Warum steht Europa so nackt da?

Politischer Abend mit Dr. Hermann Drummer am 4. Juli

Der FDP Kreisverband Weißenburg-Gunzenhausen lädt politisch interessierte Bürgerinnen und Bürger am 4. Juli zu einem Dialog mit Dr. Hermann Drummer ein, der im europäischen Parlament seit vielen Jahren beratend tätig ist. Das Thema: „Des Kaisers neue Kleider – warum steht die EU so nackt da?“ Die Veranstaltung im Gasthaus „Goldener Adler“ beginnt um 19 Uhr.

Dr. Hermann Drummer, der sich stark in der Bürgerinitiative gegen die Straßenausbaubeitragssatzung engagiert hatte, er ist leidenschaftlicher Europäer. Dies bringen die folgenden Worte von ihm zum Ausdruck: „Gerade die überzeugten Europäer leiden besonders stark unter der deutlichen Asymmetrie des Erfolgs von Europa. Faktisch ist der Erfolg der europäischen Idee, der Europäischen Union und besonders auch der Europäischen Harmonisierung greifbar und mit einer Fülle von Erfolgserlebnissen zu belegen. Der wahrgenommene Erfolg aus Sicht der europäischen Bürger ist jedoch äußerst schmal. In den Herzen und Köpfen der Menschen haben die administrativen und regulativen Themen Brüssels nach wie vor die Oberhand, damit auch eine eher negative Sicht auf Europa.

Das ist schade, weil Europa sich hier eindeutig unter Wert verkauft. Die europäischen Institutionen überlassen es sozusagen den glühenden Verehrern der europäischen Idee, in persönlichen Gesprächen in der Familie, im Kollegenkreis oder mit Freunden die zynischen Attacken auf Gurkenverordnung und Regelungswut beim Lärmpegel von Rasenmähern zu parieren und die visionäre und konzeptionelle Substanz der europäischen Idee dagegenzusetzen.

Die Gefahr ist, dass auf diese Weise sogar die loyalsten Fans Europa allmählich verschlissen werden, weil die europäischen Institutionen selbst ihnen nicht mit Leitbildern, Programmatik und Symbolik unter die Arme greifen. Europa muss dringend einen Sitzplatz im Herzen und auch im Kopf der Bürger erobern, wenn die innere Harmonisierung nicht allein ein Lastenheft bleiben soll.

Europa wird erst in dem Augenblick in den Herzen seiner Bürger ankommen, indem der Mehrwert Europas für die persönlichen Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten jedes einzelnen Europäers klar sichtbar und auch emotional erlebbar werden. Stolz wird jedoch nur dann freigesetzt, wenn auch die Differenz Europas zu Nicht-Europa, die Abgrenzung eigener Identität gegenüber anderen Identitäten, konsequenter als heute formuliert ist.

Wie jede professionelle multinationale Organisation, sollte auch Europa verstärkt an der eigenen Identität arbeiten. Mit einer klaren und auch symbolisch ausgeformten Identität kann man dann einen Sitzplatz in Gehirnen und Herzen erobern. Ansonsten bleibt Europa ein Raumschiff, das von Fall zu Fall aus dem Nichts an den Menschen vorbeifliegt und schwer verständliche Botschaften absondert“.

Diese Fragen und Sichtweisen möchte Dr. Drummer gerne mit Bürgerinnen und Bürgern diskutieren, nicht zuletzt mit Blick auf die anstehende Europawahl 2019.

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