Wenn Smortphone-Apps zur Sucht werden

Erstaunlich: Bill Gates hat Kinder high-tech-frei erzogen

Die älteren Lehrer reiben sich die Augen: Gehört der Frontalunterricht, den sie jahrzehntelang praktiziert haben, dem Vergangenheit an? Wenn man den Digitalfreaks glauben, dann auf jeden Fall. Aber nach einem Bericht von Adrian Lobe in den Nürnberger Nachrichten  (Wochenende-Ausgabe vom  12. Juli 2019) findet ausgerechnet im Silicon Valley, von dem die Bildungsrevolution ausging, ein Umdenken statt.

Nach dem Bericht schicken die Mitarbeiter der großen Tech-Konzerne wie Google, Apple und Yahoo ihre Kinder immer häufiger in eine technikfreie Lernumgebung. Sie haben die Sorge, dass die digitalen Technologien die Konzentrationsfähigkeit und Entwicklung ihrer Kinder nachhaltig beeinträchtigen. Der Autor weist auf die Suchtgefahren von Smartphone-Apps hin und kommt  zur Ansicht, dass sie mit ihren Belohnungsmechanismen abhängig machen.  Unterstützung  finden die Skeptiker bei dem Bildungsforscher Manfred Spitzer, der diese These schon lange vertritt.

Eigenartigerweise sind es gerade die Gründer von Microsoft und Apple, Bill Gates und Steve Jobs, die ihre Kinder frei von High-Tech-Geräten erzogen haben. Melinda Gates hat demnach ihr erstes Handy erst mit 14 Jahren bekommen und die Jobs-Kinds mussten lange auf das neueste iPad verzichten. Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, ist es das blaustichige Bildschirmlicht, das die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hemmt und somit eine Überreizung bewirkt. Für eine zeitliche Begrenzung der Nutzung von mobilen Endgeräten gibt es auf jeden Fall gute Gründe. Derzeit läuft eine amerikanische Langzeitstudie, die herausfinden soll, was die digitalen Technologien mit den Köpfen der Kinder machen.

Derzeit verbringen nach dem Bericht von Adrian Lobe die Teenager aus den einkommensschwachen Familien in den USA durchschnittlich acht Stunden und sieben Minuten am Tag am Bildschirm, Jugendliche aus reicheren Familien hingegen nur fünf Stunden. Er kommt zur These:  Der digitale Graben verläuft zwischen bildungsnahen und bildungsfernen Schichten.  Der Politikwissenschaftler Andre Wilkens wird zitiert: Oft drücken sich Eltern, sich kreativ mit ihren Kindern auseinanderzusetzen und parken sie vor den Geräten.

Jedenfalls wird die Digitalisierung im Unterricht auf den Prüfstand gestellt. Die Steve-Jobs-Schulen in den Niederlanden, die einmal als leuchtende Vorbilder galten, sind gescheitert und die Trägerstiftung ist pleite.

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