Jetzt: Cronheim glänzt

Abschluss der Dorferneuerung im Gunzenhäuser Stadtteil

Ortssprecherin Beate Schlicker durfte vom Landrat einen 500-Euro-Scheck für einen Defibrilator entgegennehmen. Foto: FR Presse

Nach 17 Jahren des Überlegens, Planens und Bauens ist die Dorferneuerung Cronheim nunmehr abgeschlossen worden. Wenn alle Leistungen zusammengefasst werden, dann sind rund 7,5 Millionen Euro in den letzten sechs Jahren verbaut worden. Die meiste Geld floss in die neue Gestaltung der Ortsdurchfahrt mit beidseitig  gepflasterten Gehwegen.  In Anwesenheit von Gerhard Jörg, dem Chef des Amts für Ländliche Entwicklung in Mittelfranken, feierten die Cronheimer das Ende aller Arbeiten.

„Die Cronheimer haben mit diesem Projekt ihre gemeinsame Verbundenheit gelebt“, erklärte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz im Festzelt. Er sprach von einem „deutlichen Mehrwert“ für Cronheim.  Sein Kompliment an Amtschef Gerhard Jörg und seinen Projektleiter Anton Herrmann: „Sie haben einen hervorragenden Job gemacht.“ Er vergaß aber auch nicht den Landkreischef Gerhard Wägemann zu danken, denn der Kreis hat die Eisenbahnbrücke neu gebaut. Sein Dank galt ferner dem langjährigen Ortssprecher Oskar Rohrmann, der eigens aus seinem neuen Wohnort Kempten angereist war, sowie seiner Nachfolgerin Beate Schlicker, der er eine

„gute Kommunikation“ bestätigte.  Und der Rathauschef nannte einen Mann, der sich in vielfacher Weise für Filchenhard verdient gemacht hat: Ludwig Göttler. Er hat sich wie Edmund Abel als Wegebaumeister und „Pflanzmeister“ stark engagiert. Gekommen waren zur Abschlussveranstaltung auch die Geistlichen Karl-Heinz Brendel (evangelische Gemeinde) und Peter Wizgol (katholische Gemeinde).

Wie Fitz darstellte, begann der Dorferneuerungsprozess schon 2002, als sich die Cronheimer und Filchenharder in Klosterlangheim in Klausur gingen und zusammen mit den behördlichen Experten über die Zukunft ihrer Dörfer sich Gedanken machten.  Die ersten Baumaßnahmen setzten 2013 ein. Die Stadt Gunzenhausen hat sich – so Fitz – mit 1,1 Millionen Euro an der Finanzierung beteiligt, weitere 2,5 Millionen Euro aus dem Stadtsäckel sind in den Straßenbau, die Kanalsanierung und weitere Maßnahmen geflossen. Nach der Hochrechnung des Rathauschefs werden es wohl 7,5 Millionen Euro sein, die für Cronheim investiert wurden, denn der Kläranlagenbau in Filchenhard und die Ortssanierung Maicha stehen noch aus, auch die Jugendraum in der alten Ziegelei wird noch realisiert. „Die Dorferneuerung ist ein großer Nutzen für die Dorfgemeinschaft“, sagte der Bürgermeister unter dem Beifall der Cronheimer. An die Ortsteilbewohner appellierte er: „Pflegen Sie das, was sie bekommen haben!“

Landrat Gerhard Wägemann verwies auf den Bau der Bahnbrücke und dem Ausbau der Strecke nach Stetten (2,5 Millionen Euro) und überreichte der Ortssprecherin Beate Schlicker namens der Bürgerstiftung den Betrag von 500 Euro für die Beschaffung eines Defibrilators im Dorf.

„Sie haben die Zukunft Ihres Dorfes selbst in die Hand genommen“, lobte Behördenchef Gerhard Jörg das Engagement der Cronheimer und Filchenharder.  Der Prozess, die Dörfer als lebenswerte Heimat zu erhalten, gehe weiter.  In Mittelfranken gebe es nach wie vor eine starke Nachfrage nach der Dorferneuerung und Flurbereinigung. Derzeit stünden 190 Verfahren an, plus 28 einfache Dorferneuerungen. „Es ist ein Ortsbild geschaffen worden, um das Sie viele beneiden werden“, sagte Jörg.

Auf die Einzelheiten der sechsjährigen Bauphase ging Abteilungsleiter Anton Herrmann ein. Er rühmte die optische Aufwertung des Kapellenplatzes und die Revitalisierung eines alten Feldkreuzes in Filchenhard ebenso wie den Bau des „Kreisels“ an der Staatsstraße. Den Rest erledigten die beiden Dorffrauen Monika Abel und Jutta Pfeuffer, die alle Auffälligkeiten der letzten Jahre in Versform kleideten und daraus einen Song mit eingängigem Refrain machten.

Freuen dürfen sich die Cronheimer auch auf das neue Büchlein von Siglinde Buchner („Geschichte des Schlosses Cronheim und seiner Besitzer“), das für 8,50 Euro vorbestellt werden kann.  In Vorbereitung ist ein weiteres heimatkundliches Werk, nämlich die Häuserchronik von Cronheim. Günter Prechter sammelt seit vielen Jahren die Daten und würde sich freuen, wenn ihm ein Computerfreak helfen würde, die restlichen Arbeiten zu erledigen.

WERNER FALK

 

 

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