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Läuferfest im Altmühltal

Altmühltrail mit 700 Teilnehmern aus ganz Deutschland

Der Altmühltrail in Dollnstein war mit 700 Trailrunnern und Wanderfreunden aus ganz Deutschland auch im Jahr 2022 ausgebucht. Johannes Weizinger und Lisa Helm gewannen die Langstrecke.   Der Altmühltrail in Dollnstein hat sich längst zu einer festen Größe im deutschen Trailrunning-Sport entwickelt. Seit 2015 stellt der Event, der traditionell im Oktober stattfindet, nicht nur läuferische Herausforderungen.

Schon die Online-Anmeldung im Frühjahr ist eine Hürde. Da die Genehmigungsbehörden im Landkreis Eichstätt nur maximal 700 Starter erlauben, es aber deutlich mehr Interessenten gibt, ist Schnelligkeit bei der Anmeldung gefragt. Das Online-Meldefenster ist nur wenige Minuten geöffnet, und nur die Schnellsten an der Tastatur sichern sich einen Startplatz.  

Der Markt Dollnstein begrüßte dieses Jahr die Starter mit Kaiserwetter und einer traumhaften Streckenführung durch das herbstlich bunte Altmühltal. Die jüngste Starterin mit gerade einmal drei Jahren durfte zusammen mit ihren Eltern und über 80 anderen Kindern bis zum Alter von 12 Jahren schon am frühen Morgen ran. Streckenchef Ludwig Bittl hatte mit viel Liebe zum Detail einen ca. 300 Meter langen Hindernisparcours am Dollnsteiner Sportplatz aufgebaut, den der Trailrunner-Nachwuchs begeistert absolvierte. Da es bei diesem Wettbewerb traditionell nur Sieger gibt, strahlten die kleinen Finisher im Ziel um die Wette.  

Ernsthafter aber genauso gut gelaunt ging es dann ab dem späten Vormittag zur Sache. Die beiden Lauf- und Wanderstrecken mit 27 km Länge und 680 Höhenmetern bzw. 10 km und 230 Höhenmetern boten den Teilnehmern das volle Programm einer Naturstrecken- Veranstaltung. Entlang der eindrucksvollen Felsformationen, die das Altmühltal prägen, über den Skulpturenpark von Alf Lechner in Obereichstätt bis zum fast schon alpinen Abschnitt am legendären Burgsteinfelsen war alles dabei.   Wie immer hatten die Macher des Altmühltrails, die OAI e.V., die DJK Dollnstein und Sportpromoter BABOONS, auch für diejenigen gesorgt, die den Altmühltrail vor allem kulinarisch genießen möchten. Die Hofmühlbrauerei aus Eichstätt, langjähriger Partner der Veranstaltung, servierte Freibier. Dazu standen traditionelle Brotzeiten und Gebäck von regionalen Anbietern kostenlos für die Teilnehmer an den Genussstationen parat.   Altmühltrail Orgaleiterin Katja Kunerth: „Wir freuen uns, dass der Altmühltrail in diesem Jahr bei gebotener Vorsicht wieder ganz ohne Einschränkungen stattfinden durfte. Glücklicherweise hat es auch der Wettergott gut gemeint mit uns und die Regenschleusen am frühen Morgen geschlossen. So konnten die Läufer und Wanderer auch die komplette Strecke mit all ihren Bergauf- und Bergabpassagen unter die Sohlen nehmen und die tollen Eindrücke des in herbstlichen Mantel gehüllten Altmühltals auf sich wirken lassen. Das eingespielte Team der DJK Dollnstein ist immer wieder aufs Neue der Garant für den reibungslosen Ablauf. Neben der DJK gilt unser Dank ganz besonders den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und Sponsoren, denn ohne sie wäre dieses familiäre Laufhighlight, das aus der Region nicht mehr wegzudenken ist,nicht machbar.“

OAI-Präsident Hubert Stanka: „Wir freuen uns, dass alles reibungslos ablief und es am Ende wieder große Zustimmung für die Veranstaltung ab. Die vielen positiven Kommentare in den sozialen Medien belegen, wie beliebt dieser Lauf ist. Der Altmühltrail ist eine tolle Werbung für unsere schöne Heimat und verbindet Sport, Natur und Kultur einmalig. Wir glauben, dass dieser Lauf ein schönes Aushängeschild für den Naturpark Altmühltal ist.“  

Bei den Herren wurde bis zum Zieleinlauf um die Podiumsplätze gekämpft. Der Langstreckensieger aus 2019 und 2021, Lokalmatador Johannes Weizinger (Dynafit Trialheros), dominierte beim Altmühltrail erneut und gewann dieses Jahr mit einer Laufzeit von 1:55 Stunden, allerdings knapp. Nur sechs Sekunden später überquerte Dominik Mages vom SV Bergdorf-Höhn die Ziellinie. Weitere 15 Sekunden dahinter und damit Drittplatzierter wurde Matthias Wabra aus Bad Abbach.   Bei den Damen dominierte Lisa Helm aus Nürnberg (Muddy Fox Running Rocks e. V.), im Vorjahr noch Dritte, mit einer Zeit von 2:19 Stunden deutlich das Geschehen. Lokalmatadorin Theresa Griesbach von der LG Warching kam mit 2:24 Stunden auf Platz zwei in der Damen Langstreckenwertung. Judi Hess vom TSV Gaimersheim belegte Rang drei mit rund 10 Minuten Rückstand auf die Siegerin.

Die 10 Kilometer-Distanz bei den Männern gewann der Neumarkter Markus Bergler mit einer Laufzeit von 41 Minuten. Bei den Damen siegte, wie schon im Vorjahr, Nicole Maderer vom CIS Amberg mit einer Zeit von knapp über 50 Minuten.   Direkt vor der riesigen LED-Leinwand mit den Ergebnislisten und ersten Bildern des Events moderierte Streckensprecher Klaus Benz im Anschluss die Siegerehrung und überreichte den Gewinnern die Pokale.  

Als besonderen Gast konnte Bastian Schöner, der bei Sportpromoter BABOONS zukünftig die Rennveranstaltungen mit verantwortet, auch Christina Langer begrüßen. Sie ist  in Garmisch-Partenkirchen zuständig für den Bereich Desitinationsentwicklung. Langer machte sich beim Altmühltrail ein Bild vor Ort, denn am 29. April 2023 wird dort das legendäre Olympia-Skistadion erstmals Start und Ziel des neugeschaffenen GaPaTrails werden – eine Trailrun-Veranstaltung, bei der BABOONS und die OAI e.V. ebenfalls die Gesamtorganisation in den Händen hält.   Der Altmühltrail in Dollnstein steht im Jahr 2023 am 21. Oktober wieder im Laufkalender der bundesdeutschen Trailrun-Community. Die Anmeldung öffnet traditionell wieder am Rosenmontag und wird nach den Erfahrungen der letzen Jahre nur kurze Zeit geöffnet sein.   Alle Ergebnisse, Berichte und Teilnehmerfotos sind auf der Homepage www.altmuehltrail.de sowie den Social-Media-Kanälen zu finden.

Gunzenhäuser Theaterspielzeit

12. November: Schwiegermutter und andere Bosheiten

Eine Szene aus der Komödie, die es am 12. November zu sehen gibt. Foto: Michael von Au

Schwiegermütter genießen nicht immer den besten Ruf, manch einer redet hinter vorgehaltener Hand sogar von fiesen Schwiegermonstern. Gerda aus dem Theaterstück „Schwiegermutter und andere Bosheiten“ gehört wohl auch in diese Kategorie, denn sie liebt es zu intrigieren und ihre Familie mit allerlei Bosheiten auf Trapp zu halten. Bernhard, Henrike, Claudine und Uwe bleibt ja gar nichts anderes übrig, als im Gefühlschaos unterzugehen und konfuse Entscheidungen zu treffen. Ob die Beziehungen das überstehen werden? Finden Sie es heraus und besuchen Sie am Samstag, den 12. November 2022, die Komödie „Schwiegermutter und andere Bosheiten“ in der Stadthalle Gunzenhausen.

Henrike und Bernhard sind glücklich verheiratet. Zumindest scheint es so, denn in einer Beziehung stellt sich schnell mal die Langeweile ein. Claudine dagegen will erst heiraten, und zwar den Uwe. Der allerdings bekommt kalte Füße und ist sich gar nicht sicher, ob er sein restliches Leben mit Claudine verbringen möchte. Das kommt Henrikes Mutter Gerda ganz recht, denn als Claudine ihre Freundin Henrike besucht und um Rat fragt, schlägt der Intregantins große Stunde: Mit allerlei Witz und gemeinen Einfällen terrorisiert sie die Gefühlswelt Claudines. Und wenn Gerda schon dabei ist, dann wird auch Henrikes Beziehung zu Bernhard auf den Prüfstand gestellt. Als der dann noch erfährt, dass Uwe früher mal was mit seiner Henrike hatte, ist das Chaos perfekt.   

Das Theaterstück wird am Samstag, 12. November 2022 um 19.30 Uhr gezeigt und wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Informationen und Karten gibt es u.a. beim Kulturamt der Stadt Gunzenhausen, unter Tel. 09831/508 109 oder per E-Mail an kulturamt@gunzenhausen.de. ABOs für die Gunzenhäuser Theaterspielzeit sind ebenfalls über das Kulturbüro erhältlich.

Zuviele Dramen

Vom Zustand einer verunsicherten deutschen Gesellschaft

Werner Falk äußert sich zur gesellschaftlichen Situation in Deutschland angesichts der aktuellen Entwicklung im Zeichen von Corona, der Energiekrise und dem Ukrainekrieg..

Das Leibniz-Institut für Medienforschung hat etwas ermittelt, das Sorge machen muss: Die Hälfte der jungen Erwachsenen hält es nicht für wichtig, sich über aktuelle Ereignisse zu informieren. Für sie sind die verschiedenen Internetformate ausreichend, um sich ihr Weltbild zu formen. Nicht ganz so tragisch verhält es sich bei den älteren Jahrgängen, für die es noch zum Alltag gehört, ihre Nachrichten täglich aus der Zeitung, dem Rundfunk oder dem Fernsehen zu beziehen.

Im politischen Magazin „Liberal“ (4/2022) geht Autor Michael Hirz der Frage nach, was die Krisen-Schlagzeilen der letzten Jahre und Monate mit den Menschen machen. Der Atomreaktorunfall von Fukushima, die Energiewende, der Klimawandel, Corona, der Ukrainekrieg und die höchste Inflationsrate von fast zehn Prozent in Deutschland nach dem Krieg stürmen in täglichen Schlagzeilen auf Leser, Hörer und Seher ein. Die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts registrieren, dass sich vor allem die Jüngeren abwenden, nicht mehr zur Wahl gehen oder – auch das gibt es – rechtsradikale Formate bevorzugen. Die Medien spiegeln das Geschehen ab, aber sie stehen auch in der Kritik, zuviel Alarmismus zu betreiben.

Michael Hirz beschreibt die Situation so, wie ich sie auch sehe: „Klar ist, dass ständiger Alarmismus nervt. Der gelegentlich entfesselte Überbietungswettbewerb mancher Medien in Sachen Dramatik entwertet Journalismus, verunsichert und hinterlässt ein überreiztes Publikum, das sich irgendwann erschöpft abwendet. Am Beispiel der Corona-Berichterstattung lässt sich das geradezu  idealtypisch zeigen. Es gab kaum eine Außenseiterposition, die nicht als schrilles Angebot auf den Markt der Meinungen gebracht wurde. Das diente nicht der Aufklärung, sondern der Quote oder der Auflage – der Kollateralschaden war Verunsicherung. Auch der mediale Umgang mit Putins Angriffskrieg ermüdet, wenn statt Hintergründen und Fakten serielle Tankshows mit immergleichen Gästen und immergleiche Debatten kaum Ernkenntnisgewinn produzieren. Stattdessen stellt sich Über- druss ein, wenn sich der x-te zu Recht unbekannte Stratege zum weiteren Verlauf des Kriegs äußert.“

Es muss nicht allein die mediale Präsenz der großen Politik sein, auch in den regionalen und lokalen Medien setzt sich der Trend fort, das Geschehen am Beispiel von einzelnen Menschen darzustellen.  Der Human Dutch in den Berichten und Reportagen kann dazu führen, dass die großen Zusammenhänge verloren gehen und Einzelschicksale und Einzelmeinungen das Stimmungsbild ergeben.  Beispiel: die Lokalzeitung, die ihre Leser gebeten hatte, zu einem konkreten Thema ihre Vorschläge zu nennen, muss  enttäuscht registrieren, dass kaum solche Beiträge eingingen. Als Ersatz werden dann Einzelstimmen mit sonderbaren Vorschlägen veröffentlicht, die nur auf subjektiven Empfindungen beruhen. Sie haben aber keinerlei repräsentativen Charakter. Das verzerrt aber die objektive Wahrnehmung.

Wir erleben seit dem Frühjahr 2020 die Pandemie mit all ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft.  Corona ist überraschend auf die Menschheit eingeströmt und so ist es verständlich, dass die wirksame Bekämpfung der Krankheit ihre Zeit benötigt hat, um Gegenmaßnahmen zu entwickeln (u.a. Impfstoff). Aber medial ist doch der Eindruck verbreitet worden, die staatlichen Einrichtungen hätten alle versagt.  In jeder Fernsehsendung trat ein selbst ernannter Besserwisser auf – mit wissenschaftlichem Hintergrund oder auch nicht. Ich gehöre zu denen, die jetzt einen Übergang zum normalen Leben für richtig halten. Jeder soll sich schützen, wie er es für geboten hält (Mundschutz). Es gehört zur Lebenswirklichkeit, dass sich im Herbst und Winter die Krankheiten häufen. Wenn sich bei Menschen extreme gesundheitliche Auswirkungen zeigen, dann sind unsere Krankenhäuser gefordert- das war immer so.  Vielfach aber nimmt Corona heute (nach mehreren Impfungen und durchgestandenen Infektionen) einen der Grippe ähnlichen Verlauf.  Immerhin hat die Pandemie dazu geführt, dass die Löhne der Pflegeberufe endlich angehoben wurden und es weitere Bestrebungen gibt, sie attraktiv zu machen. Das war längst überfällig. Angesichts der heutigen Diskussion um staatliche Ausgaben für die Bundeswehr-Vitalisierung (100 Milliarden Euro) und die soziale Abfederung der Auswirkungen der Energiekrise infolge des Ukrainekriegs (200 Milliarden Euro) erscheinen die Ausgaben für die Pflegerinnen und Pfleger an unseren Krankenhäusern geradezu als Peanuts.

„Liberal“ ist das Magazin für die Freiheit. So der vollständige Titel der vierteljährlichen Publikation, die von der Friedrich-Naumann-Stiftung in Berlin herausgegeben wird.  Sie enthält eine große Themenvielfalt, die in kurzen Beiträgen von zum Teil renommierten Autoren behandelt werden. Beiträge aus Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Internationalem wechseln sich ab.

WERNER FALK

„Das Volk will einmal frei athmen“

„villa nostra“ beschäftigt sich mit dem Revolutionsjahr 1848

Die neue Freiheit für die Weißenburger: Jeder durfte auf die Jagd gehen, wenn er für einen Gulden eine Jagdkarte erworben hatte.

Ein halbes Jahrhundert nach der Französischen Revolution (1798) war das Jahr 1848 war für die Veränderung der polititischen Verhältnisse in Deutschland ein markantes Jahr. Es formierten sich die demokratischen Kräfte und der Wille war erkennbar, aus den vielen Fürstentümern und Kleinstaaten ein einheitliches und starkes Deutschland zu schaffen. Das gelang freilich nicht auf Anhieb, aber 1848 war ein guter Ansatz, mehr Freiheiten und Mitbestimmung durchzusetzen. Dafür steht das „Paulskirchenparlament“, der erste Schritt zu einer gesamtdeutschen Republik.

Wie hat sich aber das Revolutionsjahr in Weißenburg ausgewirkt, wie haben sich die Weißenburger verhalten? Max Wagner (29), Sprößling einer alteingesessenen Weißenburger Familie, studierte Geschichte und Politikwissenschaften und absolviert derzeit den Vorbereitungsdienst an der Hochschule für das Archivwesen, der  in drei Jahren die Nachfolge von Rainer Rammerl als Leiter des Stadtarchivs übernehmen soll, veröffentlicht in der neuen Ausgabe von „villa nostra“, den Weißenburger Blättern für Heimatkunde, den Beitrag „Das Volk will einmal frei athmen“ und schildert, wie revolutionär die Reichsstädter waren. Es sei vorweggenommen: Sie hatten wenig Lust, um mehr Freiheit zu kämpfen, sondern gingen lieber auf ihre beliebten Bierkeller.

Der Autor hat die Chronik der Familie Staudinger-Berger herangezogen, um Antworten auf die Fragen zu finden. In ihr sind die Geschehnisse dokumentiert, aber auch in den Magistragsprotokollen  und im Weißenburger Wochenblatt sind Hinweise. Nach den Recherchen des Autors wanderten zwischen 1845 und 1870 mehr als 200 Weißenburger aus, darunter auch der Tagelöhner Mathias Schilfahrt, den die anständigen Bürger loswerden wollten und deshalb für die Überfahrt das Straftäters und Kriminellen Geld sammelten.  Doch die Ausreisebehörden hatten etwas dagegen. Es waren ohnehin die guten Handwerker, die in Zeiten der Nahrungsmittelnot sich  in Amerika  eine bessere Zukunft erhofften.

Der Unmut der Franzosen, der in ihrer so wichtigen Revolution endete,  schwappte auch auf die anderen Länder über. In Bayern hatte König Ludwig I. wegen seiner Affäre mit der spanischen Tänzerin Lola Montez allerhand Ärger am Hals, so dass er abdanken musste.  Der Weißenburger Chronist Staudinger hielt die Stimmung in diesen Zeilen fest: „Überall verlangt man Reform und Entfernung der Minister, den das Volk will einmal frei athmen und in keiner solchen Knechtschaft mehr bleiben“.

Ihr Forderungen, später bekannt geworden unter dem Begriff „Märzforderungen“, artikulierten die Weißenburger Bürger am 15. März 1848 auf einer Versammlung im „Hornauersgarten“ (später Michelsgarten genannt). Es kam zwar nicht zu tumultartigen Erscheinungen, wie beispielsweise in Gunzenhausen, aber die Männer (und „Frauen aus der Unterschicht“). Das gilt vorzugsweise als ein Verdienst des Bürgermeisters Castner.  Den Bürgern ging es vorzugsweise um den Stadtwald.  Ohne große Debatten ging der Magistrat auf die Forderung, was die Waldnutzung betraf.

Es war auch der Wahlmann für das Frankfurter Paulskirchenparlament zu bestimmen. Das geschah auf einer Versammlung von „volljährigen, selbstständigen Staatsangehörigen“ (Frauen waren damals noch nicht zugelassen) in Ellingen. Die Stimmberechtigten kamen aus den Städten und Gemeinden, die heute den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen bilden, Pappenheim und der Jura um Nennslingen fehlten, dafür gehörte Spalt dazu. Eigentlich favorisierte die Versammlung den aus Weißenburg stammenden politischen Publizisten Friedrich Rohmer, aber der war nicht nur ein prominenter Sohn der Stadt, sondern auch zugleich ein recht umstrittener mit gigantischer Selbsteinschätzung, denn er glaubte, er sei  „die größte Persönlichkeit, welche die Menschheit hervorbracht hatte“. Seine exzentrische Art kam nicht gut an. Er wurde als „Messias“ verspottet. Die 128 Wahlmänner entschieden sich für den ranghohen evangelischen Pfarrer Arnold, der später aber zurückzog, so dass der Ersatzmann Prof. Wilhelm Stahl zum Zuge kam, der dem konservativen Zentrum zuzuordnen war. Akademiker genossen in dieser Zeit den Vorrang. 550 der 830 Abgeordneten hatten einen  wissenschaftlichen Hintergrund.

Die Weissenburger Presse  ließ sich trotz der neu gewonnenen Pressefreiheit kaum vernehmbar über die 1948er Revolution aus. „Gleichheit wird erst gefunden, wenn keiner mehr etwas hat“, meinte ein anonymer Schreiber und ergänzte zynisch: „Das ist immerhin ein schöner Trost, in Gesellschaft zu verhungern!“.   Aber es kam doch zu Fortschritten in der Demokratierung.  Im Justizwesen war es die endgültige Gewaltenteilung  von Legislative und Exekutive.  Die Adligen verloren ihre Privilegien und die Schwurgerichte wurden eingerichtet, die „im Namen des Volkes“ urteilten. Die Weißenburger indes durften sich über die Änderung der Laubstreu-Abgabe freuen, so dass jeder Bürger fortan jährlich eine Fuhre Laub erhielt, nur der Rest sollte von der Stadt verkauft werden. Die Jagdrechte im Stadtwald gingen von den Pappenheimer Grafen und Ellinger Fürsten auf die Stadt über, weshalb nun jeder, der Lust zur Jagd hatte, für einen Gulden  eine Jagdkarte erwerben konnte.

WERNER FALK

„villa nostra“, die Weißenburger Blätter für Heimatkunde, Geschichte und Kultur erscheinen dreimal jährlich und werden kostenlos im Rathaus, bei den Banken und in Geschäften abgegeben.

Magische Momente

Laser, Kultur und Kulinarik am 26. August am Brombachsee

Einfach gigantisch ist die Lasershow am Brombachsee. Foto: ZVB / Michael Schwarz

Am 26. August ab 18 Uhr heißt es am Brombachsee endlich wieder: Vor- hang auf für Laser, Kultur und Kulinarik. An insgesamt vier Standorten rund um den See verzaubern die Magischen Momente Groß und Klein mit einer spektakulären Licht- und Lasershow – vom Deck der MS Brombachsee in gigantische Nebelmassen projiziert und
unter einem ganz besonderen Motto. Ballonglühen, Lichtkünstler und Live-Musik sorgen darüber hinaus für Stimmung, dazu gibt es kulinarische Spezialitäten aus aller Welt.
„Zum 5. Jubiläum der Veranstaltung haben wir uns für die Besucher etwas ganz Besonderes ausgedacht“, verspricht Spalts Bürgermeister Udo Weingart, der gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen aus Absberg und Pleinfeld sowie der Erlebnisschifffahrt Brombachsee für die Magischen Momente verantwortlich ist. „Vor zwei Jahren, als die Magischen Momente coronabe- dingt ausfallen mussten, feierte das Fränkische Seenland seinen 50. Jahrestag. Das wollen wir heuer endlich gebührend feiern und die Lasershow für eine kleine Zeitreise nutzen.“ Mit der Musik aus fünf Jahrzehnten und einer farbenprächtigen Show tauchen die Zuschauer ein in die Geschichte des Brombachsees.
Darüber hinaus warten jede Menge Attraktionen auf Urlauber, Einheimische und Tagesausflügler. Denn die Veranstaltung ist so konzipiert, dass man nacheinander vier Eventlocations besuchen kann. „Ein großes, seeübergreifendes Festival“, schwärmt Stefan Frühwald, Bürgermeister der Gemeinde Pleinfeld. „Das ist einzigartig in der Region.“ Beginn ist um 18 Uhr. In Allmannsdorf legen dann „Alexandra Schmied & Team Alpin“ mit urig-fetzigen Hits rund um die Steirische Harmonika los. Die Altrocker von „Converted“ lassen es in Enderndorf krachen und in Absberg wird zum Sixties-Sound von „The Confederates“ gefeiert. Mit Spezialeffekten und einer Lichtshow begeistert die neue Partyband „The Blackhole Showband“ in Ramsberg das Publikum. Und wer Lust hat auf eine Schlagerparty, ist auf der MS Brombachsee genau richtig. DJ „Tom Nose“ macht den Fahrgast-Trimaran zum schwimmenden Dancefloor (Achtung: Ticket-Kontingent ist begrenzt). Dazu wird es zahlreiche Überraschungen rund um das Thema Licht und Magie – vom Jongleur bis hin zum Ballonglühen – geben. Und auch kulinarisch ist jede Menge Abwechslung geboten. Ob Bratwurstsemmel oder Pizza, Crêpes oder Cocktail – für jeden Geschmack ist etwas dabei. In Enderndorf sorgt außerdem ein Foodtruck-Roundup mit Pulled Pork, Healthy Soulfood, süßen Leckereien und mehr für Gaumenfreuden.

Eine atemberaubende Show wird am 26. August am Brombachsee geboten.

Die Lasershow mit noch mehr Power

Kernelement der Magischen Momente ist die atemberaubende Lasershow: Sechs große Laser- Anlagen und eine gigantische Sound-Anlage auf dem Oberdeck des Fahrgast-Trimaran MS Brombachsee verwandeln den Großen Brombachsee in eine zauberhafte Kulisse. Für noch bes- sere Effekte wird heuer erstmals Nebel auch von Land sowie von einem dritten Boot aus produziert. Mit Einbruch der Dunkelheit gegen 21.10 Uhr legt die MS Brombachsee in Allmannsdorf an. Unter dem Motto „50 Jahre Brombachsee“ beginnt dann die gut zwanzigminütige Show und taucht die Zuschauer in ein Meer aus Licht, Musik und Farben. Mehr als 16.8 Millionen Farbnuancen projizieren die sechs Hochleistungs-Laser in den Nachthimmel, dazu erfahren die Zu- schauer auf kurzweilige Art und Weise mehr über die Geschichte des Brombachsees und begeben sich getragen von der Musik der letzten Jahrzehnte auf eine stimmungsvolle Zeitreise. Nach Allmannsdorf (um 21.10 Uhr) ist die Lasershow noch drei weitere Male am Großen Brombachsee zu sehen: Um 22.00 Uhr in Enderndorf, um 22.40 Uhr in Absberg-Seespitz und um 23.30 Uhr in
Ramsberg.

Ein Fest von und für die Region

„Das ganze Event ist für die Besucher komplett kostenfrei“, freut sich Absbergs Bürgermeister Helmut Schmaußer. „Das liegt zum einen an den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, wie den Feuerwehren, zum anderen an der finanziellen Unterstützung durch regionale Unternehmen.“ Und natürlich am Einsatz der veranstaltenden Gemeinden Absberg, Pleinfeld und Spalt. Auf Hel- ferseite neben den Feuerwehren heuer wieder mit von der Partie: Wasserwacht und DLRG. Und auch viele Sponsoren, wie die N-ERGIE Aktiengesellschaft gehören zu den Unterstützern der ersten Stunde. „Die N-ERGIE ist einer der großen Förderer in der Region. Dabei erstreckt sich unser Engage- ment bewusst über alle Sparten von Sport über Bildung und Soziales bis zur Kultur“, erklärt Heiko Linder, Leiter Konzernkommunikation. „Wir wollen dazu beitragen, dass die Region für uns alle lebenswert ist und bleibt. Die Magischen Momente mit ihren bunten Lichteffekten, Live- Musik und kulinarischen Spezialitäten sind ein Anziehungspunkt für viele Besucher*innen von nah und fern – ein Angebot, das wir gerne unterstützen.“ Weitere Förderer sind FRONERI Schöller, die Stadtbrauerei Spalt, Coca Cola, die Firma toolcraft aus Georgensgmünd owie die Reinle Gummi & Kunststoff GmbH aus Pleinfeld. Auch die Sparkasse Mittelfranken-Süd ist wieder mit von der Partie. Hinzu kommen Fürst Carl, die Bäckerei Kleeberger und Henglein.

Parkticket gilt auf allen Parkplätzen

Beginn der Magischen Momente Brombachsee 2022 ist am Freitag, 26. August, um 18 Uhr. Parken kann man rund um den Großen Brombachsee mit nur einem Ticket zum Preis von 4,- Euro je Fahrzeug. Es ist den ganzen Abend und an allen Standorten gültig. So können Besucher jederzeit die Location wechseln und die ganze Bandbreite an Kultur und Kulinarik erleben. Sehr empfehlenswert ist auch eine Tour mit dem Rad entlang der Uferwege. Wer auf der MS Brombachsee mitfahren möchte, kann vorab Karten reservieren unter www.msbrombachsee.com. Das komplette Programm und alle weiteren Informationen zu den Magischen Momenten gibt es nter www.magische-momente-brombachsee.de.

drauf nunder gschaud

Frankens südlichster Landkreis aus der Luft

Diese Ansicht von Gunzenhausens Westen wird in wenigen Monaten Vergangenheit sein, denn hier entsteht im Laufe der Renaturierung der Altmühl die neue Altmühlpromenade. Die hochwassertechnischen Maßnahmen sind rechts von der Lindenallee schon zu erkennen. Fotos: Jotz-Munique

Fotografisch eindrucksvoll umgesetzt und grafisch hochwertig gestaltet präsentiert der Verlag Oliver Heinl auf 296 Seiten über 250 Drohnenaufnahmen. Die Fotografien stammen von Oliver Heinl und Harald Jotz-Munique. Die Grafikerin und Autorin Nicole Leopold hat auf der Suche nach Geschichten hinter den Fotografien viel Informatives, Unterhaltsames und Amüsantes entdeckt. Sie hat die Fotografien in ein hochwertiges Buchlayout gepackt und begleitet die fotografische Flugreise mit ihren Texten. Gedruckt wurde das Buch von der Druckerei Emmy Riedel in Gunzenhausen.

Unser Landkreisbuch sollte ursprünglich im Herbst 2020 erscheinen, es ist also nicht als Jubiläumsbuch konzipiert. Die Pandemie hat uns ausgebremst, aber auch dazu beigetragen, dass wir unser Buch beim Hoffest anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen“ am 24. Juli in Weißenburg erfolgreich präsentieren konnten. So ist der Landkreis im Jubiläumsjahr doch noch zu einem umfangreichen Bildband gekommen, der seiner Attraktivität und Vielfalt gerecht wird. Anstelle einer vielbeschworenen und oft vermissten Landkreis-Identität haben wir zahlreiche wunderbare kleinere Verbindungen zwischen Menschen und ihrer Heimat entdeckt, die uns optimistisch stimmen. Geografisch beginnt die Reise durch den Landkreis bei Weißenburg, springt hinüber nach Gunzenhausen und verläuft von dort an der Altmühl entlang, führt zum Seenland zurück, macht einen Abstecher nach Osten und zum Hahnenkamm nach Westen, bevor sie am Limes endet. Inhaltlich begleiten die Geschichten, die sich hinter den Fotografien aufgetan haben, die Reise. Orte mit Inhaltsbezug sind in den Karten verzeichnet.

Das Buch gliedert sich inhaltlich in elf Kapitel. Neun Kapitel sind den einzelnen Regionen des Landkreises gewidmet, angefangen mit den Städten Weißenburg und Gunzenhausen und ihrer jeweiligen Umgebung. Anschließend wird in vier Kapiteln von Gunzenhausen bis Esslingen dem Verlauf der Altmühl gefolgt. Das Altmühltal ist das landschaftlich zentrale Thema des Landkreises. Es schließen sich drei weitere Regionen an, die nicht unmittelbar an der Altmühl liegen. Die Kapitel orientieren sich nicht an Verwaltungsbezirken oder Gemeindegrenzen. Den Themen „Steine“ und „Römer werden zusätzlich zwei weitere Kapitel gewidmet, da sie besonders prägend für die Landschaft sind und folglich auf den Luftaufnahmen prägnant ins Auge fallen, da sich vor allem im Süden des Landkreises zahlreiche Steinbrüche befinden und sich im Norden der ehemalige Limes-Verlauf samt diverser Hinterlassenschaften der Römer quer hindurch zieht.

Das geografisch gegliederte Buchkonzept ermöglicht es den Leserinnen und Lesern, visuell durch die einzelnen Regionen des Landkreises zu wandern. Jedem Kapitel sind zwei grafisch gestaltete Landkarten vorangestellt. Eine Detailkarte der Region zeigt alle wichtigen Orte (auch Berge, Flüsse und andere landschaftlich markante Orte), auf die im Inhalt hingewiesen wird. Den Kapiteln sind jeweils zwei Doppelseiten vorangestellt, die mit den Landkarten sowie einer ungewöhnlichen Bildauswahl die Neugier wecken sollen. Den Fotos wird im ganzen Buch viel Platz eingeräumt: Meist sind auf einer Doppelseite nur zwei Motive platziert, manchmal nur eines, hin und wieder drei. Die Foto-Motive geben die inhaltlichen Themen vor. Dabei geht es um die jeweiligen Ortschaften und u.a. um Geschichte und Geologie, Landschaft und Naturschutz, Landwirtschaft und Wirtschaft, Tourismus und Energie, Kultur und Religion. Exemplarisch werden die Themen anhand der aus verschiedenen Jahreszeiten stammenden Fotografien aufgegriffen und zu elf vielseitigen inhaltlich abgerundeten Kapiteln zusammengefasst. Anspruch auf Vollständigkeit erhebt das Buch bewusst nicht! Man kann das Buch sowohl von vorne nach hinten durchlesen und betrachten, ebenso aber darin blättern, ohne das Gefühl zu bekommen, etwas ausgelassen zu haben.

Das Buch ist im Querformat gestaltet (Seitenformat 20 x 26,5 cm), um den querformatigen Drohnen-Fotografien viel Raum zu geben. Es umfasst 296 Seiten und wurde auf hochwertigem Bilderdruckpapier als Hardcover-Buch in einer (Erst-)Auflage von 1.500 Exemplaren gedruckt. Es ist am 24.Juli 2022 im Verlag Oliver Heinl erschienen.

Die Macher:innen:

Oliver Heinl – Idee & Fotografie, seit 1992 freiberuflicher Fotograf (BFF Professional), seit 1996 Verleger; lebt in Rednitzhembach, Landkreis Roth. Er sagt: „In der Architektur-, Baustellen- und Industriefotografie kann auf Drohnenaufnahmen gar nicht mehr verzichtet werden. Weil das meine Schwerpunkte in der Fotografie sind, kommt meine Drohne inzwischen bei nahezu jedem Auftrag zum Einsatz.“

Harald Jotz-Munique – Idee & Fotografie, seit 1994 Fotografenmeister, seit 1996 Inhaber des Fotogeschäfts Foto Munique in Weißenburg; lebt in Weißenburg. Er offenbart sich: „Obwohl ich mich beruflich hauptsächlich der Gruppen-, Portrait- und Hochzeitsfotografie widme, begeistert mich die Drohnenfotografie schon seit langem. Die Fotografie ist für mich weit mehr als ein Beruf, so bin ich auch in meiner Freizeit immer auf der Suche nach lohnenswerten Motiven.“

Nicole Leopold – Konzept, Text & Buchgestaltung, seit 2001 freiberufliche Texterin und Grafikerin, seit 2017 Verlegerin; lebt in Rednitzhembach. Ihr Credo: „Obwohl jedes freie Buchprojekt unzählige Stunden Vorleistung bedeutet, sich das Projekt manchmal über Jahre hinzieht, begeistert mich diese Arbeit jedes Mal aufs Neue.“

Der Verlag Oliver Heinl wurde 1996 von Oliver Heinl; seit 2017 betreiben Nicole Leopold und Oliver Heinl den Verlag gemeinsam, der seither Teil von Wirtschaftswunder Werbung + Verlag in Rednitzhembach ist. Der Verleger ist stolz auf sein jüngstes Produkt: „drauf nunder gschaud ist unser zweites umfangreiches Heimatbuch, das wir nicht nur verlegen, sondern inhaltlich selbst geschaffen haben. Eine Region bis ins Detail kennenzulernen, ist faszinierend und verbindet uns auf besondere Weise mit ihr. Auch aus diesem Grund lassen wir all unsere Bücher regional herstellen.“ Es begann als Feierabend-Fotoprojekt der beiden Fotografen Oliver Heinl und Harald Jotz-Munique. Auf der Suche nach Entspannung und fasziniert von ihren Entdeckungen schickten sie ihre Drohne immer wieder in die Luft. Mit diesem Buch laden sie ein, an einer ungewöhnlichen Flugreise teilzunehmen, auf der es, neben zahlreichen Spuren menschlichen Lebens, vor allem Natur zu entdecken gibt, die sich von ihrer verletzlichen und wunderschönen Seite zeigt, die sich mit Farben und Formen spielend als echte Künstlerin erweist.

Oliver Heinl, Harald Jotz-Munique, Nicole Leopold: drauf nunder gschaud – Weißenburg-Gunzenhausen. Frankens südlichster Landkreis aus der Luft. Verlag Oliver Heinl, Rednitzhembach, Juli 2022. 296 Seiten, 252 Drohnen-Fotografien, Hardcover. ISBN 978-3-931736-12-5, Preis: 34,80 EUR. Erhältlich im Buchhandel und direkt beim Verlag. verlag@wirtschaftswunder.eu

Südmähren kommt dazu

Dritte Regionalpartnerschaft ist auf dem Weg

In seiner heutigen Sitzung in Triesdorf hat sich der mittelfränkische Bezirkstag für eine offizielle Regionalpartnerschaft mit der tschechischen Region Südmähren ausgesprochen. Bezirkstagspräsident Armin Kroder sprach von einem wichtigen und richtigen Signal. Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine zeige, wie wichtig ein friedliches und geeintes Europa sei. Starke Säulen dafür seien kommunale Partnerschaften.

Seit 2015 pflegt der Bezirk Mittelfranken mit Südmähren, eine der vierzehn Regionen Tschechiens, Kontakte. Seither fand ein reger, wechselseitiger Austausch statt. Kürzlich besuchte Kreishauptmann Jan Grolich Mittelfranken und äußerte großes Interesse daran, die Zusammenarbeit in eine offizielle Regionalpartnerschaft zu überführen. Südmähren gehört in Tschechien zu den Regionen mit einem hohen wirtschaftlichen Potential, die Hauptstadt Brünn ist neben Prag die zweitgrößte Metropole des Landes. Einrichtungen und Institutionen aus den Bereichen Kultur, Soziales und Bildung sollen unter dem Dach der künftigen Verbindung zusammenarbeiten.

Der Bezirk Mittelfranken unterhält derzeit zwei Regionalpartnerschaften mit der französischen Region Nouvelle-Aquitaine und mit der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Wolfram-von-Eschenbach-Preis vergeben

Auszeichnung für Helmut Haberkamm

Der Autor und Mundartdichter Dr. Helmut Haberkamm erhält den diesjährigen Wolfram-von-Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken. Dies hat der Bezirkstag in seiner heutigen Sitzung in Triesdorf beschlossen. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Verleihung ist im Rahmen einer Festveranstaltung im Herbst geplant.

1961 im Aischgrund geboren und aufgewachsen, studierte Haberkamm Anglistik, Amerikanistik und Germanistik in Erlangen und Wales. Heute ist er als Gymnasiallehrer in Erlangen tätig. 1992 feierte er mit seinem Debütroman „Frankn lichd nedd am Meer“ Erfolge. Seitdem gehört er zu den bekanntesten und vielseitigsten Schriftstellern Frankens, ob als Theaterautor („No Woman, No Cry – Ka Weiber, ka Gschrei“, „We are the Champions – Mir sinn die Größdn“, „Glopf an die Himmelsdür“), als Songübersetzer, Romancier („Das Kaffeehaus im Aischgrund“) oder Festival-Initiator („Edzerdla“). Die Jury würdigte Haberkamms „Hingabe an die Region und ihren Dialekt“. Dies wirke „überzeugend, geistreich und ansteckend“. Bei seinen „erfrischend lebendigen Mundarttexten“ seien „seine genaue Beobachtungsgabe und sein brillanter Umgang mit Sprache besonders hervorzuheben“. Seine aktuellen Werke sind der Erzählungsband „Die warme Stube der Kindheit“ sowie das Buch und Kleinkunstprogramm „Gräschkurs Fränkisch“. Haberkamm wurde bereits vielfach prämiert, so erhielt er unter anderem 1993 den Bayerischen Kulturförderpreis, 1999 den Förderpreis des Bezirks Mittelfranken und 2008 den Frankenwürfel. 2018 verlieh ihm Erlangen den städtischen Kulturpreis und der Fränkische Bund die Frankenmedaille. Neben dem Wolfram-von-Eschenbach-Preis hat der Bezirkstag über die drei Förderpreise beschlossen. Diese sind mit jeweils 5000 Euro verbunden und gehen an den Liedermacher und Cartoonisten Tobias Hacker, alias Gymmik, an die Wortkünstlerin Dagmar Buhr und an den Maler Jan Gemeinhardt.

Der Liedermacher und Komponist, Karikaturist, Illustrator, Schauspieler, Satiriker und Poet Tobias Hacker, alias Gymmik, hat sich weit über die Grenzen seiner Geburtsstadt Nürnberg hinaus einen Namen gemacht. Seit Jahren ist das künstlerische Multitalent einer der wichtigsten Akteure in der freien Kultur- und Soziokulturszene Frankens. Angefangen hat Gymmik als Straßenmusiker mit selbst komponierten Liedern. Seit 2014 ist er als Sänger und Gitarrist Teil des Akustik-Trios „Ton, Steine, Scherben“, dessen legendärer Frontmann und Texter der 1996 verstorbene Rio Reiser war. Seit über dreißig Jahren veröffentlicht Tobias Hacker zudem Comics und Cartoons unter anderem für die Nürnberger Nachrichten und die Nürnberger Zeitung. Seit 2018 zeichnet er für die Cartoons im Magazin WiM der Industrie- und Handelskammer Mittelfranken verantwortlich. Für sein facettenreiches Schaffen erhielt er unter anderem 2017 den Deutschen Karikaturenpreis.

Die Sprache ist das Stilmittel der in Nürnberg lebenden Künstlerin Dagmar Buhr, die an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste Freie Kunst studierte. Text tritt in ihren Arbeiten nicht in begleitender Funktion zu Bildern auf, er wird selbst zum Bild. Ihre großformatigen Werke sind aus Folie geplottet und zeigen sich beispielsweise als Relief auf Betonwänden oder auf LED-Displays. Dabei spielt die Auseinandersetzung mit der vorgegebenen Architektur eine genauso wichtige Rolle wie das Zusammenspiel mit dem jeweiligen Ort. So erreicht die Künstlerin auch ein Publikum außerhalb des klassischen Ausstellungsraums. Für ihre Wortkunst gewann sie den  1. Preis beim Wettbewerb Kunst am Bau im Jüdischen Museum Franken in Fürth im Jahr 2018. Drei Wortkonstellationen sind dort in verschiedenen Räumen auf die Wände platziert und werden so zu Objekten, die sowohl mit der Architektur als auch mit den inhaltlichen Aspekten des jüdischen Lebens in Dialog treten.

Der 1988 in Hof geborene Jan Gemeinhardt studierte Freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und schloss sein Studium 2014 als Meisterschüler bei Professor Ralph Fleck ab. Seine Arbeiten, zumeist in Acryl auf Leinwand, erscheinen dem Betrachter  auf den ersten Blick als düster und geheimnisvoll. Die Bilder zeigen vorwiegend Landschaften, deren Vorbilder in der romantischen Kunst des 19. Jahrhunderts zu finden sind. Das Spiel mit kunsthistorischen Reminiszenzen wird allerdings unterbrochen durch künstlich irrlichternde Lichtphänomene oder marode Hinweistafeln. Die Natur hat ihre Natürlichkeit verloren und ist zu einem latent katastrophalen Ort geworden, der dem Betrachter jedoch nie ganz ohne Zuversicht erscheint. Der ebenfalls in Nürnberg lebende Künstler bestritt bereits zahlreiche Ausstellungen in renommierten Häusern, national wie international. Die Nürnberger Nachrichten zeichneten ihn 2013 und 2014 im Rahmen ihres Kunstpreises aus. 2020 erhielt er für sein Werk den Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis und wurde zum „Künstler der Metropolregion“ gewählt.

Seniorenratgeber in Vorbereitung

Informationsbroschüre wird aktualisiert

Da die zweite Auflage des Seniorenratgebers für die Stadt Gunzenhausen weitgehend vergriffen ist, befindet sich aktuell die dritte Auflage dieser Informationsbroschüre in Planung.

Der Stadtmarketing Gunzenhausen e.V., die Stadt Gunzenhausen und der Seniorenbeirat möchten den Senioren*innen und deren Angehörigen auch in der Neuauflage der Broschüre wieder wichtige und nützliche Informationen geben sowie Anlaufstellen für persönliche Beratungen empfehlen.

In der Broschüre enthalten sind viele redaktionelle Inhalte. In diesen werden wir Informationen zu Themen wie Mobilität, Einkauf, Kultur und Unterhaltung sowie zu Freizeitangeboten bereitstellen. Außerdem werden unter anderem Ärzte, Apotheken, Physiotherapeuten sowie andere für Senioren*innen wichtige Einrichtungen aufgeführt.

Welche Möglichkeiten bietet der Seniorenratgeber Ihnen und Ihrem Unternehmen?

Im Rahmen des Seniorenratgebers, der kostenlos an alle Bürger*innen über 65 Jahren der Stadt Gunzenhausen und der Ortsteile verteilt und außerdem im Rathaus sowie in Alten- und Pflegeheimen ausgelegt wird, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Kunden mit einer zielgruppengerechten Werbung gezielt anzusprechen; ohne große Streuverluste.

Die Broschüre wird hochwertig hergestellt, das Layout ansprechend gestaltet und in einer Auflage von 5.000 Stück gedruckt.

Eine Übersicht über die möglichen Anzeigengrößen und Preise finden Sie im Anhang – Achtung, die Anzeigen sind um verkleinert dargestellt. Ihre Anzeige können Sie dabei selbst gestalten oder auch von unserem Partner korridor.co, einer in Gunzenhausen ansässigen Werbe- und Kreativagentur, die für die Gestaltung des ganzen Ratgebers zuständig ist, erstellen lassen.

Wenn Sie die Chance auf eine zielgruppenorientierte Werbung im Seniorenratgeber nutzen wollen, melden Sie sich mit dem angehängten Meldebogen bis 28.08.2022 an.

Bitte bedenken Sie, dass ältere Menschen heute bis ins hohe Alter aktiv sind und die Entwicklung unserer Gesellschaft maßgeblich mitgestalten. Mit dem Austritt aus dem Berufsleben beginnt für die meisten ein neuer und spannender Lebensabschnitt, den es sinnvoll zu gestalten gilt.

Ihre Werbung im Seniorenratgeber ermöglicht es Ihnen, diese Bevölkerungsgruppe direkt anzusprechen und für Ihren Betrieb, Ihre Produkte oder Ihre Dienstleistungen zu gewinnen.

Helfen Sie mit, einen ansprechenden Seniorenratgeber zu erstellen – denn gerade auch für die ältere Generation bietet unsere Stadt ein attraktives und lebenswertes Umfeld.

Bei Rückfragen zur Broschüre können Sie sich gerne an Frau Annette Wagner, Stadt Gunzenhausen, Telefon 09831 508-309, E-Mail annette.wagner@gunzenhausen.de oder Frau Gabriele Schuhmacher, E-Mail schuhmacher@stadtmarketing-gunzenhausen.de wenden.

Kultur auf der Stadtmauer

Veranstaltung am 29. Juli in Wolframs-Eschenbach

Kultur auf der Stadtmauer“ gibt es in der Wolframstadt. Mit dabei sind populäre Songs („summer of love and peace“, Hippie & flower power sowie Acoustic blend) mit Andreas Spranger und Lothar Müller-Beer. Sie bieten Musik von 1967 – 1968 – 1969 (Cher, CCR, The Doors, Beatles, Janis Joplin, Bob Dylan, Reinhard Mey uvm.)
Datum: Freitag, 29. Juli 2022, 19.30 – 22.30 Uhr
Ort: Zwingeranlage an der Stadtmauer – Bastei
Zugang: Deutschordensstr. 6 in Wolframs-Eschenbach
Eintritt: Euro 3,-/Person
Kissen, Decken und Picknick dürfen mitgebracht werden! Ein Abend mit Musik aus der „Flower-Power-Hippie-Zeit“ untermalt mit Lichteffekten auf dem romantischen Gelände der „Zwingergärten – Stadtmauer-Bastei“ in Wolframs-Eschenbach. Sitzgelegenheiten vorhanden – Ausschank von Erfrischungsgetränken. Picknick darf gerne mitgebracht werden.