Stadtratssitzungen im Internet

Freie Demokraten laden zur Mitarbeit ein

„Die Freien Demokraten verstehen sich als Mitmach-Partei und wollen parteifreie Mitbürger animieren, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren.“ Werner Falk, der Vorsitzende des Ortsverbands Gunzenhausen, erklärte auf der Mitgliederversammlung im Parkhotel Altmühltal: „Wir wollen die Menschen für das Projekt Stadtratswahl gewinnen und laden sie ein, mit uns ihre Ideen voranzubringen.“

In den Verbänden und Vereinen ist es so wie in den Parteien: Die Menschen wollen sich nicht mehr langfristig binden. „Das mag bedauerlich sein“, so Stadtrat Werner Falk, „aber ist die gesellschaftliche Wirklichkeit.“  Für den Stadtrat oder den Kreistag zu kandidieren sei eine ehrenvolle Aufgabe und verlange ein bestimmtes Maß an Verantwortungsbereitschaft.  Deshalb greife der Ortsverband die Idee des Parteichefs Christian Lindner auf und biete eine „Mitarbeit auf Zeit“ an, die natürlich auch in einer langfristigen Bindung enden könne.  „Mit meinem Falk-Talk, den ich alle zwei Monate veranstalte, verfolgte ich das gleiche Ziel“, sagt der Stadtrat, „zumal die Begegnung mit den Menschen für mich das Wichtigste ist“. Die nächste Veranstaltung dieser Art ist übrigens am Mittwoch, 5. Juni, um 18 Uhr im Gasthaus „Altes Rathaus“.

Stadtrat Werner Falk äußerte sich in der Mitgliederversammlung auch zu den Eckpunkten des aktuellen Wahlprogramms. Demnach erkennt er die bisherigen Digitalisierungsbemühungen in der Stadtverwaltung an. „Wir haben in Horst Schäfer einen versierten Experten, dessen Rat landesweit gesucht wird und der die bayerische  IuK-Konferenz maßgeblich prägt“, erklärte der Kommunalpolitiker. Die Freien Demokraten begnügten sich aber nicht damit, dass Formulare online ausgefüllt gestellt werden  können.  „Wir gehen einen Schritt weiter und wollen, dass die Stadtratssitzungen im Internet live übertragen werden“, kündigte er an und verweist auf das Beispiel der Stadt Pfaffenhofen und anderer Kommunen, die diese Form der Transparenz politischer Entscheidungen schon jetzt gehen.

Der FDP liege daran, die Sozialstrukturen in den ländlichen Stadtteilen zu erhalten und zu kräftigen. Gemeinschaftshäuser seien nur dort sinnvoll, wo es keine gewerblichen Gastronomiebetriebe mehr gebe. „Jedenfalls darf die Kommunalpolitik dem privaten Gastgewerbe keine Konkurrenz machen“, äußerte Werner Falk. In der Kooperation mit den Eigentümern und gewerblichen Immobiliendiensten könne man sich stärker  der Vermarktung ehemals landwirtschaftlich genutzter Gebäude annehmen.

Für Kreisrätin Sigrid Niesta-Weiser steht fest: „Wir wollen keine Fußgängerzone auf dem Marktplatz von Gunzenhausen.“ Der Einbahnverkehr habe sich bestens bewährt. Man strebe eine noch stärkere Nutzung als Eventbühne an, um noch mehr Besucher (und Käufer) nach Gunzenhausen zu locken. Die Freidemokraten bekräftigten in der Diskussion auch ihr Nein zu einer durchgehenden „Tempo 30“-Regelung auf den Straßen der Stadt. Ausnahmen dürfe es nur in bestimmten Bereichen (vor Schulen, Kindergärten, Seniorenhäusern, radlersensiblen Zonen und ähnlichen Einrichtungen) geben.

„Was wir auch immer tun, wir wollen das Image von Gunzenhausen als touristisch geprägte Stadt stärken“, sagte Stadtrat Werner Falk. Erfreulicherweise habe sich die Stadt in den letzten Jahren bestens entwickelt, wobei er die Ansiedlung des Landesamts für Schule nannte. So stark wie nie sei die Nachfrage nach Wohnraum. Der Run,  in  “Betongeld“  zu investieren, sei ungebrochen. „Es gut, jetzt neues Bauland zu schaffen, denn nach den fetten Jahren werden auch wieder magere Jahre kommen“, prognostiziert er.

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