Für eine Verkehrsplanung mit Augenmaß

Durchfahrenden Schwerlastverkehr reduzieren

Die Verkehrsplanung in Gunzenhausen wird den Stadtrat noch mehrmals beschäftigen. Mit geht es im Grundsatz darum, die Verkehrsströme so zu gestalten, dass die Kernstadt vom Durchgangsverkehr weitgehend verschont wird, insbesondere vom Lkw-Durchgangsverkehr.
Ich bejahe den verbesserten Ausbau der Westumgehung, denn die gegenwärtige Versatzlösung wird vielfach als „Hindernis“ empfunden und deshalb umfahren. Die neue Trasse, deren Realisierung jetzt vorstellbar ist, muss so attraktiv sein, dass sie von den Verkehrsteilnehmern bevorzugt angenommen wird. Andere Umgehungen scheiden aus.
Wenn wir darüber diskutieren, Geschwindigkeitsreduzierungen vorzunehmen, dann möchte ich an einen aktuellen Vorstoß im Bundesrat verweisen, wonach es von verschiedenen Ländern angestrebt wird, die „Tempo 30“-Zonen an bestimmten Abschnitten (Altersheimen, Schulen, Kindergärten) in die Straßenverkehrsordnung aufzunehmen, so dass sie obligatorisch werden. Dieses Vorgehen wird von mir begrüßt. Auch wenn diese Initiative scheitern sollte, können „Tempo 30“-Zonen wie bisher auf Antrag im Umfeld der genannten öffentlichen Einrichtungen ausgewiesen werden.
Der durchfahrende Schwerlastverkehr soll reduziert werden. Das geht am wirkungsvollsten, wenn die Trassen so gestaltet werden, dass sie eben nicht zum schnellen Verkehr einladen. Wir dürfen aber nicht verkennen, dass der Ziel- und Quellverkehr eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Vom generellen „Tempo 30“ wären alle Verkehrsteilnehmer betroffen. Das möchte ich nicht, weil ich der Meinung bin, dass das gesetzliche „Tempo 50“ richtig und nach wie vor angemessen ist. Ich bin kein Freund von Verboten und die FDP ist bekanntermaßen nicht die Verbotspartei in Deutschland, sondern die Freiheitspartei.
Meiner Meinung nach darf die Diskussion nicht zu einer generellen Verteufelung des Lkw-Verkehrs führen. Kritiker, die sich besonders weit aus dem Fenster lehnen, sollten bedenken, dass möglicherweise ihre Kinder oder Enkel einen Arbeitsplatz in einem produzierenden Unternehmen haben oder anstreben, das auf den Transfer seiner Produkte auf der Straße angewiesen ist. Unsere Gesellschaft besteht schließlich nicht nur aus Beamten, denen die Arbeitsplatzsicherheit gleichgültig sein kann, oder aus Ruheständlern, von denen das Tempo und die Lautstärke des Straßenverkehrs im Alter als zunehmend lästig empfunden werden.
Werner Falk, Stadtrat der FDP

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