Josefibock aus dem fürstlichen Brauhaus

Bieranstich mit dem neuen Umweltminister Thorsten Glauber

Thorsten Glauber, der bayerische Umweltminister (links) zapfte das Bierfass mit Hilfe von Fürst Carl Christian und Fürstin Katalin an. Die Stopfenheimer „Gambroudblouser“ waren die musikalischen Unterhalter. Fotos: FR Presse

Wenn sich die Freunde des Starkbiers die launigen Bemerkungen von „Bruder Barnabas“ reinziehen, denn ist ein markantes Datum im Jahreslauf der Schlossbrauerei Ellingen erreicht: der Josefibock-Bieranstich im einstigen fürstlichen Ochsenstall.

„Bruder Barnabas“ (links) erhebt mit Stadtpfarrer Dr. Thomas Stübinger, Pfarrer Roland Knöll und Bürgermeister Walter Hasl den Krug.

Präsentiert sich der weiß getünchte Gewölbekeller im Licht der farbigen Illumination, dann haben an die 180 Gäste das Glück, einer Veranstaltung der besonderen Art beiwohnen zu dürfen. Selbstverständlich, dass die Hausherren, also Fürst Carl Christian und Fürstin Katalin, ihre Honeurs machen, viele Service-Mitarbeiter des fürstlichen Hauses stehen bereit, um den Abend zu einem gelungenen Erlebnis zu machen. Zwei sind immer dabei: der katholische Stadtpfarrer und Domvikar Dr. Thomas Stübinger und sein evangelischer Amtsbruder Roland Knöll.  Sie sind Freunde des Hauses, spenden dem Josefibock und seinen Verehrern den Segen und haben selbst Spaß an der Begegnung mit den gut aufgelegten Gästen.

Mit Dr. Lothar Ebbertz, dem Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, und Philipp Freiherr von und zu Guttenberg, dem Vizepräsidenten des Zentralverbands der Europäischen Waldbesitzer , den Landtagsabgeordneten Manuel Westphal und Wolfgang Hauber, Landrat Gerhard Wägemann sowie Dr. Ingo Friedrich, dem Präsidenten des Europäischen Wirtschaftssenats, erhoben viele prominente Gäste den Bierkrug.  Der Bieranstich gelang  Umweltminister Thorsten Glauber zwar nicht auf Anhieb, aber mit fürstlicher Hand stand dem Zapfen des Starkbiers nichts mehr im Wege, das in dreimonatiger Reifezeit entstanden ist.

Fürst Carl Christian rühmte die „einzigartige Süffigkeit“ als das Ergebnis der Arbeit von Braumeisterin Nina Kolb und Brauereidirektor Werner Sauer. Die Brauerei sei schon seit langer Zeit dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet.  „Die Bewahrung der Schöpfung wollen wir im Miteinander von Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz erreichen“, erklärte der Hausherr. Vor dem Hintergrund des erfolgreichen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ meinte der Fürst: „Wenn wir etwas schnell verändern wollen, denn brauchen wir die Konsumenten und weniger den Staat.“ Nun gelte es die Interessen der Grundeigentümer und der Umweltschützer in einem „Volksbegehren plus“ unter einen Hut zu bringen.

Im einstigen Ochsenstall der fürstlichen Ökonomie waren zum Josefibock-Anstich 180 Gäste versammelt. Fotos: FR Presse

Umweltminister Thorsten Glauber, der aus Forchheim und somit aus der Fränkischen Schweiz als dem Kernland der handwerklichen Kleinbrauereien stammt, lobte die über sieben Generationen während Brautradition in Ellingen: „Das Bier ist Beweis, dass Gott uns liebt“.  Die fränkischen Brauer verstünden etwas von „handmade bio“. Und angesichts der „bierigen“ Stimmung fügte der Minister noch hinzu: „Es wäre wohl besser gewesen, unsere Automobilbauer hätten ein Bier getrunken anstatt an der Abschaltautomatik ihrer Autos herumzubasteln.“ Bier sei ein Kulturgut der Extraklasse.

Im ernsten Teil seiner Rede wertete der Minister der Freien Wähler den Ausgang des Volksbegehrens als ein „starkes Signal“, jedoch dürfe sich die Kritik nicht allein auf eine Berufsgruppe, also die Landwirte, fokussieren. Umweltschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Grüne Bänder“ müssten in den Städten, an Wäldern und Flüssen entstehen. Ein mögliches „Volksbegehren plus“ tue dem Artenschutz gut. Glauber sagte, es sei eine Aufgabe der Politik, den Landwirten eine Perspektive zu bieten. Er verlangte eine Diskussion um die Förderpolitik, denn nur neun Prozent der Fördermittel erreichten heute die bäuerliche Landwirtschaft.

Natürlich nahm „Bruder Barnabas“, alias Alexander Höhn,  die gesellschaftlichen und politischen Geschehnisse in und um Ellingen aufs Korn. Dabei bekamen Schnellsprecher Manuel Westphal und Weißenburgs OB Jürgen Schröppel („Er hat fast alle Brauereien abgewickelt“) ihr Fett ab.  In der Nachbarstadt habe man „die erste bierlose Kirchweih seit dem Dreißigjährigen Krieg knapp umgangen“ und das fürstliche Bockbier erreiche mit 7,5 Prozent bald die Größe der bayerischen SPD mit 9,5 Prozent. Den Skeptikern von Ministerpräsidenten Markus Söder empfahl er: „Geht auf den Friedhof und wartet bis ihr dran seit!“

WERNER FALK

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