Ein Pionierprojekt nimmt Fahrt auf

Seit November 2015 sind 17 ehrenamtliche Vormünder im Einsatz

Vormundschaften

Von links nach rechts (hinten stehend): Gideon Oster, Sieglinde Kopatschek, Eva Sieland-Hirschmann, Andreas Gastner, Christa Wein, Cornelia Schmidt, Heidi Rammler, Nadja Zeh; vorne sitzend: Helga Meyer, Robert Buchinger, Sven Hildebrandt, Erich Neiser, Dorothee Bucka, Kathrin Kimmich, Judith Schneider.

Seit der großen Auftakt- und Informationsveranstaltung im August 2015 für ehrenamtliche Vormundschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind einige Wochen ins Land gegangen ohne sichtbare Ereignisse. Hinter den Kulissen musste einiges erledigt werden, um den Weg für die Bestellung der ersten Vormünder zu ebnen. Die Kooperation und die Abläufe zwischen der Freiwilligenagentur, dem Jugendamt und dem Familiengericht mussten sorgfältig geplant werden. Denn hier zählt nicht der schnelle Erfolg, sondern es geht um langfristig zuverlässige Strukturen. Sie sollen Sicherheit schaffen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), die diese bisher so sehr vermissten.
Die Bemühungen zahlten sich aus. Derzeit sind 17 bestellte ehrenamtliche Vormünder an 17 Mündel vermittelt. Sie unterstützen nun jeweils einen unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen (UMF), übernehmen Verantwortung als deren rechtliche Vertreter und versuchen mit dem Jugendlichen die Weichen für eine gelingende Zukunft zu stellen.
Einige Ehrenamtliche, die noch nicht als Vormünder zum Einsatz kamen, haben sich alternativ als Paten für junge Flüchtlinge, die bereits volljährig sind, zur Verfügung gestellt. Die Aufgaben sind vergleichbar nur ohne rechtliche Verpflichtung. Aktuell sind zwei Patenschaften vermittelt.
Jeder gelungene Kontakt ist ein erster Schritt hin zu einem „normalen“ Alltag und trägt dazu bei, sich in der neuen, meist noch „fremden Heimat“ zurechtzufinden.
Darüber hinaus ist die allgemeine Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen in allen Unterkünften im Landkreis auf einem sehr hohen Niveau. Die Flüchtlinge erhalten von dieser großen Zahl an Helfern in fast allen alltäglichen Fragen und Probleme Hilfestellung und Unterstützung, angefangen beim Spracherwerb, bei Arztbesuchen, Ämtergängen und bei der Wohnungssuche für anerkannte Flüchtlinge. Integration gelingt am besten durch eine gelebte Nachbarschaft.
Randbemerkung: Prognosen sind oft irreführend: Im August 2015 war die UMF-Prognose für den Landkreis bei etwa 75 Jugendlichen pro Jahr mit steigender Tendenz. Ab November 2015 entspannte sich die Situation, da durch die bundesweite Verteilung keine Neuzugänge (Königsteiner Schlüssel) im Landkreis ankamen. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass die Zuweisungen ab Mai 2016 wieder steigen und dann pro Monat etwa sechs unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) im Landkreis aufgenommen werden müssten.

Teile diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Post Navigation