FDP-Aschermittwoch hat Tradition

Hauptredner war Bundestagskandidat Johannes Dallheimer

Auf der Aschermittwochveranstaltung der FDP in Frickenfelden: Bundestagskandidat Johannes Dallheimer, Bezirksvorsitzende Katja Hessel, Stadtrat Werner Falk und Kreisvorsitzender Thomas Geilhardt. Foto: FR Presse

Wenn die mittelfränkische FDP ihren Anhang zum politischen Aschermittwoch nach Frickenfelden ruft, dann ist das Politspektakel, eher „ein Konzert in Moll“. Verbal draufzuhauen, das liegt nun einmal nicht allen, auch nicht dem Bundestagskandidaten Johannes Dallheimer. Immerhin: pointierte Aussagen lieferte auch er seiner Fangemeinde.

Es war das 25. Mal, dass sich die Liberalen im Gasthaus Krug in Frickenfelden die politischen Reden mit Matjes- oder Bismarckhering garnieren ließen. Bezirkschefin Kathrin Hessel, die ehemalige Wirtschaftsstaatssekretärin, bemerkte angesichts des vollen Hauses: „Wir sind im Aufwind!“ Unter den Gästen weilte auch eine Delegation aus dem thüringischen Neuhaus/Rennweg. Der frühere FDP-Kreisvorsitzende Johann Saalbaum hatte seinerzeit den Kontakt hergestellt. Die starke Resonanz der Aschermittwochsveranstaltung beflügelte auch den derzeitigen Kreisvorsitzenden Thomas Geilhardt: „Wir wollen für eine offene und zukunftsorientierte Gesellschaft kämpfen.“

Hauptredner war Bundestagskandidat Johannes Dallheimer, der als Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppen in Deutschland sogar dem Parteivorstand um Christian Lindner angehört. Der 22-jährige Wirtschaftsstudent trat mit einer engagierten Rede vor die Zuhörer. Er rät, mit Donald Trump, dem neuen amerikanischen Präsidenten, auf Augenhöhe zu diskutieren: „Wir Europäer dürfen uns nicht klein machen.“ Zur zusammen seien die atlantischen Partner stark und könnten Wohlstand und Sicherheit garantieren. Aber auch Europa und Deutschland müssten sich an die Nase fassen, denn: „Was sind wir allein auf dieser Welt der globalen Player?“ Europa müsse so attraktiv sein, dass niemand im Traum daran denken könne, es zu verlassen. „Wir dürfen unsere Zukunft nicht den Nationalisten überlassen“, so Dallheimer, „denn die haben noch nie den Frieden gebracht“.

Im innenpolitischen Teil seiner Rede äußerte sich Dallheimer zu den gesellschaftlichen Veränderungen als Folge der weltweiten Digitalisierung. Noch immer hätten 70 Prozent der deutschen Lehrer nur mittelmäßige bis sehr schlechte IT-Kenntnisse. „Wir sind das Land“, so Dallheimer, „das mit der Digitalisierung noch die Bürokratie aufbläht“. Eine der zentralen FDP-Forderungen sei die nach der besten Bildung der Welt.

Dallheimer kritisierte die von dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz zugespitzte Diskussion „auf Superreiche und Flüchtlinge“. Niemand rede von der Mittelschicht, die hart arbeite, aber trotzdem bereit sei, etwas abzugeben.  Dallheimer („Ihr seit das Herz unserer Gesellschaft“) erklärte, es stimme einfach nicht, dass in Deutschland die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergehe. Die SPD  habe all die Jahre in Berlin mitregiert. Seine Wahlkampfstrategie habe sich Schulz von Trump abgeschaut: „Fakten sind nicht so wichtig, Emotionen sind es umso mehr.“

Für notwendig hält Dallheimer eine bessere Vernetzung der Polizei in Deutschland. Der gebürtige Mexikaner hat die Mängel erst kürzlich am eigenen Leib erfahren: „Bei uns stimmen die Prioritäten nicht mehr, wenn islamistische Gewalttäter ungehindert ins Land kommen können, der Falschparker einem Strafzettel nicht entkommen kann.“

Die knappe Entscheidung des Gunzenhäuser Stadtrats, keine Sicherheitswacht einzuführen, bekräftigte Stadtrat Werner Falk: „In den Krisenrevieren der Großstädte mag sie angebracht sein, aber uns reicht der Parkwächter.“ Liberale Freiheitswerte stünden nicht im Einklang mit einer Blockwarte-Mentalität. Der Kommunalpolitiker lobte die angenehme Zusammenarbeit im Stadtrat und die dreijährige erfolgreiche Arbeit in der Ära Fitz.

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