarschall Carl Philipp von Wrede, da sum 1820 entstanden ist: Rolf Thiering, Werner Falk, Dieter Hall und Johann Saalbaum.

Johann Saalbaum aus Gunzenhausen, der frühere FDP-Kreisvorsitzende, hat die Freundschaft mit den Thüringer Parteifreunden über mehr als 25 Jahre am Leben gehalten. Immer an Aschermittwoch kommen Parteifreunde aus Neuhaus am Rennweg nach Frickenfelden, um am politischen Aschermittwoch der mittelfränkischen FDP teilzunehmen.

Im Vorfeld der Veranstaltung begegneten Stadtrat Dieter Hall (Augenoptikmeister) und sein Vorgänger Rolf Thiering (er war früher auch Kreisvorsitzender) dem Gunzenhäuser FDP-Stadtrat und stellvertretenden Kreisvorsitzenden Werner Falk, der mit ihnen und Johann Saalbaum das Ellinger Schloss besichtigte und anschließend im Bräustüberl  ein „Biertestat“ absolvierte.

Ellingen – das ist ein barockes Juwel in Franken. Hier war im 12. Jahrhundert der Sitz der Ballei Franken des Deutschen Ordens (1190 gegründet), der später nach Bad Mergentheim wechselte.  Der Deutsche Orden hat im 3900-Einwohner-Städtchen seine Spuren hinterlassen, am auffälligsten in Gestalt des Schlosses. Aber auch viele andere Gebäude sind das Werk von barocken Baumeistern. Franz Keller war wohl der bekannteste von ihnen. Der Deutsche Orden, der im Zuge der Aufklärung 1809 aufgelöst wurde, lebt seit 1947 in Form des Caritativordens  weiter, der seinen Sitz in Wien hat.

„Von Mäusen und Menschen“

Württembergische Landesbühne gastiert in Feuchtwangen

Die Württembergische Landesbühne Esslingen ist seit vielen Jahren immer wieder Gast in Feuchtwangen. Am 15. März 2019, bringt sie um 20 Uhr einen modernen Klassiker in der Stadthalle Kasten zur Aufführung: John Steinbecks „Von Mäusen und Menschen“.

Ein sandiges Ufer am Salinas River in Südkalifornien. Die Sonne geht gerade unter, als sich Georg und Lennie auf den Weg machen, die Kleinstadt Weed zu verlassen. Wie viele andere Wanderarbeiter ziehen sie von Farm zu Farm auf der Suche nach Arbeit und mit einem großen Traum vor Augen: Eines Tages ein kleines Haus und ein eigenes Stück Land kaufen und bewirtschaften zu können. Doch der Weg ist steinig: Immer wieder geraten die beiden Freunde durch Lennies Tollpatschigkeit in Schwierigkeiten. Denn der fleißige Arbeiter ist zwar liebenswert, aber „nich besonders scharf im Kopf“. Mit kindlicher Faszination beobachtet er die schönen, lieblichen Dinge in seinem Umfeld, von denen er nur schwer die Finger lassen kann. Kaninchen und Mäuse haben es ihm besonders angetan. Doch da er seine außergewöhnliche Muskelkraft nicht richtig einschätzen kann, passiert es ihm schon mal, dass er die Tierchen versehentlich zerdrückt. Nicht immer bleiben solche oder ähnliche Zwischenfälle folgenlos. Und so mussten die beiden Männer auch ihre letzte Arbeitsstelle in Weed nach einem schwerwiegenden Missverständnis verlassen. Ab nun will Georg das Reden und Handeln für Lennie übernehmen. Denn auf der nächsten Farm wollen sie endlich einmal länger bleiben, um Geld für ihren gemeinsamen Traum zusammenzubekommen. Ab er schon an ihrem ersten Arbeitstag kündigen sich Probleme an, als sie dem Sohn ihres Chefs begegnen- Curley, ein eifersüchtiger Hitzkopf, der gerne auf Konfrontation geht. In diese angespannte Atmosphäre tritt Curleys Frau, die ihren eigenen Träumen nachhängt und auf der Suche nach einem Gesprächspartner immer wieder um die Baracken der Arbeiter schleicht. Als Georg bemerkt, wie Lennie in den Bann der schönen jungen Frau gezogen wird, überkommen ihn schlimme Vorahnungen. Auf einmal drohen sich die Ereignisse aus Weed zu wiederholen…
In John Steinbecks „Von Mäusen und Menschen“ ist der verheißungsvolle „American Dream“ bereits bröckelig geworden: Statt Glückspilzen und Gewinnertypen begegnen wir zutiefst einsamen Figuren, die auf der Suche nach ihrem individuellen Glück herbe Rückschläge erfahren. In diesem Setting zeichnet Steinbeck, der 1962 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, ein einfühlsames und berührendes Bild einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei Männern, die bedingungslos zueinander halten. Sein von vornherein als Schauspiel konzipierter Roman aus dem Jahr 1937 ist zu einem zeitlosen Klassiker geworden, der in den letzten Jahrzehnten mehrfach verfilmt und als Oper sowie als Hörspiel adaptiert wurde.
Karten für die Vorstellung am Freitag, den 15. März, um 20 Uhr, in der Stadthalle Kasten sowie für alle anderen Kulturveranstaltungen gibt es im Kulturbüro der Stadt Feuchtwangen, Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen, unter Telefon 09852 904 44, per E-Mail an kulturamt@feuchtwangen.de sowie bei Reservix und in allen Reservix-Vorverkaufsstellen.

Thema „Sodbrennen“

Das Feuer in der Brust

Dr. Marius Ghidau ist der Experte.

Nach einem gemütlichen Abend mit den Freunden legt man sich zufrieden hin und plötzlich ist es wieder da: das Feuer in der Brust. Jeder vierte bis fünfte Erwachsene ist vom Sodbrennen betroffen. Welche Maßnahmen ergreift man um eine ernsthafte Verschlechterung der Gesundheit zu vermeiden?

Dr. Marius Ghidau, Chefarzt der Chirurgie am Klinikum Altmühlfranken geht in seinem Vortrag den Ursachen des Sodbrennens auf den Grund und gibt Tipps zur Vermeidung und Behandlungsmöglichkeiten.

Im Anschluss steht Dr. Marius Ghidau für Fragen gerne zur Verfügung.

Der Vortrag findet in Kooperation mit der Frauen Union Weißenburg am Mittwoch, den 20. März 2019 im Rahmen der Vortragsreihe „Gesundheit im Dialog“ des Klinikums Altmühlfranken statt. Beginn ist um 19 Uhr.

Veranstaltungsort ist die Berufsfachschule für Krankenpflege im Klinikum Altmühlfranken Weißenburg. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

 

Keine Hetze gegen die Bauern

LBV-Chef Dr. Schäffer reagiert auf Vorwürfe des Bauernverbands

Das mit 18,4 Prozent erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wertet Dr. Norbert Schäffer, der Vorsitzende des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern (LBV) als „das bisher größte gesellschaftliche Statement für einen besseren Schutz unserer Natur“. Im aktuellen Magazin „Vogelschutz“ spricht er von einem desolaten Zustand unserer biologischen Vielfalt,  zugleich aber auch von einem wachsenden Bewusstsein der Bevölkerung.

Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender

Dr. Schäffer weist den Vorwurf  zurück, der LBV habe Hetze gegen Landwirte betrieben. Dies sei niemals der Fall gewesen „und das wird niemals der Fall sein“. Die Bauern seien Partner im Bemühen, den Artenschutz zu sichern, denn sie bewirtschafteten  nahezu die Hälfte der bayerischen Landesfläche. Und in den landwirtschaftlich genutzten Flächen lägen die größten Herausforderung im Natur- und Artenschutz.  „Es darf nicht sein, dass in Bayern bis auf 20 Zentimeter an Bäche und Flüsse heran gepflügt wird“, erklärte er. Überall  gebe es den Gewässerrandstreifen-Schutz, nur in Bayern nicht.

Der Gesetzentwurf des Volksbegehrens bleibe die Meßlatte für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Regierung und dem Landtag. Die von der Landwirtschaftsministerin Kaniber angekündigte Ausdehnung des Vertragsnaturschutzes reiche nicht aus, es  müsse noch viel, viel mehr passieren, wenn man den Verlust an biologischer Vielfalt aufhalten wolle. Schäffer fordert deshalb auch mehr Personal für die Naturschutzbehörden und genügend Biodiversitätsberater für die Landwirte.

WERNER FALK

Ostereier & Osterdekoration häkeln

Mehr als 40 Projekte mit Häkelschrift

 Das Umhäkeln von Ostereiern ist eine alte Tradition, die in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Ein ausgeblasenes Hühnerei oder ein Acrylei wird dabei mit Garn umhäkelt.

Die Auswahl ist vielfältig: Vorgestellt werden sowohl bunte Ostereier, wie sie vom Osterbaum bekannt sind, als auch weiß umhäkelte Werkstücke, wie sie zu Großmutters Zeiten beliebt waren, sowie Eier mit „besonderem Etwas“, wie z. B. Häkeln mit Perlen oder seltene Häkeltechniken (Schlingenhäkelei, Gabelhäkelei, Filetstäbchen in mehreren Varianten, Gabelstäbchen, Kreuzstäbchen, Büschelmaschen, Brüggeler Häkelei). Auch weitere Hilfsmittel kommen zum Einsatz, etwa eine Häkelgabel oder Holzstäbchen.
Der zweite Teil des Buches widmet sich Dekorationen für Osterstrauch und -tisch, wie Eierwärmer, Blüten, Figuren, Deckchen u. v. m.

Karin Eder entwirft seit 30 Jahren Handarbeitsvorlagen, vor allem für den Kreuzstich und fürs Häkeln, für viele namhafte Verlage.

Karin Eder: „Ostereier & Osterdekoration häkeln“ (Mehr als 40 Projekte mit Häkelschrift),
60 Seiten, durchgehend farbig bebildert, 20 x 20 cm, brosch. ISBN 978-3-7020-1783-5, 9,95 Euro, Stocker-Verlag  Graz.

Fachgespräch mit Ministerin Kaniber

Die Landfrauen diskutierten

Landfrauen treffen Staatsministerin Michaela Kaniber (Mitte) gemeinsam mit dem zuständigen Stimmkreisabgeordneten Manuel Westphal (rechts). Bild: CSU-Landtagsfraktion

Der Stimmkreisabgeordnete für den Bayerischen Landtag, Manuel Westphal, hatte die Kreisvorstandschaft der Landfrauen aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zu einem Austauschgespräch mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eingeladen. Bei dieser Gelegenheit konnten die Landfrauen  um Kreisbäuerin Helga Horrer einige aktuelle Themen mit der Ministerin besprechen.

Das brisanteste Thema war wohl das weitere Vorgehen der Staatsregierung nach dem positiven Ausgang des Volksbegehrens Artenvielfalt. Kreisbäuerin Helga Horrer, die auch eine Akteurin des Bienenpakts in Altmühlfranken ist, brachte ihre Meinung zum Volksbegehren klar zum Ausdruck: „Das einseitige an den Pranger stellen von uns Landwirten ist so nicht tragbar. Als Ergebnis des Runden Tisches unseres Ministerpräsidenten muss nun eine ausgewogene Lösung stehen, die uns Landwirte nicht weiter beeinträchtigt.“ Die Ministerin, die ebenfalls an den Gesprächen zum Volksbegehren teilnimmt, versicherte, dass dies ihr vorrangiges Ziel sei. Nur gemeinsam mit der Landwirtschaft könne etwas für den Artenschutz erreicht werden. Jeder sei hier gefragt! „Der Bienenpakt in unserer Region ist schon mal ein guter Ansatzpunkt, wie Artenvielfalt gemeinsam erhalten werden kann“, sind sich Westphal und Horrer sicher.

Neben der ausführlichen Diskussion zum Volksbegehren war es den Landfrauen ein weiteres wichtiges Anliegen, über die Risikoversicherung zu sprechen. In den vergangenen Jahren haben extreme Wetterereignisse immer wieder für Ernteausfälle gesorgt. Unsere Region blieb davon zwar weitestgehend verschont, doch ist die Bildung steuerfreier Rücklagen und die Möglichkeiten der Risikoversicherung trotzdem ein großes Thema für die Landfrauen. Die Ministerin erklärte, dass man die Landwirte durch eine gezielte Informationskampagne fit in diesem Thema machen wolle. Es sollen Hürden abgebaut werden, damit die richtigen Anreize für den Abschluss von Risikoversicherungen gesetzt werden können.

Seit diesem Jahr ist die Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete zur Berechnung der Ausgleichszulage gültig. Landwirte, die in einem benachteiligten Gebiet zum Beispiel in Bergregionen wirtschaften, erhalten finanzielle Unterstützung.

In Bayern habe man die bestehenden Spielräume weitestgehend genutzt. Bei den Bewertungskriterien hat die EU strikte Vorgaben gemacht, daher waren der Staatsregierung dabei größtenteils die Hände gebunden. Die gefundene Lösung stellt einen ausgewogenen Kompromiss zwischen altem und neuem System dar. Außerdem sei geplant, zwei Jahre lang, die Übergangszahlungen in den Regionen zu finanzieren, die aus der neuen Gebietskulisse herausfallen. „Auch ein Teil unseres Landkreises wird in Zukunft nicht mehr als benachteiligtes Gebiet eingestuft, weshalb die Übergangszahlungen für unsere Landwirte eminent wichtig sind“, verdeutlichte Horrer.

Ein weiteres Thema war das Bildungsprogramm „Landfrauen machen Schule“. Bei diesem Projekt ermöglichen Landfrauen Grund- und Förderschülern ihre Betriebe kennenzulernen und mehr über die Herkunft ihrer Lebensmittel zu erfahren. „Gerade in der heutigen Zeit sind solche Projekte, die den Kontakt zu unserer Landwirtschaft herstellen, sehr wichtig. Der Einsatz, den die Landfrauen dabei leisten ist nicht zu unterschätzen“, führte Westphal aus.

„Die Zusammenarbeit mit dem Ministerium läuft dabei sehr gut. Auch für 2019 ist die Finanzierung bereits gesichert und wir können unsere wertvolle Arbeit fortsetzen“, freute sich Helga Horrer.

Abschließend resümierte Westphal: „Die Ministerin hat sich zusammen mit ihrem Mitarbeiter Anton Dippold wirklich viel Zeit für die Landfrauen genommen, denn auch ihr sind die Stimmen aus der Praxis sehr wichtig. Nur durch solche Austauschgespräche können wichtige Entwicklungen angestoßen werden und die Praktikabilität unserer Entscheidungen überprüft werden.“ Und auch Kreisbäuerin Helga Horrer bestätigte: „Der Kontakt zur Politik hilft uns, unsere Anliegen an den richtigen Stellen zu platzieren. Wir bedanken uns recht herzlich bei unserem Abgeordneten Manuel Westphal für die Möglichkeit des Arbeitsgespräches mit der Staatsministerin!“

Kulturpreis wird erstmals verliehen

Einstimmige Entscheidung des Stadtrats Gunzenhausen

Auf Beschluss des Stadtrats wird der „Kulturpreis der Stadt Gunzenhausen“ künftig an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf dem kulturellen Sektor besondere Verdienste erworben haben. Einstimmig hat sich das Gremium auf Vorschlag von Bürgermeister KH Fitz dafür ausgesprochen, den ersten Kulturpreis an Rektor i.R. Franz Müller und Lehrerin i.R. Emmi Hetzner zu verleihen.

Beide haben sich in den letzten Jahren um die Forschung und Dokumentation der jüdischen Geschichte in Gunzenhausen verdient gemacht. Sie haben sich selbst stark engagiert und sie haben unzählige Schülerinnen und Schüler der Stephani-Hauptschule Gunzenhausen motiviert, auf Spurensuche nach ehemaligen jüdischen Mitbürgern von Gunzenhausen zu gehen. Wie wir heute wissen, sind sie fündig geworden. Sie haben eine umfangreiche digitale Dokumentation geschaffen, die im Internet (gunzenhausen.de) einzusehen ist. Zudem haben sie sich für die Begegnung junger Gunzenhäuser mit Menschen eingesetzt, deren Familien einstmals in Gunzenhausen gelebt haben bevor sie dem politischen Druck folgende das Land verlassen mussten. Etliche von den jüdischen Mitbürgern Gunzenhausen sind Opfer des Holocaust geworden, vielen ist es gelungen, im Ausland eine sichere Heimat zu finden.

Den Kulturpreis bekommen Franz Müller und Emmi Hetzner am Dienstag, 19. März, um 19 Uhr im Haus des Gastes (Markgrafensaal)  verliehen. Dazu kommt auch die langjährige Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinden in Deutschland, Dr. h.c. Charlotte Knobloch, nach Gunzenhausen. Sie hat die NS-Verfolgung überlebt, weil die Haushälterin des Arberger Pfarrers ihre schützende Hand über sie hielt. Über das jüdische Leben in Gunzenhausen wird Stadtarchivar Werner Mühlhäußer sprechen, die Geschichte des Schulprojekts wird Horst Schäfer darstellen.

Der Kulturpreis wird künftig sporadisch vergeben, einen Automatismus soll es nicht geben. Versinnbildlicht wird der Kulturpreis durch eine Bronzestatue, die der Bildhauer Christian Rösner geschaffen hat.

 

Nur Blinzelkontakte sind geblieben

Siegfried Stoll hat Buch über Krankheit seines Bruder geschrieben

In dem neu erschienenen Buch „SOS – per Lidschlag – SOS“ von Siegfried Stoll aus Pflaumfeld, erschienen im Kleingladenbach-Verlag, geht es um seinen  schwerstbehinderten Bruder, der vor 30 Jahren eine Kleinhirnblutung erlitt und seither am Locked-in-Syndrom leidet. Gerhard lag zunächst ein halbes Jahr im Koma, wachte schließlich über einen Zeitraum von mehreren Wochen langsam auf und wurde fast zweieinhalb Jahre auf einer Intensivstation versorgt. Seine Familie baute an ihrem Haus im hessischen Breidenbach eine private Intensivstation an und so wird er seit dem Jahr 1992 zu Hause versorgt.

Gerhard Stoll kann sich aufgrund der Folgen der Kleinhirnblutung nicht bewegen, er kann nicht atmen, nicht sprechen und nicht essen. Somit wird er permanent beatmet und künstlich ernährt. Er ist nicht geistig behindert, sondern kann hören, sehen und denken „wie Du und ich“. Er ist somit voll reflexiv. Er teilt sich mittels eines speziellen Blinzelcodes mit. Auf diese Weise diktiert er Buchstabe für Buchstabe und auf diese Weise hat ihn sein Bruder über zehn Jahren mit ihm gesprochen und die Dialoge niedergeschrieben. Es ist beeindruckend, wie konstruktiv er mit dieser grausamen Situation umgeht.

Die Dialoge hat Siegfried Stoll, der Öffentlichkeitsbeauftragter der Fachakademie für Sozialpädagogik der Stiftung Hensoltshöhe ist und dort auch unterrichtet,  nun als Buch herausgegeben, das in allen Buchhandlungen in Deutschland, der Schweiz und in Österreich erhältlich ist.

In den neunziger Jahren hatte er über mehrere Jahre auch einen sehr angenehmen Kontakt mit Astrid Lindgren: Ihm schenkte jemand das Buch „Brüder Löwenherz“ und er erkannte seine Situation darin wieder. In dem Buch wird von einem sehr kranken Jungen erzählt, um den sich sein älterer Bruder kümmert. Nachdem er das Buch gelesen hatte, schrieb er einen Brief an Astrid Lindgren, die prompt antwortete. Daraus entwickelte sich eine jahrelange freundschaftliche Bekanntschaft. Mit Genehmigung der Tochter von Astrid Lindgren hat er die Briefe der weltberühmten schwedischen Autorin an seinen Bruder veröffentlicht.

Auf dem Hintergrund der Briefe hat Siegfried Stoll mit seinem Bruder über Leben, Sterben und Tod gesprochen. Auch diese Gespräche zu dem durchaus schwierigen Thema hat er in dem Buch dokumentiert.

Charakterisierend kann man in einem Satz sagen, dass das Buch Mut macht –  zum „Suchen und Finden von Erfreulichem“. Gerade in so einer katastrophalen Ausnahmesituation ist es wichtig, zu versuchen, noch positive Aspekte in dieser Situation zu suchen und zu finden, was sicherlich eine besondere Herausforderung darstellt.

Seit 30 Jahren stellt sich die ganze Familie dieser Herausforderung. Manchmal gelingt es mehr, und manchmal gelingt es weniger.

Mit dem Buch möchten die Stolls also

  1. andere Menschen, die sich in sehr schwierigen Situationen befinden, ermutigen, nicht zu resignieren, sondern aktiv nach positiven Perspektiven zu suchen und daran zu arbeiten, dass sie wieder Lebensfreude entwickeln können
  2. dazu beitragen, dass Angehörige und Betroffene besser in ihrer Situation verstanden werden, und
  3. Angehörige von schwerstbehinderten und -kranken Menschen ermutigen, konsequent und unbeirrt für den schwerstkranken und -behinderten Menschen einzustehen, sich um ihn zu kümmern und ihn liebevoll weiter zu begleiten.

Der Hessische Rundfunk hat berichtet. Hier der Link: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/mann-aus-mittelhessen-lebt-seit-30-jahren-mit-locked-in-syndrom,locked-in-syndrom-100.html

Dr. Nothofer regelrecht bestürmt

Die Vortragsreihe „Gesundheit im Dialog“ des Klinikums Altmühlfranken übertrifft alle Erwartungen. Aufgrund des großen Besucherinteresses wird jetzt ein zusätzlicher Vortrag „Kniegelenkarthrose“ angeboten.

Mehr als 170 Besucher waren am 26. Februar zum Vortrag von Dr. Nothofer mit dem Thema „Kniegelenkarthrose – wie erhalte ich meine Beweglichkeit“ gekommen. Leider fanden nicht alle Platz. Das Klinikum Altmühlfranken freut sich über das große Interesse, bittet für die Unannehmlichkeiten um Entschuldigung  und bietet kurzfristig allen Interessierten einen zusätzlichen Vortragstermin am Montag,  8. April, an.

Online-Terminbuchung möglich

 Führerscheinstelle ermöglicht digitalen Verkehr

In der Führerscheinstelle des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen können für die verschiedenen Dienstleistungen ab sofort online Termine vereinbart werden. Mit der neuen Funktion sollen Wartezeiten vermieden und der Service für die Bürgerinnen und Bürger insgesamt verbessert werden.

Die Online-Terminbuchung ist über die Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-wug.de möglich. Nach einem Klick auf den Button „Online Services“, der direkt auf der Startseite zu finden ist, kann unter „Führerscheinstelle-Terminvereinbarung“ zunächst die gewünschte Dienstleistung, etwa „Abholung Führerschein“, ausgewählt werden. Im nächsten Schritt werden zum jeweils gewählten Tag die verfügbaren Uhrzeiten angezeigt. Mit einem Klick kann der passende Termin ausgewählt werden. Nach Eingabe einiger persönlicher Daten ist der Termin reserviert und der Kunde erhält eine Terminbestätigung per E-Mail. Auf der Bestätigung sind eine Terminnummer sowie die erforderlichen Unterlagen zu finden. Diese sind zum gebuchten Termin mitzubringen.

Wie bisher können Kunden die Führerscheinstelle von Montag bis Freitag jeweils am Vormittag auch weiterhin spontan und damit ohne vorherige Terminvereinbarung aufsuchen. Montag-, Dienstag- sowie Donnerstagnachmittag hat die Führerscheinstelle nur für Terminkunden geöffnet. Die Besuchstermine sind bis zu 30 Tage im Voraus buchbar.

Seit März 2015 ist die Online-Terminreservierung bereits für die beiden KfZ-Zulassungsstellen in Weißenburg und Gunzenhausen möglich. „Die vorherige Online-Terminreservierung hat sich bewährt und führt vor allem für Terminkunden zu kürzeren Wartezeiten. Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft weiter gehen“, so der Leiter des Sachgebietes „Verwaltung des inneren Dienstbetriebes“ am Landratsamt, Günther Kohn.