Fragen zum Weidenbacher Pflegeheim

Mavridis: Projekt ist derzeit unkalkulierbar

_Derzeit ist das Projekt in der Bauphase. Foto: Mavridis

In Weidenbach-Triesdorf entsteht durch Abrisse und Neubauten eine neue Mitte. Aktuell wird der Anbau der ehemaligen Hauptschule abgerissen. Weitere Abrisse im Umfeld sollen folgen. Dafür entsteht ein Bürgersaal mit Altersheimkomplex. In Rahmen der Dorferneuerung soll dann auch noch der ehemalige Schulplatz neu gestaltet werden. Die Kosten für den Steuerzahler gehen in die Millionen. Wie hoch die Ausgaben insgesamt sind, bleibt aber unklar.
Das Projekt „Weidenbacher Pflegeheim“ ist dem Bürgermeister Gerhard Siegler (Freie Wähler) ein „Herzensanliegen“. Für den Fraktionsführer der Liste Weidenbach-Triesdorf, Carl-Alexander Mavridis ist das Vorhaben unkalkulierbar. Tatsächlich ist bis heute nicht bekannt, zu welchen Kondition der Investor bereit ist, in Weidenbach-Triesdorf ein Pfegeheim zu errichten. Zwar wurde zwischen der Marktgemeinde Weidenbach und der römisch-katholischen Stiftung Liebenau, die der Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstellt ist, ein „Grundlagenvertrag“ unterzeichnet. Allerdings ist dieses Vertragswerk, welches vom Investor vorgelegt und vom Marktgemeinderat abgenickt wurde, weiterhin geheim.
Fest steht, dass die Gemeinde Weidenbach für das Vorhanben kräftig in Vorleistung gegangen ist und weiter kräftig Geld ausgibt. So wurden die angrenzenden bebauten Grundstücke in der Schulstraße (Bauernhof Grauf) und in der Ringstraße (Villa Dr. Schubert) aufgekauft und, wenn es nach dem Willen des Marktgemeinderats geht, abgerissen. Ob allerdings der Abrisssbeschluss in der jüngsten Sitzung des Gremiums Bestand hat, ist fraglich. Denn da der Beschluss nichtöffentlich getroffen wurde, so Mavridis, wurde die Entscheidung der Kommunalaufsicht beim Landratsamt Ansbach angezeigt. Eine Wertung steht allerdings noch aus.
Damit die künftigen Bewohner des Pflegeheims kulturell unterhalten werden und sozialen Austausch genießen können, stellt die Marktgemeinde in unmittelbarer Nähe zum Altersheim einen großen Saal für 200 Personen her. Dafür wird aktuell der jüngste Anbau an die ehemalige Hauptschule abgerissen. Zu diesem Zweck wurde auch schon das Mehrgenerationenhaus samt Bücherei ausgebaut und vergrößert und um den Bereich Haushaltsnahe Dienstleistungen erweitert. Wer vom Bürgermeister Gerhard Siegler hingegen ein Konzept erwartet mit Zielen, Zweck und Zahlen, wird enttäuscht. Fehlanzeige. Gesamtplanungen existieren nicht. Lediglich einzelne Baupläne werden als Konzepte bezeichnet.
Ob das Projekt Pflegeheim in Weidenbach-Triesdorf wirklich kommt, ist trotz der bisherigen großen Investitionen weiter fraglich. Denn bei der Diskussion um das Projekt im Gemeinderat vor einem Monat, als es konkret um die Bau des Altersheims mit 34 Plätzen ging, blieb der Bauherr dem Gremium fern. Auch sind die Grundstücke weiterhin im Gemeindebesitz. Deshalb hat die Stiftung Liebenau die besseren Karten. Für Mavridis ist die Sache klar: „Investiert die Gemeinde zu wenig, bleibt der Investor einfach fern. Den Schaden hat der Steuerzahler. Falls Gewinne entstehen, sackt diese allein der Investor ein.“

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