Josefibock mit Rindergulasch und Brezen

Starkbieranstich beim Fürstlichen Brauhaus Ellingen

Im Kreis der Seenlandkönigin und der Bierkönigin: Fürst Carl Christian und seine Frau Katalin, Staatsminister Dr. Lui Spaenle und Landrat Gerhard Wägemann. Fotos: Jürgen Eisenbrand

Drei Monate hat er gereift, jetzt ist das erste Fass des Ellinger Josefibocks von Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig („Lui“) Spaenle angezapft worden. Fürst Carl Christian von Wrede, der mit Fürstin Katalin  180 Altmühlfranken im früheren Ochsenstall der Fürstlichen Ökonomie bewirtete, gab sich als Verkoster blumig: „Eine Balance von Malzaromatik und Aromahopfen“.

Ihre ersten Meriten zur Kabarettreife erlangten die beiden Geistlichen, die dem Josefibock ihren Segen gaben: der katholische Stadtpfarrer und Domvikar Dr. Thomas Stübinger und der evangelische Pfarrer Roland Knöll, der seinem Bruder  in ökumenischer Verbundheit und in bester Laune das Weihwasserfläschchen öffnete. Die beiden präsentierten sich dem Anlass entsprechend schlagfertig und alles andere als betulich.  Wie meinte doch ein Gast treffend: „So haben wir die Kirche gern. Ein Bodenpersonal, das sich nicht zu ernst nimmt!“

Bruder Barnabas glossierte das reginonale Geschehen mit treffenden Pointen.

Sozusagen Bock auf Ellingen hatten Landrat Gerhard Wägemann, MdL Manuel Westphal, Bezirkstagsvizepräsidentin Christa Naaß sowie etliche Bürgermeister,  Kreis- und Stadträte. Aus der fürstlichen Nachbarschaft fand Albrecht Fürst von Oettingen-Spielberg Gefallen am dunklen Gerstensaft von Braumeister Mützel.

Bevor sich die Gäste jedoch an das Büfett heranmachten stand leicht verdauliche Verbalkost von „Bruder Barnabas“ (alias  Alex Höhn) auf dem Speisezettel. Der nahm sich Ellingens „südliche Vorstadt Biricianum“ zur Brust und ging auf die aktuellen Weißenburger Befindlichkeiten ein.  Die „Ich-trink-Dir-Dein-Bier-weg“-Strategie des Linken Erkan Dinar hatte jedenfalls an diesem Abend keine Chance, denn: „Vom kräftigen Josefibock ist genug da!“ Und das in Weißenburg fehlende Bauland quittierte der Büttenredner mit den Worten: „Dafür gibt es in Ölling umso mehr. Wenn der Bagger das erste Loch gräbt, sind alle Parzellen schon verkauft.“ Deshalb riet er den Nachbarn, nach der Art von Donald Trump eine Mauer zu bauen, um ein Ausbluten der Weißenburgs zu verhindern.

In Ellingen spricht man neuerdings von „Bosporus-Kulinarik“, denn ein Döner-Imbiss hat sich in einem früheren Handarbeitsladen einquartiert.  Der Rat von Barnabas an den Stadtpfarrer: „Lassen Sie dort  die Fronleichnamsprozession vorbei ziehen und nutzen Sie den Teppich vom Mohammed, das fördert die muslimisch-christliche Verständigung.“

Ja, und die medizinische Versorgung Ellingens hat sich auch gebessert, denn neu ist der „Doppeldoddore“ Alessandro Rustia, ein „Arzt für Gesundheitsmedizin und Ästhetik“.  Die Öllinger Frauen können sich dort, so die Empfehlung des Büttenredners, ihre Pigmentfehler, Falten und Warzen erfolgreich behandeln lassen.

Vom Starkbier, das Fürst Carl Christian („Ein starkes Bier, fürstlich elegant“) empfiehlt, ist 2. Bürgermeister Christian Wagner aus „St. Opfenheim“  extrem angetan.   Denn: „Der sportliche Stadtrat reibt sich in der Fastenzeit damit den Oberkörper ein“.

Ihr Fett bekamen auch die Banker ab. Für die Sparer indes hat er einen guten Rat parat: „Trinkt Bock. Prozente gibt’s dabei zwar auch nicht, aber ein paar Promille garantiert. Damit ist jede Bockanleihe rentabler als jede Nullzinsanleihe der Sparkasse und der Raiffeisenbank.“

Immer wieder im Kreuzfeier des Kabarettisten: MdB Artur Auernhammer („Odel verpflichtet“),  „der Mann mit der Rinderkrawatte“.  Der Ministerkollegin Barbara Hendricks soll er eine neue Bauernregel aus Ellingen mit nach Berlin bringen: „Fällt ein Mannsbild um trotz zweier Bein, kann’s nur der Bock vom Mützel sein!“  Den CSU-Wahlstrategen empfiehlt er, sich ausnahmsweise nicht an den 7,5 Prozent von Ellingen zu orientieren, sondern an den 57 Prozent vom Schorschbräu-Bier aus Gunzenhausen.

Natürlich derbleckte Barnabas auch Kultusminister Dr. „Lui“ Spaenle. Er soll sich bei der Umkehr vom G8 zum G9 der Philosophie der Deutschen Bahn bedienen, in deren Diensten er zwölf Jahre stand: „Immer geradeaus, aber häufig zu spät!“  Dem Landrat gab der Büttenredner Nachhilfe in Familien- und Namensforschung.  „Ger-hard“  steht demnach im Althochdeutschen für „harter Speer“. Ob aber Gerhard Wägemann die Waffe  tatsächlich braucht, weil ein Pirat aus Höttingen das Landratsamtsschiff kentern lassen will, ist eher unwahrscheinlich.

Roland Knöll ist evangelischer Pfarrer in Ellingen. Dass er auch Dauerkarteninhaber des immer wieder kriselnden  1. FCN ist, das fand Barnabas doch irgendwie  steinzeitmäßig, denn: „500 Jahre aufgeklärte Reformation, aber fußballerisch immer noch im Neolithikum.“

WERNER FALK

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