Musikzauber im Kultursudhaus

Zum zweiten Mal „Musikfest Spielberg beim Gentner“

Die zweite Ausgabe des Musikfests in Spielberg macht Hoffnung, dass es künftig zum etablierten Veranstaltungsreigen in der Region gehören wird. Hier das Ensemble „Quattrocelli“.

Der Musikzauber in Franken – das ist nicht nur der „Fränkische Sommer“ oder die „Internationale Orgelwoche“. Als ein „Künstlerfest jenseits der Metropolen und urbanen Zentren“ versteht der Kulturmanager Joseph Liebl das „Musikfest Spielberg beim Gentner“, das er zusammen mit Walburga Gentner und Marie Gentner-Braun am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal organisierte.  Ihm kommt es darauf an, dass die Musik und die Location harmonieren, denn: „Ein guter Wein muss auch in einem Glas serviert werden und nicht etwa in einem Plastikbecher“.

Lieder von Mozart und Schubert, aber auch weniger bekannten Komponisten, interpretierten der Tenor Franz Vitzthum und die Pianistin Katharina Olivia Brand am Klavier. Der Oberpfälzer tritt u.a. auf dem Rheingau-Musikfestival und dem Bachfestival in Philadelphia auf. Im Lutherjahr ist von ihm jüngst die CD „Luthers Laute“ erschienen. Die Kammermusikerin beherrscht auch den historischen Hammerflügel.

Einen virtuosen Weg abseits des musikalischen Mainstreams gehen die vier Cellisten Lukas Dreyer, Matthias Trück, Tim Ströble und Hartwig Christ („Quattrocelli“). Sie begeisterten im Kultursudhaus die Gäste mit einer Bühnenshow aus Klassik („Air“), Jazz und Filmmusik („Der Pate“). Zu ihren vier CDs kommt im Herbst eine neue dazu.

Ganz anders waren die Münchner Publizistin Petra Ahne und die Schweizerin Zora del Buono zu erleben. Sie lieferten den literarischen Part des Musikfests mit einer Erzählung über die Kulturgeschichte des Wolfes und dem „Leben der Mächtigen“, wobei sich der Titel auf die ältesten Bäume der Welt bezieht und nicht etwa auf politische Größen.

„Träum weiter!“ hört der Illusionist oftmals von den knallharten Realisten. Lisa Wahlandt, Andrea Hermenau und Christiane Öttl haben ihr aktuelles Jazzprogramm so benannt und gaben sich ganz unterschiedlich: einmal schwermütig schwelgend, andermal laut und impulsiv. Sie texten ihre Lieder selbst.

Als ein „Familienkonzert mit Rockn-Roll, Blues, Italo-Schlagern, Jazz, Seemannsliedern und Schmarrn“ war die Formation „Cafe Unterzucker“ angekündigt. Das Programm „Bitte, Mammi, hol mich ab!“ trieb den Gästen die Freudentränen aus den Augen. Die bunte Mischung mit Schlagzeugern, Sängern und Trompetern und Gitarristen kam in der Vormittagsstunde glänzend an.

„Dr. Döblingers geschmackvolles Kaspertheater“ mit den beiden Puppenspielern Richard Oehmann und Josef Parzeval präsentierte sich als kindgerechtes Unterhaltungsangebot („Kasperl und die Brotzeit“).

Das Fazit des zweiten Musikfests in Spielberg fällt zufriedenstellend aus. Joseph Liebl, der zuvor einige Jahre den Veranstaltungsreigen „Fränkischen Sommer“ managte: „Wir konnten uns im Vergleich zum letzten Jahr noch einmal künstlerisch steigern. Ich habe in sehr viele glückliche Gesichter schauen dürfen und ausnahmslos positive Resonanz erfahren. Manche Besucher haben nach dem ersten Konzert gleich Karten für das zweite gekauft.“ Das Programm an den drei Tagen mit sechs kulturell anspruchsvollen Angeboten ist auch das Ergebnis der 25-jährigen Erfahrung des künstlerischen Leiters, der an seinem Sitz im Schloss Dürrenmungenau ein weiteres regionales Musikfest veranstaltet.

Die Kombination aus musikalischem Programm und gastronomischem Angebot funktionierte bestens. Liebl schwärmt von der Kooperation: „Marie, Walburga und ich haben an diesen drei Tagen ein erschöpfendes Arbeitspensum und wir verstehen uns mittlerweile schon ohne viel Worte.“

Das „Musikfest Spielberg beim Gentner“ ist  imstande, eine gute Tradition musikalischer Darbietungen in der Region Altmühlfranken zu begründen. Das sieht auch Josef Liebl so: „Wir können inzwischen auch überregional Menschen für uns begeistern. Besucher sind bis aus dem Ries und aus dem Altmühltal zu uns gekommen.“ Und der Intendant ist kein Kostverächter: „Das Musikfest-Menü war ein Highlight. Deshalb großes Kompliment an Küchenchef Oliver Marschall.“

Das empfand wohl auch der prominenteste Gast, der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, der mit seiner Anwesenheit wieder einmal mehr seine Cousinen Walburga und Marie beehrte.

WERNER FALK

Teile diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Post Navigation