RW-Projekt in Langlau fertig

8,7 Millionen Euro investiert

Ehrengäste vor dem Wohnheimtrakt. Fotos: FR Report

Das „Haus Langlau“ der Regens-Wagner-Stiftung, das jetzt offiziell in Betrieb genommen wurde, ist mit seinen knapp 6000 Quadratmetern und seinen drei großen Gebäudeteilen  ein Ortsteil für sich. Das gilt aber nur für die räumliche Ausdehnung. Konzeptionell ist der Komplex mit einem Wohnheim für 24 behinderte Menschen und einer Förderstätte mit ebenso vielen Plätzen ein integraler Bestandteil von „Langlau-Ost“, wie das frühere Militärgelände heute genannt wird.

Der Gemeinschaftsraum.

Die Realisierung hat elf Jahre gedauert, wie Dr. Hubert Soyer, der Gesamtleiter von RW in Absberg, bei der feierlichen Inbetriebnahme  erklärte. Und der Pfofelder Bürgermeister Willi Renner bestätigte, dass die Verhandlungen mit dem Bundesamt für Immobilienaufgaben (BImA) anfangs sehr schleppend verlaufen sind.  Auf dem ursprünglich von der Wehrmacht und dann von der Bundeswehr genutzte Gebäudeareal war zuletzt ein Wohnheim für Spätaussiedler, das diese aber arg heruntergewirtschaftet hinterließen.  Die Bundesimmobilienverwaltung, die zunächst einen viel höheren Kaufpreis forderte, gab schließlich nach. In Dr. Hubert Soyer fand Bürgermeister Renner einen Interessenten, der ihm auf Anhieb beeindruckte, denn: „Wenn Regens Wagner baut, dann wird etwas daraus“. Der Rathauschef räumte aber auch ein, dass es in der Anfangsphase durchaus Befürchtungen in der Nachbarschaft gab, heute aber entstehe eine gutes Miteinander mit der Dorfgemeinschaft von Langlau.

Der weitere Wohnheimtrakt.

Dr. Rainer Remmele, der Vorsitzende des Stiftungsvorstands und Geistliche Direktor von RW, war in Begleitung von Vorstandsmitglied Gerhard Reile (Baureferent) gekommen, um die Inbetriebnahme unter das Motto „Ein festes Dach über dem Kopf und ein guter Platz zum Leben“ zu stellen.  Er griff das Problem der Menschen von heute auf, die oftmals nicht mehr zur Ruhe kämen und antwortete ihnen mit dem Gotteswort „Habt doch keine Angst, ich bin bei Euch!“

„Eine Gesellschaft erkennt man an ihrem Umgang mit behinderten Menschen“, sagte Bezirksrätin  Cornelia Griesbeck aus Wendelstein. Sie war in Vertretung von Bezirkstagspräsident Armin Kroder gekommen, um den Anteil des Bezirks an der Finanzierung des Projekts herauszustellen. 419000 Euro hat dieser für das Wohnheim und 219000 Euro für die Förderstätte an Zuschüssen gewährt.

Die Förderstätte

Landrat Gerhard Wägemann („Ich habe allerhöchsten Respekt vor Regens Wagner und allen Mitarbeitern“)  sagte, die Menschen mit Behinderung bekämen in Langlau eine Heimat mit guter Lebensqualität, in der sie sich wohlfühlen könnten. Die Inklusion habe seit dem Inkrafttreten  der Konvention für Behinderte im Jahr 2008 viel bewirkt:  „Akzeptanz, Verständnis, Anerkennung und Respekt ihnen gegenüber haben sich verbessert und heute gibt es eine gelebte Inklusion.“ Dem Landrat gefällt vor allem die Idee, in Langlau mit den anderen Bewohnern der ständig wachsenden Siedlung Ost ein gemeinsames Fest zu veranstalten, um so das gegenseitige Vertrauen zu fördern.

Der Raum für Begegnungen und Entspannung in der „Dorfmitte“

Die offene und transparente Planung des Projekts kostet nicht zuletzt wegen vieler Auflagen eine Menge Geld: 8,7 Millionen Euro.  Der Freistaat trägt davon 3,8 Millionen, der Bezirk Mittelfranken steuert 638000 Euro bei, von der „Aktion Mensch“ kommen 220000 Euro und nicht zuletzt wendet Regens Wagner selbst 4,1 Millionen Euro auf.

Wie Architekt Michael Weinbrenner vom Münchner Büro Haindl & Kollegen mitteilte, waren am Projekt acht Planungsbüros und 41 Firmen beteiligt.  Die Bauzeit von 38 Monaten ist auch für ihn außergewöhnlich. Die Wohnheimplätze sind in zwei Siebner- und zwei Fünfereinheiten aufgeteilt.  Um das ganze Gelände gibt es keinen Zaun, was die Transparenz unterstreichen soll. Stattdessen sind die Behinderten mit einem Armband ausgestattet, das dem Betreuer meldet, wenn sich sein Schützling außerhalb des Grundstücks bewegt.

WERNER FALK

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