Archiv: Falk-report

Was war die Muna?

Friedrich Hetzner hat sie dokumentiert

Die Muna heute. In der Bildmitte sind die Munitionslagerhäuser (Bunker) zu sehen. Die Dächer sind begrünt und deshalb gut getarnt. Rechts unten ORM Bergold und der Sorghof. Am oberen Bildrand ist auf einer Lichtung der Regelsberg zu erkennen. Foto: Limes-Luftbildservice Beringer, Weißenburg

Es hört sich reichlich kurios an, soll aber stimmen: Weil die Bomber der US-Army in den letzten Kriegstagen alte Karten hatten, in denen neben Langlau ein großer See eingezeichnet war, ist die Bombardierung des Munitionslagers (Muna) am Ende des Zweiten Weltkriegs unterblieben. Was die Amis damals für einen See hielten, das war ein flächiges Altmühlhochwasser zwischen Ornbau und Treuchtlingen, das zum Zeitpunkt des Bombardements aber verschwunden war. So blieb  aufgrund des irritierten Bomberkommandos Langlau glücklicherweise von einem riesigen Inferno  verschont.

Nun, 75 Jahre später, wird der Ort in Verbindung gebracht mit einem gigantischen Freizeitpark, der an der Stelle entstehen soll, wo in der Nachkriegszeit die US-Army bis 1992 ein Corpsdepot unterhielt und die Bundeswehr bis 2007 ein Munitionsdepot hatte. Das gibt Gelegenheit, die Rolle der Muna näher vorzustellen.

Einer der Langlauer Augenzeugen war Friedrich Hetzner. Der Bauernbub erlebte die letzten Kriegsjahre als Jugendlicher in seinem Heimatdorf. Die Heirat führte ihn später nach Neuherberg, aber nicht in den kleinen Weiler gleichen Namens bei Langlau, sondern in das Dorf im Kreis Uffenheim. Seiner alten Heimat blieb er aber über die Jahrzehnte verbunden. Sein Testament ist das Buch „Das Land am Brombach“, das 2002 im Schrenk-Verlag erschienen ist. Es befasst sich mit dem Leben auf dem Land in den vergangenen Jahrzehnten, den dörflichen Eigenheiten und manchen Kuriositäten. Darauf fußt auch dieser Bericht.

Muna ist  in drei Jahren entstanden

Gebaut worden ist die „Lufthauptmunitionsanstalt“ von 1935 bis 1939 in einer Art von Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, mit der die Menschen in Lohn und Arbeit kamen. Die Bauern, die Flächen für das Projekt abgeben mussten, waren nicht alle begeistert, fügten sich aber, denn es ging ja um „die Sicherung des Friedens“, wie ihnen eingeredet wurde.  20 Reichspfennig bekamen sie für den Quadratmeter Wiesen und Ackerland an Entschädigung, nur sechs Pfennig für den Wald.  Das herrschende System kannte natürlich keine öffentliche Planung wie sie später beim Bau des Brombachsees vom demokratischen Staat selbstverständlich war.  NS-Kreisleiter Johann Appler aus Gunzenhausen versprach dem Vater von Friedrich Hetzner, sein Sohn bekomme in der Ukraine Hunderte von Hektar bestens Schwarzerdebodens. Sogar der „Frankenführer“ Julius Streicher  gab ihm „Brief und Siegel“. Nun, daraus ist nichts geworden. Der Lebensraum im Osten ist von deutschen Bauernsöhnen nicht besiedelt worden. Die Urkunde haben die Hetzners in den bedrängten Zeiten vorsichtshalber vernichtet.

Bis zu 2000 Männer und Frauen, darunter auch Kriegsgefangene und Deportierte, waren dort auf einem 200 Hektar großen Gelände tätig, das militärisch geschützt und von der Öffentlichkeit abgeriegelt war. Produziert wurden nach den Vorgaben der Machthaber Geschosse aller Kaliber (vorzugsweise 8,8 und 10,5 Zentimeter) für bodengestützte Flugabwehrkanonen. Der Waggonumschlag wuchs von 1500 Stück im Jahr auf 8000 Stück im Jahr 1944.

Die Langlauer profitierten

Friedrich Hetzner befasst sich in seinem Buch mit dem Bau der Muna durch ein Heer von Arbeitswilligen. Sie mussten per Hand Gleise vom Bahnhof Langlau bis zur Muna verlegen. Dort entstanden in drei Jahren Bauzeit  60 Bunker mit dicken Betonmauern, Hallen und Straßen und außerhalb des abgesperrten Geländes auch noch Wohnhäuser für die Offiziere. Für die Langlauer war das Projekt ein Supergeschäft, denn sie konnten ihre Zimmer an die Vorarbeiter vermieten – für 50 Reichspfennig pro Übernachtung mit Frühstück.

Hinter Stacheldraht wuchsen drei Baracken für das Offizierskasino, vier Barackern für Kantinen-, Wasch- und Sanitärräume, sowie weitere Gebäude für die Verwaltung, die Schreinerei (hergestellt wurden Munitionskisten) und die Näherei, in der die Frauen Pulverbänder aus Kunstseide fertigten.

Blicke auf die  grazilen Ukrainerinnen

In Langlau kamen viele der Mitarbeiter mit dem Zug an, wo sie am Bahnhof die Slogans „Räder müssen rollen für den Sieg“ und „Kinderwägen für den nächsten Krieg“ begrüßten. Es gab auch Werkstätten, Garagen, Tankstelle und eine vier Hektar große Gärtnerei. In neun Baracken aus Holz lebten Soldaten und Arbeiter, die alle zu Geheimnisträgern vergattert worden waren. Hinter doppeltem Stacheldraht und vier Wachtürmen gab es zudem einen Exerzierplatz, aber auch einen Sportplatz. Die beobachtenden Männer sollen von der „Leibeserziehung“  der jungen Ukrainerinnen geradezu begeistert gewesen sein.

In den Baracken lebten 1200 Mitarbeiter, aufgeteilt in zehn größeren Schlafräumen und vier kleineren Räumen. Zu den „Gefolgschaftsmitarbeitern“ zählten auch 80 ukrainische Frauen. Sie hatten aber eine eigene Baracke. Kreisleiter Appler, der die SS-Wachmannschaften befehligte, leistete sich eine Jagdhütte in der Gegend. Mit den Familien der Offiziere und den Menschen im Dorf gab es durchaus gute Kontakte.

Frauen erinnern sich gern an die Muna

Wie gesagt, Langlau war für die Frauen – die Männer waren je im Kriegseinsatz – ein durchaus interessanter Arbeitsplatz, zumal in einer Region, die fast ausschließlich von den Erzeugnissen der Bauernhöfe lebte. Auch viele Frauen aus Gunzenhausen arbeiteten in der Muna und erinnerten sich später gern an diese Zeit.

Kleinere Luftangriffe der Alliierten in den letzten Kriegstagen richteten nach dem Augenzeugenbericht von Friedrich Hetzner keine nennenswerten Schäden an, Menschen wurden auch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die US-Besatzer (Flugblattinhalt: „Langlau im Loch, wir finden dich doch!“) kümmerten sich in den Tagen nach dem offiziellen Kriegsende zunächst wenig um die Muna. Natürlich gab es Einheimische, die sich dort „bedienten“, die Not war schließlich riesig und das Angebot verlockend.

Euterpe war Nutzerin

1947 kamen Kriegsgefangene ins Lager, auch Heimatvertriebene aus dem Osten, vornehmlich aus dem Egerland, zogen in den Baracken ein, wo es fortan auch das „Gasthaus zur neuen Heimat“ gab. Die Bevölkerung der Gemeinde Pfofeld wuchs auf 1499 Einwohner an. Ein bauliches Zeugnis aus der Nachkriegszeit ist die hölzerne Filialkirche in Langlau. Um die Munitionsrückstände aufzuarbeiten wurde in den Jahren 1946 bis 1948 die Staatliche Erfassungsstelle (STEG) betrieben. Zeitweise waren in ihr bis zu  460 Mitarbeiter tätig. Ab 1960 richteten die Amerikaner ein Treibstoffdepot für den Ernstfall ein, andere Teile übernahm die Bundeswehr. Zu dieser Zeit gab es in Langlau 34 Munitionslägerhäuser (MLH), die zwischen 34 und 180 Quadratmeter groß waren, ferner 20 Betriebssstoffhallen, in denen je 180000 Liter Treibstoff lagerten. Will man den Angaben von Friedrich Hetzner glaubend, dann lagerten dort in der Zeit des „Kalten Kriegs“ mehr Kampfstoffe mit viel mehr Sprengkraft als zu Kriegszeiten.

Wirtschaftlich sinnvoll genutzt waren Teile des Geländes ab  1953, als sich die Klavierfabrik Euterpe einrichtete, die in ihren besten Jahren an die 300 Mitarbeiter beschäftigte. Sie konnte dem internationalen Konkurrenzdruck aus Südostasien nicht standhalten und gelangte 1990 in die Hände von  Bechstein, dem letzten namhaften deutschen Klavierhersteller. Dieser gab 1993 die Produktion in Langlau auf. 350 Mitarbeiter fertigen heute die einstige Langlauer Marke „W.Hoffmann“ sowie „Bechstein“ und „Zimmermann“  im sächsischen Seifhennersdorf und im tschechischen Hvadec Kralove.

WERNER FALK

Seen erleben und genießen

Geschätzt wird die Vielfalt des touristischen Angebots

Still ruht der See – aber nicht an den Wochenenden. Foto: ZVB

Der Hochsommer hat Franken erreicht und die Begeisterung erholsame Ausflüge im Fränkischen Seenland zu verbringen, ist seit Jahren ungebrochen. Doch wie lassen sich die Vorzüge der Urlaubsregion genießen, wenn die Gäste in Scharen an unsere schönen Seen strömen?

Die vergangenen Wochen haben den Trend der letzten Jahre bestätigt: Das Fränkische Seenland ist nicht nur ein beliebtes Domizil für Urlauber, sondern auch für Naherholungssuchende immer wieder eine Fahrt wert. „Unsere Besucher schätzen die Vielfalt des Freizeitangebots, genießen gerne Altbewährtes und probieren dennoch Neues aus“, erklärt Manuel Westphal, Vorsitzender des Zweckverbands Brombachsee. „Wir freuen uns über alle, die den Weg an den Brombachsee finden. Aber das Wohlergehen aller Gäste hat für uns zu jeder Zeit – und besonders während der Corona-Pandemie – oberste Priorität. Deswegen bitten wir alle Gäste die bestehenden AHA-Regeln einzuhalten, also Abstand wahren, auf Hygiene achten und Alltagsmaske tragen.“ Auch die Polizei weist insbesondere auf die Parkplatzsituation hin. Tagesgäste, die mit dem Auto anreisen, werden gebeten nur die offiziell ausgewiesenen Parkplätze zu benutzen.  Rettungswege dürfen nicht zugeparkt werden, damit medizinisches Personal im Notfall durchkommen kann. „Wir bitten alle Autofahrer, die Ortsdurchfahrten und Rettungswege kompromisslos freizuhalten und sich strikt an bestehende Park- und Halteverbote zu halten“, appellieren die ZV-Geschäftsleiter Dieter Hofer (Brombachsee) und Thomas Gruber (Rothsee) unisono. In den vergangenen Wochen war es vermehrt zu kritischen Parksituationen in etlichen Orten am Brombachsee gekommen. Die Polizei hat angekündigt, das Parkgeschehen verstärkt zu kontrollieren und Verstöße gegen geltendes Regelwerk zu ahnden. Auch Verstöße gegen die geltenden Corona-Regeln werden von der Polizei vermehrt kontrolliert. „Weiter empfehlen wir unseren Gästen auch die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln über den VGN“, so Dieter Hofer und Thomas Gruber.  

Der Zulauf zu den fränkischen Seen überrascht bei den aktuell hochsommerlichen Temperaturen kaum, schließlich sind die bayerischen Sommerferien für viele eine wunderbare Gelegenheit die Region zu erkunden. „Denn unsere Region bietet noch viel mehr: neben den sieben Seen des Fränkischen Seenlands empfehle ich auch den Besuch der umliegenden Städte und malerischen Gemeinden, die sich auch für Tagesausflüge bestens eignen“, so Manuel Westphal.

Keine Kerwa ohne Festbier

Keine Kirchweih, aber immerhin: Kerwabier gibt es

Von links: Gambrinus Klaus Carl, Bierkönigin Johanna, Gerhard Stengel, Uwe Schulz, Christoph Maurer, Udo Weingart, Wolfgang Eckerlein und KH Fitz. Foto: Falk

Da kann noch so viel passieren, aber ihr Kerwabier lassen sich die Gunzenhäuser nicht nehmen – auch nicht von Corona. Die benachbarte Stadtbrauerei hat es vor etlichen Wochen eingebraut und jetzt zum „Test“ dem Bürgermeister und den Kirchweihverantwortlichen vorgesetzt. Im Garten des Gasthofes „Zur Post“ präsentierten Spalts Bürgermeister Udo Weingart (er ist der einzige deutsche Bürgermeister, der zugleich als Geschäftsführer einer kommunalen Brauerei  fungiert), Braumeister Uwe Schulz, Verkaufsförderer Christoph Maurer und Vertriebsleiter Gerhard Stengel  den Gerstensaft, den sie so charakterisieren: „Ein helles Vollbier mit dem typisch Spalter Hopfencharakter, herrlich frisch mit bernsteinfarbenem Glanz, angenehm vollmundig mit  feinen Malzaromen, die abgerundet  werden durch die Spalt-Spalter Aromahopfennote.“

Die Spalter Brauer waren im Begleitung ihrer charmanten Bierkönigin Johanna Merkenschlager gekommen. Natürlich war auch Gambrinus Klaus Carl in seinem ganzen Ornat mit von der Partie. Beide haben heuer kaum öffentliche Auftritte – auch in Gunzenhausen nicht, denn hier gibt es außer dem Kirchweihfestgottesdienst am 13. September keinerlei Kerwaaktivitäten. „Auch keine Ersatzkirchweih“, wie Bürgermeister Karl-Heinz Fitz definitiv erklärte. Die Stadt will aber gleichwohl einigen Schaustellern, die unter den Coronafolgen an die Grenzen ihrer Existenz geraten, unter die Arme greifen und erlaubt ihnen Sondernutzungen für einen längeren Zeitraum. Wörtlich sagte der Rathauschef: „Wir wollen die Akteure unterstützen und sie nicht im Regen stehen lassen, die bisher unsere zuverlässigen Partner waren, also die Schausteller, die Wirte und eben auch die Brauerei.“

Das Kirchweihbier aus Spalt soll in den nächsten Wochen in Flaschen über den Getränkehandel an die Kunden ausgegeben werden. Es geht auf Wunsch ausnahmsweise auch an Gasthäuser, die vertraglich an ein anderes Bier gebunden sind.

Für Gerhard Stengel  gilt das besondere Prädikat: „Wir haben gestern das erste Kirchweihbier abgefüllt. Sie genießen heute also eines der frischesten Bier der Welt“.

Wie es sich gehört, wurden zur kleinen Bierprobe auch Gunzenhäuser Bratwürste aufgetischt – natürlich in bester Qualität von Metzgermeister und „Post“-Eigentümer Josef Arnold und seiner lieben Frau Yvonne.

WERNER FALK

Kräfte bündeln für die Marke

Mitgliederversammlung des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal

Die neue Vorstandschaft des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal zusammen mit (vorne links) Angelika Schäffer, Geschäftsführerin Tourismusverband Franken, und (hinten rechts) Christoph Würflein, Geschäftsführer Tourismusverband Naturpark Altmühltal: (1. Reihe von links) Essings Bürgermeister Jörg Nowy (2. Vorsitzender), Eichstätts Landrat Alexander Anetsberger (1. Vorsitzender), Treuchtlingens Bürgermeisterin Dr. Dr. Kristina Becker (3. Vorsitzende); (2. Reihe von links): Gredings Bürgermeister Manfred Preischl (Schatzmeister), Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich (Beisitzer), Eichstätts Oberbürgermeister Josef Grienberger (Beisitzer), Neuburgs Oberbürgermeister Dr. Bernhard Gmehling (Beisitzer) und Kindings Bürgermeisterin Rita Böhm (Schriftführerin); (3. Reihe) Altmannsteins Bürgermeister Norbert Hummel (Rechnungsprüfer)
[Foto: Sissi Wein]

„Wir wollen die Marke Naturpark Altmühltal gemeinsam stärken und den Zusammenhalt untereinander leben und ausbauen.“: Mit diesem deutlichen Appell hat Eichstätts Landrat Alexander Anetsberger seine Amtszeit als neu gewählter Vorsitzender des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal e.V. eingeläutet. Die Wahl fand im Rahmen der Mitgliederversammlung am 16. Juli 2020 in Treuchtlingen statt. Neben dem Geschäftsbericht für das Jahr 2019 standen vor allem auch die Marketing-Aktionen des Vereins im Zuge der Corona-Pandemie im Mittelpunkt.

Alexander Anetsberger löst Anton Knapp als Vorsitzenden ab, der auch als Landrat Anetsbergers Vorgänger war. Veränderungen brachte die Wahl auch beim weiteren Vorstand: 2. Vorsitzender ist für die nächsten sechs Jahre nun Essings Bürgermeister Jörg Nowy, 3. Vorsitzende Treuchtlingens Bürgermeisterin Dr. Dr. Christina Becker. Einen großen Dank sprach der Verband Altlandrat Anton Knapp aus, der insgesamt 12 Jahre an der Spitze stand – eine zukunftsweisende Zeit für den Tourismus im Naturpark Altmühltal: Unter Knapp wurde etwa das umfangreiche Tourismuskonzept für den Naturpark erarbeitet und in Teilbereichen wie etwa der Markenoffensive bereits erfolgreich umgesetzt. Insgesamt steigerte der Naturpark Altmühltal seine Übernachtungszahlen in Knapps Amtszeit um fast 25 Prozent.

Ein „Leuchtturm“ für Radler

Das bestätigen auch die Zahlen des vergangenen Jahres, die Christoph Würflein, Geschäftsführer des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal, den Mitgliedern vorstellte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreichte der Naturpark Altmühltal von Januar bis Dezember 2019 eine Steigerung von 0,6 Prozent bei den Gästeankünften sowie ein Plus von 1,2 Prozent bei den Übernachtungen. Insgesamt setzte der Naturpark im 50. Jahr seines Bestehens damit den positiven Trend aus den Vorjahren fort.

Neben den Aktionen zum runden Geburtstag startete der Naturpark Altmühltal im Herbst 2019 seine Radoffensive. Radler sind eine der wichtigsten Zielgruppen für die Region, sowohl bei den Übernachtungsgästen als auch bei den Tagesausflüglern. Hier gilt es, den sich ändernden Ansprüchen der Gäste, die jetzt immer öfter mit E-Bikes unterwegs sind, gerecht zu werden. Als „Leuchtturm“ der Radregion wird weiterhin der Altmühltal-Radweg gestärkt: Anfang des Jahres 2020 wurde deshalb das neue Serviceheft zum Altmühltal-Radweg auf der Touristik-Messe CMT in Stuttgart vorgestellt. Wegen den Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden weitere Maßnahmen zum Marketingschwerpunkt Radwandern, wie die Eröffnung des Geo-Radweges auf 2021 verschoben.

Altmühltal-Urlaub gefragt bei Reisenden und Journalisten

Die CMT gehörte leider auch zu den letzten möglichen Aktionen, bevor Corona im Naturpark Altmühltal die Übernachtungen und Gästeankünfte fast vollkommen herunterfahren ließ. Seit der schrittweisen Öffnung der Betriebe können wieder im eingeschränkten Umfang Umsätze im Tourismus generiert werden. „Allgemein ist Urlaub in Deutschland durch Corona mehr gefragt denn je“, erläuterte Würflein. „Das spüren wir auch deutlich an den vielen Anfragen von Journalisten bei uns in der Geschäftsstelle.“ Eine intensive Pressearbeit stand für den Naturpark Altmühltal deshalb in den vergangenen Wochen an wichtiger Stelle. „Wir haben zahlreiche Journalisten und Blogger bei ihren Recherchen im Naturpark Altmühltal betreut. Ihre teils mehrseitigen Berichte und Reportagen erschienen unter anderem in der Süddeutschen Zeitung oder in Magazin wie Bike & Travel, Wandern & Reisen oder Camping & Reise.“ Dazu kam auf regionaler Ebene die Zusammenarbeit mit dem Eichstätter Kurier, dem Weißenburger Tagblatt, dem Altmühl-Boten, den Nürnberger Nachrichten und TV Ingolstadt. „Hier haben wir den Schwerpunkt  vor allem auf Geheimtipps gesetzt, um unsere touristischen Hot Spots zu entlasten und den nötigen Abstand zu gewährleisten.“

Nachhaltiges Marketing

Auch beim Online-Marketing in den sozialen Medien wurde dieser Weg verfolgt: Unter #NPAufgehts stellte der Naturpark Wanderrouten abseits der Hauptrouten vor, #NPAufgelesen machte die Nutzer mit Pflanzen und Kräutern aus dem Naturpark Altmühltal vertraut und wird nun als Rezeptformat weitergeführt. Fortgesetzt wird aufgrund der aktuellen Ereignisse auch das Thema Radeln als Marketingschwerpunkt. „Damit kommen wir dem durch Corona noch verstärkten Wunsch nach Aktivurlaub entgegen“, erklärte Würflein. Als neues „Flaggschiff“ neben dem Altmühltal-Radweg dient hier der Geo-Radweg, der 2021 eröffnet wird: Seine Route verbindet die geotouristischen Sehenswürdigkeiten im gesamten Naturpark-Gebiet.

Gemeinsam Marke sein

Als große Herausforderung, aber auch als spannende Aufgabe sieht Landrat Alexander Anetsberger die durch die Corona-Pandemie veränderte Situation des Tourismus im Naturpark Altmühltal. „Wir haben touristisch eine gesunde Basis, die uns in dieser schweren Zeit sehr von Nutzen ist“, betonte er. Dies verband er mit der Aufforderung an die Mitglieder, die Organisationsstruktur des Verbandes zu nutzen. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam als Marke Naturpark Altmühltal auftreten. Das stärkt nicht nur die Marke, sondern auch jeden einzelnen Ort und jeden touristischen Dienstleister. Zusammenhalt leben und ausbauen – das wünsche ich mir für den Tourismus im Naturpark Altmühltal.“

Geld für die Sportvereine

Mehr als 200.000 Euro für die Sport- und Schützenvereine im Landkreis

Landrat Westphal übergab den Förderbescheid an die Vereine, hier mit den Vertretern der DJK Gnotzheim und der DJK Raitenbuch. Foto: LRA

Die Sport- und Schützenvereine im Landkreis profitieren in diesem Jahr von 229.175,40 Euro. Der Freistaat Bayern hat die Vereinspauschale in diesem Jahr verdoppelt, damit die Vereine die Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern können. Die Mittel werden von der Regierung von Mittelfranken bereitgestellt und über das Landratsamt an die Vereine im Landkreis weitergegeben. Landrat Manuel Westphal übergab die Förderbescheide an die DJK Raitenbuch und die DJK Gnotzheim stellvertretend für alle anderen Sport- und Schützenvereine in der Region.

Bayernweit werden die Mittel im Haushaltsjahr 2020 von rund 20 Millionen Euro auf rund 40 Millionen Euro verdoppelt. 80 Sport- und Schützenvereine aus dem Landkreis profitieren dabei insgesamt von 229.175,40 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Plus des Förderbeitrags von 116.412,67 Euro.

„Unsere Sport- und Schützenvereine wurden von der Corona-Pandemie ebenfalls hart getroffen. Durch die Verdopplung der Vereinspauschale wird dem Breitensport unbürokratisch und effizient unter die Arme gegriffen. Der Sport erfüllt in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion und ich bin froh, dass auch hier die Lockerungen langsam greifen und Vereinssport wieder möglich wird“, freute sich Landrat Manuel Westphal während der Förderbescheidübergabe.

Die Zuwendungen an die Sport- und Schützenvereine richtet sich nach der Sportförderrichtlinie des Freistaats Bayern. Berechnungsgrundlage ist die Anzahl der erwachsenen Vereinsmitglieder sowie die Anzahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die zehnfach gewichtet werden. Weiter wird die Anzahl von Übungsleiterlizenzen mit zur Berechnung der Vereinspauschale herangezogen.

Landrat Manuel Westphal hat die Förderbescheide an die DJK Raitenbuch und die DJK Gnotzheim stellvertretend für alle anderen Vereine im Landkreis übergeben. Die Vorsitzenden freuten sich über die Zuwendungen, die dieses Jahr aufgrund wegfallender Einnahmen besonders gebraucht werden.

Keine geheimen Kontrollen

Aus der Praxis der Lebensmittelüberwachung in Coronazeiten

Während der Corona-Pandemie gelten für viele Betriebe hohe Auflagen. Betriebe, die Lebensmittel verkaufen, wie Bäckereien, Metzgereien und Gastronomiebetriebe, müssen auch sonst strenge Hygienevorschriften einhalten. Kontrolliert wird das durch die Lebensmittelüberwachung der Abteilung Veterinärwesen und Gesundheitlicher Verbraucherschutz am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen. Auch die Auflagen für Betriebe wie die Maskenpflicht und das Abstandsgebot werden in Zeiten von Corona von den Lebensmittelkontrolleuren überprüft. Dabei wird entgegen einiger Gerüchte, die im Umlauf sind, zu jeder Zeit transparent und offen vorgegangen.

In den vergangenen Wochen kam es vermehrt zu Gerüchten um die Kontrollen des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen in Betrieben und Geschäften zur Einhaltung der Hygieneschutzauflagen. Dabei ging es vor allem darum, dass Verstöße durch die Kontrolleure in Bäckereien provoziert würden und anschließend ein hohes Bußgeld ausgesprochen wurde.

„Dem wollen wir aktiv entgegensteuern! Es entspricht keinesfalls der Wahrheit, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Kontrollen in Betrieben Verstöße provozieren würden! Solchen Unwahrheiten, die derzeit im Umlauf sind, gleichen einer Verleumdung! Ich habe auch Kontakt zu einem angeblich betroffenen Betrieb aufgenommen, der mir das Gerücht nicht bestätigen konnte! Es gab in diesem Betrieb keine Kontrolle zur Einhaltung der Hygieneschutzauflagen und es wurde auch kein Bußgeld ausgesprochen“, verdeutlicht Landrat Manuel Westphal und ergänzt: „Die Kontrollen der Lebensmittelüberwachung laufen zu jederzeit offen und transparent ab!“

Während der regulären Kontrollen der Lebensmittelüberwachung in Betrieben achten die Kontrolleure derzeit auch auf die Einhaltung der Hygieneschutzmaßnahmen wie das Tragen von Mund-Nase-Schutzmasken oder die Beachtung des Mindestabstands. Auch auf Beschwerden aus der Bevölkerung wird gegebenenfalls reagiert und die Situation vor Ort begutachtet. „Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben sich aber bei Beginn der Kontrolle offen zu erkennen und stellen sich im Betrieb auch vor. Geheim oder intransparent wird vom Landratsamt keinesfalls kontrolliert!“, so der Landrat.

Damit die Infektionszahlen nicht wieder steigen, appelliert das Landratsamt weiter an die Bevölkerung, die bestehenden Auflagen wie das Tragen einer Mund-Nase-Schutzmaske in bestimmten öffentlichen Bereichen einzuhalten. Auch der Mindestabstand von 1,5 Meter muss beachtet werden!

Neues Dach für die Kirche

Sanierung des Gotteshauses in Stetten

Die evangelische Kirche in Stetten bekommt ein neues Dach. Zunächst ist der Turm an der Reihe. Er ist seit vielen Wochen bereits eingerüstet und zum Teil abgedeckt. Nach Instandsetzungsarbeiten am Dachgebälk des Turms durch die Zimmerei Beyer in Heidenheim wird der Turm neu eingedeckt. In einem zweiten Schritt kommt das Kirchenschiff an die Reihe, das ebenfalls saniert werden muss. Ingesamt entstehen Kosten von rund 400000 Euro. An der Finanzierung beteiligen sich neben dem Baulastträger, dem Freistaat Bayern, die Landeskirche, die Stadt und die Kirchengemeinde. Auch von der Denkmalpflege kommt ein Zuschuss.  Die Fertigstellung, die eigentlich für September 2020 anvisiert war, verzögert sich.

Foto: Falk

Windsbacher kommen

Chorandacht am 22. Juli in Arberg

Die Pfarrei Arberg lädt zu einer Chorandacht mit dem Windsbacher Knabenchor unter KMD Martin Lehmann ein. Datum: Mittwoch, 22. Juli 2020 um 19 Uhr. Pfarrer Reinhard Pasel hält die Liturgie. Die Orgel spielt KMD Alexander Serr.
Aus räumlichen Gründen findet die Chorandacht nicht wie gewohnt in Mörsach, sondern inArberg, St. Blasius, Schlossweg 14, statt. Die dortige Park-Platzsituation ist sehr begrenzt. Auch in der Kirche werden Mindestabstände eingehalten. Mundes Artis, der veranstaltende Verein, schreibt in seiner Einladung: Wir bitten Sie einen Mund-Nasenschutz ab Betreten der Kirche bis zum ErreichenIhres Platzes zu tragen sowie alle anderen Massnahmen einzuhalten, wie bei jeder gottesdienstlichen Veranstaltung. Durch Kärtchen auf den Bänken in der Kirche können Sie sehen, wo Sie Platz nehmen können. Auch die Sänger werden alle Abstandsanforderungen beachten. Mit Geduld und Gelassenheit werden wir alle das meistern. Freuen wir uns, endlich wieder,unter etwas ungewöhnlichen Vorzeichen, aber eben immerhin doch, den besonderen Klängender Windsbacher lauschen dürfen.

KulturHerbst geplant

Vereine können sich beim KulturHerbst 2020 präsentieren

Für den 26. September 2020 ist der 7. KulturHerbst Gunzenhausen mit langer Einkaufsnacht bis 23 Uhr geplant.

Von den behördlichen Vorgaben für Großveranstaltungen hängt es ab, ob –Großveranstaltungen wie der KulturHerbst nach dem 31. August durchgeführt werden können. Dennoch haben sich die Organisatoren des KulturHerbst – Stadt Gunzenhausen und Stadtmarketing Gunzenhausen e.V. – dazu entschlossen, die Planungen für den diesjährigen KulturHerbst normal weiter laufen zu lassen. Nicht zuletzt deshalb, weil sich der KulturHerbst mit langer Einkaufsnacht in den letzten Jahren zu einer der wichtigen Veranstaltungen für Gunzenhausen entwickelt hat.

Aufgrund der sehr positiven Resonanz in den letzten Jahren sollen auch in diesem Jahr Vereine, Organisationen und Musikgruppen aus Gunzenhausen und dem Umland die Möglichkeit haben, sich und ihr Angebot einem breiten Publikum zu präsentieren.

Dafür steht die Bühne im Bereich des Jugendzentrums mit einer voraussichtlichen Größe von 6 x 4 m sowie der Vorbühnenbereich zur Verfügung und bietet Raum u.a. für sportliche, tänzerische, kulturelle und musikalische Vorführungen.

Des Weiteren haben Vereine die Möglichkeit, sich im Bereich zwischen Hafnermarkt und Altmühlbote mit einem Stand am KulturHerbst zu präsentieren.

Vereine, Gruppen und Organisationen, die dieses Angebot nutzen möchten, werden gebeten, sich mit dem unter kulturherbst.gunzenhausen.de/download.html bereitgestellten Anmeldeformular für Vereine bis zum 26. Juni 2020 anzumelden. Für Informationen steht darüber hinaus die Wirtschaftsförderung der Stadt Gunzenhausen unter Tel. 09831/508 – 309 oder wifoe@gunzenhausen.de zur Verfügung.

Sollten darüber hinaus Vorschläge oder Ideen zur Bereicherung des KulturHerbst-Programms bestehen, können diese ebenfalls an die Wirtschaftsförderung gerichtet werden.

KulturHerbst mit langer Einkaufsnacht im September

Am 26. September 2020 steigt die siebte Auflage des KulturHerbst Gunzenhausen mit langer Einkaufsnacht bis 23 Uhr.

Obwohl – oder besser gerade weil – derzeit noch keine Informationen bzw. Vorgaben darüber vorliegen, ob aufgrund der Corona-Pandemie im September (Groß-)Veranstaltungen wieder möglich sein werden, und falls ja, unter welchen Voraussetzungen, haben sich die Organisatoren des KulturHerbst – Stadt Gunzenhausen und Stadtmarketing Gunzenhausen e.V. – dazu entschlossen, die Planungen für den diesjährigen KulturHerbst zum jetzigen Zeitpunkt normal weiter laufen zu lassen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich der KulturHerbst mit langer Einkaufsnacht in den letzten Jahren zu einer der wichtigen Veranstaltungen für Gunzenhausen entwickelt hat.

Zum großen Erfolg der bisherigen KulturHerbst-Veranstaltungen haben neben dem hochkarätigen und vielseitigen Bühnenprogramm die vielen kleineren und größeren Aktionen der beteiligten Betriebe beigetragen. Sie haben mit viel Engagement und Einsatz dafür gesorgt, dass sowohl in als auch vor den Geschäften jede Menge los war und sich der KulturHerbst mit der langen Einkaufsnacht bis 23 Uhr zu einem Highlight im Veranstaltungskalender und zu einem wichtigen Werbeträger für Gunzenhausen entwickelt hat.

Auch in diesem Jahr sind die Verantwortlichen von Stadt und Stadtmarketing Gunzenhausen e.V. davon überzeugt, dass sich wieder zahlreiche Geschäfte und Betriebe mit attraktiven und ausgefallenen Ideen beteiligen und Bürgern und Besuchern Gunzenhausens einen erlebnisreichen Tag bescheren.

Bis spätestens 19. Juni 2020 haben Geschäfte und Unternehmen Zeit, sich für die Teilnahme am KulturHerbst anzumelden und diesen zu nutzen, um sich einem breiten Publikum aus der gesamten Region zu präsentieren.

Die Anmeldeunterlagen können im Internet unter kulturherbst.gunzenhausen.de/download.html heruntergeladen werden.

Lustige Kapuziner…

…im Freilandmuseum, wo der Bartel den Most holt

Most aus dem Museum wird in der Mühle aus Unterschlauersbach im Frän-kischen Freilandmuseum ausgeschenkt. Fotos: Margarete Meggle-Freund und Ute Rauschenbach


In der Mühle aus Unterschlauersbach im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirk Mittelfranken wird der Museumsmost ausgeschenkt. Dazu gibt es Griebenschmalzbrot. Erfahrene Museumsbesucher legen hier – etwa in der Mitte des Museumsgeländes – gerne einen kleinen Zwischenstopp ein. We-gen seiner natürlichen Kohlensäure und zusätzlich mit Mineralwasser ge-spritzt ist Most ein erfrischendes Sommergetränk. Most wurde traditionell das ganz Jahr über getrunken, weil er neben Bier und Wein in der Zeit vor der Erfindung des Sterilisierens am Land das einzige haltbare Getränk dar-stellte. Im Herbst hat der junge Most noch einen geringeren Alkoholgehalt. Im Winter trinkt man den Most auch erwärmt als Glühmost.

Die Herstellung von Most

Der Museumsmost wird aus den vielen alten Apfel- und Birnensorten, die im Freilandmuseum gepflegt werden, hergestellt. Typische Sorten für die Mostherstellung sind z.B. der Bohnapfel, der Brettacher oder der Rote Trie-rer Weinapfel. Auch aus Quitten oder Trauben lässt sich Most gewinnen. Aus den späten und holzigeren Sorten mit einem höheren Gerbstoffanteil, die an sich nicht schmecken, wird der beste Most gewonnen. Dazu wird zuerst das Obst zerkleinert, dann der Saft kalt gepresst. Traditionell ließ man den Saft nun einfach gären. Zur Klärung gab man Speierlingssaft hinzu, der mit ihrem hohen Gerbstoffgehalt dazu beitrug, dass der Most klar wird. Heute wird der Gärvorgang kontrolliert: Er wird mit Weinhefe gestartet; nach Beendung der Gärung wird auch Schwefel zugesetzt, der verhindert, dass der Most oxidiert. Zur Sicherheit der Museumsbesucher wird das Ergebnis heute mit Laborproben kontrolliert.

Most in Franken

Die Herstellung von Most ist schon in der Antike nachgewiesen und für Franken seit dem Spätmittelalter belegt. Im 18. und 19. Jahrhundert propagierten die Volksaufklärer den Obstbau am Land stark. Damit wurde auch der Most zum verbreiteten Alltagsgetränk. Das große aufklärerische Nachschlagewerk „Zedlers Universallexikon“ von 1731-54 ordnet den Obst-most als Getränk am Lande ein: “Er wird gemacht, wo es viel Obst gibt, da sich denn die Landleute sehr befleißigen, einen dergleichen aus Obst gepreßten Most statt ihres Getränks zu bereiten.“

Für Mainfranken in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schreibt Otto Beck, der große Sammler der traditionellen Kultur am Lande in Mainfranken, dass besonders aus den „Hänserbirnen“ Most gewonnen wurde. Birnenmost ist etwas milder als der Apfelmost. Beck schreibt von einer Familie, in der jeden Tag vier Liter Most geholt worden. Davon habe der Vater 1,5 Liter getrunken. Die Keramikkrüge, in denen der Most aus dem Keller geholt wurde, hießen „Bartel“ . Die Unterfranken schreiben sich das Sprichwort „Wissen, wo der Bartel den Most holt“ zu. Vielleicht heißen ja die Krüge nach dem Sprichwort – oder umgekehrt. Die Redensart ist jedenfalls schon seit dem 17. Jahrhundert literarisch belegt und meint so viel, wie “gut Bescheid wissen”.

Lustige Kapuziner – Kuchen mit Most

Der unter dem Namen “Lustige Kapuziner” bekannte Mostkuchen wird aus einem einfachen Biskuitteig schnell gemacht. Mit warmem Most getränkt wird er schön saftig. Bäckt man ihn aber in kleinen Törtchenformen und garniert ihn entsprechend mit Sahne oder gar einem Mostchadeau (= Mostschaum), wird er zum feinen Dessert. Ich habe ihn hier mit den hand-gelöteten Törtchenformen meiner Urgroßmutter, die klassische Wiener Küche gekocht hat, gebacken und auf Glastellerchen und Serviette aus den Sechzigerjahren serviert.

Lustige Kapuziner – Kuchen mit Most


Für eine Kastenform von 30 cm benötigt man: 4 Eier, 100g Vollrohrzucker, 100g Semmelbrösel, 350 Milliliter Most, 2 Teelöffel Rohrzucker, ½ Teelöffel Zimt und eine Prise gemahlene Nelken.
Zuerst werden die Eier getrennt. Das Eiweiß wir zu Schnee geschlagen. Dann wird das Eigelb mit dem Zucker cremig gerührt. Anschließend die Semmelbrösel unterrühren und den Eischnee unterheben. Eine Kastenform einfetten und mit Semmelbrösel ausstreuen oder kleine Törtchenformen mit Muffinpapier auslegen. Sofort bei 130 Grad im Umluftherd 35 Mi-nuten backen – die Törtchen etwas kürzer. Den Most mit Rohrzucker, Zimt und Nelken wür-zen und erwärmen. Den warmen sirupartigen Most über den Kuchen gießen. Nach Belieben mit Schlagsahne oder einem Weinschaum aus Most garniert servieren.
DR. MARGARETE MEGLE-FREUND


Traditionelle Rezepte neu entdeckt! Was lässt sich aus fränkisch-regionalen und saisonalen Zutaten zubereiten? – Schicken Sie uns Ihre fränkischen Familienrezepte an pressestelle@freilandmuseum.de!