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Edmund Zöller wird 90 Jahre

Er hat bisher 1642 heimatkundliche Vorträge gehalten

Zöller 19.11.2012 20-23-020Obgleich er seit Jahrzehnten in Ansbach lebt ist er doch im Herzen ein quierliger und redseeliger Mainfranke geblieben: Edmund Zöller. Der bekannte Heimatforscher wird am 6. März 90 Jahre alt. Er darf seinen Geburtstag bei körperlicher und geistiger Vitalität feiern. Und er dankt seinem Herrgott, dass das so sein kann.
„Ich kann es gar nicht fassen, dass sich schon so ein alter Herr geworden bin.“ Er kokettiert mit seinem Alter, wohl wissend, dass es nur wenigen Menschen von Gottes Gnade gegönnt ist, so alt zu werden und dabei so fit zu bleiben.
Edmund Zöller ist ein bekennender Franke. Er lebt seine Stammeszugehörigkeit intensiv aus. Seit Jahrzehnten hält er heimatkundliche Vorträge über sein geliebtes Frankenland. Beim Verein für Heimatkunde Gunzenhausen war er 23 Mal zu Gast und hat 18 Studienfahrten geleitet, in vielen anderen Ortschaften des Seenlands kennt man ihn in seiner umtriebigen Art. Er hat eben alle typischen Merkmale eines „Untergefranken“.
Sein Schutzengel-Talisman hat ihn  immer begleitet. 1642 Vorträge sind es inzwischen geworden. Noch im letzten Jahr hat er 15 Diavorträge gehalten und zwei Studienfahrten geleitet. Seine letzte Diaserie hat das Thema „Historische Kulturlandschaftselemente in Franken“. Aus seiner Feder stammen zudem drei Bändchen „Wehrkirchen in Franken“. Verdient gemacht hat er sich als Ideengeber für die „Mittelfränkische Bocksbeutelstraße“ und die „Fränkische Wehrkirchenstraße“. In Würdigung seiner Verdienste hat er u.a. den „Frankenwürfel“ erhalten, eine Auszeichnung, die nur an ganz leidenschaftliche und originelle Franken geht. Seit Jahrzehnten ist er dem Frankenbund und dem Historischen Verein für Mittelfranken eng verbunden.
Dem Jubilar, der rund vierzig Jahre in der Schulverwaltung der Regierung von Mittelfranken tätig war, ist zu wünschen, dass der Herrgott seine schützende Hand weiterhin über ihn hält.           WERNER FALK

 

Fürnheimer Bock mit 7,2 Prozent

Brauerfamilie Kollmar bekennt sich zur Traditionspflege

Bester Laune beim Starkbieranstich waren die Musiker Karl Ellinger und Claus Jessen mit Bürgermeister Günther Babel, Ingrid Kollmar, Pia Kollmar und Jens Korn (von links)

Bester Laune waren die Musiker Karl Ellinger und Claus Jessen mit Jens Korn,Bürgermeister Günther Babel, Ingrid Kollmar, Pia Kollmar und Braumeister Ludwig Metz (von links nach rechts). Foto: Tippl

„Volljährig“ wurde der Starkbieranstich in der Erlebnisbrauerei der Familie Kollmar im Stammhaus in Fürnheim. Zum 18. Bockbieranstich hatten Ingrid und Pia Kollmar mit den Geschäftsführern des Brauhauses Oettinger und den Bierbrauern Ludwig Metz (Gunzenhausen) und Helmut Rieß (Fürnheim) in die Forstquellbrauerei nach Fürnheim eingeladen, um die fünfte Jahreszeit in der schwäbisch-fränkischen Region zu eröffnen. Mit „Herzblut, Leidenschaft und feinstem Geschmack“ hätten die Brauer – so Pia Kollmar  – das diesjährige Starkbier gebraut und deshalb sei es eine Ehre zum traditionellen Bockbieranstich am Aschermittwoch einzuladen.

Die Wurzeln des Starkbieres reichen in die Zeit der Klöster zurück, denn das „flüssige Brot“ verhalf den Mönchen durch nahrhafte Stärke weiterhin ihre Dienste zu erfüllen, so Kollmar. Daran angelehnt habe sich der Brauer Helmut Rieß mit einem untergärigen Starkbier mit einem Alkoholgehalt von 7,2 Prozent und 16-prozentiger Stammwürze. Dennoch habe das Bier, so wusste Pia Kollmar aus einem ersten „Test“ im Brauhaus zu berichten, ein angenehmes Hopfenaroma und hebe sich wohltuend von den sonst üblichen „schweren“ Bockbieren ab.

Wassertrüdingens Bürgermeister Günther Babel dankte der Familie Kollmar für die Traditionspflege des Starkbieranstichs und übernahm für die erkrankte Oettinger Bürgermeisterin Petra Wagner die alleinige Verantwortung für den Bieranstich. Mit musikalischer Begleitung durch Karl Ellinger (Akkordeon) und Claus Jessen (Gitarre) wurde der Starkbieranstich in der vollbesetzten Gaststätte erfolgreich vollzogen und mit dem ersten Krug Bockbier auf die kommende Fastenzeit angestoßen. Als politischen Begleiter stand Babel Jens Korn, Bürgermeister im oberfränkischen Wallenfels (und Geburtsort von Ingrid Kollmar) zur Seite. Korn ist zugleich Patenkind von Günther Kollmar und dankte für die Einladung. Bier entspanne, sei Vitaminreich und macht entgegen landläufiger Meinung nicht dick, sagte Jens Korn nach dem Bieranstich. Die „fünfte Jahreszeit“ hat mit dem traditionellen Starkbieranstich in der Erlebnisbrauerei Kollmar in Fürnheim begonnen und „wir freuen uns auf viele Gäste“, schloss Pia Kollmar vor dem gemeinsamen Anstoßen den kleinen Festakt.

PETER TIPPL

Voting mit wenig Aussagekraft

Qualität des Stadtkern hängt nicht allein von Parkplätzen ab

Um ein objektives und transparentes Ergebnis einer Umfrage zur Verkehrsberuhigung des mittleren Parkplatzes zu erzielen wird im Vorfeld jeder Befragung in der Regel eine umfassende Information der Leserschaft über das Für und Wider durchgeführt. Im Fall der Umfrage des Altmühl-Botebns ist dies im Sinne einer Abwägung der Inhalte nicht erfolgt. Von 16.222 Einwohnern haben ca. 700 ihr Votum abgegeben, das entspricht 4,3% der Wohnbevölkerung. Bezogen auf das ablehnende Votum sind das also gerade einmal 2,3% und dies kann daher kaum als repräsentativ bzw. „deutlich“ eingestuft werden.

Eine Einrichtung einer „Fußgängerzone“ aus dem Jahr 1994 mit einer nur 6-wöchigen Probephase kann sicher ebenfalls nicht als Vergleich dienen. Jede Veränderung benötigt zunächst Menschen mit weitsichtigen Visionen und einer angemessenen Zeit, um Erfolg oder Misserfolg zu beurteilen. Umsatzeinbußen – in welcher Höhe auch immer – können in einem so kurzen Zeitraum sicher nicht auf ein singuläres Ereignis zurückgeführt werden. Daher wäre es angemessen, jenen Versuch vor 20 Jahren nicht als Beleg für ein Scheitern anzuführen. Für eine solche Feststellung wird in der Regel eine Probephase von mindestens 6 Monaten, besser einem Jahr zugrunde gelegt, wenn man daraus belastbare Erkenntnisse ziehen will.

Die Qualität eines Stadtkerns hängt aber nicht allein von Parkplätzen sondern vorrangig dem Angebot der Geschäfte ab. Gunzenhausen hat zunehmend gerade im Kernbereich Geschäfte mit austauschbaren Waren bzw. Läden angesiedelt, deren Waren in der Regel in Billigländern und unter oft fragwürdigen Verhältnissen produziert werden. Nur eine Erhöhung des Qualitäts-Angebots und flexiblere Öffnungszeiten können der Innenstadt wieder mehr Nachfrage bescheren.

Die Eisbahn war ein voller Erfolg , obwohl hier nur wenige Besucher direkt vor der Eisfläche Ihr Auto abstellen konnten! Bleibt zu wünschen, dass sich der Stadtrat nicht nur an der im AB durchgeführten Umfrage orientiert.

Gerda Fuchs-Popp, Haundorf

Die Gesellschaft verändert sich und mit ihr auch der Handel

Von Werner Falk, FDP-Stadtrat in Gunzenhausen

Der interaktive Handel, also das Onlinegeschäft, gewinnt immer mehr an Bedeutung – in Deutschland, aber auch bei uns in Franken, im Seenland und in Gunzenhausen. Unterschiedlich sind die Zahlen, die genannt werden. Bis heute soll er einen Anteil von rund 12 Prozent am Einzelhandel erreicht haben. Das Marktforschungsinstitut Fittau & Maaß sagt: 60 Prozent der Smartphone-Nutzer machen Onlineshopping.
Der freie Wettbewerb ist ein grundlegender Bestandteil unserer freien und sozialen Wirtschaftsordnung. Wir können die Veränderung der Handelsstrukturen nicht aufhalten und wir müssen einräumen: Eingriffe in den Wettbewerb, auch aus regionalpolitischen Gründen, haben nichts bewirkt. Nicht die großen Supermärkte und Discounter sind heute

Markttag in Gunzenhausen: Donnerstags pulsiert das Geschäft.

Markttag in Gunzenhausen: Donnerstags pulsiert das Geschäft.

die Gefahr für den örtlichen Einzelhandel, sondern der Onlinehandel. Deshalb sage ich: Das Planungsrecht ist kein Schutzwall für den etablierten Handel in einer Stadt und es darf auch nicht dazu missbraucht werden. Der Markt bricht sich seine Bahn. Auch in Gunzenhausen haben wir erfahren: die Märkte in der Ansbacher Straße, Nürnberger Straße und in der Weißenburger Straße haben entgegen aller Befürchtungen den Einzelhandel nicht ruiniert. Gunzenhausen ist eine einigermaßen gute Einkaufsstadt geblieben.
Vom Wettbewerb der Supermärkte und Discounter profitieren allein die Verbraucher in unserer Stadt und im Umland. Gäbe es sie nicht, dann würden die Menschen in die Märkte der Nachbarstädte fahren und sich kaum mit einem beschränkten Angebot des klassischen Einzelhandels zufriedengeben. Das dürfen wir nicht übersehen. Der Einzelhandel hat seine Chance und kann sich behaupten, wenn er seine Trumpfkarte ausspielt: den individuellen Service. Nur mit ihm gelingt es den Geschäftsleuten, die Kunden, die nicht nur auf den Preis schauen, an sich zu binden und somit gegen die konkurrierenden Handelsformen, vor allem dem Onlinehandel, zu bestehen. Jeder Einzelhändler muss sich prüfen, ob er die Verbraucherwünsche und –Erwartungen erfüllt. Dazu stelle ich fest: Wir haben in Gunzenhausen einige wirklich gute Geschäfte, aber auch solche mit Defiziten.

Innenstadt wird mit Expert-Markt attraktiver

Gegenwärtig wird die Ansiedlung des „Expert“-Markts diskutiert, der von der Äußeren Nürnberger Straße in die Bahnhofstraße (vormals „Fränkischer Hof“/Comet) wechselt und seine Verkaufsfläche auf 1400 Quadratmeter erweitern will. Ich sehe darin einen Beitrag für mehr Attraktivität unserer Innenstadt und eine Aufwertung des Bahnhofstraßen-Quartiers. Der Stadtrat wird gut daran tun, einen Bebauungsplan für dieses Gebiet aufzustellen, um dort eine geordnete Bebauung sicherzustellen. Das „Gewürge“ in den letzten Jahren um den Gewerbestandort an der Äußeren Nürnberger Straße (McDonalds, Tankstelle, Fettnapf, ATU, Expert, Disco, Hängervertrieb Horrolt) habe ich nie verstanden. Ich halte den Gewerbestandort sogar für erweiterungsfähig.

Konzept für Marktplatz erarbeiten

Die Nutzung und Gestaltung unseres Marktplatzes wird uns noch einige Zeit beschäftigen. „Wir sind uns einig, dass wir nichts verändern wollen!“ Das ist die Position der CSU. Das aber ist keine Antwort auf die Fragen der Zeit. Und die werden formuliert von einer Gesellschaft, die geprägt ist von digitalen und interaktiven Kommunikations- und Einkaufssystemen. Nichts zu verändern, das kann nicht im Interesse der Geschäftswelt von Gunzenhausen sein, schon gar nicht dient es dem Bemühen, die Stadt in jeder Hinsicht attraktiver zu machen. Ich habe dazu den Vorschlag gemacht, in der touristischen Saison, also von Juli bis nach der Gunzenhäuser Kirchweih, neben den Samstagskonzerten auf dem Marktplatz noch einige Veranstaltungen („Marktplatz vital“) mehr zu machen und dazu zeitlich auf einige Stunden befristet den Durchgangsverkehr umzuleiten. Das wäre ein Anfang. Bei guten Erfahrungen könnte dazu übergegangen werden, den mittleren Marktplatz im genannten Zeitraum noch stärker als Aufenhaltsort zu nutzen. Dazu müsste ein Konzept in Kooperation mit dem Citymanagement und dem zu gründenden Marketingverein ausgearbeitet werden.

Kommt der Fremdenverkehrsbeitrag?

Der Stadtrat wird sich demnächst auf Antrag der Grünen auch mit dem „Fremdenverkehrsbeitrag“ befassen. Er ist beileibe keine Erfindung der Gunzenhäuser. Meines Erachtens gehört der Fremdenverkehrsbeitrag, den nach einem abgestuften System alle entrichten, die vom Tourismus in irgendeiner Form profitieren, zum professionell ausgerichteten Tourismus unserer Stadt 30 Jahre nach der Flutung des Altmühlsees.  Vor vielen Jahren hat es in Gunzenhausen schon einmal einen Versuch gegeben, die Fremdenverkehrsabgabe einzuführen. Es ist aber nichts daraus geworden, weil man eine zu große finanzielle Belastung der Betriebe befürchtete. Auch heute stellt sich das Hauptproblem: die Abgrenzung. Wer muss zahlen, wer nicht? Das ist eine schwer zu beantwortende Frage. Ich plädiere deshalb für ein vorsichtiges Herangehen. Zunächst sollten wir die Erfahrungen der Städte Bad Windsheim und Rothenburg und noch weiterer Kommunen abfragen, die die Abgabe schon erheben.  Generell sage ich Wir sollten im Seenland und in Gunzenhausen auf Preiswürdigkeit (also ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis) achten und müssen nicht den „Billigen Jakob“ machen. Das gilt für alle privatwirtschaftlichen Anbieter, aber auch für die öffentlichen Dienstleister.

Zur Hamburg-Wahl und zu den Perspektiven der FDP

Von Werner Falk, FDP-Stadtrat in Gunzenhausen

Wir können über die Motivation der Hamburger Wähler nur spekulieren, die der FDP ein bundesweites Comeback in Aussicht gestellt haben. Ganz sicher hat die attraktive Spitzenkandidatin zum Erfolg beigetragen. In unserer Mediendemokratie müssen die Parteien eben ihr „Produkt“ auch vermarkten. Und das ist Katja Suding gut gelungen. DieFreien Demokraten erreichten 7,4 Prozent (vorher 6,7).
Daneben hat es wohl noch andere Gründe gegeben, die tot geglaubte FDP wiederzubeleben. Ganz sicher haben die Freien Demokraten von der wenig attraktiven CDU in Hamburg profitiert, die in wenigen Jahren von der Regierungspartei zum 16-Prozent-Kümmernis verkommen ist. Die liberal-konservative Bürgerschaft der Freien und Hansestadt mag es zuweilen chic finden, Grün zu wählen, aber sie hat sich diesmal – jedenfalls zum Teil – für die freiheitlichere Alternative entschieden.
Ich glaube, dass es die Positionierung als „Freiheitspartei“ ist, die der Partei auf die Sprünge hilft. Unsere heutige Gesellschaft ist ein Produkt der Globalisierung und der Digitalisierung auf allen Ebenen. Wir haben zwar die fundamentalen freiheitlichen Grundrechte, aber unsere individuelle Freiheit wird – nicht immer sichtbar und deshalb schleichend -ausgehöhlt durch die Möglichkeiten des Internets und die sogenannten „sozialen Netzwerke“. Ich nenne nur das Stichwort „Vorratsdatenspeicherung“, um anzudeuten, welchen Umfang die Überwachung und Kontrolle des Einzelnen annehmen kann. Wie sehr diese Datenspeicherung in unseren Alltag als Normalbürger eingreifen kann, das mögen wir nicht auf Anhieb erkennen, aber es gibt inzwischen genügend Beispiele, die uns aufzeigen, in welchem Umfang wir überwacht werden. Deshalb sind wir Freie Demokraten als „Freiheitspartei“ unverzichtbar. Die FDP muss kein politischer Gemischtwarenladen sein, wie es von einer Volkspartei verlangt wird. Deshalb kann sie sich konzentrieren auf wenige fundamental wichtige Positionen. Und immer muss es um die Sicherung der individuellen Freiheit der Bürger gehen, die nur in Fällen des staatlichen Notstands auf den zweiten Rang verdrängt werden darf. Wenn es uns gelingt, die Freiheitlichkeit in allen Politikbereichen zu platzieren, dann haben wir als Liberale unseren Auftrag gefunden und erfüllt. Wir denken dabei an den freien und ungehinderten wirtschaftlichen Wettbewerb, den es natürlich nicht ohne soziale Verantwortung geben kann. Insofern sind wir die geistigen Nachfahren von Ludwig Erhard, der uns dieses Vermächtnis hinterlassen hat: „Kümmere du, Staat, dich nicht um meine Angelegenheiten, sondern gib mir so viel Freiheit und lass mir von dem Ertrag meiner Arbeit so viel, dass ich meine Existenz, mein Schicksal und dasjenige meiner Familie selbst zu gestalten in der Lage bin“.
Ein anderer Altkanzler, Konrad Adenauer, war gewiss kein Liberaler. Aber von ihm dürfen wir seinen Slogan übernehmen, den  1952 ausgegeben hatte und der offenbart, wie zeitlos es ist, zu sagen: Wir wählen die Freiheit!
15.2.2015

Forstquell-Bock wird volljährig

Traditioneller Starkbieranstich an Aschermittwoch

Am 18. Februar 2015 begeht die Forstquell Brauerei in Fürnheim am Hesselberg, ab 18.00 Uhr, zum 18. Mal die fünfte Jahreszeit in Franken.

Zum sogenannten Bockbieranstich wurde durch den Braumeister Ludwig Metz (wohnhaft in Gunzenhausen) und den Brauer Helmut Rieß (aus Fürnheim) ein Starkbier eingebraut, das sich reger Beliebtheit erfreut und eine Besonderheit in Mittelfranken und dem angrenzenden Bayrisch-Schwaben darstellt.

Mit viel Herzblut und Liebe zelebriert Familie Kollmar den Anstich in ihrem Stammhaus der Oettinger Brauerei GmbH. Hier wuchs der Firmengründer, Günther Kollmar, auf und erlernte vor dem Studium in Freising den Beruf des Mälzers und Bierbrauers von der Pike auf.

Das Bockbier wird auch Fastenstarkbier genannt. Die Wurzeln des Starkbieres sind im Mittelalter verankert. Damals braute man Starkbier, um während der katholischen Fastenzeit die Arbeitsfähigkeit der Mönche zu gewährleisten. Das „flüssige Brot“ verhalf somit dazu, Kalorien zu sich zu nehmen, das Fasten jedoch nicht zu brechen. Der Spruch „Flüssiges bricht Fasten nicht“ stammt aus dieser Zeit.

Das besondere am Forstquell Bockbier ist der Charakter eines untergärigen Starkbiers mit einem Alkoholgehalt von 7,2 %. Es riecht malzig, etwas süßlich und unterscheidet sich durch sein hervorgehobenes angenehmes Hopfenaroma von den üblichen schweren Bockbieren. Der Stammwürzegehalt beträgt mindestens 16 %. Die Stammwürze ist nicht mit dem Alkoholgehalt zu verwechseln. Stammwürze ist der Anteil, der geklärten Stoffe im Bier (Eiweiß, Mineralien, Vitamine und vor allem Malzzucker). Je mehr Stammwürze, desto mehr Zucker und somit Alkoholprozente hat dementsprechend das Bier.

Beim Feiern der fünften Jahreszeit werden drei honorige Festredner erwartet.

Altmühltrail kommt nach Gunzenhausen

Erlebnisreiches Lauf- und Wanderevent – Altmühlfranken an zwei Tagen entdecken

Der Altmühltrail ist das einzigartige Laufsport- und Wanderevent zwischen Fränkischem Seenland und Naturpark Altmühltal. Nun stehen die Austragungsorte für die kommende Auflage am 2. und 3. Mai 2015 fest. Von Heidenheim und Muhr am See geht es auf erlebnisreichen Strecken nach Gunzenhausen. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Bereits bei der Premiere hat der Altmühltrail für Begeisterung gesorgt. Die einzigartige Kombination von Trailrunning und Wandern mit kulinarischen und kulturellen Erlebnissen kommt definitiv an. Im Juli 2014 lernten die Teilnehmer die Gegend zwischen Weißenburg und Treuchtlingen kennen. In diesem Jahr erkunden Läufer und Wanderer nun den nordwestlichen Teil Altmühlfrankens.

Dabei ist der Altmühltrail ein Erlebnis für Jedermann. Läufer finden beim „Trailrunning“ die willkommene Abwechslung. Zu den noch raren Events reisen Teilnehmer oft weite Wege. Der Altmühltrail hat den Trend erstmals in die Region Altmühlfranken gebracht. Für die meisten Läufer sind persönliche Herausforderung und Erlebnis viel wichtiger als Konkurrenz- und Zeitdruck. Besonders Freizeitläufer und Trailrunning-Einsteiger sind willkommen.

Gleichzeitig erkunden Wanderer die naturnahen Strecken in lockerer Atmosphäre. Bereits der Weg wird zum Ziel, denn in regelmäßigen Abständen bringen Genussstationen den Teilnehmern regionaltypische Spezialitäten näher. Die Zukunftsinitiative macht die Region Altmühlfranken aktiv erlebbar.

Spaß und Erlebnis von Heidenheim und Muhr am See
Erstmals stehen in diesem Jahr zwei unterschiedliche Strecken auf dem Programm. Am Samstag fällt der Startschuss in Heidenheim. Von den Höhen des Hahnenkamms machen sich die Läufer und Wanderer auf die rund 28 Kilometer in die Altmühlstadt Gunzenhausen.

Die Strecke am Sonntag führt dann von Muhr am See nach Gunzenhausen. Mit Panoramablick über den Altmühlsee geht es diesmal auf rund 16 Kilometern in die Tourismushochburg des Landkreises.

„Trailrunner, Wanderfreunde, Genussläufer, Teamsportler – alle sollen beim Altmühltrail ein unvergessliches Erlebnis und vor allem Spaß haben. Gunzenhausen ist ein toller Ausgangspunkt für landschaftlich reizvolle Touren an die nahen Seen, über grüne Hügel und durch lichte Wälder“, sagt Stephanie Pummer vom Veranstalter OAI e.V. „An zwei Tagen können alle Teilnehmer die Vielfalt Altmühlfrankens kennenlernen. Naturerlebnis, Kulinarik, Erholung, Kultur und Geselligkeit kommen dabei nicht zu kurz.“

Auch der öffentliche Nahverkehr ist erneut mit eingebunden und wird die Teilnehmer an die Ausgangspunkte der Routen bringen. „Die Vernetzung durch den VGN ist eine der großen Stärken unserer Region, die wir beim Altmühltrail ausgezeichnet darstellen können“, so Stephanie Pummer weiter.

Mittelpunkt und Ziel des Altmühltrail 2015 ist an beiden Tagen die historische Innenstadt von Gunzenhausen. Rund um das aktive Event plant die Stadt ein geselliges Rahmenprogramm. „Stadtwurst mit Musik“ verheißt fränkische Bier- und Wurstspezialitäten garniert mit musikalischen Leckereien. Zudem lädt das Freizeitbad Juramare die Teilnehmer zu Spaß und Entspannung ein. Der Termin nach dem Feiertag am 1. Mai bietet sich ideal an, länger in der sehenswerten Stadt zwischen Limes und Altmühlsee zu bleiben.

Informationen und Anmeldung auf der Internetseite
Alle aktuellen Informationen zum Altmühltrail sowie Eindrücke und Berichte zur Premiere in Treuchtlingen sind auf der Internetseite www.altmuehltrail.de zu finden. Dort ist ab sofort auch die Anmeldung möglich. Wer sich gleich für die Gesamtstrecke anmeldet, kann dabei kräftig sparen.

Der ALTMÜHLTRAIL ist eine erlebnisreiche Laufsport- und Wanderveranstaltung, die die Tourismusregionen Naturpark Altmühltal und Fränkisches Seenland miteinander verbindet. 2014 wurde der ALTMÜHLTRAIL erstmals von der Outdoor and Offroad Association International e.V. (OAI) ausgerichtet. BABOONS® ist Marken- und Rechteinhaber sowie Promoter dieser neuartigen Breitensportveranstaltung. Die Teilnahme ist dabei sowohl als Läufer mit Wertung als auch als Wanderer ohne Wettkampfdruck möglich. Trailrunning ist der aufstrebende Trend unter Straßen- und Hobbyläufern. Wandern lebt derzeit wieder auf und wird modern interpretiert. Typische kulinarische Genüsse aus der Region Altmühlfranken sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm runden den ALTMÜHLTRAIL ab.

Die Handelslandschaft verändert sich gewaltig

Der Onlinehandel ist die große Konkurrenz

„Wenn wir wollen, dass die Menschen in die Stadt kommen, dann müssen wir sie auch einladen.“ Zu dieser Erkenntnis kommen längst nicht alle Geschäftsleute von Gunzenhausen. Aber der Kaufhof-Chef stellt das in einem Artikel fest, den „DIE WELT“ am 31. Januar unter dem Titel „Konsumrausch gilt nicht für alle“ veröffentlichte.

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So kann Gunzenhausen attraktiv sein: „KulturHerbst“ im Oktober 2014.

Es geht um die Handelslandschaft in Deutschland. Was die Situation in Gunzenhausen angeht, befasse ich mich in einem Beitrag (siehe folgenden Artikel) mit der Situation. An dieser Stelle möchte ich das Thema eher generell angehen und mich auf Aussagen beziehen, die in dem genannten Zeitungsartikel gemacht werden. „Insgesamt bleiben die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel außerordentlich günstig“, wird der handelsverband Deutschland (HDE) zitiert. Es ist die Rede vom sechsten Wachstumsjahr in Folge. Es wird aber auch bemerkt, dass sich der Geldsegen außerordentllich ungleich verteilt. Der erwartete Zuwachs entfällt überwiegend auf das Onlinegeschäft, alle übrigen Händler mit Geschäften vor Ort müssten auch 2015 mit stagnierenden oder rückläufigen Geschäften rechnen, obwohl das Konsumklima nach GfK-Erhebungen Höchststände erreicht habe. Es wird festgestellt, dass sich der Onlinehandel innerhalb von sechs Jahren verdoppelt. Von 100 Euro, die im Handel ausgegeben werden, landen 9,50 Euro beim Onlinehandel.

Eine wichtige Aussage: „Eine Trendwende ist nicht in Sicht!“  Das Kölner IFH-Institut für Handelsforschung sagt: „Die Städte stehen angesichts der Digitalisierung des Einkaufens und der Überalterung der Bevölkerung vor großen Herausforderungen.“ Der Kaufhof-Chef sagt zurecht, die Menschen müssten eingeladen werden, in die City zu kommen. Diese Einladung sieht  natürlich in jeder Stadt anders aus.  Aber die Geschäftsleute sollten die Bedürfnisse der Kunden stärker im Auge haben und sich von ihrer konservativen Sichtweise lösen, zumindest eine Diskussion zulassen, welche Möglichkeiten es gibt, die Menschen in die Stadt zu locken. Dazu gehört natürlich ein einigermaßen konkurrenzfähiges Angebot, aber noch viel mehr ein toller Service. Er ist nämlich das Plus des stationären Handels. Wenn er mangelhaft oder schlecht ist, dann verschärft sich die Wettbewerbssituation. Sie kann existenzbedrohend sein – und sie wird es sein. Die Kunden haben heute andere Anforderungen an die Geschäftsleute als früher. Das ist nun einmal so. Die Erwartungen mögen zuweilen übertrieben und unmäßig sein, aber das ändert nichts an der Notwendigkeit, dass sich die Geschäftsleute vor Ort auf den Kundentyp einstellen müssen. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“, dieser Ausspruch gilt ganz sicher in diesem Fall und er trifft vielleicht früher ein als manche denken.

Für die Großstadt gilt die Forderung nach einer weiteren Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. „Lassen Sie die Menschen auch am Sonntag einkaufen, wenn sie das möchten!“ So lautet die Meinung des Kaufhof-Chefs, und er fügt hinzu: „Damit beseitigen wir den größten Wettbewerbsnachteil gegenüber den reinen Internethändlern und stärken die Innenstädte“. Für die Klein- und Mittelstädte stellt sich die Situation anders dar. Hier ist in der Regel die Käuferschaft zu gering, als dass es sich rechnen würde, auch noch am Sonntag zu öffnen. Gezwungen werden kann niemand, seinen Laden auch noch am Sonntag zu öffnen, aber wer es machen will, der sollte es machen dürfen, wobei es ein Unterschied ist, ob der Chef mit seiner Frau selbst am Sonntag hinter der Ladentheke steht oder das Personal dazu vergattert wird. Auch hier ist der Zwang von Übel. Wir müssen aber auch erkennen, dass es durchaus Menschen gibt, die gern am Sonntag arbeiten – entweder freiwillig oder weil sie dazu gezwungen werden, um das Haushaltsgeld zu erwirtschaften.

Werner Falk, Stadtrat der FDP

Zur Funktion des Marktplatzes in Gunzenhausen

An die Umgestaltung Schritt für Schritt herangehen!

„Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“. Josef Neckermann, dem früheren Versandhauskönig, wird dieses Zitat zugeschrieben.
Ich bin nicht der Meinung, dass wir den Status Quo am Marktplatz in Gunzenhausen fortführen sollten. Die Stadt hat in den letzten 25 Jahren eine gute touristische Entwicklung genommen, aber auf dem Marktplatz, ihrer Hauptgeschäftszone, hat sich mit Ausnahme der Pflasterung, der Schrittgeschwindigkeitsregelung und der Einbahnstraßen-Regelung wenig getan, um den mittleren Marktplatz für Kunden und Gäste attraktiver zu machen.
Wir müssen feststellen, dass sich das Konsumverhalten in den vergangenen 25 bis 30 Jahren verändert hat. Der Markt hat sich generell verändert. Der stationäre Handel weiß das am besten. Nicht zuletzt führt der Internethandel dazu, dass sich die Strukturen verändern – auch bei uns. Es wird nicht ausbleiben, dass traditionelle Geschäfte verschwinden und neue Angebote kommen. Das Institut für Handelsforschung in Köln hat dieser Tage festgestellt, dass sich die Handelslandschaft in den nächsten fünf Jahren

Die Samstagskonzerte sind ein guter Einstieg in eine neue Konzeption für den Marktplatz.

Die Samstagskonzerte sind ein guter Einstieg in eine neue Konzeption für den Marktplatz.

stärker verändern wird als in den letzten 40 Jahren zusammen. Jeder 11. Euro wird heute schon online ausgegeben, bis zum Jahr 2020 soll es jeder 4. Euro sein. „Der Handel will die Kunden mit mehr Erlebnis und Unterhaltung in die Innenstädte locken“, heißt es in einer Erklärung. Was tut hingegen der Gunzenhäuser Handel?
Im Gegensatz zu vielen anderen Städten hat Gunzenhausen eine tolle Perspektive als touristisches Zentrum im Fränkischen Seenland. Im Handel schlägt sich das nieder. Die touristische Saison bringt ihm Umsätze, die an das Weihnachtsgeschäft heranreichen. Und die wirtschaftliche Belebung ist nicht nur eine Sache von wenigen Wochen, der Tourismus hat inzwischen eine nachhaltige Wirkung und das nützt vielen Geschäften in der Stadt.
Ich denke, wir müssen den mittleren Marktplatz zu einer Eventbühne machen. Dabei ist es mir bewusst, dass dies nicht geht, ohne den Durchfahrtsverkehr punktuell oder periodisch herauszunehmen. Ich möchte den Marktplatz nicht beruhigen, sondern vitalisieren, d.h. ihn noch attraktiver machen. Allerdings glaube ich nicht, dass wir dies mit einer Fußgängerzone (also einem ganzjährigen Durchfahrtsverbot für Kraftfahrzeuge, ausgenommen Anlieger- und Lieferverkehr) erreichen können. Wir sollten aber periodisch, also von Juli bis nach der Gunzenhäuser Kirchweih, den Durchfahrtsverkehr umleiten, um so in dieser Zeit auf dem mittleren Marktplatz den Gästen und Kunden mehr Raum zu geben für ein angenehmes Verweilen und ihnen ein entspanntes Einkaufserlebnis ermöglichen.
Dies könnte nach meiner Ansicht erreicht werden eine Vergrößerung der Außenbereiche der Geschäfte, durch mehr bestuhlte Quartiere und raumgestaltende Maßnahmen der Stadt. Vorstellbar wären punktuelle Veranstaltungen (z.B. Modeschauen, Firmenpräsentationen, mobile Verkaufsstände, Produktschauen, Konzerte, Freilichttheater). Mit variablen Bauteilen ließe sich ein gefälliger optischer Eindruck erzeugen. Eine bauliche Neugestaltung des Platzes ist nach der flächigen Pflasterung vor einigen Jahren wohl schlecht möglich. Ich habe viel Vertrauen in Deine Kreativität und die unseres Citymanagers. Mit dem „KulturHerbst“ und der Eisbahn ist der Beweis erbracht worden, dass sich neue Ansätze realisieren lassen.
Ich meine, die Frage, wie sich Gunzenhausen künftig präsentieren soll, kann nicht ausschließlich von den Geschäftsinhabern auf dem Marktplatz beantwortet werden. Wer hat die Gunzenhäuser Bevölkerung je gefragt, wie ihr Stadtzentrum aussehen soll? Und nach meiner Meinung ist die Gestaltung unserer Innenstadt eine Frage, die alle angeht und zu der sich alle äußern können und sollen. Ein lokales Bürgerbegehren könnte zudem Antwort geben auf die Frage, was die Gunzenhäuser Bürger in ihrer Gesamtheit wollen.
Ich schlage vor, in der Veränderung des mittleren Marktplatzes behutsam vorzugehen. Das heißt, wir könnten zunächst einmal den genannten Bereich punktuell für Events nutzen. Das wäre Samstag/Sonntag oder an verlängerten Wochenenden vorstellbar. In einem zweiten Schritt könnte dann mittel- bis langfristig der Bereich vom Rathaus bis zur Sparkasse als vitale Geschäftszone von Juli bis nach der Gunzenhäuser Kirchweih genutzt werden.
Es wird in der Zukunft wohl noch oft Gelegenheit bestehen, uns in dieser Frage auszutauschen. Ich sehe dem Dialog der gesellschaftlichen Kräfte jedenfalls mit Offenheit entgegen. Was mich umtreibt, ist allein das Streben, unsere Stadt als natürliches Zentrum des Fränkischen Seenlands noch attraktiver zu machen.

Werner Falk, Stadtrat der FDP

Bundeswehr nur bedingt einsatzfähig

Neujahrsempfang der Kameradschaft der Hahnenkammkaserne

Das hörten die Mitglieder gern: „Die Kameradschaft der Hahnenkammkaserne ist das einzige Element im Landkreis, das die Interessen der Soldaten noch vertritt.“ Landratsstellvertreter Robert Westphal würdigte auf dem Neujahrsempfang in den Heidenheimer Traditionsräumen die Arbeit der Kameradschaft.
Der Verein, bisher eine reine Männersache, ist weiblicher geworden – wie die ganze Bundeswehr eben. Susanne Feller-Köhnlein ist die neue „Standortbürgermeisterin“, aber sie ist zugleich auch die „Vereinswirtin“ und außerdem noch qua Amt auch Beisitzerin in der Kameradschaft, deren Mitglieder aus ehemaligen aktiven Soldaten, Angehörigen der einstigen

Bürgermeisterin und Vereinswirtin: Susanne Feller-Köhnlein.

Bürgermeisterin und Vereinswirtin: Susanne Feller-Köhnlein.

Standortverwaltung und zivilen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bestehen. Ihr Vorsitzender ist Klaus Winter aus Gunzenhausen, der langjährige Kommandeur des Panzerbataillons 304 und Standortältester.
Winters Gruß anlässlich des Neujahrsempfangs galt den Altbürgermeistern Gerhard Trautner (Gunzenhausen) und Ewald Ziegler (Heidenheim) sowie Sparkassendirektor Burkhard Druschel. Sie gehören zugleich zu den treuesten Besuchern des traditionellen Dämmerschoppens, der an jedem letzten Donnerstag im Heidenheimer „Cafe Hahnenkamm“ stattfindet.
Die zuletzt bekannt gewordenen Missstände in der Bundeswehr hätten ihn sehr betroffen gemacht, erklärte Winter. Die Truppe sei „nicht versorgungsreif“, es gebe also nicht genügend Ersatzteile, die Wartezeitungen dauerten bis zu vier Monaten, es gebe keine technische Dokumentation und es fehle ausgebildetes Wartungspersonal. Die Instandsetzung und Wiederauslieferung des Großgeräts, das in internationalen Einsätzen gewesen sei, ziehe sich bis Ende 2016 hin. Auch das neue Transportflugzeug A 400 M müsse nachgerüstet werden und sei nur bedingt einsatzfähig. Kritisch sei die Nachwuchslage. „Jedes Jahr müssten sich 110000 junge Männer und Frauen für den Dienst in der Bundeswehr melden, um den Bedarf von 185000 Soldaten decken zu können.“ Klaus Winters realistische Einschätzung: „Dieses Ziel ist bei der guten Wirtschaftslage und den schlechten demografischen Daten nicht zu erreichen.“
Die Unzufriedenheit in der Truppe, ihre unzureichende Ausrüstung, die hohe Belastung durch die Auslandseinsätze überforderten die Bundeswehr und die Verlässlichkeit als Bündnispartner in der Nato leide darunter. Noch immer stünden Soldaten in Afghanistan, Usbekistan, im Kosovo, am Horn von Afrika, in der Türkei, im Libanon, in Mali, Senegal, Sudan und anderswo im Einsatz. „Mehr geht jetzt nicht!“ ist Winters klare Meinung. Die Streitkräfte seien zu einem Sanierungsfall geworden, denn sogar Übungen mit den Nato-Partnern müssten wegen nicht einsatzfähigem Gerät abgesagt werden. An die Politik richtete Klaus Winter den Appell: „Sie muss jetzt sagen, was diese geschrumpfte Armee überhaupt noch zu leisten soll.“ Die Begehrlichkeiten der internationalen Öffentlichkeit, Deutschland solle mehr Verantwortung in der Welt übernehmen, könnten nicht erfüllt werden. Winter rechtfertigte seine offenen Worte: „Gerade wir Ehemalige, die wir zu unserer Bundeswehr stehen, müssen den Finger n die Wunde legen und dabei beitragen, dass die missliche Lage unserer Soldaten allen bewusst wird.“

Manfred Kirchdörfer und Karl Amslinger, die langjährigen Bürgermeister-Stellvertreter von Heidenheim und Dittenheim, schätzen die Begegnung in der Kameradschaft der Hahnenkammkaserne

Manfred Kirchdörfer und Karl Amslinger, die langjährigen Bürgermeister-Stellvertreter von Heidenheim und Dittenheim, schätzen die Begegnung in der Kameradschaft der Hahnenkammkaserne