Archiv: Falk-report

Entstehung des Deutschen Ordens

Vortragsveranstaltungen des Historischen Vereins für Mittelfranken

Der Historische Verein für Mittelfranken hat sein Programm für die ersten Monate des Jahres bekannt gegeben. Wir geben gern die Einladung von Vorsitzendem Dr. Thomas Bauer, dem Regierungspräsidenten, und von Geschäftsführer Oskar Geidner weiter:

„Die Entstehung des Deutschen Ordens im Heiligen Land und seine frühen Burgen“. Vortrag von Dr. Daniel Burger, einem gebürtigen Weißenburg, am Donnerstag, 27. Februar, um 19.30 uhr im Sitzungssaal 240 des Ansbacher Schlosses.

– Vorstellung der „Mittelfränkischen Studien“ (Band 24) mit dem Titel „Müller und Mühlen im Zenngrund“ von Dr. Wolfgang Mück (früher Neustadt/Aisch, heute Berlin), am Donnerstag, 13. März, um 17 Uhr im Rathaus in Langenzenn.

„Fechtkunst im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit“. Vortrag von Werner Ueberschär am Donnerstag, 10. April, um 19.30 Uhr im Ansbacher Schloss.

– Die Jahrestagung des Historischen Vereins für Mittelfranken ist heuer in Gunzenhausen, und zwar am 10. und 11. Mai. Das Programm wird noch ausgearbeitet.

– Für Juli ist eine zweitägige Exkursion nach Konstanz geplant.

 

Wie muss der Bürgermeister sein?

Anforderungsprofil  des zu wählenden Bürgermeisters

Die FDP geht ohne einen eigenen Kandidaten in die Kommunalwahl. Sie wird im Vorfeld keinen der bisher bekannten Bewerber von SPD oder CSU unterstützen und auch keine Empfehlung an die Wähler aussprechen. Dazu der FDP-Ortsverbandsvorsitzende Pierre Horrolt: „ Aber wir haben ein Anforderungsprofil erstellt, wie wir uns den Bürgermeister vorstellen.“

DieHorroltFDP FDP erwarte vom Rathauschef, dass den Menschen sozusagen mit offenen und nicht mit verschränkten Armen begegne. Das beziehe sich vor allem auf Menschen, die sich in der Stadt wirtschaftlich engagieren und Arbeitsplätze schaffen wollten.  „Wirtschaftsförderung ist nach unserer Ansicht“, so Stadtratskandidat Horrolt, „absolute Chefsache“.  Die Kompetenz und  Effizienz des Wirtschaftsförderers im Rathaus allein sei nicht geeignet , Kontakte zu interessierten Unternehmen herzustellen und sie zu pflegen.  Dass diese Bedenken der FDP richtig und angebracht sein, äußere sich in der Entscheidung des Stadtrats, acht Jahre nach Anstellung des Wirtschaftsreferenten ein Gutachten in Auftrag zu geben, das dessen Aufgaben darstellen soll. „Wir fragen uns daher: Was ist bisher geschehen? Und wir geben die Antwort: Außer der Planung und Durchführung von Veranstaltungen ist nicht viel passiert, jedenfalls hat die Öffentlichkeit nicht mehr vernommen“, so Pierre Horrolt.

Es sei wichtig, dass mögliche Investoren „auf Augenhöhe“ einen Ansprechpartner bei der Stadt hätten. Und das könne nur der Bürgermeister sein. Wenn den Investoren nicht kompetent begegnet werde und diese bei der Ansiedlung und im Genehmigungsverfahren unterstützt würden, dann bestehe die Gefahr, dass sie sich abwenden von der Stadt. Nach Ansicht der FDP müsse der am 16. März zu wählende Bürgermeister die ernsthaften Anliegen, die an ihn herangetragen würden, zunächst einmal  positiv annehmen und prüfen. „ Wir sollten nicht bürokratische Hürden aufbauen und die Menschen damit abschrecken. Es ist auch nicht Aufgabe des Bürgermeisters und der Stadt, das Bedürfnis eines Unternehmens oder die wirtschaftliche Rentabilität zu beurteilen, vielmehr ist es Aufgabe der Stadt,  die nötigen Rahmenbedingungen für eine anstehende Investition zu schaffen“, sagt der Ortsvorsitzende.

 Pierre Horrolt (34) ist der Vorsitzende der Gunzenhäuser FDP. Er kandidiert für den Stadtrat auf Platz 2.

Playmobil seit 40 Jahren

147 neue Spielideen im Jubiläumsjahr

70 Prozent der Spielwaren werden heutzutage in Asien gefertigt. Da ist es gut, dass es noch verantwortungsvolle und patriotische Unternehmer wie Horst Brandstätter, dem Alleininhaber von „playmobil“, gibt. Er lässt seine Spielfiguren (jede Sekunde erblicken 3,2 von ihnen das Licht der Welt, dagegenPlay Luxusvilla wächst die Weltbevölkerung nur um 2,6 Menschen pro Sekunde) zwar auch nicht mehr in Deutschland produzieren, aber immerhin im EU-Ausland, nämlich auf Malta. Weitere Werke sind in Dietenhofen (Kreis Ansbach/1527 Mitarbeiter produzieren pro Tag 10 Millionen Spitzteile und packen 65000 blaue Packungen) und Selb (Oberfranken), in Tschechien und Spanien.

40 Jahre gibt es die 7,5 Zentimeter hohen Figuren schon. Seither haben 2,7 Milliarden den Weg in die Spielzimmer der Kinder gefunden. Aneinandergereiht würden sie Hand in Hand 3,4 Mal um den Äquator reichen. Während 1972 alle Figuren die gleiche Zackenfrisur hatten gibt es heute allein 374 Figurenvarianten und  839 verschiedene Gesichter. Im aktuellen Sortiment von „playmobil“ sind etwa 25000 Einzelteile. Sie stehen unter urheberrechtlichem Schutz als „geschaffenes Werk der Kunst“. Und weil heuer das 40-jährige Jubiläum ansteht, gibt es eine Ausstellung im Spielzeugmuseum Nürnberg („Die Welt im Spiel ­– 40 Jahre  Playmobil“) vom 10. April bis 19. Oktober sowie eine Geburtstagsparty im Funpark in Zirndorf (Sontag, 13. Juli).

Nach Lego und Mattel ist Playmobil auf dem deutschen Spielwarenmarkt die Nummer 3. Das Produkt hat einen Marktanteil von 7,5 Prozent.  Die Zirndorfer können zufrieden sein, denn 2013 hat der Verkauf in Deutschland um 2,3 Prozent zugelegt, während die Branche allgemein nur um ein Prozent gewachsen ist.  Die Produkte werden zu 72 Prozent auf den Auslandsmärkten verkauft. Der Gesamtumsatz der Brandstätter-Gruppe (dazu zählen auch die Marken „Lechuza“-Pflanzgefäße und der FunPark Zirndorf) kletterte um 3,5 Prozent auf 612 Milllionen Euro an.  Dem Unternehmen gehören derzeit 4069 Mitarbeiter an, davon 2303 in Deutschland. Zu den Investitionsschwerpunkten gehört heuer das neue Logisstikzentrum in Herrieden, das im Juli fertig werden soll.

2014 wartet Playmobil mit 147 neuen Spielideen auf. Sie wurden kürzlich auf der Nürnberger Spielwarenmesse präsentiert. Dazu gehört diese „Moderne Luxusvilla“, die ab 11. Juli in den Geschäften zu kaufen ist.

Bei Sicherheitshelmen gibt es große Unterschiede bei der Qualität

Radsport-Gruber und ADAC: Der teuerste muss nicht zugleich der beste Helm sein

Guter Kopfschutz für Fahrradfahrer muss nicht teuer sein: Sichere Helme gibt es, wie der ADAC-Test gezeigt hat, bereits ab 20 Euro. Verbesserungsfähig sind noch Handhabung sowie die Erkennbarkeit im Dunklen. Zur individuellen Beurteilung des unbeschwerten Tragekomforts können die Tester den Käufern von Helmen freilich nur zur Anprobe – am besten im Fachhandel – raten. Das bestätigen auch Erika und Fahrrad Gruber-006Herbert Gruber, die Chefs von „Radsport Gruber“ in Gunzenhausen, einem der führenden Häuser in Mittelfranken. Wer im Fränkischen Seenland auf einem Fahrrad sitzt, der hockt vielfach auf einem Sattel, den ihm die Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer Mittelfranken verkauft hat.

Harte Schale mit weichem Kern – auf den ersten Blick sehen alle Fahrradhelme in ihrem konstruktiven Aufbau sehr ähnlich aus. Beim Preis zeigen sich schon deutlichere Unterschiede: Zwischen 20 Euro (Prophete) und beachtlichen 109 Euro (Lazer) kosten beispielsweise die für den Test ausgewählten zehn Fahrradhelme für Erwachsene, die unsere Tester repräsentativ aus den aktuellen Sortimenten des Fachhandels und der Discounter anonym im Februar 2009 eingekauft haben.

Sigrid Niesta-Weiser, Vorsitzende der Gebietsverkehrswacht Gunzenhausen und FDP-Stadträtin, rät den Radler zu mehr Sicherheit: „Das Geld für einen Fahrradhelm ist in jedem Fall gut angelegt.“  Sie verweist auf die Statistik, wonach im Jahr 2007 immerhin über 79 000 Radfahrer verunglückten, 15 000 schwer und 425 sogar tödlich. Was nicht sein muss: Nach einer Studie (Emnid) ließen sich mit aufgesetzter Schutzschale nahezu alle Kopfverletzungen vermeiden.

Doch gilt das auch bei Billighelmen? Überraschende Erkenntnis: Fast alle Fahrradhelme erreichten in der Gesamtwertung das ADAC-Urteil »gut«, lediglich ein Kopfschutz wurde mit »befriedigend« bewertet. Gemeinsam ist dabei allen, dass sie ein hohes Maß an Sicherheit bieten. Erst beim Thema Handhabung trennt sich die Spreu vom Weizen. Außerdem haben fast alle Helme Defizite bei den Reflektoren.

So auch der nicht gerade preiswerte Scott Karma (etwa 100 Euro). Er  landet mit Note 2,6 (befriedigend) auf dem letzten Platz. Mit 370 Gramm wiegt er relativ viel (der leichteste Testhelm bringt nur 255 Gramm auf die Waage), bei der Einstellbarkeit und den Trageeigenschaften fällt er gegenüber der Konkurrenz deutlich zurück. Außerdem ist das Kopfband im Helminneren so lang, dass der Helm bei einem von drei Versuchen trotz Verschluss vom Prüfkopf abgestreift wurde.

Eine Besonderheit bietet Lazer mit dem Modell O2 RD: Das Kopfband lässt sich so unkompliziert verstellen, dass der Helm angenehm an die Kopfgröße und den persönlichen Tragekomfort angepasst werden kann. Am Beispiel des Bell Citi ist erkennbar, wie vorbildlich ein Helm rundum mit Reflexionsfolien ausgestattet sein kann. Leider bietet auch Bell diese löbliche Ausstattung nicht bei allen Helmfarben, wie bei unserem orangefarbenen Testmodell. Eine pfiffige Lösung präsentiert KED:

Der Helm ist mit einem Blinklicht ausgestattet. Das kostet ab und zu zwar ein paar Batterien und ersetzt natürlich nicht die Fahrradbeleuchtung – aber der Träger ist bei Dunkelheit noch besser zu erkennen.

Unser Foto: Verkehrswacht-Vorsitzende und FDP-Stadträtin Sigrid Niesta-Weiser beim „ultimativen Test“ mit Erika Gruber und ihrer Tochter Gaby Bayerlein.

Zu dumm für eine Lehrstelle?

 Gedanken von Peter Hahne zum Zustand unserer Gesellschaft

Sind unsere Schüler zu dumm für eine Lehrstelle? Das fragt Peter Hahne, der bekannte TV-Journalist und bekennende Evangelist in seinem Buch „Was wirklich zählt“.  Es ist 2011 im Ullstein-Verlag erschienen und enthält lesenswerte Kurzgeschichten. Eine davon möchte ich im „Falk-Report“ den Lesern nicht vorenthalten.

„Da läuft doch was schief, wenn wir Schulen in Afghanistan bauen und uns um die Bildung in der Dritten Welt sorgen, aber ich kaum noch einen halbwegs fähigenHahne 3872x2592.29 Lehrling finde.“ Der Malermeister, der mir vor Monaten sein Leid klagte, hat nicht übertrieben. Aus einem Berufsbildungsbericht geht hervor, dass 15 Prozent der angebotenen Lehrstellen „wegen mangelndem Leistungsvermögen und unzureichender schulischer Qualifikation“ nicht besetzt werden können. 47,3 Prozent der Jugendlichen brauchen zwischen Schule und Lehre einen „Grundbildungskurs“. Auf den Punkt gebracht: Fast die Hälfte der jungen Bewerber sind zu dumm für eine Lehre, weil sie in der Schule und zu Hause nicht genug gelernt haben.

Dabei geht es um das, was man Allgemeinwissen nennt. Der Meister, der einen Koch oder einen Bäcker ausbildet, muss erwarten können, dass der ein Rezept lesen kann und weiß, was ein Gramm, ein Pfund oder ein Viertelliter ist. Ein Malerlehrling, der je ein Drittel Farbe anmischen soll, muss solche Berechnungen beherrschen. Doch selbst in den beliebten Quizrunden von Pilawa oder Jauch bleiben viele an einfachsten Fragen hängen. Unlängst wusste ein Pärchen mit Abitur nicht, wie viel Gramm ein halbes Pfund Butter hat.

Vieler junge Leute können in Stümmelsprache simsen und chatten, aber keine ganzen Sätze schreiben oder ein Buch lesen. Die Berliner IHK beklagt Defizite bei der Erziehung und der Allgemeinbildung: „Den Bewerben fehlt es an sozialer Kompetenz wie Pünktlichkeit und Ordnung, ohne die eine Lehre nun mal nicht funktionieren kann.“

Wenn deutsche Politiker „Bildung made in Germany“ zum Exportschlager hochjubeln und ständig von „Bildung für alle“ schwafeln, unsere Schulen jedoch verkommen lassen, läuft etwas gehörig falsch im „Entwicklungs-)Land der Dichter und Denker.

Es sind ja unsere Kinder, denen wir die Chance auf Ausbildung rauben. Sie können wir nicht auf die Anklagebank setzen, noch nicht einmal nur die Lehrer, denn jede Elterngeneration hat bekanntlich die Kinder, die sie verdient. Und für die Großeltern wird’s mal ganz schlimm. Wenn bald immer weniger Junge für immer mehr Alte sorgen müssen, von denen ein Großteil jedoch nicht ausbildungsfähig ist, gibt es für sie keinen schönen Lebensabend. Sondern nur stockfinstere Nacht.

Das Buch des Bestsellerautors, dem der Herausgeber seit Jahren in kollegialer Freundschaft verbunden ist, kann im Buchhandel für 9,99 Euro bezogen werden (ISBN 978-3-548-37420-8).

Der Zenngrund und seine Mühlen

Mühlen-Standardwerk von Dr. Wolfgang Mück erschienen

Im Zenngrund sind heute nur mehr ganz wenige Mühlen im Betrieb. Die meisten von ihnen haben ihre Existenz in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgegeben. Die TechnisierungZenngrund hat ihnen den Garaus gemacht. Auch wenn sie heute kein Getreide mehr mahlen, kein Holz mehr sägen, keine Ölfrüchte und auch keine Steine mehr zerkleinern, Metalle, Leder oder Stoffe bearbeiten, so sind sie doch noch weitgehend als Baudenkmäler erhalten geblieben. Sie charakterisieren die Landschaft an der Aisch, der Aurach und der Zenn.

Dr. Wolfgang Mück hat sich in zehn Jahren Forschungsarbeit um die Mühlen in „Frankens gemütlicher Ecke“ verdient gemacht. Er hat alles zusammengetragen und daraus einen 660 Seiten starken und repräsentativ aufgemachten Band gemacht, der den Titel „Müller und Mühlen im Zenngrund“ trägt. Der Historische Verein für Mittelfranken hat ihn jetzt im Selbstverlag (Reihe „Mittelfränkische Studien“) herausgebracht.

Der heute 75-jährige Autor lebt seit 2011 in Berlin. Zuvor war er seit 1946 im Aischgrund. Er engagierte sich vielseitig, auch politisch. Der Gymnasiallehrer gehörte von 1978-1990 dem Stadtrat von Neustadt/Aisch an, war von 1990-2002 Bürgermeister der Stadt und auch stellvertretender Landrat.

„Die heutigen Besitzer wissen nicht mehr viel über die Mühlen“, musste er bei seinen Recherchen erkennen. Und doch ist es ihm in vielen Jahren des Forschens gelungen, ein umfassendes Werk über die Mühlen zu schaffen. Er widmet sich in mehreren Kapiteln den Wasserbauten, den baulichen Besonderheiten, der Historie, der wirtschaftlichen Bedeutung, dem Berufsbild des Müllers, seiner gesellschaftlichen Stellung und auch dem Brauchtum. Umfassend stellt er an die 70 Mühlen vor.

In Deutschland gibt es heute noch rund 550 aktive Mühlen, in Bayern 77. Von denen, die bis heute als Sägewerke überlebt haben, liefern zehn Strom.

Ihre wirtschaftliche Bedeutung, die sie vom Mittelalter an bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hatten, haben sie aber verloren.  Den letzten Drücker hat ihnen wohl das Mühlen-Stilllegungsprogramm von 1957 gegeben, das für viele Müller das Signal zum Aufhören war. Immerhin sind viele der historischen Gebäude an den Ortsrändern alter Dorfkerne noch erhalten geblieben.

„Müller und Mühlen im Zenngrund“ von Dr. Wolfgang Mück, 660 Seiten, Selbstverlag des Historischen Vereins für Mittelfranken, 44,80 Euro, ISBN 978-3-87707-908-9.

 

Flächendeckend Tempo 30: Entgegnung der Grünen

Stellungnahme zum Artikel des „Altmühl-Bote „Unsinn von Grünen“ vom 29. Januar 2014

Stadtratskandidaten der FDP outen sich mit  Auslassungen gegen eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 als kategorische Ablehner  einer zeitgemäßen Verkehrspolitik. Noch immer sehen sie den Straßenverkehr durch die alleinseligmachende Brille des Autofahrers. Doch der Straßenverkehr besteht nicht nur aus Autofahrern, sondern auch und vor allem aus Fußgängern, Radfahrern und Menschen, die eines besonderen Schutzes bedürfen wie Kinder, Menschen mit Behinderung, Senioren.

Tatsache ist, dass bei Tempo 30 sich deutlich weniger Unfälle  ereignen. Eine Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften auf 30 km/h ist keine willkürliche Gängelung von Autofahrern, wie die FDP suggerieren will, sondern eine vernünftige und sinnvolle Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für FußgängerInnen  und RadfahrerInnen, aber auch für motorisierte Verkehrsteilnehmer. So sank z.B. in der Stadt München die Anzahl der Unfälle mit Personenschäden um 62% und die Anzahl der Schwerverletzten sogar um 72%. Ähnliche Auswirkungen von Tempo 30 finden sich in vielen Städten Europas.

Verkehrslärm belastet und macht krank. Tempo 30 senkt den Lärmpegel des Straßenverkehrs um die Hälfte. 50 Autos, die mit Tempo 50 unterwegs sind, sind ebenso laut wie 100 Autos, die Tempo 30 fahren. Tempo 30 – für mehr Ruhe im Straßenverkehr und für die AnwohnerInnen ist unser Anliegen.

Wir sind gerne unterwegs in unserer Stadt. Aber dort wo nach wie vor Tempo 50 gilt ist es laut und hektisch. Tempo 30 entspannt die Situation. Wir können Straßen besser queren. Wir stehen weniger im Stau. Der Verkehr fließt gleichmäßiger. Wir wollen Unfällen vorbeugen mit Tempo 30. Denn da,  wo das Fahrzeug bei Tempo 30 längst steht, fährt das Auto bei Tempo 50 noch. Tempo 30 bringt für alle Verkehrsteilnehmer mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Im Übrigen sind wir mit unserer Forderung nicht allein auf weiter Flur. Auch der Deutsche Städtetag, grünem Denken sicherlich unverdächtig,  macht sich  für eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 stark.

In Großbritannien sammeln die ersten Kommunen seit einigen Jahren Erfahrung mit großflächigem Tempo 20, dem britischen Pendant zu Tempo 30 in Deutschland. In Portsmouth , einer Hafenstadt an der Südküste, gilt etwa seit 2008 auf fast allen Straßen 20 miles per hour , das entspricht 32 Kilometer pro Stunde. Auch Stadtteile von Bristol , Newcastle und sogar London führten das Langsamfahren ein.

Zu welchen Erkenntnissen gelangten die britischen Städte? Auch großflächige Tempo-30-Bereiche verlängern die durchschnittlichen Fahrzeiten nur um 40 Sekunden. Gemeinsames Langsamfahren verbessert den Verkehrsfluss, zeigen Untersuchungen des britischen Verkehrsministeriums . Die Abstände zwischen den Fahrzeugen würden geringer. Dadurch werde der verfügbare Straßenraum effizienter genutzt, erklären Experten.

Als Ende der 1980er Jahre der Ortsverband der Grünen ein Verkehrskonzept mit Tempo 30-Zonen, Radwegen und einer Stadtbuslinie für die Stadt Gunzenhausen der Öffentlichkeit vorlegte, hieß es sinngemäß im „Altmühl-Bote“, dass Gunzenhausen nicht in Holland liege und die Gunzenhäuser Grünen mit ihren utopischen Vorstellungen völlig daneben lägen. Nun, einige Jahre später wurde unser Verkehrskonzept nahezu identisch umgesetzt.

Wir verstehen es als billige Polemik, uns Bündnisgrünen das Mäntelchen der Verbots- und Gängelungspartei umzuhängen.  Wir Bündnisgrünen streiten für eine Stadt für alle, für eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Nicht Gängelung der Autofahrer ist unser Anliegen, sondern wir wollen mehr Sicherheit für die Schwachen im Straßenverkehr, wollen mehr Lebensqualität in der Stadt.

Peter Schnell, Fraktionssprecher, und  Christoph Mötsch, Ortsvorsitzender der Grünen

 

„Slow Food“ bei Gentner in Spielberg

 Auszeichnung für den fränkischen Landgasthof

Ja, es gibt „Leuchttürme“ in der Seenlandregion. Jedenfalls gastronomischer Hinsicht. Zu ihnen zählt zweifellos der Landgasthof Gentner in Spielberg.  Die Freunde des guten Geschmacks werden von Küchenchef Oliver Marschall verwöhnt. Und für den guten Service ist die Chefin höchstpersönlichGentner Slowfood zuständig: Walburga Gentner.  Was die Gäste „beim Gentner“ schätzen? Das geschmackvolle Ambiente des ehemaligen Brauereigasthofes, die architektonische Originalität des denkmalgeschützten  Hauses, die gastronomische Philosophie, die sich in natürlicher Freundlichkeit äußert, weil nichts „überkandidelt“ ist. Es ist ein Wohlfühlrahmen, den der Gast empfindet, sobald er das Haus betritt.

Der ehemalige Brauereigasthof gehört nicht zuletzt zu den Wirtshäusern in Bayern, die „Genuss mit Geschichte“ versprechen. So ist auch ein Buch betitelt, das von der Einkehr in bayerischen Denkmälern schreibt. Vorgestellt werden darin 50 Gasthäuser, die sich durch ihr Interieur auszeichnen. Ausgesucht haben die Wirtshäuser mit Lokalkolorit Dr. Karlheinz Hemmeter und Sabine Tönnies vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

Von „Küchenkunst mit fränkischem Esprit“ schreibt Dr. Martin Wölzmüller, der Geschäftsführer der des Landesvereins für Heimatpflege in Bayern. Dieses Urteil bestätigt auch  „Slow Food Deutschland“, in dessen neuem Genussführer das Haus als eines von neun der Conviviums-Region Nürnberg aufgenommen wurde. Die Jury betont: „Der Küchenchef verzichtet auf Aromastoffe und Genussverstärker.“

In den Wintermonaten hat der Gasthof von Donnerstag bis Sonntag (11.30 bis 14 Uhr und 17.30 bis 21 Uhr) geöffnet, ab 1. April sind Montag und Dienstag Ruhetage. Telefonische Vorbestellung  ist ratsam (09833/988930). Im Internet (gasthof-gentner.de)  stellt sich das Haus auf ansprechende Weise vor.

Der nächste Event ist das WHISKY – MENÜ am Freitag, 21. Februar, um 19.30 Uhr mit dem Titel “Whisky is Sunlight – held together by Water Das ist ein “Gemeinschaftsprojekt  des Gasthofs Gentner und Katja Mohrloks, der Inhaberin der ,SEUN‘-Goldschmiedewerkstatt und Whisky-Liebhaberin aus Weißenburg. Walburga Gentner schwärmt schon jetzt: „ Wir reisen gemeinsam durch die schottischen Whisky-Regionen.“  Vier  unterschiedliche „Single Malt“-Whiskies werden verkostet.  Und ist die Insel mit allen Sinnen zu erleben. Die Whiskies werden ein feines Menü nicht nur begleiten, sondern auf besondere Weise mit den Speisen korrespondieren.

Vorschau: am 25. Mai ist die Landesbühne Oberfranken zu Gast. Serviert wird eine oberfränkische Kriminalkomödie.  Am 29. Mai („Vatertag“) sind beim Frühschoppen traditionell die „Weißenburger Dixie Stompers“ zu Gast. Im Rahmen des „Fränkischen Sommers“ ist am 17. Juli eine „literarisch-musikalische Verführung“ im Zeichen des Rückert-Jahrs angesagt (19.30 Uhr).

Das Bild zeigt Walburga und Maria Gentner-Braun, die beiden Schwestern, mit Gerhard Tremel von der Genussführer-Kommission, der ihnen mit der Urkunde den Eintrag in den Genussführer bestätigt.

Der Witz der Woche

Fragt ein katholischer Pfarrer seinen Kollegen: „Glaubst Du, wir leben noch, wenn der Zölibat abgeschafft wird?“
Die ehrliche Antwort des geistlichen Bruders: „Wir nicht, aber unsere Kinder.“

Und hier noch einer:

Ein Apotheker freut sich, im Januar den Kunden wiederzusehen, dem er vor Weihnachten eine Schlammpackung verkauft hatte. „Hat’s geholfen? Ist Ihre Frau davon schöner geworden?“ „Ja, zunächst schon“ antwortet der Mann etwas zögerlich, „ aber mit der Zeit ist alles wieder abgebröckelt.“

 Diethelm Schoen ist der Grandsigneur der FDP in Gunzenhausen. Der langjährige Studiendirektor am Simon-Marius-Gymnasium gehörte 41 Jahre dem Stadtrat an und gilt als der „Kulturpapst“ der Stadt.  Als Historiker ist er ein kenntnisreicher  Mann, aber er hat auch die Gabe eines vorzüglichen Witze-Erzählers.

Als selbstbewusste Franken leben!

 Kulturelles Selbstverständnis wird demonstriert

Überlieferte Trachtenformen zeitgemäß gestalten, so dass sie von Frauen und Männern, die in der fränkischen Tradition leben, gern getragen werden – das ist der Trachtenforschungs- und Beratungsstelle Mittelfranken gut gelungen.  Es hat zwar lange gedauert bis die „moderne“ fränkische TrachtTracht-004 konzipiert war, aber das Ergebnis kann alle zufrieden stellen. Immer mehr Frauen und Männer lassen sich eine fränkische Tracht schneidern.

Der Grundgedanke von“ Pro Tracht“, einem Projekt des Bezirks Mittelfranken,  ist es, durch moderne tragbare Trachten das Regionalbewusstsein sichtbar zu stärken.  Die Leiterin Evelyn Gillmeister-Geisenhof aus Weißenburg-Heuberg weiß: Eine zeitgemäße tragbare Tracht führt zu einem „individuellen“ identitätsstiftenden Gemeinschaftsgefühl und ist gleichzeitig eine indirekte Werbung für die Region mit ihren Angeboten für den Tourismus, die Gastronomie, die einzigartigen Sehenswürdigkeiten, etc.. Moderne Trachten stellen in unserer heutigen Zeit weit mehr als ein kulturelles Beiwerk dar. Mit den neuen Trachten möchten wir das kulturelle Selbstverständnis unserer Lebenswelt artikulieren.

Das Projekt „Pro Tracht“ nimmt den Zeitgeist auf und setzt die Modeerscheinungen besonders auch der Jugendbewegung an traditionellen Festen in regionale Kleidung mit überlieferten Merkmalen um. Pro Tracht ist keine Trachtenmode, sondern eine modische Tracht für eine neue fränkische Identität.

Die Trachten von „Pro Tracht“ werden in einer Art Maßkonfektion in fränkischen Schneiderwerkstätten gefertigt .Pro Tracht ist keine Trachtenmode, sondern eine modische Tracht für eine neue fränkische Identität.Sie  kann in folgenden Werkstätten angeschaut und bestellt werden:

Trachten-Benkert, Gutenbergstraße 3, 97289 Thüngen, Telefon 09360-239, E-Mail: info@trachten-benkert.de (Herren);  Berufsbildungswerk Nürnberg für Hör- und Sprachgeschädigte, Pommernstraße 25, 90451 Nürnberg, Tel.: 0911-6414-0, bbw-nbg@bezirk-mittelfranken.de;„Kleiderstolz“, Eschenweg 3, 91744 Weiltingen, Tel.: 09853-387017, kleiderstolz@gmx.de; Regens Wagner ( Textile Werkstätten) in Zell A9,91161 Hilpoltstein, Tel.: 09177-97370, E-Mail: stickerei-zell@regens-wagner.de.

 Foto nebenan: Sie tragen gern ihre fränkische Tracht, gefertigt von Trachten-Benkert in Thüngen: Klaus Winter (rechts), der frühere Kommandeur der Hahnenkamm-Kaserne in Heidenheim, und Werner Falk, der Herausgeber des „Falk-Reports“.