Pfofelder punkten mit den Römern

Infotafeln und Rollups erklären den geschichtsträchtigen Boden

Von links: Vorsitzender Herbert Kraus, Prof. Erich Naab, Dr. Ralf Obst vom Landesamt für Denkmalpflege und Bürgermeister Willi Renner.

Der Limes führt quer durch die Gemeinde Pfofeld. Dessen sind sich die Dorfbewohner bewusst. Vor allem ist es der Kulturverein, der sich dem geschichtlichen Erbe annimmt. Er hat in den letzten beiden Jahren in enger Kooperation und mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung des Landesamts für Denkmalpflege zwölf Infotafeln an Bodendenkmälern in der Flur und im Dorf aufgestellt sowie die gleiche Anzahl von Rollups (flexibel einsetzbaren Schautafeln) beschafft.

Treibende Kraft des seit rund zehn Jahren bestehenden Kulturvereins Pfofeld ist der pensionierte Förster Herbert Kraus. Seine ganze Familie steht hinter ihm, dazu eine einsatzfreudige Mannschaft. Sie hat schon in den vergangenen Jahren vieles bewirkt und ist durch ihre aktive Mitarbeit im Dorferneuerungsverfahren positiv aufgefallen. Am bekanntesten ist die Laienspielgruppe, die mit der Heiligkreuzkapellen-Ruine eine stimmungsvolle Bühne hat. Man darf wohl sagen: der Kulturverein ist ein Edelstein in der Gemeinde, die von Bürgermeister Willi Renner mit ruhiger Hand geführt wird. In der Kommune ist alles stimmig – und beinahe einstimmig war auch Renners Wahl 2088 (99,3 Prozent).

Der phänomenale Gemeinschaftsgeist der Pfofelder beeindruckte auch den Eichstätter Theologen und Historiker Dr. Erich Naab bei seinem ersten Besuch Pfofelds am vergangenen Donnerstag. Was er zu sehen und zu hören bekam, das entlockte ihm höchste Anerkennung. Der Vorsitzende des Eichstätter Diözesangeschichtsvereins skizzierte in einem Vortrag die Christianisierung Altmühlfrankens im frühen Mittelalter.  Er bezog sich dabei auf die Schriften der Nonne Hugeburc, die das Wirken der iro-fränkischen Glaubensboten Willibald, Wunibald und Walburga für die Nachwelt festhielt. Für die Wissenschaft hat sie die erste Literatur hinterlassen, die erste noch heute greifbare Schrift.  Seiner Einschätzung nach war bereits Bonifatius, der „Apostel der Deutschen“, ein Reformbischof. Ein Reformer der Moral jedenfalls war das „asketische Naturell“  Wunibald, der Gründer des Heidenheimer Klosters. Er führte den Kampf gegen das Heidentum.  Erstmissionare waren Wunibald und Willibald nicht, denn schon vor ihnen gab es hierzulande Christen, was die prähistorischen Funde von Solnhofen und Westheim beweisen.

Seit dem Herbst stehen die Infotafeln schon an den zwölf Standorten rund um Pfofeld und erklären die Heimatgeschichte seit der  Keltenzeit.  Im Pfofelder Tal haben Menschen nachweisbar schon vor 2500 Jahren gelebt. Wie Vorsitzender Herbert Kraus erklärte, hat die Umsetzung zwei Jahre in Anspruch genommen. Sein Dank galt daher allen, die sich engagierten und die mit fachlichem Rat geholfen haben, vor allem Dr. Ralf Obst vom Landesamt für Denkmalpflege und … Diesl vom Amt für ländliche Entwicklung Mittelfranken.

Einen Wunsch hat trotz des bisher Erreichten der Vorsitzende noch: ein Wanderweg soll die zwölf Stationen verbinden.  Wie die Pfofelder gebaut sind, schaffen sie auch den noch. Stützen können sie sich jedenfalls auf ihre Frauenpower. Die zaubert nicht nur ein originelles Büfett auf den Tisch, sondern ist immer da, wenn helfende Hände gebraucht werden.

WERNER FALK

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