Für und Wider

Zur Problematik der Umgehung Schlungenhof

Der Prozess der Entscheidungsfindung des Straßenbauamts Ansbach hinsichtlich der Umgehung von Schlungenhof dauert schon lange, aber er ist einer, der die vielfältigen Interessen abwägen muss. Die Stadt ist nicht Herr des Verfahrens, denn die B13 ist eine Bundesstraße und folglich hat der Bund das Sagen und die Stadt wird angehört wie jeder andere Verfahrensbeteiligte auch.

Noch in diesem Jahr wird mit einer Erklärung des Straßenbauamts gerechnet, welche von den vielen Varianten, die geprüft werden, die meisten Chancen hat, realisiert zu werden. Der Stadtrat hat sich mit ihnen mehrmals beschäftigt, hat sich aber wegen der noch ausstehenden Entscheidung des Straßenbauamts noch nicht festgelegt.

Inzwischen hat die ÖDP ein Bürgerbegehren in dieser Sache in Gang gesetzt. Alle Bürger der Stadt, also nicht nur die Schlungenhöfer oder die  von der Umgehungsplanung betroffenen Laubenzedeler, können sich durch Eintrag in die Unterschriftenlisten äußern. Die ÖDP verficht die sogenannte Nulllösung, d. h. die B 13 soll weiterhin durch Schlungenhof führen, ferner zusätzlich der Verkehr von der Kreissstraße WUG 22 aus Richtung Haundorf und Mitteleschenbach. Alternative Trassen, die viel Land in Anspruch nehmen und auch erheblich mehr Geld kosten würden, werden abgelehnt.

Ich denke, es sind einige wichtige Aspekte zu beachten, die ich kurz zusammenfassen möchte:

Bei der Null-Lösung ergäbe sich kein kausaler Zusammenhang zwischen Bahnverkehr und Straßenverkehr. Die Bahn AG möchte den Übergang an der Kreisstraße WUG 22 realisieren (Brückenbauwerk über die Bahnlinie Treuchtlingen-Würzburg), der Kreistag hat sich im Gegensatz für eine Unterführung des Straßenverkehrs ausgesprochen.

Auch die Null-Lösung schafft den Verkehr  nicht vollständig aus Schlungenhof, denn es gibt weiterhin im Dorf die Anbindung an den Altmühlsee und auch der Nahverkehr in Richtung Gunzenhausen bliebe erhalten. Dabei handelt es sich etwa um die Hälfte des gesamten Verkehrsaufkommens.

Die Null-Lösung verzichtet auf eine weitere Versiegelung von Naturflächen und landwirtschaftlich genutzten Grundstücken. Das wird beispielsweise als Ergebnis des Volksbegehrens gefordert und ist inzwischen weitgehend Gegenstand der Politik der Staatsregierung.

Für die bestehenden Betriebe entlang der Ansbacher Straße in Schlungenhof ist die B 13 von Bedeutung. Es wäre interessant, die Stellungnahmen der Betriebseigentümer zu  hören.

Wichtig wäre eine zuverlässige Feststellung, wie die bebauten Grundstücke entlang der B 13 heute genutzt werden und welche Perspektiven es gibt.  Eine Befragung der Eigentümer wäre  diesbezüglich für den Entscheidungsprozess hilfreich.

Es erhebt sich die Frage, ob die Grundstücke links und rechts der B 13 als eingeschränktes Gewerbegebiet ausgewiesen werden können. Der Staat könnte die bisher wohnlich genutzten Grundstücke entlang der B 13 erwerben und den Eignern ein Aussiedlungsangebot machen. Der Schwerpunkt der künftigen Nutzung läge auf dem gewerblichen Gebiet. Nützlich wäre in der Folge ein Dorfentwicklungsplan für Schlungenhof, der die verschiedenen Nutzungsbereiche schwerpunktmäßig festlegt.

Ganz klar für die Umgehung von Schlungenhof spricht die Belastung durch den Schwerlastverkehr und den Durchgangsverkehr. Möglich wäre nach der Auslagerung des Durchgangsverkehrs ein Rückbau der Straße mit Umwidmung als Gemeindestraße (eventuell Tempo 30) und es gäbe bessere Chancen für die Dorfentwicklung (Stichwort:  das gewünschte Gemeinschaftshaus).  Die Anlieger wären im Falle einer Umgehung nicht mehr der Gefährdung ihrer Gesundheit ausgesetzt, die amtlicherseits bereits ins Feld geführt wird.

Ein Trassenvorschlag sieht vor, die neue Bundesstraße 13 südlich der Bahnlinie bei Laubenzedel mit Anschluss an die B 466 zu bauen.  Ein erheblicher landwirtschaftlicher Flächenverlust ginge damit einher. Das würde aber einen Rückbau der alten Bundessstraße durch Schlungenhof sowie bessere Dorfentwicklung ermögliche, z.B.  durch Tempo 30-Regelung ermöglichen.

Eine weitere Variante ist die Neutrassierung der B 13 ab einem neu zu bauenden Kreisverkehr an der Abzweigung zum Surfzentrum Schlungenhof in einem Bogen quer durch die landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen Laubenzedel und Schlungenhof mit Anschluss an die B 466. Auch in diesem Fall wäre ein Rückbau in Schlungenhof möglich. Der Flächenverbrauch wäre jedoch erheblich. Ungeklärt ist, ob die privaten Grundstücksbesitzer zum Verkauf bereit sind.  Eine Zwangseinweisung der Grundstücke wird der Staat als Maßnahmenträger wohl nicht riskieren wollen. Die Entscheidung ist die kommunalpolitisch Verantwortlichen nicht leicht. Ich möchte mich derzeit auch nicht festlegen, zumal auch rechtliche Fragen in der Sache zu berücksichtigen sind, außerdem ist über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens noch nicht entschieden.

WERNER FALK, Stadtrat der FDP

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3 Thoughts on “Für und Wider

  1. Hubert März on 15. Oktober 2019 at 15:22 said:

    Hallo Werner, Hubert März ist klar auf deiner Seite.

    Gruß Hubert

  2. Kernstock Erwin on 16. Oktober 2019 at 7:39 said:

    Hallo Herr Werner,
    Man darf aber nicht immer unter den Tisch fallen lassen, das wenn eine Trasse
    mittig zwischen Laubenzedel und Schlungenhof läuft beide Ortschaften mit Lärm belastet.
    Wenn die Trasse wie der ersten Vorschlag ( in Berlin eingereicht ) gebaut wird muss in Laubenzedel ein Haus vermutlich abgerissen werde und hätte dann zu nächsten Haus nur einen Abstand von 30 Meter, Die Neubau Siedlung wäre nur ca. 100 Meter entfernt zur Straße.

    Es wird immer gerne geredet, das die jetzigen Anwohner der B13 endlastet werden sollen,
    aber egal was für eine Variante mit Neubau gewählt wird, es werden deutlich mehr Menschen zusätzlich belastet als entlastet.

    Also komme ich zu den Schluss das es bei diesen Projekt nicht um die Menschen geht.

    Ps. Sie sind natürlich gerne eingeladen mal sich diese Sache in Laubenzedel anzusehen

    • Werner Falk on 21. November 2019 at 20:14 said:

      Lieber Herr Kernstock, vielen Dank für Ihren Kommentar, den ich erst jetzt eingesehen habe. Ich kenne als gebürtiger Haundorfer die Lage zwischen Laubenzedel und Schlungenhof natürlich. Die von Ihnen angesprochene Holzbauer-Trasse (mit B 13 zwischen Dorf und Bahn) ist je nicht mehr Gegenstand der Diskussion. Im Grunde geht es heute ja nur noch um die Frage, Umgehung ja oder nein. So wird auch der Bürgerentscheid (Bürgerbegehren plus angefügtes Ratsbegehren) aussehen. Meine Befürchtung dabei ist, dass die Fragestellungen und kurzen Erläuterungen auf dem Stimmzettel so verwirrend sind, dass sich manche Wähler schlecht zurechtfinden. Letztlich muss sowieso die Stichfrage entscheiden. Im Stadtrat haben wir uns die Diskussion nicht leicht gemacht. Ich bejahe die Befragung der Wähler und bin nach dem derzeitigen Stand meiner Überlegungen eher dafür, die Nullvariante zu bevorzugen. Von der Verkehrsführung her sind eigentlich alle anderen Varianten nicht zukunftstauglich. Ich sehe einen hohen Flächenbedarf für Straßen und Brücken in diesem engen Bereich, noch dazu sind die Auswirkungen auf den Gunzenhäuser Innenstadtverkehr nicht eindeutig zu beantworten. Viele Grüße Werner Falk

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