Zum Tod von Hermann Bauer

Markt Berolzheimer Altbürgermeister ist mit 80 Jahren gestorben

Hermann Bauer, hier auf dem Gunzenhäuser Wochenmarkt. Foto: Falk

Andere Kommunalpolitiker rühmen sich der Kilometer von Straßen und Kanälen, die in ihrer Amtszeit realisiert wurden, angesichts der Lebensleistung von Hermann Bauer, dem Altbürgermeister von Markt Berolzheim, erscheinen derlei Leistungen geradezu profan.  Er war von 1978 bis 2008, also 30 Jahre,  ehrenamtlicher Bürgermeister der Altmühltalgemeinde.

Hermann Bauer war der Schöpfer des „Berolzheimer Geistes“ , der sich vor allem in zweifacher Hinsicht für die Öffentlichkeit manifestierte. Einmal tat der Rathauschef offenherzig Abbitte für seinen Vater, der in der NS-Ära als Ortsgruppenleiter in Erscheinung getreten war, indem er sich für die Errichtung eines Sühnemals zum Gedenken an die ehemals jüdische Bevölkerung Markt Berolzheims engagierte, ein anderes Mal setzte er sich in einem Akt von beeindruckender Zivilcourage für eine Mitbürgerin ein, die aufgrund einer Tat von der Boulevardpresse  Deutschlands als „Todesengel“ vorverurteilt wurde. Hermann Bauer gelang es, eine Solidarität unter den Bewohnern seiner Gemeinde herbeizuführen, die einmalig war –  und die sich in das Bewusstsein der Menschen eingegraben hat. Erwachsen ist daraus bis heute jener oben erwähnte Gemeinschaftsgeist, der die „B-heimer“ bis heute auszeichnet. Übertragen hat er sich stets auch auf das politische Miteinander in der Kommune.

Schlitzohrig wie er war gelang es ihm auch, den Bau einer riesigen Mülldeponie in seiner Gemeinde abzuwehren, indem er die Buchleite zum Naturschutzgebiet erklären ließ. Somit war das umstrittene Projekt „gestorben“ bevor es überhaupt konkret werden konnte.

Hermann Bauer, der Zimmermeister, war stets von zupackender Art. Er engagierte sich als Gemeinderat, 2. Bürgermeister und Feuerwehrkommandant und stand als Kreisbrandmeister bzw. Kreisbrandinspektor mit an der Spitze der Feuerwehren im Landkreis.

Er war der „gute Hirte“ seiner Gemeinde. Ihn stützte sein kräftiger Wanderstab, den er auch bei sich führte, wenn er regelmäßig den Gunzenhäuser Wochenmarkt besuchte.

Am Freitag, 20. März, ist seine Urne in  aller Stille der heimatlichen Erde übergeben worden. Die Corona-Pandemie wollte es zwangsläufig so. Zu gegebener Zeit will seine Witwe Annemarie, der unsere Zuneigung in schwerer Stunde gilt, zu einer Trauerfeier einladen.

WERNER FALK

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