Krumme Touren

Niemand ist verpflichtet, Geflüchtete aufzunehmen

Das Landratsamt Ansbach warnt vor Schreiben, in denen Bürger vermeintlich dazu verpflichtet werden, geflüchtete Menschen aus der Ukraine aufzunehmen. Solche Schreiben entbehren nicht nur jeglicher sachlichen Grundlage, sie erfüllen womöglich auch Straftatbestände. Das Landratsamt Ansbach wird Anzeige gegen unbekannt erstatten und die entsprechenden Schriftstücke der Polizei zur weiteren Ermittlung übergeben.

Dem Landratsamt Ansbach ist bisher ein Schreiben dieser Art bekannt. Darin ist von einer „Anweisung“ des Landratsamtes die Rede. Gezeichnet ist das Schreiben mit „Bundesamt für Flüchtlinge und Migration“. Bürgerinnen und Bürger, die ein solches Schreiben bekommen haben, sollen wissen, dass es sich hier um dreiste Fälschungen handelt. Die Empfänger der Schreiben können sich gerne bei der Pressestelle des Landratsamtes Ansbach melden – per Mail an pressestelle@landratsamt-ansbach.de oder telefonisch unter 0981/468-1110.

Wer kann Wohnraum anbieten?

Gunzenhausen sucht Wohnraum für Kriegsflüchtlinge

Der russische Angriff auf die Ukraine hat hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben. Während die Gefechte weiter anhalten, sind Geflüchtete auch in unserer Region angekommen und suchen Schutz und einen sicheren Platz zum Ausruhen. Angst und Panik sind ständige Begleiter, und die winterlichen Temperaturen machen die Situation nicht einfacher. In diesen dunklen Zeiten gilt es zusammenzuhalten, Verantwortung zu übernehmen und solidarisch zu sein. Aus diesem Grund engagiert sich die Stadt Gunzenhausen im Rahmen der Flüchtlingshilfe und sucht weiter nach privatem Wohnraum für Geflohene.

„Was in und mit der Ukraine passiert, ist unerträglich“, so Erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Wir können nur erahnen, was die Menschen dort aushalten und ertragen müssen. Viele verlassen ihre Heimat aus Angst und fürchten um ihr Leben. Dieses Schicksal hat sich niemand ausgesucht und als verantwortungsvolle Gesellschaft haben wir die Pflicht, den Flüchtlingen zu helfen. Bitte unterstützen Sie uns und melden Sie freien Wohnraum, in dem Sie Geflüchtete unentgeltlich aufnehmen können.“

Auf der Internetseite der Stadt Gunzenhausen (www.gunzenhausen.de) wurde ein Online-Formular eingerichtet, mit Hilfe dessen privater Wohnraum schnell und unkompliziert gemeldet werden kann. Alle Bürgerinnen und Bürger, die Kriegsflüchtlinge unentgeltlich aufnehmen würden, können sich dort registrieren. Bei Bedarf nimmt die Stadt Gunzenhausen oder das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen Kontakt auf.

Konkrete Hilfe des Kreises

Notunterkunft in Treuchtlingen

Das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen wird in der Turnhalle der Senefelder-Schule in Treuchtlingen eine Notunterkunft für Geflüchtete Menschen aus der Ukraine einrichten. Die Notunterkunft steht ab 11. März zur Verfügung.

Derzeit kommen zahlreiche Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine flüchten, auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen an. Um die kurzfristige Unterbringung der Menschen sicherzustellen, muss auch im Landkreis eine Notunterkunft errichtet werden. Nach der Erstunterkunft in Treuchtlingen können die Personen dann innerhalb weniger Tage an Unterkünfte, die das Landratsamt hauptsächlich über Beherbergungsbetriebe zur Verfügung stellt, weitervermittelt werden beziehungsweise private Wohnangebote genutzt werden. Die Notunterkunft in der Turnhalle der Senefelder-Schule bietet Platz für rund 120 Personen. Es wird damit gerechnet, dass schon am Wochenende erste Menschen dort vorübergehend untergebracht werden müssen.

In der Notunterkunft wird auch die Erstanmeldung der Geflüchteten erfolgen. Die Ausländerbehörde des Landratsamtes wird sich dann bei den Personen wegen der Registrierung und der Beantragung des Aufenthaltstitels melden.

Die Versorgung der geflüchteten Menschen ist durch das Bayerische Rote Kreuz beziehungsweise Privatunternehmen sichergestellt. Das Landratsamt steht zudem auch in engem Kontakt mit den Kirchen, der Flüchtlings- und Integrationsberatung der Diakonie sowie der psychosozialen Notfallversorgung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, die ebenfalls bei der Betreuung der Menschen unterstützen werden.

Es ist auch damit zu rechnen, dass viele unbegleitete Minderjährige in den Landkreis kommen. Das Jugendamt bereitet hier die Unterbringung der Kinder und Jugendlichen vor. Die Unterbringungsmöglichkeiten müssen natürlich gerade bei Kindern und Jugendlichen sehr streng geprüft werden und unterstehen strengen Regularien. Das Jugendamt erreichen viele private Angebote, diese werden registriert und gegebenenfalls auch kontaktiert. Vorzugsweise werden für unbegleitete Minderjährige allerdings aufgrund der sensiblen Situation zentrale Unterkünfte vorgesehen. Unbegleitete Kinder und Jugendliche, die zu Verwandten in den Landkreis kommen, sollen mit dem Jugendamt Kontakt aufnehmen. Das Jugendamt unterstützt dann bei allen Anliegen, damit das Kind oder der Jugendliche in dem Familienverband bleiben kann.

Bis zum 10. März sind in der Ausländerbehörde rund 250 Menschen, die aus der Ukraine geflüchtet sind, registriert worden. Alle Personen, die sich bislang noch nicht bei der Ausländerbehörde gemeldet haben, sollen dies bitte zeitnah erledigen. Zunächst reicht es, wenn die Ausländerbehörde ein Foto des Passes erhält, die Anschrift der Unterkunft im Landkreis sowie eine Telefonnummer einer Kontaktperson im Landkreis. Diese Unterlagen sollten schnellstmöglich nach der Ankunft an ausland@landkreis-wug.de geschickt werden. Die Mitarbeitenden der Ausländerbehörde melden sich dann wegen eines Termins zur Beantragung der Aufenthaltserlaubnis.

Zweck der ersten Kontaktaufnahme ist nur die Registrierung und die Klärung, ob eine Unterkunft benötigt wird und wenn nicht, wo die private Unterkunft erfolgt. Außerdem kann so der Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz registriert werden.

Kreis bietet Hilfe an

Registrierungsmöglichkeit für ukrainische Geflüchtete im Landkreis

In den vergangenen Tagen sind zahlreiche Menschen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen angekommen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet sind. Da die AnkER-Einrichtung in Zirndorf die Registrierung der vielen Menschen nicht allein übernehmen kann, wird auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen eine Registrierungsmöglichkeit für die Geflüchteten geschaffen.

Das Landratsamt bittet darum, dass alle Menschen, die aus der Ukraine im Landkreis angekommen sind, sich – falls nicht schon geschehen – bei der Ausländerbehörde melden. Da die AnkER-Einrichtung in Zirndorf überlastet ist, wird die Anmeldung vorläufig nur im Landkreis passieren. Wer schon in Zirndorf registriert wurde oder bereits bei der Ausländerbehörde im Landkreis registriert ist, muss sich nicht erneut melden.

Zunächst reicht es, wenn die Ausländerbehörde ein Foto des Passes erhält, die Anschrift der Unterkunft im Landkreis sowie eine Telefonnummer einer Kontaktperson im Landkreis. Diese Unterlagen sollten schnellstmöglich nach der Ankunft an ausland@landkreis-wug.de geschickt werden. Die Mitarbeitenden der Ausländerbehörde melden sich dann wegen eines Termins zur Beantragung der Aufenthaltserlaubnis.

Zweck der ersten Kontaktaufnahme ist nur die Registrierung und die Klärung, ob eine Unterkunft benötigt wird und wenn nicht, wo die private Unterkunft erfolgt. Außerdem kann so der Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz registriert werden.

Ukrainerinnen und Ukrainer können sich mit einem biometrischen Pass ohne Visum 90 Tage in Deutschland und den anderen europäischen Schengenstaaten aufhalten. Wenn keine Weiterreise in einen anderen Staat beabsichtigt ist, sollten die oben beschriebenen Unterlagen aber schon jetzt an die Ausländerbehörde gesandt werden, damit eine Registrierung erfolgen kann.

Diejenigen, die schon eine Unterkunft haben, können natürlich dort verbleiben. Diejenigen, die eine Unterkunft benötigen, werden in einer Gemeinschaftsunterkunft oder einer dezentralen Unterkunft untergebracht. Das Landratsamt kann auch Unterkünfte über den privaten Wohnungsmarkt vermitteln. Betroffene sollen sich dazu an Maximilian Köhler vom Sachgebiet Soziales und Senioren wenden. (Mail: shv.lra@landkreis-wug.de, Tel.: 09141 902-352)

In Kürze wird es auch im Landkreis eine Notunterkunft geben. Die Anmeldung, sowie die vorübergehende Erstaufnahme der Geflüchteten wird dann dort erfolgen, bevor eine Anschlussunterbringung in eine staatliche Unterkunft erfolgt bzw. eine private Unterkunftsmöglichkeit vermittelt wird. Das Landratsamt wird darüber zeitnah informieren.

Die Welle der Hilfsbereitschaft ist auch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen sehr groß. Besonders gesucht werden derzeit noch Personen, die Dolmetschertätigkeiten (ukrainisch, russisch) übernehmen können. Die Mitarbeiterinnen der Freiwilligenagentur altmühlfranken koordinieren die Hilfsangebote und -gesuche. Mehr Informationen gibt es unter www.landkreis-wug.de/ukraine-hilfe oder telefonisch bei Corina Heid (09141 902-227) oder Verena Wagner (09141 902-235).

Carmilla – der weibliche Vampir

Eine stimmungsvolle Lesung im Rahmen der Eröffnung des KulturKinos

Alexander Ourth liest am 19. März

Auf der Kreuzgang-Bühne war im Sommer 2021 der bekannteste männliche Vampir der Literaturgeschichte leibhaftig zu erleben: Dracula. Dass es jedoch vor Veröffentlichung des Romans von Bram Stoker vor allem Vampirinnen waren, die in Erzählungen und Gedichten ihr Unwesen trieben, ist nahezu unbekannt. Der seinerzeit berühmteste und einflussreichste Text über das Wirken eines weiblichen Vampirs ist die 1872 erschienene Erzählung „Carmilla“ des irischen Autors Joseph Sheridan Le Fanu. Diese hatte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Schaffen Bram Stokers. Darin verführt die geheimnisvolle und bezaubernd schöne Carmilla eine junge Frau auf einem Landgut in der Steiermark. Die Beziehung der beiden adeligen Töchter ist intensiv, liebevoll und gefährlich zugleich – die Schilderungen Le Fanus lassen abwechselnd erröten und erschauern. Viel mehr noch als sein Schriftstellerkollege Stoker nach ihm, setzt er in seiner Vampirgeschichte auf Erotik und Blut – und auf eine Frau als mächtige Vampirin.

Diesen Klassiker der Vampirliteratur kann man am Samstag, den 19. März, um 19.30 Uhr, in den Regina Lichtspielen entdecken. Schauspieler Alexander Ourth liest Auszüge aus dem Roman, gespickt mit Zitaten aus anderen Texten: stimmungsvoll präsentiert, wild und leidenschaftlich.

Der Abend findet im Rahmen des großen Eröffnungswochenendes vom 18. bis zum 20. März 2022 für das neue KulturKino in Feuchtwangen statt, mit dem der Kinobetrieb nach der Generalsanierung wiederaufgenommen wird. Das Filmprogramm gestaltet und organisiert der Verein KulturKino Feuchtwangen (KKF).

Karten für „Carmilla“ gibt es im Kulturbüro der Stadt Feuchtwangen, Marktplatz 2, 91555 Feuchtwangen, Telefon: 09852 904 44, E-Mail: karten@kreuzgangspiele.de

Fair gehandelte Bälle für Schulen

Fair-Trade-Stadt Gunzenhausen

Dr. Steffen Kraus (links) und Franz Pepe vom Modehaus Steingass (Zweiter von rechts) übergaben die Lionsspende an Rektorin Ingrid Pappler und Bürgermeister Fitz.

Gunzenhausen will Fair-Trade-Stadt werden. Dass dazu mehr als Worte oder fair gehandelter Kaffee im Vorzimmer des Ersten Bürgermeisters gehören, wurde bei einer Veranstaltung in der Grundschule Süd deutlich. Bei Fairtrade geht es um Verantwortung, Überzeugung und um nachhaltige Konzepte. Fairtrade lässt sich aber auch konkret umsetzen, beispielsweise durch den Kauf fair gehandelter Produkte. Nun wurden eben solche Produkte, nämlich fair gehandelte Bälle im Wert von rund 3.500 Euro, an Gunzenhäuser Schulen und Sportvereine übergeben. Der Lions Club Gunzenhausen hatte die Bälle gesponsert und jeweils ein Netz mit zehn Fußbällen an die heimischen Organisationen weitergereicht. Die Bälle wurden über das ortsansässige Unternehmen Steingass besorgt. Dort können die am Fairtrade-Siegel erkennbaren Produkte künftig auch erworben werden. 

„Die Stadt meint es ernst und hat Ende 2021die Zertifizierung zur Fair-Trade-Stadt beantragt“, so Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Wer fair sein will, muss nicht nur auf den Handel schauen, sondern auch Unternehmen, Vereine und Schulen mitnehmen. In Gunzenhausen tut sich was und mich freut es, dass auch der Lions Club mit fairen Aktionen auf sich aufmerksam macht. Ich danke Präsidenten Dr. Steffen Kraus und der Rektorin der Grundschule Süd, Ingrid Pappler, für das tolle Engagement in diesem Bereich.“

Geht es nach Ingrid Pappler, so werden die Bemühungen um Fairtrade weiter intensiviert. Sie hatte die Aktion initiiert und zusammen mit dem Lions Club Gunzenhausen umgesetzt. „Als Schulleitung aber auch persönlich stehe ich hinter dem Konzept Fairtrade, denn fair gehandelte Produkte garantieren faire Löhne und einen gerechten Handel. Außerdem wird ein Zeichen gegen Kinderarbeit gesetzt. Als überzeugte Schule wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und freuen uns, dass die Aktion bei den Gunzenhäuser Vereinen und Schulen so gut angekommen ist. Darauf wollen wir aufbauen und auch künftig noch fairer werden.“

Saisonstart im Freilandmuseum

Programm punktet mit Veranstaltungen im Freien

 
Ein buntes Programm präsentieren zum Saisonstart im Fränkischen Freilandmuseum die Leiterin der Pädagogischen Abteilung Eva-Maria Papini, Museumsleiter Dr. Herbert May, Bezirkstagspräsident Armin Kroder und Dr. Markus Rodenberg, Leiter der Abteilung Wissenschaft und Sammlung (v.l.n.r.)., ausgestattet mit Objekten aus der Bader-Ausstellung, wie Fasszangen, Zungenklemme und Badehut. Sie stehen vor dem Badhaus aus Wendelstein, das im Juni eröffnet werden soll. Foto: Ute Rauschenbach


Am Samstag, 5. März beginnt im Fränkischen Freilandmuseum des Bezirks Mittelfranken in Bad Windsheim die neue Museumssaison – geöffnet ist dann wieder täglich von 9 bis 18 Uhr. „Wir haben ein buntes Programm vorbereitet, das an die großen Veranstaltungen der vergangenen Jahre anknüpft und gleichzeitig die veränderten Bedingungen der Pandemie berücksichtigt“ bringt es Museumsdirektor Dr. Herbert May auf den Punkt.

Ein besonderes Jahr wird es allemal, denn das Museum kann in dieser Saison sein 40-jähriges Jubiläum feiern. Am Wochenende des 23./24. Juli ist ein Festumzug mit 40 Oldtimer-Schleppern geplant, dazu sollen 40 Stationen im Museumsgelände ungewöhnliche Objekte in einem abwechslungsreichen Rundgang vorstellen. Ein weiterer Höhepunkt steht am Samstag, 25. Juni bevor, denn an diesem Tag wird das Badhaus aus Wendelstein eröffnet. Zeit genug für eine Besichtigung gibt es, denn das Museum ist an diesem Tag im Rahmen der Museumsnacht bis Mitternacht geöffnet.

Die Woche der Landmaschinen, das Passionsspiel und das Ostereiersuchen, der Handwerker- und Techniktag, der Heil- und Gewürzkräutermarkt, die Schafschur und der Tag der Museumstiere, das Kinderfest, die Köhlerwoche, Poetry-Slam und Oldie-Night sind weitere Veranstaltungshöhepunkte der ersten Jahreshälfte. May ist zuversichtlich, dass die Veranstaltungen wie geplant stattfinden können, denn die Angebote finden unter freiem Himmel oder in weit geöffneten Scheunen statt.

Auf dem Programm stehen auch Sonderausstellungen zu ganz unterschiedlichen Themenbereichen. Die Bader-Ausstellung „Schwitzbaden, Schröpfen und Kurieren“ ist noch bis zum 10. Juli zu sehen, die Aquarelle des fränkischen Malers Hans Zahn noch bis zum 15. Mai. Die Ausstellung „Das öde Haus“ zeigt vom 28. Mai bis 28. August kolorierte Zeichnungen von Stefania Peter und widmet sich der Ästhetik verlassener Häuser, Hofstellen und Betriebsgebäude. Mit etwas Glück ist das Museum Kirche in Franken nach der Generalsanierung zu Pfingsten wieder geöffnet, so dass die Ausstellung „Feuerzungen“ gezeigt werden kann. Die Ausstellung im Anschluss „Das Alter in der Karikatur“, die ebenfalls bis zum 28. August zu sehen ist, verlockt zum Schmunzeln – warum sollte man sich einem ernsten Thema nicht auch humorvoll nähern dürfen? Bunt wird es ab 17. September: „Polychrome Farbe am historischen Haus“ zeigt, wie farbig der historische Alltag war. Seit dem Mittelalter wurden Häuser innen und außen farbig gestaltet, stets auf der Höhe der Zeit – vom farbigen Fachwerk über bemalte Putzfassaden, Schablonenmalerei, Walzendekor bis zur Tapete im 20. Jahrhundert.

Farbig und facettenreich ist auch das Kursangebot – von der Imkerei über den Umgang mit Sense, Hobel, Näh- und Stricknadel, Schnitzmesser oder dem Spinnrad ist alles dabei. Ebenso kann man die Grundlagen des Vergoldens oder der Korbflechterei, das Wolle färben, Hutfilzen, Kränze binden, Brotbacken, Töpfern oder den Stoffdruck mit Modeln wie auch den Umgang mit Lehm oder Stuckgips im Hausbau erlernen.

Empfehlenswert ist ein Blick auf die neu gestaltete Website www.freilandmuseum.de unmittelbar vor dem geplanten Museumsbesuch. Sie zeigt tagesaktuell, welche Besuchsmodalitäten gerade gelten – derzeit ist es die 3G-Regel.

Museumseintritt 7 €, ermäßigt 6 €, Familien 17 €, Teilfamilien 10 €.

Hauber will Dienstpflicht

Bewusstseinwandel aufgrund dees russischen Angriffskriegs

Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion hat die faktische Abschaffung von Wehr- und Dienstpflicht schon immer deutlich kritisiert. Bereits im Jahre 2011 reagierte sie darauf und erarbeitete ein Konzept für die Einführungeines verpflichtenden Dienstjahres für Männer und Frauen. Eine parlamentarische Mehrheit zur Umsetzung dieses Dienstes hat es bislang allerdings noch nicht gegeben.
Wolfgang Hauber, Abgeordneter und innenpolitischer Sprecher aus Weißenburg, sieht sich nun jedoch in einer neuen Situation: „Der völkerrechtswidrige Überfall Russlands auf die Ukraine sollte uns allen die Augen geöffnet haben. Wir leben nach wie vor in einer Welt militärischer Bedrohung, der nur durch eine Verteidigungsbereitschaft und -fähigkeit begegnet werden kann. Die Corona- Pandemie hat uns zudem deutliche Defizite im Bereich Gesundheit und Pflege aufgezeigt. Wir brauchen da wie dort mehr Menschen, die sich um diese Existenzfragen unseres Landes kümmern. Ein verpflichtendes Dienstjahr kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten.“
Die FREIE WÄHLER-Fraktion schlage einen zwölfmonatigen Dienst für Männer und Frauen vor, der wahlweise bei der Bundeswehr, Rettungsdiensten, in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen oder auch im Dienste des Umwelt- und Klimaschutzes abgeleistet werden kann. Eine Gewissensprüfung oder einseitige Fixierung auf den Militärdienst wolle man nicht wieder einführen. „Junge Menschen kommen natürlich nicht als einsatzbereite Soldaten oder Pflegekräfte. Sie sollen unterstützen, ein Gefühl für bestimmte Aufgaben und Herausforderungen bekommen und letztlich auch dazu motiviert werden, aus ihrem Dienst einen Beruf zu machen. So gewinnen wir notwendige Nachwuchskräfte in diesen für unsere Gesellschaft so wichtigen Sektoren“, erklärt Hauber.
Um den Bedenken zu begegnen, dass dadurch dem Arbeitsmarkt künftige Fachkräfte für einen längeren Zeitraum nicht zu Verfügung stünden, sehen die Pläne der FREIE WÄHLER im Bayerischen Landtag die Möglichkeit vor, den Dienst in mehreren Etappen abzuleisten. Die Fraktion spreche sich auch klar dafür aus, Männer und Frauen gleichermaßen in die Pflicht zu nehmen. Dies sei eine Selbstverständlichkeit. „Die Gleichberechtigung von Mann und Frau steht nicht nur im Grundgesetz, sondern ist auch in der Gesellschaft angekommen. Daher müssen wir mit der nicht mehr zeitgemäßen Tradition brechen, die bisher nur den männlichen Nachwuchs in die Pflicht genommen hat“, so Hauber weiter.Er wisse natürlich, dass die Umsetzung nicht innerhalb weniger Tage möglich sei und einer Änderung des Grundgesetzes bedürfe. Dennoch müsse dieses Thema jetzt gesellschaftlich und politisch in Angriff genommen werden: „Wir als FREIE WÄHLER- Fraktion wollen eine intensive Diskussion in der Gesellschaft anstoßen und mit anderen moderieren. Hierfür brauchen wir auch einen gesellschaftlichen Konsens. Mit einer klaren Zielsetzung für diese Dienstpflicht wollen wir dazu einen entscheidenden Beitrag leisten“, so Hauber abschließend.

Frühjahrsputz im Kreis

Die Abfallsammelaktion startet wieder!

Auch in diesem Jahr findet wieder der alljährliche Frühjahrsputz in Altmühlfranken statt. Viele freiwillige Helferinnen und Helfer machen sich in den nächsten Wochen auf den Weg, um Parks, Wanderwege und Grünflächen von Unrat zu befreien.

Die kommunale Abfallwirtschaft unterstützt wie seit Jahren diese Aktionen und übernimmt die Entsorgungskosten der gesammelten Abfälle. Greifzangen und Handschuhe können die Gruppen nach Anfrage bei den beiden Recyclinghöfen in Weißenburg und Gunzenhausen ausleihen.

Mitmachen lohnt sich – für unsere Umwelt, aber auch für die Teilnehmergruppen: Die Abfallwirtschaft belohnt diejenigen Gruppen für ihr Engagement, die mit einem Gruppenfoto und Bericht über ihre Sammelaktion ein Zeichen setzen und damit vielleicht weitere Gruppen zum Mitmachen anregen. Die Anmeldung und weitere Informationen zur Teilnahme findet man unter  www.altmuehlfranken.de/fruehjahrsputz/.

„Wir freuen uns auf all diese Menschen, die mit diesen Aktionen freiwillig Verantwortung für die Sauberkeit ihrer Heimat übernehmen. Deshalb unterstützen wir dieses nachhaltige bürgerschaftliche Engagement sehr gerne“, sagt Michael Hufnagel, Leiter der kommunalen Abfallwirtschaft im Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen.

Welche Gebiete sich besonders für eine Frühjahrsputzaktion eignen, erfährt man über die jeweilige Stadt oder Gemeinde. Bitte beachten Sie, dass Sammelaktionen in freier Natur möglichst vor Beginn der Brutzeit beendet sein sollten. Wir bitten Sie, während der Sammlungen die Corona-Schutzmaßnahmen zu beachten.

Berghexe schützen

Landesbund für Vogelschutz begrüßt Pflegemaßnahmen

Die Berghexe ist eine bedrohte Schmetterlingsart. Sie soll im Hahnenkamm geschützt werden. Foto: LBV

Zu den Pflegemaßnahmen Berghexe-Hahnenkamm erklärt der LBV-Kreisgruppenvorsitzende Sebastian Amler:

„Wir haben am Hahnenkamm das letzte bayerische Verbreitungsgebiet der Berghexe, eine äußerst seltene und stark bedrohte Schmetterlingsart und eine der seltensten Arten Deutschlands. Nachdem dort jahrelang notwendige Pflegemaßnahmen und frühzeitige Schutzbemühungen verhindert wurden, musste jetzt endlich gehandelt werden. Die nun erfolgten Maßnahmen sollten eigentlich schon im vergangenen Jahr durchgeführt werden. Leider waren nun die Witterungsbedingungen nicht optimal, die Maßnahmen konnten aber auch nicht noch länger hinausgezögert werden. Es gab letztlich also keine andere Möglichkeit, um das Aussterben der charakteristischen Berghexe in Bayern zu verhindern. Die bereits durchgeführten und noch geplanten Maßnahmen sind zwingend notwendig für den Schutz dieser seltenen und vom Aussterben bedrohten Schmetterlingsart. Der LBV unterstützt die Maßnahmen deshalb ausdrücklich.“
Das Hahnenkammgebiet trägt nicht nur wegen der Berghexe, einer vom Aussterben bedrohten Tagfalterart, große Bedeutung für den Naturschutz. Es finden sich daneben auch anderen bedrohte Tier- und Pflanzenarten, seltene Kalktuffquellen und eine Vielzahl verschiedener Lebensraumtypen.

Die Berghexe im speziellen benötigt großflächige und karge Kalkmagerrasen mit Offenbodenstellen sowie einem hohen Anteil an Steinen und Geröll. Dieser Lebensraumtyp kann nur durch gezielte und intensive Schutzbemühungen, wie z.B. einer Beweidung in Form der Hütehaltung, gewährleistet werden. Um die Population der Berghexe zu stärken wurden nun Maßnahmen umgesetzt.
Der LBV unterstützt daher die Schutzbemühungen und Pflegemaßnahmen sowie auch die Pläne zur Ausweisung des Gebietes zum Naturschutzgebiet.