Tiger beim Johannitag

Vom Aussterben bedrohte Rinderrasse

Beim diesjährigen Johannitag am Sonntag, den 30. Juni, in Triesdorf, werden wieder zwei Ansbach-Triesdorfer Kalbinnen gezeigt. Sie sind in einem eigenen Areal in der Nähe des Milchviehstalls zu sehen.

Das Ansbach-Triesdorfer Rind, wie die Rasse offiziell heißt, im Volksmund aufgrund seiner interessanten Scheckung aber auch oft „Triesdorfer Tiger“ genannt wird, ist eine extrem vom Aussterben bedrohte Rinderrasse. Ihre Zucht begann bereits im Jahr 1740 unter Markgraf Carl Wilhelm Friedrich in seiner Triesdorfer Hofhaltung und ist damit die älteste in Deutschland auf Leistung gezüchtete Rinderrasse. Noch 1896 wurden in Bayern 190 110 Tiger gezählt. Heute gibt es nur noch 185 anerkannte Triesdorfer Tiger in Bayern. Seuchen, Gesetzesänderungen, aber vor allem die Industrialisierung der Landwirtschaft haben zu ihrem Niedergang geführt.

Seit 1992 versucht der „Verein zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes e.V.“ die Rasse vor dem Aussterben zu bewahren und startete dazu im Frühjahr 2016 ein Projekt zur Nutzung des Fleisches männlicher, ausgewachsener Ansbach-Triesdorfer Rinder. In mehreren Restaurants und bei einigen Metzgern kann man nun hin und wieder Fleischprodukte des Triesdorfer Tigers erwerben und damit zum Erhalt der Rasse beitragen. (Näheres hier: https://ansbachtriesdorferrinddotde.wordpress.com/mitessen/

Nötig ist allerding auch, die genetische Basis der Triesdorfer Tiger zu erhalten und zu verbreitern. Deshalb veranlaßte der Verein zur Erhaltung des Ansbach Triesdorfer Rindes e.V. die Absamung eines Tigerbullen und wird dabei vom „Verein der Freunde Triesdorfs und Umgebung“ unterstützt. Die Freunde Triesdorfs informieren deshalb am Johannitag von 10-17 Uhr in der Villa Sandrina über die Triesdorfer Tiger und sammeln Spenden zur Absamung des Bullen „Gerhard“. In der Villa Sandrina kann man darüber hinaus zwei historische Gemälde der Triesdorfer Tiger aus dem Jahr 1780 sehen.

Geplant ist außerdem, einen Ochsen am Spieß anzubieten, gemäß dem Motto: „Bewahren durch Aufessen“. Denn nur dann, wenn die Landwirte auch Abnehmer*innen für die Tiger finden, wird die Rasse überleben können.

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