Mitmachen bei der „Montagsdemo“ auf dem Gunzenhäuser Marktplatz!

Bürger setzen ein Zeichen für tolerante Gesellschaft und gegen Fremdenfeindlichkeit

Wenn sich die Menschen engagieren, dann können sie auch etwas bewegen. Und das buchstäblich. Zum dritten Mal gibt es am Montag (19. Januar) eine „Freiheitsdemonstration“ auf dem Gunzenhäuser Marktplatz. Sie geht auf eine private Initiative zurück. Bei der letzten „Demo“ waren es immerhin 170 Teilnehmer, das sind ein Prozent der Gunzenhäuser Bevölkerung. Nicht schlecht also. Die Initiatoren wollen auch lokal und regional einen Kontrapunkt setzen zu den Aktionen der ziemlich diffusen „Patrioten Europas gegen die Islamisierung des Abendlands“ (PERGIDA). Zur Teilnahme hat auch das „Bündnis gegen Rechts“ im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen aufgerufen.

Ich bin dabei am Montag, denn ich möchte signalisieren, dass mir der Zustand unserer Gesellschaft nicht gleichgültig ist.

Dass die Gunzenhäuser besorgt sind angesichts der Montagsdemonstrationen von „Pergida“ in Dresden und anderen Städten kann ich gut verstehen, ist das doch auch ein Zeichen, dass es nicht allen egal ist, was öffentlich passiert. Ich will den Pegida-Protest nicht abwerten, denn das Demonstrationsrecht gilt nicht umsonst als ein fundamentaler Artikel in unserem Grundgesetz. Wir dürfen aber schon hinschauen, wer sich da tummelt. Ob es „europäische Patrioten“ sind, das möchte ich stark bezweifeln. Es sind wohl eher deutsche „Patrioten“, denen Europa schon zu weit geht. Dass sie – mit welcher Motivation auch immer – gegen die Islamisierung sind, das höre ich wohl, aber daraus kann ich nicht den Schluss ziehen, dass es bekennende Christen sind. Wenn ich nicht ganz falsch liege, dann sind darunter auch Menschen, die sich auf der Verliererstraße unserer Gesellschaft wähnen. Wir dürfen jene sie diskriminieren, wenn sie unverschuldet in Not geraten sind und sich von den etablierten Parteien nicht mehr verstanden fühlen. Es werden wohl auch Menschen in Dresden und anderswo dabei sein, denen es auf Rabatz ankommt und die parteipolitischen Gewinn daraus ziehen wollen (AfD).
Mich freut es, dass sich verantwortungsbewusste Menschen in unserer Stadt gibt, die sich einsetzen für eine tolerante Gesellschaft und gegen Fremdenfeindlichkeit, für die Aufnahme von Asylbewerbern aus Bürgerkriegsländern und gegen die Ausgrenzung von Leuten, die einfach nur anders sind als wir. Vor allem danke ich jenen, die den bedrängten Asylbewerbern couragiert und engagiert unter die Arme greifen, damit sie sich in den ersten Wochen und Monaten ihres Aufenthalts in unserem Land besser zurechtfinden.
Wer am Samstag den DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer im Lutherhaus in Gunzenhausen gehört hat, der darf sich bestärkt fühlen in seiner Bereitschaft, die Montagsdemonstration auf dem Gunzenhäuser Marktplatz zu besuchen. Er hat die Menschen ermuntert, ein Zeichen zu setzen für eine freiheitliche Gesellschaft und gegen eine diffuse Stimmungsmache, die eigentlich nur den Rechtspopulisten in die Hände spielt.
Werner Falk, Stadtrat der FDP

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