Archiv: Falk-report

Auernhammer zu Besuch bei Adlatus

Politik und Wirtschaft im Dialog

Gastgeber Martin Trescher (links) mit dem Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer.

Der Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Artur Auernhammer, besuchte das Weißenburger Unternehmen Adlatus. Mit deren Geschäftsleitung sprach er über aktuelle Themen wie Bürokratieabbau und die Förderung der betrieblichen Altersversorgung.
Über den Besuch von Artur Auernhammer freute sich Adlatus-Chef Martin Trescher ganz besonders. Denn die beiden trafen sich bereits im Mai 2005 „dienstlich“ im Deutschen Bundestag. Trescher, damals stellvertretender Landesvorsitzender der bayerischen Wirtschaftsjunioren, war vier Tage Gast im Deutschen Bundestag. Eine gute Gelegenheit, „seinen“ Abgeordneten zu besuchen und die Dringlichkeit des Ausbaus der B2 gemeinsam beim damaligen Vorsitzenden des Verkehrsausschusses zu platzieren. Die Gegeneinladung von Martin Trescher, ihn an seinem neuen Firmenstandort in Weißenburg zu besuchen, nahm der Abgeordnete gerne an.

Trescher führte Artur Auernhammer durch die Räume der Adlatus GmbH und erklärte ihm die verschiedenen Funktionsbereiche des Unternehmens. Das Bundestagsmitglied erfuhr, dass das Weißenburger Unternehmen einer der führenden Adressen für gewerbliche und industrielle Versicherungen mit Sitz in der Metropolregion Nürnberg ist. Mehr als 500 Unternehmen werden von Weißenburg aus in deren sämtlichen Versicherungsbelangen betreut. Alleine die über Adlatus versicherten Sach- und Ertragswerte belaufen sich auf über 2,5 Mrd. €. Sieben Banken und Sparkassen aus der Metropolregion Nürnberg kooperieren mit dem Weißenburger Unternehmen, vor allem im Bereich Industrieversicherungen.
Durch die engen Kontakte von Adlatus in die Industrie kennt man deren Sorgen und Nöte. So verstand sich Martin Trescher als deren Sprachrohr, als er die zunehmende Bürokratie als echtes Problem des Mittelstandes an den Abgeordneten adressierte. Es ist weniger die einzelne Vorschrift selbst, die dem Mittelstand Probleme bereitet. Es ist die Vielzahl und deren ständigen Änderungen. Ob es berufsgenossenschaftliche Vorschriften, arbeitszeitrechtliche Gesetze, die Bauordnung, die zahlreichen Umweltrichtlinien, der verschärfte Datenschutz mit den Neuerungen der DSGVO, die Normen bei der Herstellung der eigenen Produkte, der Verbraucherschutz und sehr viele andere Richtlinien mehr machen das Leben des Mittelstandes zunehmend komplexer.

Genussmarkt an der Wörnitz

Wassertrüdinger Genussmarkt am 8. und 9. Juni 2019

Am kommenden Samstag und Sonntag findet der erste Wassertrüdinger Genussmarkt entlang der Marktstraße statt. Von 10 bis 18 Uhr präsentieren und verkaufen rund dreißig Anbieter, Direktvermarkter und Produzenten aus der gesamten Region ihre Waren. An insgesamt drei Standorten finden sich außerdem Plätze, die von heimischen Brauereien aus der Umgebung bespielt werden. Diese sogenannten Biergärten laden zum Verweilen und Probieren ein. Das Angebot ist vielfältig: Getränke, Eingelegtes und Eingemachtes, Fleisch- und Wurstwaren, Honig, geräucherte Forellen, Kartoffelchips, Spargel, Öle, Kräuter aber auch Käse, Nudeln, Kaffee, Backwaren, Crepes, Waffeln und vieles mehr, können erstanden oder direkt vor Ort verzehrt werden. Am Samstag findet zudem um 15 Uhr ein Auftritt der Wassertrüdinger Tanzgruppe Dance14s statt. Am Sonntag, den 9. Juni – dem Straßenmusikfestival – platzieren sich rund um den Markt zahlreiche Musikerinnen und Musiker auf den beiden Gartenschau-Geländen (Wörnitzpark und Klingenweiherpark) sowie in der Innenstadt und überraschen die Gäste mit bunten und kontrastreichen Sounds.

Ausreichend Parkplätze für die Besucher des Genussmarktes, der Gartenschau sowie des Straßenmusikfestivals stehen auf dem offiziellen Gartenschauparkplatz in der Oettinger Straße 56 zur Verfügung (Kosten pro Tag 3,- €). Der Parkplatz ist von den Zufahrtsstraßen aus Ansbach, Dinkelsbühl und Oettingen kommend mit dem Logo der Gartenschau ausgeschildert. Die Innenstadt ist für die Veranstaltung komplett gesperrt.

FDP-Verkehrsexperte kommt

Zu einem verkehrspolitischen Dialog kommt der FDP-Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic am 5. Juli, um 18.30 Uhr in das Gasthaus „Zur Kanne“ in Weißenburg. Der Kreisvorsitzende Thomas Geilhardt (Pleinfeld) stellt den Gast vor:

Geboren am 9. Oktober 1979 in Saarbrücken; verheiratet; zwei Kinder. 1986 bis 1990 Erich Kästner Schule in Holz; 1990 bis 2000 Deutsch-Französisches Gymnasium in Saarbrücken, Abitur und Bac.; 2000 bis 2001 Zivildienst bei der Sozialstation Heusweiler; 2001 bis 2006 Studium an der Grande Ecole ScIences Po (IEP) Paris (Schwerpunkt Europastudien, Volkswirtschaft) mit Abschluss Master, ein Jahr Studium am King’s College London (Europarecht).

Mitgliedschaften in gesellschaftlichen Organisationen und in verschiedenen kommunalen Vereinen; Mitglied im Beirat der Deutschen Flugsicherung (DFS); ehrenamtlich im Bundesvorstand der EBD und im Beirat der Baker Tilly Stiftung gemeinnützige GmbH.

Seit 2000 Mitglied der FDP, Gemeinderat seit 2004, seit 2011 Vorsitzender der FDP Saar; 2009 bis 2013 und seit Oktober 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages, Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Luksic gehört auch der Deutsch-Französischen Versammlung als ständiges Mitglied an.

Käferjagd in Laubenzedel

Einblicke in den Kartoffelanbau gewinnen

Am Mittwoch,  12. Juni, heißt es „Auf die Käfer, fertig los!“. Jeder der Lust und Laune hat, einem Biobetrieb beim Abklauben von Kartoffelkäfern unter die Arme zu greifen und wertvolle Einblicke in den Kartoffelanbau erhalten möchte, ist zu einer Mitmachaktion eingeladen. Treffpunkt ist um 15 Uhr auf dem Biolandhof Gutmann in Laubenzedel.

Am 12. Juni heißt es in Laubenzedel „Auf die Käfer fertig los!“, neben einer Kartoffelkäfer-Sammelaktion lernen die Teilnehmer Wissenswertes über den Kartoffelanbau. Foto: Kathrin Röthenbacher

Zu Beginn der Aktion gibt es eine Führung über das Anwesen, hierbei werden unter anderem die verschiedenen Tiere vorgestellt. Nach der Einführung, warum die Käfer überhaupt eingesammelt werden müssen, wird gemeinsam zum Kartoffelacker gelaufen und mit dem Schlepper gefahren. Dann geht es los und es wird fleißig gesammelt, denn das händische Abklauben der Käfer ersetzt den Einsatz von Chemie.

Immerhin gilt es eine Fläche von etwa 2 Hektar vom Kartoffelkäfer zu befreien. Wenn dann der Magen knurrt, gibt es etwas Leckeres zum Essen: Kartoffeln mit Butter und Salz. Als weitere Entlohnung für das fleißige Sammeln und Helfen gibt es Gutscheine für Biokartoffeln, die ab der Kartoffelernte im Herbst eingelöst werden können. Der Spaßfaktor ist garantiert. Anmeldungen für die Mitmachaktion nimmt der Biolandhof Gutmann telefonisch unter 09831 7608 entgegen.

Die Aktion findet im Rahmen des Projektes „Kulinarische Schätze Altmühlfranken“ statt, welches durch die Regionalmanagement-Förderung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums unterstützt wird. Die vier Projektpartner Regionalbuffet Fränkisches Seenland, Bauernverband, Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten sowie die Zukunftsinitiative altmühlfranken stellen hierbei bis 2021 jedes Jahr ein Grundnahrungsmittel in den Mittelpunkt. 2019 ist es die Kartoffel.

Alle Infos zu dem Projekt und den noch kommenden Veranstaltungen gibt es unter www.kulinarische-schatze.de. Dort besteht auch die Möglichkeit sich in einem Blog mit eigenen Beiträgen zur Kartoffel zu verewigen: seien es Rezepte, Geschichten, Hausmittelchen oder Bastelideen. Einmal im Monat werden unter allen Bloggern Preise rund um die tolle Knolle verlost.

Kerwabuam geben JZ 1000 Euro

Erlös ist aus der Versteigerung der Kirchweihbäume

Eine 1000-Euro-Spende gab es für das Jugendzentrum von den Kerwabuam und ihrem Chef Manuel Blenk (Mitte). Dritter von rechts Geschäftsführer Martin Ruffertshöfer. Foto: Klaus Heger

Die Kerwabuam und -madli aus Gunzenhausen zeigten ihr Herz für die Jugend und übergaben eine Spende in Höhe von 1.000 Euro an das Jugendzentrum der Stadt Gunzenhausen. Das Geld stammt aus dem Erlös der Versteigerung der beiden Kirchweihbäume am Abend der Betriebe 2018. Die Kerwabuam pflegen damit eine lange Tradition nach ihrem Motto „Feiern und Gutes tun“ vergessen sie bei allem Spaß an der Kirchweih auch diejenigen nicht denen es gesundheitlich, sozial oder finanziell nicht so gut geht und unterstützen diese mit den Erlösen aus den Büchsensammlungen und der Kirchweihbaumversteigerung während derKirchweih in Gunzenhausen.
Die Leiterin des Jugendzentrums Joanna Sämann und Martin Ruffertshöfer, der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Weißenburg-Gunzenhausen als einer der Betreiber des Jugendzentrums freuten sich über die großzügige Spende,die sich in einer Sachspende in Form einer Playstation und dem Spiel „Fifa 2019“ und in einer Geldspende aufteilt. Mit den finanziellen Mitteln werden Ausflüge des Jugendzentrums und seiner Besucher finanziert und verschiedene Gegenstände beschafft werden, die für die offene Jugendarbeit benötigt werden erläuterte Joanna Sämann die Verwendung des unerwarteten Geldsegens. Besonders bedankte sie sich auch im Namen ihrer Jugendlichen für die Playstation. Damit wird den Jugendlichen ein schon lange gehegter Wunsch erfüllt, der bisher nicht finanzierbar war freute sich Joanna Sämann.
Auch Martin Ruffertshöfer bedankte sich im Namen des Diakonischen Werkes für die Spende und zollte dabei den Kerwabuam und -madli seine persönliche Anerkennung für das nicht selbstverständliche soziale Engagement der jungen Menschen. Für ihn ist es persönlich eine besondere Freude zu sehen wie in Gunzenhausen durch die Kerwabuam die Tradition und das Brauchtum der fränkischen Kirchweih am Leben gehalten wird da er in seiner Jugend selbst im Landkreis Fürth bei den Kerwabuam aktiv war.
Manuel Blenk überreichte mit einer kleinen Abordnung der Kerwabuam den Spendenscheck und die Playstation und betonte dabei auch dass es bei den Kerwabuam keine ethnischenEinschränkungen gibt und jeder einzelne der Spaß am Feiern und Helfen hat bei ihnen willkommen ist. Sie machen dabei keine Unterscheidungen nach Religion, Abstammung,
Hautfarbe oder sozialer Herkunft und nehmen auch sehr gerne Jugendliche des Jugendzentrums in ihren Reihen mit auf um ihnen dadurch einen weiteren Halt und eine Orientierungshilfe in der
Gesellschaft geben zu können.
Zum Abschied versicherte Martin Ruffertshöfer den Kerwabuam noch dass er sehr stolz auf ihre Tätigkeit ist und auch Gunzenhausen kann stolz auf seine Kerwabuam und -madli sein.
KLAUS HEGER

Millionen für Schwimmbäder

Hilfe ist von der Staatsregierung zugesagt

Unsere Kinder sollen weiterhin wohnortnah das Schwimmen lernen können. Der Freistaat unterstützt die Kommunen deshalb jetzt freiwillig mit einem wuchtigen Förderprogramm für Freibäder „Passend zum aktuellen Sommerwetter können wir die Eckpunkte für das wichtige Programm heute bekannt geben“, freut sich der Stimmkreisabgeordnete für den Bayerischen Landtag Manuel Westphal am Rande der CSU-Fraktionssitzung.

Für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder werden in den nächsten sechs Jahren 120 Millionen Euro zur Verfügung stehen. „Das sind 20 Millionen im Jahr, die den Kommunen für den Erhalt ihrer Schwimmbäder zur Verfügung stehen“, erläutert Westphal. „Die Mittel sollen direkt dem Erlernen des Schwimmens zugutekommen, daher profitieren alle Maßnahmen, die dazu beitragen wie die Schwimmbecken. Auch Umkleiden und Technikbereiche können gefördert werden. Sprungtürme, Rutschen oder Saunabereiche sind also von der Förderung ausgeschlossen.“

In Bayern gibt es rund 860 kommunale Hallenbäder und Freibäder. Auch in unserer Region können zahlreiche Bäder von dem neuen Programm profitieren. Der durchschnittliche Fördersatz wird entsprechend der individuellen Leistungsfähigkeit der Kommunen bei ca. 25 Prozent liegen. In den nächsten Wochen wird das Programm mit den kommunalen Spitzenverbänden endgültig abgestimmt, damit die neuen Richtlinien möglichst bald in Kraft treten und die Förderung der Maßnahmen beginnen kann.

„Wieder zeigt sich: Der Freistaat lässt die Kommunen nicht im Stich und unterstützt bei der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, dass unsere Kinder richtig schwimmen lernen. Auch Organisationen wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) oder die Wasserwacht übernehmen dabei neben den Eltern sehr viel Verantwortung. Gemeinsam mit Initiativen des Freistaats stellen wir das richtige Schwimmenlernen somit sicher“, verdeutlicht der Abgeordnete.

Stadtmarketing bei H&R

Besichtigung der neuen Betriebsstätte

Firmenchef Hans Riedel ist stolz auf seine Familientradition. Foto: Klaus Heger

Zum ersten Mal veranstaltete der Stadtmarketingverein Gunzenhausen  einen gemeinsamen Unternehmensbesuch für seine Mitglieder. Rund 20 Mitglieder sind der Einladung von Vorsitzenden Patrick Bosch und der Geschäftsstellenleiterin Jeanette Kittel gefolgt und trafen sich bei der Firma Huber & Riede, um sich von Geschäftsführer Hans Riedel die neu gebauten Verkaufs- und Lagerflächen zeigen zu lassen.
Innerhalb von nur neun Monaten hat die Firma Huber & Riedel gegenüber dem alten Firmengeländes in der Alemannenstraße einen neuen Gebäudekomplex mit Ausstellungsflächen, Baustoffmarkt und Lagerhallen erstellt erzählte Hans Riedel nicht ohne Stolz weinen Gästen. Der Neubau wurde durch die sich immer mehr steigernden Umsatzzahlen notwendig da der Platz im alten Gebäude nicht mehr ausreichte und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch keine sozialen Einrichtungen wie Schulungs- und Aufenthaltsräume vorhanden waren.

Die Mitglieder des Stadtmarketingvereins waren von der H&R-Investition sehr beeindruckt. Foto: Heger

Hans Riedel gab einen kleinen Überblick über die 160 jährige Firmengeschichte von der Gründung des Unternehmens bis hin zur Inbetriebnahme des Neubaus in der Alemannenstraße. Dabei hat Hans Riedel mit der klaren Trennung zwischen Privatkunden und Geschäftskunden Schluss gemacht. Sein Großvater und auch sein Vater vertraten noch die Auffassung, dass der daneben stationierte OBI-Markt, der seit 2001 als Franchiseunternehmen von Thomas Riedel geführt wurde, für den Privatkundenbereich zuständig sei und die Firma Huber& Riedel als Baustoffgroßhändler ihren Schwerpunkt im Geschäftskundenbereich habe.
Mit dem jetzigen Neubau wird durch die großzügig gestalteten Ausstellungsflächen und den rund 400 Quadratmeter großen Baumarktsektor auch der Privatkundenbereich stärker in den Kundenfokus der Firma Huber & Riedel mit einbezogen, wobei Hans Riedel dies nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzungsangebot zum benachbarten OBI-Markt sieht.
„Das Herzstück des mittelständischen Familienunternehmens war schon immer Gunzenhausen und wird dies auch bleiben“, versicherte Geschäftsführer Hans Riedel. Das kann man auch daran erkennen, dass rund 80 Prozent der Kunden aus eine Umkreis von 25 km rund um Gunzenhausen kommen. Daher betreibt die Firma auch einen eigenen Fuhrpark der die Baustoffe zeitnah direkt an die Baustelle liefern kann und somit Lieferengpässe, wie dies im Internethandel immer wieder möglich ist, an den Baustellen der Region vermeidet.
Der Besuch endete im neuen Schulungsraum der Firma mit einem kleinen Imagevideo über den örtlichen Baustoffhändler und vielen guten Gesprächen der Teilnehmer unter einander.
KLAUS HEGER

40 Jahre beim THW

Willi Rettlinger aus Gunzenhausen  geehrt

Landrat Wägemann im Kreis der Familie von Willi Rettlinger und den THW-Kameraden aus Gunzenhausen. Foto: Klaus Heger

Landrat Gerhard Wägemann hat mit Willi Rettlinger eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die das Gesicht des THWim Landkreis prägt. Er überreichte an den aktuellen Ortsbeauftragten des THW Gunzenhausen die Urkunde und die Ordensspange des Ehrenzeichens für 40jährige Dienstzeit beim THW. Er konnte zu dieser Ehrung im Landratsamt auch die Ehefrau Heidi sowie seine Tochter Christine Federschmidt und seinen Enkel Michael Federschmidt im Besprechungsraum im Landratsamt begrüßen. Weitere Gratulanten im Landratsamt waren Marco Hämmer, Raphael Syska, Alexander Federschmidt,Christian Rettlinger vom THW Gunzenhausen und der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Dittenheim Karl Bardel.
Willi Rettlinger trat 1979 dem THW Gunzenhausen bei und engagierte sich seit dieser Zeit für die Weiterentwicklung des Ortsverbandes, die Nachwuchsgewinnung und die Jugendarbeit. Nach seiner THW-Ausbildung war er im Ortsverband als Ausbilder, Fernmelde- und Funktruppführer, Zugtruppführer und Zugführer tätig bevor er 1998 das verantwortungsvolle Amt des Ortsbeauftragten übernahm und dafür bis heute jährlich über 2.000 Stunden ehrenamtlichen Dienst leistet. Er vertritt aber auch die Interessen der Ortsverbände im THW Landesausschuss Bayern und als Delegierter in der THW Bundesvereinigung. Im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ist de der führende Ansprechpartner des THW.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt aber im Bereich der Jugendarbeit. Er schaffte es als stellvertretender Bezirksjugendleiter dass der THW in den Bezirksjugendring aufgenommen wurde. 1998 organisierte der die Durchführung eines Landesjugendlagers des THW mit über 2.000 Teilnehmern auf dem Festplatz in Gunzenhausen und 2012 ein Bundesjugendlager mit über 4.000 Teilnehmern in Landshut.
Herausragende Ereignisse in seiner THW-Laufbahn waren zweifelsohne die Einsätze bei Großereignissen wie die Hochwasserkatastrophen 2006 und 2013, die Errichtung der Wartezentren für Flüchtlinge in Erding und Feldkirchen 2015 und seine Mithilfe als Busfahrer bei der Verteilung der Flüchtlinge von Passau aus in das ganze Bundesgebiet. Ebenso dürfen seine zahlreichen Auslandseinsätze nicht unerwähnt bleiben. Bereits im Dezember 1988 wurde er zu seinen ersten Auslandseinsatz nach einem schweren Erdbeben nach Armenien gerufen und auch in Rumänien, Polen, Indien und Italien war er bei Hilfseinsätzen des THW mit an vorderster Front zu finden. Er ist in der Auslandsexpertendatenbank als „Financal Administrator“ und „Teamleader“ gelistet und steht auch nach 40 Jahren Dienstzeit für Auslandseinsätze jederzeit zur Verfügung.
Willi Rettlinger freute sich über die Auszeichnung und bedankte sich bei seiner Familie für die langjährige Unterstützung. In seiner allseits bekannten bescheidenen Art stellte er den Zusammenhalt innerhalb der THW – Familie und die gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Hilfsorganisationen in den Vordergrund seines Dankes. Er hat noch keine Stunde seinen Beitritt zum THW bereut stellte er fest und stellte dabei auch fest dass man alleine nichts bewegen kann, sondern dafür immer die Gemeinschaft benötigt.
KLAUS HEGER

Most – ein kulinarisches Erbe

Slow Food erinnert zum „Tag des Apfelweins“

Aus Anlass des international begangenen „Tag des Apfelweins“ erinnert Slow Food Altmühlfranken an die kulturgeschichtlich, aber auch kulinarisch bedeutsame Wertschöpfungskette zwischen den ökologisch wertvollen Streuobstwiesen und den daraus potenziell entstehenden Produkten wie Saft, Most oder auch schmackhafte Fruchtaufstriche, Gelees oder einer Vielzahl weiterer Streuobstspezialitäten.


Most ist ein weltweit verbreitetes Getränk, das sich in jüngster Zeit einer immer größeren Beliebtheit bei den Verbrauchern erfreut. Unter sehr unterschiedlichen Bezeichnungen wie Apfelwein, Viez, Sidra, Cidre, Cider oder wie hier in Altmühlfranken – aber auch in Südostbayern und im alpinen Bereich  –  als Most, hat dieses Getränk überall dort Tradition, wo es auch das entsprechende Mostobst gibt. Daher kennen Japaner ebenso wie Russen, Kanadier ebenso wie Mexikaner, und nahezu alle europäischen Länder wie Skandinavien, England, Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Tschechien oder Österreich den Most als ein besonders erfrischendes, alkoholarmes und nur wenig Kalorien beinhaltende Getränk.

Ein ganz herausragendes Kulturerbe unserer Region sind aus diesem Grunde die Streuobstwiesen. Schon immer haben wir und unsere Vorfahren dies zu nutzen gewusst. Die Fülle der hier noch erhaltenen alten Sorten sind dafür ein lebendes Beispiel. Noch vor Jahrzehnten wurden staatliche Rodungsprämien gezahlt, um an Stelle der Hochstämme neuen niedrigwüchsigen Plantagen Platz zu machen. Und in deren Folge wurden dann alle Intensivierungsmechanismen eingesetzt bis hin zum mehrmaligen  Spritzen gegen alle nur denkbaren Gefährdungen dieser empfindlichen Kulturen. Längst hat aber eine zunehmende Zahl von Verbrauchern den Wert der damit untergegangenen Streuobstkultur erkannt. Zwar waren schon über 80 % der früher weit verbreiteten und das Landschaftsbild positiv prägenden Hochstämme  verschwunden, aber die Rückbesinnung auf die Werte der Streuobstwiesen kam gerade noch rechtzeitig. Nun werden überall im Lande wieder neue Streuobstwiesen angelegt, Baumschnitt- und Baumpflegekurse erleben einen früher nicht  gekannten Zulauf und vor allem wurde das Interesse der Konsumenten an Säften oder dem Most unserer Hochstämme geweckt.

Eine „Fränkische Moststraße“ reicht auch bis nach Altmühlfranken hinein, neue Mostereien sind entstanden, stillgelegte wurden wieder zum Leben erweckt. Und langsam gewinnt auch wieder der Most  – ein früher in jedem Dorf selbst gekeltertes Getränk – seine Abnehmer, wenngleich der Durchschnittsverbrauch hier in Altmühlfranken noch deutlich hinter dem anderer Mostregionen, wie am Unteren Inn, im vorderen Bayerischen Wald, in Rhön, Spessart oder gar im Schwäbischen zurückliegt. Aber seit der Cider – zunächst als Importgetränk aus England und Irland – auch hierzulande zu einem Kultgetränk bei der Jugend avancierte, steigt der Absatz dieser Apfelgetränke wieder deutlich.  Eine  dauerhafte Sicherung unserer das  Landschaftsbild so eindrucksvoll und attraktiv gestaltenden Streuobstwiesen wird es eben nur geben, wenn es gelingt für deren Produkte wieder Liebhaber zu finden. Die Erhaltung dieses „Biotops Streuobstwiese“ hängt daher ganz wesentlich davon ab, dass eine nachhaltige Pflege dieses Kulturguts gesichert ist. Und dies wird umfassend und langfristig erfolgreich nur durch eine dauerhafte und nachhaltige Nutzung gewährleistet. Die Herstellung von Most, als ein hochwertiges regionales Produkt ist Teil solcher Nutzungsstrategien.

„Es muss daher auch unzweifelhaft klar sein, dass für diese Biotope eine entsprechend naturverträgliche Nutzung eine unverzichtbare Voraussetzung darstellt“, betonte Dieter Popp als Vorsitzender von Slow Food Altmühlfranken. Die in der Öffentlichkeit derzeit hitzig geführte Diskussion über die Gefährdung der Streuobstwiesen über die bereits seit Jahren durchgeführte Biotopkartierung führt aber in die Sackgasse wie die jüngst in Oberfranken vorgenommenen Rodungen von Streuobstbäumen durch verunsicherte Obstbauern gezeigt haben. Der überwiegende Teil unserer erlebbaren Natur ist Kulturlandschaft, also vom Menschen aktiv geprägt. Teile dieser Kulturlandschaften werden wegen besonderer Eigenschaften auch als Biotope eingestuft, um sie in ihrem Wert dauerhaft zu erhalten. In den meisten Fällen wird dies aber durch die Weiterführung der nachhaltigen Nutzung gewährleistet, wie eben auch beim Streuobst.
Es muss daher noch deutlicher kommuniziert werden, dass die Aufnahme von Flächen in die Biotopkartierung nicht automatisch ein Nutzungsverbot darstellt. Es ist vielmehr sehr viel bedeutsamer, dass auf solch ausgezeichneten Flächen auch Lebens- und Genussmittel von hoher Qualität entstehen können.

Slow Food Altmühlfranken
Dieter Popp, 91729 Haundorf, Vogelherdweg 1
altmuehlfranken@slowfood.de, Tel. 09837-975708

 

Korrektur der Pressinfo der „Echt Brombachseer“  vom 10.5.2019:

Ein Cider vom Jura

 In der Presseinformation der „Echt Brombachseer“ zum neuen Apfel-Cider wurde die Herkunft der Äpfel für diesen Cider nicht korrekt angezeigt. Das Obst stammt tatsächlich von den  hochwertigen Streuobstwiesen aus Markt Berolzheim. Der Hinweis, dass es aus dem Biodiversitätsprojekt Buchleite stammt – wie ursprünglich angenommen – hat sich als falsch herausgestellt. Tatsächlich sind die Äpfel von Obstwiesen geerntet worden, die nicht innerhalb dieser ausgezeichneten Fläche liegen. Dieses Missverständnis bitten die „Echt Brombachseer“ zu entschuldigen.

DIETER POPP

Wachttürme am Raetischen Limes

Dr. Elisabeth Krieger hat Limesforschung aktualisiert

Buchvorstellung im Haus des Gastes mit Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Präsident Prof. Claus Wolf, Landeskonservator Prof. C. Sebastian Sommer, Autorin Dr. Elisabeth Krieger und Dr. Alexander Gramsch von der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts. Foto: FR Presse

Alte wie neue Beobachtungen zu den Wachttürmen und Kleinkastellen am Raetischen Limes hat Elisabeth Krieger in ihrer Dissertation vor drei Jahren der Universität Köln vorgelegt. Nun hat die Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts im Rahmen ihrer Monographienreihe den Band 30 vorgelegt, der sich auf die Arbeit der jungen Archäologin bezieht. Ihr Untersuchungsgebiet war der 167 Kilometer lange Limes-Abschnitt von Eining bei Regensburg im Osten bis zum württembergischen Welzheim im Westen.

„Gunzenhausen ist die einzige Stadt am Limes, die vom römischen Grenzwell durchschnitten wird“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz zur Auswahl der Stadt als Ort der Buchvorstellung im Beisein des bayerischen Landeskonservators Prof. Dr. C. Sebastian Sommer und seines baden-württembergischen Kollegen Prof. Dr. Claus Wolf, des früheren bayerischen Limes-Koordinators Dr. Jürgen Obmann sowie von Matthias Pausch (Limesmuseum Ruffenhofen) und Andrea May (Limes-Koordinatorin Mittelfranken). Die Wertschätzung, die die Stadt Gunzenhausen bei den Limesforschern genießt, tröstet Bürgermeister Fitz darüber hinweg, dass seine Stadt nun schon zum zweiten Mal für das bundesweite Projekt „Limes Welt medial“ nicht berücksichtigt wurde.

Prof. Sommer, heute Präsident der Deutschen Limes-Kommission,  lobte das wissenschaftliche Werk von Dr. Elisabeth Krieger: „Sie stehen in der Nachfolge der Männer, die vor 125 die Deutsche Reichslimeskommission gegründet haben.“  Prof. Claus Wolf, der Präsident des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg, äußerte sich beglückt, dass der Limes seit 2005  als Weltkulturerbe stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt ist. In das Loblied stimmte auch Dr. Alexander Gramsch (Leiter des Museums Herxheim) ein, der die Römisch-Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts vertrat.

WERNER FALK