Bayerisches Schulsystem kennengelernt

Angehende amerikanische Schulleiter waren in Gunzenhausen

Eine 15-köpfige Delegation der Saginaw Valley State University war in Finnland und in Bayern unterwegs, um die jeweiligen Schulsysteme kennenzulernen. Die amerikanischen Gäste besuchten die Hochschule in Ansbach sowie die Grundschule Süd und das Simon-Marius-Gymnasium in Gunzenhausen.

Angeführt wurde die Gruppe von den beiden Professoren der Hochschule John Kaczynski, dem Ehemann von Martha Zehnder und Mary Ann Ackermann, der Bürgermeisterin von Frankenmuth. Die Gruppe bestand aus Schulleitern und angehenden Schulleitern aus verschiedenen Schulen in Michigan. Durchgeführt wurde die Reise im Rahmen des Gerstacker Fellowship Programms. Die Gerstacker-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Qualität von Bildung zu erhöhen, z.B. in Form von Schulungen und Kursen für pädagogisches Führungspersonal, und dafür sogar einen eigenen Lehrstuhl an der Saginaw University eingerichtet.

An der Hochschule Ansbach lernten die Teilnehmer die Präsidentin der Hochschule Prof. Dr. Ute Ambrosius und Prof. Dr.-Ing. Helmut Roderus kennen. Nach einer Besichtigung der Räumlichkeiten der Hochschule stand die Hochschulleitung für eingehende Gespräche zur Verfügung. Auch ein Besuch bei der Stadt Ansbach mit Empfang durch Oberbürgermeisterin Carda Seidel und eine Stadtführung standen auf dem Programm.

Am nächsten Tag war „Gunzenhausen-Day“ angesagt. An der Grundschule Süd erhielt die Gruppe zunächst eine Einführung in das bayerische Schulsystem generell. Schulleiterin Ingrid Pappler zeigte die verschiedenen Schultypen auf und beleuchtete auch die Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems, die Schülern immer einen Weg zum Weitermachen bietet. Besonders beeindruckt waren die amerikanischen Gäste vom Schuldorf mit all seinen Möglichkeiten und vor allem von der Verbindung jedes einzelnen Klassenzimmers zur Natur.

Nächster Programmpunkt war ein Besuch am Simon-Marius-Gymnasium. Dort stellten Christel Seidenath, Margot Deininger-Meyer und Anita Dommel zunächst die Ausbildung an Gymnasien im Allgemeinen und die Ausbildung am Simon-Marius-Gymnasium im Speziellen vor. Die Gäste stellten viele Fragen zum Fächerangebot, Inhalten, Methoden und vielem mehr. Besonders spannend fanden sie, dass es an deutschen Schulen ein Fach „Religion“ gibt, was in den USA durch die Verfassung verboten ist.

Anschließend ernten die Gäste zunächst einige Beispiele aus dem naturwissenschaftlichen Bereich kennen, in dem das Simon-Marius-Gymnasium traditionell sehr gut aufgestellt ist. Die Experimente-AG, die von der Chemielehrerin Frau Ebert betreut wird, zeigte Versuche, mit denen Zucker in allen möglichen Lebensmitteln nachgewiesen werden kann, sowie einen, durch den von Löschstiften hervorgerufene faszinierende Farbveränderungen bei Magic Colours analysiert werden. Beim Gang durch die Vorbereitungs- und Fachräume staunten die amerikanischen Fachleute nicht schlecht über die moderne und umfangreiche Ausstattung der mittelfränkischen Schule, wozu auch die Whiteboards in den Unterrichtsräumen gehören.

Als Nächstes wurden die Besucher ins All entführt, denn im Physik-Stockwerk erläuterten die Schülerinnen Jana Kahr und Isabell Loser den von Schülern gestalteten Planetengang, auf dem maßstabsgetreu die wichtigsten Planeten unseres Sonnensystems aufgehängt sind. Das alles natürlich auf Englisch, dessen Beherrschung die beiden Schülerinnen souverän unter Beweis stellten.

Nachdem die Gäste ein weiteres Stockwerk erklommen hatten, stellten ihnen Schüler und Schülerinnen der Klasse 9c ihr Unterrichtsprojekt zu den „Native Americans“ vor, wie sie die „Indianer“ politisch korrekt nannten, was von den amerikanischen Lehrkräften lobend zur Kenntnis genommen wurde. Außerdem erzählten die Schüler, dass sie im Englischunterricht nicht nur die Sprache lernen, sondern sich auch mit Geschichte und Kultur der englischsprachigen Länder beschäftigen. Zum Abschluss stellten sie sich den Fragen der Besucher und freuten sich über die Anerkennung, die ihnen von den amerikanischen Lehrern gezollt wurde.

Nach der Besichtigung einiger Werke im Kunstsaal fanden sich schließlich alle im farbenfrohen flexiblen Klassenzimmer zum gemeinsamen Kaffeetrinken ein, bei dem der Gesprächsstoff nicht ausging, so dass die ganze Truppe etwas verspätet, aber sicher mit vielen neuen Eindrücken und Anregungen wieder aufbrach.

Eine kleine Stadtführung in Gunzenhausen schloss sich den Schulbesuchen an. Ingeborg Herrmann, die Leiterin der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Gunzenhausen, hatte den Besuch vorbereitet und zusammen mit dem 2. Vorsitzenden des Freundeskreises Frankenmuth-Gunzenhausen, Friedrich Kolb, begleitet.

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