Explosive Mischung in Russland

Autor Thomas Franke gewährt Einblicke in die postsowjetische Seele

Als der Journalist Thomas Franke zum ersten Mal nach Russland reiste, musste man eigentlich keine Angst mehr haben: Das Sowjetreich war zusammengebrochen, der russische Bär bleckte nicht länger die Zähne. Heute fürchten sich wieder viele Menschen vor – und ebenso: in – Putins Russland.

Seit mehr als 20 Jahren bereist Franke Russland, von 2012 bis 2016 lebte er in Moskau: Zeit für zahllose Begegnungen und Gespräche zwischen der Hauptstadt und der Krim, zwischen Wolgograd und Sibirien. Mit scharfem Blick und präzisem Ton erzählt Franke von Alltag, Geschichte und Politik und erlebt als mitfühlender Chronist eine Entwicklung, die er nicht für möglich gehalten hatte: die Reaktivierung sowjetischer Reflexe, die Rückkehr der Angst in die russische Gesellschaft.

Diese Angst, so Franke, hat das ganze Land infiziert: Die Staatsmacht unter Putin nutzt sie, um ihre Autorität zu stärken und die Moral der Opposition zu untergraben. Und zugleich schürt sie die Angst vor Macht- und Identitätsverlust, vor der weltpolitischen Marginalisierung: In der russischen Seele gärt eine explosive Mischung.

Der Autor bereist Russland seit zwanzig Jahren und von 2012 bis 2016 lebte er in Moskau. Er produziert Alltagsreportagen und Dokumentationen, politische Analysen für das Deutschlandradio, den SWR, den RBB, den MDR, die BBC und andere Rundfunkanstalten.

„Russian Angst“ (Einblicke in die postsowjetische Seele), Taschenbuch  von Thomas Franke (Autor); edition körber-stiftung; 260 Seiten; ISBN 978-3-89684-196-4;  18 Euro.

 

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