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Zurück in die Mitte der Gesellschaft

FDP-Stellungnahme zur Kommunalwahl

„Ich werde die FDP zurückführen in die Mitte der Gesellschaft!“ Das ist der Anspruch des neugewählten Stadtrats Werner Falk. Er will mit der Hilfe eines Netzwerks von Persönlichkeiten aus der Stadt und dem Landkreis die Partei nach den schweren Niederlagen bei der Bundestags- und Landtagswahl und den Verlusten bei der jüngsten Kommunalwahl neu ausrichten.

In einer ersten Analyse der Stadtratswahl, bei der es ihm gelungen ist, den einzigen Stadtratssitz für die liberale Partei zu erringen, spricht er von einer unzureichenden programmatischen Positionierung der FDP in den letzten Jahren. Das will er ändern. Falk möchte die Bürgerschaft stärker mit in die kommunalpolitische Diskussion mit einbeziehen, und zwar nicht nur in Wahlzeiten. Zu diesem Zweck kündigt er den „Falk Talk“ an, ein „Wirtshausgespräch“, zu dem er regelmäßig alle einlädt, die sich für kommunalpolitische und gesellschaftliche Fragen interessieren. „Verbessern wird sich auch die innerparteiliche Kommunikation“, verspricht der Neugewählte. Wie er ankündigt, soll es eine stärker perspektivisch ausgerichtete Arbeit geben. Seine Parole: „Die FDP muss mit einem konstruktiven und kreativen Auftritt heraus aus ihrem Hinterzimmer-Dasein und hinein in den Fokus der Öffentlichkeit“.

Den Verlust eines Kreistagssitzes führt der neugewählte Stadtrat, der jetzt auch auf Kreisebene mehr Verantwortung innerhalb der Partei übernehmen will, ebenfalls auf mangelnde konzeptionelle Arbeit zurück. Stattdessen findet er anerkennende Worte für die „stets agile“ Arbeit der ÖDP und das engagierte Auftreten der Grünen. Die Wähler hätten ihren Fleiß bestätigt.

Für die Zukunft kündigt  Werner Falk ein „konzertiertes Vorgehen“ an, das heißt, die gewählten FDP-Stadt-, Gemeinde-  und Kreisräte werden in regelmäßigen Zusammenkünften die programmatischen Schwerpunkte besprechen und entsprechende kommunalpolitische Initiativen entwickeln. Die Bürgerschaft erwarte eine Positionsbestimmung der FDP zu den anstehenden Fragen. „Wir werden liefern!“, sagt er vielversprechend.

Auf Kritik ist bei ihm die Herausgabe der neuen Bürgerzeitung in Gunzenhausen gestoßen: „Vier Tage nach der so wichtigen Bürgermeister- und Stadtratswahl steht dort keine Zeile über die Ergebnisse des Urnengangs.“ Nach Ansicht von Falk hätte der fixierte Erscheinungstermin der Zeitung in diesem Fall noch um einige Tage hinausgeschoben werden können. Die Verwaltung habe in dieser Sache unsensibel und alles andere als flexibel gehandelt.

Leider einen Sitz weniger im Kreistag

Nicht ganz nach Wunsch gelaufen ist für die FDP die Kreistagswahl. Wir konnten den dritten Sitz nicht verteidigen, sondern haben ihn verloren, so dass künftig nur mehr Dr. Axel Peiffer aus Muhr am See und Sigrid Niesta-Weiser aus Gunzenhausen vertreten sind. Schade, dass es für Alexander Kohler (er ist neu im Weißenburger Stadtrat) im Kreis nicht gereicht hat. Er wäre ein guter Vertreter des Altkreises Weißenburg gewesen. Mit Zufriedenheit haben wir die Ergebnisse im Jura  und in Weißenburg zur Kenntnis genommen, wo Alexander Kohler seine Apotheken betreibt, gesellschaftlich aktiv ist und große Reputation genießt. Ich denke, wir können mit ihm die FDP wieder besser positionieren als dies zuletzt der Fall war.

Diesen Wunsch habe ich natürlich für alle regionalen Bereiche. In Gunzenhausen will ich die Partei in die Mitte der Gesellschaft zurückführen und damit herausführen aus dem Hinterzimmer-Dasein. Regelmäßige Begegnung mit den Menschen sind für mich selbstverständlich. So werde ich regelmäßig einen „Falk Talk“ als Wirtshausgespräch veranstalten, der nicht nur der politischen Information, sondern auch der geselligen Begegnung von Menschen dienen soll, die mir mit Sympathie begegnen und die meine Arbeit wohlwollend begleiten. Ich bin offen für alle Gespräche und habe keine Scheuklappen im Umgang mit den Menschen.

So sehe ich der Zeit mit Freude entgegen. Ich empfinde das Stadtratsamt nicht als Last. Jahrzehntelang habe ich die Kommunalpolitik von der anderen Schreibtischseite aus begleitet, da bringt mich nichts mehr aus der Fassung. Ich stelle mich der Verantwortung, wo ich auch hingestellt werde. Auch insofern freue ich mich auf die Gespräche in den nächsten Wochen.

Ich muss nicht extra betonen, wie sehr mich die Wahl von Karl-Heinz Fitz freut. Ich verbinde damit die Hoffnung auf eine gute, kooperative Zusammenarbeit. Ich hatte mich vor sechs Jahren „verwählt“, aber das einzugestehen, fällt mir nicht schwer, zumal ich mich damit in bester Gesellschaft befinde. Aber nun wollen wir es mit Elan und Freude angehen. Wie sagt er doch: Pack mers an! So soll es sein.

Simon Marius und Gunzenhausen

Vortrag von Pierre Leich beim Verein für Heimatkunde Gunzenhausen

Simon Marius (vor der latinisierten Form:  „Mayr“) ist eine lokale Berühmtheit, denn schließlich hat der gebürtige Gunzenhäuser sozusagen auf Augenhöhe mit Galileo Galilei die Jupitermonde entdeckt und vor 400 Jahren seine Beobachtungen in seinem Hauptwerk „Mundus Iovialis“ der Welt bekannt

Pierre Leich

Pierre Leich

gegeben. „Die Forschung von Marius gilt inzwischen als unabhängig und ebenbürtig“, sagt Pierre Leich von der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft. Der Projektleiter des „Simon-Marius-Jahres 2014“ referierte am Donnerstag auf Einladung des Vereins für Heimatkunde Gunzenhausen.

Leich ist im Jubiläumsjahr als ein ausgewiesener Kenner der Materie ein viel beanspruchter Referent. Er versteht es, die nicht unbedingt leicht verdauliche Kost der Sternenkunde auf eine populär-wissenschaftliche Art zu vermitteln, so dass sie keinesfalls langweilig ist. Davon konnten die Mitglieder des Vereins für Heimatkunde im Hotel „Adlerbräu“ profitieren.

1573 ist Simon Marius in Gunzenhausen geboren. Wilhelm Elterlein informierte in der Versammlung über die Ahnenverbindung der Familien Mayr und Elterlein. Ahnfrau ist Barbara Mayr, eine ältere Schwester von Simon. Dank der umfangreichen Nachforschungen über die Familie Elterlein von Willi Elterlein (1892-1975) sind detailliierte und auch durch den Stadtarchivar  bestätigte verwandtschaftliche Verbindungen nachgewiesen. Bereits um 1920 konnte Willi Elterlein die Nachforschungen über die seit 1651 in  Gunzenhausen  ansässige Familie Elterlein in Hinsicht einer verwandtschaftlichen Verbindung zur Familie Mayr nachvollziehen. Reichard Mayr (der Vater von Simon), der zeitweise  Bürgermeister in Gunzenhausen war, hatte mit seiner Frau acht Kinder.  Barbara, eine ältere Schwester von  Simon, heiratete  1599 Georg Kretzer. Sohn Leonhard Kretzer, ein Bäckermeister, heiratete 1635 Margarete Stotz und die Tochter  des Ehepaars, Eva Barbara Kretzer, heiratete dann 1671 den  Hafnermeister  Johann Mußolt.  Ein Sohn aus der Ehe, Georg Mußolt,  heiratete  1705 Maria Kohler und die Tochter Eva Maria Mußolt 1729 den Schneidermeister Christoph Elterlein, ein direkter Vorfahre zu den noch heute in Gunzenhausen lebenden Elterlein-Familien. Die Nachkommen waren in den früheren Zeiten neben Schneider-, Metzger-,  Zimmer- oder Maurermeister, nach dem Zweiten Weltkrieg  Architekten, Betonwerksbetreiber, Ingenieure oder Kaufleute.

Simon Marius hat in Prag und Padua studiert und war von 1605 bis zu seinem Tod 1624 am markgräflichen Hof in Ansbach als Hofmathematiker engagiert. Mit seiner Veröffentlichung „Mundus Iovialis“, die übrigens 1988 von dem Lateinlehrer Johannes Schlör mit Schüler des Leistungskurses am Simon-Marius-Gymnasium ins Deutsche übersetzte, löste er einen vehementen Streit mit Galileo Galilei aus, der bereits vier Jahre zuvor Mondgebirge, Jupitermonde und Venusphasen notiert hatte. Da auch Marius zeitgleich im Januar 1610 die Monde des Jupiters sah, verfolgte ihn Galilei als Plagiator. Erst 1903 rehabilitierte ihn die Niederländische Akademie der Wissenschaften. Seither ist wissenschaftlich erwiesen, dass Marius selbständig gearbeitet hat.

„Wir können Simon Marius heute als Mathematiker, Arzt und Astronomen würdigen, der als einer der ersten Menschen weltweit sensationelle Beobachtungen am Himmel gemacht hat“, sagt Pierre Leich.  Galilei habe die Priorität, das lasse sich nicht abstreiten. Es gebe zwar anderes schriftliches Material, aber nicht von Marius. Die Wissenschaft habe 280 Jahre lang über die Bewertung der beiden Astronomen im Clinch gelegen.

Heute gibt es nach Darstellung von Pierre Leich 49 Sammlungen, die sich mit den Arbeiten von Simon Marius beschäftigen. Selbst das Kosmonautenmuseum in Moskau würdigt den berühmten Gunzenhäuser, den freilich nicht die Stadt allein für sich reklamieren kann. 72 Marius-Schriften sind inzwischen digitalisiert (www.simon-marius.net), und das in 27 Sprachen. Die Gunzenhäuser Briefmarkenfreunde haben eine 60-Cent-Sondermarke aufgelegt, die es für 1,40 Euro gibt und die Eröffnung des weltweiten SM-Portals mit einem Sonderstempel begleitet (wir berichteten).

Leich, der das Thema umfassend behandelte, ging dabei auch auf die Erfindung des Teleskops 1608 durch den Holländer Hans Lipperhey ein.

Von Werner König, einem früheren SMG-Mathematiklehrer, kam in der Versammlung der Hinweis auf eine ausführliche Publikation „Simon Marius – der fränkische Galilei und die Entwicklung des astronomischen Weltbilds“.  Das Buch von Gudrun Wolfschmidt (Tredition, Hamburg 2012) soll bei entsprechender Nachfrage in neuer Auflage erscheinen.

Exkursionen werden fortgesetzt

Verbunden mit dem Vortrag war die Jahresversammlung des Vereins. Vorsitzender Werner Falk brachte die Vereinsaktivitäten des vergangenen Jahres in Erinnerung und  bekräftigte, dass die Reihe „Samstagsexkursionen“ in diesem Jahr mit Terminen in Ellingen, Unterschwaningen und Wolfsbronn (Steinerne Rinne) fortgeführt wird. Zudem sind etliche Vortragsveranstaltungen geplant und natürlich wird am Jahresende das 69. Jahrbuch „Alt-Gunzenhausen“ erscheinen. Den Autoren, die für die 68. Ausgabe zur Feder gegriffen haben, sprach der Vorsitzende Dank und Anerkennung aus, ebenso dem Vereinskassier Hans Minnameyer, der seinerseits über den Stand der Vereinsfinanzen berichtete.

Ein ehrendes Gedenken widmeten die Mitglieder ihrem langjährigen Vorsitzenden Heinrich Krauß, der von 1986 bis 2006 dem Verein wichtige Impulse gab. Falk wörtlich: „Er hat sich um den Verein für Heimatkunde verdient gemacht, indem er couragiert an die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit Gunzenhausen herangegangen ist.“ Dankbar erwähnte der Vorsitzende auch das verstorbene Mitglied Ernst Lechner. Der frühere Landtagsvizepräsident hatte sich frühzeitig dafür stark gemacht, die NS-Ära in „Alt-Gunzenhausen“ aufzurollen.

Im Foto: Pierre Leich gelang ist, die Astronomieforschung von Simon Marius populär darzustellen. Foto: Falk

Witziges von Diethelm

Wieder die alte Sowjetunion? Das Hochschulinstitut in Moskau: „Sag einmal Stachanow, warum macht ihr dauernd Versuch zu kreuzen Bettwanze mit Glühwürmchen?“ Die Antwort: „Weißt du Igor, wenn wir haben Erfolg, jeder in ganz Russland kann lesen Parteinachrichten auch nachts!“

Die Wirtin in einem fränkischen Gasthaus heißt Greta. ImSchoenD Kindergarten kommt ein Mädächen aus dem Urlaub mit den Eltern zurück. Auf die Frage, wo sie denn gewesen sei, antwortet sie: „Auf Kreta!“ Darauf meldet sich ein Junge: „Wir waren auch bei der Greta und haben Brotzeit gemacht.“

Susi erhält auf der Gewerbebank in Gunzenhausen einen eingepackten Lutscher geschenkt. Begeistert nimmt sie ihn in Empfang. Mama fragt: „Und was sagt man, Susi?“ Das Kind antwortet resolut: „Aufmachen!“

Der kleine Dieter liebt seinen Opa mehr als die Oma. Neidvoll sieht die Oma, wie er den Opa küsst. Sie sagt: „Ach Niki, küss mich doch auch!“ Da beugt sich Niki zum Opa und flüstert ihm ins Ohr: „Gell Opa, wir küssen keine Weiber!“

In Dorf gibt es noöch einen Tante-Emma-Laden, für den sich der Bürgermeister stets vehement eingesetzt hat. Eines Tages erscheint der kleine Sohn des Rathauschefs im Laden und sagt: „Wir brauchen eine Kondensmilch zum Kaffee, nachher fahren wir einkaufen zum Aldi.“

VLF besichtigt INA KugellagerSchaeffler OH

Der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung Gunzenhausen-Weißenburg beschließt sein fachliches Winterfortbildungsprogramm am Montag, den 07. April 2014 um 19.15 Uhr mit einer Führung für Mitglieder und Interessierte durch das Gunzenhauser Werk der INA Kugellager Schäffler OHG.

Tanja Baierlein, die für Ausbildung und Personal im Werk Mitverantwortliche, wird die Werksführung mit Gesprächsmöglichkeit -auch über Ausbildungsfragen- übernehmen.

Teilnehmen können maximal 20 Personen, die sich bitte baldmöglichst beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weissenburg unter 09141/875-0 mit voller Postadresse anmelden. Ausserdem muss am Eingang ein gültiger Ausweis vorgezeigt werden.

Weihnachtsmarkt konzentrieren!

Vorschlag der FDP

Schon kurz nach dem Ende des „Romantischen Weihnachtsmarkts“ waren die kritischen Stimmen nicht zu überhören. Damals schon war klar, die Odyssee des Weihnachtsmarkts, der kaum so romantisch war, wie es die Werbung versprach, weitergehen wird. Garantiert mehr als fünf Standorte hat es zwischenzeitlich gegeben, fast in jedem Jahr einen neuen.

Im Wirtschaftaussschuss des Stadtrats ist in bemerkenswerter Offenheit darüber geredet worden, auch Touristikchef Wolfgang Eckerlein hatte sich gleich nach dem Weihnachtsmarkt 2014 erstaunlich selbstkritisch gegeben.

Nach Ansicht des FDP-Stadtratskandidaten Werner Falk muss endlich die Erkenntnis durchschlagen: der Weihnachtsmarkt gehört auf den Marktplatz, wo er schon einmal war, allerdings falsch konzipiert. Gunzenhausen darf sich nicht mit dem wirklich romantischen Weihnachtsmarkt in Rothenburg messen. Die Stadt muss deswegen nicht gänzlich auf einen Weihnachtsmarkt verzichten, aber er sollte konzentriert an einem Wochenende stattfinden, also Freitag, Samstag und Sonntag. Und an diesen Tagen ist der mittlere Marktplatz vom Durchgangsverkehr freizuhalten, so dass sich die Fieranten entsprechend platzieren können. Auch die Einbindung der Einzelhandelsgeschäfte wäre so am besten gegeben. Der Gedanke der Einzelhandelsverbands-Vorsitzenden Erika Gruber, die Geschäfte am Samstag länger und am Sonntag ganz zu öffnen, ist gut.

Wie im Altmühl-Boten zu lesen war, fordert der befristet tätige Citymanager von den Gunzenhäusern Geduld. Dazu sagt die FDP: „Unsere Geduld geht langsam zu Ende. Wir experimentieren schon lange genug. Jetzt muss endlich eine Regelung her, die Bestand hat oder man soll den Weihnachtsmarkt gänzlich aus dem Eventprogramm streichen.“

Überdimensionierter Steinabbau

Uwe Maier: Er gefährdet Kulturgüter im Kreis

Heimat ist ein sehr wichtiges, schützenswertes Gut, für jeden von uns. Sie bietet uns Geborgenheit und Schutz. In ihr fühlen wir uns zu Hause, auch Herz und Seele brauchen sie. Für mich ist der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit den vielfältigen Landschaften der Frankenalb, der Seen, desLimesnacht kulinarisch Altmühltals und des Rieses meine Heimat, mit der ich mich identifiziere und in der ich mich wohl fühle. Zu dieser Heimat zählen nicht nur die Menschen, die hier wohnen, sondern auch das, was die Menschen im Lauf der Jahrtausende als Kulturgüter uns hinterlassen haben. Solche Kulturgüter sind immens wichtig für unsere Herkunft, da wir dadurch sehen und spüren, wer diese geschaffen hat, wo diese Menschen herkamen und warum sie hier waren. Für mich, als langjähriges, aktives Mitglied der Gesellschaft für Archäologie i.Bay.,  ist es daher sehr wichtig Kulturgüter in meiner Heimat zu erhalten und zu schützen.

Durch den jetzt drohenden Jurasteinabbau im südöstlichen Teil unseres Landkreises, der mit nahezu 5.000 Hektar um ein Vielfaches zu groß ist, ist auch eine ganze Reihe von wertvollen Kulturgütern gefährdet.  Allen voran das Weltkulturerbe Römisch-Raetischer Limes. Durch neueste Untersuchungen mit Hilfe des Laserscannings haben Archäologen in den letzten Jahren festgestellt, dass entlang der schnurgeraden, ehemaligen Römerstraßen-verbindung  vom Burgus (bei Burgsalach)  nach Pfünz noch Reste von mindestens 15 römischen Wachtürmen bestehen. Aufgrund dieser erheblichen Anzahl an Wachtürmen ist davon auszugehen, dass es sich hier um eine neue, zurückgenommene, sehr späte Linie des Raetischen Limes, nennen wir sie Limes VI, handelt. Die Archäologen gehen mehr und mehr davon aus, dass die alte Limeslinie  Burgus – Petersbuch – Böhming wahrscheinlich ab den 20er  Jahren des 3. Jahrhunderts aufgelassen wurde und durch Limes VI ersetzt wurde. Bei dessen Bau könnte auch eine römische Einheit aus Nordafrika, die damals nach Raetien strafversetzt worden war, zum Einsatz gekommen sein. Der Bau des Burgus, der nordafrikanische Züge aufweist,  könnte wiederum auch damit zusammenhängen. Erste Forschungsergebnisse dazu teilte der Landeskonservator Dr. Sommer bei einem Vortrag im letzten Jahr in Weißenburg mit.  Käme der Jurasteinabbau auf den Flächen im Raitenbucher Forst, wie geplant, würde dieser Limes VI und damit Weltkulturerbe völlig zerstört werden. Dies wäre ein kulturgeschichtlicher GAU .

Wenn hier schon künftige Steinbruchflächen nur vom Schreibtisch aus geplant werden, dann sollte man sich  zuvor wenigstens mal topografische Karten und spezielle Karten des Landesamtes für Denkmalpflege ansehen, um festzustellen, dass hier aus denkmalpflegerischen Gründen absolut kein Steinabbau möglich ist!  Dann würde man auch sehen, dass im gleichen Gebiet die Erhebung des  sog.  „Hohlbügel“ liegt.  Auf seiner Hochfläche liegt die Einbruchdoline des „Hohlloches“, das mit seinen unterirdischen, bis zu 25 m hohen Hallen und Tropfsteinhöhlen, eines der wertvollsten Geotope  (Nr.577H001) der Frankenalb ist. Im Mittelalter und davor wurden darin viele Tiere und sogar Menschen bestattet, ja vielleicht sogar geopfert. Es ist einmalig im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und aufgrund seines hohen geologischen, kulturhistorischen Wertes und als  großes Fledermausmassenquartier  besonders schützenswert. Um den Hohlbügel finden sich außerdem jede Menge Grabhügel aus der Latène- und Hallstattzeit, die auf die Wichtigkeit des Hohlloches in prähistorischer Zeit hindeuten. Wiederum nicht weit davon entfernt  ist mit den Überresten der Grube „Grobschwart“ ein weiteres außergewöhnliches Kultur- und Industriedenkmal. Dort wurde vom 9. Jahrhundert bis 1866 Bohnenerz abgebaut.

Noch heute zeugen im Wald Stollengänge und eingestürzte Gruben von diesen früheren Bergbauaktivitäten auf der Frankenalb. All das soll laut den vorliegenden Plänen dem Jurasteinabbau einfach so geopfert werden. Für mich ist das ein Skandal und eine Verachtung unserer Heimat!  Das sind Bodendenkmäler und äußerst wertvolle Kulturschätze, die auch für künftige Generationen geschützt und erhalten  werden müssen. Dafür haben nicht nur Landrat Gerhard Wägemann und die Verbandsräte des Planungsverbandes Walter (CSU), Mößner (CSU), Federschmidt (SPD) und Hörner(Grüne),  sondern auch alle anderen, jetzigen und künftigen  Mitglieder des Kreistages des Landkreises WUG ohne wenn und aber zu sorgen. Es muss ein Weg gefunden werden, dass hier ein maßvoller und nachhaltiger  Jurasteinabbau, der sowohl umweltgerecht  als auch heimatverträglich stattfinden kann. Dazu müssen nicht nur die Interessen der Steinindustrie, sondern auch die der Menschen, die hier leben,  gehört und berücksichtigt werden.

Uwe Maier,    Bayerischer Limesführer, Gunzenhausen (das Foto zeigt ihn mit einer Gruppe von Besuchern im Burgstall bei Gunzenhausen.

Attraktives Programm der Kirchenmusik

Kirchenmusikdirektor Bernhard Krikkay: 31 Veranstaltungen

Das Jahresprogramm „Kirchenmusik in und um Gunzenhausen“, das Kirchenmusikdirektor Bernhard Krikkay ausgearbeitet hat, enthält 31 Veranstaltungen. Sie teilen sich auf in den Konzertreigen, die „Klangvollen Sommerabende“ und den „Orgelherbst“.

Die nächsten Termine sind am Samstg, 29. März um 18 Uhr in der Stadtkirche Gunzenhausen (Dekanatschortag mit den Chören und der Gruppe „Flautissimo“), am 6. April um 19.30 Uhr im Lutherhaus (Kammerkonzert mit dem „Duo Biloba“) und am 2. Mai in der Stadtkirche (Chorraumkonzert mit dem „Trio Zeitsprung“). Ein Bläserkonzert zum Muttertag gibt es am 11. Mai (mit Posaunenchor Oberasbach) und ein Kantatengottesdienst ist am 18. Mai (mit Kantorei Gunzenhausen).

Die „Klangvollen Sommerabende“ beginnen am 29. Juni („Fürstliches Vergnügen für Fürst Eszterhazy“), die erste Veranstaltung des „Orgelherbsts“ ist am 27. September („Romantik im Konzert“).

Das gedruckte Jahresprogramm der evangelischen Kirchengemeinde liegt an verschiedenen Stellen öffentlich auf, ganz sicher ist es im Pfarramt am Kirchenplatz 13 erhältlich. Viele Konzert sind frei, das heißt, es wird kein Eintrittsgeld erhoben (was Spenden natürlich nicht ausschließt).

Kontaktdaten: KMD Bernhard Krikkay (E-Mail: bernhardkrikkay@web.de, Telefon 09831/8819842)

 

Bannerwerbung ist Blickfang

Der Kommunalwahlkampf in Gunzenhausen kommt langsam in die Gänge. Die SPD und die CSU, die Grünen sowie die Freien Wähler haben schon die ersten Plakate platziert. Bald kommt auch die FDP nach. Sie macht mit großflächigen Bannern auf sich aufmerksam. Die drei erstplatzierten Kandidaten Sigrid Niesta-Weiser, Pierre Horrolt und Werner Falk bringen sich auf diese Weise in Erinnerung.

„Pack mers an für Gunzenhausen“ hat der CSU-Bürgermeisterkandidat Karl-Heinz Fitz als Slogan ausgegeben. Er kritisiert in einem Beitrag im Altmühl-Boten vom 14. Februar: „Während es in benachbarten Kommunen wie Weißenburg, Wassertrüdingen, Merkendorf oder Muhr  am See vorangeht, drängt sich der Eindruck auf, dass Gunzenhausen in Stagnation verharrt.“ Er will eine intensivere Wirtschaftspolitik betreiben und propagiert gute Kontakte zur heimischen Wirtschaft. Nicht zuletzt verweist er auf die Gestaltungskraft der CSU im Land – durchgehend von den Gemeinden, über den Landkreis, den Bezirk bis zum Freistaat. Er möchte erreichen, dass die Stadt prosperiert und in ihren Einnahmen nicht mehr auf die Schlüsselzuweisungen angewiesen ist, die er die „Sozialhilfe für die Gemeinden“ nennt. Der SPD-Amtsinhaber Joachim Federschmidt verweist auf, dass Gunzenhausen gute wirtschaftliche Daten liefern kann.

Unser Foto: Der Banner signalisiert die Präsenz der Gunzenhäuser FDP.

Promenade bis zum Altmühlsee

FDP-Vorschlag: Geh- und Radwegverbindung attraktiver machen

Zu den ganz konkreten Forderungen der FDP in diesem Kommunalwahlkampf gehört die attraktive Gestaltung des Fuß- und Radwegs von der Kernstadt zum Altmühlsee.

Dazu erklärt der FDP-Stadtratskandidat Werner Falk: „Die jetzige Ausgestaltung ist sozusagen die Pflicht, wir aber wollen die Kür“. Es wird schon lange über die Verbesserung der Situation geredet, aber passiert ist bisher nichts. Ein Verharren in diesem Zustand können wir uns aber als das Zentrum im Fränkischen Seenland nicht leisten. Es muss eines unserer nächsten Projekte sein, die Verbindung von der Spitalstraße bis zum Seezentrum Schlungenhof neu und für Besucher wie Einheimische zu gestalten. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Stadt und Zweckverband Altmühlsee. Die Realisierung dürfte kaum problematisch sein, denn der Bürgermeister ist auch der Vorsitzende des Zweckverbands. Und von der Stadt Gunzenhausen darf getrost eine Art von Wortführerschaft im Zweckverband erwartet werden, ja die anderen Mitgliedsgemeinden erwarten das sogar.

Um den Weg den heutigen Bedürfnissen entsprechend zu gestalten, bedarf es nicht eines teuren Gutachtens, das uns auswärtige Planungsbüros liefern. Wir haben in unserer Stadt selbst kreative Köpfe in den Architekturbüros und fähige Landschaftsgestalter. Sie müssen eingebunden werden in ein Konzept. Deshalb ist nicht unsere Aufgabe als Antragsteller, planerische Einzelheiten vorzulegen. Aber elementar notwendig ist eine moderne Beleuchtung des Wegs, dazu noch eine raumgestaltende Bepflanzung, vielleicht auch noch eine „Kunstmeile“. Ideen gibt es sicher genügend, aber sie müssen von der Stadtverwaltung bzw. der Zweckverbandsgeschäftsführung unter Einbindung des Wirtschaftsreferenten, des Citymanagers und des Touristikchefs gebündelt werden.

Die FDP möchte, dass die seit langer Zeit geführten Gespräche  in den ISEK-Arbeitskreisen und anderen Foren zu konkreten Planungen führen. Dabei  haben der Stadtrat oder die Zweckverbandsversammlung natürlich das Beschlussrecht. Die Meinungsbildung in diesem Foren ist wichtig und ist Grundlage für die Beschlussgremien. Die Entscheidungen aber müssen allein  dort fallen. Dafür gibt es die gesetzliche Verantwortung der direkt oder indirekt gewählten Gremien.