Wir müssen die jungen Mediziner anlocken

Chancen der „Gesundheitsregion plus“ im Kreis nutzen!

niesta-269x326Alle jammern über den Ärztemangel auf dem Land, der für die kommenden Jahren prognostiziert wird und in manchen Regionen heute schon eingetroffen ist. Gegenwärtig sind im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen noch 120 niedergelassene Ärzte tätig. Das ist auf Anhieb eine ordentliche Zahl. Aber wie sieht das in etlichen Jahren bei uns aus? Wir müssen uns im Kreistag Gedanken machen, wie wir die medizinische Versorgung – vor allem auch die hausärztliche – sicherstellen können.

Der Landkreis ist „Gesundheitsregion plus“ in Bayern. Das ist ein Förderprogramm, das bis 2019 läuft und mit rund 250000 Euro hinterlegt ist.  Wir können stolz sein, zu den ausgewählten Gesundheitsregionen zu gehören. Das habe ich auch im Kreistag deutlich gemacht.  Mir hat die letzte Initiative, die „Ferienakademie Altmühlfranken“ sehr imponiert.  Elf Medizinstudenten haben daran teilgenommen und vier Tage mit Ärzten aus dem Landkreis ein Programm absolviert, das ihnen  die Medizinertätigkeit auf dem Land näherbrachte.

Wenn sich angehende Mediziner über ihre berufliche Perspektive unterhalten, dann ist vielfach zu hören, das Landarztleben sei langweilig und nicht attraktiv. Das ist aber nicht unbedingt zutreffend. Bei der Ferienakademie konnten die zehn Studenten eine Radltour mit der Chirurgin, ein Stand Up Padding mit der Diabetologin oder ein Beachvolleyballspiel mit dem Chefarzt erleben. Sie konnten die Ärzte von ihrer privaten Seite kennen lernen und so erkennen, wie es in der Medizin außerhalb der Universität aussieht.

Ich danke dem Organisationsteam mit Dr. Alexandra Wudy, Chefarzt Dr. Heiko Preismeier, Kathrin Kimmich und Nina Silbereisen von der ZIA, Dr. Peter Löw und Dr. Ute Schaaf für die gute Arbeit, die sie im Vorfeld und während der Aktion geleistet haben. Ich bin mir sicher, dass die Ferienakademie im nächsten Jahr wiederholt werden kann.

Nach einer ersten Umfrage können sich einige der Teilnehmer vorstellen, sich auf dem Land niederzulassen oder in den Kreiskliniken in Weißenburg und Gunzenhausen nach ihrer Ausbildung tätig zu werden. Wir haben die angehenden Mediziner jedenfalls neugierig gemacht und ich denke, mancher wird jetzt ins Grübeln kommen, ob er als „Einzelkämpfer“  im attraktiven Fränkischen Seenland eine existenzielle Perspektive haben kann. Die Vorteile des Lebens auf dem Land liegen auf der Hand, vor allem für die Familien. Sie können hier eine weithin intakte Umwelt erwarten, eine gute Schulausbildung ihrer Kinder und eine Gemeinschaft mit Menschen, die den Job auf dem Land lebenswert machen.

Wir dürfen nicht nachlassen im Werben um die jungen Fachkräfte. Ich denke, wir sind im Fränkischen Seenland gut aufgestellt und müssen uns nicht hinter anderen Regionen verstecken.

Sigrid Niesta-Weiser, Kreisrätin der FDP, Gunzenhausen

 

 

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One Thought on “Wir müssen die jungen Mediziner anlocken

  1. Werner Falk on 5. Dezember 2016 at 11:58 said:

    Liebe Frau Dr. Schaaf, vielen Dank für Ihre Reaktion. Wir werden an der Sache dranbleiben. Viele Grüße Werner Falk

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