Die FDP ist wieder zurück!

Mitglieder feierten beim Kreisvorsitzenden Geilhardt

fdp-berlinwahlMit 6,6 Prozent hat die FDP in Berlin so gut abgeschnitten, wie dies kaum jemand erwartet hatte. Die Stimmung war im Vorfeld nicht schlecht, die Wahlprognosen über fünf Prozent, aber dennoch hat das Ergebnis die Skeptiker überrascht. Das Resultat zeigt meiner Ansicht nach, dass es für eine kleine Partei ganz wichtig ist, sich von den Großen abzuheben, wobei der Begriff  der Volksparteien längst Vergangenheit ist (SPD 22 Prozent, CDU 18 Prozent). Die Berliner FDP hat eindeutig Position bezogen, den Flughafen Tegel  zu erhalten, zumal ja niemand recht weiß, wann der neue Großstadtflugplatz fertig sein wird.

Der Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen hat den Wahlabend auf Einladung seines neuen Kreisvorsitzenden Thomas Geilhardt und dessen Frau Susanne in deren Haus in Pleinfeld erlebt.  Mitglieder aus Gunzenhausen und Weißenburg stießen auf den Einzug in das Berliner Abgeordnetenhaus an und äußerten sich zuversichtlich, dass sich die Erfolge der FDP bei den nächsten Landtagswahlen im Frühjahr 2017 und letztlich bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 wiederholen werden.

Foto von links: Stadtrat Werner Falk (Gunzenhausen), Gabriele Bartram, Jürgen Meyer, Ulrike Rauscher, Hans Meckel,  Marinanne Wöllmer, Susanne und Thomas Geilhardt.

Aktionswoche „Erntedank und Brauersilvester“

Auftaktveranstaltung im „Brandenburger Hof“

auftakt_ernte16-14-1Vom 23. September bis zum 03. Oktober 2016 findet die vierte Kulinarische Aktionswoche mit dem Motto „Erntedank und Brauersilvester“ statt. In sechs ausgewählten Gastronomiebetrieben Altmühlfrankens werden über 30 kreative Gerichte angeboten.
Die Auftaktveranstaltung zu dieser Aktionswoche fand dieses Mal im Brandenburger Hof in Weißenburg statt. Betti Städtler (Brandenburger Hof) und ihr Team hatte alles für die Gäste vorbereitet. Darunter der stellvertretende Landrat Robert Westphal, der ebenso wie die übrigen Teilnehmer ordentlich in der Küche mit anpackte, als es um das Putzen, Schneiden, Panieren oder Teig kneten ging. Nach getaner Arbeit kam dann das kulinarische Vergnügen und die unter fachfraulicher Aufsicht zubereiteten Gerichte wurden gleich verkostet. Die „Kulinariker“ staunten nicht schlecht, dass ein Schnitzel auch ohne Fleisch gut schmecken kann, wenn Sellerie die Grundzutat bildet und auch das Steckrübengemüse – das einige zum ersten Mal kosteten – wurde als äußerst wohlschmeckend bezeichnet. Höhepunkt war jedoch der Nachtisch: Kürbis-Mousse mit Kürbiskern-Möhren-Muffins, so dass die Küchenchefin zahlreiche Rezeptanfragen erhielt.
Das Erntedankfest gilt in vielen Gemeinden als feierlicher Höhepunkt des Herbstes. Seinen Ursprung hat das Erntedankfest schon in vorchristlicher Zeit zum Zeitpunkt der Tag- und Nachtgleiche am 23. September. Und mit dem Brauersilvester wurde in früherer Zeit das neue Wirtschaftsjahr der Brauer eingeläutet. Denn als es noch keine Kühlungsmöglichkeit gab, durfte nur in den kalten Monaten des Jahres – von Michaeli am 29. September bis Georgi am 23. April – Bier gebraut werden. Die letzten – zwecks der Haltbarkeit stärker  gebrauten Biere lagerte man ein und hoffte, dass sie bis zur neuen Hopfenernte im September reichten, wenn das neue Brauerwirtschaftsjahr begann.
Die 4. kulinarische Aktionswoche in Altmühlfranken stellt also zwei Feierlichkeiten und damit verbundene Produkte und Gerichte in den Mittelpunkt, die teils in Vergessenheit geraten sind. Und die sechs teilnehmenden Gastronomiebetriebe haben sich hier einiges ausgedacht und die Speisekarten mit Gerichten gefüllt, die im übrigen Jahr dort eher weniger zu finden sind. Insgesamt hat der Gast die Auswahl an über 30 köstlichen Speisen.
Weitere Informationen zur Aktionswoche sowie eine Auflistung der beteiligten Betriebe und aller angebotenen Gerichte finden sich im aktuellen Aktionsflyer „Erntedank & Brauersilvester“ und unter www.altmuehlfranken.de/erntedank .

Die Kirchengemeinde in der NS-Zeit

„Das Montags-Thema“ am 21. Novomber

Dekan Sperl wandte sich gegen die Deutschen Christen

Dekan Sperl wandte sich gegendie Deutschen Christen

Die evangelische Kirchengemeinde Gunzenhausen lädt  alle Interessierten sehr herzlich ein zu einem Vortragsabend ein. Thema: „Die evangelischeKirchengemeinde Gunzenhausen in der Zeit des „Dritten Reiches“ am Montag, 21. November, um 19.30 Uhr, im Lutherhaus, Hensoltstraße 27a. Referent: Dr. Daniel Schönwald,

Dr. Schönwald aus Kalbensteinberg ist stellvertretender Leiter des Landeskirchlichen Archivs in Nürnberg und seit langem ein ausgewiesener Kenner der neueren Gunzenhäuser Geschichte. Durch intensives Archivstudium ist er in der Lage, ein genaues Bild der dramatischen Vorgänge während des sog. „Kirchenkampfes“ in Gunzenhausen zu zeichnen, als sich Dekan Sperl (Bild) gegen die Übernahme der Kirchengemeinde durch die „Deutschen Christen“ stemmte. Im Anschluss an den Vortrag ist es möglich, noch miteinander ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen. Zu diesem spannenden Abend laden wir ein in Verbindung mit dem Verein für Heimatkunde Gunzenhausen. Der Eintritt ist frei.
Unter dem neuen Titel „Das Montags-Thema“ wird die Kirchengemeinde Gunzenhausen in lockerer Folge interessante Vorträge mit Gesprächsmöglichkeit veranstalten. Wir würden uns sehr freuen, Sie und viele
weitere Gäste begrüßen zu dürfen.

„Das Geschäft mit der Sünde“

Herder-Verlag: Die Geschichte des mittelalterlichen Ablasssystems

ablasshandelDer Ablass, also das Reinkaufen von Sünde und Fegefeuer gegen bare Münze, gilt bis heute weitläufig als Geschichte des kalkulierten Betrugs durch die Kirche an den ahnungslosen Gläubigen, die mit den Ablassbriefen luxuriöse Kirchenbauten wie den Petersdom in Rom finanzierte. Mit den bekannten Folgen: Martin Luthers Protest gegen die römisch-katholische Kirche und die darauffolgende Reformation, die sich im kommenden Jahr zum 500. Mal jährt. Aber war das Ablasswesen tatsächlich ein verordneter Betrug? Was wollte Luther wirklich, als er sich gegen den Ablass wandte? Und wie hat sich das System der Buße in der Kirche historisch überhaupt entwickelt? In ihrem spannenden und großartig erzählten Buch „Das Geschäft mit der Sünde. Ablass und Ablasswesen im Mittelalter“ geht die Historikerin Christiane Laudage diesen Fragen auf den Grund und beleuchtet das Ablasssystem, über das bis heute im Allgemeinen sehr wenig bekannt ist. Das Buch erscheint im Verlag Herder.

„Das Ablasswesen hat einen sehr schlechten Ruf, seit der Dominikaner Johann Tetzel durch die Lande zog und Martin Luther dem entgegentrat“, schreibt die Autorin Christiane Laudage im Vorwort über die Zielsetzung ihres Buches. „Wie die Gläubigen im Spätmittelalter bereits im Diesseits versuchten, Vorsorge für das Jenseits zu treffen, wird Thema dieses Buches sein. Die Leser sind eingeladen, sich auf eine Zeitreise zu begeben und mitzuerleben, wie über Jahrhunderte hinweg die Gläubigen versuchten, Trost im irdischen Leben und Hoffnung für das Leben nach dem Tod zu finden, denn der Ablass ließ sich mit den verschiedensten Formen der Frömmigkeit verbinden. Gleichzeitig diente er aber auch zur Finanzierung so unterschiedlicher Projekte wie dem Bau von Kirchen, Straßen, Brücken oder zur Armenspeisung. Und auch damals schon gab es gewiefte Kriminelle, die versuchten, den Gläubigen das Geld aus der Tasche zu ziehen.“

Bereits die junge Christengemeinde in der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends nach Christi musste die Erfahrung machen, dass man nicht ohne Sünde leben kann. So entstand bereits sehr früh ein sehr komplexes Programm an Bußmethoden aus Beten, Fasten, Almosengeben oder die sogenannten Kanonischen Bußen, mit denen der Sünder seine moralischen Vergehen, aber auch Kapitalverbrechen wie beispielsweise Mord tilgen konnte. Im 11. Jahrhundert entsteht schließlich das Ablasswesen auf bischöfliche Initiative in Nordspanien und in Südfrankreich. Von der Peripherie der Kirche aus entwickelt es sich zum einflussreichen und ertragreichen System, mit dem später Kreuzzüge finanziert werden, aber auch der Bau von Hospitälern, Kirchen, Straßen oder Brücken. Dabei ist der weltliche Herrscher als Vermittler des Heils eine der treibenden Kräfte des Ablasses. Laudage zeichnet die historische und theologische Entwicklung und Verfeinerung des Ablasses vom Hoch- bis zum Spätmittelalter umfassend und kenntnisreich nach. Sie erklärt, warum es gerade das Ablasssystem war, das von Kritikern wie Johann Wyclif, Jan Hus oder schließlich Martin Luther aufgegriffen wurde und wie sich schließlich der Protest gegen den Ablass mit einer ungeheuren Dynamik entfaltete, die schließlich die Kirchenspaltung vollzog. Dabei hatte sich Luther vor allem aus einem rein theologischen Grund gegen den Ablass gewandt. Er hielt das Reinkaufen von Sünden für verzichtbar. Für ihn war nur das Evangelium, das Wort Gottes also, dazu fähig, den Menschen zu einer echten Buße zu verhelfen.

Laudage ist ein spannendes, umfassendes und verständlich geschriebenes Buch gelungen, das dem Leser in Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr helfen wird, den Ablass besser zu verstehen und das vorurteilsbehaftete Wissen über dieses jahrhundertealte Bußsystem zu korrigieren.
Bibliografie

Christiane Laudage: “ Das Geschäft mit der Sünde“, Ablass und Ablasswesen im Mittelalter; 2016, Originalausgabe;  gebunden mit Schutzumschlag; 352 Seiten; Verlag Herder; ISBN 978-3-451-31598-5; 24,99 Euro; ab 17. Oktober 2016 im Handel erhältlich.

Ammonit ist Symbol des Naturparks

ammonit_dinopark_9_2016Einen Ammoniten in Lebensgröße präsentierten Naturparkgeschäftsführer Christoph Würflein, der 1. Vorsitzende des Tourismusverbandes Naturpark Altmühltal, Landrat Anton Knapp und Dinoparkchef Michael Völker (v.l.n.r.) anlässlich des Touristikergesprächs im Dinosaurier Freiluftmuseum in Denkendorf. Der Ammonit, Symbol des Naturpark Altmühltal, wurde gegenüber dem zukünftigen Infopavillon des Landkreises platziert – der Grundriss des Pavillons, entspricht ebenfalls einem Ammoniten. (Foto: Naturpark Altmühltal)

„Kinderfeuerwehren“ werden ermöglicht

 Novelle des Bayerischen Feuerwehrgesetzes

Das Bayerische Feuerwehrgesetz soll an gesellschaftliche und demografische Rahmenbedingungen angepasst werden. So soll zum Beispiel die Nachwuchsgewinnung durch sogenannte „Kinderfeuerwehren“ ermöglicht und das Höchstalter für den aktiven Feuerwehrdienst auf 65 Jahre heraufgesetzt werden. Den Gesetzesentwurf hat der Ministerrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen.

Kinder und Jugendliche sind die Retter der Zukunft. Damit auch in Zukunft für die Sicherheit in Bayern gesorgt ist, ist die Nachwuchsarbeit in den Feuerwehren nicht zu unterschätzen. Durch die Gesetzesnovelle soll die Einrichtung von „Kinderfeuerwehren“ ermöglicht werden, in denen Kinder schon frühzeitig an die Aufgaben der kommunalen Feuerwehren herangeführt werden können.

Gleichzeitig soll das Höchstalter für den aktiven Feuerwehrdienst von 63 auf 65 Jahren heraufgesetzt werden. Die Feuerwehren können so von der langjährigen Erfahrung älterer Mitglieder profitieren.

„Diese Gesetzesnovelle ist im Rahmen des demografischen Wandels sehr wichtig. Gerade die Einrichtung von Kinderfeuerwehren ist eine gute Chance für unsere Feuerwehren, ihre Nachwuchsarbeit auszuweiten“, bekräftigt der Landtagsabgeordnete Manuel Westphal.

Ein weiterer Bestandteil des Gesetzesentwurfs ist die Stärkung der kommunalen Zusammenarbeit der Feuerwehren. Möglichkeiten zur Kooperation sollen erweitert werden, wodurch Brandschutzmaßnahmen und der technische Hilfsdienst effektiver eingesetzt werden können. Durch den bedarfsorientierten Einsatz von sogenannten Fach-Kreisbrandinspektoren sollen Kreisbrandräte bei ihrer Arbeit entlastet werden.

Der Landtagsabgeordnete erklärt ferner: „Der Gesetzesentwurf sieht darüber hinaus auch neue Möglichkeiten der Inklusion vor: So sollen auch Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen werden können. Menschen mit körperlicher Behinderung können zum Beispiel als Ausbilder oder psychologische Betreuer fungieren.“

Der Gesetzesentwurf wird nun den Verbänden zugeleitet, damit diese Stellung dazu nehmen können. Anschließend wird er im Bayerischen Landtag beraten.

„Ich begrüße den Gesetzesentwurf des Ministerrats. Durch die Änderungen werden unsere Feuerwehren zukunftssicher gemacht sowie die kommunale Zusammenarbeit erleichtert“, stellt Westphal fest.

Erntedankfest auf dem Müßighof

Es gibt herzhafte herbstliche Genüsse

rw-hof Was wäre der Müßighof ohne das Erntedankfest? Es gehört einfach dazu „danke“ zu sagen für die reiche Ernte, für die segensreiche Zusammenarbeit. Das festlich geschmückte Gelände mit einer großen Erntepyramide, die frühherbstlichen Dekorationen mit Blumen und Zierkürbissen laden zum Bestaunen der Schöpfung, zum Lobpreis und zum Dank für die prächtigen Gaben aus der Natur ein.

Traditionell beginnt das Fest am Samstagvormittag, 24. September,  ab 10 Uhr mit einer stimmungsvollen, ökumenischen Andacht an der Antoniuskapelle, musikalisch umrahmt von der Regens Wagner Combo. Später übernimmt dann das HoBla-Ensemble die musikalische Begleitung. Nach der Ehrung langjähriger Regens-Wagner-Bewohner können sich Interessierte bei Hofführung über die Wirtschaftsweise der ökosozialen Landwirtschaft informieren oder das Bauernhofmuseum besuchen. Für die leibliche Stärkung wird bestens gesorgt: Neben herzhaften herbstlichen Genüssen gibt es mit leckerem Kuchen und den berühmten Torten aus den Bistro auch eine reiche Auswahl an süßen Gaumenfreuden. Auch für junge Besucher ist einiges geboten. Kinder dürfen sich auf Spaziergänge mit den Eseln und Alpakas, Kutschfahrten und Kreativangebote, wie Kürbisschnitzen, freuen. Jung und Alt sind herzlich eingeladen.

Der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Radweg ist nur in eine Richtung beschildert

Auf dem Radweg 6 über Muhr und Büchelberg nach Gunzenhausen

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Am Seekiosk Muhr können die Radler eine Pause einlegen, sich in der Lounge platzieren oder vom Liegestuhl aus das Geschehen am Strand verfolgen.

Das Fränkische Seenland ist eine ideale Ferienregion für die Radler. Es gibt keine großen Steigungen, in der Regel  gut ausgebaute und markierte Radwege und  verständliche Radwanderkarten.  „Max radelt“ ist eine Serie des Altmühl-Boten. Der Autor ist heute auf dem Radweg 6 unterwegs, den der Zweckverband Altmühlsee ausgewiesen hat.

 Ich will es gleich vorweg nehmen: Es ist eine Tour der Enttäuschung, aber ich muss gestehen, dass ich daran auch selbst schuld bin. Ich habe nämlich das gelbe Beiblatt der Radwege-Sammelmappe des Zweckverbands nicht gelesen. Darauf aber steht, dass  die Radwege 1-6 von der Stadthalle Gunzenhausen aus nur in einer Richtung markiert sind. Ich aber starte meine zweieinhalbstündige Tour mit einer falschen Entscheidung, nämlich gegen den Uhrzeigersinn. Das bringt mir allerhand Frust ein, denn in dieser Richtung gibt es so gut wie keine Beschilderung. So fahre ich die ersten Kilometer und bemerke erst dann das Malheur. Mir bleibt also nichts anderes übrig, als nach der Karte zu fahren. Gottlob habe ich sie dabei. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich den Zweckverband auf dieser Tour verflucht habe und bleibe dabei: Radwege (natürlich auch Wanderwege) müssen in beide Richtungen markiert sein! Das vor allem im Fränkischen Seenland, einer touristische anspruchsvollen Region.

Der milde Duft der Lindenblüten begleitet mich entlang der Altmühlpromenade. Ich folge dem blauen Schild des Radwegs 6.  Es ist Mittagszeit und deshalb gibt es am Spielplatz nicht ein einziges Kind zu sehen. Zwei Teenies schlingen ihren Döner hinein.  Auf der „Seepromenade“ rege ich mich über vollständig ausgeblichene Schildchen auf, die den Heinrich-Eidam-Weg  (auch den Alemannenweg) markieren sollen.  Wie gesagt, am Viadukt entscheide ich mich für den Weg nach rechts. Und damit beginnt mein Fiasko.

Am Bahnübergang zischt fast lautlos ein ICE vorbei.  In Sinderlach entdecke ich  beim Zurückschauen ein 6er-Schild in der Gegenrichtung. Das zumindest bestätigt mir, dass ich richtig liege. Ich schwenke nach links in Richtung Laubenzedel ein und freue mich über die schöne Streuobstanlage, aber auch über die blühenden Ackerwinden, die Schafsgarben, das gelbe Leinkraut, den Blauen Natternkopf, das Jakobskreuzkraut und den kleinen Mauerpfeffer. Die Karte führt mich am Ortsende von Laubenzedel auf den Weg zur Schnackenmühle und den Schnackensee, der bundesweit bekannt ist, zumal hier  von den Anglern die größten Waller an Land gedrillt werden. Der Campingplatz aber macht mir einen schlechten Eindruck und auch das Hotel, das seit langer Zeit geschlossen ist und zum Verkauf steht,  hat schon bessere Zeiten erlebt.  In Büchelberg strampele ich vorbei an hübschen Neubauten mit den Hausnummern 250 und weitere. Ich bewundere spontan den Briefträger, der hier im Gewirr der Nummern zurechtkommt.  Warum das niemand ändert, weiß ich. Gäbe es nämlich Straßennamen, dann würde der Name Büchelberg nicht mehr in der Postanschrift auftauchen. Und das wollen die Stadtteilbürger natürlich nicht.

Bevor ich nach links abschwenke, entdecke ich rechts oben den einzigen Weinberg des Landkreises. Hier gedeiht der legendäre „Muhrer Busenschlecker“, der nur einem erlauchten Kreis von Weinfreunden zugänglich ist. Eine „sekundäre“  Orientierungslosigkeit führt mich zu „Xandys Alm“, einem neuen gastronomischen Angebot mit  alpenländischer Architektur.  In der Ferne bewundere ich den Neuenmuhrer Kirchturm, auf dem sich stolz vier Störche präsentieren.  Erst am Altmühlsee kann ich mich wieder beruhigen, denn das 6er-Radwegschildchen taucht auf, das ich so lange vermisst habe.

Das Erlebnis lässt mir keine Ruhe. Anderntags schwinge ich mich erneut auf den Sattel, um den Weg nach dem Uhrzeigersinn abzufahren. Und siehe da, die Beschilderung ist (fast) einwandfrei. In Neuenmuhr strampele ich durch die neue Unterführung den Weg hoch, vermisse an der Eiche jedoch den Hinweis nach rechts und in Büchelberg wäre es schön, wenn mir ein 6er-Schildchen bestätigen würde, dass ich auf dem rechten Pfad bin. Fast in Gunzenhausen angekommen, werde ich von einem nicht korrekt ausgerichteten Schild an der Bahnschranke in die falsche Richtung gelenkt, lasse mich aber nicht abschütteln und fahre über den Übergang, um gleich von der richtigen Markierung  (1+6) sicher weitergeführt zu werden.  Ich bin mit mir (und dem Zweckverband) zufrieden, denn ich habe die 30-Kilometer-Tour (offizielle Angabe: 22 Kilometer) in einer Stunde und 20 Minuten ohne Pause geschafft.

Vorbei am Franziskus-Kirchlein

Tour entlang dem Radweg 1 über Muhr, Haundorf und Gräfensteinberg

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Die Brombacher haben sich eine herrliche Dorfgemeinschaftsanlage geschaffen. Um den „Brombachsee-Brunnen“ trinken die Männer ihr Feierabendbier.

Das Fränkische Seenland ist eine ideale Ferienregion für die Radler. Es gibt keine großen Steigungen, in der Regel  gut ausgebaute und markierte Radwege und  verständliche Radwanderkarten.  „Max radelt“ ist eine Serie des Altmühl-Boten. Der Autor ist heute auf dem Radweg 1 unterwegs, der vom Zweckverband Altmühlsee empfohlen wird.

Ich steige beim Heidweiher in den Radweg ein, orientiere mich aber gleich nach links, um nach Schlungenhof zu kommen. Entlang des Altmühlsees begegnen mir bald nach dem Seezentrum die ersten zwanzig Graugänse, die sich anstandshalber aber in der Wiese verlustieren und nicht etwa am Badestrand.  Der benachbarte Hundestrand ist ein echter Knüller. Ich war schon oft da mit meiner „Tessa“. Und niemals waren wir allein. Der Zweckverband hat mit dem Hundestrand wirklich einen Volltreffer gelandet, der inzwischen auch am Brombachsee einen Nachahmer gefunden hat. Wie ich feststelle, sind sogar  Herrschen und Frauchen ohne Vierbeiner da. Sie lieben die Art der ungezwungenen Begegnung von Mensch und Tier und sie bemerken, dass die Tiere genausoviel Spaß am Baden haben wie ihre Begleiter. Ein kleiner Kurzbeiniger keucht mir ein paar hundert Meter später entgegen. Ich bin mir sicher: Auch er wird es noch bis zum Hundestrand schaffen. Am Seezentrum Muhr geht die Erinnerung zurück an die Einweihung des Altmühlsees am 1. August 1986 durch Franz Josef Strauß, den einstigen Ministerpräsidenten. Das Datum ist in Stein gehauen, wie so vieles aus der Ära des verdienstvollen ersten Zweckverbandsvorsitzenden Willi Hillpert.

Die Familie der Wohnmobilfahrer ist auf dem Platz unter sich, der sich rechts neben mir ausbreitet. Im Seenland ist der Trend rechtzeitig erkannt worden. Nicht nur hier, auch anderswo gibt es schöne Plätze mit allen Entsorgungseinrichtungen. In Neuenmuhr sticht mir natürlich die Jakobuskirche ins Auge. Das Storchennest ist allerdings leer. Vermutlich ist „Meister Adebar“ gerade auf Nahrungssuche in den nahen Feuchtwiesen. Beim leuchtend roten ehemaligen Schulhaus unterquere ich geradeaus die Bahnlinie und trete locker und leicht (dank E-Bike) den Weg nach oben. Leider muss ich „Xandy`s Almhütte“ rechts liegen lassen. Links von mir erscheint das Franziskus-Kirchlein, das der frühere Muhrer Bürgermeister Roland Fitzner als sein Vermächtnis hat bauen lassen. Er hat das Muhrer Selbstbewusstsein gestärkt. Sogar die Kleinsten lassen sich vom Slogan des Muhrer Geburtshauses  („I bin a Muhrerla“) anstecken: Die Buben und Mädchen des kleinen Weilers Wehlenberg stellen ihren eigenen Maibaum auf und sind darauf mächtig stolz.

Auf der abschüssigen Strecke in Richtung Nesselbachtal kommt mir Pferdegeruch von der nahen Koppel in die Nase, auf der eine Herde von eleganten Warmblütern weidet. Ich biege in den Wald ein, wo mir ein vollständig verblasstes Schild auffällt, das vor dem Rauchen im Wald warnen soll. Das mag nur eine Marginalie sein, aber Kleinigkeiten wie beispielsweise eine ramponierte Ruhebank beeinflussen auch das Image der Ferienregion. Links und rechts scheint die Abendsonne auf ein Biotop erster Klasse. Es erscheint, als wäre hier die Zeit stehen geblieben. So sieht ein „Naturpark“ aus, der über Jahre von menschlicher Hand verschont bleibt. Der Wasserdost gedeiht am Wegesrand bestens, auch das Springkraut. Etwas verwirrt bin ich, weil mir streckenweise ein Schild zum  „Rothsee“ führen will. Zugegeben: Irgendwie gehört der auch zum Seenland, aber vom Dematshof aus liegt er in einer anderen Welt.  Die Einöde begrüßt mich nicht nur mit einem schmucken Ortseingangsschild (sie sind übrigens vor allen Haundorfer Ortsteilen platziert) , sondern noch dazu mit einer Zwetschgenhecke, deren Früchte schon gereift sind und – neudeutsch – zum Fingerfood einladen. Eine Streuobstzeile begleitet mich nach Haundorf. Das „Backhäulse“  auf dem Weg nach Aue ist ein guter Beweis dafür, dass sich die Menschen zu helfen wissen, wenn die Infrastruktur weggebrochen ist, es also keinen Bäcker und keinen Wirt mehr im Dorf gibt. Es sind übrigens „Neubürger“, die das Dorfleben somit attraktiver machen. Immer sonntags gibt es frische Backwaren. Das wissen nicht nur die Urlaubsgäste zu schätzen, die sich im Haundorfer Land wohl fühlen.  Wenig später schlage ich den Weg nach rechts ein und gelange hoch über dem im Tal gelegenen Seitersdorf nach Stixenhof. Wie gut, dass ich auf „Turbo“ schalten kann, denn jetzt geht es steil bergan. Ich überquere die B 466 und staune nicht schlecht, als sich links von mir ein riesiges Motogrossgelände  mit abenteuerlichen Berg- und Talbahnen breit macht.

Die ersten Kirschenbäume kündigen das traditionelle Kalbensteinberger Kirschenland an, auch wenn es hier korrekterweise Gräfensteinberger Kirschen sind.  Schon wieder zwingt mich eine Steigung in den „Turbo“-Modus, aber oben auf der Kuppe angekommen eröffnet sich mir ein herrlicher Blick auf die Gräfensteinberger Martinskirche und den Geiselsberger Wasserturm. Auf der Schussfahrt nach Brombach komme ich auf sagenhafte 59 „Sachen“. Ich muss mich daheim von meiner Frau  (bekannterweise:  „die beste von allen“) rüffeln lassen und höre den Vorwurf, recht unvernünftig zu sein. Die Lebenserfahrung hätte mir raten sollen: Beichte nicht alles, was dich bewegt, zumal dann nicht, wenn es zu schnelle Bewegungen sind.

Was echter dörflicher Gemeinschaftsgeist und der Wille zum Zusammenhalt ausrichten kann, das offenbart sich mir in Brombach, wo vor zwei Jahren ein herrlicher Juramarmorbrunnen entstanden ist, der heute die Funktion einer dörflichen Kommunikationsstätte erfüllt.  Aus dem Stein geschnitten sind die Umrisse des Brombachsees, acht Marker kennzeichnen die Standorte der einstigen Mühlen. Zwei Brombacher Männer, die auf der Ruhebank sitzen und sich an ihrer Bierflasche festhalten, laden mich zum Feierabendbier ein. Doch ich bin ein Rastloser! Ich bemerke: Persönlichkeitsprägend ist dieser Begriff für mich eigentlich nicht, aber ich will schnell heimkommen, um noch die zweite Halbzeit eines Fußballspiels anzugucken.

Die Jakobsmuschel, die die Pilger bis nach Santiago di Compostella geleitet, weist mir am Ortsausgang von Brombach und zum nahen Stolleneinlauf. Ich bemerke, dass das Wasser in der Mitte des Überleiters sprudelt und erinnere mich, dass dies notwendig ist, um die Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten und ein Fischsterben zu vermeiden. Die Teichrosen haben quasi um Sieben schon geschlossen, so dass mir der Anblick ihrer herrlichen Blüte verwehrt bleibt.  Ich empfinde es als herrlich angenehm, dass mich wenig später die Abendsonne am McDonalds-Parkplatz begrüßt.

Hier endet die 26-Kilometer-Tour, für die ich knapp zwei Stunden unterwegs war. Dem Zweckverband Altmühlsee, der den Radweg betreut, muss ich loben, denn auf der ganzen Strecke waren mir nicht einmal Zweifel an der Streckenführung gekommen. So macht die Radeltour Spaß.

Zuwendungen für den Umbau der Kreuzung bei Langlau

 Förderung durch den Freistaat Bayern

Der Freistaat Bayern wird für den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung zwischen der Kreisstraße WUG 1 und der Staatsstraße 2222 bei Langlau Zuwendungen in Höhe von 165.000 Euro gewähren. „Dies teilte uns der Staatsminister des Inneren, für Bau und Verkehr, Joachim Herrmann mit. Wir freuen uns, dass der Freistaat Bayern erneut eine wichtige Baumaßnahme in unserem Landkreis fördert. Dadurch werden die Verkehrssicherheit erhöht, die Verkehrsverhältnisse verbessert und eine wichtige Investition ermöglicht“, erklären Landrat und Landtagsabgeordneter.

Der Ausbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr wird als förderfähig nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz anerkannt. Von den veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 604.000 Euro werden voraussichtlich  251.000 Euro zuwendungsfähig sein. Aufgrund dessen konnte der Förderbetrag von 165.000 Euro in Aussicht gestellt werden.

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Der "Falk Report" berichtet  monatlich aus dem Leben im Fränkischen Seenland (Altmühlfranken).

Die Beiträge kommen vom Herausgeber und von Gastautoren. Im Mittelpunkt stehen kommunalpolitische und gesellschaftspolitische Themen. In meiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde Gunzenhausen ist es mir wichtig, historische Beiträge zu veröffentlichen.

Es würde mich freuen, wenn wir auf diese Weise im Kontakt bleiben könnten.

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