Höhepunkt heuer – und dann?

Zur Entwicklung des Schwammspinners

Alle reden vom Schwammspinner.  Da ist es gut, mehr über die biologische Entwicklung zu wissen. Dr. Dr. Gabriela Lobinger von der Landesanstalt für Forst- und Waldwirtschaft in Regensburg zeigt auf, wie die Population verläuft.

Wie ein Schwamm sieht es aus, wenn die Gelege mit Afterwolle umhüllt sind.  Foto: FR Presse

Die Weibchen unter den Faltern legen ihre Eier im Juli und August in Gelegen in die Rinde der Eichen (jede bringt es auf rund 1000 Eier) und umhüllen sie mit einer gelbbraunen Afterwolle, was aussieht wie ein Schwamm. Daher kommt auch der Name des Schwammspinners.

In den Eiern entwickeln sich im Herbst die Raupen und überwintern n den Gelegen. Ende April schlüpfen die Raupen. Sie fressen so viel, dass sie bis zu 7,5 Zentimeter lang und fingerdick werden können. Das Ergebnis sehen wir am Burgstallwald. Noch dazu: die toten Raupen verbreiten einen unangenehmen Geruch.

Die Massenvermehrung dauert vier bis fünf Jahre, wenn keine Gegenmaßnahmen erfolgen. Die Population bricht zusammen, wenn den Schwammspinnern die Parasiten zu arg zusetzen oder die Raupen eine Viruskrankheit bekommen.

Bei mehrjährigem Fraß kann es zur völligen Vernichtung des Eichenbestands kommen. Die geschwächten Bäume sind anfällig für Eichenprachtkäferarten, die den Eichen dann den letzten Rest geben.  Nach zweijähriger Entwicklung verpuppen sich die Käfer und können danach weitere Eichen im Umkreis befallen.

Die erste Schwammspinner-Plage wurde in Deutschland in den Jahren 1992 bis 1995 registiert, und zwar in Gebieten Unter- und Mittelfrankens. In diesen Tagen können wir erleben, wie sich der Befall schlimmstenfalls darstellt.

Die Frage ist: Wie geht es weiter? Kommt im nächsten Jahr das gleiche Unheil noch einmal – oder vielleicht noch stärker? Die Behörden werden sich sich gehen müssen. Der Stadtrat tut gut daran, sich für eine chemische Bekämpfung auszusprechen, um somit das Menschenmögliche zu tun.

WERNER FALK

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