Museumsgespräch mit Oskar Geidner

Zwei interessante Veranstaltungen in Wolframs-Eschenbach

Herbstkonzert 1Am Freitag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr  ist ein weiteres Museumsgespräch im Wolfram-von-Eschenbach-Museum. Diesmal ist das Thema: „Das Deutschordensvogteiamt Eschenbach“ Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Deutschordenskommende Eschenbach aufgelöst und in die Kommende Nürnberg eingegliedert. Fortan wurden die Besitzungen des Deutschen Ordens in der Stadt Eschenbach und in ca. 27 Orten in der Umgebung von Eschenbach durch das Vogteiamt Eschenbach verwaltet, das bis zur Säkularisation des Deutschen Ordens 1809 Bestand hatte. Die Leitung hat Oskar Geidner, Vorsitzender des Heimatvereins. Der Eintritt ist frei.

Am Samstag, 25. Oktober, um 20 Uhr ist das Herbstkonzert des Gesangvereins „Frohsinn 1860“  im Bürgersaal des Deutschordensschlosses. Der Eintritt ist frei. Gesungen wird weltliches Liedgut. Mitwirkende sind der Gesangverein, der Jugenchor sowie weitere Gäste.

 

 

Kirchweihmarkt für Kunstliebhaber und Genießer

Sonntagsausflug zum Gasthof Gentner in Spielberg

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Die Kunsthandwerkerin Monika Engelhardt aus Roth mit ihren selbstgeflochtenen Körben war schon 2013 beim Kirchweihmarkt vertreten.

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Die Künstlerin Julia Venske nimmt ihre Marmorfigur „Weißer Riese“ am Spielberg im Empfang. Dieses und andere Werke sind beim Kirchweihmarkt zu sehen.

Wer Kultur und gutes Essen schätzt, kommt an Spielberg nicht vorbei. Auch am Sonntag, 19. Oktober, ist der kleine Ort im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen einen Sonntagsausflug wert. Zum zehnten Mal lockt der Gasthof Gentner von 10 bis 17 Uhr Gäste aus der ganzen Region zum traditionellen Kirchweihmarkt in das Dörfchen am fränkischen Hahnenkamm.

Zwei besondere Aussteller in diesem Jahr sind Julia Venske und Gregor Spänle. Das weltweit bekannte Künstlerehepaar aus München zeigt im historischen Sudhaus seine fantastischen Marmorfiguren. Auch der Zonta Club Fränkisches Seenland ist wieder dabei. Die Mitglieder des Frauennetzwerks verkaufen Kaffee, Kuchen und Bücher. Der Erlös fließt in zwei Projekte: die Anlauf und Beratungsstelle für von sexualisierter Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (ALMA) sowie das Projekt Frauen integrieren Frauen (PFIF), das Asylbewerberinnen unterstützt.

Ob Seife, Pralinen, Schmuck oder Dekoration für den Garten, Filz-Accessoires, Körbe oder Likör – handgemacht ist beim Spielberger Kirchweihmarkt die Devise. Während Mama und Papa von Aussteller zu Aussteller flanieren, können die Kinder beim Präge- und Schablonendruck selbst kreativ werden.

Der Markt findet sowohl im Innenhof als auch in den Gebäuden des Gasthofs statt. Zeigt sich der Oktober nicht von seiner goldenen Seite, ist für ein warmes, trockenes Plätzchen gesorgt. Sonntagmittag werden in den Stuben des Gasthofs traditionelle Kirchweihgerichte serviert, dafür sollte man allerdings reservieren.

Kontakt: Tel. (09833) 988930 – E-Mail: info@gasthof-gentner.de
Internet: www.gasthof-gentner.de

 

Neu: Web-Adressbuch für Deutschland

Die besten Geheimtipps aus dem Internet

Die 5.000 besten Surftipps aus dem Internet! Das Web-Adressbuch für Deutschland präsentiert die 5.000 besten Web-Seiten aus dem Netz.
Zu über tausend Themenbereichen werden die absoluten Top-Adressen aus dem Internet übersichtlich im Web-Adressbuch präsentiert. Die Redaktion testet, bewertet und vergleicht jedes Jahr aufs Neue alle Web-Seiten und hat aus den Tiefen des Internets auch diesmal wieder die besten Perlen herausgefischt! Darunter sind auch viele neue, eher unbekannte Geheimtipps!
Bei der Online-Suche muss man immer ein passendes Stichwort im Kopf haben und stößt so in der Fülle der Möglichkeiten des Internets nur auf Bereiche, die man bereits kennt. Beim Web-Adressbuch hingegen kann man sich einfach durch sämtliche Themenbereiche treiben lassen und entdeckt dadurch viele interessante und praktische Web-Seiten, nach denen man nie aktiv gesucht hätte.
Mit dem Web-Adressbuch spart man sich zudem das ewige Herumsurfen oder Durcharbeiten langer Trefferlisten in Suchmaschinen und findet so auch nützliche Surftipps, die teilweise nur sehr schwer im Netz zu finden sind, da sie in den Algorithmen der Suchmaschinen untergehen!
Für nur 19.95 Euro ist das „Das Web-Adresbuch für Deutchland 2015“ im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich.

Plädoyer gegen den Akademisierungswahn

Ruemelin_Akademierungswahn_140408_U1.inddZur Krise der beruflichen und akademischen Bildung

Der Philosoph und frühere Kulturstaatsminister  Julian Nida Rümelin plädiert für ein Bildungssystem, das sich konsequent an der Vielfalt von Begabungen, Interessen und Lebenswegen orientiert.
Die deutsche Bildungspolitik ist auf dem Holzweg: Die berufliche Bildung wird vernachlässigt. Im Gegenzug wird die akademische Bildung immer beliebiger und flacher. Anerkennung und Respekt vor dem dualen Ausbildungssystem, um das Deutschland in der ganzen Welt beneidet wird, schwinden mehr und mehr. Mit klaren Worten und eindeutigen Fakten zeigt Julian Nida-Rümelin auf, wie gefährlich der aktuelle Akademisierungstrend ist, der am Ende sowohl die berufliche als auch die akademische Bildung beschädigen wird. Dabei sind beide Ausbildungen zwar unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zu einem gemeinsamen Ziel: jede Person nach ihren Begabungen und Interessen zu bilden.
Noch ist es nicht zu spät. Nida-Rümelin zeigt Perspektiven für eine Korrektur des bereits eingeschlagenen Weges auf. Denn es gibt erstaunlich effektive Stellschrauben, über die jedoch nicht allein der Staat verfügt, sondern auch die Wirtschaft, die Gewerkschaften und vor allem diejenigen, die die Bildung durch eigene Berufspraxis und Lebensentscheidungen tragen: die Lehrenden und Lernenden.
Julian Nida-Rümelin gehört neben Jürgen Habermas und Peter Sloterdijk zu den renommiertesten Philosophen in Deutschland. Er lehrt Philosophie und politische Theorie in München. Seit 2011 leitet er das interdisziplinäre Münchner Kompetenzzentrum Ethik. Nida-Rümelin ist ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Aka-demie der Wissenschaften und der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Von 1998 bis 2002 wechselte er in die Kulturpolitik, zunächst als Kulturreferent der Landeshauptstadt München und dann als Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröders. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zur Philosophie, Ökonomie und Kunst. Zuletzt erschien in der edition Körber-Stiftung »Philosophie einer humanen Bildung« (2013).

Julian Nida-Rümelin: „Der Akademisierungswahn“. Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung;
256 Seiten, 16 Euroo, ISBN 987-3-8968, Edition Körber-Stiftung Hamburg.

Thomas Müller leitet Rettungszweckverband

Geschäftsführerwechsel im Landkreis Ansbach

Geschäftsführerwechsel beim Rettungszweckverband (v.l.n.r): Walter Schwab, Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Thomas Müller.

Geschäftsführerwechsel beim Rettungszweckverband (v.l.n.r): Walter Schwab, Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Thomas Müller.

Walter Schwab geht nach einer erfolgreichen Zeit als Geschäftsführer des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF AN) für Landkreis und Stadt Ansbach sowie den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim in den Ruhestand. Neuer Geschäftsführer ist ab 1. Oktober 2014 Thomas Müller. „Walter Schwab hat sich jahrelang engagiert für die Belange des Rettungswesens eingesetzt und als ehemaliger Kreisbrandrat konnten wir stets auf seinen großen Erfahrungsschatz vertrauen. Für die erfolgreiche Begleitung zahlreicher Projekte gebührt ihm Dank und Anerkennung“, so der Vorsitzende ZRF AN, Landrat Dr. Jürgen Ludwig.

Walter Schwab unterstütze als Geschäftsführer unter anderem den Aufbau der Integrierten Leitstelle (ILS) in Ansbach, die Einführung des Digitalfunks sowie das Erreichen einer Zusage des Innenministeriums für einen Rettungshubschrauber zur Abdeckung des unterversorgten Bereiches im westlichen Mittelfranken im Jahr 2013. Er bereut es allerdings nicht, das Amt nun abzugeben: „Ich blicke auf spannende Jahre mit interessanten und vielfältigen Aufgaben zurück. Doch mit 67 Jahren ist es für mich nun an der Zeit, das Amt in neue Hände zu übergeben“, so der bisherige Geschäftsführer Walter Schwab.

Thomas Müller freut sich bereits auf die Weiterführung der erfolgreich laufenden Projekte wie etwa der Einführung des Digitalfunks und die Stationierung des Rettungshubschraubers. „Ich danke den Mitgliedern der Verbandsversammlung des ZRF AN für ihr Vertrauen und sehe es als Herausforderung und interessante Aufgabe, die bisherigen Projekte zu übernehmen und gemeinsam mit dem Vorsitzenden und den Mitgliedern des ZRF AN zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger fortzuführen.“ Thomas Müller wurde nach erfolgreicher Bewerbung für die Stelle von der Verbandsversammlung des ZRF AN im Mai dieses Jahres einstimmig zum neuen Geschäftsführer bestellt. „Wir freuen uns, dass wir mit Thomas Müller einen engagierten und sehr erfahrenen neuen Geschäftsführer gewinnen konnten“, betont der Vorsitzende der ZRF AN, Landrat Dr. Jürgen Ludwig.

Preisträger Jochen Pankrath stellt aus

Vom 13. Oktober bis 16. November im Wolfram-Eschenbach Museum

PankrathWolf 500x674Jochen Pankrath hat den nach Wolfram von Eschenbach benannten Förderpreis des Bezirks Mittelfranken 2014 bekommen. Er bedankt sich dafür mit einer Ausstellung, die vom 13. Oktober bis 16. November im Museum Wolfram von Eschenbach währt. Geöffnet ist sie im Oktober dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 10.30 bis 12 Uhr, im November samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. In dieser Zeit besteht auch die Gelegenheit, an einer Museumsführung teilzunehmen.

Der Maler Jochen Pankrath öffnet in seinen Arbeiten verschiedene Ebenen und fordert so den Betrachter immer wieder augenzwinkernd heraus. Eigentlich sind die Themen des 1981 im bayerischen Roding geborenen Künstlers, der an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg Malerei studierte und in Fürth lebt, die in der Malerei bekannten: Porträt, Landschaft, Stillleben. Gekonnt gelingt es ihm jedoch dabei, die verschiedenen Realitäten der Bildebenen miteinander in Beziehung zu setzen und Spannung zu erzeugen. Ob es nun eine Waldlandschaft ist, die der Künstler im Bild selbst durch eine kontrastreiche Linie entstellt oder ein Pärchen, welches sich gegenüber sitzt und portraitiert. Nichts ist hier sicher, alles ist vieldeutig und vielschichtig. Die Wahrnehmung bleibt im Fluss, die Erkenntnis unsicher.
Ein Blick auf Pankraths Arbeiten lohnt immer.

Lesung am 16. Oktober mit Horst Prosch

Um 20 Uhr ist im Bürgersaal außerdem eine Lesung  mit dem Wolframs-Eschenbacher Autor Horst Prosch aus seinem aktuellen Kriminalroman „Blaue Bäume“.  Die Presse rühmt das Werk: „Ein musikalischer Kunstkrimi; atmosphärisch dicht, skurril und geschickt konstruiert. Hintersinnig und humorvoll.“ Musikalische Umrahmung durch die Musikschule Rezat-Mönchswald. Veranstalterin ist die Stadt Wolframs-Eschenbach zusammen mit Autor Horst Prosch. Der Eintritt ist frei.

Die Welt im Maßstab

Therapiezentrum Cronheim stellt im Landratsamt aus

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Landratsvize Robert Westphal eröffnete die Ausstellung im Beisein der Cronheimer Modellbauer.

Bis 24. Oktober zeigt das AWO Therapiezentrum Schloss Cronheim die Ausstellung „Nüchterne Fakten oder die Welt im Maßstab“ im Foyer des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen.
Das Therapiezentrum Schloss Cronheim besteht seit 1999 in unserem Landkreis als Einrichtung, die chronisch alkoholkranken Menschen bessere Lebensbe-dingungen schaffen und eine größtmögliche Selbstbestimmtheit in allen Lebens-bereichen ermöglichen möchte.
Sicherlich einzigartig in der Suchttherapie ist das arbeitstherapeutische Angebot im Modellbau. Hier entstehen in beeindruckender Weise maßstabsgetreue Modelle, von denen auch einige im Landratsamt in Weißenburg zu sehen sein werden, wie z. B. das Modell des Markgräflichen Jagdschlosses in Gunzenhausen oder die in der Reichsprogromnacht im November 1933 zerstörte Synagoge in Treuchtlingen.
Im Modellbau können die Bewohnerinnen und Bewohner sowohl ihre feinmotorischen Fähigkeiten, als auch ihre Ausdauer trainieren. Hier sind Geschicklichkeit und Konzentration gefragt.
Mit diesem ganz besonderen handwerklichen Angebot ist das Therapiezentrum Schloss Cronheim seit 2014 auch Mitglied im Netzwerk HandwerkErLeben der Zukunftsinitiative altmühlfranken.
Auf deren Initiative haben sich in diesem Netzwerk Betriebe zusammen geschlossen, die das regional verwurzelte Handwerke und deren einzigartigen Dienstleistungen und Qualitätsprodukte bekannter machen wollen.

Gemeinsame Ziele dieses Netzwerkes sind:
• Mehr Transparenz der vorhandenen Handwerksgewerke in der Region.
• Vermittlung der in altmühlfranken angebotenen handwerklichen
Dienstleistungen.
• Kommunikation des Handwerks als wesentlichen Bestandteil der
erlebbaren Lebensqualität in der Region.
• Darstellung des vielfältigen Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebots im
altmühlfränkischen Handwerk.
• Öffnung der Betriebe nicht nur zum Verkauf, sondern auch zum Erleben
des handwerklichen Fertigungsprozesses von Qualitätsprodukten.
Der Modellbau der AWO Cronheim ist dabei natürlich ein einzigartiges Angebot,
welches das Netzwerk bereichert. Der zweite Teil der Ausstellung unter dem Motto „Nüchterne Fakten“ zeigt die
Bilder von  Werner Söller, der ebenfalls seine Kunstwerke zur Schau stellt.
Er fing bereits als Kind mit dem Malen an und hat bald gemerkt, dass ihm das
Malen eine „bessere Stimmung“ verschafft. Die Malerei hilft auch dabei, Dinge zu
sagen, die man nicht immer ausspricht, oder hilft, Freude und Ärger gelassener
zu verarbeiten.
Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat gerne das Foyer des Landratsamtes zur Verfügung gestellt, um dem AWOTherapiezentrum
eine Plattform zu bieten, die in Cronheim gefertigten und ganz
besonderen regionalen Produkte noch weiteren Leuten in unserer Region bekannt
zu machen.
Gelegenheit zum Besuch der Ausstellung besteht noch bis zum 24. Oktober zu
den bekannten Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16.30
Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Asylbewerber: Können leerstehende Gebäude angeboten werden?

Gedanken zur Asylbewerber-Problematik

Die Asylbewerber aus Syrien, aber nicht nur von dort, drängen nach Europa und Deutschland. Jeden Tag wird die Thematik deutlicher. Die Politik muss darauf reagieren. Aber nicht nur auf Bundes- und Landesebene sollte man sich Gedanken machen, auch in der Region, im Kreis und in den Gemeinden kann den verantwortlichen Kommunalpolitikern die Angelegenheit nicht gleichgültig sein.
Die Asylbewerber bis zu ihrer Anerkennung als Flüchtlinge in Bundeswehrkasernen unterzubringen, ist ganz sicherlich richtig, wenngleich damit buchstäblich eine Kasernierung der Menschen verbunden ist, die sich nicht immer positiv auswirken muss. Wo viele Menschen zusammengepfercht sind, da gibt es aller Erfahrung nach auch viele Probleme.
Für die Asylbewerber, der kaum mobil sind, ist es ganz sicher besser, wenn sie in einer Stadt unterzubringen sind, in der es kurze Wege zu den Stellen gibt, die ihnen helfen können. Aber der Druck auf die Kommunen wird stärker und so stellt sich für mich die Frage, ob nicht auch leerstehende Häuser auf dem Lande genutzt werden können, sofern sie in einem bewohnbaren Zustand sind. Ich bin mir aber auch im Klaren, dass die Unterbringung von Asylbewerbern in kleinen Dörfern auf Akzeptanzprobleme stoßen kann. Andererseits erkenne ich aber auch, dass immer mehr Menschen in der Asylproblematik umdenken und das Verständnis für die bedrängten Menschen wächst. Zudem müssen die Hauseigentümer ihre Wohnungen ja nicht zum Nulltarif bereitstellen.
Ich denke, es wäre ganz gut, sich in den Gemeinden darüber Gedanken zu machen, auch in den lokalen konfessionellen Verbänden und Einrichtungen, in denen die Bergpredigt stärker verhaftet ist als möglicherweise in anderen Kreisen. Dass es Moslime sind, die kommen und denen geholfen werden muss, sollte das christliche Weltbild nicht unbedingt erschüttern.
Auf der überschaubaren kommunalen Ebene könnten von hilfsbereiten Menschen „Patenschaften“ für Asylbewerber-Familien übernommen werden, um diesen bei den alltäglichen Problemen mit individuellen Leistungen zu helfen. Das tun bisher schon Menschen mit einem großen Helferherzen, aber sicher könnten es noch mehr sein.
Das bekannt gewordene Düsseldorfer Ereignis muss uns beschämen. Meiner Meinung nach müssen die Behörden genauer hinschauen, wem sie Dienstleistungen vergeben. Im konkreten Fall würde ich nicht vor drastischen Maßnahmen zurückschrecken. Bilder von Misshandlungen hilfsbedürftiger Menschen dürfen von Deutschland aus nicht um die Welt gehen.
Werner Falk, Stadtrat der FDP, Gunzenhausen

Militärgeschichtliches im Elsaß

 Bürgermeister aus dem Kreis besuchten die Festungen

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Im Fort de Mutzig sind die Räume noch in der Originalausstattung zu sehen. Hier das Lazarett.

Die Bürgermeister aus dem Landkreis vor dem historischen Rathaus in Wissembourg.  Foto: FR Presse

Die Reisegruppe aus dem Landkreis vor dem historischen Rathaus in Wissembourg. Foto: FR Presse

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Das Fort de Schoenenbourg war eine Festung an der Maginot-Linie (gebaut von 1930-40).

Das Fort de Mutzig im Elsaß war einst die stärkste Festungsanlage in Europa. Es war eine vom deutschen Kaiser von 1893-1916 gebaute Verteidigungsanlage, um französische Angriffe auf Deutschland abwehren zu können. Auf 254 Hektar standen 22 Panzertürme. Im Ersten Weltkrieg waren dort bis zu 7000 Soldaten stationiert.
100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs hatten sich die Bürgermeister aus dem Landkreis für ihre diesjährige Informationsreise zwei militärhistorisch bedeutsame Stätten ausgesucht: die in der Folge des siegreichen Deutsch-Französischen Kriegs 1870-1871 erbaute Festungsanlage in Mutzig und das von Franzosen 1930-1940 errichtete Fort de Schoenenbourg, einem Wehrbau an der Maginotlinie. Der eher touristische Teil der dreitägigen Reise bezog sich auf die Stationen in Weißenburg und Straßburg im Elsaß.
Auf 230 Millionen Euro hochgerechnet werden heute die Kosten für das Fort de Mutzig, das in 23 Jahren realisiert wurde. Zwei Kilometer lange unterirdische Hohlgänge verbinden die 22 Fernkampfgeschütze in den Panzertürmen mit den Infanterieräumen, dem Lazarett, den Kraftwerken, Brunnen, Bäckereien und Küchen. Betreut wird die Wehranlage heute von einem deutsch-französischen Trägerverein, der auch die permanenten Führungen organisiert. Deren Mitarbeiter sind alles andere als Militärnostalgiker. Einer von ihnen ist Bernhard Just, der die Armeen lieber heute als morgen abschaffen würde.
Das zweite Besichtigungsobjekt der fränkischen Bürgermeister, die Maginotlinie, ist in den Jahren von 1930 bis 1939 nach der Konzeption des damaligen französischen Verteidigungsministers Andre Maginot entlang der rund 1000 Kilometer langen Grenze von der Nordsee bis zur Schweiz gebaut worden. Als der deutsche Einmarsch 1940 begann, da war die Befestigungslinie auch schon ausgehebelt, denn die Angreifer wählten nicht den frontalen Weg, sondern drangen über Belgien ein und bekämpften die französischen Stellungen sozusagen aus dem Hinterland. Zu den 108 Hauptbefestigungswerken, von denen heute nur mehr acht nach ihrer Restaurierung zu besichtigen sind, zählt das Fort de Schoenenbourg. Mehr als 85 wurden von 1964 an aufgegeben, d.h. sie wurden auch nicht mehr unterhalten. Somit waren sie Plünderungen und dem Vandalismus ausgesetzt.
Die Wehrmacht feuerte 1940 über 3000 Bomben und Granaten auf die Festung ab, darunter 56 vom Kaliber 42 (Zentimeter). Auch die Sturzkampfbomber, die in sieben Angriffswellen mehr als 160 Tonnen Bomben abwarfen, konnten der Festung nichts anhaben. Die Franzosen verschossen 17000 Granaten. Sie ergaben sich nicht und räumten erst sechs Tage nach dem offiziellen Waffenstillstand ihre Stellungen. Das Fort de Schoenenbourg ist im Originalzustand zu sehen, vollständig eingerichtet und steht auf der Inventarliste historischer Denkmäler. 30 Meter unter der Erde gibt es 2,8 Kilometer lange Gänge, die die Kaserne (mit Schlaf- und Waschräumen, Küche, Lazarett, Stromkraftwerk) mit dem Befehlsstand und den Kampfbunkern verbinden.
Das Elsaß von seiner weniger martialischen, dafür landschaftlich und kulturell so interessanten Seite lernten die Bürgermeister unter der Leitung von Fritz Walter aus Absberg (Vorsitzender der Bürgermeistervereinigung) bei geführten Stadtrundgängen in Wissembourg (mit der zweitgrößten gotischen Kirche) und Straßburg (die Stadt hat seit 1869 fünfmal die Nationenzugehörigkeit gewechselt) kennen. Bei ihrer Anreise scheuten sie nicht die 220 Stufen, die zur Burg Trifels in der Pfalz hinaufführen. Dort wurde einst „König Löwenherz“ gefangengehalten und auch die Reichskleinodien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation waren sicher aufbewahrt. In Edesheim stand der legendäre „Pfälzer Saumagen“ auf der Speisenkarte des Weinguts Anselmann. Zu den schönsten Fachwerkdörfern Europas darf sich Hundspach zählen. Nicht nur dort waren die Reisenden von der Üppigkeit des Blumenschmucks beeindruckt.

 

Kohler: Sozialgräber sind pietätlos

Interview mit Alexander Kohler zum Thema Sozialgräber

FDP-Stadtrat Alexander Kohler findet die derzeitige Praxis der Sozialgräber pietätlos und unwürdig. Am kommen Donnerstag beschäftigt sich der Stadtrat mit seinem Antrag, die bislang anonymen Gräber mit dem Namen der Verstorbenen kenntlich zu machen.

Was finden Sie am derzeitigen Zustand der “Sozialgräber” pietätlos?

Menschen, die in einer Stadt leben und dort wohnen, haben einen Namen. Der Name macht den Menschen aus und erlaubt ihm, sich in der Gesellschaft zu bewegen. Menschen haben Freunde und Bekannte. Ein

Alexander Kohler, FDP-Stadtrat in Weißenburg.  Foto: Diesler

Alexander Kohler, FDP-Stadtrat in Weißenburg. Foto: Diesler

Grab ohne Namen macht die Trauerarbeit unmöglich. Egal, welche Zugehörigkeit zu einer “sozialen” Schicht der beerdigte Mensch hatte, es sollte die Möglichkeit der (religiösen!) Trauerarbeit möglich sein – und dies ohne erst die Friedhofsverwaltung nach der Grablage zu fragen. Nicht einmal im Tode lässt eine reiche und wohlhabende Gesellschaft Menschen, die am Rand stehen, in ihren Kreis kommen.

Befürchten Sie nicht, dass ein Anbringen von Namensschildern zu einer Stigmatisierung der dort Begrabenen führen könne, weil diese als Sozialfälle namentlich bekannt würden?

Wir reden von einer Handvoll Gräber. Es ist eher die umgekehrte Situation der Fall. Nicht einmal im Tode lässt eine reiche und wohlhabende Gesellschaft Menschen, die am Rand stehen, in ihren Kreis kommen. Das ist fast so wie im Mittelalter.
Sozialgräberfeld. Ein Toter hat es sehr schwer ein Namensschild zu fordern. Daher ist es Aufgabe der Lebenden sich darum zu kümmern

Warum betrifft Sie das Thema Sozialgräber auch ganz persönlich?

Meine Tochter Maria-Luisa ist ein mehrfach schwerbehindertes Mädchen mit 17 Jahren. Wir Eltern werden mit hoher Wahrscheinlichkeit das Mädchen nicht überleben. Maria wird damit im Laufe Ihres Lebens zu einem “Sozialfall” werden. Die Familie Kohler besitzt derzeit keine Gräber in Weißenburg. Damit würde im ungünstigsten Fall die “Sozialgräberfalle” greifen und Maria würde namenlos beerdigt werden. Im ungünstigsten Fall würde auch meine Tochter namenlos beerdigt werden.

Die Stadtverwaltung argumentiert, man habe kein Recht, jemandem mit Namen zu beerdigen, wenn man nicht genau weiß, dass er dies wirklich gewollt hat…

Nun ein Toter hat es natürlich sehr schwer, ein Namensschild zu fordern. Daher ist es Aufgabe der verantwortlich Lebenden, sich darum zu kümmern. Ich sehe es als meine Aufgabe an, mich um Schwache und finanziell nicht so wohlhabende Menschen und um Behinderte zu kümmern. Aus Gesprächen weiß ich, dass diese Menschen ihre Situation nicht so gewollt haben oder gar nichts dafür können. Ich weiß auch, dass diese Menschen sich mit Tod, Religion und Glaube auseinandersetzen. Ohne in eine Predigt zu verfallen, gilt der Satz, dass jeder Mensch vor Gott einen Namen hat – dies sollte respektiert werden.

Das Sozialgräberfeld auf dem Weißenburger Westfriedhof: Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass der Zustand seit Jahren bekannt ist, aber erst jetzt Bewegung in die Sache kommt?

Krankheit, Tod, Behinderung, Armut, alles am Rande der Gesellschaft, sind Themen, die nicht gerne öffentlich diskutiert werden. Doch gibt es diese Themen. Beruflich komme ich damit ständig in Berührung und kann zum Glück sehr unbefangen damit umgehen. Ebenso bedeutet ein sich damit Befassen auch eine Öffnung hin zu Kirche und Glaube. Vielleicht bestehen hier Berührungsprobleme.

Ein mögliche Regelung wäre es, zukünftige Sozialfälle auf dem Areal Baumfriedhof mit zu beerdigen. Was halten Sie davon?

Grundsätzlich gefallen mir die Baumgräber sehr gut und ich kann mir selber ein solches für mich gut vorstellen.

Wie müsste Ihrer Meinung nach das bestehende Sozialgrabfeld gestaltet werden?

So wie halt ein christliches Grab aussehen sollte. Kreuz, Name, geboren/gestorben und vielleicht ein bescheidener Blumenschmuck. Ich glaube, dass die Kosten zu vernachlässigen sind – und ich bin mir sicher, dass sich aus dem Bereich der Kirchen Menschen finden würden, die hier einen Beitrag leisten möchten. Eine Änderung der Friedhofssatzung könnte hier hilfreich sein.

Handelt es sich hier um einen weltanschaulichen Streit zwischen Christen und Nichtchristen?
Eher zwischen Reich und Arm, Betroffenheit und nicht Betroffenheit, Notwendigkeit und nicht Notwendigkeit. Ich halte dies für notwendig und würde mich freuen, wenn das Stadtratsgremium mich dabei unterstützen würde.

 

Der Falk-Report hat das Interview  mit  freundlicher Genehmigung von Peter Diesler, dem Herausgeb er des   Onlinemagazins „Weißenburg aktuell“ entnommen. Der Onlinedienst kann auch abonniert werden (pdiesler@journalismus.com). Im Internet: weissenburg-aktuell.de

Falk Report jeden Monat per E-Mail bekommen

Der "Falk Report" berichtet  monatlich aus dem Leben im Fränkischen Seenland (Altmühlfranken).

Die Beiträge kommen vom Herausgeber und von Gastautoren. Im Mittelpunkt stehen kommunalpolitische und gesellschaftspolitische Themen. In meiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde Gunzenhausen ist es mir wichtig, historische Beiträge zu veröffentlichen.

Es würde mich freuen, wenn wir auf diese Weise im Kontakt bleiben könnten.

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