Gewerbeimmobilien weiterhin teuer

Auch landwirtschaftliche Flächen haben ihren Preis

Die Investitionsbereitschaft der Wirtschaft und auch der Landwirtschaft bleibt im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen weiter auf hohem Niveau. Dies hat die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses am Landratsamt im Immobilienmarktbericht 2017 festgestellt.

Im Jahr 2017 wurden in Altmühlfranken 131.200 Quadratmeter unbebaute Gewerbeflächen mit einem Umsatz von 3,7 Mio. Euro gehandelt. Im Vergleich zum Jahr 2014 mit einem Flächenumsatz von 32.300 Quadratmetern und einem Geldumsatz von 1,3 Mio. Euro bedeutet dies eine enorme Steigerung. Zum Spitzenjahr 2016 mit einem Flächenumsatz von 161.000 Quadratmetern und einem Umsatz von 5,3 Mio. Euro ist allerdings ein Rückgang beim Handel von Gewerbebauflächen zu beobachten (siehe Grafik 1).

Auch beim Verkauf bereits bestehender Gewerbeimmobilien konnte ein enormer Umsatzanstieg verzeichnet werden. Im Jahr 2014 lag der Umsatz bei 4,7 Mio. Euro, 2016 bei 7,1 Mio. Euro und 2017 bei 14,8 Mio. Euro. Der Umsatz hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Entwicklung der Landwirtschaftsflächen

Nach einem Rückgang in den Jahren 2015 und 2016 ist der Geld- und Flächenumsatz für den Verkauf von Landwirtschaftsflächen im Jahr 2017 wieder auf das Niveau von 2014 angestiegen. Im Jahr 2014 wurden 223 Landwirtschaftsflächen mit einem Geldumsatz von 8,38 Mio. Euro und einem Flächenumsatz von circa 217 Hektar veräußert. 2017 wurden hingegen nur 174 Landwirtschaftsflächen mit einem ebenso hohem Geldumsatz von 8,6 Mio. Euro und einem Flächenumsatz von rund 219 Hektar ermittelt.

Ackerflächen wurden im Jahr 2017 zu einem durchschnittlichen Verkaufswert von 4,34 Euro pro Quadratmeter verkauft. 2016 waren es noch 4,52 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Basisjahr 2013 mit 3,34 Euro pro Quadratmeter ist der Preis von Ackerland bis Ende 2017 allerdings um rund 30 Prozent gestiegen.

Nach den Bodenrichtwerten und Bodenpreisen ergeben sich im Bereich der Landwirtschaftsflächen je nach Gemeinde sehr unterschiedliche Preise: So zahlt man zum Beispiel in Geyern, Kaltenbuch oder Hundsdorf rund 2,50 Euro/m², in der Gemarkung Markt Berolzheim hingegen bis zu 6,50 Euro/m² Ackerfläche. Markt Berolzheim ist mit 6,50 Euro/m² neben Dittenheim und Meinheim mit 5,30 Euro/m² und Trommetsheim und Windsfeld mit rund 5 Euro/m² Spitzenreiter bei den Preisen für Landwirtschaftsflächen. Ausgewertet werden dabei nur Verkäufe im sogenannten gewöhnlichen Geschäftsverkehr, einzelne Ausreißer nach oben schlagen sich in der Bodenrichtwertbildung nicht nieder.

Grünland bzw. Wiesenflächen

Im Bereich Grünland bzw. Wiesenflächen ist ein Preisrückgang zu verzeichnen. Im Jahr 2017 wurden diese zu einem durchschnittlichen Verkaufswert von 2,15 Euro pro Quadratmeter verkauft. 2016 waren es noch 2,24 Euro pro Quadratmeter. Im Basisjahr 2013 lag der Durchschnittspreis bei 2,36 sowie im Jahr 2014 bei 2,70 und 2015 bei 2,67 Euro pro Quadratmeter.

Forstflächen

Im Jahr 2017 wurden in Altmühlfranken 74 Forstflächen mit einem Umsatz von 1,39 Mio. Euro und einer verkauften Fläche von 62,9 Hektar veräußert. Im Vergleich zum Spitzenjahr 2015 mit 73 Verkäufen und einem Geldumsatz von 1,91 Mio. Euro bei verkauften Flächen von 62,5 Hektar ist ein Umsatzrückgang zu verzeichnen.

Die Durchschnittspreise der veräußerten Forstflächen lagen im Jahr 2017 bei 2,13 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr 2013 lagen diese bei 1,91 Euro/m², 2014 bei 2,17 Euro/m², 2015 bei 2,27 Euro/m² und 2016 bei 2,28 Euro/m². Da bei Forstflächen nicht der Boden, sondern die Bestockung mit Bäumen, die Erreichbarkeit und die Geländeverhältnisse wie zum Beispiel eine Hanglage, eine Rolle spielen, veröffentlicht die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses keine Bodenrichtwerte für Forstflächen.

Mehr Informationen zur Entwicklung der Immobilienpreise sind in der Immobilienmarktinformation 2017 enthalten. Diese kann gegen eine Gebühr von 20 Euro in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen erworben werden. Die Bodenrichtwerte mit Stand zum 31.12.2018 erscheinen voraussichtlich im Sommer 2019. Als Zwischenbericht wird der Immobilienbericht herausgegeben. Nähere Auskünfte erteilen Herr Stöhr (Tel. 09141 902-159) und Herr Grafe (Tel. 09141 902-334) von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses gerne telefonisch oder per E-Mail an gutachterausschuss@landkreis-wug.de

Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses ist am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen angesiedelt. Eine zentrale Aufgabe ist die Kaufpreissammlung für Grund und Boden. Diese dient als Basis zur Ermittlung der Bodenrichtwerte. Die Bodenrichtwerte dienen als Übersicht über die durchschnittlichen Grundstückswerte für baureifes Land im Landkreis. Die Bodenrichtwerte werden alle zwei Jahre von einem unabhängigen Gremium, dem Gutachterausschuss, beschlossen.

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