2015 – was bringt das Jahr?

Nicht nur den Sachzwängen folgen, auch politisch gestalten!

Als Kommunalpolitiker  können die Frage, was 2015 bringen wird, nur zu einem Teil beantworten, vermutlich ist es sogar ein ganz geringer. Aber was in unserer Macht steht (1. Petrus 4,10: „Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“), das sollten wir angehen. Wir müssen natürlich zu einem Teil den so genannten Sachzwängen folgen, aber wir sollten unser Agieren nicht ausschließlich von ihnen leiten lassen. Jeder von uns, der eine mehr, der andere weniger, kann etwas bewegen, indem er sich für eine Sache engagiert, mit Leidenschaft und Nachdruck dranbleibt an dem, was ihm wichtig ist. „Da kann man nichts machen!“ – das ist eine Redensart, die ich nicht gelten lassen möchte. Ich bin lebenserfahren genug, um zu sagen, dass sich Veränderungen

Auf dem "Wald-Wipfel-Weg" bei St. Englmar im Bayerischen Wald: Werner Falk ist beeindruckt vom Anziehungspunkt für die Touristen.

Auf dem „Wald-Wipfel-Weg“ bei St. Englmar im Bayerischen Wald: Werner Falk ist beeindruckt vom Anziehungspunkt für die Touristen.

durchsetzen lassen, wenn nur der unbedingte Wille dazu vorhanden ist. An denen, die resigniert meinen, wir könnten als Einzelne nichts bewirken, dürfen wir uns nicht orientieren und schon gar nicht in eine negative Stimmung treiben lassen. Nicht die Pessimisten sind in der Lage, Großes zu bewirken, sondern nur die Optimisten, wobei das „Große“ immer relativ bleiben muss.
Wir in Gunzenhausen oder im Landkreis können freilich nicht den globalen Klimaschutz herbeiführen, aber wir können punktuell einen Beitrag dazu leisten. Dabei müssen wir uns nicht die Lebensfreude nehmen lassen oder uns so einschränken, dass wir das Leben in Gesellschaft nicht mehr attraktiv finden. Bezogen auf Gunzenhausen sage ich: Wir müssen nicht auf die Eisbahn verzichten, die uns wirklich einen tollen Imagegewinn gebracht hat, aber wir können uns beispielsweise bei der Anschaffung von kommunalen Fahrzeugen an den neuen und umweltfreundlichen Technologien (z.B. Erdgasfahrzeuge oder E-Mobile im Kurzstreckeneinsatz) orientieren. Ganz gewiss gibt es auch noch viele andere Ansätze mehr, um im Kleinen Gutes für den Klimaschutz bewirken zu können. Wir sollten immer daran denken: Das große Werk gibt es nicht ohne die Summe der Kleinteile!
Wir dürfen dankbar sein, ein einer Region leben zu können, die einen hohen Lebenswert bietet, der von vielen Faktoren bestimmt wird, die uns als selbstverständlich erscheinen. Andere beneiden uns um die Seen mit ihren vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Als verantwortliche Politiker müssen wir bestrebt sein, die Seen als Antriebskräfte für eine bessere wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen. Mehr private Investitionen müssen an den Seen ermöglicht werden, indem man von staatlicher Seite (Grundstückseigentümer) weniger restriktiv ist. Der Landrat und die Bürgermeister müssen Investitionswillige an der Hand nehmen und sie müssen die besten Werber für unser Seenland sein.
Niemand darf sich zufrieden geben mit dem Ist-Zustand, der gewiss nicht schlecht ist im Vergleich mit anderen Regionen, aber wir wollten immer das Willi Hilperts Devise beherzigen: „Stillstand ist Rückschritt!“ Wenn ich vernehme, was sich 2015 in unserem Gunzenhäuser Gewerbegebiet nach den Jahren des Stillstands tun wird, dann quittiere ich das mit einem großen Respekt vor unserem seit einem Jahr im Amt befindlichen Bürgermeister (u.a. Ansiedlung von SAD, Schorschbräu).

In einen offenen Dialog über das Jugendzentrum eintreten

Abseits der genannten Sachzwänge und der Maßnahmen, die uns unweigerlich ins Haus stehen (z.B. Sanierung der Turnhalle und der Stadthalle) können wir Verbesserungen in der Stadt durch Veränderungen erreichen. Ich denke an das Kommunale Jugendzentrum, das nach mehr als 30 Jahren nicht mehr zeitgemäß ist. Ich möchte deshalb eine öffentliche Diskussion über die Zukunft der offenen Jugendarbeit in der Stadt anstoßen und auch die Rolle des städtischen Jugendpflegers mit einbeziehen. Ich rede nicht einer Schließung des Jugendzentrums das Wort, aber ich sehe den jetzigen Standort neben der Spitalkirche nicht als geeignet an. Auch die Betreiber des JZ denken so. Wir sollten in einen öffentlichen Dialog eintreten und darüber diskutieren, wie das Jugendzentrum künftig ausgerichtet sein muss, um von der Jugend akzeptiert zu werden. Dabei darf es keine Tabus geben.

Warum nicht Städtefreundschaft mit Vejprty?

Zu den städtischen Einrichtungen, die nach meiner Meinung schlecht genutzt werden, zählt der Fachwerkstadel am Schießwasen. Wir müssen über eine bessere Nutzung nachdenken, alte Verträge überprüfen und ein neues Konzept finden. Ich stehe zu unseren Partnerschaften (Isle, Frankenmuth), aber wir könnten daraus – analog dem Bezirk Mittelfranken – eine trinationale Partnerschaft entwickeln. Der dritte Teil muss nicht zwangsläufig eine Partnergemeinde in Polen (Region Pommern) sein, es kann auch eine in Tschechien sein. Ich rede von Vejprty (früher: Weipert). Die seit vielen Jahrzehnten bestehende Partnerschaft der Stadt zu den ehemaligen Landsleuten von Weipert könnte modifiziert und ausgebaut werden zu einer offiziellen Städtepartnerschaft Gunzenhausen-Vjperty. Das wäre eine sinnvolle und zeitgemäße Fortsetzung der bisherigen Kontakte. In der Städtefreundschaft zwischen Gunzenhausen und Vejprty sollten wir eine neue Seite im Buch der Völkerverständigung aufschlagen. In Tschechien ist eine neue Generation herangewachsen, die die historischen Zusammenhänge nüchterner sieht als das früher der Fall war.

„Ich will die Stadt gestalten“

In den kommenden fünf Jahren der laufenden Legislaturperiode des Stadtrats dürfen die Gunzenhäuser davon ausgehen, dass mir die Themen nicht ausgehen, dass ich weiter engagiert für Veränderung und Verbesserungen arbeiten werden, auch wenn ich dafür nicht auf Anhieb auf breite Zustimmung stoße. Meine Devise bleibt: „Ich will die Stadt gestalten und muss sie nicht verwalten!“ Im gleichen Maße wie ich etwas bewirken möchte (z.B. Seemeile, die heuer planerisch angegangen wird), kommt es mir darauf an, meine Positionen öffentlich zu markieren. Dem dient auch mein „FalkTalk“, ein Wirtshausgespräch, das ich alle zwei Monate anbiete. Ich meine nämlich, die Gunzenhäuser haben ein Recht darauf zu erfahren, was ihre Stadträte umtreibt.
                                                                                                                                                                                                           Werner Falk, Stadtrat der FDP

Der Kleinstadtverführer

25 Touren für Entdecker

Castner_Kleinstadtverführer2-V3.inddKlein, aber fein! Oft im Schatten der Großen, dafür umso bemerkenswerter bei näherer Betrachtung: fränkische Kleinstädte. Band zwei des Ausflugsverführers für Nordbayern rückt weitere Perlen der Provinz in den Fokus – mit ihren lokalen Besonderheiten, unerwarteten Schätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten. Egal, ob Schlösser, Tropfsteinhöhlen, Freilandmuseen der Kirchweihen: Es gibt viel zu erkunden und zu erleben fernab der großen Städte!

Der Kleinstadtverführer Franken 2 lädt mit Informationen zu Anreise, Historie, Einkehr- und Freizeitmöglichkeiten zu 25 spannenden Touren ein.
Städte im Fokus: Mittelfranken: Schwabach, Roth, Altdorf bei Nürnberg, Herzogenaurach, Höchstadt an der Aisch, Bad Windsheim, Rothenburg ob der Tauber, Schillingfürst, Feuchtwangen, Gunzenhausen, Treuchtlingen; Oberfranken: Forchheim, Schlüsselfeld, Heiligenstadt, Betzenstein, Pegnitz, Pottenstein, Kronach; Unterfranken: Ebern, Haßfurt, Gerolzhofen, Volkach, Prichsenstadt, Iphofen, Ochsenfurt

Der Verlag ars vivendi in Cadolzburg emfiehlt: Teil 2 des erfolgreichen Freizeitführers beinhaltet  25 neue, fundiert recherchierte Touren zu verborgenen Schätzen Franken,  der Führer bietet Wissenswertes zur Stadtgeschichte, Einkehrmöglichkeiten und
Sehenswürdigkeiten für Neu- und Wiederentdecker. Und das alles im handlichen Westendaschenformat.

Der Kleinstadtverführer, Franken 2, 25 Touren für Entdecker, von Dr. Thilo Castner, Klappenbroschur,  160 Seiten, ISBN 978-3-86913-478-9

13 Fischarten sind in Bestand gefährdet

Bezirk Mittelfranken hat die Gewässer ausgewertet

Abfischen

Jährlich wird der Altmühlsee abgefischt, um die Weißfische zu entnehmen. Ihre Verwertung in der Gastronomie stößt aber auf Widerstände.

43 Fischarten gibt es in den mittelfränkischen Gewässern. Das haben die Mitarbeiter der Fachberatung für das Fischereiwesen des Bezirks 2013 ermittelt. Sie berichten im „Bezirks-Report“ (22. Jahrgang, Nummer 85) darüber.
Zu den 43 Arten von Fischen kommen noch je drei krebs- und Muchelarten sowie ein Vertreter der sogenannten Rundmäuler. Als heimisch bezeichnen die Fachleute 35 Arten. Von ihnen sind 13 in ihrem Bestand gefährdet, zwei sogar haben das Prädikat „stark gefährdet“. Das Bachneunauge ist beispielsweise vom Aussterben bedroht. Den Rundmäuler gibt es in der Pegnitz.
Die fehlende Durchlässigkeit und die Strukturdefizite der Fließgewässer, die Schäden durch die knapp 300 Wasserkraftanlagen sowie die Verluste durch den Kormoran sind neben der Gewässerverbauung sowie den Abwässern aus Industrie-Haushalten und Landwirtschaft sind die größten „Feinde“ der mittelfränkischen Fische.
Ausgesetzte amerikanische Krebsarten haben zudem die Krebspest in die heimischen Gewässer übertragen.

Blasphemiepragrafen abschaffen

Zum Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ erklärt Bayerns FDP-Landesvorsitzender Albert Duin:

„Das war ein Anschlag auf die Werte der offenen Gesellschaft. Die richtige Antwort auf den Terror ist nicht weniger Freiheit, sondern mehr Freiheit. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, Satirikern den Rücken zu stärken, indem wir in Deutschland den so genannten Blasphemieparagraphen §166 StGB abschaffen. Ein Gesetz, das Gotteslästerung unter Strafe stellt, passt nicht ins 21. Jahrhundert. Die Meinungsfreiheit darf auch vor der Religion nicht Halt machen.

Wer zum Hass gegen bestimmte religiöse Gruppen aufstachelt, macht sich der Volksverhetzung schuldig und wird zurecht bestraft. Das gleiche gilt für den Straftatbestand der Beleidigung. Einen zusätzlichen besonderen Schutz von Religionsgemeinschaften brauchen wir nicht. Kirchen müssen Kritik und Spott genauso aushalten können wie jede andere Institution auch. Päpste und Propheten brauchen keine Privilegien.“

TTIP bedroht nicht jede Bratwurst

Slow Food dankt Minister Schmidt für die Eröffnung einer überfälligen Diskussion

„Slow Food Altmühlfranken ist Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt für seine Äußerungen zum Schutz europäischer regionaler Spezialitäten sehr dankbar, obwohl er damit eine Debatte eröffnet hat, an deren Ende möglicherweise ausgerechnet die Nürnberger Bratwurst geopfert werden könnte,“ kommentierte Dieter Popp als Vorsitzender von Slow Food Altmühlfranken die durch Christian Schmidts ausgelöste heftige Debatte. In dieser entzünden sich nämlich nun die Gemüter über denkbare Zugeständnisse der EU beim Schutz eingetragener regionaler Spezialitäten gegenüber den USA im Zuge der Verhandlungen um das gemeinsame Freihandelsabkommen TTIP. Auch wenn man angesichts der massiven Bedenken gegen die Inhalte von TTIP nicht unbedingt Mifrank0512 121ein Freund amerikanischer Argumentationslinien sein kann, haben sie hier sehr geschickt argumentiert und den Finger in eine europäische Wunde gelegt, die bislang von der EU weitgehend verharmlost worden ist. Und damit hat Christian Schmidt – offenbar unbeabsichtigt – die europäischen Verhandlungspositionen deutlich geschwächt.
Um was es da im Detail geht, ist nicht so einfach zu erkennen. Bei der Anerkennung europäischer Regionalspezialitäten durch die Kommission in Brüssel wird zwischen drei Kategorien unterschieden. Da gibt es die „Garantiert traditionellen Spezialitäten“ (g.t.S.), die „Geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.) sowie das „Geschützte Ursprungszeichen“ (g.U.). Bei g.t.S. geht es um traditionelle Rezepturen wie die Pizza Napoletana, unabhängig davon, woher diese Zutaten stammen. Bei g.g.A. müssen entweder Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung aus der angegebenen Region, wie z. B. bei der Nürnberger Bratwurst oder dem Abensberger Spargel stammen oder dort verarbeitet sein. Und nur bei g.U. müssen die Zutaten tatsächlich aus der benannten Region stammen und dort auch verarbeitet worden sein, wie z.B. der Limpurger Weideochse oder der Spalter Hopfen. Der Schwarzwälder Schinken, der dort nur verpackt und vertrieben wird, wäre ein g.g.A.-Produkt. Der Dresdner Stollen nach original Rezept in Ungarn hergestellt, dürfte g.t.S. als Siegel nutzen. Und die beantragte, aber noch im Anerkennungsverfahren befindliche „Altmühlfränkische Bratwurst“ dürfte danach g.U. tragen, da bei ihr alle Herstellungs- und Verarbeitungsstufen in Altmühlfranken liegen müssen.
So betrachtet hat sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt aber ein Eigentor geschossen, denn auch wenn er sich für die Nürnberger Bratwürste (geschützt nach g.g.A.) keine Sorgen macht, zeigt diese Beschreibung der europäischen Schutz-Kategorien eindeutig, dass die in Nürnberg hergestellte Bratwurst sehr wohl aus dänischen, holländischem oder – wie jetzt diskutiert – US-amerikanischen Fleisch gemacht sein dürfte. Genau auf diese Ungereimtheiten haben die Amerikaner hingewiesen. Ja die Nürnberger Bratwurst dürfte sogar von einem Metzger in Chicago hergestellt werden, wenn er dazu das Fleisch aus Nürnberg bekäme.
Nur wenn man sich diese nicht immer einfach nachzuvollziehenden EU-Verordnungen einmal genauer ansieht, werden diese widersinnigen Inhalte erkennbar. Hinzu kommt noch, dass die drei europäischen Schutzkategorien noch bis vor kurzem mit dem gleichen Siegel gekennzeichnet wurden, so dass Verbraucher die Unterschiede nur aus den millimetergroßen Textteilen entziffern konnten. Das wurde glücklicherweise geändert . Es sollte nun eine Aufgabe des Bundesland-wirtschaftsministers sein, dass hier in Europa zunächst einmal unmissverständliche Regelungen für den Schutz regionaler Spezialitäten aufgestellt werden und dabei die auch von den Verbrauchern abgelehnten Mogelpackungen erst gar nicht berücksichtigt werden. Erfolgt dies nicht, haben es die US-Amerikaner sehr leicht, diese Schutzbestimmungen über TTIP auszuhebeln. Slow Food ist also Agrarminister Schmidt dankbar, dass er diese europäischen Defizite im europäisch-amerikanischen Dialog entdeckt und den entsprechenden Handlungsbedarf aufgedeckt hat. Nun sollte aber auch rasch gehandelt werden, empfiehlt Dieter Popp für Slow Food Altmühlfranken, denn noch haben wir das Heft des Handelns selbst in der Hand!
Und dabei gibt es auch noch weiteren Handlungsbedarf, denn im europäischen Vergleich gibt es von der einzig nachvollziehbaren Schutzstufe g.U. in Deutschland nur relativ wenig anerkannte Produkte. Dabei erfüllen sehr viele der hier unter g.g.A. deklarierten Regionalspezialitäten aber die Voraussetzungen für diese höherwertige Schutzstufe, der sie aber viel zu häufig einer vor allem in Deutschland zu wenig praxisorientierten Richtlinien-Auswertung zum Opfer gefallen sind.
Wenn Kommissionssprecher Gabriel Rosario aber auch noch andeutet, dass nur die wirtschaftlich erfolgreichsten europäischen Regionalspezialitäten in die TTIP-Verhandlungen einbezogen werden sollen, wird damit das Ende vieler fränkischer und bayerischer Spezialitäten eingeläutet! Denn ihr Merkmal ist ja oft die räumlich enge Verbreitung ihrer handwerklichen Herstellung mit einer dann auch nur regional bedeutsamen Wertschöpfung. Wenn die EU diese Reduktion der Anzahl geschützter Spezialitäten wirklich vorsehen sollte, werden die europäischen Regionen ein eigenes Kennzeichnungssystem außerhalb staatlicher Einrichtungen etablieren müssen. Die Arche-Produkte von Slow Food sind dafür bereits ein ausgezeichneter Einstieg!
Dieter Popp, Slow Food Altmühlfranken (altmuehlfranken@slowfood.de)

Die Lust des Lästerns

Das Kloster Heidenheim  möchte mit seinen Freunden auf das Neue Jahr und auf eine gute Entwicklung des Klosterprojekts anstoßen! Gelegenheit bietet unser nächster Abendvortrag, zu dem der Zweckverband und das Diözesanbildungswerk Eichstätt sehr herzlich einladen.

Thema: „Die Lust des Lästerns: Bildpolemik zur Zeit der Reformation“

Referent: Dr. Klaus Weschenfelder, Direktor der Kunstsammlungen auf der Veste Coburg

Zeit und Ort: Mittwoch, 14. Januar, 19:30 Uhr, Kapellensaal

Worum geht es: Spottblätter, auf denen Bauern ihre Notdurft in die Papst-Tiara verrichten oder Lutheraner in den Schlund der Hölle getrieben werden – dies sind nur zwei der delikaten Abbildungen, die Dr. Weschenfelder vorstellt. Der Referent betreut auf der Veste Coburg einen einmaligen Schatz an Flugblättern und Illustrationen aus der Reformationszeit. In einem Bildervortrag beleuchtet er das facettenreiche Spektrum einer religiös motivierten Bilderschlacht, in der sich Lutheraner wie auch Katholiken gegenseitig mit beißendem Spott und wüsten Verleumdungen überzogen. Er zeigt uns, wie Bildpropaganda vor 500 Jahren funktionierte.

Der Vortrag schlägt aber auch den Bogen zur Gegenwart und gewinnt dadurch traurige Aktualität: Einige Mohamed-Karikaturen von Charlie Hebdo, die in Coburg bereits ausgestellt waren, sind ebenfalls Bestandteil des Vortrags.

Im Anschluß laden Dekan Klaus Kuhn und Dr. Anne Müller zum Gespräch mit Neujahrsumtrunk ein. Dabei wird auch das diesjährige Themenjahr der Lutherdekade „Reformation: Bild und Bibel“ eingeläutet.

Die Gaststätten von Gunzenhausen

Auflistung in „Alt-Gunzenhausen“

Welche ist die älteste Gaststätte in Gunzenhausen? Genau: das „Adlerbräu“-Gasthaus. Nachweislich wird dort seit 1564 Bier gezapft. Im Ranking folgt auf dem zweiten Platz das Gasthaus „Zum alten Rathaus“ (seit 1585), dahinter die „Bürgerstube“ (bis 1969), „Zum schwarzen Bären“ (bis 1951, heute Bäcker-Schmidt) und die „Post“ (sie wird von der Familie Arnold als Hotel Garni betrieben).

Alt-Gun 68 20.01.2013 10-15-31

Der Fränkische Hof um die Jahrhundertwende. Er wurde 1970 geschlossen und zu einem Lebensmittelmarkt umgebaut.

Lothar Hiemeyer nimmt sich im neuen Jahrbuch „Alt-Gunzenhausen“ des Vereins für Heimatkunde den Gastwirtschaften an, geht auf die Ursprünge der Gastronomie ein, liefert Kurzporträts von 67, die es vom Mittelalter bis 1945 gegeben hat und noch immer gibt. Der Leser erfährt, dass Wirte und Bierbrauer schon früh herrschaftliche Privilegien hatten. Viele von ihnen waren Ratsmitglieder oder Bürgermeister. Die wohl älteste und größte Herberge in der Stadt war die „Fürstenherberge“ (heute Zuber-Haus und dahinterliegendes Areal), die auch „Zum Wurm“ genannt wurde (nach seinem früheren Besitzer). Das älteste Stadtbuch von 1460 erwähnt bereits fünf Wirte. Sie waren u.a. die Gastgeber für Kaiser Maximilian I. (um 1500), den Schwedenkönig Gustav Adolf (1632), den Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe (1788) und Martin Luther (1518).
Einen gewaltigen Aufschwung für die Beherberger in der Stadt brachte natürlich der Eisenbahnbau (ab 1849). Mit der wirtschaftlichen Entwicklung vermehrten sich auch die Gasthäuser, aber selbst im 19. Jahrhundert regulierte der Magistrat noch ihre Häufigkeit. Nicht jeder Antrag hatte sein Wohlwollen. Zwischen den einzelnen Gasthäusern sollte ein gebührender Abstand sein. Und natürlich gab es auch noch moralische Bedenken. Beispielsweise blitzte der Schlossermeister Georg Beyer 1913 mit seinem Vorhaben ab, für sein Haus in der Bühringer-Straße 12 (heute „Lauterbacher“) eine „Conzessionserteilung zum Ausschank von Caffee, Wein und Liköre“ zu bekommen. Er wollte Damen als Kellnerinnen einsetzen, doch wegen ihnen hatte es andernorts öfter „Streitigkeiten und Raufhändel“ gegeben. Im Grunde galt die Regelung für die Konzessionserteilung novelliert bis 1945. Eifersüchteleien gab es auch damals schon unter den Wirten und gelegentlich gab es auch Beschwerden über ungleiche Behandlung durch die Polizei „wenn da bis in den tiefen Morgen fast täglich gezecht und getanzt wird“. Immerhin gab es auch Einigkeit unter den Wirten, die sich 1899 in der Gründung des „Gastwirte-Vereins“ ihren Niederschlag fand. Ein paar Jahre später, 1905, notierte die 5200-Einwohner-Stadt bereits 31 Gastwirtschaften und neun Schankwirtschaften. 1927 gab es sogar schon 44 Gasthäuser. Viele von ihnen sind inzwischen längst Vergangenheit, beispielsweise das Gasthaus „Zur Rose“ (bis 1970 von der Familie Gempel betrieben), das Gasthaus „Zum Storchen der Familie Fischer in der Bühringer-Straße (bis 1972) oder „Zum goldenen Lamm“ der Familie Wittmann am Marktplatz 28 (bis 1966/heute NKD).
Autor Lothar Hiemeyer erinnert an die gesellschaftliche Rolle der Gasthäuser, in denen sich die Gunzenhäuser traditionell zum Frühschoppen, zur Schlachtschüssel („mit gutem alten Stoff in der Wolfsschlucht“), zum Schafkopfen oder zum Faschingsball („Große Redoute bei gutbesetzter feiner Ballmusik“ in der Adler-Brauerei) trafen. Das Gasthaus war früher „das Wohnzimmer der einfachen Leute“. Der Geselligkeit hatten sich die Stammtischgesellschaften (beispielsweise „Grüner Kranz“ 1919 und „Unter uns“ 1926) verschrieben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts schossen die Vereine nur so aus dem Boden. Sie hatten überall ihre Stammlokale. Im „Alten Rathaus“ waren der 1899 gegründete „Rauchclub Blaue Wolke“ und die „Dreizehner-Vereinigung“ (benannt nach dem 13. Infanterieregiment in Ingolstadt) heimisch.
Wenn sich auch nach 1945 viel geändert hat in der Gunzenhäuser Wirtshaushauskultur, es gibt schon noch einige traditionelle fränkische Gaststätten, zugegebenermaßen aber noch mehr Lokale mit italienischer, griechischer oder asiatischer Küche.

Jetzt schon für Seenland-Marathon anmelden!

Frühbucherrabatt bis Silvester – Gesundheit, Fitness und Spaß für 2015

Am 31. Dezember 2014 geht beim Seenlandmarathon die Phase der günstigsten Startgebühren zu Ende. Frühbucher können bis zum Neujahrsläuten bares Geld sparen und sich mit dem beliebten Landschaftslauf am Brombachsee ein Ziel für das kommende Jahr setzen.

Gute Vorsätze gibt es zum Jahresende viele. Mit dem Seenlandmarathon kann man gleichzeitig etwas für Gesundheit und Fitness tun und sich selbst ein besonderes Erlebnis gönnen. Dabei findet wirklich jeder ein passendes Ziel. So ist der Marathon zum Beispiel ein ehrgeiziges, sportliches Projekt und das Nordic Walking der Beginn eines aktiven und gesunden Lebensstils. Ein erster Schritt, um die guten Vorsätze in die Realität umzusetzen, ist die Anmeldung.

Disziplinen für Jedermann
Der Seenlandmarathon findet am 19. und 20. September 2015 in Pleinfeld am Brombachsee statt und bietet vielfältige Disziplinen für alle Altersgruppen. Große Sportfreunde haben die Wahl zwischen Marathon, Halbmarathon, Nordic Walking, Hobbylauf und Marathon-Staffeln. Der Nachwuchs kommt beim Bambini-, Schüler- und Hobbylauf auf seine Kosten.

Beliebter Landschaftslauf
Die Anmeldung ist seit Anfang Dezember möglich. Nur wenige Sekunden nach Öffnung des Meldeportals sicherten sich die ersten Läufer ihren Startplatz. „Anscheinend haben sich da einige Seenlandmarathon-Fans den Wecker gestellt“, so Veranstaltungsleiter Christian Weber. „Es ist immer wieder schön, bekannte Namen auf der Starterliste zu entdecken und zum Seenlandmarathon zu begrüßen. Gleichzeitig kommen jedes Jahr viele neue Gesichter hinzu. Toll!“

Teilnehmer loben besonders die beeindruckende Panoramalaufstrecke am Ufer des Brombachsees und die herzliche Unterstützung der Helfer. Die Nutzer des Laufportals marathon4you wählten den Seenlandmarathon im vergangenen Jahr sogar in die Bayerische TOP10 der beliebtesten Marathonläufe. Der Link zur diesjährigen Abstimmung sowie alle aktuellen Informationen sind auf der Internetseite www.seenlandmarathon.de zu finden.

Hier geht es auch zur Online-Anmeldung. Noch bis zum Silvesterabend können Teilnehmer mit den besonders günstigsten Startgebühren kräftig sparen und guten Gewissens auf das neue Jahr anstoßen.

Der SEENLANDMARATHON® ist ein Landschaftslauf rund um den Brombachsee mit Start und Ziel in Pleinfeld. Seit 2011 wird der SEENLANDMARATHON® von der Outdoor and Offroad Association International e.V. (OAI) ausgerichtet. BABOONS® ist Marken- und Rechteinhaber sowie Promoter dieser größten Sportveranstaltung in der Region Altmühlfranken. Der SEENLANDMARATHON® zeichnet sich durch die einzigartige Panoramalaufstrecke direkt am Seeufer sowie den breitensportlichen Charakter aus. Neben dem Marathon werden Marathon-Staffeln, Halbmarathon, (Nordic) Walking, Hobbylauf und Nachwuchswettbewerbe angeboten. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm rundet den Wettkampf ab, der rund 2.500 Teilnehmer und ein Vielfaches an Zuschauern nach Pleinfeld lockt.
Infos unter www.seenlandmarathon.de

Eisbahn ist bis 6. Januar geöffnet

Winter Eisbahn 3872x2592-025Noch bis zum 6. Januar ist die Eisbahn auf dem Gunzenhäuser Marktplatz geöffnet. Der Erfolg hat nicht nur Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, dem Ideengeber, sondern auch alle Stadträte und die beteiligten Stellen überrascht. Gerade in diesen winterlichen Tagen ist der Besuch der Eisbahn ein besonders stimmungsvolles Erlebnis, wie unser Foto zeigt.

2014 war ein Jahr der Veränderungen

Abschied vom Beruf und Neustart in der Politik

Seename

Zu Weihnachten ist auch noch dieser Wunsch in Erfüllung gegangen.

Ich grüße Sie zum Ausklang des alten Jahres und zum Eintritt in das Jahr 2015. Zurückzuschauen auf die letzten zwölf Monate, das gehört zum Jahreslauf. Für mich war das Jahr 2014 eine Zäsur, denn ich bin nach 50 Jahren im Erwerbsleben aus dem Beruf ausgeschieden. Wenn ich repliziere, dann kann ich mehr als zufrieden sein mit dem, was ich in dieser Zeit erlebt habe. Ich hatte als Redakteur des Altmühl-Botens einen interessanten Beruf, der mich mit vielen Menschen zusammengeführt hat. Die vielen Begegnungen haben mein Leben bereichert. Dass ich in den letzten 28 Jahren die Zeitung verantwortlich führen und gestalten durfte, war für mich eine erfüllende Aufgabe. Ich bin jeden Tag gerne in die Redaktion gegangen.
2014 war für mich Abschied und Beginn zugleich. Gestartet bin ich in meine neue politische Aufgabe, die mir mit der Wahl in den Stadtrat zugewachsen ist. Ich mache mir das Ehrenamt nicht leicht und schaue nicht unbedingt nach den Mehrheiten, wenn ich eine Idee habe, von der ich überzeugt bin, dass sie der Stadt Gunzenhausen dienlich ist. Danken möchte ich Bürgermeister Karl-Heinz Fitz für stets konstruktive und freundschaftliche Gespräche, aber auch die Kollegen im Stadtrat haben mich gut aufgenommen. Sie werden erleben, dass ich mich nicht damit begnüge, physisch präsent zu sein, sondern immer wieder neue Impulse gebe.
Nach Jahren des Stillstands kommt Gunzenhausen endlich in die Gänge. Der „Kulturherbst“ und die Eisbahn waren zwei Events, die wiederholt werden, denn sie sind ganz toll angekommen. So kann Gunzenhausen sein Image aufbessern. Die von mir angeregte „Seemeile“ wird 2015 auf die Schiene gesetzt und in den Folgejahren Zug um Zug nach den Vorstellungen der Bürger realisiert. Mitmachen können alle, wenn es darum geht, die Planung zu machen.
Auf den Stadtrat kommen viele Probleme zu. Viele werden von außen vorgegeben, andere Dinge können wir selbst bestimmen. Die unverbindliche Investitionsliste bis 2020 beläuft sich auf rund 20 Millionen Euro. Neben den „großen Brocken“ gibt es auch eine Reihe von eher kleinen Projekten, die wir angehen können. Zu denen zählt auch die Neuformierung der offenen Jugendarbeit, d.h. konkret die künftige Ausrichtung des Kommunalen Jugendzentrums. Dazu habe ich vom Bürgermeister ein gutes Signal vernommen. Er steht für den Aufbruch Gunzenhausens. Und das ist gut so! Allein die Nachrichten über die Bereicherung der gewerblichen Struktur und die geplanten Neubauaktivitäten im Gewerbegebiet Scheupeleinsmühle sprechen für sein permanentes und erfolgreiches Werben für Gunzenhausen als Gewerbestandort.
Wir durften erleben, wie der Marktplatz immer stärker als Eventbühne angenommen wird. Der „Kulturherbst“ und die Eisbahn sind Signale, wie es weitergehen kann. Ich bin dafür, dass wir nicht sofort, aber doch mittelfristig den Marktplatz stärker öffnen für die Gäste (und Kunden der Geschäfte). Beispielsweise könnte der mittlere Marktplatz von Mitte Juni bis zur Gunzenhäuser Nachkirchweih vom Durchgangsverkehr ausgenommen werden, um dort den Menschen eine noch schönere „Einkaufsbühne“ zu bieten. Ich stelle fest, dass unter den Geschäftsleuten ein Umdenken stattfindet, ganz sicher beflügelt durch die erfolgreichen Events des zu Ende gehenden Jahres. Jedenfalls sollten wir schon 2015 noch mehr Events auf dem mittleren Marktplatz planen und an diesen Tagen punktuell die Geschäftszone als einen Ort der Begegnung aufwerten.
Ich wäre dankbar, wenn Sie meine kommunalpolitische Arbeit weiterhin konstruktiv begleiten würden. In den letzten Monaten habe ich viel Zuspruch erfahren, nicht zuletzt auch dank meines „FalkTalks“, den ich alle acht Wochen als Wirtshausgespräch anbiete.
Allen, die mir bewogen sind, wünsche ich einen angenehmen Jahresausklang und im neuen Jahr alles Gute!
Werner Falk, Stadtrat der FDP in Gunzenhausen