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Präzisionsarbeit aus Rügland

Landrat Dr. Ludwig besuchte GHD-Formenbau

Landrat Dr. Jürgen Ludwig (rechts) überreichte Bastian Schuster, Geschäftsführer der GHD-Präzisions-Formenbau GmbH & Co. KG, die Urkunde zur Teilnahme am Umwelt- und Klimapakt Bayern. Beim Firmenbesuch mit dabei war Rüglands Bürgermeister Wolfgang Schicktanz (links). Foto: Landratsamt Ansbach/Fabian Hähnlein

„Es war genau die richtige Entscheidung, in den Landkreis Ansbach zu ziehen“, sagt Bastian Schuster. Der Geschäftsführer der GHD-Präzisions-Formenbau GmbH & Co. KG mit Sitz im Rügländer Ortsteil Rosenberg ist stolz, wie sich die Firma in den 15 Jahren ihres Bestehens entwickelt hat. Bei einem Betriebsbesuch erkundigten sich Landrat Dr. Jürgen Ludwig, Bürgermeister Wolfgang Schicktanz und Ekkehard Schwarz von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Ansbach über die aktuellen Entwicklungen.

Gegründet wurde das auf Spritzgusswerkzeuge für die Kunststoffverarbeitung spezialisierte Unternehmen im Jahr 2007 von Rudolf Popp in Großhabersdorf (Landkreis Fürth). Mit der Übergabe der Geschäftsführung an den Enkel und heutigen Chef Bastian Schuster gingen auch Überlegungen einher, einen neuen Standort zu suchen. Dass die Wahl dabei auf Rügland, die Heimatgemeinde von Bastian Schuster, fiel, bezeichnet Bürgermeister Wolfgang Schicktanz heute als „Glücksgriff“. Im Jahr 2018 entstand in nur fünf Monaten Bauzeit der neue Firmensitz im Gewerbegebiet Rosenberg. Das Credo von Bastian Schuster: „Wenn man mit einer Ansiedlung die eigene Gemeinde unterstützen kann, ist allen geholfen.“

Denn die Firma ist kontinuierlich gewachsen. Heute entwickeln 26 Mitarbeiter pro Jahr zwischen 20 und 25 neue Werkzeuge für die Kunden, darunter Weltkonzerne mit bekannten Marken. Größtes und wichtigstes Standbein ist dabei der Bereich Körperpflege mit Produkten wie Rasierern und elektrischen Zahnbürsten. GHD stellt dabei Werkzeuge für einzelne Teile her. Auch aus der Automobilindustrie sowie aus dem Bereich Arbeitsschutz ist GHD Lieferant für namhafte Firmen.

Neben der Investition in moderne Anlagen ist Geschäftsführer Bastian Schuster auch die Ausbildung im eigenen Haus ein Anliegen. Denn damit könnten die Fachleute von morgen fit gemacht und im Unternehmen gehalten werden.

Bei seinem Firmenbesuch lobte Landrat Dr. Jürgen Ludwig das Unternehmen auch für sein Engagement im Umwelt- und Klimaschutz: Er überreichte Geschäftsführer Bastian Schuster eine Urkunde für die Teilnahme am Umwelt- und Klimapakt Bayern. Damit würdigen die Bayerische Staatsregierung und ihre Partner Unternehmen, die sich über die gesetzlichen Vorgaben hinaus für Verbesserungen beim Umweltschutz einsetzen. Bei GHD standen unter anderem Energieeinsparungen im Betrieb im Mittelpunkt.

Trauer um R. Schwemmbauer

78-jährig ist der frühere Ansbacher Landrat gestorben

Rudolf Schwemmbauer war ein sehr geselliger Mensch. Er leitet auch den Ansbacher Bürgermeisterchor. Foto: Falk

Der Landkreis Ansbach trauert um Altlandrat Rudolf Schwemmbauer, der am 13. Januar 2022 im Alter von 78 Jahren verstorben ist.

Rudolf Schwemmbauer hat über Jahrzehnte seine Schaffenskraft in den Dienst der Menschen und der Kommunalpolitik seiner Heimat gestellt. Er hat sich in besonderem Maße um den gesamten Landkreis Ansbach verdient gemacht. Zunächst als Bürgermeister von Geslau seit 1978, als Kreisrat seit 1996 und vor allem als Landrat in der Zeit von 2002 bis 2012 gestaltete er die Politik in unserem Landkreis wesentlich mit und setzte sich in vorbildlicher Weise für die Belange der Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Ansbach ein.

„Der Landkreis Ansbach verliert einen herausragenden Politiker und großherzigen Menschen, der eine schmerzliche Lücke hinterlässt“, sagte Landrat Dr. Jürgen Ludwig. „Unser großes Mitgefühl gilt seiner Familie.“ Als ein Ausdruck der Trauer wurde am Landratsamt Ansbach Trauerbeflaggung angeordnet.

Rudolf Schwemmbauer vertrat die Interessen des Landkreises Ansbach mit großer Tatkraft, Gestaltungswillen, politischer Weitsicht und vor allem feinem Einfühlungsvermögen für die Bedürfnisse der Menschen seiner Heimat. Sein Anliegen war es, gemeinsam mit den Kreisräten, Bürgermeistern und Bürgern den Landkreis Ansbach lebens- und liebenswert zu gestalten. Er tat dies konsequent und erfolgreich auch in verschiedensten Gremien – unter anderen im Bezirkstag und im Bayerischen Landkreistag.

Das langjährige und pflichtbewusste kommunalpolitische Wirken von Altlandrat Rudolf Schwemmbauer wurde durch zahlreiche Ehrungen gewürdigt. Ihm wurden unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, die Kommunale Verdienstmedaille des Freistaats Bayern in Silber und der Goldene Ehrenring des Landkreises Ansbach verliehen.

Rudolf Schwemmbauer wirkte über sehr viele Jahre auf allen kommunalen Ebenen:

1978 wurde Rudolf Schwemmbauer zum 1. Bürgermeister der Gemeinde Geslau gewählt. Bis zur Wahl zum Landrat 2002 übte er dieses Amt umsichtig, verantwortungsvoll und erfolgreich in 24 Jahren aus.

1990 wurde Rudolf Schwemmbauer zum Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg o.d.T. gewählt. Er übte dieses Amt zwölf Jahre bis 2002 aus.

1990 bis 2002 wirkte Rudolf Schwemmbauer als gewählter Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages für den Landkreis Ansbach, was die hohe Anerkennung im Kreise der Bürgermeister der 58 Gemeinden, Märkte und Städte im Landkreis Ansbach verdeutlicht.

1994 zog Rudolf Schwemmbauer in den Bezirkstag von Mittelfranken ein, wo er ab 2003 als stellvertretender Bezirkstagspräsident wirkte.

1996 wurde Rudolf Schwemmbauer in den Kreistag des Landkreises Ansbach gewählt. Als Mitglied in verschiedenen Ausschüssen gestaltet er ab diesem Zeitpunkt die Landkreispolitik mit.

Mit seiner Wahl zum Landrat des Landkreises Ansbach übernahm Rudolf Schwemmbauer ab 1. Mai 2002 eine zentrale Aufgabe im Landkreis Ansbach. Damit verbunden waren weitere Funktionen in verschiedenen Zweckverbänden, Vereinigungen und Gremien. Die Bevölkerung hat ihm 2008 erneut das Vertrauen ausgesprochen und für weitere sechs Jahre zum Landrat gewählt. Mit Ablauf des 30. April 2012 wurde Rudolf Schwemmbauer auf eigenen Antrag aus gesundheitlichen Gründen im Alter von 68 Jahren in den Ruhestand versetzt.

Rudolf Schwemmbauer hatte in den zehn Jahren als Landrat gewaltige Aufgaben zu erfüllen. Sein Einsatz galt unter anderem der medizinischen Versorgung, den Schulen, der Seniorenpolitik, der Umwelt- und Energiepolitik und einem familienfreundlichen Landkreis, unter anderem durch die Gründung des Bündnisses für Familie als Netzwerk von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Auch hat er sich für den Rettungshubschrauber und die Verbundbildung der Krankenhäuser eingesetzt. In seine Amtszeit fiel unter anderem auch das Gasunglück in Lehrberg mit Ausrufung des Katastrophenfalls.

Mit der Gründung des Bürgermeisterchores im Jahr 1989 konnte er sich einen Herzenswunsch erfüllen. Durch sein langjähriges Engagement als Dirigent konnte er viel dazu beitragen, Zusammenhalt und Einheit des Landkreises über die Bürgermeister als Multiplikatoren zu fördern.

Rudolf Schwemmbauer hat Kommunalpolitik mit Umsicht und außergewöhnlicher Bürgernähe gestaltet. Sein Wirken war geprägt von dem Antrieb, für die Menschen im Landkreis Ansbach die Heimat lebenswert zu gestalten und die Wirtschaft voranzubringen. Sein unermüdlicher Einsatz zugunsten des Landkreises Ansbach hat dessen Attraktivität, Identität und Perspektiven sehr gestärkt.

Seine große Heimatverbundenheit und die Liebe zur Gemeinschaft im ländlichen Raum waren ein großer Reichtum für unseren Landkreis. Dies wird sein Vermächtnis bleiben.

Leider kein Einzelfall

Vermüllte Plätze in der Stadt Gunzenhausen

Wer sich trifft und feiert, der nimmt am Ende seinen Müll mit und hinterlässt den Treffpunkt so, wie er ihn vorgefunden hat – so oder so ähnlich sollte es ablaufen, wenn sich Menschen im öffentlichen Raum begegnen und Zeit miteinander verbringen. Leider kommt es in der Stadt Gunzenhausen allerdings immer wieder vor, dass Grünflächen, Park- oder Spielplätze vermüllt zurückgelassen werden.

„Wenn im öffentlichen Raum Müll weggeworfen ist, dann ist das kein Kavaliersdelikt. Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst anfällt“, so Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Die Reinhaltung obliegt der Stadt und ist nicht billig. In Gunzenhausen stehen ausreichend Abfallbehälter zur Verfügung, die regelmäßig geleert werden. Wer dennoch meint, seinen Müll achtlos wegwerfen zu müssen, der handelt unsolidarisch und zu Lasten aller Bürgerinnen und Bürger. Anfallende Mehrkosten haben am Ende alle Steuerzahler zu tragen. Es ist bedenklich, wie egal manchen Menschen ihre Umwelt scheinbar ist.“

Wer Abfall illegal entsorgt, der begeht eine Ordnungswidrigkeit. Zudem ziehen insbesondere Speisereste Insekten und Nager an. „Uns ist bewusst, dass sich Menschen aufgrund der Corona-Pandemie häufiger draußen treffen“, so Thomas Hinterleitner vom Gunzenhäuser Stadtbauamt. „Dafür haben wir großes Verständnis, doch umso wichtiger ist es, Natur und öffentliche Plätze sauber zu halten. In den eigenen vier Wänden wird der Abfall doch sicher auch nicht einfach auf den Boden geworfen.“  

Lob für Umweltmanagement

Schaeffler beteiligt sich am Umwelt- und Klimapakt Bayern

Landrat Manuel Westphal überreichte Benjamin Koszorus, dem Werkleiter der Schaeffler Technologies AG & Co. KG Gunzenhausen, Betriebsratsvorsitzendem Andreas Schmid und Jakob Rummel (Verantwortlicher der Abteilung Umweltschutz des Werks Gunzenhausen), die Urkunde des Umwelt + Klimapakts Bayern vor einer der neu geschaffenen naturnahen Flächen auf dem Werksgelände. Foto: LRA

Wirtschaft und Umwelt müssen Hand in Hand gehen. Mit dem europäischen Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) hat das Schaeffler Werk in Gunzenhausen bereits die Weichen für einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz gestellt. Nun geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter und wird Mitglied im Umwelt- und Klimapakt Bayerns. Der Betrieb setzt dabei auf eine intelligente und sparsame Verwendung von Ressourcen, spart Kosten und zeigt auf der anderen Seite gesellschaftliche Verantwortung. Durch die freiwillige Teilnahme am Abkommen stellt das Unternehmen sicher, dass alle Umweltaspekte von Energieverbrauch bis zu Abfall und Emissionen rechtssicher und transparent umgesetzt werden. Landrat Manuel Westphal hat nun im Rahmen eines Unternehmensbesuchs die Urkunde des Umwelt- und Klimapakts übergeben.

Das Thema Nachhaltigkeit gehört für Werksleiter der Schaeffler Technologies AG & Co. KG Gunzenhausen Benjamin Koszorus nicht erst seit heute zur den bedeutendsten Handlungsfeldern, mit welchem sich die Industrie beschäftigen muss. Aus diesem Grund wurde im Gunzenhausener Betrieb bereits der Strombedarf vollständig auf erneuerbare Ressourcen umgestellt. Auch für die Zukunft hat sich das Werk ehrgeizige Ziele gesteckt. Der Frischwasserverbrauch soll bis 2030 um 20 Prozent reduziert und auch die Lieferketten hinsichtlich der Einhaltung der Ziele überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Über allen Zielsetzungen steht das Bestreben die gesamte Produktion CO² neutral abzuwickeln.

Als erste Maßnahme wurde damit begonnen die zur Verfügung stehenden nicht versiegelten Flächen in naturnahe Räume umzuwandeln. „Wir setzen hier insbesondere auf die Ansiedlung regionaler Pflanzen und Gehölze, um Kleintieren und Insekten einen Rückzugsort zu bieten“, erklärte Jakob Rummel aus der Abteilung Umweltschutz des Werks. Zur Unterstützung wurden darüber hinaus auch einige Insektenhotels aufgestellt. Als nächste Aufgabe steht die Begrünung der Fassaden der Produktionshallen an. Zur Umsetzung arbeitet der Betrieb mit der Lebenshilfe Altmühlfranken zusammen. Für Werksleiter Benjamin Koszorus ist das eine gewinnbringende Partnerschaft für beide Seiten: „Die Beschäftigten verfügen über die relevante Expertise und können einer geregelten Beschäftigung nachgehen. Gleichzeitig können wir als Betrieb auf diese Weise den Aspekt der Gemeinnützigkeit weiter vorantreiben“.

Da sich das Schaeffler Werk in Gunzenhausen in einem Mischgebiet befindet, sind ohnehin nicht nur rein ökologische Aspekte von Nachhaltigkeit gefragt. Der Betrieb will zukünftig seiner Verantwortung gegenüber den ansässigen Nachbarn gerecht werden und Emissionen, wie beispielsweise Lärm, reduzieren. Zur Messung der Nachhaltigkeit des Werks gibt der weltweit tätige Konzern einen Nachhaltigkeitstracker vor. Mit diesem Rating kann das Unternehmen die umgesetzten Maßnahmen und deren Wirkung ständig kontrollieren und gegebenenfalls nachjustieren.

Für Landrat Manuel Westphal ist die Teilnahme am Umwelt- und Klimapakt Bayern ein bedeutender Schritt hin zu einem CO² neutralen Landkreis: „Den Industrieunternehmen kommt bei der Umgestaltung unserer Region eine ganz besondere und oftmals nicht einfache Rolle zu. Umso mehr freut es mich, wenn die großen Betriebe wie das Schaeffler Werk hier in Gunzenhausen eine Vorreiterrolle einnehmen und kleinere Betriebe als Wegweiser unterstützen.“

Der Umwelt- und Klimapakt Bayern geht in der praktischen Umsetzung von betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und zeigt die besondere Verantwortung der Unternehmen gegenüber der Umwelt, dem Klima sowie dem Lebensraum. Neben der Vorbildfunktion gegenüber anderen Firmen kann dies auch die Markt- und Wettbewerbschancen erhöhen. Für den Staat bedeutet das Abkommen, dass umwelt- und klimapolitische Zielsetzungen weiter vorangetrieben werden können und mit den Unternehmen langfristige und verlässliche Partner für einen Dialog zwischen Staat und Wirtschaft gewonnen werden können. Der größte Gewinner des Umwelt- und Klimapakts Bayern ist aber schlussendlich die Umwelt, welche durch verstärkte Bewusstseinsbildung zugunsten Umwelt- und Klimaschutzzielen sowie Verhaltensänderungen nachhaltig gestärkt werden kann. Weitere Informationen zum Programm gibt es unter: www.umweltpakt.bayern.de  

Quelle veruneinigt

Steinriegelquelle mit Silagegut belastet

Am 21.Oktober 2021 wurde dem Wasserwirtschaftsamt ein Fischsterben in der Schambach mitgeteilt. Das Wasserwirtschaftsamt hat mit Vertretern der Polizeiinspektion Weißenburg eine Verunreinigung der Steinriegelquelle festgestellt und entsprechende Wasserproben entnommen. Die durchgeführten Übersichtsanalysen zeigten eine Verunreinigung durch organische, abbaubare Stoffe, die zu Sauerstoffmangel und Massenentwicklungen von Bakterien auch in der Schambach geführt haben.

Nach Vorliegen dieser ersten Untersuchungsergebnisse, die auf einen Eintrag aus kommunalem oder landwirtschaftlichem Abwasser wie Gülle oder Silosickersaft hindeuten, wurde das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen am 25.Oktober 2021 über die Ergebnisse informiert und gebeten, im näheren Einzugsgebiet der Steinriegelquelle Anlagen zum Lagern und zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zu überprüfen.

Die fachkundige Stelle für Wasserwirtschaft am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen hat noch am selben Tag eine umfangreiche Überprüfung der Anlagen zum Lagern und zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen bei sieben Betrieben durchgeführt. Hierbei wurden an mehreren Stellen unsachgemäße Lagerungen von Silagegut (Fahr- und Foliensilos sowie Siloballen) festgestellt und Sofortmaßnahmen zunächst mündlich gefordert, die dann einige Tage später erneut kontrolliert wurden. Anfang November hat das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen die entsprechend notwendigen Anordnungen zur Beseitigung der unsachgemäßen Lagerungen sowie zur ordnungsgemäßen Lagerung unter Androhung eines entsprechenden Zwangsgeldes mit Sofortvollzug erlassen. Die Missstände sind größtenteils beseitigt oder werden derzeit noch behoben. Das Landratsamt hat bisher an sechs Tagen Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt.    

Um abzuklären, ob möglicherweise auch Einträge von Abwasser über potentielle Schadstellen der erst vor wenigen Jahren gebauten Abwasserleitung von Heuberg und Haardt erfolgte, wurden vom Wasserwirtschaftsamt bei der Stadt Weißenburg Erkundigungen eingeholt. Hinweise auf Defekte der neuen Abwasserleitungen liegen nicht vor. Ebenso wurde der Steinbruch SSW in Hinblick auf organischen Ablagerungen überprüft. Es wurden keine Auffälligkeiten festgestellt.

Da die Belastungen in den darauffolgenden Tagen im Schambach offensichtlich nicht rückläufig waren, wurden am 3. November 2021 durch das Wasserwirtschaftsamt erneute Proben aus mehreren Quellen und Gewässern entnommen. Für weitergehende Untersuchungen wurden Proben an das Bayerische Landesamt für Umwelt verschickt, die jedoch erneut keinen eindeutigen Rückschluss auf die Art und Herkunft der Verunreinigung erlaubte. Deshalb hat das Wasserwirtschaftsamt am 9. November 2021 weitere Wasserproben entnommen, die das LfU auf ein erweitertes Analysenspektrum (z. B. auch Untersuchung auf Medikamentenrückstände, die Hinweise auf häusliches Abwasser liefern) untersucht hat. Die Analysenergebnisse liegen nun vor.

Alle Quellausläufe zeigen am jeweiligen Probenahmetag nahezu die gleiche Belastungssituation. Die Belastung hinsichtlich Organik und somit auch Sauerstoffzehrung hatte bis dahin nicht abgenommen (drei Wochen). In sämtlichen Wasserproben können Leitparameter landwirtschaftlicher Abwässer festgestellt werden. Aufgrund der sehr niedrigen Konzentrationen dieser Leitparameter kann jedoch nur landwirtschaftliches Abwasser als Ursache für die Gewässerverunreinigung sicher bestätigt werden; ob Gülle und oder Silosickersaft vorliegt, kann nicht beurteilt werden.

In allen Wasserproben sind auch Escherichia coli und Intestinale Enterokokken nachgewiesen. Die Untersuchungen von DNA-Marker dieser Fäkalbakterien, weisen auf Ausscheidungen von Rindern und dem Menschen hin. Die Human-Marker zeigen, dass häusliches Abwasser aus einem oder sehr wenigen Haushalten auf das Quellwasser Einfluss nimmt. Aufgrund fehlender Leitparameter von kommunalen Abwasser kann jedoch gesammeltes kommunales Abwasser als Ursache der Verunreinigung ausgeschlossen werden.

Um weitere Aussagen über das Einzugsgebiet der Steinriegelquelle und den möglichen Fließzeiten zu erhalten, wird am Montag, 29. November, ein Markierungsversuch vom Wasserwirtschaftsamt durchgeführt. Hierbei werden bei Heuberg und Haardt über vier Schürfgruben Farbstoffe in den Untergrund eingebracht. Diese sind völlig unschädlich für das Wasser, den Menschen oder für sonstige Organismen. Es kann lediglich zu einer kurzzeitigen Einfärbung des Wassers kommen. Im Regelfall werden die Farbstoffe aber im Grundwasser soweit verdünnt, dass die Farbstoffe nur analytisch im Labor festgestellt werden können. Wenn der Markierungsversuch erfolgreich verläuft, können daraus Rückschlüsse über die Dauer der noch anhaltenden Belastung gezogen werden und weitere potentielle Gefährdungen erkannt und ggfls. abgestellt werden.  

Gräben sind auch Gewässer

Gewässerrandstreifen inventarisiert

Diese Karte verdeutlicht die Fülle von Gewässern im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, die im Rahmen des Projekts erfasst wurden.


Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach hat seit Anfang 2021 die-
sen Jahres eine Gewässerrandstreifenkulisse für den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erarbeitet. Sie dient betroffenen Landwirten als Hilfestellung und soll gerade in Fällen, in denen die Einstufung unklar ist, für Sicherheit und Klarheit sorgen. In den vergangenen Wochen konnte die Begehung und Beurteilung der Gewässer im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen durch Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes
Ansbach abgeschlossen werden. Die Gesamtlänge der Gewässer, an denen ein Gewässerrandstreifen eingehalten werden muss, wurde nun um rund 30 % reduziert.
Viele Gräben sind aus der Gewässerrandstreifenkulisse entfallen. Die zum 1. August 2019 in Kraft getretene Änderung des Bayerischen Naturschutzge-
setzes resultiert aus dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Nach Art.16 Abs. 1 des BayNatSchG ist es verboten, „in der freien Natur entlang natürlicher oder naturnaher Bereiche fließender oder stehender Gewässer […] in einer Breite von mindestens 5 m von der Uferlinie diese garten- oder ackerbaulich zu nutzen (Gewässerrandstreifen).“ Die Gewässerrandstreifen sind demnach nicht einzuhalten:

– an eindeutig „grünen Gräben“ mit klarem Grasbewuchs, die nur so selten wasserführend sind, dass sie kein Gewässerbett aufzeigen,

– an künstlichen Gewässern,

– an Verrohrungen,

– an Be- und Entwässerungsgräben, Teiche und Weiher von wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung und

– an Straßenseitengräben, soweit sie kein natürliches Gewässer aufnehmen.

Das Ergebnis der aufwendigen Gewässerkartierungen wurde den im Landkreis zuständigen Mandatsträgern, Behörden und Verbänden in einer Videobesprechung am 25. November 2021 vorgestellt. Von den insgesamt 1150 km Gräben und Gewässern im Landkreis sind an rund 810 km Gewässern gemäß dem Bayerischen Naturschutzgesetz Gewässerrandstreifen einzuhalten. Die bisher eingegangenen Einwendungen betroffener Landwirte werden im nächsten Schritt auf die aktualisierte Kulisse hin überprüft. Die Kartenentwürfe dienen als Hilfestellung für betroffene Landwirte und stehen ab sofort als
Vorabinformation auf der Internetseite https://www.wwa-an.bayern.de/fluesse_seen/gewaesser-randstreifen des Wasserwirtschaftsamtes Ansbach unter “Gewässerrandstreifen“ für jedes Gemeindegebiet zur Verfügung. Die offizielle Veröffentlichung der Kulisse erfolgt am 01. Juli 2022
durch das Landesamt für Umwelt im Umweltatlas Bayern.

Der Landkreis Ansbach wird im nächsten Jahr bearbeitet. Da im Landkreis über 3.500 km Grä- ben und Gewässer zu beurteilen sind, werden die Erhebung voraussichtlich bis 2023 andauern.
Die Verpflichtung zur Einhaltung der Gewässerrandstreifen gilt auch hier seit dem 01.08.2019. Sind bei Gräben oder künstlichen Gewässern die Verhältnisse unklar, gilt vorerst keine Pflicht zur Anlage eines Gewässerrandstreifens, solange die Gegebenheiten nicht von der Wasserwirtschaftsverwaltung überprüft worden sind.

Heimat zergeht auf der Zunge

Besuch des Landrats auf der Kräutleinsmühle

Betonten den Wert regionaler Produkte (von links): Landwirt Johann Schlecht, Bechhofens Bürgermeister Helmut Schnotz, Dr. Josef Rampl (Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes), Müllermeister Harald Kräutlein, Landrat Dr. Jürgen Ludwig und Bäckermeister Chris Rieß. Foto: Andrea Denzinger/Landratsamt Ansbach

„Regionales Mehl ist ein hochwertiges und frisches Lebensmittel. Wer bewusst heimische Produkte kauft – zum Beispiel jetzt am ersten Advent in der Weihnachtsbäckerei – kann sich die Heimat im wahrsten Sinn des Wortes auf der Zunge zergehen lassen“, sagt Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Er besuchte kürzlich die Kräutleinsmühle im Bechhöfer Ortsteil Wiesethbruck. Sie ist eine von wenigen, in denen heute noch täglich gemahlen wird. Müllermeister Harald Kräutlein, der den Betrieb in vierter Generation führt, bezieht Weizen und Roggen direkt von den Landwirten aus der näheren Umgebung sowie aus dem Hesselbergraum. In Wiesethbruck werden daraus verschiedene Mehlsorten hergestellt.

Neben Weizen und Roggen verarbeitet Harald Kräutlein mit sechs Mitarbeitern auch Dinkel, der sich einer wachsenden Beliebtheit erfreut. In der Mühle wird das Korn zu Grieß, Mehl und Kleie verarbeitet, letztere dient als Tierfutter. Die nötige Energie dazu kommt dank der Lage an der Wieseth zu rund einem Drittel aus dem Wasser. Geplant ist, die Versorgung mit erneuerbarer Energie weiter auszubauen, etwa mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.

Landwirt Johann Schlecht aus Wiesethbruck schätzt die Kräutleinsmühle als bewährten Abnehmer in unmittelbarer Nähe. Seinen Roggen baut er auf Äckern im Umkreis von zwei Kilometern an. „Regionalität bedeutet auch Klimaschutz. Wir schätzen die kurzen Wege vom Landwirt über die Mühle zum Bäcker“, sagte Bechhofens Bürgermeister Helmut Schnotz.

„Bäcker sind systemrelevant – Corona hat dies noch deutlicher werden lassen“, betonten die Bäckermeister Gerhard und Sohn Chris Rieß aus Bechhofen. In seiner Backstube zaubert er aus dem Mehl aus Wiesethbruck in der Vorweihnachtszeit unter anderem zwölf verschiedene Plätzchensorten.

„Egal ob Brot, Brezen, Semmeln, Pizza, Kekse oder Müsli – die Kompetenz des Müllers und die der Mühlen sind täglich nahezu in aller Munde“, sagte Dr. Josef Rampl, Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes. Es gebe in ganz Bayern noch rund 100 Betriebe, in denen gemahlen werde. Diese Art der Wertschöpfung in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten müsse weiter hoch gehalten werden.

„Regionale Wirtschaftskreisläufe erhalten unsere Kulturlandschaft. Dank der kurzen Wege wird die Umwelt geschont und die Bevölkerung mit guten Lebensmitteln versorgt. Außerdem bieten die heimischen Betriebe Arbeitsplätze und damit auch eine Perspektive für junge Menschen und Familien“, so Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Der Landkreis Ansbach möchte mit dem Regionalmanagement einen Beitrag leisten, Verbrauchern die Bedeutung heimischer Produkte zu vermitteln.

Ehre für A. Engelmaier

Verleihung der Verdienstmedaille an den Naturschützer

Alfred Engelmaier nahm die Urkunde von Bürgermeister Fitz entgegen. Foto: Grosser/StGun

In Würdigung und Anerkennung seiner besonderen Leistungen nahm am 18. Oktober 2021 Alfred Engelmaier die Verdienstmedaille der Stadt Gunzenhausen aus den Händen des Bürgermeisters Karl-Heinz Fitz entgegen. Die Übergabe fand im Rahmen einer festlichen Stadtratssitzung statt.

„Mit Alfred Engelmaier ehren wir eine außergewöhnliche und verdiente Persönlichkeit unserer Stadt“, betonte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz. „Mit großer Ausdauer und unermüdlichem Einsatz für den Naturschutz hat er sich in herausragender Art und Weise um die Stadt Gunzenhausen verdient gemacht. Die Verdienstmedaille ist eine außergewöhnliche Auszeichnung und ein Zeichen der allerhöchsten Anerkennung. Seine positive Ausstrahlung und sein uneigennütziges Engagement machen Alfred Engelmaier für viele von uns zum Vorbild.“

Der am 8. Mai 1927 geborene Alfred Engelmaier hat sich Zeit seines Lebens für den Erhalt von Landschaft und Umwelt eingesetzt. Anfang der 1980er Jahre mitbegründete er die Ortsgruppe des Bundes Naturschutz, deren Vorsitzender er auch einige Zeit war. Daneben setzte sich der pensionierte Gymnasiallehrer für den Vogelschutzbund ein und war Verantwortlicher des Umweltfonds des Gunzenhäuser Lions Clubs. Im Jahr 2002 wurde ihm vom damaligen Umweltminister Werner Schnappauf die Bayerische Umweltmedaille verliehen. Weitere Auszeichnungen, die Herr Engelmaier erhielt, waren der District Governors Appreciation Award am Bande und die Goldene Libelle. Alfred Engelmaier hatte durch seinen unermüdlichen Einsatz maßgeblichen Anteil daran, Teile der Landschaft zwischen Büchelberg und Laubenzedel zu renaturieren und die Aue dort in den natürlichen Zustand zurückzuversetzen. 

Fast folgerichtig hielt die Laudatio zu Ehren Alfred Engelmaiers Klaus Fackler, der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Mittelfranken. Neben der Verdienstmedaille und der dazugehörigen Urkunde, die dem Geehrten überreicht wurden, trug sich Alfred Engelmaier auch ins Goldene Buch der Stadt Gunzenhausen ein. „Sie sind ein Kämpfer für das Gute und genießen großes Ansehen und eine hohe Wertschätzung. Völlig uneigennützig setzen Sie sich mit großer Hingabe zum Wohle der Allgemeinheit ein. Für Gunzenhausen ist Ihr Wirken ein großes Geschenk und es ist eine große Ehre, Ihnen die Verdienstmedaille der Stadt Gunzenhausen verleihen zu dürfen“, so Bürgermeister Karl-Heinz Fitz.

Neue Biberberater

Bestellung durch den Landrat ist erfolgt

Am 04. Oktober 2021 wurden Regina Hausmann-Löw aus Pleinfeld und Sebastian Amler aus Ettenstatt durch Landrat Manuel Westphal als neue Biberberater für den Landkreis berufen. Hausmann-Löw und Amler werden hier regional für den Jura und das Felchbachtal zuständig sein.

„Ich bedanke mich für die Bereitschaft von Regina Hausmann-Löw und Sebastian Amler die wichtige Koordinierungsaufgabe als ehrenamtliche Biberberater des Landratsamtes zu übernehmen und wünsche ihnen hierbei viel Freude“, erklärte der Landrat bei ihrer Berufung.

Regina Hausmann-Löw und Sebastian Amler arbeiten ab sofort als ehrenamtlich Mitarbeitende zur Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen. Durch ihr Engagement im Bereich des Bibermanagements hat der Landkreis nun insgesamt fünf Biberberater.

Zu den Aufgaben der Biberberater gehört die Erkundung und Ermittlung von Bibervorkommen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Als Beauftragte der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt verfügen sie dabei nach dem Bayerischen Naturschutzrecht über ein Zutrittsrecht zu fremden Grundstücken, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendig ist. Weiterhin stehen sie als unmittelbare Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Gemeindeverwaltungen zur Verfügung, insbesondere immer dann, wenn sich diese durch die Tätigkeit des fleißigen Baumeisters Biber betroffen oder beeinträchtigt fühlen. Die Biberberater beraten und unterstützen auch bei Vorsorgemaßnahmen, wie Baumsicherungen, Verfüllen von Einbrüchen, Anbringen von Elektrozäunen und vielem mehr. Wichtig ist auch eine Beratung über die Möglichkeit finanzieller Hilfen durch Dritte und die Aufnahme von Biberschäden, die für die Gewährung einer Ausgleichszahlung durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz nötig ist.

Da die Biberberater die Biberreviere in ihrem Zuständigkeitsbereich sehr gut kennen, können sie fachkundige Einschätzungen abgeben und so die Untere Naturschutzbehörde in ihren Aufgaben unterstützten. In regelmäßigen Abständen berichten sie der Unteren Naturschutzbehörde über ihre Tätigkeit und stehen so im engen Kontakt mit der Behörde.

Sofern Eingriffe gegen den Biber in Form von Biberdammbeseitigungen oder Zugriffsmaßnahmen angeordnet werden, kann auch die Betreuung solcher Einsätze in ihr Aufgabengebiet fallen. Ebenso ist die Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit in Sachen Biber ein wichtiger Aspekt ihrer Tätigkeit. 

Die Biberberater werden an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in einem einwöchigen Lehrgang ausgebildet. Biberberater sind ehrenamtlich tätig und erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Falls Interesse an der Übernahme der ehrenamtlichen Tätigkeit als Biberberaterin oder Biberberater besteht, können sich Interessierte bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes melden (bei Sonja Alberter unter Tel. 09141 902-377 oder bei Elke Petschl unter Tel. 09141 902-378).

SPD will Luftfiltergeräte

Schulen im Stadtgebiet sollen bestückt werden

Bereits im Oktober 2020 hat die SPD Stadtratsfraktion den Antrag gestellt, unsere Schulen im Stadtgebiet, soweit der Sachaufwandsträger auch die Stadt Gunzenhausen ist, mit mobilen Luftfiltergeräten aus zu statten. Im Ausschuss für Bauangelegenheiten, Stadtentwicklung und Umwelt wurde das Thema entsprechend behandelt. Das Ergebnis war ernüchternd. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder sprach sich gegen eine Anschaffung der Geräte aus. Manuelles Lüften war den meisten Mitgliedern, aber auch Bürgermeister Fitz völlig ausreichend, der nur die Anschaffung von CO2 Messgeräten für ausreichend hielt.

Letzte Woche wurden für die weiterführenden Schulen, wie Gymnasien, Berufsschulen oder Realschulen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen mit mehrheitlichem Beschluss des Schulausschusses insgesamt 361 Geräte bestellt. Die Kosten dafür trägt zu 50% der Landkreis, zu verbleibenden 50 % werden über Fördergelder bereit gestellt. Wie ist das unseren Schülern der Grund- und Mittelschulen in Gunzenhausen zu erklären, welche nun keine Geräte bekommen, zumal CO2-Messgeräte kein ausreichendes Indiz sind für eine saubere und sichere, virusfreie Luft? Die Diskussionen über die Anschaffung der mobilen Luftreinigungsgeräte kocht hoch. Aus unserer Sicht sprechen die Fakten für eine Anschaffung mittlerweile aber für sich.

Die respiratorische Aufnahme von Flüssigkeitströpfchen, welche beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen, sind hauptverantwortlich für die Aufnahme für alle Virusvarianten. Zudem ist durch viele Personen in einem Raum, wie zum Beispiel Klassenzimmern mit bis zu 30 Kindern, das Infektionsrisiko stark erhöht. Für Kinder bis 12 Jahre gibt es außerdem derzeit noch keine Impfempfehlung der Stiko, also genau die Altersgruppe unserer Grund- und Mittelschulen.

Das Konzept des Kultusministeriums sieht vor, dass alle 10 Minuten für 2 Minuten gelüftet werden soll. Dies macht jedoch physikalisch nur dann Sinn, wenn zwischen der Raum- und Aussenluft ein größerer Temperaturunterschied ist oder starker Wind weht. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, dann ist Lüften von 3-5 Minuten bei Weitem nicht ausreichend und es dauert sehr lange bis ein vollständiger Luftaustausch vollzogen ist. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem die Universität der Bundeswehr in München vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik.

Ihr Fazit: das einfache Lüften, welches bisher als wirksamste und gleichzeitig auch günstigste Maßnahme für Klassenzimmer propagiert wird, reiche nicht aus.

Das Dauerlüften kann demzufolge im kommenden Herbst und Winter auch keine wirklich Alternative sein. Die Klassenräume kühlen zudem sehr schnell aus, die Heizkosten steigen enorm, das Wohlbefinden leidet und Erkältungserkrankungen wären die Folge. Kurzes Stoßlüften reicht zudem auch nicht aus, um die Virenlast wirklich zu reduzieren.

Mobile Lüftungsgeräte reduzieren diese jedoch nachweislich. Eine sinnvolle Ergänzung zum manuellen Lüften sind deshalb hocheffiziente Luftreinigungsgeräte. Das Prinzip ist einfach: Über einen Ventilator wird Luft eingesaugt, ins Innere des Gerätes geleitet und über mehrer Filter von Schadstoffen, Viren, aber auch Pollen befreit, wieder abgegeben. Geräte mit UV-Licht oder Ozon Behandlung werden vom RKI aufgrund sicherheitsrelevante Aspekte abgelehnt, da induzierte Reaktionen organischer Substanzen entstehen können.

Eine Studie von Atmosphärenforschern der Universität Frankfurt hat mehrere Luftreiniger in vollbesetztem Klassenzimmer eine Woche lang untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass nach 30 Minuten 90% der Aerosole aus der Luft entfernt waren. Eine Halbierung der Aerosolkonzentrationen in Abhängigkeit zur Raumgröße lässt sich innerhalb von 3 -15 Minuten erreichen und problemlos auf niedrigem Niveau halten.

Der Studienleiter der Arbeitsgruppe, Joachim Curtis weist darauf hin, dass dadurch die Ansteckungsgefahr in Klassenzimmern sehr deutlich reduziert wird und empfiehlt ausdrücklich den Einsatz von Luftreinigungsgeräten auch im Hinblick auf die bevorstehende, kalte Jahreszeit.

Durch die Geräte wird saubere Luft für Schüler und Lehrer bereit gestellt, welche die Gefahr der Ansteckung durch Corona, aber auch anderen Viren wie z.B. Influenzaviren deutlich reduziert und damit die Infektionsgefahr durch Aerosole indirekt stark verringert.

Saubere Luft wirkt sich zudem auch auf das Wohlbefinden von Allergikern und Asthmatikern aus, da auch die Pollenbelastung signifikant sinkt. Durch die Kombination mit herkömmlichem Lüften wird die Frischluftverteilung in den Klassenräumen deutlich erhöht (Quelle: Umweltbundesamt, RKI und WHO). Empfehlung: “Im Sinne des Infektionsschutzes sollten Innenräume mit einem möglichst hohen Luftaustausch und Frischluftanteil versorgt werden. Dies gilt gleichermaßen für freies Lüften […] wie beim Einsatz von raumlufttechnischen Anlagen.” (Umweltbundesamt)

Um für den Einsatz in Schulen und Kitas zugelassen zu werden, müssen die Geräte 3 Kriterien erfüllen: Zum Einen muss die Luftumwälzung und Filterung im Raum mindestens dem 6fachem Raumluftvolumen (Empfehlung Dr.Kähler, Uni der Bundeswehr München) entsprechen, weiterhin muss jedes Gerät mit HEPA-Filtern der Kategorie 14 ausgestattet sein und natürlich müssen die Gerät so geräuscharm arbeiten, dass der Schulbetrieb nicht gestört wird (Max.35-40dB)

Um dem Aspekt des Umweltschutzes nachzukommen, sollte jedoch unbedingt eine bedarfabhängige Regelung möglich sein.

Der Freistaat Bayern fördert die Beschaffung mobiler Lüftungsgeräte in Schulen und Kitas mit einem Förderprogramm mit bis zu insgesamt 190 Mio Euro, maximal 50% und bis zu einem Höchstbetrag von 1750 Euro pro Gerät. Die Förderanträge können rückwirkend seit 01.Mai 2021 bis Ende des Jahres gestellt werden. Kreisangehörige Gemeinden müssen den Antrag bei der Kreisverwaltungsbehörde stellen.

Die Förderfähigkeit nach diesem Programm ist nicht auf Räume beschränkt, welche durch Fensteröffnung nur schlecht oder gar nicht gelüftet werden können.

Die erforderliche Grundimmunität der Bevölkerung wird in diesem Jahr mit 70-80% der Erwachsenen noch nicht erreicht werden. Durch weitere Impfungen aber auch Infektionen wird es erst in den kommenden Jahren zu einer Grundimmunität kommen. Das RKI rechnet mit der Ausbreitung neuer Varianten mit höherer Übertragbarkeit und den damit möglicherweise verbundenen erneuten schweren Krankheitsverläufen. Durch könnte es zu einer neuen Verschärfung der Gesamtsituation kommen.

Für Bianca Bauer, SPD-Stadträtin ist es deshalb nicht nachvollziehbar, dass weitere Projekte weiter energisch vorangetrieben werden und unsere Grund- und Mittelschüler auf die zusätzliche Sicherheit von Luftreinigungsgeräten verzichten sollen. Viele Eltern sind durch Home Office und Home Schooling an Ihre Grenzen gekommen. Es gab Eltern, welche Ihre Kinder unterstützen konnten aber auch Kinder, die völlig auf sich gestellt waren. Home Schooling, aber vor allem auch die gemischte Variante im Wechsel mit Präsenzunterricht war aber auch für die Lehrkräfte eine enorme Anstrengung. Die Auswirkungen der (teilweisen) Schulschließungen werden in einigen Jahren deutlich zu spüren sein. Deshalb sollte es doch eigentlich oberste Priorität sein, den Präsenzunterricht an unseren Schulen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln im neuen Schuljahr zu gewährleisten und dauerhaft zu sichern.

Leider ist der Zug jetzt fast abgefahren, da durch die langen Lieferzeiten und bereits angekündigten Lieferengpässe, nicht mehr damit gerechnet werden kann, dass rechtzeitig zum Schuljahresbeginn alle Klassenräume mit entsprechenden Geräten ausgestattet werden könnten. Auch die Aussage, dass keine Gelder da sind, kann man so nicht im Raum stehen lassen. Es ist immer nur eine Frage für was man das Geld ausgibt.

Jedem muss jedoch auch klar sein, dass nur eine Kombination aller Maßnahmen gegen die Pandemie langfristig zum Erfolg führt.