Neues Heim für Schwalben

Künstliche Nistmöglichkeit geschaffen

Wenn im Frühjahr die Schwalben aus dem Süden zurückkehren, gibt es für sie am Windhofplateau in Ellingen ein neues Zuhause: Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Ellingen einen Schwalbenturm mit 48 Nistplätzen aufgestellt. Foto: LRA

Schwalbennester bestehen meist aus lehmiger Erde und sind ganzjährig geschützt. Durch den modernen Hausbau oder die Anbringung von Kotbrettern mangelt es den Schwalben aber an Nistplätzen. Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes hat nun gemeinsam mit Bürgermeister Walter Hasl in Ellingen erstmalig im Landkreis eine künstliche Nistmöglichkeit mit 48 Plätzen für die bekannten Zugvögel geschaffen.

Eine alte Bauernregel besagt: „Wenn Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen. Fliegen sie bis in die Höh’n, bleibt das Wetter noch recht schön!“ Schwalben zählen zu den bekanntesten Vögeln und sind vor allem aus Städten und Dörfern nicht wegzudenken. Sie sind Insektenfresser und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Kontrolle von Parasiten und Schädlingen.

Und dennoch sind sie zu Sorgenkindern des Naturschutzes geworden: „Immer mehr Schwalben finden keine geeigneten Nistplätze“, weiß Naturschutzfachkraft Nadja Ziegler von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. Früher waren die Schwalben vor allem an den Außenwänden von Ställen zu finden, doch diese werden immer weniger.

Besonders groß ist die Schwalbenpopulation im Ellinger Wohngebiet am Windhofplateau. Aus diesem Grund hat die Untere Naturschutzbehörde gemeinsam mit Bürgermeister Walter Hasl nach Lösungen gesucht. Die Idee des Schwalbenturms ist geboren. Dabei handelt es sich um eine künstliche Nisthilfe für Schwalben, die den koloniebrütenden Vögeln eine neue Möglichkeit bietet, um ihren Nachwuchs groß zu ziehen.

Der erste Schwalbenturm im Landkreis wurde nun von Nadja Ziegler, Naturschutzfachkraft am Landratsamt, und Ellingens Bürgermeister Walter Hasl unterhalb der Von-Roggenbach-Straße aufgestellt. Das Grundstück wurde von der Stadt Ellingen zur Verfügung gestellt, weshalb die Planung und Umsetzung sehr zügig erfolgen konnte.

Der neue Schwalbenturm bietet Platz für insgesamt 48 Kunstnester. Die Anwohner werden mit dem neuen Turm entlastet und die Schwalben haben nach ihrer Rückkehr aus dem Süden im Frühjahr ein neues Zuhause. Neben den Schwalbennestern sind an dem Turm kleine Löcher angebracht. Diese führen in den Innenraum, in welchem verschiedene Fledermausarten Unterschlupf finden.

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